Es ist: 11-07-2020, 19:15
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SW 2: Grenzsteine (Adsartha)
Beitrag #1 |

SW 2: Grenzsteine (Adsartha)
350. Jahr der ersten Epoche

Blass hing der Nebel über dem Waldboden, umfloss wie etwas Lebendiges Wurzeln und Unterwuchs, so dass es schien, als wäre die gesamte Umgebung in dampfendes Silber getaucht. Trotz der darin ruhenden Faszination verursachte der Anblick Melchiah eine Gänsehaut, und er begann unbehaglich von einem Fuß auf den anderen zu tänzeln, wobei er seine Augen unruhig hin- und herwandern ließ.
Hatte sich da nicht gerade etwas bewegt? Und warum war es mit einem Mal so still?
„Meister Turêl“, rief er leise über seine Schulter, und als er keine Antwort erhielt, noch einmal drängender: „Meister Turêl!“
Nichts rührte sich, so dass ihm schließlich nichts anderes übrig blieb, als selber in das dichte Strauchwerk zu klettern, in dem sein Meister vor einer gefühlten Ewigkeit verschwunden war, um die dahinter befindliche Vegetation zu 'examinieren'.
Fluchend stolperte er voran, zerkratzte sich ein ums andere Mal die schützend vor das Gesicht gehobenen Arme. Dann endlich sah er den roten Mantel Turêls zwischen den Zweigen zu seiner Linken auf blitzen. Erleichtert atmete er auf.
„Melchiah“, begrüßte ihn kurz darauf sein Meister mit einem missbilligen Stirnrunzeln, als er ungelenk aus dem Gebüsch brach. In der knochigen Hand ruhte eine seltsam anmutende Blume, die einer Haarbürste glich, aber in einem unwirklichen roten Lichte schwach vor sich hinglomm.
Einen Moment blieben Melchiahs Augen an dem Leuchten hängen, ehe er sich des Grundes für sein Verhalten bewusst wurde und den Blick hob. „Meister Turêl“, begann er, noch immer leicht außer Atem, „Es wird langsam dunkel. Sollten wir uns nicht besser auf den Rückweg machen? Ich meine, wer weiß, was des Nachtens hier durch die Wälder streift ...“ Erneut ließ er seine Augen unruhig umher huschen.
„Ach, Melchiah.“ Meister Turêl seufzte mit einem nachsichtigen Lächeln auf den faltigen Lippen, ließ aber zu seiner Erleichterung die Pflanze in einem der voluminösen Schulterbeutel verschwinden. Ihr folgten die neuartigen Vergrößerungsgläser, die Turêl von einem Wanderer aus dem Norden auf dem Markt von Endrome erstanden hatte, einige Notizbücher, deren vormals leere Seiten sich in den letzten Tagen mit den Zeichnungen der merkwürdigsten Pflanzen und Tiere gefüllt hatten und eine diverse Anzahl von Wissenssammlungen anderer Naturgelehrter.
„Die Landvermesser sind auch schon seit einer ganzen Weile verschwunden“, versuchte sich Melchiah zu rechtfertigen, doch sein Meister beachtete ihn nicht weiter, drückte ihm nur den Beutel mit den Büchern in die Hände, und schlüpfte durch die Hecke in genau die Richtung aus der er selbst gerade gekommen war.
Melchiah beeilte sich dem roten Mantel zu folgen – zu unbehaglich wurde ihm dieser große, stille Wald von Augenblick zu Augenblick. Und dazu dann noch dieser beängstigende Nebel ...
Vielleicht hatte seine Mutter ja Recht gehabt mit all ihren Bedenken? Zu wild und unerforscht war die Halbinsel westlich des neu gegründeten Staates Kohn’kan - doch gerade das hatte ihn gereizt. So viele unentdeckte Arten, die nur darauf warteten von ihm und seinem Meister gefunden, beschrieben und benannt zu werden, um sie anschließend der wissenschaftlichen Welt vorzustellen.
Vor lauter Aufregung hatte er nicht weiter nachgedacht, als Turêl ihn gefragt hatte, sondern nur das Abenteurer und den Ruhm gesehen. Und nun stolperte er im Nirgendwo durch das dichteste Dickicht, die schweren Bücher seines Meisters über der Schulter, während um ihn herum die silberweißen Schwaden immer höher und höher wogten. Mittlerweile konnte er kaum noch seines Meisters Mantel sehen, obwohl dieser nur wenige Meter voraus lief. Wenn das so weiter ging, dann würden sie ernste Schwierigkeiten bekommen, aus diesem unheimlichen Wald raus zu finden.
Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend stolperte Melchiah durch den Wald – das Rot des Mantel seines Meisters wie ein wanderndes Leuchtfeuer ständig vor Augen.
Nach einer Weile, Melchiah konnte unter dem dichten Blätterdach nicht ausmachen, wie viel Zeit inzwischen vergangen war, vermeinte er etwas Neues in dem wabernden Silber zu erkennen: ein seltsames Glimmen. Blau und beständig stärker werdend.
„Meister ...“, hauchte er vorsichtig, doch Turêl hatte bereits innegehalten. Als Melchiah näher trat, sah er statt Unbehagen allerdings nur den altbekannten Wissenshunger auf den alten Zügen. Schon setzte sich sein Meister erneut in Bewegung – folgte dem blauen Leuchten immer weiter, hinein in den Nebel, der sich vor ihnen noch weiter zu verdichten schien.
Und menschenähnliche Formen entwickelte?
Melchiah schüttelte über sich selbst den Kopf. Was für wirre Dinge ihm seine Vorstellungskraft schon wieder eingab. Der Nebel hatte nichts Unheimliches, sondern war nur eine ungewöhnliche, aber für diese Region wohl typische, Wettererscheinung. Und das Gefühl, beobachtet zu werden, war ebenso ein Produkt seiner Angst wie der schnelle Schlag seines Herzens. Sie waren so sicher allein in diesem Wald wie ein kluger Gedanke in dem Kopf eines Orks.
Wie zur Bestätigung nickte Melchiah, nur um den Bruchteil eines Moments später ungläubig die Augen aufzureißen, als sich direkt vor Meister Turêl der dichte Nebel auftat und die Gestalt einer Frau ausspuckte, die alles übertraf, was ihm je in seinen schönsten Träumen begegnet war.
Blaugraues Licht umfloß ihre Gestalt, umschmiegte die mit Stoff so spärlich verhüllten Kurven, deren Anblick seinen Mund trocken werden ließ.
Melchiah schluckte hart, konnte seine Augen nicht von der unwirklichen Erscheinung abwenden. War das wirklich real oder nur ein weiterer Streich seiner Phantasie?
Aber wenn dem so war, dann war wohl auch sein Meister von dieser Eingebung betroffen, denn dieser starrte, wie er am Rande bemerkte, ebenfalls mit offenem Mund auf die Fremde, die ihn um mehr als einen ganzen Kopf überragte.
„Seid gegrüßt“, meinte Turêl schließlich als er sich gefangen hatte und überraschte Melchiah, indem er sich nach der ungewöhnlich ehrerbietig klingenden Begrüßung auch noch verbeugte. „Es ist eine lange Zeit vergangen, seit ich das letzte Mal die Ehre hatte, jemandem eurer Rasse zu begegnen, werte Elbin.“
Elbin?
Nun da sein Meister es ausgesprochen hatte, bemerkte auch Melchiah die spezifischen Merkmale. Wie hatte er diese Ohren nur übersehen können? Die feinen, unmenschlichen Glieder und Gesichtszüge?
Melchiah konnte nur schwer an sich halten, sich vor die Stirn zu schlagen. Stattdessen erinnerte er sich an seine Lehrstunden in manierlichem Verhalten und verbeugte sich ebenfalls.
„Mensch“, hörte er die Elbin in diesem Moment erwidern und war erstaunt, wie stolz, zurechtweisend und weich deren Stimme in nur einem Wort klingen konnte. Er schaute auf, „dies ist Gothúi gwedh Talath, das Land der Nebelwälder – seit Hunderten von Jahren die Heimat der Dae'Ran. Welch Belang führt Euch und Euresgleichen in unsere Wälder?“
„Eure Wälder?“, wiederholte Turêl, Melchiah konnte deutlich sehen wie verwirrt sein Meister über das gerade gehörte war. „Bitte verzeiht, aber uns war nicht bewusst, dass dieses Gebiet bereits bewohnt ist“, fuhr sein Meister fort. „Mein Name ist Turêl und dies ist mein Lehrling Melchiah. Wir sind Teil einer Expedition aus Gandal' har, die die Grenzen dieses Landes vermessen und eine Übersicht über den Bestand einheimischer Tier- und Pflanzenarten erstellen soll.“
Die Elbin hob fragend eine ihrer fein geschwungenen Augenbrauen, was Meister Turêl dazu veranlasste, kurz die neuen Machtverhältnisse im Süden Athalems zu erläutern. Er war gerade dabei über die Neugründung Kohn'kans zu berichten, da hob die Elbin ihre Hand und gebot ihm, inne zuhalten.
„Die Kriege und Belange Eures Volkes tangieren uns schon seit geraumer Zeit nicht mehr, Mensch. Waltet daher ganz nach Eurem Gutdünken – außerhalb unserer Grenzen.“
„Aber ...“, setzte Meister Turêl an, wohl um erneut auf ihren Auftrag hinzuweisen, doch wieder unterbrach ihn die Elbin mit einer schlichten Geste.
Ihre Stimme war sanft aber bestimmt als sie sprach. „Mensch, Euresgleichen ist hier nicht Willkommen, weder heute noch in ferner Zukunft. Da Ihr Euch unserer Ansprüche nicht bewusst wart, lassen wir Euer Eindringen und Euer lebensverachtendes Verhalten allerdings ungestraft. Solltet Ihr oder ein anderer Eurer Rasse jedoch erneut diese Wälder betreten, werden wir nicht untätig bleiben.“
Die Elbin machte eine anmutige Bewegung mit ihrem Arm, woraufhin der Nebel zu Melchiahs Linken zum wogenden Leben erwachte und ein Weg auftat. „Geht nun und bringt diese Botschaft zu eurem Volke“, war alles, was er noch hörte, dann war die blau schimmernde Gestalt auch schon verschwunden und blieb es auch, egal wie sehr sich auch bemühte, sie in dem dampfenden Unterholz auszumachen.

---

„In Ordnung, Männer, ihr habt den Kommandanten gehört, keine Sperenzchen. Alle bleiben dicht beieinander, Augen auf und volle Konzentration! Alles klar?“
„Ja wohl, Sir!“ Die vielstimmige Antwort der Soldaten zerschnitt die morgendliche Stille des kleinen Lagers, weckte auch den letzten Knecht und trieb ihn aus den klammen Decken zur Arbeit – gerade noch rechtzeitig, um den Abzug des 9. Manipels mitzuerleben.
Die im Gleichschritt stampfenden Füße der 200 durchpflügten das Gras der Ebenen, bis die Sonne auf halber Höhe stand, dann erreichten sie das Unterholz. Zweige brachen unter ihren Stiefeln und ganze Äste wurden aus dem Weg geschlagen, während unzählige Kehlen die Namen der Vermissten riefen.
„Weißt du, Dumah“, wandte sich Atsuko an seinen besten Freund als er sich unbeobachtet fühlte, „ich verstehe nicht, warum wir auf der Suche nach irgendwelchen Möchtegernabenteurern durch diese Wälder rennen müssen, wo wir doch eigentlich im Süden sein sollten, um Köpfe zu spalten.“ Unzufrieden mit dem Auftrag, der ihnen von der Obrigkeit zugeteilt worden war, zertrampelte er die Ansammlung weißer Pilze zu seiner Rechten.
„Recht hast du“, stimmte Dumah zu. „Wäre nicht der Sohn irgendeines Landgrafen unter der Garde gewesen würde sich wahrscheinlich auch niemand um den Verbleib der Gruppe scheren. Aber so ...“
„Ich habe ja gehört“, Raita, ein kleiner Soldat, der schon seit Anbeginn der Ausbildung in Naoto immer ihre Nähe gesucht hatte, war unbemerkt zu ihnen getreten, „das in diesen Wäldern unheimliche Elben leben sollen. Vruah hat gesagt, er hätte mit einigen Gelehrten gesprochen, die nachts einer ganzen Armee in die Arme gelaufen sind. Ihre Augen glühten in einem düsteren Blau, ihre Fingernägel waren so lang wie der Eckzahn eines ausgewachsenen Orks und ihre Stimmen so schrill wie der Paarungsschrei eines Kressels.“
„Pft, so ein Unsinn!“ Dumah spuckte aus.
Auch Atsuko schüttelte den Kopf. „Du glaubst aber auch alles“, meinte er abfällig zu Raita. Im nächsten Moment stöhnte er schmerzerfüllt auf, weil er mit der Nase gegen den dornenbewehrten Schulterharnisch von Dumah gestoßen war. „Verdammt“, brummte er verärgert zwischen seine Finger hindurch, „was soll das?!“
Doch sein Freund antwortete nicht, deutete nur nach vorn. Und dann sah auch Atsuko was ihn und mittlerweile alle anderen ihres Manipels zum Innehalten veranlasst hatte: Leichen – gleich sechzehn davon. Sie hingen, an Hand- und Fußgelenken gebunden, an den Bäumen, und das wohl schon eine ganze Weile, wie das dunkle Blut auf ihrer Kleidung, der grünliche Ton ihrer Haut und die ausgefressenen Höhlen ihrer Augen verrieten.
„Damit hat sich unser Auftrag dann wohl erledigt“, hörte Atsuko Raita leise in seinem Rücken murmeln. Er wollte herumfahren, um den kleinen Wicht einmal ordentlich zusammen zu stauchen, aber Dumahs sachlich kühle Stimme hielt ihn auf.
„Jemand hat ihnen die Kehle durchgeschnitten. Der Menge an Blut nach zu urteilen, war das sogar die Todesursache. Arme Schweine!“
„Ach, ich denke, so ging es wenigstens sch...“
Als Raita nicht weitersprach wandte sich Atsuko verwundert um, nur um sofort darauf entsetzt zurückzuweichen. In Silber gegossener Tod ragte aus Raitas Kehle, raubte ihm die Luft zu atmen, so dass er mit einem entsetzlichen Gurgeln auf den Lippen zusammenbrach.
Atsuko verfolgte es wie versteinert, und erst Dumahs Hand an seinem Arm, heftig schüttelnd, durchbrach seine Erstarrung, brachte den um ihn herum aufgewallten Lärm in sein Bewusstsein.
„Was zum ...“, stieß er hervor, ungläubig das Chaos betrachtend zu dem der bis eben so friedliche Wald in den letzten Sekunden verkommen war. Bereits die Hälfte seiner Kameraden wand sich schreiend am Boden, von Pfeilen gespickte Körper zuckten im letzten Todeskampf, während der Rest versuchte, eine ordentliche Kampfformation aufzubauen. Aber wie kämpfen gegen einen Feind, der überall zu sein schien?
„Crèaaa!“
Der unmenschliche Schrei, geboren aus einer ebensolchen Kehle, fuhr Atsuko durch Mark und Bein, lähmte ihn erneut, und bevor er sich versah, zerstob das Blätterwerk zu seinen Füßen. Ein Regen aus Pflanzenteilen und Erdklumpen prasselte auf ihn hernieder – dahinter erneut der schrille Schrei und eine Furie mit kalt funkelnden Augen.
Wie flüssiger Bernstein, dachte Atsuko abstruserweise und war im selben Moment erstaunt darüber. In dem Bruchteil einer Sekunde nahm er alle Details seinen Gegenübers wahr: von dem zarten Hauch von Röte auf den hohen Wangen über die in die braune Mähne geflochtenen Blätter und Federn sowie, nicht zuletzt, das dunkle Kalkül in den Iriden, welche ihn über einen Pfeilschaft hinweg zuzuzwinkern schienen. Ein letztes Lodern, dann lösten sich die Finger – der Pfeil nun plötzlich losgelöst schnellte surrend von der Sehne und brach mit einem dumpfen Krack durch das Holz von Dumahs Schild.
Atsuko wollte sein Schwert ziehen, aber wieder war es Dumahs Stimme – dieses Mal von Panik verzerrt –, die ihn an der Ausführung seines Vorhabens hinderte. „Vergiss es! Es sind viel zu viele!“
„Aber ...“, wollte Atsuko widersprechen, die braunhaarige Furie, die gerade nach einem weiteren Pfeil griff, nicht aus den Augen lassend, da wurde er bereits von seinem Freund am Arm gepackt und durch den Wald gezerrt. Er versuchte noch, einen Blick über die Schulter zu werfen, die Flucht jedoch benötigte seine gesamte Konzentration.
Wie Peitschen schlugen ihm die Zweige der Bäume entgegen und machten ihn fast blind für die Wurzeln und Gräser am Boden, die sich wie absichtlich auf ihren Weg zu legen oder um ihre Beine zu schlingen versuchten.
Atsuko zählte nicht, wie oft er fiel, ebensowenig wie er den Schmerz in Gesicht, Händen und Knien fühlte. Zu groß war die Angst vor den Walddämonen, zu stark der instinktive Trieb zur Flucht. Lautstark hämmernd jagte sein Herz das Blut in jeden Winkel des Körpers, versuchte, die Muskeln zur Höchstleistung zu bringen, trotzdem schien es ihm nicht schnell genug zu gehen. Zu seiner Linken sah er Brachàn zu Boden gehen. Ein dumpfes Aufstöhnen, das Bersten von Zweigen, dann war von dem ruhigen Mann aus Gandal'har nichts mehr zu sehen.
Atsuko fluchte im Stillen, fluchte auf seinen Vater, der ihn zur Armee geschickt hatte, fluchte auf seinen unfähigen Kommandanten, weil dieser die Falle nicht vorausgesehen hatte, und letztendlich fluchte er auf sich selber und darauf, dass er sich so oft vor dem Training gedrückt hatte.
All dies und noch viel mehr schoss ihm durch den Kopf, während er hinter der hoch gewachsenen Gestalt seines Freundes hinterher rannte - das Ende des Waldes bereits vor Augen.
Das der surrende Reigen der Pfeile bereits vor einer ganzen Weile verstummt war, registrierte er nicht, ebenso wenig wie den einen, dunkelrot gefiederten, der an seinem Kopf vorbei gejagt war, nun abgebrochen aus Dumahs Rückenpanzer stak und diesen nicht allzu bald darauf zum taumeln bringen würde – er starb wie er geboren worden war, auf einer blühenden Sommerwiese, in den Armen eines Menschen, der voller Liebe zu ihm herabschaute.

