Es ist: 01-04-2020, 18:22
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SW 2: Bauernopfer (Der Weltenwanderer)
Beitrag #1 |

SW 2: Bauernopfer (Der Weltenwanderer)
Jahr 63 der ersten Epoche, irgendwo in Iqann.
Nur ihre Schritte waren zu hören, das dumpfe Knirschen von ledernen Stiefeln. Es halte von den Wänden der Tunnel zurück und drang, ein vielfaches zu laut, wieder an ihre Ohren. Monströse Schatten tanzten an den Wänden, vielleicht nur hervorgerufen, durch die Sturmlaternen, welche die Gruppe bei sich trug. Doch wer konnte schon sagen, was sie hinter der nächsten Biegung erwarten mochte? Arkis umklammerte die Karte mit schweißnassen Händen. Ohne sie, würden sie den Weg nicht mehr zurück finden. Nicht, bevor ihre Laternen verloschen und sie in ewiger Finsternis gefangen sein würden. Er schüttelte sich. Aber dazu würde es nicht kommen! Sein Traum war mit einem Mal in greifbare Nähe gerückt. Als Helden würden sie zurückkehren!
„Es kommt mir vor, als hätten wir vor Tagen das letzte Mal Sonnenlicht gesehen.“ Hauptfrau Garuda ging direkt hinter ihm, das gezogene Breitschwert in der Faust. Gelegentlich fing es die Strahlen einer der Laternen und blitzte gleißend auf. Kalter Stahl – irgendwie vertrauenserweckend. Trotzdem war etwas in Garudas Stimme, das Arkis nicht richtig einordnen konnte. Nervosität? Angst? Kurz warf er einen Blick zurück, auf das wettergegerbte Gesicht der Hauptfrau. Ihre Gesichtszüge waren hart, aber ihre dunklen Augen glitten ruhelos hin und her. Sie war ein Veteran. Sie hatte die namenlosen Schrecken des Krieges durchlitten – und doch reichte das unüberschaubare Tunnelgewirr hier, die atemraubende Enge, das völlige Fehlen von Licht, um sie nervös zu machen. Menschen waren nicht geschaffen, um hier unten zu leben. Aber vielleicht, um zu sterben? Kopfschüttelnd vertrieb er den Gedanken. Oder er versuchte das zumindest, denn der Gedanke blieb irgendwo in den Tiefen seines Unterbewusstseins kleben und drückte ihm auf den Brustkorb. Noch konnten sie umkehren. Arkis warf einen forschenden Blick auf die Karte. Wie weit mochte es noch sein?
„Magister Arkis?“
Verärgert wandte er sich um. „Was ist los?“
Einer der Soldaten hatte seine Sturmlaterne gehoben und leuchtete, über ihre Köpfe hinweg, voraus. Der breite Lichtkegel fiel auf Metall, das es auf abartige Weise nur widerwillig reflektierte. Metall, das sich zu gehörnten Fratzen ausformte, das wirkte, als wäre es von der Decke geflossen und in dieser Form erstarrt. Das musste das Tor sein.


Laute Rufe auf dem Hof. Magister Arkis schreckte hoch und benötigte einige Augenblicke, um sich zurechtzufinden. Dann stemmte er sich ächzend in die Höhe, während es in seinem Rücken schmerzhaft knackte. Wieder eine Nacht auf den Schriftstücken liegend verbracht, statt im Bett. Selbst der hölzerne Fußboden erschien ihm nun himmlisch. Hauptsache nicht in verkrümmter Haltung am Schreibtisch. Er warf einen Blick zurück auf die Schreibfläche und begutachtete brummend das Chaos aus losen Pergamenten und in Leder eingebundener Folianten. Eng beschrieben mit einer krakeligen Handschrift. Seiner Handschrift. Die bräunliche Kerze war inmitten der Unterlagen zu einem Stummel herunter gebrannt, bevor sie erloschen war. Wieder einmal. Arkis fragte sich, wie lange es noch dauernd würde, bis er mit seinem gesamten Werk in Flammen den Tod fand.
„Heute Abend gehst du ins Bett!“
Nur ein guter Vorsatz, wie schon so oft. Er gähnte herzhaft. Doch was hatte ihn geweckt? Ein weiteres Mal tönten Rufe vom Hof her. Man rief … ihn? Verärgert humpelte er zum Fenster. Was sollte diese Störung zu nachtschlafender Zeit? Mit einem Ruck stieß er die hölzernen Fensterläden auf und zuckte zurück. Helles Tageslicht flutete herein und stach ihm schmerzhaft in die Augen. Schon so spät? Schlagartig war er hellwach. Vor ihm, im umfriedeten Hof, warteten drei Reiter. Zwei von ihnen trugen lederne Brustpanzer unter ihren Umhängen und hielten lange Speere in ihrer Rechten. Der dritte protzte dagegen mit einem bronzenen Harnisch, der aufdringlich in der Sonne funkelte. Ebenso wie das Wappen von Iqann. Unmissverständlich.
„Ah, Magister Arkis! Ich hatte schon befürchtet, ihr wäret euren Forschungen zum Opfer gefallen. Man kann ja nie wissen.“ Während die beiden Wachen pflichtbewusst lachten schwang der dunkelhaarige Anführer sich von seinem Pferd.
„Worauf wartet ihr? Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit.“ Ohne eine Antwort abzuwarten betrat er das Haus. Fluchend schlug Arkis das Fenster wieder zu und eilte die knarrende Treppe hinab. Gleichzeitig versuchte er seine von Tinte geschwärzten Finger an seiner faltigen Robe zu säubern. Leider ohne Erfolg.
„Baron von Turkal?“ Der Angesprochene hatte seinen staubigen Reiseumhang über einen der Stühle geworfen, die um einen einfachen Tisch herum standen. Sein mit verschlungenen Gravuren besetzter Bronzeharnisch klirrte leise, als er sich auf dem Stuhl niederließ und die Beine übereinander schlug. „Genau der bin ich.“ Die Spitzen edler Reiterstiefel begannen zu wippen. Gleichzeitig schoben sich die schmalen Augenbrauen des Barons merklich zusammen, als er den zerknautschten Aufzug des Magisters sah. „Ihr seid wohl gerade unpässlich?“
Nervös strich Arkis einige widerspenstigen Bartsträhnen zurück in Form. Er befürchtete, das ihm sein Haar wirr vom Kopf abstand, aber dagegen ließ sich jetzt überhaupt nichts tun. Wie hatte er nur verschlafen können?
„Nein ganz und gar nicht! Ich war nur sehr vertieft in meine Forschungen, ihr versteht?“
Das hätte niemals passieren dürfen! Nervosität begann ihm die Kehle zu zuschnüren. Beruhig dich, Arkis, beruhig dich!
Von Turkal seufzte leise. „Nein, ich verstehe nicht. Aber das tut jetzt nichts zu Sache. Ich muss heute noch weiter, also machen wir es kurz.“ Der Baron beugte sich vor und fing Arkis herumirrenden Blick. Der Magister mochte um ein Jahrzehnt älter sein, als der Baron und doch stand er vor ihm, wie ein Schuljunge vor dem Dorfschulzen. „Wie weit seit ihr den voran geschritten, mit eurer Forschung, in die ihr ja so vertieft seid? Der Fürst möchte endlich Ergebnisse! Er ist es leid sein Gold in ein bodenloses Fass zu stopfen. Man sagt Meir hätte bereits Durchbrüche erzielt.“
Vermutlich hatte der Baron genauso vor seinem Fürst gestanden, wie jetzt Arkis vor ihm, aber der Magister zog nur wenig Trost aus dieser Vorstellung. Er durfte nicht überflügelt werden! Dies war seine Lebensaufgabe, sein Lebenswerk, sein Traum! Aber dabei ging es weniger um Meir.
„Sagt, wart ihr schon bei Tymian? Er -“ Wütend fuhr der Baron auf und sein zorngerötetes Gesicht verdunkelte Arkis Gesichtsfeld.
„Habt ihr mich nicht verstanden? Ich will einen Bericht!“
Der Druck auf seine Kehle nahm weiter zu, weitete sich auch auf seinen Brustkorb aus. Warum nur, musste er von solchen bonierten Gestalten abhängen? Weder der Baron, noch der Fürst verstanden die gesamte Tragweite dessen, was Arkis tat. Für sie war das ein politisches Machtspielchen. Ein Kräftemessen mit dem Rivalen im Süden. Sie waren so blind. Für einen Atemzug hatte er das Bedürfnis von Turkal zu erwürgen, hatte das Gefühl in allen Einzelheiten zuschauen zukönnen, wie Lippen des Barons langsam blau wurden, wie der Lebensfunken in seinen Augen erlosch. Die Vorstellung verschwand so abrupt, wie sie gekommen war und hinterließ einen chaotischen Strudel von Gedanken in seinem Kopf. Verwirrt griff Arkis sich an die Stirn, dann schüttelte er sich. Es schien, als müsste er sich wieder einmal einen Tag Ruhe gönnen, sein Geist machte auch nicht mehr alle Eskapaden mit. Ein unangenehmes Pochen hinter seiner Stirn gesellte sich nun zu seiner Beklemmung hinzu. Dieser Tag lief überhaupt nicht so, wie der Magister es gerne gehabt hätte.

