Es ist: 11-11-2019, 20:49
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Grenzgänger
Beitrag #1 |

Grenzgänger
So, dank den fleißigen Kommentatoren konnten endlich die Umbau-, Renovierungs- und Anbauarbeiten an der Geschichte abgeschlossen werden. Wer wissen möchte, wie er den Rohbau fand, kann diesen noch im Archiv bewundern.

Grenzgänger
Jahr 403 der ersten Epoche

Der Vorsommer hatte in Athalem gerade erst begonnen. Die letzten Reste des Schnees waren jedoch noch nicht geschmolzen. Agormis fragte sich, ob er, ebenso wie das schon fast geschmolzene Eis, bald der Vergessenheit zum Opfer fallen würde.
Immer wieder rief er sich ins Gedächtnis, dass er zwar eine kleine, aber eine der stärksten Armeen Gandal’kans in seinem Rücken hatte.
Er war der Hauptmann der Bogenschützen, die das Heer in Richtung der nördlichen Grenzen begleiteten. Von hinten legte sich eine Hand auf Agormis Schulter. Er drehte sich zu seinem Heerführer um.
„Ich weiß, was ihr denkt Hauptmann, aber wir müssen die Männer ruhen lassen.“
„Ja, ich weiß.“
Agormis sah auf ihr Lager hinab und dachte daran, dass gleich hinter den Wäldern die Grenze in den Norden verlief. Sie müssten nur wenige Schritte gehen und sie wären in einem anderen, fremden Land. Einem Land dessen Grenzen der Fürst von Gandal’kan überschreiten wollte.

Der Saum ihres Gewandes raschelte auf dem Boden und ihre Schritte hallten von den steinernen Wänden wider. Der Gang, in den Maryn einbog, war nur mit wenigen Fackeln beleuchtet. Sie brauchte kein Licht, um sich in der Burg zurecht zu finden. Hier war sie geboren und als Kind hatte sie alle nur erdenklichen Winkel erkundet. Nach einigen Schritten sah die Tochter des Fürsten von Gandal’kan einen Lichtschein in dem Halbdunkel auftauchen. Ehrfurcht ergriff Maryn, als sie an ihrem Ziel ankam.
Einer ihrer Vorfahren hatte die Mauer Die Wand der Erinnerung genannt. Der Stein war geschmückt mit den Namen der Helden Gandal’kans. Männer, die in den vergangenen Kriegen tapfer gekämpft hatten. Als Maryn noch ein kleines Mädchen gewesen war, hatte ihr Vater sie auf den Arm gehoben und ihr den Namen ihres Großvaters, den sie nie kennengelernt hatte, auf der Wand gezeigt. Beeindruckt war Maryn den verschlungenen Buchstaben mit ihrem winzigen Finger gefolgt und hatte still der heldenhaften Geschichte gelauscht, die Garlond von seinem Vater erzählte.
„Vater? Warum steht dein Name nicht hier? Du bist doch ebenso tapfer, wie Großvater es war.“
„Weil man dafür tot sein muss.“
Dann verlor sich Maryns Erinnerung in den Nebeln des Vergessens. Sie erinnerte sich aber an das unheimliche Gefühl, das sie spürte, sobald sie vor der Wand stand. Heute war sie nicht mehr das kleine Mädchen auf dem Arm ihres Vaters, sondern die Tochter des Mannes, der ihren Geliebten in den Krieg geschickt hatte.
Sie wusste, weshalb er da war. Er sollte die Männer ihres Vaters in die Schlacht führen. Täglich hatte sie ihn heimlich beobachtet, wie er seine Soldaten darauf vorbereitete zu kämpfen und für Gandal’kan zu sterben. Manchmal, wenn sie sich genug Mut zugesprochen hatte, brachte sie ihm Wasser und wechselte ein paar freundliche - für ihn unbedeutende – Worte mit ihm und fühlte sich als das glücklichste Mädchen in ganz Athalem.