Atsuko Mikr'al selbst überlebte als einer von 36 Männern. Sein offizielles Begehr, die Wälder der westlichen Halbinsel mit militärischer Präsenz zu überrennen, wurde von Gandal'kan und Iqann'kan abgelehnt – zu groß waren die erlittenen Verluste nach dem Krieg gegen die Südländer. Zu groß die Angst der Männer vor den alten Bäumen und dem ihnen innewohnenden steten Geflüster. Versuche, das Gebiet niederzubrennen scheiterten ebenso, und so zogen sich die Menschen zurück, sahen hilflos zu, wie sich die Pflanzen immer dichter und dichter verwoben – zwischen den hölzernen Fingern das Schimmern bleicher Knochen.

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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Beitrag #2 |

RE: SW 2: Grenzsteine
Last but not least: die Grenzsteine. ^^

Zitat:Blass hing der Nebel über dem Waldboden, umfloss wie etwas Lebendiges Wurzeln und Unterwuchs, so dass es schien, als wäre die gesamte Umgebung in dampfendes Silber getaucht.
Schöner Einstieg!

Zitat:um die dahinter befindliche Vegetation zu 'examinieren'.
Ah ein Biologe/Botaniker?

Zitat:die einer Haarbürste glich, aber in einem unwirklichen roten Lichte schwach vor sich hinglomm.
Schöne Bescjreibung (ich würde aber Licht schreiben Icon_wink)

Zitat:Ihr folgten die neuartigen Vergrößerungsgläser
Ob neuartig, oder nicht ... damals gabs schon Vergrößerungsgläser? ^^

Zitat:Melchiah beeilte sich dem roten Mantel zu folgen
Warum rot? Ist das die Frabe der Gelehrten in Kohn'kan? Normalerweise ja die Farbe der Reichen/Adligen

Zitat:Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend stolperte Melchiah durch den Wald
die beiden "stolperte" sind mir zu nah bei einander. Aber du findest bestimmt ein anderes passendes Wort. Icon_smile

Zitat:das Rot des Mantel seines Meisters wie ein wanderndes Leuchtfeuer ständig vor Augen.
Ich dachte es verblasst im Nebel, dann ist es doch kein Leuchtfeuer mehr, oder?

Zitat:Sie waren so sicher allein in diesem Wald wie ein kluger Gedanke in dem Kopf eines Orks.
Icon_lol
Es sind die "Nebelelben" oder? Jetzt wissen wir auch, warum die Menschen ihnen diesen Namen gegeben hat. Vermutlich wollen sie die Eindringlinge vertreiben ... das Glühen kenn ich doch von irgendwo her (oder eher: ein gewisser zwergischer Schmied hat es schonmal gesehen Mrgreen )

Zitat:Blaugraues Licht umfloß ihre Gestalt, umschmiegte die mit Stoff so spärlich verhüllten Kurven, deren Anblick seinen Mund trocken werden ließ.
Gewisse Klischees müssen einfach bedient werden, oder? Mrgreen

Zitat:Die Kriege und Belange Eures Volkes tangieren uns schon seit geraumer Zeit nicht mehr, Mensch
"tangieren" ist ein Wort aus der Mathematik und von da in den normalen Sprachgebrauch gerutscht ... die Dae'Ran kümmern sich wohl eher weniger um Tagenten, oder? Icon_lol

Zitat:dann war die blau schimmernde Gestalt auch schon verschwunden und blieb es auch, egal wie sehr sich auch bemühte, sie in dem dampfenden Unterholz auszumachen.
Der Abgang ebenso beeindruckend wie der Auftritt.

Zitat:während unzählige Kehlen die Namen der Vermissten riefen.
Das sind jetzt aber nicht unsere beiden Forscher, die sie suchen, oder? Die haben doch bestimmt sofort die Beine ind die Hand genommen ... alles andere wäre dumm.

Zitat:Ausbildung in Naoto
Meinst du Noato?^^ (wenn nicht, dann solltest du wissen, das eine Stadt mit dem Namen Noato in Nomae'kan bereits existiert)

Zitat:Vruah hat gesagt, er hätte mit einigen Gelehrten gesprochen, die nachts einer ganzen Armee in die Arme gelaufen sind.
So verbreiten sich Gerüchte. Aber das hört sich doch an, als ob unsere Gelehrten entkommen sind Icon_smile

Zitat:Der unmenschliche Schrei, geboren aus einer ebensolchen Kehle, fuhr Atsuko durch Mark und Bein, lähmte ihn erneut, und bevor er sich versah, zerstob das Blätterwerk zu seinen Füßen.
Die Kampfszene gefällt mir.

Zitat:er starb wie er geboren worden war, auf einer blühenden Sommerwiese, in den Armen eines Menschen, der voller Liebe zu ihm herabschaute.
Voller Liebe? Ein sehr schöner Satz, aber mir erscheint das "voller Leibe" etwas stark für eine Männerfreundschaft ... außer da ist noch mehr Icon_wink

Zu aller erst: die Geschichte ist sehr gut geschrieben. Sie ist eindringlich, zeigt genug Details und malt ein interessantes Bild von den Dae'Ran. Inhaltlich fehlte mir allerdings etwas das Besondere. Ein unbekanntes Volk, dass seine angestammte Heimat verteidigt und dabei von einem Mysterium umweht wird, letztendlich aber keineswegs in Schwierigkeiten gerät. Wirklich spannend war es nicht, konnte man doch ahnen, dass die Dae'Ran siegen würden, während man mit Atsuko noch keine wirkliche Verbindung aufbauen konnte (man hat schließlich keine Zeit ihn kennen zu lernen), so dass man nicht wirklich um sein Leben gefürchtet hat. Die beiden Forscher dagegen hab ich irgendwie sofort lieb gewonnen Icon_wink

Insgesamt ist diese Geschichte jedoch in sich rund und malt ein buntes Bild von der Natur auf der Halbinsel und dem Eindruck den die Dae'Ran auf Menschen machen. Mehr hätte wohl auch nicht in den Rahmen des Schreibwettbewerb gepasst?
Jedenfalls fehlt nur noch eine inhaltliche Schippe um mich endgültig zu begeistern. Icon_wink

So aber alles in allem eine wirklich gute Geschichte!^^

Gruß vom Wanderer

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

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Beitrag #3 |

RE: SW 2: Grenzsteine
Auf zur nächsten Wettbewerbsgeschichte.

Zitat:Blass hing der Nebel über dem Waldboden, umfloss wie etwas Lebendiges Wurzeln und Unterwuchs, so dass es schien, als wäre die gesamte Umgebung in dampfendes Silber getaucht.

Ich mags, wenns so stimmungsvoll anfängt. Icon_smile

Zitat:Ihr folgten die neuartigen Vergrößerungsgläser, die Turêl von einem Wanderer aus dem Norden auf dem Markt von Endrome erstanden hatte,

Interessant, sind das sowas wie Lupen?

Zitat:zu unbehaglich wurde ihm dieser große, stille Wald von Augenblick zu Augenblick.

Ich finde die Satzstellung nicht so optimal und würde das rumdrehen, also: "von Augenblick zu Augenblick wurde ihm dieser große, stille Wald immer unbehaglicher"

Zitat:das Rot des Mantel seines Meisters wie ein wanderndes Leuchtfeuer ständig vor Augen.