Sie flohen durch die Straßenschluchten zwischen den hochaufragenden Türmen, die fast bis zur Decke der riesigen Kaverne reichten. Weniger Türme und mehr Felsnadeln aus einem obsidanartigen Gestein, scheinbar noch schwärzer als die Dunkelheit rings rum, verbunden von schmalen Stegen in schwindelnder Höhe. „Bei den Göttern, was ist das? Garuda war direkt neben ihm, zerrte ihn immer weiter, obwohl er nicht mehr konnte, obwohl seine Lunge sich anfühlte, als wäre sie mit glühendem Eisen gefüllt. Und obwohl nackte Angst seine Beine lähmte. „Wie viele sind wir noch?“, brachte Arkis zwischen zweit keuchenden Atemzügen hervor. Er konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Das einzige was er wollte, war hier herauszukommen. Einfach nur hier raus kommen. Und vergessen. Irgendwo hinter ihnen ertönte wieder das unmenschliche Kreischen, fast zu hoch, um es mit menschlichen Ohren zu hören. Und doch brannte es sich in sein Gedächtnis. Hätten sie nur den verdammten Tempel nicht betreten!
„Ich weiß es nicht!“, brüllte Garuda. „Ich kann nur noch drei der Männer sehen.“ Im Lauf strich sie sich eine feuchte Haarsträhne aus dem Gesicht. Feucht von Blut. Blut das ihr auch die gesamte linke Gesichtshälfte hinabrann. Doch trotz allem umklammerte Arkis noch immer die versiegelte Schriftrolle aus einem seltsam warmen Leder. So fest, dass seine Knöchel weiß hervortraten. Wieder das Kreischen, diesmal näher. Und vermischt mit einem menschlichen Schrei. Panik – und mehr als nur Schmerz.
Sie mussten hier raus, verdammt noch mal! Raus mussten sie! Raus!


„Ich habe einen Durchbruch erzielen können!“ Arkis hatte sich dem Baron gegenüber gesetzt und gestikulierte weit ausholend. Endlich befand er sich auf sicherem Terrain und gewann langsam wieder an Sicherheit. Er stand kurz vor dem entgültigen Erfolg. Er wusste nicht mehr, wie lange er nun schon hier auf dem ehemaligen Bauernhof lebte, lebte und vor allem forschte. Aber es war fast soweit. „Mir ist bereits die Manipulation von Materie möglich und jetzt auch das Herbeirufen von Materie!“ Bald, schon bald! Sein Name würde in die Annahlen eingehen. Die Geschichtsschreiber würden ihn auf immer verewigen. Und vielleicht würde er endlich zur Ruhe kommen. Von Tarkul hatte sich etwas entspannt, strich sich nachdenklich über den schwarzen Kinnbart. „Das hört sich tatsächlich nicht übel an.“
Arkis beobachtete den Baron genau. Er wirkte überrascht, positiv überrascht. Hieß das, die anderen hatten ihn enttäuscht? Er würde der erste sein? Der Knoten in seinem Hals löste sich etwas. Vorfreude machte sich in seiner Magengegend breit. Beschwingt erhob sich der Magister. „Wollt ihr eine Kostprobe? Ich werde euch meine neuste Errungenschaft zeigen, wenn ihr wollt.“
Von Tarkul nickte nur schweigend und folgte dem Magister durch eine verstärkte Eichentür, die von einem schwerem Vorhängeschloss gesichert wurde. Mit fliegender Robe eilte Arkis die steinerne Treppen hinab, die in den Keller des Gutshauses führte. Sein Laboratorium. Der Baron sah sich mit erhobenen Augenbrauen um, während die beiden Männer zwischen den langen Tischen hindurch schritten, die über und über mit unterschiedlichen Gefäßen, metallenen Gegenständen in geometrischen Formen und Pergamenten bedeckt waren. Sogar eine kleine Schmiede besaß Arkis hier unten. Er hatte das Gold des Fürsten wahrhaft gewinnbringend angelegt. Durch die Ritzen vernagelter Fenster, direkt unter der Decke, sickerte staubiges Licht.
Der Baron rümpfte die Nase. „Hier riecht es nach Blut.“ Der Magister hielt noch nicht einmal inne, sondern deutete nur mit einer beiläufigen Handbewegung auf die großen Käfige, die säuberlich an einer der Längswände aufgereiht waren. „Blut ist ein wichtiger Bestandteil! Es ist wie eine Linse, bündelt, aber es verstärkt auch. Und es liefert Kraft. Ihr würdet nicht für möglich halten, wie viel Kraft!“ Wie er hoffte ebenso beiläufig, warf er einen Blick auf die Tür des hölzernen Verschlags, der eine Ecke des großen Kellerraums einnahm. Sie war geschlossen. Alles in Ordnung.
„Ihr schlachtet Kaninchen dafür?“ Angewidert schüttelte der Baron sich und begann seine Hände zu kneten, die in verzierten Reiterhandschuhen steckten. Er schien sich sichtlich unwohl zu fühlen. Arkis lächelte. Von Tarkul befand sich nun in seinem Reich. Hier war er der Herr. Seine Beklemmung schwand entgültig, wich Selbstsicherheit, die sein Auftreten fester werden ließ. Keine Ahnung hatte der Baron. Nichts wusste er. Er lebte nur in seiner kleinen Welt, war kaum in der Lage über den Tellerrand hinaus zu schauen. Arkis empfand so etwas wie Mitleid. Er dagegen war, ein Lernender, ein Wissender, ein Sehender!
„Sagt, wo ist eigentlich euer Gesinde? Warum war niemand da, um mir das Tor zu öffnen?“ Die beiden Männer erreichten das Ende des großen Raumes. Anders als der obere Teil des Anwesens war er von steinernen Mauern umschlossen. Vielleicht hatte er einmal als Weinkeller gedient. Arkis winkte ab. „Bauern? Leibeigene? So nah an meinem Laboratorium? Woher kann ich wissen, dass man ihnen trauen kann? Oder, dass sie nicht aus Dummheit etwas zerstören? Ich kann mich gerade noch selbst versorgen.“ Voller Stolz hob Arkis nun den schwarzen, metallisch glänzenden Pfeil von seinem Arbeitsplatz und hielt ihn dem Baron entgegen. Er schmiegte sich warm in seine Hand. Fast als bestände er nicht aus Eisen, sondern aus Fleisch und Blut. Für Arkis war das wie eine Geburt. Sein Kind! Es hatte ihn Wochen, ja Monate gekostet, um die Grundzüge auszuarbeiten. Ein Pfeil, nicht von Menschenhand geformt, ein Pfeil, der –
mit einem lauten Krach flog etwas gegen die Tür des Verschlags, dann ertönte ein Wimmern. Der Baron fuhr herum und sein Schwertgehänge knallte gegen einen der groben Tische.
„Was war das?“
Arkis Selbstsicherheit zerplatzte wie eine Seifenblase, ließ nur einen Knoten in seinen Eingeweiden zurück. Auch das Pochen war wieder da, jagte glühenden Schmerz zwischen seine Gedanken.
„Ein Schwein … das ist ein Schwein, das kann ich ja schlecht in einem Käfig halten.“ Sein Herz hämmerte von innen gegen seinen Brustkorb und sein Atem ging schwerer. Beruhig dich Arkis! Er klammerte sich an einer Tischkante fest und drückte so fest zu wie er konnte.
Währenddessen näherte sich der Baron dem Schuppen und streckte die Hand aus nach dem Riegel, der die Tür versperrte. Verdammt! Hätte er nur nicht verschlafen … dann hätte er ihn füttern können. Es wäre nichts passiert. Er hätte vermutlich geschlafen. Verdammt, verdammt, verdammt!
Von Tarkul riss die Tür auf, bereit zurückzuweichen, eine Hand am Schwertgriff. Dann sog er überrascht die Luft ein. Überraschung die schnell in Zorn umschlug. „Das ist ein Mensch! Ihr haltet einen Menschen in einem Stall?“ Zu seinen Füßen kroch ein Junge mit blondem, verfilzten Haar aus dem Verschlag. Speichel lief ihm übers Kinn und glänzte Feucht im Dämmerlicht. Er sah sich mit großen Augen um, dann begann er zu glucksen. Arkis hatte das Gefühl, er lachte über ihn. Am liebsten hätte er ihn mit einem Tritt zurück in den Verschlag befördert. Das durfte einfach nicht wahr sein!
„Das ist kein Mensch, Baron, er kam schon so auf die Welt. Seine Familie hat ihn mir verkauft, er wäre gestorben, bei mir kann er zumindest leben.“
Der Baron fuhr herum, sein Kehlkopf tanzte auf und ab..
„Ach ja? Und was habt ihr mit ihm vor? Das selbe wie mit dem Kaninchen, ja? Ihr verwendet sein Blut?“ Er klang erschreckend kalt.
Arkis Gedanken rasten. Er hatte befürchtet, dass so etwas passieren würde. Aber eigentlich müsste der Baron es doch verstehen, oder? So ignorant konnte er gar nicht sein!
„Menschliches Blut ist ungleich mächtiger! Nicht zu vergleichen mit tierischem.“ Der Magister hob seinen linken Arm und der Ärmel seines Gewandes rutschte herab, entblößte den bleichen Unterarm. Einen Unterarm übersäht von schlecht verheilten Schnitten, die kreuz und quer fast jeden Zentimeter seiner Haut bedeckten.
„Aus mir selbst bekomme ich keinen Tropfen mehr heraus. Aber es ist notwendig, versteht ihr? Wie sonst sollen wir mächtig genug werden? Wie sonst sollen wir sie aufhalten? Ich brauche das Blut! Er ist kein Mensch! Und ein Lebeigener!“
Mit aufgerissenen Augen musterte der Baron Arkis Arm. „Ihr seid doch krank!“ Er machte einen Schritt auf den Magister zu. „Was soll das bedeuten, ihr braucht das Blut? Er mag nur ein Leibeigener sein. Aber wie groß ist dann der Schritt zum Adligen? Wie groß ist dann der Schritt zu mir?“ Sein ausgestreckter Zeigefinger schoss vor wie ein Dolch. „Ist mein reines Blut nicht noch viel wertvoller, noch viel mächtiger als das eines Gemeinen?“ Arkis bemerkte die bläulichen Adern, die sich sanft schimmernd unter von Tarkuls Handgelenk abzeichneten.
„Die Abgeschiedenheit muss euch wahnsinnig gemacht haben. Ihr habt ein Schreibpult? Ich muss eine Nachricht für den Fürsten verfassen.“ Der Baron eilte zum Ausgang und verschwand. Seine Schritte polterten auf der Treppe.
Arkis stand immer noch da. Mit leerem Blick, den widerhackenbesetzten Pfeil noch in der Hand. Langsam, fast behutsam legte er ihn ab. In ihm pulsierte eine dunkle Leere, ihm war, als würde ihn jeder Atemzug näher zum absoluten Kollaps bringen. Es war vorbei. Alles war umsonst. Es brach einfach zusammen. Sein Leben hatte er nur auf dieses eine Ziel ausgerichtet. Sie mussten aufgehalten werden. Zu ihrer aller Wohl. Warum verstand der Baron denn nicht? Arkis Hände begannen zu zittern. Es waren Opfer nötig, um höhere Ziele zu erreichen. Das musste doch gerade jemand wie er wissen. Langsam schwankte er auf die Treppe zu. Was sollte er nur tun? Sie waren so blind, alle so blind! Er bekam kaum noch Luft, außerdem hatte sich das Zittern nun auf seinen ganzen Körper ausgeweitet. Sie würden kommen! Und es gab schlimmeres als den Tod! Bei dem Gedanken daran wurde ihm übel. Wie in Trance stieg er nun die Treppe hinauf, mit einer Hand an der kühlen Wand aufgestützt, dann folgte er dem Baron auch noch in das obere Stockwerk. Hinter sich konnte er den Jungen immer noch kichern hören. Warum war er nur so abhängig vom Geld des Fürsten? Wenn er ein eigenes Vermögen gehabt hätte …
Von Tarkul saß an Arkis Schreipult und erhitzte gerade etwas Wachs über einer Kerzenflamme. Er hatte seinen Siegelring bereits vom Finger gezogen. Der Anblick hatte etwas endgültiges, wie das Fallbeil des Henkers. Würde man ihm einen Prozess machen? Arkis wirbelten Bilder vor Augen, die er zu vergessen versucht hatte. Er sah Gesichter vor sich, die er nie wieder zu sehen gehofft hatte. Sie würden kommen. Er musste etwas tun! Für das Wohl der Menschen … er musste seine Forschungen fortführen. Es dürfte hier einfach nicht enden!

