Es ist: 24-01-2020, 03:25
Es ist: 24-01-2020, 03:25 Hallo, Gast! (Registrieren)


LC 01: Schweigende Worte (überarbeit.)
Beitrag #11 |

RE: LC 01: Schweigende Worte (überarbeit.)
Hallo Meluse,
es ist Wettbewerbszeit und somit musst auch du daran glauben. :D
Grundästzlich mag ich die etwas verquere Stimmung deines Gedichtes. Allerdings fehlt es mir an einem roten Faden. Zuerst geht es um Fische bei Google, dann die Seele eines Menschen, entblößt via Webcam und am Ende dann die Tatsache, dass alle Menschen Bäume sind, also nachahmen?
Ich nehme an, es geht irgendwie um das Thema Internet - eine surfende Person?
Aber wie passen die Bäume zu den Fischen? Du siehst, ich bin ziemlich ratlos. Vielleicht könntest du die einzelnen Themen etwas verdichten, um sie stärker und deutlicher zu machen?

Kleinkram:

Zitat:Wir reden von Fischen in Netzen,
Die stumm um ihr Leben bangen.
-- Da es ein Nebensatz ist, würde ich generell immer klein anfangen. Vielleicht wäre ein anderes Tier auch besser, bzw. würde ein stärkeres Bild hervorrufen. Über Fische redet man nicht. Wir reden über Überfischung, Delphine, die in Netzen sterben, grausame Fischereimorde an Haien etc.

Zitat:Bilder von Google schaffen Entsetzten!
Werden die Fische je Freiheit erlangen?
-- Entsetzen!
Zum Thema Fische -> Icon_confused

Zitat:Die flimmernden Worte schweigen,
In Arial 10 gefangen.
-- Hm, von Bild zur Schrift. Aber welche? Ein Tagebuch? Ein Bericht im Internet? Ist mir etwas zu vage hier. Vielleicht findest du noch die Möglichkeit zur Überleitung?

Zitat:Siehst du mich zwischen den Zweigen,
die mir aus dem Körper sprießen?
Per Webcam kann ich’s dir zeigen.
-- Hier war ich raus aus dem Rhythmus. Bisherfolgst du ABAB. Nun schiebst du plötzlich ein C dazwischen, dass dann später nochmal auftaucht. Zudem verstehe ich den Zusammenhang nicht. Wir sind ja eigentlich bei Fischen, Bildern und Texten, nun plötzlich abstrakte Zweige, die aus einem Körper zu wachsen scheinen? Häh?

Zitat:Ein niedlicher Baum – jemand sollte mich gießen!
...
Seit wann seid ihr auch alle Bäume?
Nein! Halt! Nicht das Fenster schlie…
-- Hier nun der endgültige Bruch mit dem Stil. CDC, wobei das D alleine stehen bleibt. Verwirrend.

Fazit: Idee des Gedichtes und Aufbau könnten etwas klarer sein für meinen Geschmack, der Rhythmus sollte ebenfalls überarbeitet werden. Ansonsten hast du ein paar schöne Zeilen drin, und das Ende finde ich sehr gelungen.

Vielleicht könntest du den Titel an das Haupt-Thema Internet anpassen, wenn du noch unzufrieden damit bist?

LG
Adsartha

PS: Habe gerade Jacks Kommentar gelesen und bin nun etwas schlauer. *Glühbirne überm Kopf anblinzel*
Das Thema Internet hat sich mir erschlossen, aber die Einsamkeit der Menschen darin und die leeren Worte nicht. Das muss aber nicht unbedingt am Gedicht liegen. Was Interpretationen angeht, bin ich eh meist blind. Icon_wink

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #12 |

RE: LC 01: Schweigende Worte (überarbeit.)
(31-03-2009, 22:04)Meluse schrieb:
Wir reden von Fischen in Netzen,
Die stumm um ihr Leben bangen.

