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Der singende Stein
Beitrag #1 |

Der singende Stein
Der singende Stein - Der Weg zwischen den Sternen 4

[Bild: stein.jpg]

Broschiert: 208 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (3. September 2009)
ISBN-10: 3839108284
ISBN-13: 978-3839108284

Inhalt:
Nach ihrer Rückkehr von einem wichtigen Auftrag finden Harpon und Cassandra ein kleines Mädchen, das sich in den Wäldern Avalons verbirgt. Auf ihrem Heimatplaneten hatte sie uraltes Artefakt berührt und war danach auf der Welt der Unsterblichen wieder zu Bewusstsein gekommen. Harpon und Cassandra bringen sie wieder nach Hause. Dort finden sie eine frühmittelalterliche Kultur vor. Aber der friedliche Eindruck, den sie schon gewonnen hatten, wird jäh zerstört, als die Steuereintreiber des Königs auftauchen und Cassandra gefangen nehmen. Im Kerker wird das ganze Ausmaß der Unterdrückung dieser Menschen erkennbar. Und dann taucht eine noch viele größere Gefahr auf.

Der singende Stein

Cassandra stutzte kurz, als sie auf den großen Panoramabildschirm blickte. Das Schiff hatte die Zielkoordinaten erreicht, aber dort zeigte sich nur der leere Weltraum. Dann dachte sie wieder daran, dass Avalon durch ein Zeitfeld gesichert war, welches das ganze System immer um wenige Minuten in die Zukunft versetzt hielt. Somit blieb es unerreichbar und war vor jeglicher Art von Angriff geschützt. Hier lebte nur sie und Harpon von Armadaan, der letzte Überlebende der Ritter der Ewigkeit. Vor langer Zeit hatte es viele von seiner Art gegeben. Nur ihm jedoch war es gelungen, alle Gefahren zu überleben, denen er in seinem langen Leben ausgesetzt war. Schon seit mehr als 13000 Jahren zog er durchs Weltall und ging den Aufgaben nach, die ihm seine Schöpfer und Auftraggeber, die mächtigen Yr, zukommen ließen. Avalon, diese abgeschiedene, paradiesische Welt, war seither seine Heimat. Ein uraltes Privileg der unsterblichen Ritter gab ihm das Recht dazu, einen ganzen Planeten sein Eigen zu nennen.
Noch vor wenigen Jahren hatte Cassandra auf einer fernen Welt in den Slums einer Großstadt gelebt. Der Ritter hatte sie vor ihrem sicheren Tod gerettet und eine mentale Sperre aus ihrem Geist entfernt. Daraufhin hatte sich das verwahrloste Mädchen langsam in eine Frau von betörender Schönheit verwandelt, und ihre magischen Kräfte waren erwacht.
Schließlich war Cassandra zur Erkenntnis gelangt, dass sie an die Seite dieses Mannes gehörte, und dass sie ihrer Vorsehung folgen musste. Gemeinsam hatten sie ihren Weg zwischen den Sternen angetreten. Während einer langen Reise, die sie quer durch die Milchstrasse geführt hatte, hatten sie erkannt, dass zwischen ihnen eine Bindung besteht, die weit über das Fleischliche hinausgeht. Am Ende der Reise waren sie nach Avalon gelangt. Seitdem war diese Welt auch ihre Heimat. Cassandra war keine gewöhnliche Humanoide sondern eine Comyn. Von ihrem Vater, einem Chelari, hatte sie starke Psi-Kräfte geerbt. Die Chelari, diese geheimnisvollen Wesen, gehörten einem sehr alten Volk an und hatten einst mit ihren Raumschiffen die Tiefen des Weltalls durchforscht. Als sie jedoch erkannten, dass es außer ihrem Volk kein weiteres intelligentes Leben gab, hatten sie ihre Städte verlassen und sich in die Tiefen der Wälder uralter Welten zurückgezogen. Jahrtausende vergingen, ihre Städte und Raumflotten verfielen und ihr Wissen geriet in Vergessenheit. Nur die Kenntnis um die rätselhaften Sternensteine, welche die Chelari in den unendlichen Weiten des Weltalls gefunden hatten, wurde von Generation zu Generation weitergegeben.
Als nach Äonen auf anderen Welten intelligentes Leben entstanden war, hatten sich die Chelari schon so weit entfremdet, dass sie von ihrer Lebensweise nicht abließen, und weiterhin verborgen in Harmonie mit der sie umgebenden Natur lebten.
Cassandras Mutter war Demeter, die Göttin der Liebe und Schönheit. Vor einigen Jahren war sie von den Yr aufgenommen worden, und leitete nun mit ihnen die Geschicke der Völker der Milchstrasse. Nicht nur das unsterbliche Leben, das Cassandra in sich trug, hatte sie reifen lassen. Auch das Erbe ihrer Mutter hatte eine Wandlung bewirkt. Sie war jetzt selbst eine Göttin, die Göttin des Mondes.
Erleichtert atmete Cassandra auf, als Harpon das Zeitfeld deaktivierte und Avalon auf dem großen Bildschirm in der Zentrale des Ewigkeitsraumschiffes Nepokadnezar erschien. Anstrengende Wochen lagen hinter ihnen. Aber in wenigen Minuten würde sie und ihr Lebenspartner wieder zu Hause sein.
Die Mondgöttin musste wieder an die Verhandlungen denken, an denen sie teilgenommen hatten. Die Vereinigten Planeten, ein friedlicher Zusammenschluss des Großteils der Raum fahrenden Völker der Milchstrasse, hatte dank ihrer und Harpons Hilfe diplomatische Kontakte zur Föderation der Völker Andromedas aufgenommen. Schon vor Monaten war beschlossen worden, auf halbem Weg zwischen der Milchstrasse und Andromeda eine Raumstation zu errichten, die ständig von Vertretern beider Gruppen besetzt werden sollte. Was aber Ausführung und Bau der Station anging, darüber konnte lange Zeit keine Einigung erzielt werden. Deswegen waren Harpon und Cassandra gebeten worden, an den Verhandlungen teilzunehmen. Da ihre Auftraggeber, die mächtigen Yr, die in einem anderen Raum-Zeit-Kontinuum lebten, ihnen keine anderen Aufgaben zukommen ließen, hatten sie der Verwaltung der Vereinigten Planeten zugesagt. Was das gemeinsame Bauvorhaben erschwert hatte, das waren die unterschiedlichen Technologien der beiden Partner.
Während Harpon mit den Technikern in eine Diskussion über Energiekopplungen verwickelt war, hatte Cassandra die Pläne der Raumstation betrachtet. Die äußere Form glich einem Rotationsellipsoiden. Sie hatte schließlich eine einfache, aber wirkungsvolle Idee. Die Mondgöttin nahm die Zeichnung, stieg sie auf einen Tisch und wartete, bis sich alle Anwesenden ihr zugewandt hatten.
Cassandra fühlte die bewundernden Blicke auf sich ruhen. Auch in der schlichten Bordkombination kam ihre betörende Schönheit zur Geltung. Ihr langes kupferfarbenes Haar hatte sie wie immer zu einem dicken Zopf geflochten, der ihr bis zur Hüfte reichte. Mir ihren bernsteinfarbenen Augen blickte sie auf die Versammelten hinab. „Sie wollen die Station gemeinsam bauen. Das ist ein sehr ehrgeiziges, noch nie da gewesenes Projekt. Aber was halten Sie von folgendem Vorschlag?“ Cassandra hielt die Zeichnung hoch und zerschnitt sie mit einer Schere in zwei symmetrische Teile. „Jede Partei baut eine Hälfte der Station. Und am Zielort werden die beide Teile zusammengefügt.“ Sie führte die beiden Hälften der Zeichnung zusammen. „So gibt es keine Probleme mit der unterschiedlichen Technologie und das Zusammenfügen könnte einen weiteren freundschaftlichen Akt darstellen.“
Zuerst herrschte auf beiden Seiten Ruhe. Die Anwesenden schienen angestrengt nachzudenken. Aber dann stimmten immer mehr Cassandras Vorschlag zu und schließlich wurde diese Lösung von beiden Parteien akzeptiert.
Harpon war sehr beeindruckt vom Vorschlag seiner Frau. Gerade in der Einfachheit lag die Genialität dieses Planes. Nachdem die beiden Parteien damit begonnen hatten, die Lage und Größe der Übergänge zwischen den beiden Hälften der Station festzulegen, hatten sich Cassandra und Harpon wieder verabschiedet.

Die Nepokadnezar tauchte in die Atmosphäre Avalons ein und näherte sich dem Kontinent, auf dem Cassandra und Harpon lebten. Es war bereits Herbst und das flammend bunte Meer der Wälder zog unter dem Schiff hinweg. Endlich kam ihr Haus in Sicht und das gigantische Raumschiff setzte in einem Kraftfeld auf der Landefläche auf.
Harpon verließ den Kommandosessel und seine Frau fiel in seine Arme.
Sie legte den Kopf an seine Schulter und seufzte: „Endlich wieder zu Hause! Ich will nur noch schlafen, Harpon. Mindestens drei Tage lang.“
„Und ich werde über deinen Schlaf wachen.“
Er blickte in ihre vor Freude strahlenden Augen und seine Lippen näherten sich ihrem Mund. In diesem Augenblick gellte der Eindringlingsalarm durch das Schiff.


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Beitrag #2 |

RE: Der singende Stein
Klingt so weit gut, aber: Ist Demeter in der griechischen Mythologie nicht eigentlich die Göttin der Fruchtbarkeit? Aber der Autor kann das ja abgeändert haben, etc ...

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #3 |

RE: Der singende Stein
(11-09-2009, 19:42)Trinity schrieb: Klingt so weit gut, aber: Ist Demeter in der griechischen Mythologie nicht eigentlich die Göttin der Fruchtbarkeit? Aber der Autor kann das ja abgeändert haben, etc ...

Hallo Trinity,
das ist durchaus denkbar. Da die Handlung nicht auf der Erde spielt, sollte es jedoch nicht stören. Mit gefiel der Name. Deswegen habe ich Cassandras Mutter so genannt.


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