„Es ist fast hier.“ Garuda klang mit einem Mal völlig ruhig. So, als hätte sie sich mit dem Ende bereits abgefunden. „Öffnet das Tor, rasch!“ Arkis war zu Boden gesunken, im Rücken fühlte er den eiskalten Stahl des Tores. Ihm war fast, als würde es sich hinter ihm zusammen ziehen, um ihn langsam zurückzuschieben. Zurück in den Tod. „Wir haben keine Kaninchen mehr“, flüsterte er. „Wie soll ich das Tor öffnen? Meine Macht reicht bei weitem nicht aus.“ Garuda wandte sich um. Sie hatte einen kurzen Dolch aus einem ihrer Stiefel gezogen. Strähnen ihres langen rötlichen Haares hatten sich aus dem Zopf gelöst und klebten nun an ihrem Gesicht. „Magister, ihr müsst das Tor öffnen! Ihr müsst entkommen. Ihr habt es gesehen! Soll der Tod meiner Männer umsonst gewesen sein? Soll mein Tod umsonst gewesen sein?“ Arkis fuhr zusammen. „Noch seid ihr nicht tot!“
Die Hauptfrau schüttelte den Kopf. „Noch nicht, aber wenn ihr das Tor nicht öffnet, dann so oder so.“ Da schoss es aus einem der Seitengänge und Arkis begann zu schreien. Denn er sah es. Er sah es! Und er sah auch die Gesichter der Männer, die ihn in den letzten Tagen begleitet hatten. Sie pressten sich im stummen Schrei von innen gegen die Außenhaut des kugelförmigen Dings, streckten ihre Hände nach draußen. Sie und noch Hunderte anderer Gesichter, alle vereint und alle verschmolzen. Und sie bewegten sich unnatürlich, von einem fremden Willen gesteuert.
„Magister!“ Gardua stürzte sich dem Ding entgegen, nur mit dem Dolch bewaffnet. Aussichtslos. Zu viele Arme packten sie, hoben sie in die Höhe, begannen mit ihr zu verschmelzen, begleitet von einem Übelkeit erregenden, schmatzenden Geräusch. Arkis schlug mit seiner Faust so lange auf das Tor ein, bis ihm Blut über die Finger rann. Da wurde ihm klar, was er zu tun hatte. Zu spät für die Hauptfrau.


Noch immer konnte er Garudas Gesicht sehen, wenn er die Augen schloss. Wie es langsam teigig wurde, sich in die Länge zog, wie die Augen aus den Höhlen traten. Wie sie zu einem Teil dieses Dings wurde. Ohne das er hätte etwas tun können. Er konnte sie wieder schreien hören. Ein Schreien, das kaum merklich die Tonlage änderte, höher wurde, zu einem Kreischen, das Arkis noch in seinen Träumen verfolgen würde. Wenn sie zu so etwas fähig waren, wenn sie so etwas tun konnten, wer sollte sie dann aufhalten? Sie würden wiederkommen, aber der Fürst dachte nur an seinen politischen Vorteil. Es mussten Opfer gebracht werden! Opfer für das Gemeinwohl!
Er tat das Richtige! Was bedeutete schon ein Menschenleben? Arkis ergriff einen der schweren Kerzenständer, die in der Nähe der Zimmertür auf einer kleinen Kommode standen und schwang ihn über dem Kopf. Der Baron musste etwas gehört haben, denn er wirbelte herum, seine Hand zuckte zum Schwert - nur damit der silberne Kerzenständer ihm das Gesicht zerschmettern konnte, ihm die
Arroganz aus den Augen wischen konnte. Fast genoss der Magister es, als er sah, wie der Blick des Barons brach. Mit einem leisen Gurgeln, das so gar nicht zu seinem pompösen Auftreten passen wollte, stürzte er zu Boden. Einige aufgewirbelte Pergamente folgten ihm und vollführten seinen Todestanz.
Opfer mussten erbracht werden.
Eine Weile stand Arkis nur da, die blutige Waffe noch in den Händen. Er hatte das richtige getan. Es hatte sein müssen. Seine Augen glitten über die verkrümmte Gestalt des Barons. Sogen jedes Detail auf, ohne es wirklich zu verarbeiten. Es hatte sein müssen, um sie alle zu retten. Irgendwann stellte er den Kerzenständer wieder ab. Das Mordinstrument wurde, wieder zum Möbelstück. Wenn die verräterischen Blutspritzer nicht gewesen wären. Arkis Atem ging immer noch schwer. Ein rasselndes Keuchen, das fremd in seinem Ohren dröhnte. Er musste seine Arbeit fortsetzen. Der Magister warf einen flüchtigen Blick auf das Pergament, das der Baron beschrieben hatte. Arkis hatte den Siegelring, er würde einen neuen Text verfassen. Einen der ihm weiter Gelder zusichern würde.
Nachdenklich trat Arkis nun an das Fenster. Die Sonne brannte ungerührt vom Himmel und stach ihm weiterhin unangenehm in die Augen.
Die Wachsoldaten konnte er nur als Schemen wahrnehmen, sie drückten sich in den spärlichen Schatten der Feldsteinmauern, die den Hof umschlossen. Vermutlich dösten sie. Eine seltsame Ruhe ergriff Besitz von ihm, als wäre er innerlich gefroren. Der Eispanzer legte sich über seine Empfindungen und säuberte Arkis Gedanken den Weg. Selten hatte er so klar gesehen, so scharf gedacht. Zögernd krümmte sich ein Mundwinkel des Magisters in die Höhe. Dann setzte er mit einem großen Schritt über den Baron hinweg und kramte etwas in seinen Unterlagen, bis er mit einem Fetzen Papier ans Fenster zurückkehrte. Es wurde Zeit sein Wissen praktisch anzuwenden. Er überflog seine Notizen und begann mit geschlossenen Augen eine Matrix zu weben. Griff nach den rohen Kräften, tief in seinem Innern. Formte sie in seinem Geist. Ein unbeschreibliches Gefühl. Ein Gefühl von Macht. Macht die er zu einem Muster formte. Doch dann stockte er. Er war zu schwach. Verwundert blickte er auf seine Handflächen hinab. Er hatte Mühe, sich auf dieses neue Problem zu konzentrieren. Irgendetwas war nicht mit ihm in Ordnung, irgendwie konnte er keine Struktur in seine wirbelnden Gedanken bringen. Vorsichtig machte er einen Schritt vom Fenster zurück. Was tat er hier eigentlich? Sein rechter Fuß schabte über den Boden und stieß gegen den leblosen Körper des Barons. Da fand ein weiteres Puzzelteil seinen Weg an die richtige Stelle. Er ging in die Knie und tauchte seine rechte Hand in die Blutlache, die sich um den Kopf des Barons gebildet hatte, öffnete die Pforten. Augenblicklich spürte er die Macht. Sie prickelte seinen Arm hinauf und stieß in die Leere in seinem Inneren, die sie begierig aufnahm. Ein angenehmer Schauer schüttelte ihn, während er am Rande wahr nahm, dass das Blut eines Adligen nicht mehr Kraft brachte, als das eines Gemeinen. Wie schade für den Baron. Dann erhob er sich wieder und murmelte wenige fremdartige Worte. Sie schienen sich in der Kammer aufzubauen, waberten wie unsichtbarerer Nebel um ihn herum, warteten auf Arkis endgültigen Befehl. Schweiß rann ihm von der Stirn über die zusammengekniffenen Augen.
Dann begannen die Soldaten zu schreien. Sie brüllten sich die Seele aus dem Leib, schrieen verzweifelt um Hilfe. Entsetzen, nackte Angst.
Bis er die Fensterladen schloss.
Sehr gut, es funktionierte also. Wieder stieg er über von Tarkul. Versuchte nicht in das Blut zu treten. Ein tragischer Umfall, aufständische Bauern, eine Räuberbande. Jedenfalls erst nach dem sie bei Magister Arkis gewesen waren. Ja, er war sicher, dass es gehen würde. Er würde unbehelligt weiterforschen können, würde die erste menschliche Schule der Magie begründen. Und er würde vorbereitet sein, wenn die Dunkelelben wieder kamen.

Opfer mussten eben erbracht werden.

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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Beitrag #2 |

RE: SW 2: Bauernopfer
Und Geschichte Nummer drei Icon_smile.

Zitat:Menschen waren nicht geschaffen, um hier unten zu leben.
Du hast weiter oben schonmal "hier". Vielleicht solltest du oben stattdessen schreiben: "... und doch reichte dieses unüberschaubare Tunnelgewirr ..." Icon_smile

Der Einstieg gefällt mir schonmal ziemlich gut Icon_wink Du bringst die bedrückende Atmosphäre in den "Tunneln" gut rüber! Natürlich frage ich mich jetzt, was sie da unten suchen ...

Zitat:Während die beiden Wachen pflichtbewusst lachten schwang der dunkelhaarige Anführer sich von seinem Pferd.
*g* der ist mir direkt unsympathisch.

Zitat:„Worauf wartet ihr?
Ihr, oder? Er spricht doch mit Arkis?

Zitat:Sein mit verschlungenen Gravuren besetzter Bronzeharnisch klirrte leise
Ich glaube, besetzt bedeutet, dass etwas außen dran ist ... Gravuren sind aber hineingraviert.

Zitat:Der Magister mochte um ein Jahrzehnt älter sein, als der Baron und doch stand er vor ihm, wie ein Schuljunge vor dem Dorfschulzen.
Warum das? Einfach nur weil er ein Adliger ist?

Zitat:Für einen Atemzug hatte er das Bedürfnis von Turkal zu erwürgen, hatte das Gefühl in allen Einzelheiten zuschauen zukönnen, wie Lippen des Barons langsam blau wurden, wie der Lebensfunken in seinen Augen erlosch.
Icon_shocked

Zitat:Sie flohen durch die Straßenschluchten zwischen den hochaufragenden Türmen,
Ich nehme an das sind Rückblenden? Ich finds immer ein bisschen kritisch, wenn man zwei Stories gleichzeitig verabreitet, aber bisher gelingt dir das!^^ Ich bin gespannt, wie sich das am Ende verknüpft.

Zitat:„Mir ist bereits die Manipulation von Materie möglich und jetzt auch das Herbeirufen von Materie!“
Es geht also um Magie! Der Streit zwischen Meir und Iqann, schwarze gegen weiße Magie.

Zitat:Wie er hoffte ebenso beiläufig, warf er einen Blick auf die Tür des hölzernen Verschlags, der eine Ecke des großen Kellerraums einnahm.
Arkis verbirgt etwas ... ob es etwas mit dem Blutgeruch zutun hat? Seine Antwort wirkt so einstudiert!

Zitat:mit einem lauten Krach flog etwas gegen die Tür des Verschlags, dann ertönte ein Wimmern.
ich wusste es!

Zitat:Das ist kein Mensch, Baron, er kam schon so auf die Welt.
Icon_shocked
Und wofür "hält" er sich den? Wie die Kaninchen?

Zitat:Menschliches Blut ist ungleich mächtiger!
Grade hat er noch gesagt, dass der Junge kein Mensch ist ... für mich hat sich Arkis gerade selbst widerlegt. Icon_wink

Zitat:„Ihr seid doch krank!“
Wollt ich auch grad sagen.

Zitat:Aber wie groß ist dann der Schritt zum Adligen? Wie groß ist dann der Schritt zu mir?“
Und ich dachte schon, der Baron zeigt Anwandlungen von Nächstenliebe ...

Zitat:Sie würden kommen!
Ah, jetzt dringen wir zum Kern des Problems vor *denkt an die Rückblenden*

Zitat:Hinter sich konnte er den Jungen immer noch kichern hören.
Das "noch" ist doppelt ... du könntest es durch "weiterhin" ersetzen.

Zitat:Sie pressten sich im stummen Schrei von innen gegen die Außenhaut des kugelförmigen Dings, streckten ihre Hände nach draußen.
Icon_shocked

Zitat:Wenn sie zu so etwas fähig waren, wenn sie so etwas tun konnten
Unterirdisch ... schwarze Magie ... Dunkelelben?

Zitat:Einige aufgewirbelte Pergamente folgten ihm und vollführten seinen Todestanz.
Schön.

Zitat:Die Sonne brannte ungerührt vom Himmel und stach ihm weiterhin unangenehm in die Augen.
Wie lange er wohl schon nicht mehr das Haus verlassen hat? Vielleicht nicht nur wegen seiner Forschungen, sondern auch, weil er Angst hat?

Zitat:Bis er die Fensterladen schloss.
Wow, wie ... kalt. Betäubt? Oder ist das der Preis, den man für seine Magie zahlen muss?

Zitat:Opfer mussten eben erbracht werden.

Was für eine Ende!^^ Böse ... Insgesamt hat mir deine Geschichte gut gefallen. Sie hat sich vielleicht etwas "sperrig" angefühlt, teilweise solltest du sie vielleicht noch etwas schlanker machen, aber vor allem die Gedanken und Gefühl von Magister Arkis hast du gut rübergebracht ... ob er wirklich der Gründer der Schule der schwarzen Magie wurde? Und nun stehen wir da, mit der Frage, ob man wirklich Opfer bringen darf, für das höhere Wohl? Ich glaube Arkis hat darüber schon längst den Verstand verloren ... mit dem Grundgesetz wäre es übrigens nicht vereinbar Icon_wink

Stillistisch hatte ich nur wenig auszusetzen, manchmal sind deine Sätze etwas zu lang. Außerdem hast du durchweg "Ihr" und "Euch" klein geschrieben, da musst du nochmal drüberschauen.