Also diese Metapher finde ich an sich mehr als nur gelungen.
Alleine die Doppeldeutigkeit des Wortes Netzes. Zum einen als Fischernetz, wo der Fisch mit gefangen wird und zum anderen eben das Internet-Netz, mit dem man die Jugendlichen fängt^^
Daher soweit in Ordnung. Der Fisch steht also (so würde ich es interpretieren) als süchtiger Mensch.

Zeile zwei finde ich hingegen nicht so gelungen. Wenn du es wirklich als Metapher siehst ist es unpassend. Im Internet muss (fast keiner) um sein Leben bangen. Bei den Fischen schon. Daher würde ich diese Stelle noch einmal überarbeiten. Vielleicht in Richtung, das die Fische gefangen werden oder aus anderen Gründen nicht heraus kommen.

(31-03-2009, 22:04)Meluse schrieb:

Bilder von Google schaffen Entsetzten!
Werden die Fische je Freiheit erlangen?

Beide Absätze finde ich in Ordnung. Auch diesmal ist der Vergleich mit den Fischen passend. Das mit Google passt auch gut rein. Zeigt eben einen Dauer-User der stets auf den aktuellen Stand sein möchte und daher Google nach allen Möglichen Sachen durchforstet. Vor allem bei den Nachrichten kann man da schon Entsetzen kriegen^^


(31-03-2009, 22:04)Meluse schrieb:
Die flimmernden Worte schweigen,
In Arial 10 gefangen.
Langsam verlassen wir das Thema Fisch, aber noch ist es meiner Meinung nach in Ordnung. Zeigt eben diesmal, das man im Internet keine echten Freunde hat und alles nur "leere" Worte sind. Man redet ja schließlich nicht richtig mit Leuten. Die Worte sind quasi in der Schrift gefangen und kommen nicht heraus (übrigens auch schöne Metapher)


(31-03-2009, 22:04)Meluse schrieb:
Siehst du mich zwischen den Zweigen,
die mir aus dem Körper sprießen?
Per Webcam kann ich’s dir zeigen.

So ab hier ist aber gänzlich alles vorbei. Am Anfang war der Vergleich bei dem Fisch und das sollte eigentlich das Leitmotiv sein. Warum wurde aus dem Fisch auf einmal ein Baum? Etwas zu konfus wie ich finde. "Per Webcam kann ich´s dir zeigen" finde ich wiederum gut. Dieses Mischmasch zwischen Umschreibungen und den knallharten Fachwörtern(auch wenn es keins ist, aber jeder Mensch weiß was damit gemeint ist und braucht nicht mehr darüber nachdenken.) kommt irgendwie gut rüber. War auch bei den Absatz mit Google so.

(31-03-2009, 22:04)Meluse schrieb:
Ein niedlicher Baum – jemand sollte mich gießen!
...
Seit wann seid ihr auch alle Bäume?
Nein! Halt! Nicht das Fenster schlie…
.
.
.
.

Abgesehen von dem Stilwechsel und den fehlenden Leitmotiv finde ich den Schluss ziemlich gut. Der Baum der pflege bedarf aber keine bekommt. (Wie der einsame User)
Danach die Erkenntnis, das fast alle Menschen, die einem umgeben, süchtig sind und am Ende dann...eben das Ende^^
Jetzt wo das (gehe ich mal von aus) Internetfenster geschlossen ist, weiß er nicht mehr was er tun soll. Als Baum ist er ja eh festgesessen und kann sich nicht bewegen. Zeigt seine Hilflosigkeit und sein Mangel an anderen Hobbys. Quasi eben die Anzeichen der Sucht.

Fazit: Wirklich bemängeln tue ich nur eins. Und das ist der Mischmasch zwischen dem Fisch und den Baum. Nimm eins davon als Leitmotiv und schreib die Geschichte nochmal. Sind beide gute Metaphern, also ist es daher egal, welches du nimmst. Nur vermische nichts. less is more^^

Mfg Jack



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