Es ist: 24-01-2021, 19:56
Es ist: 24-01-2021, 19:56 Hallo, Gast! (Registrieren)


sommerlicher Lesekreis (2009): Die Tochter des Fotografen
Beitrag #41 |

RE: sommerlicher Lesekreis: Die Tochter des Fotografen
Hey meine Lady!^^

Zitat:Ich denke genau hierfür brauchen wir den ersten Teil des Buches, um die Prots so gut kennenzulernen. ^^
Hm ... oder kennen wir sie gar schon ein wenig zu gut? Icon_wink

Zitat:Ich denke er hat sie deshalb verloren, weil er es ihr nicht erzählt hat. Wobei ich mich tatsächlich frage, ob Norah nicht auch dann, irgendwann genug von ihrem Leben mit ihm gehabt hätte.
Der Gedanke ist mir auch irgendwann im Verlauf des Buches gekommen. So wie Norah sich später entwickelt, wäre sie wohl früher oder später so oder so aus ihrem "Korsett" ausgebrochen. Die Frage ist allerdings: mit Phoebe, wäre sie dann mehr wie Caro geworden? (Hätte sich für Kinder mit Downsyndrom eingesetzt?) Vielleicht dann mit David an ihrer Seite. Es gibt einige Gabelungen in diesem Buchen, nach denen, bei anderem Verlauf, die Geschichte ganz anders hätte werden können.

Zitat:Ich denke auch, er versucht sein altes Leben hinter sich zu lassen, damit er dem nachlaufen kann, was er noch nie hatte. Hauptsächlich natürlich seinen Kindern.
Das ist es! Er läuft seinem alten Leben davon, so wie Paul einmal vor seinem Leben davon gerannt ist ... so macht es am meisten Sinn. Icon_smile Und man sieht, wie ähnlich sich Paul und David eigentlich sind.

Zitat:Das find ich ganz besonders schade, weil er ja der einzige war, der sich Gedanken um sie gemacht hat. (also von ihrer leiblichen Familie)
Na ja ... das stimmt doch nicht? Auch Paul und Norah hatten Phoebe die ganze Zeit im Hinterkopf. sie war immer da, wie ein Schatten. Das kann man nicht als "nicht-an-sie-denken" bezeichnen. Icon_wink
Aber ja, David hätte es sicher gut getan, wenn sich der Knoten endlich gelößt hätte.

Zitat:Vielleicht auch als Symbol für das Leben. Immer in Bewegung eben. Und gerade als Norah ja noch ihr "normales" "ruhiges" Leben hatte war sie ja besonders von dem sprudelnden, rauhen Fluss beeindruckt. Icon_smile
Genau, so sehe ich die Flüße auch. Ein zentrales Bild für das Leben, gewaltig und immer in Bewegung.

Zitat:Als Caro dann vor ihrer Tür steht, war ich auch wieder sehr, sehr überrascht und irgendwie war ich auch ein klein wenig enttäuscht.
Ich fand es irgendwie genau richtig. Es wurde einfach Zeit. Und es war ja knapp ... ein wenig später und Norah hätte nicht mehr in diesem Haus gewohnt.