Viel zu schnell kam der Tag, an dem er mit seiner Armee Richtung Norden marschieren musste. Maryn hatte ihnen nachgeblickt, bis die Dunkelheit sich über Gandal’har gelegt hatte. Als dann der Mond sein silbriges Licht in den Hof der Fürstenburg warf, hatte sie den Entschluss gefasst, ihm ihre Liebe zu gestehen, sobald er zurückgekehrt war.
Maryn bangte Tag für Tag um ihren Liebsten. Solange die Sonne am Himmel stand und sie sich um ihre Aufgaben kümmern musste, konnte sie die Angst unterdrücken. Doch in der Nacht, wenn es in der Burg still wurde, trieb sie die Ungewissheit vor die Wand der Erinnerungen, als ob sein Name dort durch Magie erscheinen würde, wenn der Tod ihn zu sich gerufen hätte.
Ihr ließ der Gedanke, dass ihr Geliebter sich auf der Grenze zwischen Leben und Tod befand und am Ende nur ein weiterer Name auf der Wand sein würde, keine Ruhe.

Sie hatten ihr Lager an den Klippen aufgeschlagen, die Zelte standen für den Feind unsichtbar hinter einem kleinen Waldstück. Trotzdem mussten sie jederzeit damit rechnen, gesehen und angegriffen zu werden. Oruc wollte seine Männer ruhen lassen, bevor sie es wagen würden, die Grenze zu überqueren. Sie würden dafür alle Kraft brauchen, die sie bekommen konnten. Für Agormis Geschmack lagerten sie schon viel zu lange und zu Nahe am Norden.
Er kannte sich mit Grenzen aus, denn er war an der Schwelle zwischen Kayro’kan und Aven’kan geboren worden. Er wusste, wie schwer es war, sie zu überwinden. Sein Dorf, Caralmur, lag nicht weit von den Ufern des Caral entfernt. Zu seinem achten Geburtstag hatte er von seinem Vater einen selbstgeschnitzten Bogen geschenkt bekommen, mit dem er Tag für Tag geübt hatte. Zunächst hatte der kleine Junge die Sehne nicht fest genug ziehen können, sodass der Pfeil nicht sehr weit flog. Doch seine Begeisterung für die Waffe hatte nicht nachgelassen. Sein Vater hatte ihn nicht davon abhalten können, solange auf den aufgestellten Holzscheit zu zielen, bis seine kleinen Hände von der Sehne blutig geschnitten worden waren. Seine Mutter hatte ihm Verbände anlegen müssen, während sie seinem Vater Vorwürfe machte, nicht gut genug auf ihren Sohn aufgepasst zu haben. Als Agormis zum Mann wurde, hatte es für ihn nur ein Ziel gegeben. Die Bogenschützen Gandal’kans. Bereitwillig hatte er sich in die Armee des Fürsten aufnehmen lassen. Seitdem hatte er weder sein Dorf noch seine Eltern wiedergesehen.

Maryn konnte es nicht mehr ertragen, die Namen der Gefallenen zu sehen. Sie kehrte der Wand den Rücken zu und wollte zurück in ihr Zimmer gehen, als sie plötzlich ihre Fassung und den Halt verlor. Tränen liefen ihr die Wangen hinab, ihre Knie gaben nach, sodass sie sich anlehnen musste, um nicht zu stürzen. Genau hier war es, als sie ihren Geliebten das letzte Mal gesprochen hatte, bevor sie ihm durch das Tor nachgeblickt hatte.
Sie hatte möglichst rasch an der ‚Wand der Erinnerungen’ vorbeigehen wollen. Maryn konzentrierte sich darauf ihre Füße anzusehen, um nicht die Mauer anschauen zu müssen.
Plötzlich spürte sie, wie sie gegen etwas Warmes prallte. Rasch wollte sie sich entschuldigen und weitereilen, aber als sie den Kopf hob, blickte sie in das paar dunkler Augen, welches ihr schon lange den Schlaf raubte. Es gehörte Oruc, dem Heerführer ihres Vaters. Wie immer, wenn sie ihn sah, fiel ihr nichts ein, was sie sagen könnte.
„Es tut mir Leid“, stammelte Maryn unweigerlich und atemlos, „ich war in Eile.“
„Das habe ich gemerkt.“ Seine Stimme Klang in ihren Ohren warm, wie die Vorsommerwinde.