Grad eben hast du doch geschrieben, dass er das rot des Mantels kaum noch sehen kann, vor lauter Dunkelheit und Nebel.

Zitat:Die im Gleichschritt stampfenden Füße der 200 durchpflügten das Gras der Ebenen, bis die Sonne auf halber Höhe stand, dann erreichten sie das Unterholz.

Ich fände es für das Textbild schöner, wenn du die Zahl ausschreibst. Ausserdem gehört für mich noch ein "Männer" dahinter.

Zitat:„ich verstehe nicht, warum wir auf der Suche nach irgendwelchen Möchtegernabenteurern durch diese Wälder rennen müssen, wo wir doch eigentlich im Süden sein sollten, um Köpfe zu spalten.“

Suchen die Turêl und Melchiah?

Zitat:so schrill wie der Paarungsschrei eines Kressels.“

Was ist den ein Kressel? Klingt als ob es irgendein Tier ist.

Ich finds ein bisschen Schade, dass am Ende Turêl und Melchiah nicht nochmal aufgetaucht sind, aber ich denke die beiden waren auch nur da um uns die Elbin vorzustellen, oder?
Jedenfalls wissen wir jetzt, warum diese Armee aus dem Wald vertrieben wurde und wie. Durch die Magie der Elben die ihren Wald verteidigen wollen. Find ich gut, dass wir das wissen und sie selbst in diesem Moment nicht.

Die Geschichte ist zweitegeteilt. Am Anfang eben Turêl und Melchiah und am Ende dann die Kampfszene aus der Sicht Atsuko. Ich finde dadruch wirkt die Geschichte nicht wirklich rund. Vielleicht hätte gerade nochmal in diesem kurzen Epilog am Ende die Elbin nochmal auftauchen können, oder so. Irgendwas mit ein bisschen mehr Wiedererkennungswert als "nur" der Wald. Und wo sind die im Titel genannten Grenzsteine?

Trotz dem kleinen Manko hat mir die Geschichte aber gefalllen. Beide Teile lassen sich einwandfrei lesen und die jeweilige Stimmung (am Anfang das nebelhafte Gruselige, am Ende dann der Überraschungsangriff und die Angst) hast du sehr schön rübergebracht.

Bewertung gibts, wenn die restlichen Wettbewerbsbeiträge gelesen habe.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #4 |

RE: SW 2: Grenzsteine
Na dann will ich hier mal mitkommentieren Icon_smile

Mir hat die Geschichte gut gefallen. Sie war schön zu lesen und ich fand den ersten Teil auch richtig gut gemacht. Zum zweiten Teil hätte ich mir ein wenig mehr Information gewünscht, oder etwas, das eine Verbindung zum ersten Teil aufbaut. Ich dachte am Anfang, das die Soldaten die beiden Gelehrten suchen. Mir wurde erst später klar, das es um eine Art "Landerweiterung" gehen soll - denke ich zumindest.

Trotz allem hat mir die Geschichte gut gefallen Icon_smile

Ich mag Bananen, na und? *ugh*

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Beitrag #5 |

RE: SW 2: Grenzsteine
Juhuu, ein neuer Landstrich wird erschrieben!
Die Atmosphäre kommt insgesamt gut rüber, habe nur an einigen Einzelstellen Kommentare dazu:

Zitat:um die dahinter befindliche Vegetation zu 'examinieren'.

Soweit ich sehe unternimmt Melchiah an dieser Stelle keine botanischen Untersuchungen, sondern sucht einfach nur seinen Meister. Von demher finde ich „examinieren“ eher unpassend.

Zitat:wer weiß, was des Nachtens hier durch die Wälder streift ...“

Ich würde - ganz allgemein - eher vorsichtig sein mit ZU altertümlichen Ausdrücken. Je höher man den stilistischen Anspruch steckt, desto tiefer kann man schließlich fallen :D

Zitat:aus diesem unheimlichen Wald raus zu finden.

heraus zu finden, wenn ich mich nicht irre...

Zitat:Nach einer Weile, Melchiah konnte unter dem dichten Blätterdach nicht ausmachen, wie viel Zeit inzwischen vergangen war, vermeinte er etwas Neues in dem wabernden Silber zu erkennen:

Ist der lange, etwas klobige Einschub mit dem Blätterdach wirklich nötig?

Der Wald wirkt faszinierend und geheimnisvoll, bei genauerem Nachdenken fielen mir aber noch Geräusche, Gerüche und Eindrücke wie (Luft)feuchtigkeit ein, die das ganze noch lebhafter machen könnten.

Zitat:Schon setzte sich sein Meister erneut in Bewegung – folgte dem blauen Leuchten immer weiter, hinein in den Nebel, der sich vor ihnen noch weiter zu verdichten schien.
Und menschenähnliche Formen entwickelte?
Melchiah schüttelte über sich selbst den Kopf. Was für wirre Dinge ihm seine Vorstellungskraft schon wieder eingab. Der Nebel hatte nichts Unheimliches, sondern war nur eine ungewöhnliche, aber für diese Region wohl typische, Wettererscheinung. Und das Gefühl, beobachtet zu werden, war ebenso ein Produkt seiner Angst wie der schnelle Schlag seines Herzens. Sie waren so sicher allein in diesem Wald wie ein kluger Gedanke in dem Kopf eines Orks.

Der Teil, in dem Melchiah versucht, sich seine Sinneseindrücke rauszureden, hat mir nicht so gut gefallen. Der Leser weiß sowie so, dass gleich irgendwas aus dem Wald auftauchen wird, und die „Rationalisierung“ von Melchiah bringt nicht so viel Spannung auf - spannender fände ich Angst und Eindrücke aus dem Wald.

Zitat:direkt vor Meister Turêl der dichte Nebel auftat und die Gestalt einer Frau ausspuckte, die alles übertraf, was ihm je in seinen schönsten Träumen begegnet war.

„ausspucken“ klingt nicht sehr schön. Statt „eine Frau, die alles übertraf ...“ fände ich eine echte Beschreibung besser. (Nicht: „Sie ist schön“ sondern „Sie sieht so und so und so aus, deshalb ist sie schön“)

Zitat:Ich habe ja gehört“, Raita, ein kleiner Soldat, der schon seit Anbeginn der Ausbildung in Naoto immer ihre Nähe gesucht hatte, war unbemerkt zu ihnen getreten,

Hihi :D Würde ich’s nicht besser wissen, ich hätte an dieser Stelle getippt dass die Geschichte von Dende stammt :D

Zitat:Und dann sah auch Atsuko was ihn und mittlerweile alle anderen ihres Manipels zum Innehalten veranlasst hatte: Leichen – gleich sechzehn davon. Sie hingen, an Hand- und Fußgelenken gebunden, an den Bäumen, und das wohl schon eine ganze Weile, wie das dunkle Blut auf ihrer Kleidung, der grünliche Ton ihrer Haut und die ausgefressenen Höhlen ihrer Augen verrieten.

Auch hier ist mir der Ton etwas zu rational. So ein langer, sachlicher Satz für eine so emotionale Szene... „gleich sechzehn davon“, „und das wohl schon eine ganze Weile“ ... Kühle Überlegungen wie Zahlen und Zeit sollten nicht Atsukos ERSTE Eindrücke sein, finde ich.

So viel von mir, LG,

ichigo


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Beitrag #6 |

RE: SW 2: Grenzsteine
Hallo,

nun denn, auf zu der nächsten Wettbewerbsgeschichte, die auch kommentiert werden möchte. Ich bin gespannt, was genau die

Blass hing der Nebel über dem Waldboden, umfloss wie etwas Lebendiges Wurzeln und Unterwuchs, so dass es schien, als wäre die gesamte Umgebung in dampfendes Silber getaucht.
=> "wie etwas Lebendiges" klingt unschön, obwohl der Gedanken, bzw. die Idee in jedem Fall etwas für sich hat.
- sodass

Trotz der darin ruhenden Faszination verursachte der Anblick Melchiah eine Gänsehaut, und er begann unbehaglich von einem Fuß auf den anderen zu tänzeln, wobei er seine Augen unruhig hin- und herwandern ließ.
=> hmmm, .. der Fuß hin und her und die Augen auch. Irgendwie hätte da etwas unterschiedliches besser Abwechslung gebracht.
- kein Komma vor und

Hatte sich da nicht gerade etwas bewegt? Und warum war es mit einem Mal so still?
=> Würde sich als Gedanken formuliert bestimmt ein wenig besser anhören.
Hatte sich da gerade etwas bewegt? Und warum ist es mit einem Mal so still?

„Meister Turêl“, rief er leise über seine Schulter, und als er keine Antwort erhielt, noch einmal drängender: „Meister Turêl!“
=> Ach, er hat einen Meister, ...
- kein Komma vor und

Nichts rührte sich, so dass ihm schließlich nichts anderes übrig blieb, als selber in das dichte Strauchwerk zu klettern, in dem sein Meister vor einer gefühlten Ewigkeit verschwunden war, um die dahinter befindliche Vegetation zu 'examinieren'.
=> Ein schöner, langer Satz.
- sodass

„Melchiah“, begrüßte ihn kurz darauf sein Meister mit einem missbilligen Stirnrunzeln, als er ungelenk aus dem Gebüsch brach.
=> kurz darauf hört sich irgendwie merkwürdig an. So, als würde wirklich Zeit vergehen. Ich finde, dass könnte man getrost streichen.

In der knochigen Hand ruhte eine seltsam anmutende Blume, die einer Haarbürste glich, aber in einem unwirklichen roten Lichte schwach vor sich hinglomm.
=> Lichte?

verschwunden“, versuchte sich Melchiah zu rechtfertigen, doch sein Meister beachtete ihn nicht weiter, drückte ihm nur den Beutel mit den Büchern in die Hände, und schlüpfte durch die Hecke in genau die Richtung aus der er selbst gerade gekommen war.
=> Kein Komma vor und.

„Mensch“, hörte er die Elbin in diesem Moment erwidern und war erstaunt, wie stolz, zurechtweisend und weich deren Stimme in nur einem Wort klingen konnte. Er schaute auf, „dies ist Gothúi gwedh Talath, das Land der Nebelwälder – seit Hunderten von Jahren die Heimat der Dae'Ran. Welch Belang führt Euch und Euresgleichen in unsere Wälder?“
=> schön ist Athalem hier eingebaut. Icon_smile

Die Elbin hob fragend eine ihrer fein geschwungenen Augenbrauen, was Meister Turêl dazu veranlasste, kurz die neuen Machtverhältnisse im Süden Athalems zu erläutern. Er war gerade dabei über die Neugründung Kohn'kans zu berichten, da hob die Elbin ihre Hand und gebot ihm, inne zuhalten.
=> Hier auch, gefällt mir gut.

war alles, was er noch hörte, dann war die blau schimmernde Gestalt auch schon verschwunden und blieb es auch, egal wie sehr sich auch bemühte, sie in dem dampfenden Unterholz auszumachen.
=> unnötige Doppelungen.

Ihre Augen glühten in einem düsteren Blau, ihre Fingernägel waren so lang wie der Eckzahn eines ausgewachsenen Orks und ihre Stimmen so schrill wie der Paarungsschrei eines Kressels.“
=> Kressels?

Und dann sah auch Atsuko was ihn und mittlerweile alle anderen ihres Manipels zum Innehalten veranlasst hatte: Leichen – gleich sechzehn davon.
=> man sieht hin und weiß im nächsten Moment gleich wie viele es sind?

Sie hingen, an Hand- und Fußgelenken gebunden, an den Bäumen, und das wohl schon eine ganze Weile, wie das dunkle Blut auf ihrer Kleidung, der grünliche Ton ihrer Haut und die ausgefressenen Höhlen ihrer Augen verrieten.
=> grünlicher Ton ihrer Haut? Okay. Ausgefressenen Augenhöhlen? Joar, warum nicht. Aber dunkle Blut? Wenn Blut trocknet, ist es dunkel und es trocknet ziemlich schnell, dass sagt also nichts über die Dauer der "Weile" an und passt deshalb in dem Zusammenhang nicht.

„Jemand hat ihnen die Kehle durchgeschnitten. Der Menge an Blut nach zu urteilen, war das sogar die Todesursache. Arme Schweine!“
=> könnte aus einem CSI - Filmchen stammen. Klingt ein wenig zu modern. Und überhaupt, wenn man jemanden die Kehle durchschneidet, stirbt er. Da führt kein Weg daran vorbei. Und warum sollte man jemand die Kehle durchschneiden, wenn er schon Tod ist? Von daher, ist der mittlere Satz unnötig.

Als Raita nicht weitersprach wandte sich Atsuko verwundert um, nur um sofort darauf entsetzt zurückzuweichen. In Silber gegossener Tod ragte aus Raitas Kehle, raubte ihm die Luft zu atmen, so dass er mit einem entsetzlichen Gurgeln auf den Lippen zusammenbrach.
=> in Silber gegossener Tod? - Eine Klinge? Aus Silber?
- ... atmen, so, dass ... - oder - ... atmen, sodass er ...

Atsuko verfolgte es wie versteinert, und erst Dumahs Hand an seinem Arm, heftig schüttelnd, durchbrach seine Erstarrung, brachte den um ihn herum aufgewallten Lärm in sein Bewusstsein.
=> ein wenig viele Kommas, bzw. Nebensätze ...
- vor dem "und" gehört kein Komma.

Atsuko zählte nicht, wie oft er fiel, ebensowenig wie er den Schmerz in Gesicht, Händen und Knien fühlte.
=> Schmerz zählen?

Zu seiner Linken sah er Brachàn zu Boden gehen. Ein dumpfes Aufstöhnen, das Bersten von Zweigen, dann war von dem ruhigen Mann aus Gandal'har nichts mehr zu sehen.
=> das liest sich schön flüssig und bildlich. Find ich schön. Icon_smile

Atsuko fluchte im Stillen, fluchte auf seinen Vater, der ihn zur Armee geschickt hatte, fluchte auf seinen unfähigen Kommandanten, weil dieser die Falle nicht vorausgesehen hatte, und letztendlich fluchte er auf sich selber und darauf, dass er sich so oft vor dem Training gedrückt hatte.
=> Finde ich gut, die Flucherei. Aber wieso "auf" und nicht "über"?

Das der surrende Reigen der Pfeile bereits vor einer ganzen Weile verstummt war, registrierte er nicht, ebenso wenig wie den einen, dunkelrot gefiederten, der an seinem Kopf vorbei gejagt war, nun abgebrochen aus Dumahs Rückenpanzer stak und diesen nicht allzu bald darauf zum taumeln bringen würde – er starb wie er geboren worden war, auf einer blühenden Sommerwiese, in den Armen eines Menschen, der voller Liebe zu ihm herabschaute.
=> viel zu langer Satz.

So und das war es auch schon mit meinen Anmerkungen. Wie man merkt, konnte ich mich streckenweise für deinen Stil, bzw. für das Handwerk nicht ganz so begeistern. Trotzdem: Die Atmosphäre kommt klar und gut an, es sind viele Details vorhanden (darunter die Ausarbeitung der Lage, sehr passend klingende Namen, etc.) und im Grunde liest es sich eigentlich, trotz mancher Stolpersteine recht flott.
Wirklich super gut gefallen hat mir jedoch das Thema, die Dae'Ran. Ich finde es toll, mehr über diese Elben lesen zu können und auch darüber, wie sie es geschafft haben, die kleine bewaldete Halbinsel für sich einzunehmen und die Menschen davon abzuhalten, sie in den vielen Jahren danach zu betreten. Und deine Geschichte passt dazu. Es wird gut erklärt und ist nachvollziehbar, dass dieser Teil des Landes nicht mehr weiter von Interesse war.
Gegen die Einteilung habe ich ansonst nichts einzuwenden. Fand ich ganz okay, wie du das angegangen bist.

Fazit also für mich: Handwerklich nicht ganz mein Fall, dafür inhaltlich und atmosphärisch überzeugend. Icon_smile

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #7 |

RE: SW 2: Grenzsteine (Adsartha)
Hi @ all:
Ich wollte nur bekanntgeben, dass ich mich demnaechst um diesen Thread kuemmern werde.
Also habt bitte noch etwas Geduld, ich habe euch nicht vergessen. Icon_wink

LG
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
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Beitrag #8 |

RE: SW 2: Grenzsteine (Adsartha)
Hallo alle miteinander!
Bevor ich mich den einzelnen Kommentaren widme, moechte ich anmerken, dass ich die Geschichte zur Bearbeitung zur Seite gelegt habe. Ich kann nicht absehen, wie lange es dauert, aber die Ueberarbeitung wird dann mit grosser Ankuendigung in die Athalem-Geschichtenrubrik eingefuehrt. Icon_wink
Ich setze auf eure Geduld und euer Verstaendnis. Auf dass ein besseres Produkt dabei herauskommt. Icon_smile

Nun aber im Speziellen:

Hallo Wanderer,
du bist wie so oft der Erste auf meiner Liste.
Ich danke dir zuerst einmal fuer deine Zeit und Muehe sowie Geduld. Icon_wink

Zitat: Zitat:Blass hing der Nebel über dem Waldboden, umfloss wie etwas Lebendiges Wurzeln und Unterwuchs, so dass es schien, als wäre die gesamte Umgebung in dampfendes Silber getaucht.
Schöner Einstieg!
-- Danke! Der Einstig ist mir hier auch am einfachsten gefallen.

Zitat: Zitat:um die dahinter befindliche Vegetation zu 'examinieren'.
Ah ein Biologe/Botaniker?

-- Jupp. Die gibt’s auch in Athalem, habe ich mir sagen lassen.

Zitat: Zitat:die einer Haarbürste glich, aber in einem unwirklichen roten Lichte schwach vor sich hinglomm.
Schöne Beschreibung (ich würde aber Licht schreiben )
-- Danke, und okay. Wenn du das sagst. Icon_wink

Zitat: Zitat:Ihr folgten die neuartigen Vergrößerungsgläser
Ob neuartig, oder nicht ... damals gabs schon Vergrößerungsgläser? ^^
-- Glas wird ja aus Sand gewonnen. Warum sollten einige Voelker nicht diese Technik beherrschen und daraus Vergroesserungsbrillen entwicckeln? Ich stelle mir da so eine riesige Brille mit zig Glaesern vor. Wie bei Sleepy Hollow. :D

Zitat: Zitat:Melchiah beeilte sich dem roten Mantel zu folgen
Warum rot? Ist das die Frabe der Gelehrten in Kohn'kan? Normalerweise ja die Farbe der Reichen/Adligen [quote]
-- Ich habe rot gewaehlt, weil es eine starke Signalwirkung hat und sich gut gegen weiss (Nebel) abhebt. Mehr Bedeutung steckt da nicht hinter. Aber warum nicht? Man kann ja mal mit Fantasy-Klisches brechen.

[quote] Zitat:Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend stolperte Melchiah durch den Wald
die beiden "stolperte" sind mir zu nah bei einander. Aber du findest bestimmt ein anderes passendes Wort.
-- Jo.

Zitat:Zitat:das Rot des Mantel seines Meisters wie ein wanderndes Leuchtfeuer ständig vor Augen.
Ich dachte es verblasst im Nebel, dann ist es doch kein Leuchtfeuer mehr, oder?
-- Nope, der Nebel wogt um sie herum. Von daher schwankt die Sichtbarkeit des Mantels. Diese Wirkung wollte ich mit dem Begriff Leuchtfeuer umschreiben. Hm, hat wohl nicht geklappt. Icon_nosmile

Zitat: Zitat:Sie waren so sicher allein in diesem Wald wie ein kluger Gedanke in dem Kopf eines Orks.
-- Mrgreen

Zitat: Es sind die "Nebelelben" oder? Jetzt wissen wir auch, warum die Menschen ihnen diesen Namen gegeben hat. Vermutlich wollen sie die Eindringlinge vertreiben ... das Glühen kenn ich doch von irgendwo her (oder eher: ein gewisser zwergischer Schmied hat es schonmal gesehen )
-- Du weisst ja, ich habe einen Narren an den kleinen Leuchtfiguren gefressen. Icon_smile

Zitat: Zitat:Blaugraues Licht umfloß ihre Gestalt, umschmiegte die mit Stoff so spärlich verhüllten Kurven, deren Anblick seinen Mund trocken werden ließ.
Gewisse Klischees müssen einfach bedient werden, oder?
-- Elben wird ja eine uberirdische anziehung nachgesagt - wahrscheinlich nur, weil sie so exotisch sind. Icon_wink Zudem ist der Junge in der Bluete seines Lebens, da schiessen die Saefte schnell in bestimmte Regionen. Icon_smile

Zitat: Zitat:Die Kriege und Belange Eures Volkes tangieren uns schon seit geraumer Zeit nicht mehr, Mensch
"tangieren" ist ein Wort aus der Mathematik und von da in den normalen Sprachgebrauch gerutscht ... die Dae'Ran kümmern sich wohl eher weniger um Tagenten, oder?
-- Ok. Ist geaendert.

Zitat: Zitat:dann war die blau schimmernde Gestalt auch schon verschwunden und blieb es auch, egal wie sehr sich auch bemühte, sie in dem dampfenden Unterholz auszumachen.
Der Abgang ebenso beeindruckend wie der Auftritt.
-- Ja, allerdings gefaellt es mittlerweile gar nicht mehr so recht. :/

Zitat: Zitat:während unzählige Kehlen die Namen der Vermissten riefen.
Das sind jetzt aber nicht unsere beiden Forscher, die sie suchen, oder? Die haben doch bestimmt sofort die Beine ind die Hand genommen ... alles andere wäre dumm.
-- Nope. Es sind andere. Wie ueblich haben die Menschen nicht viel auf die Warnung gegeben. Du/ Ambrolosch kenn(s)t das ja. *seufz* Diese dummen Menschen! Icon_wink

Zitat: Zitat:Ausbildung in Naoto
Meinst du Noato?^^ (wenn nicht, dann solltest du wissen, das eine Stadt mit dem Namen Noato in Nomae'kan bereits existiert)
-- Ach, die Stadt heisst Noato? Upps.

Zitat: Zitat:Vruah hat gesagt, er hätte mit einigen Gelehrten gesprochen, die nachts einer ganzen Armee in die Arme gelaufen sind.
So verbreiten sich Gerüchte. Aber das hört sich doch an, als ob unsere Gelehrten entkommen sind
-- Hm, es kommt hier nicht raus. Aber es sind andere Gelehrte gemeint. Ich schau mir das noch mal an.

Zitat: Zitat:Der unmenschliche Schrei, geboren aus einer ebensolchen Kehle, fuhr Atsuko durch Mark und Bein, lähmte ihn erneut, und bevor er sich versah, zerstob das Blätterwerk zu seinen Füßen.
Die Kampfszene gefällt mir.
-- *g* Irgendwie sind mir die Kampfszenen von der ganzen Geschichte auch am einfachsten gefallen, was man, glaub ich, auch merkt.

Zitat: Zitat:er starb wie er geboren worden war, auf einer blühenden Sommerwiese, in den Armen eines Menschen, der voller Liebe zu ihm herabschaute.
Voller Liebe? Ein sehr schöner Satz, aber mir erscheint das "voller Leibe" etwas stark für eine Männerfreundschaft ... außer da ist noch mehr
-- Who knows? Icon_wink

Zitat: Zu aller erst: die Geschichte ist sehr gut geschrieben. Sie ist eindringlich, zeigt genug Details und malt ein interessantes Bild von den Dae'Ran. Inhaltlich fehlte mir allerdings etwas das Besondere.
-- Dankeschoen. Und ich weiss, was du meinst. Ich bin auch nicht wirklich zufrieden mit dem Ganzen. Muss mich da nochmal ransetzen. Hm ...

Zitat: Ein unbekanntes Volk, dass seine angestammte Heimat verteidigt und dabei von einem Mysterium umweht wird, letztendlich aber keineswegs in Schwierigkeiten gerät. Wirklich spannend war es nicht, konnte man doch ahnen, dass die Dae'Ran siegen würden, während man mit Atsuko noch keine wirkliche Verbindung aufbauen konnte (man hat schließlich keine Zeit ihn kennen zu lernen), so dass man nicht wirklich um sein Leben gefürchtet hat. Die beiden Forscher dagegen hab ich irgendwie sofort lieb gewonnen
-- *lach* Eine Verbindung sollte auch eigentlich nicht her, da der Fokus ja auf den Dae'Ran liegt- so war es zumindest beabsichtigt. Geht aber wohl schwer, wenn man gleichzeitig versucht, sie mysterioes zu gestalten? Ihre Ueberlegenheit war hingegen beabsichtigt. Haetten sie nur die kleinste Schwaeche gezeigt, waeren die Menschen bestimmt nicht zurueckgewichen, sondern haetten weiter gekaempft. Von daher musste ich den Elben eine starke Ueberlegenheit zugestehen. Sie unverstaendlich ist das jedoch nicht, kaempfen sie doch in ihrem Gefilde.

Zitat: Insgesamt ist diese Geschichte jedoch in sich rund und malt ein buntes Bild von der Natur auf der Halbinsel und dem Eindruck den die Dae'Ran auf Menschen machen. Mehr hätte wohl auch nicht in den Rahmen des Schreibwettbewerb gepasst?
-- Hm, mehr? Ja, vielleicht. Mal sehen.

Zitat: Jedenfalls fehlt nur noch eine inhaltliche Schippe um mich endgültig zu begeistern.
-- Ja, mir auch. Ich setze auf die Ueberarbeitung!

LG
Addi

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Beitrag #9 |

RE: SW 2: Grenzsteine (Adsartha)
Man mag es kaum glauben, aber ich war fast mit allen Kommentaren fertig, da hat doch mein Laptop beschlossen, die Word-Datei zu beschaedigen, so dass ich nun alles noch mal machen musste. Icon_nosmile
Bevor es losgeht, moechte ich allerdings allen noch einmal fuer ihre Kommentare und die Geduld danken.
Nun aber endlich:

Hallo Lady!