23. Kapitel-Von Asche und Plattenspielern
Ob Paul möglicherweise wirklich "nur" auf ein Kind aus war? Ich meine, er war Zeit seines Lebens auf der Suche nach Phoebe ... also ein Ersatz? Eine gewisse Ähnlichkeit zu Paul wäre das, der auch immer einen Ersatz für Phoebe in seinen Fotos gesucht hat.
Aber als Paul später sein Gespräch im Michelle rekapituliert, wirkt es eher, so als würde sie sehr überzogen reagieren. Ab da war klar, dass die Beziehung nicht weiter geht. (Was ich schade fand ... irgendwie geht Kim Edwards sehr interessant mit der Liebe um. Teilweise ist sie nur Schmerz und dann wieder etwas sehr Beglückendes. Eigentlich ist es auch gut, dass nicht alles so einfach gut wird, das wäre ja langweilig. *lacht*)
Interessant fand ich auch, dass Paul eine Art inneren Frieden im Gittarrespielen in kleinen Lokalen gefunden hat, wenig ist geblieben von dem verbitterten Jugendlichen der er mal war.
Als er dann von der Tat Davids erfährt, erkennt man allerdings, dass dieser verbitterte Jugendliche immernoch irgendwo in ihm steckt. Er glaubt weiterhin, dass David ihn nicht gewollt habe, so wie er sei. Schade, dass dieses Missverständniss nie aufgeklärt wurde.
Ob Phoebe wirklich die Neigungen hat, die David sich immer bei Paul gewünscht hat (Phoebe spielt gern Basketball)? Das wäre ein unterstreichungswürdiges Detail.^^
(Wie die Beziehung zwischen Michelle und Paul schließlich abgewickelt wird *sie würde ihn nie so sehr lieben, wie er sie* war mir dann etwas zu knapp. Zu glatt.)

Dann die Begenung mit Phoebe. Sie ist nicht voller Wiedersehensfreude, wie man vielleicht erwarten würde. Und das ist auch gut so. Viel realistischer so ... nachvollziehbarer und das Buch bekommt nicht einfach ein Happy End aufgeproft, vor allem weil das Verhältniss vorerst schwierig bleibt.

24. Kapitel-Von Hochzeitstoren und besungenen Grabsteinen
Der Abspann sozusagen ... Norah heiratet erneut und scheint diesmal ihr Glück gefunden zu haben ... insgesamt ist alles offen, erst Norah und später Paul versuchen David zu vergeben und werden es wohl schaffen. Paul nähert sich Phoebe deutlich an und das Buch endet am Grabstein Davids. Ein schönes Schluss Bild. So als könnte David doch noch sehen, wie seine beiden Kinder wieder zusammen finden. Aber auch ein wenig wehmütig, vor allem wegen den Gedanken die Paul während der Autofahrt hat. Wenn er sich vorstellt, wie es wäre, hätte David Phoebe nicht weggegeben.

***

Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gelesen. Vor allem in der Mitte hatte ich große Probleme, mich zu motivieren, weiterzulesen. Ich glaube mir hat vorallem "Zug" gefehlt. Es war irgendwie keine Richtung erkennbar, in die die Geschichte steuert. Ab Paul's Teenagerzeit geht es dann aufwärts und jetzt das Ende fand ich richtig gut. Es gab im letzten Drittel/Viertel aufeinmal überraschende Wendungen, während der erste Teil nur von David's Tat lebte. An manchen Stellen fand ich Edwards Stil zu oberflächlich, dann hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Ich weiß noch, dass sie vor allem Anfangs einige sehr "bevormundende" Stellen (so hab ich sie zumindest empfunden Icon_wink) drin hatte. Ihre Stärke lag dagegen definitiv in der verknüpfenden Beschreibungen von Landschaft und Gefühlen. Je nach Person und Stimmung konnten Bäume und Blätter ganz anders, manchmal richtig mythisch aussehen. Das hat mir gefallen. Wie gesagt entschädigt das Ende dann für Vieles, aber insgesamt würde ich trotzdem eher zu einer durchschnittlichen Note kommen. Vielleicht bin ich ja zu verwöhnt? ^^
Aber ja: es gab einige Stellen, die sich sehr schön deuten ließen, letztendlich haben auch die Charaktere berührt, wie ich nach Davids Tod feststellen konnte.

Jedenfalls war es schön, das Buch gemeinsam mit dir zu lesen. Auf zu einem neuen Lesekreis würde ich sagen (der hier endet ja dann perfekt). Schade nur, dass wir am Ende nur noch zwei waren. Ich habe mich oft gefragt, wer eigentlich alles für das Buch abgestimmt hatte und dann nicht dabei war ...

Frohes Lesen!

- dein Wanderer

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2021 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme