Es ist: 27-10-2020, 13:40
Es ist: 27-10-2020, 13:40 Hallo, Gast! (Registrieren)


Umfrage: Wie gefaellt euch die Idee hinter dem Spiel?
Super, endlich mal was Neues! Ich bin auf jeden Fall dabei!
Hm, ist etwas lahm und eher nicht so meins. Sorry.
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Wo bitte gehoert DAS denn hin?
Beitrag #1 |

Wo bitte gehoert DAS denn hin?
Hallo Schreiberlinge und Wortakrobaten, Fingermuede und Sonntagsmuffel, es wird Zeit fuer ein neues Spiel, oder eher eine Art der Impulsgebung. Icon_jump
Im Prinzip funktioniert dieses 'Spiel' wie die "Fuenf Woerter" oder der "Ueberall Blut"-Thread, nur dass hier ein mehr oder weniger langer Textausschnitt geboten wird. Es ist an euch etwas daraus zu basteln.
Ob Anfang, Mitte oder doch lieber Ende - egal!
Auch kleine Abwandlungen von Wortstellung oder Personen sind gestattet, solange der urspruengliche Sinn erhalten bleibt.
Also lasst euch inspirieren und haut in die Tasten!

LG
Addi

PS: Sieger gibt es hier keine. Es geht nur um den Spass am Schreiben, aber wer mag, kriegt einen Kommi von mir unter sein Werk. Icon_wink
Einfach ein 'Kommi erwuenscht' ueber die Geschichte.
(Kuerzere bitte hier, Laengere auch woanders, dann aber bitte hier einen Link dazu setzen, damit das Werk nicht uebersehen wird)

Ich setze mal den ersten Auszug, in der Hoffnung auf viele Ideen. Icon_aufsmaul Icon_wink


Zitat:„Hast du eigentlich auch nur die geringste Vorstellung davon, was es bedeutet, ich zu sein, all diese Macht in sich zu tragen?“
Ein bitterer Zug legte sich auf die blassen Lippen. Dann legte sie ganz langsam den Kopf in den Nacken, schloss die Augen und hob die Arme empor. Eine abstrakte Karikatur Jesu, still ans unsichtbare Kreuz gefesselt, ehe sich grelles Licht durch die Fäuste brach, sie schließlich sprengte und …
das Chaos über die Welt hereinbrach.

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #2 |

RE: Wo bitte gehoert DAS denn hin?
Das Spiel finde ich klasse, aber der Auszug verleitet doch arg zu Melodramatik und Superheldentum ... aber hey, es ist ein Spiel - und so lese man diese Geschichte Icon_wink Kleine Rückmeldung erwünscht, großer Kommentar nicht nötig.



Popcornkino

Die Sportschuhe standen Frederike gut, als sie durch die Fußgängerzone joggte. Sie standen ihr wirklich gut und vielleicht wäre sie ihrer Rolle als Hauptfigur einer Unterhaltungssendung etwas besser nachgekommen, wenn ihr das nicht so verdammt bewusst gewesen wäre und sie den Blick gehoben hätte – zumindest ab und an und für einen Blick in ein Café, in dem mit Sicherheit ein attraktiver junger Mann gesessen und sie auf einen Espresso eingeladen hätte. Aber sie hob den Blick nicht.
Es war Mittwoch Abend, nicht viele Fußgänger unterwegs, die ersten Türen schlossen schon. Frederike hielt vor einem Drogeriemarkt, machte ein paar Stretchübungen und überlegte vielleicht, ob es möglich war, für einen Moment nichts zu denken. Danach sah zumindest ihr Blick aus – nach nichts. Schon lief sie weiter und heftete die Augen wieder auf ihre Sportschuhe, die insgeheim Gespräche führten, die für Außenstehende nicht zu hören, aber in etwa zu erahnen waren.

Ein Gespräch zwischen Schuhen
– Hast du eigentlich auch nur die geringste Vorstellung davon, was es bedeutet, ich zu sein, all diese Macht in sich zu tragen?
– All diese Macht, na, klar. Blase oder Hühnerauge?
– Du machst dich lächerlich, du kannst dir nur nicht vorstellen, wie es ist, wenn der Fuß in dir plötzlich anfängt, sich für ein Gesicht zu halten und Hühneraugen bekommt.
– Tja, da kann ich wirklich nicht mitreden ...
– Man muss sich gut präsentieren, etwas geschmeidiger sein, freundlicher, atmungsaktiver, am besten so angepasst, dass man gar nicht erst drückt.
– Du willst dir nur nicht eingestehen, dass du immer noch nicht mit Füßen umgehen kannst.

Was man vielleicht über Frederike wissen sollte:
Sie arbeitete halbtags, irgendwelche Aushilfsjobs, sie wohnte bei ihrer Tante, als Nutznießer, auch wenn sie sich nie so bezeichnen würde, sie joggte jeden Abend durch die Fußgängerzone und gönnte sich dann eine Pizza, Pommes oder Currywurst, sie schlief von zehn bis fünf und in der Zwischenzeit ließ sie sich von keinem Beobachter erwischen. Ihr Problem war nämlich: Sie litt an Größenwahn, und das recht erfolgreich. Ihre Schuhe konnte sie trotzdem nicht hören und wusste deshalb auch von dem Hühnerauge noch nichts, das sich gerade anbahnte.
Einmal Pommes weiß zum Mitnehmen vor die Tür, ich will eure Gesichter nicht sehen.
Vielleicht führten auch die Pommes Gespräche, allerdings möchte man sich aus Pietätgründen nicht vorstellen, was die letzten Dialogfetzen einer frittierten Kartoffel vor deren Ableben sein könnten. Zumal es sehr matschige Pommes waren.
Es hatte zu regnen begonnen, als Frederike vor die Tür der Imbissbude trat. Der Schuh begann langsam zu drücken. Die Majonäse überdeckte den Geschmack des abgestandenen Frittieröls. Sie schluckte die Pommes fast ungekaut hinunter, während im Hintergrund ein Straßenmusikant auf einem schiefen Akkordeon den Weltuntergang anstimmte. Geschichten brauchen keine Moral, um zum Popcorn greifen zu lassen. Ein bitterer Zug legte sich auf ihre blassen Lippen. Mit dem Handrücken wischte sie sich die Majonäse vom Kinn. Dann legte sie ganz langsam den Kopf in den Nacken, schloss die Augen und hob die Arme empor. Aus dem Augenblick heraus erstarrte jede Bewegung, nur der Akkordeonspieler hielt nicht inne, sondern wippte mit dem Kopf im Takt, Steinschlagrhythmus, der ihn bald vom Boden heben sollte. Frederike fühlte sich wie eine abstrakte Karikatur Jesu, still ans unsichtbare Kreuz gefesselt, Teil des Regens, ehe sich grelles Licht durch ihre Fäuste brach, sie schließlich sprengte und …
das Chaos über die Welt hereinbrach.
Ich bin der Blitz, ich bin das Licht, das dir die Augen blendet, ich bin dein Untergang.
Die Joggingschuhe verstummten. Der Akkordeonspieler hob ab, saß jetzt vier Meter über dem Boden auf einem imaginären Ast, der abzubrechen drohte, war selbst Teil des Knackgeräuschs, das ihn kurz darauf dem freien Fall übergab. Frederike hielt die Welt in der Hand, ließ sie auf sich zurückfallen, ballte sie in der explodierten Faust und schleuderte sie davon, war kein Mensch mehr, war der Blitz, der lebendiggewordene. Sie litt tatsächlich etwas unter dem Größenwahn, als sie bemerkte, dass sie in diesem Moment keine Hand frei hatte, um sich den rechten Schuh auszuziehen, den Schuh, der verdammt nochmal drückte.
Der Akkordeonspieler starb kurz vor dem letzten Takt seines Liedes. Frederike lachte, grollte, wurde zum einzigen Menschen, zum einzigen Blitz, auf der Welt – und dann ...
... wäre sie vermutlich aufgewacht, wenn das Budget nicht mehr gereicht hätte.
... wäre sie von einem Prinzen gerettet und vom Guten überzeugt worden, wenn der Film im Abendprogramm laufen sollte.
... hätte sie den Blitz, der sie war, auf ihre Füße gerichtet, wenn sie konsequent gewesen wäre.
Aber das war sie nicht, nicht in dieser Beziehung. Sie stand nur da. Und dann ...
... dachte sie an nichts.
Was im Albtraumtrubel auf dem schwarzflackernden Bildschirm kurz vor dem Abspann tatsächlich für einen winzigen Moment gelang.

Abspann.



.

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #3 |

RE: Wo bitte gehoert DAS denn hin?
Hallo Libby,
bitte entschuldige, dass ich dich so lange habe warten lassen. Ich war etwas busy und zudem noch internetlos. |O_O|

Zuerst einmal moechte ich sagen, wie sehr es mich freut, dass dir das Spiel gefaehlt. Icon_smile
Auch wenn dich der Auszug nicht so begeistert hat und du dich zu 'Melodramatik und Superheldentum' verleitet gefuehlt hast, ist es dir doch gelungen eine kreative Wendung zu finden und komplett das Genre zu wechseln. Respekt dafuer. *thumbs up*
Da du nur eine kleine Rueckmeldung wolltest, koennte ich ja jetzt schon aufhoeren, oder?
:P


Nein, nein. Ich mach nur Spass.

Also wo fang ich an - der Titel bietet sich mir gerade laechelnd an, also gut. 'Popcornkino' ein gelaeufiges Wort, eiun Wort mit dem man Spass verbindet, Hollywood und Blockbuster. Ueberraschend kam fuer mich dann daher die zugehoerige Geschichte, die ich. Wie ich eingestehen muss, auch nach zweifachem Lesen nicht ganz greifen kann.
Wie haben den Charakter der Frederike, die zwar regelmaessig Sport treibt, aber sich dafuer mehr als ungesund ernaehrt, ihre Schuhe, von denen zumindest einer unter Groessenwahn zu leiden scheint und ein Ende, das aus mehreren Optionen besteht.
Fred scheint auf jeden Fall eine TV-Rolle zu sein. Das Gespraech ihrer Schuhe daher ein Dialog fuer den Zuschauer hoerbar oder etwas, das sich insgeheim beim Dreh abspielt?
Gleichzeitig vermittelst du durch Freds Gedanken und die Szenerie einen Sinn fuer Realitaet, der nicht ganz zum Thema des TV-Programms passen will. Bildet sich Fred daher alles nur ein? Waere sie gerne Schauspielerin? Passen wuerde es zu ihrer Phantasie, die sie am Ende Blitze schleudern laesst. Oder doch ein Spezialeffekt des Films?
Insgesamt hat mir von allem die Beschreibung von Fred am Ende gefallen, dieses 'Was man von Frederike wissen sollte' und die verschiedenen Angebote wie man den Film haette Enden lassen koennen, direkt vor dem Abspann - herrlich originell unf witzig!
Die vorgegebene Stelle ist gut eingearbeitet, geht beinahe unter, und ist anders als erwartet nicht zentraler Mittelpunkt der Geschichte, was aber kein Nachteil ist.
Ich bin zwar weder mit Fredi noch mit ihren Schuhen warm geworden, doch mir gefallen die Originalitaet sowie die vielen kleinen Details und Verruecktheiten, die du eingebaut hast, ausnehmend gut. Icon_smile
Und wer weiss, vielleicht kannst du mich ja auch noch erleuchten, ob ich mir hier eine skurrile TV-Show durchgelesen oder einer groessenwahnsinnigen Verrueckten und ihren Schuhen zugehoert habe. Icon_wink

Liebe Gruesse
Addi

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Beitrag #4 |

RE: Wo bitte gehoert DAS denn hin?
Hey Addi,

cool, dass du was dazu geschrieben hast Icon_smile.
Ich weiß, ich hab deine Szene ziemlich entstellt, aber irgendwie lud sie dazu ein - und ich freu mich sehr, dass dir das Skurrile daran zumindest teilweise gefällt!
Aber was es nun ist? Für mich steckt die Geschichte irgendwo zwischen filmischer Beobachtung mit Off-Kommentar und Wirklichkeit, irgendwo in der Künstlichkeit. Vielleicht ist es nur eine Episode über eine größenwahnsinnige Verrückte und ihre Schuhe, und vielleicht bildet sie sich alles nur ein. Ich weiß es selbst nicht.
Ursprünglich sollte es noch ein Gespräch zwischen Pommes geben, aber das ging dann irgendwie nicht, steht ja alles geschrieben.
Ein Kurzweil, das mir beim Schreiben viel Freude bereitet hat.

Und, will sich nicht mal jemand anders an dieser Stelle versuchen? Es kann nur realistischer werden Mrgreen

Liebe Grüße,
Libertine

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Beitrag #5 |

RE: Wo bitte gehoert DAS denn hin?
Ein Gespraech zwischen Pommes? *lach*
Na, das waeredoch mal was!

Villeicht das naechste Mal?

LG
Addi

PS: Klar schreib ich was dazu, ist ja mein Spiel. Dauert halt nur etwas laenger - eeeeeeextrallange Reaktionszeiten. Icon_wink)

PPS: Ja, Freiwillige, traut Euch!
Ich beiss auch nicht.

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Beitrag #6 |

RE: Wo bitte gehoert DAS denn hin?
Hallihallo,
nachdem die Spielewiese in letzter Zeit so gut besucht ist, will ich mal wieder eins der Kreativspiele ankurbeln, die nicht nur einen Satz erfordern.

Gegeben wird ein kleiner Textausschnitt, der in eine Geschichte eingebaut wird, wo und wie ist dabei allein euch überlassen. Auch kleine Abwandlungen von Personen und Wörtern sind natürlich erlaubt, so lange das Gro erhalten bleibt.

Der momentane Auszug bietet für Fantasy-Freunde, Meister des Alltags sowie Krimifans etwas, also ran mit euch. (Ich persönlich habe ihn in einer Jedi-Fan-Fiction-Geschichte verarbeitet.) Icon_wink

Der Mann wandte sich ab von dem bemerkenswerten Schauspiel, den der erobernde Nebel bot, und trat hinter dem schweren Vorhang hervor, hinter dem er die letzten paar Stunden ausgeharrt hatte. Der prunkvollen Korridore der Sommerresidenz, sonst belagert von Bittstellern und Höflingen lag nun leer und verwaist vor ihm. Die Dunkelheit, die durch die schweren Vorhänge hereinspähte, war sein einziger Begleiter, während er mit kraftvollen Bewegungen über den glänzenden Marmorboden schritt.
Er hatte gerade ein paar Meter zurückgelegt, da erklangen in der Ferne bereits die ersten Schreie. Die Nacht trägt weit, erinnerte er sich an eine der ersten Lektionen, die er von seinem Meister gelernt hatte.
Er war nicht beunruhigt. Im Gegenteil. Alles lief genau nach Plan.


PS: Zu dem ersten Auszug in Beitrag eins kann natürlich immer noch was geschrieben werden. Kurze Sachen können hier hinein, längere auch gern als Einzelgeschichte mit Verweis im Titel, damit ich meinen Kommi druntersetzen kann.

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