Gerne gelesen!^^

(Bewertung gibt es, wenn ich alle kommentiert habe)

Gruß vom Wanderer

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
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Beitrag #3 |

RE: SW 2: Bauernopfer
Eine weitere Wettbewebsgeschichte, ich bin gespannt.

Zitat:Laute Rufe auf dem Hof. Magister Arkis schreckte hoch und benötigte einige Augenblicke, um sich zurechtzufinden.

War der kursive Einstieg nur ein Traum? Es scheint mir so. Es könnte aber auch eine Rückblende sein. Warten wirs ab. Jedenfalls gefällt mir der Einstieg schon mal gut, die Tunnel hast du gruselig und beängstigend rübergebracht.

Zitat:scheinbar noch schwärzer als die Dunkelheit rings rum,

"rings rum" hört sich irgendwie zu Umgangssprachlich an. Vielleicht eher:" die Dunkelheit, die sie umgab"
Hier ist ja wieder so ein kursiver Einschub. Find ich bisher ganz gut gemacht, so kannst du praktisch zwei Geschichten gleichzeitig erzählen. Aber ich frage mich schon, wie die nun Zusammenhängen.

Zitat:Durch die Ritzen vernagelter Fenster, direkt unter der Decke, sickerte staubiges Licht.

Also eigentlich ist ja Licht nicht staubig. Du meinst bestimmt das die Lichtstrahlen den Staub anstrahlen. Aber deine Umschreibung gefällt mir trotzdem, deshalb soll das jetzt auch nur eine Anmerkung und keine Kritik sein. Icon_wink

Zitat:„Ihr schlachtet Kaninchen dafür?“ Angewidert schüttelte der Baron sich und begann seine Hände zu kneten, die in verzierten Reiterhandschuhen steckten. Er schien sich sichtlich unwohl zu fühlen. Arkis lächelte.

Ich könnte wetten, dass er keine Kaninchen schlachtet. Wenn man den Titel mit einbezieht, könnte man denken er nimmt sich das Blut der Bauern. Deshalb ist auch keiner da. :icon_gucker:

Zitat:Für das Wohl der Menschen … er musste seine Forschungen fortführen. Es dürfte hier einfach nicht enden!

Arkis scheint tatsächlich durgedreht zu sein, wie es der Baron schon vermutet hat. Mich würde allmählich aber schon interessieren, was er den da erforscht.

Zitat:Seine Augen glitten über die verkrümmte Gestalt des Barons.

Gibt es das Wort "verkrümmt" wirklich? Ich kenne "gekrümmt".

Aha, es also um die Dunkeleleben. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat er einen Zauber entwickelt mit dem er recht schnell Menschen umbringen kann, um sich vor den Dunkelelben zu schützen, oder wie? Ausserdem will er die erste Magierschule gründen. Soweit sind seine Ambitionen ja eigentlich positiv, aber bei all seinen Forschungen scheint er tatsächlich durchgedreht zu sein, opfert ungerührt Menschen, obwohl er die eigentlich schützen will.

Die kursiven Einschübe scheinen tatsächlich Rückblenden, Erinnerungen zu sein. Was dieses „Ding“ nun sein soll, was die ganzen Menschen umbebracht hat, ist für mich nicht deutlich geworden. Vielleicht ist es ein Zauber der Dunkelelben?

Insgesamt hab ich die Geschichte gern gelesen. Du hast Arkis Gedanken gut beschrieben, auch wenn manche Sätze ein bisschen lang waren, insgesamt war es gut und flüssig zu lesen.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #4 |

RE: SW 2: Bauernopfer
Hallo Unbekannter Nr.3

ich leg los

Zitat:irgendwo in Iqann.
klever Icon_smile

Zitat:Arkis fragte sich, wie lange es noch dauernd würde, bis er mit seinem gesamten Werk in Flammen den Tod fand.
gefällt mir


Zitat:hatte das Gefühl in allen Einzelheiten zuschauen zukönnen,
ischätze war ein versehen. zu können wären für mich 2 Wörter

Zitat:brachte Arkis zwischen zweit keuchenden Atemzügen hervor.
tippfehler


Zitat:ihm die
Arroganz aus den Augen wischen konnte. Fast genoss der Magister es, als er sah, wie der Blick des Barons brach. Mit einem leisen Gurgeln, das so gar nicht zu seinem pompösen Auftreten passen wollte, stürzte er zu Boden. Einige aufgewirbelte Pergamente folgten ihm und vollführten seinen Todestanz.
Opfer mussten erbracht werden.
da ist ein Absatz reingerutscht


Fertig!!!

Also ich bin begeistert. Kanns eigentlich nur so ausdrücken. Der Text ist durch und durch gelungen, spannend, überraschend usw. Mrgreen
Ich bin selten so überschwänglich im Lob und lasse es deshalb dabei bewenden.


Gruß an Nr. 3


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Beitrag #5 |

RE: SW 2: Bauernopfer
Mir hat diese Geschichte am besten gefallen. Sie war gut zu lesen und sehr atmosphärisch. Da wird es einfach plastisch wie die Schwarze Schule entstanden ist. Allerdings kamen mir die "Rückblicke" zu abgehackt. Ich hätte mir da auch mehr Info gewünscht, was genau er denn dort gesucht hat.

Alles in allem sehr gerne gelesen Icon_smile

Ich mag Bananen, na und? *ugh*

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Beitrag #6 |

RE: SW 2: Bauernopfer
Wow. Eine sehr runde Geschichte: Stilistisch konsequent (mir hat der Stil, auch mit den kurzen Sätzen, sehr gut gefallen), wundervolle Ausarbeitung der Charaktere, in der Handlung ein toller Spannungsaufbau.
Bei der zweiten Erinnerung habe ich mich kurz gewundert, dass sie ausgerechnet an dieser Stelle eingesetzt wurde, wo es in der Handlung eigentlich gar keine Zäsur gibt. Aber nicht so wichtig.
Es sind allerdings ab und an Tippfehler drin. Anschauen solltest du noch mal die Kommasetzung (wenn du magst kann ich die auch noch mal im Einzelnen rausklauben). Die höfliche Anrede „Ihr“ schreibt man meines Wissens nach immer groß.

Zitat:Ebenso wie das Wappen von Iqann.

Wie sieht es aus?

Zitat:Während die beiden Wachen pflichtbewusst lachten schwang der dunkelhaarige Anführer sich von seinem Pferd.

Wer ist der Anführer? Der mit dem Bronzeharnisch? Stell ich mir einen Harnisch falsch vor oder hat der Anführer so lange Haare dass man die Farbe sieht? ^^

Der Baron wird toll „nebenbei“ beschrieben - man bekommt sofort einen Eindruck von seinem Charakter und Aussehen, ohne dass man sich durch einen Absatz reiner Beschreibung lesen müsste.

Zitat:Der Baron beugte sich vor und fing Arkis herumirrenden Blick.

„fing seinen Blick“ oder „fing seinen Blick ein“? Letzteres klingt irgendwie gerade besser, aber ich bin mir selbst unsicher.

Zitat:Warum nur, musste er von solchen bonierten Gestalten abhängen?

Warum nur war er auf solch bonierte Gestalten angewiesen?

Die kurze Fantasie davon, den Baron zu erwürgen, ist nicht nur toll beschrieben - sie und überhaupt die Beziehung der beiden Charas baut bereits wundervoll auf, was später folgt. Toll gemacht.

Die Laboratorium-Szene ist super, sowohl von der Beschreibung her als auch wie sich Arkis verhält und wie er denkt.
Nachdem der Baron aus dem Laboratorium die Treppe hoch geht, hatte ich nur kurz das Gefühl, Arkis sollte sich kurz um den Jungen kümmern, ihn wieder einsperren o.ä...

Fazit: Sämtliche Daumen hoch! =)
LG,


Ichigo


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Beitrag #7 |

RE: SW 2: Bauernopfer
Hallo,

.. und zur nächsten Geschichte.

Menschen waren nicht geschaffen, um hier unten zu leben. Aber vielleicht, um zu sterben?
=> Schön Icon_smile
- im Absatz davor hört es sich an, als würde sich Hauptfrau doppeln, auch wenn es das nicht wirklich tut, da viel Text dazwischen ist. Solltest du dir mal ansehen. Ist mir nur aufgefallen. Keine Ahnung, ob sich da was machen lässt, oder obs nur meine übertriebene Empfindung war.
- Bis jetzt alles super flüssig zu lesen.

„Ah, Magister Arkis! Ich hatte schon befürchtet, ihr wäret euren Forschungen zum Opfer gefallen. Man kann ja nie wissen.“ Während die beiden Wachen pflichtbewusst lachten schwang der dunkelhaarige Anführer sich von seinem Pferd.
=> *grins* Das klingt ja fast enttäuscht. Mrgreen

Das hätte niemals passieren dürfen! Nervosität begann ihm die Kehle zu zuschnüren. Beruhig dich, Arkis, beruhig dich!
=> Gedanken vielleicht kursiv?

Für einen Atemzug hatte er das Bedürfnis von Turkal zu erwürgen, hatte das Gefühl in allen Einzelheiten zuschauen zukönnen, wie Lippen des Barons langsam blau wurden, wie der Lebensfunken in seinen Augen erlosch.
=> *händereib* Uiii, dass gefällt.

Sie flohen durch die Straßenschluchten zwischen den hochaufragenden Türmen, die fast bis zur Decke der riesigen Kaverne reichten.
=> Kaverne?

„Bei den Göttern, was ist das?
=> da fehlt ein Anführungszeichen.

„Wie viele sind wir noch?“, brachte Arkis zwischen zweit keuchenden Atemzügen hervor.
=> ... zwischen "zwei"

Im Lauf strich sie sich eine feuchte Haarsträhne aus dem Gesicht. Feucht von Blut.
=> toll!

Er würde der erste sein?
=> ... der Erste ...

Mit einem leisen Gurgeln, das so gar nicht zu seinem pompösen Auftreten passen wollte, stürzte er zu Boden.
=> auch genial. Mrgreen

Darf ich es kurz machen, ja? - Ich liebe die Geschichte. Mrgreen Neee, nein. Kein Scherz. *lach* Es stimmt alles. Von vorne nach hinten und umgekehrt. Du hast alles schön verschlungen, sehr sehr stark umgesetzt was Stil, Sprache und Glaubwürdigkeit angeht und ein wirklich tolles Athalem-Werk verfasst. Mehr gibt es für mich nicht zu sagen. Ich finde jedes Details, jeden Makel, jedes Staubkörnchen, jedes ... - einfach wirklich gelungen.

Und, weil es mir wirklich am Herzen liegt, möchte ich auf Weltenwanderers Kommentar eingehen, da ich ihn in einem gewissen Punkt nicht nachvollziehen kann:
Sie hat sich vielleicht etwas "sperrig" angefühlt, teilweise solltest du sie vielleicht noch etwas schlanker machen, ...
=> Einspruch! Lass dir bloß nichts erzählen. Es passt schon so, wie es ist. Icon_wink

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #8 |

RE: SW 2: Bauernopfer
Hallo du ^^,


auch deine Wettbewerbsgeschichte schaffe ich mir noch vorzuknöpfen – die anderen werde ich wohl erst bewerten und nach Ablauf der Frist kommentieren können. Meine Zeiteinteilung und so Icon_wink
Wieder erst die Anmerkungen, nicht abschrecken lassen von der Anzahl:

=> Es halte von den Wänden der Tunnel zurück
hallte

=> vielleicht nur hervorgerufen, durch die Sturmlaternen
Komma weg

=> Ohne sie, würden sie den Weg nicht mehr zurück finden.
Komma weg

=> Menschen waren nicht geschaffen, um hier unten zu leben. Aber vielleicht, um zu sterben?
Gute Idee Icon_smile

=> das Chaos aus losen Pergamenten und in Leder eingebundener Folianten
eingebundenen

=> Die bräunliche Kerze war inmitten der Unterlagen zu einem Stummel herunter gebrannt
„heruntergebrannt“ zusammen

=> rkis fragte sich, wie lange es noch dauernd würde
„dauern“ ohne zweites d

=> Ich hatte schon befürchtet, ihr wäret euren Forschungen zum Opfer gefallen.
„Ihr“ und „Euren“ groß, da Höflichkeitsform

=> Während die beiden Wachen pflichtbewusst lachten schwang der dunkelhaarige Anführer sich von seinem Pferd.
Komma nach „lachten“

=> „Worauf wartet ihr? [...]“ Ohne eine Antwort abzuwarten ...
*schmunzel* Meine Spezialität im Haare spalten – Wortwiederholung Mrgreen Und „Ihr“ wieder groß.

=> Gleichzeitig versuchte er seine von Tinte geschwärzten Finger an seiner faltigen Robe zu säubern.
Komma nach „er“

=> Sein mit verschlungenen Gravuren besetzter Bronzeharnisch klirrte leise
Er kann mit Ziselierungen besetzt sein, Gravuren sind aber hineingraviert, wie der Name schon sagt – vielleicht „mit verschlungenen Gravuren verzierter Bronzeharnisch“?

=> als er sich auf dem Stuhl niederließ und die Beine übereinander schlug
„übereinanderschlug“ zusammen

=> Er befürchtete, das ihm sein Haar wirr vom Kopf abstand, aber dagegen ließ sich jetzt überhaupt nichts tun.
„dass“ mit zwei s – und „überhaupt“ ist ein Füllwort, würde ich weglassen. Dem Satz schadet das nicht ^^

=> „Nein ganz und gar nicht! Ich war nur sehr vertieft in meine Forschungen, ihr versteht?“
Komma nach „Nein“, „Ihr“ wieder groß

=> Nervosität begann ihm die Kehle zu zuschnüren.
„zuzuschnüren“ zusammen

=> Beruhig dich, Arkis, beruhig dich!
Das würde ich entweder irgendwie abgrenzen (kursiv o.ä.) oder ganz weglassen, stattdessen indirekt einbringen (etwa „In Gedanken redete er beruhigend auf sich ein“).

=> Aber das tut jetzt nichts zu Sache.
zur

=> Der Baron beugte sich vor und fing Arkis herumirrenden Blick.
*gg* Ich stelle mir das grad bildlich vor ... Womit denn, mit dem seinen? Das würde ich erwähnen. Und nach „Arkis“ ein Apostroph, da kein s angehängt werden kann, wie es der Genetiv verlangen würde.

=> Der Magister mochte um ein Jahrzehnt älter sein, als der Baron und doch stand er vor ihm, wie ein Schuljunge vor dem Dorfschulzen.
Beide Kommata weg

=> Wie weit seit ihr den voran geschritten, mit eurer Forschung, in die ihr ja so vertieft seid?
„seid“ , „denn2“mit zwei n, erstes Komma weg – und die Anrede mit „Ihr“ und „Eurer“ wieder groß

=> Er ist es leid sein Gold in ein bodenloses Fass zu stopfen. Man sagt Meir hätte bereits Durchbrüche erzielt.
Je ein Komma nach „leid“ und „sagt“

=> Vermutlich hatte der Baron genauso vor seinem Fürst gestanden, wie jetzt Arkis vor ihm
Komma weg

=> aber der Magister zog nur wenig Trost aus dieser Vorstellung. [...] Aber dabei ging es weniger um Meir.
Vielleicht einmal durch „doch“ ersetzen?

=> „Sagt, wart ihr schon bei Tymian? Er -“
„Ihr“ groß, und ein Gedanken- statt dem Bindestrich (der ist ein bisschen länger, so einer –)

=> Habt ihr mich nicht verstanden?
„ihr“ groß

=> Warum nur, musste er von solchen bonierten Gestalten abhängen?
Komma weg, „bornierten“ mit zweitem r und „... abhängig sein“

=> Weder der Baron, noch der Fürst verstanden die gesamte Tragweite
Komma weg

=> Für einen Atemzug hatte er das Bedürfnis von Turkal zu erwürgen, hatte das Gefühl in allen Einzelheiten zuschauen zukönnen
Je ein Komma nach „Bedürfnis“ und „Gefühl“, außerdem „zu können“ auseinander

=> Weniger Türme und mehr Felsnadeln aus einem obsidanartigen Gestein
„Weniger Türme, sondern vielmehr Felsnadeln ...“ – und noch ein i in „obsidianartig“

=> scheinbar noch schwärzer als die Dunkelheit rings rum
ringsum

=> „Bei den Göttern, was ist das?
Davor wäre ich für einen Absatz und danach fehlt ein Anführungszeichen oben

=> „Wie viele sind wir noch?“, brachte Arkis zwischen zweit keuchenden Atemzügen hervor.
„zwei“ ohne t

=> Das einzige was er wollte, war hier herauszukommen.
Komma nach „einzige“ und „war“

=> Einfach nur hier raus kommen.
Würde es gleich als ganze Formulierung wiederholen, das hat etwas von einer Beschwörung: „Einfach nur hier herauszukommen.“

=> Im Lauf strich sie sich eine feuchte Haarsträhne aus dem Gesicht. Feucht von Blut. Blut das ihr auch die gesamte linke Gesichtshälfte hinabrann.
Ich würde die beiden letzten Sätze zusammenlegen, sonst wirkt es mit den Wiederholungen ein bisschen zu viel des Guten – und Komma nach „Blut“

=> Endlich befand er sich auf sicherem Terrain und gewann langsam wieder an Sicherheit.
Wortwiederholung

=> Er stand kurz vor dem entgültigen Erfolg.
endgültigen

=> Sein Name würde in die Annahlen eingehen.
Annalen (kein stummes h hier ^^)

=> „Wollt ihr eine Kostprobe? Ich werde euch meine neuste Errungenschaft zeigen, wenn ihr wollt.“
Die höfliche Anrede wieder groß

=> eine verstärkte Eichentür, die von einem schwerem Vorhängeschloss gesichert wurde
schweren

=> Mit fliegender Robe eilte Arkis die steinerne Treppen hinab, die in den Keller des Gutshauses führte.
Entweder „die steinernen Treppen, die in den Keller [...] führten“ oder „die steinerne Treppe“ in Einzahl

=> „Blut ist ein wichtiger Bestandteil! Es ist wie eine Linse, bündelt, aber es verstärkt auch. Und es liefert Kraft. Ihr würdet nicht für möglich halten, wie viel Kraft!“
Das ist schräg – ich habe schon über „Blutmagie“ als Unterform der schwarzen Magie nachgedacht ... ^^

=> Wie er hoffte ebenso beiläufig, warf er einen Blick auf die Tür des hölzernen Verschlags
Das holpert irgendwie. Vielleicht umformulieren? „Er hoffte, dass es ebenso beiläufig wirkte, als er einen Blick auf die Tür des hölzernen Verschlags warf ...“ oder etwas in der Art.

=> Angewidert schüttelte der Baron sich und begann seine Hände zu kneten
Komma nach „begann“

=> Seine Beklemmung schwand entgültig
endgültig

=> Er lebte nur in seiner kleinen Welt, war kaum in der Lage über den Tellerrand hinaus zu schauen.
Komma nach „Lage“ und „hinauszuschauen“ zusammen

=> Er dagegen war, ein Lernender
Komma weg

=> Sagt, wo ist eigentlich euer Gesinde?
„Euer“ groß

=> Oder, dass sie nicht aus Dummheit etwas zerstören?
Komma weg

=> Fast als bestände er nicht aus Eisen, sondern aus Fleisch und Blut.
Komma nach „fast“ – und „bestünde“

=> Beruhig dich Arkis!
Siehe die Anmerkung oben – und Komma nach „dich“

=> Hätte er nur nicht verschlafen … dann hätte er ihn füttern können. Es wäre nichts passiert. Er hätte vermutlich geschlafen.
Wortwiederholung – und hier ergeben sich kurzfristig Bezugsprobleme durch die ganzen „er“, die sich sowohl auf den Gefangenen als auch auf Arkis beziehen.

=> Von Tarkul riss die Tür auf, bereit zurückzuweichen
Komma nach „bereit“

=> Überraschung die schnell in Zorn umschlug.
Komma nach „Überraschung“

=> Zu seinen Füßen kroch ein Junge mit blondem, verfilzten Haar aus dem Verschlag.
verfilztem

=> Speichel lief ihm übers Kinn und glänzte Feucht im Dämmerlicht.
„feucht“ klein

=> Der Baron fuhr herum, sein Kehlkopf tanzte auf und ab..
Ein Punkt zuviel ^^

=> Und was habt ihr mit ihm vor? Das selbe wie mit dem Kaninchen, ja?
„Ihr“ groß und „dasselbe“ zusammen

=> Der Magister hob seinen linken Arm und der Ärmel seines Gewandes rutschte herab, entblößte den bleichen Unterarm.
Hm, das sind ein bisschen gar viele Wiederholungen, vielleicht kannst du den Abschnitt umformulieren?

=> Einen Unterarm übersäht von schlecht verheilten Schnitten
übersät (ohne stummes h)

=> Aber es ist notwendig, versteht ihr?
„Ihr“ wieder groß

=> Er ist kein Mensch!
*g* Ihm ist schon klar, dass er da seine eigene Argumentation entkräftet hat? Er hat selbst gesagt, er brauche „menschliches Blut“ ... das kriegt man nun mal nur von Menschen Icon_wink

=> Und ein Lebeigener!
Leibeigener

=> Was soll das bedeuten, ihr braucht das Blut?
„Ihr“ groß

=> „Ist mein reines Blut nicht noch viel wertvoller, noch viel mächtiger als das eines Gemeinen?“
Na, jetzt werden wir aber überheblich :P

=> Die Abgeschiedenheit muss euch wahnsinnig gemacht haben.
„Euch“ wieder groß

=> Mit leerem Blick, den widerhackenbesetzten Pfeil noch in der Hand.
„widerhakenbesetzten“ – das Wort kommt vom Haken, nicht von der Hacke

=> Mit leerem Blick [...] In ihm pulsierte eine dunkle Leere
Wortwiederholung

=> Wie in Trance stieg er nun die Treppe hinauf, mit einer Hand an der kühlen Wand aufgestützt
„abgestützt“ – aufstützen kann man sich nur auf waagrechte, nicht auf vertikale Flächen

=> Es dürfte hier einfach nicht enden!
durfte

=> „Magister, ihr müsst das Tor öffnen!“ [...] „Noch seid ihr nicht tot!“ [...] „Noch nicht, aber wenn ihr das Tor nicht öffnet, dann so oder so.“
„Ihr“ groß

=> Zu viele Arme packten sie, hoben sie in die Höhe, begannen mit ihr zu verschmelzen
Komma nach „begannen“

=> Ohne das er hätte etwas tun können.
Ohne dass er etwas hätte tun können.

=> nur damit der silberne Kerzenständer ihm das Gesicht zerschmettern konnte, ihm die
Arroganz aus den Augen wischen konnte.

Zeilenumbruch weg – und das erste „konnte“ würde ich streichen

=> Das Mordinstrument wurde, wieder zum Möbelstück.
Komma weg – und guter Satz Icon_smile

=> Ein rasselndes Keuchen, das fremd in seinem Ohren dröhnte.
seinen

=> Einen der ihm weiter Gelder zusichern würde.
Komma nach „einen“

=> Der Eispanzer legte sich über seine Empfindungen und säuberte Arkis Gedanken den Weg.
Arkis

=> Es wurde Zeit sein Wissen praktisch anzuwenden. Er überflog seine Notizen und begann mit geschlossenen Augen eine Matrix zu weben.
Je ein Komma nach „Zeit“ und „begann“ (eine Matrix! Mrgreen )

=> Griff nach den rohen Kräften, tief in seinem Innern.
Komma weg

=> Macht die er zu einem Muster formte.
Komma nach „Macht“

=> Da fand ein weiteres Puzzelteil seinen Weg an die richtige Stelle.
Puzzleteil

=> während er am Rande wahr nahm, dass das Blut eines Adligen nicht mehr Kraft brachte, als das eines Gemeinen
„wahrnahm“ zusammen und das zweite Komma weg (tja, das mit der Blutsache hätte ich ihm auch sagen können :P)

=> Wie schade für den Baron.
*G*

=> warteten auf Arkis endgültigen Befehl
Arkis

=> Bis er die Fensterladen schloss.
Fensterläden

=> Versuchte nicht in das Blut zu treten.
Komma nach „versuchte“

=> Jedenfalls erst nach dem sie bei Magister Arkis gewesen waren.
„nachdem“ zusammen

Worauf deine Geschichte in Sachen Opfer hinauslaufen würde, war ziemlich schnell klar, aber kann natürlich gut sein, dass du das nicht groß verheimlichen wolltest. Ein Magier, der für seine Experimente Energie aus Blut gewinnt ... Vielleicht sogar der Begründer der schwarzen Magie? Zumindest der menschlichen, die Dunkelelben scheinen da ja schon einen Vorsprung gehabt zu haben. Sie als Begründung für Arkis‘ Handeln zu nehmen finde ich übrigens eine wirklich gute Idee; seine Angst und seine Erlebnisse treiben ihn dazu, schlussendlich genauso zu werden wie sie ... Das wird in der Szene mit dem Tod der Soldaten besonders deutlich. Mich würde es nicht wundern, wenn er dasselbe Geschöpf beschworen hätte wie das, dem seine Kameraden und Garuda zum Opfer gefallen sind ...

Stilistisch finde ich „Bauernopfer“ nicht so gelungen wie anderes von dir, nicht wegen der Fehler, sondern mir fehlt auch ein bisschen die Atmosphäre, die du sonst so gut vermitteln kannst, wobei das meiner Meinung nach gegen Ende besser wird. Die Idee an sich gefällt mir, im Speziellen der Teil mit den Dunkelelben und dem Einfluss der Geschehnisse auf Arkis und sein Handeln – es scheint beinahe, als hätte der Gebrauch ihrer Magie auch ihre Wesenszüge auf den Magister übertragen, wenn du von dieser Leere und dem Eispanzer schreibst. Als würde er langsam von innen ausgehöhlt und sich selbst entfremdet werden. „Der Zweck heiligt die Mittel“ ist eben nur bedingt richtig und die Folgen (auch auf einen selbst) schwer abschätzbar.

Eine gute Wettbewerbsgeschichte, die zwar noch ein bisschen Überarbeitung braucht, aber vor allem von der Handlung und den Hintergründen her zu überzeugen vermag. Icon_smile


Mira

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

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Beitrag #9 |

RE: SW 2: Bauernopfer
Argh,
ich dachte, ich haette diese Geschichte bereits kommentiert, und nun habe ich die Datei von meinem Stick geloescht. *Haare rauf und Kopf gegen Tisch ramm*

Sch..., sch...!

Mal sehen, ob ich das irgendwann nochmal schaff zu kommentieren.

eine verzweifelte
Addi

PS: (Ich habe aber ein sehr gut gegeben.)

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #10 |

RE: SW 2: Bauernopfer (Der Weltenwanderer)
So, dann mach ich mal an die ersten Kommentare, Ihr musste schließlich schon lange genug warten. Anmerkungen über nehme ich dann in meiner Datei und schick am Ende alles an Sternchen. Icon_wink

@Wanderer
Fühle mich gerade ein bisschen schitzophren. Icon_lol

@Lady

Hab mich riesig über dein Kommi gefreut! Icon_smile

Zitat:War der kursive Einstieg nur ein Traum? Es scheint mir so. Es könnte aber auch eine Rückblende sein. Warten wirs ab. Jedenfalls gefällt mir der Einstieg schon mal gut, die Tunnel hast du gruselig und beängstigend rübergebracht.
Yeah! Mrgreen

Zitat:"rings rum" hört sich irgendwie zu Umgangssprachlich an. Vielleicht eher:" die Dunkelheit, die sie umgab"
Ich wollte einen weiteren Nebensatz vermeiden, es sind schon so viele dadrin. Icon_wink Aber eigentlich hast du recht. Vielleicht kann ich da irgendwie zwei Sätze draus machen?

Zitat:Also eigentlich ist ja Licht nicht staubig. Du meinst bestimmt das die Lichtstrahlen den Staub anstrahlen. Aber deine Umschreibung gefällt mir trotzdem, deshalb soll das jetzt auch nur eine Anmerkung und keine Kritik sein.
Sollte eine Metapher sein! Icon_lol Schön das es dir gefällt.

Zitat:Ich könnte wetten, dass er keine Kaninchen schlachtet. Wenn man den Titel mit einbezieht, könnte man denken er nimmt sich das Blut der Bauern. Deshalb ist auch keiner da.
Wer weiß ... immerhin ist er ziemlich verrückt! Ich hatte eigentlich gedacht, dass er die Bediensteten weg geschickt hat, damit sie nicht bemerken was er so treibt. Aber so könnte es natürlich auch gewesen sein.^^

Zitat:Gibt es das Wort "verkrümmt" wirklich? Ich kenne "gekrümmt".
Ich glaube es gibt dieses Wort ... jedenfalls verwende ich es schon ziemlich lange ... (was natürlich kein Beweis ist^^)

Zitat:Aha, es also um die Dunkeleleben. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat er einen Zauber entwickelt mit dem er recht schnell Menschen umbringen kann, um sich vor den Dunkelelben zu schützen, oder wie? Ausserdem will er die erste Magierschule gründen. Soweit sind seine Ambitionen ja eigentlich positiv, aber bei all seinen Forschungen scheint er tatsächlich durchgedreht zu sein, opfert ungerührt Menschen, obwohl er die eigentlich schützen will.
Ganz genau.^^

Zitat:Die kursiven Einschübe scheinen tatsächlich Rückblenden, Erinnerungen zu sein. Was dieses „Ding“ nun sein soll, was die ganzen Menschen umbebracht hat, ist für mich nicht deutlich geworden. Vielleicht ist es ein Zauber der Dunkelelben?
Ich hab die Herkunft des Dings bewusst offen gelassen, damit sich jeder was eigenes drunter vorstellen kann. Man soll ja die Angst von Arkis irgendwie nachvollziehen können, ich finde aber, dass genaue Hintergründe jeglichen Gruselfaktor verhindern. Icon_wink Jedenfalls hat es wohl was mit den Dunkelelben zu tun.

Zitat:Insgesamt hab ich die Geschichte gern gelesen. Du hast Arkis Gedanken gut beschrieben, auch wenn manche Sätze ein bisschen lang waren, insgesamt war es gut und flüssig zu lesen.
Vielen Dank!^^ Schön das dir die Geschichte gefallen hat. Mrgreen

Ganz liebe Grüße von deinem Wanderer

@Jeronimus

Freut mich, dich hier zu finden.^^

Zitat: Zitat:irgendwo in Iqann.

klever Icon_smile
Nicht wahr? Mrgreen

Deine Anmerkungen hab ich einfach alle übernommen.

Zitat:Also ich bin begeistert. Kanns eigentlich nur so ausdrücken. Der Text ist durch und durch gelungen, spannend, überraschend usw. Mrgreen
Ich bin selten so überschwänglich im Lob und lasse es deshalb dabei bewenden.
Wow! Freut mich, dass es dir so gut gefallen hat! Vielen Dank für deinem Kommentar. Icon_smile

Gruß vom Wanderer

@Nuriel

Zitat:Mir hat diese Geschichte am besten gefallen. Sie war gut zu lesen und sehr atmosphärisch. Da wird es einfach plastisch wie die Schwarze Schule entstanden ist. Allerdings kamen mir die "Rückblicke" zu abgehackt. Ich hätte mir da auch mehr Info gewünscht, was genau er denn dort gesucht hat.
Das Lob geht natürlich runter wie Öl. Icon_wink Bei den Rückblicken war ich mir sehr unsicher, wie ich die gut einsetze ... aber ich wollte vor allem auch nicht zu viel verraten ... außerdem war ich auch von der Zeichenzahl her beschränkt.

Hab mich sehr über deinen Kommentar gefreut!

Viele Grüße vom Weltenwanderer

@ichigo

Schön, dich hier zu finden!^^

Zitat:Wow. Eine sehr runde Geschichte: Stilistisch konsequent (mir hat der Stil, auch mit den kurzen Sätzen, sehr gut gefallen), wundervolle Ausarbeitung der Charaktere, in der Handlung ein toller Spannungsaufbau.
Smiley_emoticons_blush Dankeschön!^^

Zitat:Wie sieht es aus?
*räusper* ich hab ... keine Ahnung. Icon_wink Ich hab diese Klippe lieber umschifft. Icon_lol

Zitat:Wer ist der Anführer? Der mit dem Bronzeharnisch? Stell ich mir einen Harnisch falsch vor oder hat der Anführer so lange Haare dass man die Farbe sieht? ^^
Ein Harnisch ist meines Wissens nur der Körperteil einer Rüstung ... der Baron trägt keinen Helm, sonst würde man ja die Haare nicht sehen. Icon_wink

Zitat:Der Baron wird toll „nebenbei“ beschrieben - man bekommt sofort einen Eindruck von seinem Charakter und Aussehen, ohne dass man sich durch einen Absatz reiner Beschreibung lesen müsste.
Mrgreen

Zitat:„fing seinen Blick“ oder „fing seinen Blick ein“? Letzteres klingt irgendwie gerade besser, aber ich bin mir selbst unsicher.
Für mich klingt das "ein" unschön, deshalb hab ich es weg gelassen. (Aber das kennen wir ja schon mit dem unterschiedlichen Sprachgefühl Icon_wink)

Zitat:Die kurze Fantasie davon, den Baron zu erwürgen, ist nicht nur toll beschrieben - sie und überhaupt die Beziehung der beiden Charas baut bereits wundervoll auf, was später folgt. Toll gemacht.
Wow ... danke!^^

Zitat:Die Laboratorium-Szene ist super, sowohl von der Beschreibung her als auch wie sich Arkis verhält und wie er denkt.
Nachdem der Baron aus dem Laboratorium die Treppe hoch geht, hatte ich nur kurz das Gefühl, Arkis sollte sich kurz um den Jungen kümmern, ihn wieder einsperren o.ä...
Ja der Junge ... aber ich hatte das Gefühl, dass Arkis in dem Moment keinen Gedanken mehr an ihn verschwendet. Icon_wink

Zitat:Fazit: Sämtliche Daumen hoch! =)
Freut mich riesig, dass dir die Geschichte so gut gefällt!^^

Liebe Grüße vom Wanderer

Das war's erstmal für heute, die noch fehlenden drei folgen in den nächsten Tagen. Hab euch nicht vergessen. Icon_smile

Noch einmal vielen Dank für die Kommentare und die Mühe, die ihr euch gemacht habt!

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

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