„Verzeiht mir meine Neugier, was treibt die Tochter Garlonds zu solcher Eile an?“
Ihr erster Gedanke war, ihm zu verschweigen, dass die Wand ihr unheimlich erschien, aber dann sah sie ihn an. Die Fackeln an den Wänden warfen tanzende Schatten auf sein Gesicht und die Flamme spiegelte sich in seinen Augen wieder. Sein dunkler Bart war gerade gekürzt worden, er erschien ihr schöner als je zuvor und sie wusste, dass sie ihn nicht belügen konnte.
„Ich fürchte mich vor der Wand“, flüsterte sie. Ohne dass sie es wollte, war ihre Stimme immer leiser geworden.
„Warum denn? Die Wand zeugt von großen Heldentaten, ruhmreichen Schlachten und sie erhält die Erinnerungen an die Helden Gandal’kans aufrecht.“ Er legte eine Hand auf den Stein.
„Weil man tot sein muss, bevor ein Name dort erscheint.“
„Ja, jedoch muss man heldenhaft gestorben sein. Heldenhaft wie ein Krieger, gefallen in einer Schlacht. Gestorben für Gandal’kan. Auch meine Vorfahren sind hier verewigt und es wäre eine Schande für mich und meine Familie, wenn nicht auch mein Name dort seinen Platz finden würde.“
Eiskalt lief es Maryn den Rücken hinab. Ihr Geliebter Oruc? Tot? Dann würde sie keinen Frieden mehr finden, diesen Gang nicht mehr betreten können, denn sein Name pränge ihr für alle Zeiten von dieser Wand entgegen.
Beinahe erlag sie dem Impuls sich ihm an die Brust zu werfen, um von seinen starken Armen gehalten zu werden. Ihm zu sagen, dass sie es nicht ertrüge, ohne ihn zu leben. Doch sie tat es nicht. Zu groß war die Angst, von ihm abgewiesen zu werden. Sie fasste sich, so wie es für eine Fürstentochter gehörte und antwortete:
„Ihr seid wahrlich ein großer Krieger.“
Maryns Ton war schärfer, als sie beabsichtigt hatte. Plötzlich war Zorn in ihr entflammt. Sie war wütend auf Oruc, weil er so leichtfertig mit seinem Leben umging, ohne sich dafür zu interessieren, dass es Menschen wie sie gab, die um ihn trauern könnten.
Für die ein Leben ohne ihn sinnlos wäre.
Wütend hatte sie ihre Röcke gerafft und hatte den Heerführer alleine zurück gelassen.

Jetzt aber, wo sie ganz alleine, mitten in der Nacht, in diesem Gang saß, bereute sie ihre Wut. Bereute es, ihm nicht ihre Gefühle gesagt und sich nicht von ihm verabschiedet zu haben.
***
„Er ist zu jung!“ Fürst Garlond hatte mit der Faust auf den Tisch geschlagen. Sie saßen im Kaminzimmer, dem Raum, in dem Garlond es bevorzugte, seine Gäste zu empfangen. Die Teppiche an den Wänden repräsentierten angemessen seinen Titel.
„Er ist jung und kräftig“, erwiederte sein Gegenüber und trank einen Schluck Wein aus dem schlichten Becher.
„Und er ist unerfahren.“
„Er befehligt schon seit Jahren meine Leibgarde.“ Zufrieden verschränkte Saphenus seine Finger über dem runden Bauch, er wusste, dass er diesen Disput schon gewonnen hatte. Denn sein Geld lag bereits in den Truhen des Fürsten. Nun galt es nur noch sicherzustellen, dass es seinen Zweck auch erfüllte.
Saphenus sah den Herrscher an. Er ist alt geworden, dachte er, als ihm die grauen Strähnen im Haar Garlonds auffielen. Alt, vergesslich und vorallem beeinflussbar.
Garlond nahm ebenfalls einen tiefen Zug aus seinem Becher.
