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Der Weiße Tiger (Aravind Adiga)
Beitrag #1 |

Der Weiße Tiger (Aravind Adiga)
[Bild: 314c67c8-1b40-4db5-a274-27ca2a7238d1.jpg]

Roman. Ausgezeichnet mit dem Man Booker Prize 2008
Verlag C.H.Beck
318 Seiten
ISBN: 3-406-57691-5

Über den Inhalt:
Der chinesische Premierminister Wen Jiabao reist in das befreundete China, um das Land kennenzulernen. Dies rüttelt Balram Halwai wach, der befürchtet, man würde dem Premier nur das Indien der Bollywoodfilme und Postkarten zeigen. Deshalb beginnt er, dem Premier in mehreren nächtlichen Sitzungen sein Leben zu erzählen, das - so seine Meinung - die Maschine Indien perfekt widerspiegelt.
Er berichtet von seiner Herkunft aus einem kleinen Dorf und wie er von dort aus über Umwege in die Stadt Delhi kam und als Fahrer für einen Geschäftsmann arbeitet und der Wut über den Hahnenkäfig Indien zum Mörder wird. [Diese Enthüllung ist auch Teil des Klappentextes und damit kein Spoiler!] Denn in einem Hahnenkäfig kämpfen die Tiere untereinander, um als erstes herausgenommen zu werden, obwohl direkt über ihnen ihren Brüdern und Schwestern der Kopf abgeschlagen wird. Dies ist Halwais Metapher für das Verhältnis von armen und reichen Menschen in Indien.

Urteil:
Dieser Romane ist eines meiner Lieblingsbücher geworden.
Ich wurde auf ihn aufmerksam, weil er den wichtigsten Buchpreis Großbrittaniens und des Commonwealhs gewonnen hat - den Man Booker Prize. Zuerst dachte ich, die Tatsache, dass er diesen PReis gewonnen hat, würde bedeuten er sei zäh und schwer verständlich, so wie es bei den Gewinnern des z.B. Deutschen Buchpreises der Fall ist. Aber Adiga schreibt mit einer solchen Leichtigkeit und auch Humor, dass Halwais Lebensgeschichte zu hochwertigem Entertainment wird. Was mich am Roman am meisten fasziniert ist, dass Halwai über Indien resümiert und dabei ganz nebensächlich grundphilosophische Theorien über den Staat und den Umgang mit Menschen aufstellt, dass sie einem fast gar nicht auffallen. In der Einfachheit des Hauptcharakters liegt seine Genialität, weil er die Verhältnisse in seinem Land auf den Punkt bringt.
Und ein weiterer Pluspunkt für dieses Buch: Es erschien vor "Slumdog Millionär" und reitet darum nicht einfach nur auf der Indienwelle mit, sondern ist als alleinstehende Arbeit zu diesem Land zu betrachten. Dazu möchte ich gern aus dem Klappentext zitieren:
Eine Geschichte voller sprühendem Witz, Spannung und fragwürdiger Moral, erzählt in einem unnachahmlichen und fesselnden Ton. Keine Saris, keine exotischen Düfte und Gewürze, keine Tabla-Musik und Maharadschas - dies ist das Indien von heute. Und mehr als das. In seiner Kritik am Sklavendasein ist es ein Angriff der dritten auf die erste Welt. Amoralisch und respektlos, anrührend und absolut zeitnah.
Selbst wenn man kein Fan von Politik ist, gibt einem dieser Roman so viel zum Überdenken mit auf den Weg. Dafür liebe ich ihn.


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