Zitat: Zitat:Ihr folgten die neuartigen Vergrößerungsgläser, die Turêl von einem Wanderer aus dem Norden auf dem Markt von Endrome erstanden hatte,

Interessant, sind das sowas wie Lupen?
-- Kenst du Sleepy Hollow? So in etwa, wie die abgespacte Brille von Johnny Deppp stelle ich mir die von Melchiah vor.
Zitat: Zitat:zu unbehaglich wurde ihm dieser große, stille Wald von Augenblick zu Augenblick.

Ich finde die Satzstellung nicht so optimal und würde das rumdrehen, also: "von Augenblick zu Augenblick wurde ihm dieser große, stille Wald immer unbehaglicher"
-- Das stoert mich nun ehrlich gesagt gar nicht. Sorry.
Zitat: Zitat:das Rot des Mantel seines Meisters wie ein wanderndes Leuchtfeuer ständig vor Augen.

Grad eben hast du doch geschrieben, dass er das rot des Mantels kaum noch sehen kann, vor lauter Dunkelheit und Nebel.
-- Wie gesagt, da der Nebel wogt, widerspricht sich das fuer mich nicht, aber da du bereits die Zweite bist werde ich das nochmal ueberarbeiten.
Zitat: Zitat:Die im Gleichschritt stampfenden Füße der 200 durchpflügten das Gras der Ebenen, bis die Sonne auf halber Höhe stand, dann erreichten sie das Unterholz.

Ich fände es für das Textbild schöner, wenn du die Zahl ausschreibst. Ausserdem gehört für mich noch ein "Männer" dahinter.
-- Hm, mit ersterem habe ich keine Probleme, Letzteres kann aber in meinen Augen so stehen bleiben. Ist im Fil 300 ja auch immer so formuliert. Die 300 machen dies und jenes etc.
Zitat: Zitat:„ich verstehe nicht, warum wir auf der Suche nach irgendwelchen Möchtegernabenteurern durch diese Wälder rennen müssen, wo wir doch eigentlich im Süden sein sollten, um Köpfe zu spalten.“

Suchen die Turêl und Melchiah?
--- Nein, denn die beiden sind keine Moechtegernabenteurer. Icon_wink
Zitat: Zitat:so schrill wie der Paarungsschrei eines Kressels.“

Was ist den ein Kressel? Klingt als ob es irgendein Tier ist.
-- Eine Mischung aus Vogel, Possum und Affe. Nein, um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung. Lass deiner Phantasie freien lauf. Icon_wink
Zitat: Ich finds ein bisschen Schade, dass am Ende Turêl und Melchiah nicht nochmal aufgetaucht sind, aber ich denke die beiden waren auch nur da um uns die Elbin vorzustellen, oder?
-- So ist es.
Zitat: Durch die Magie der Elben die ihren Wald verteidigen wollen. Find ich gut, dass wir das wissen und sie selbst in diesem Moment nicht.
-- Wie meinst du das? Die Menschen haben die Leben doch gesehen und sogar mit ihnen gekaempft.
Zitat: Ich finde dadruch wirkt die Geschichte nicht wirklich rund. Vielleicht hätte gerade nochmal in diesem kurzen Epilog am Ende die Elbin nochmal auftauchen können, oder so. Irgendwas mit ein bisschen mehr Wiedererkennungswert als "nur" der Wald. Und wo sind die im Titel genannten Grenzsteine?
-- Also eigentlich ist die Elbin hier auch die Elbin vomAnfang! Ich arbeite da noch am Wiedererkennungswert. Und die Grenzsteine sind eigentlich ganz offensichtlich, man muss es halt nur nicht so woertlich nehmen.
Es geht um die Knochen der gefallenen Soldaten, die wie im Abspann erwaehnt in die Hecke mit eingeflossen sind! Etwas makaer aber effektiv. Icon_wink

Zitat: Trotz dem kleinen Manko hat mir die Geschichte aber gefalllen. Beide Teile lassen sich einwandfrei lesen und die jeweilige Stimmung (am Anfang das nebelhafte Gruselige, am Ende dann der Überraschungsangriff und die Angst) hast du sehr schön rübergebracht.
-- Vielen Dank...
Und wie gesagt, an den Mankos arbeite ich noch.

LG
Addi

[hsg]
Hi Nuriel!
Dein Kommentar war zwar recht kurz, trotzdem aber sehr hilfreich. Der zweite Teil wird auf jeden Fall grundlegend ueberarbeitet. Was die Landerweiterung angeht, so wird dies kurz in dem Gespraech zwischen Melchiah und der Lebin erwaehnt. Die Menschen wollen ihr durch den Krieg “neu gewonnenes” Land allerdings nicht so einfach irgendwelchen Elben ueberlassen, weshalb es zum Kampf kommt.
Ich hoffe, ich konnte, etwas Licht ins Dunkel bringen. Icon_smile
LG
Adsartha

[hsg]

Hallo Ichigo!
Als alteingesessene Athalaemmerin war ich auf deinen Kommi besonders gespannt. Es freut mich auch, dass dir die Athmosphare und auch die Geschichte soweit gefaellt. Zu den Einzelteilen komme ich jetzt:

Zitat: Zitat:um die dahinter befindliche Vegetation zu 'examinieren'.

Soweit ich sehe unternimmt Melchiah an dieser Stelle keine botanischen Untersuchungen, sondern sucht einfach nur seinen Meister. Von demher finde ich „examinieren“ eher unpassend.
-- Das Wort bezieht sich auf Turel, der ja noch mitten in der Arbeit ist. Icon_wink
Zitat: Zitat:wer weiß, was des Nachtens hier durch die Wälder streift ...“

Ich würde - ganz allgemein - eher vorsichtig sein mit ZU altertümlichen Ausdrücken. Je höher man den stilistischen Anspruch steckt, desto tiefer kann man schließlich fallen :D
[quote] Zitat:Nach einer Weile, Melchiah konnte unter dem dichten Blätterdach nicht ausmachen, wie viel Zeit inzwischen vergangen war, vermeinte er etwas Neues in dem wabernden Silber zu erkennen:

Ist der lange, etwas klobige Einschub mit dem Blätterdach wirklich nötig?
-- Noetig vielleicht nicht, aber mir gefaellt er, da er den Wald und die Lichtverhaeltnisse naeher beschreibt.

Zitat: Der Wald wirkt faszinierend und geheimnisvoll, bei genauerem Nachdenken fielen mir aber noch Geräusche, Gerüche und Eindrücke wie (Luft)feuchtigkeit ein, die das ganze noch lebhafter machen könnten.
-- Hm, ich verstehe, was du meinst. Ich versuche mich daran, wobei wir ja wissen, das es ungewoehnlich still ist, und durch den Nebel ist eine gewisse Luftfeuchtigkeit gegeben.
Zitat: Der Teil, in dem Melchiah versucht, sich seine Sinneseindrücke rauszureden, hat mir nicht so gut gefallen. Der Leser weiß sowie so, dass gleich irgendwas aus dem Wald auftauchen wird, und die „Rationalisierung“ von Melchiah bringt nicht so viel Spannung auf - spannender fände ich Angst und Eindrücke aus dem Wald.
-- Ich finde, Rationalisierung fuer einen Wissenschaftler nur nachvollziehbar. So sind wir eben. Icon_wink

Zitat: Zitat:direkt vor Meister Turêl der dichte Nebel auftat und die Gestalt einer Frau ausspuckte, die alles übertraf, was ihm je in seinen schönsten Träumen begegnet war.

„ausspucken“ klingt nicht sehr schön. Statt „eine Frau, die alles übertraf ...“ fände ich eine echte Beschreibung besser. (Nicht: „Sie ist schön“ sondern „Sie sieht so und so und so aus, deshalb ist sie schön“)
-- Da es aus Melchiahs Sicht stammt, dachte ich, es wuerde so ganz gut klingen. Icon_wink Aber schon wegen der besseren Wiedererkennung im zweiten Teil wird hier die Elbin mehr ausgebaut, und wegen dem spucken ueberleg ich mir auch was.
Zitat: Auch hier ist mir der Ton etwas zu rational. So ein langer, sachlicher Satz für eine so emotionale Szene... „gleich sechzehn davon“, „und das wohl schon eine ganze Weile“ ... Kühle Überlegungen wie Zahlen und Zeit sollten nicht Atsukos ERSTE Eindrücke sein, finde ich.
-- Ich dachte mir, als alter Soldat stumpft man sowieso irgendwann ab, aber ich schau es mir nochmal an. Vielen Dank auf jeden Fall fuer deine Gedanken und die Muehe.

LG

Addi
[hsg]


Last but not least, mein Sternchen!

Hi!

Zitat: Blass hing der Nebel über dem Waldboden, umfloss wie etwas Lebendiges Wurzeln und Unterwuchs, so dass es schien, als wäre die gesamte Umgebung in dampfendes Silber getaucht.
=> "wie etwas Lebendiges" klingt unschön, obwohl der Gedanken, bzw. die Idee in jedem Fall etwas für sich hat.
-- Mir fehlte da um ehrlich zu sein ein gutes Bild, ich versuch mich nochmal dran, ja. Icon_smile

Zitat: Trotz der darin ruhenden Faszination verursachte der Anblick Melchiah eine Gänsehaut, und er begann unbehaglich von einem Fuß auf den anderen zu tänzeln, wobei er seine Augen unruhig hin- und herwandern ließ.
=> hmmm, .. der Fuß hin und her und die Augen auch. Irgendwie hätte da etwas unterschiedliches besser Abwechslung gebracht.
-- Recht hast du.

Zitat: Hatte sich da nicht gerade etwas bewegt? Und warum war es mit einem Mal so still?
=> Würde sich als Gedanken formuliert bestimmt ein wenig besser anhören.
Hatte sich da gerade etwas bewegt? Und warum ist es mit einem Mal so still?
-- sind es eigentlich auch, ist nur mal wieder bei der Formatierung verloren gegangen. Icon_nosmile

Zitat: Nichts rührte sich, so dass ihm schließlich nichts anderes übrig blieb, als selber in das dichte Strauchwerk zu klettern, in dem sein Meister vor einer gefühlten Ewigkeit verschwunden war, um die dahinter befindliche Vegetation zu 'examinieren'.
=> Ein schöner, langer Satz.
-- Danke, ich zuechte diese in einem speziellen Gewaechshaus. Icon_smile

Zitat: „Melchiah“, begrüßte ihn kurz darauf sein Meister mit einem missbilligen Stirnrunzeln, als er ungelenk aus dem Gebüsch brach.
=> kurz darauf hört sich irgendwie merkwürdig an. So, als würde wirklich Zeit vergehen. Ich finde, dass könnte man getrost streichen.
-- Es vergeht ja auch Zeit, bis er ihn findet.

Zitat: „Mensch“, hörte er die Elbin in diesem Moment erwidern und war erstaunt, wie stolz, zurechtweisend und weich deren Stimme in nur einem Wort klingen konnte. Er schaute auf, „dies ist Gothúi gwedh Talath, das Land der Nebelwälder – seit Hunderten von Jahren die Heimat der Dae'Ran. Welch Belang führt Euch und Euresgleichen in unsere Wälder?“
=> schön ist Athalem hier eingebaut.
-- Grazie.

Zitat: war alles, was er noch hörte, dann war die blau schimmernde Gestalt auch schon verschwunden und blieb es auch, egal wie sehr sich auch bemühte, sie in dem dampfenden Unterholz auszumachen.
=> unnötige Doppelungen.
-- Ach, du Heilige ... Sorry, hier muss ich mal kurz unterbrechen.
*schaemen geht*

...
Okay, weiter gehts.

Zitat: Ihre Augen glühten in einem düsteren Blau, ihre Fingernägel waren so lang wie der Eckzahn eines ausgewachsenen Orks und ihre Stimmen so schrill wie der Paarungsschrei eines Kressels.“
=> Kressels?
-- Ahm, ja. Siehe Die Antwort zu Ladys Kommentar. Icon_wink

Zitat: Und dann sah auch Atsuko was ihn und mittlerweile alle anderen ihres Manipels zum Innehalten veranlasst hatte: Leichen – gleich sechzehn davon.
=> man sieht hin und weiß im nächsten Moment gleich wie viele es sind?
-- Er ist ein Blitzmerker? Rechnet gern?
Nicht, okay, ich werd es wohl aendern.

Zitat: Sie hingen, an Hand- und Fußgelenken gebunden, an den Bäumen, und das wohl schon eine ganze Weile, wie das dunkle Blut auf ihrer Kleidung, der grünliche Ton ihrer Haut und die ausgefressenen Höhlen ihrer Augen verrieten.
=> grünlicher Ton ihrer Haut? Okay. Ausgefressenen Augenhöhlen? Joar, warum nicht. Aber dunkle Blut? Wenn Blut trocknet, ist es dunkel und es trocknet ziemlich schnell, dass sagt also nichts über die Dauer der "Weile" an und passt deshalb in dem Zusammenhang nicht.
-- Ah so? *ihren Blutspezialisten des Vertrauens verklagen geht*

Zitat: „Jemand hat ihnen die Kehle durchgeschnitten. Der Menge an Blut nach zu urteilen, war das sogar die Todesursache. Arme Schweine!“
=> könnte aus einem CSI - Filmchen stammen. Klingt ein wenig zu modern. Und überhaupt, wenn man jemanden die Kehle durchschneidet, stirbt er. Da führt kein Weg daran vorbei. Und warum sollte man jemand die Kehle durchschneiden, wenn er schon Tod ist? Von daher, ist der mittlere Satz unnötig.
-- Ja, ja, ich gebe es zu, ich bin Fan! Icon_smile
Der Satz wird gestrichen.

Zitat: Als Raita nicht weitersprach wandte sich Atsuko verwundert um, nur um sofort darauf entsetzt zurückzuweichen. In Silber gegossener Tod ragte aus Raitas Kehle, raubte ihm die Luft zu atmen, so dass er mit einem entsetzlichen Gurgeln auf den Lippen zusammenbrach.
=> in Silber gegossener Tod? - Eine Klinge? Aus Silber?
-- Ein Pfeil.

Zitat: Atsuko zählte nicht, wie oft er fiel, ebensowenig wie er den Schmerz in Gesicht, Händen und Knien fühlte.
=> Schmerz zählen?
--Nein, fuehelen.

Zitat: Zu seiner Linken sah er Brachàn zu Boden gehen. Ein dumpfes Aufstöhnen, das Bersten von Zweigen, dann war von dem ruhigen Mann aus Gandal'har nichts mehr zu sehen.
=> das liest sich schön flüssig und bildlich. Find ich schön.
-- Der arme Kerl stirbt, Mensch! :P

Zitat: Atsuko fluchte im Stillen, fluchte auf seinen Vater, der ihn zur Armee geschickt hatte, fluchte auf seinen unfähigen Kommandanten, weil dieser die Falle nicht vorausgesehen hatte, und letztendlich fluchte er auf sich selber und darauf, dass er sich so oft vor dem Training gedrückt hatte.
=> Finde ich gut, die Flucherei. Aber wieso "auf" und nicht "über"?
-- Weil er auf sie flucht! Er beschwert sich ja nicht ueber sie, sondern verflucht sie. Ich kenne das mit “auf”.

Zitat: Das der surrende Reigen der Pfeile bereits vor einer ganzen Weile verstummt war, registrierte er nicht, ebenso wenig wie den einen, dunkelrot gefiederten, der an seinem Kopf vorbei gejagt war, nun abgebrochen aus Dumahs Rückenpanzer stak und diesen nicht allzu bald darauf zum taumeln bringen würde – er starb wie er geboren worden war, auf einer blühenden Sommerwiese, in den Armen eines Menschen, der voller Liebe zu ihm herabschaute.
=> viel zu langer Satz.
-- Ein Mutant aus meinem Gewaechshaus. Ich dachte, ich probier den Mal. Icon_wink

Zitat: So und das war es auch schon mit meinen Anmerkungen. Wie man merkt, konnte ich mich streckenweise für deinen Stil, bzw. für das Handwerk nicht ganz so begeistern.
-- Ja, eine neue Erfahrung fuer mich. Icon_wink

Zitat: Trotzdem: Die Atmosphäre kommt klar und gut an, es sind viele Details vorhanden (darunter die Ausarbeitung der Lage, sehr passend klingende Namen, etc.) und im Grunde liest es sich eigentlich, trotz mancher Stolpersteine recht flott.
-- Na, wenigstens etwas.

Zitat: Wirklich super gut gefallen hat mir jedoch das Thema, die Dae'Ran. Ich finde es toll, mehr über diese Elben lesen zu können und auch darüber, wie sie es geschafft haben, die kleine bewaldete Halbinsel für sich einzunehmen und die Menschen davon abzuhalten, sie in den vielen Jahren danach zu betreten.
-- /me gibt ihr bestes, dass von ihr so eisern eingefuehrt Volk auszubauen.

Zitat: Fazit also für mich: Handwerklich nicht ganz mein Fall, dafür inhaltlich und atmosphärisch überzeugend.
-- Vielen Dank. Ich versuche auch das Handwerk wieder besser hin zu bekommen.

LG
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
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