„Eine Leibgarde ist mit meiner Armee gar nicht zu vergleichen.“
„Dann stell’ ihm nur einen kleinen Teil deiner Armee zur Verfügung. Ein paar Dutzend fallen auch weniger auf, wenn sie die Grenze überqueren.“
Der Fürst trank den nächsten Schluck. Er wusste, dass ein großer Teil seiner Armee vom Geld Saphenus’, seinem ersten Ratgeber, bezahlt wurde. Er wollte einen weiteren Zug trinken, stellte aber fest, dass der Becher leer war.
„Wann bekomme ich endlich etwas zu trinken? Meine Kehle ist schon ganz trocken“, herrschte Garlond seinen Mundschenk an, der für die Wünsche seines Herrschers bereit stand und seine Launen kannte.
Er ist wirklich alt geworden, dachte Saphenus zufrieden und als Garlond einen vollen Becher vor sich stehen hatte, sagte er:
„Schön, dass wir uns einig geworden sind. Oruc wird Heerführer.“
„Ja, natürlich. Er ist immerhin dein Sohn“, stimmte Garlond in einem Ton zu, als hätte er Saphenus dazu überreden müssen.
„Und er wird mit einem Teil deiner Armee Richtung Norden marschieren“, stellte Saphenus fest und in Gedanken ergänzte er, und er wird Gandal’kan beweisen, dass du kein Herrscher mehr bist.
Sehr zufrieden mit sich verließ Saphenus das Kaminzimmer, um Oruc das Gelingen seiner Pläne mitzuteilen.
„Du bist der neue Heerführer, mein Sohn.“
„Wirklich?“ Oruc versuchte sich seinen Missmut nicht anmerken zu lassen. Er wusste, dass sein Vater alle Hoffnungen in ihn setzte, den Namen eines weiteren Familienmitglieds auf der Wand der Erinnerungen platzieren zu können und nicht nur das, er wollte Garlonds Platz einnehmen. Und er wusste, dass sein Vater bereit war, dafür alles zu opfern, sogar ihn, wenn es sein musste.
„Und du wirst ein sehr ruhmreicher Heerführer, der erste, der die Grenze nach Norden überqueren wird.“
„Vater, du weißt, dass man dafür eine größere Armee braucht.“
„Du sollst den Norden nicht erobern, sondern nur betreten, Sohn. Das soll kein Krieg sein, sondern nur eine Schlacht, die dir noch zu Lebzeiten schon einen Platz auf der Wand reservieren wird.“ Aufmunternd hatte er seinem Sohn auf die Schulter geklopft und zusammen waren sie den Gang hinab geschritten und nicht hörbar hatte er geflüstert: „Und mir den Fürstentitel.“
***
Es war üblich, dass die Anführer nicht nur gemeinsam entschieden, sondern auch gemeinsam ruhten. Agormis konnte nicht schlafen, was aber nicht an der bevorstehenden Schlacht lag, sondern daran, das Oruc sich im Schlaf unentwegt hin und her wälzte. Sie hatten ihre Betttücher mit frischem Stroh gefüllt, welches nun ständig unter dem Gewicht des Heerführers raschelte. Agormis seufzte und erhob sich. Er trat vor das Zelt, um sich von der kühlen Nachtluft von seiner Schlaflosigkeit ablenken zu lassen. Er hörte das Knistern des Feuers, lautes Schnarchen aus den Zelten in der Nähe und von Zeit zu Zeit flüsternde Stimmen von ebenso schlaflosen Männern. Der Hauptmann setzte sich ans Feuer und versenkte seine Gedanken in den lodernden Flammen. Er dachte daran, wie sie einander am Hofe des Fürsten vorgestellt worden waren, bevor sie ihre Anweisungen von ihm erhielten.
„Agormis, ich möchte Euch mit unserem neuen Heerführer bekannt machen.“ Der Fremde hatte sich von seinem Stuhl erhoben, hatte sich förmlich verneigt und sich selbst als Oruc vorgestellt. Agormis erkannte, dass er noch sehr jung war, vielleicht noch jünger als er selbst. Einen Moment lang war er darüber so überrascht, dass er fast vergaß, aufzustehen und sich zu verneigen. Er hoffte, dass seine Verblüffung nicht weiter aufgefallen war.
Der Fürst ergriff wieder das Wort: „Orucs Vorfahren haben Gandal’kan bereits einen großen Dienst erwiesen und haben sich alle auf der ‚Wand der Erinnerung’ verewigen können. Es ist zu erwarten, dass auch er heldenhaft für die Interessen Gandal’kans einstehen wird.“
Der Heerführer verneigte sich nun auch vor Garlond und brachte seine Dankbarkeit zum Ausdruck. In diesem Moment entflammte die Wut in Agormis. Nur, weil dieser Jüngling eine Familie hatte, die sich schon seit Ewigkeiten umbringen ließ, bekam er nun die Verantwortung für die gesamte Armee des Fürsten. Und bis zu einem bestimmten Grad auch über die Bogenschützen und somit auch über Agormis. Dieser aber hatte sich seine Position erkämpfen müssen. Er hatte die Bögen der Schützen spannen, ihre Pfeile neu befiedern, ja, ihnen sogar ihre Köcher hinterher tragen müssen, bevor er ihnen zeigen durfte, wie gut er mit dem Bogen umgehen konnte.
Agormis bemühte sich, seine Gefühle gegenüber Oruc nicht erkennbar werden zu lassen und konzentrierte sich auf die Ausführungen des Fürsten.
„Ihr werdet für mich die Grenzen Gandal’kans überschreiten. Die Nördlichen …“
„Sie werden das nicht so einfach zulassen“, gab Oruc zu bedenken. Agormis gefiel es nicht, wie der Jüngling es wagte den Fürsten zu unterbrechen. Noch weniger gefiel ihm, dass Garlond ihn gewähren ließ.
„Deshalb werdet Ihr sie überraschen. Mit einem kleinen Heer könnt ihr unauffällig die Grenze überwinden. Sie werden die Gefahr nicht kommen sehen. Ihr werdet meine Männer so gut ausbilden, dass Ihr auch mit wenigen einiges ausrichten könnt.“
Der Hauptmann zweifelte daran, ob die Pläne des Fürsten so einfach durchzuführen waren, wie dieser es darstellte. Aber die Grenzen der Höflichkeit verboten es, ihm und Oruc zu widersprechen. Den beiden Männern war nichts anderes übrig geblieben, als ergeben zu nicken und sich in ihr Schicksal zu fügen.

Agormis schreckte aus seinen Gedanken hoch, als er spürte, dass jemand neben ihm saß. Er fragte sich, wie lange Oruc wohl schon dort war, es war ihm jedoch eigentlich nicht wichtig.
„Machst du dir auch Sorgen, wegen dem, was bevorsteht?“, fragte der Heerführer unvermittelt.
„Ja“, antwortete Agormis knapp, er verschwieg, dass dies nicht der Grund seiner Schlaflosigkeit war.
„Um ehrlich zu sein, mache ich mir schon lange Sorgen. Seit dem Tag, als ich zum Heerführer ernannt wurde.“
„Wirklich?“ Plötzlich spürte Agormis seine Müdigkeit, stärker als jemals zuvor in dieser Nacht. Er fühlte sich nicht wach genug, für solch ein Gespräch. Er wollte nicht unhöflich sein, sondern einfach abwarten, was Oruc zu erzählen hatte.
„Natürlich. Denn eigentlich wollte ich diesen Posten gar nicht. Aber meine Familie verewigt sich schon seit Generationen auf dieser Wand und erwartet dasselbe von mir.“Er seufzte. „Ich darf meinen Vater nicht enttäuschen.“
„Nun, ich bin nur zur Armee gegangen, weil ich ein recht guter Bogenschütze bin und eigentlich nichts anderes kann. Als der Hauptmann starb, musste ich seinen Platz einnehmen. Plötzlich schien die Welt zu groß für mich zu sein.“ Agormis starrte in die Flammen und versuchte die Gefühle aus der Vergangenheit möglichst dort zu lassen.
„Jetzt versuche ich einfach lange genug zu leben, um irgendwann meine Heimat und meine Familie wiederzusehen.“ Plötzlich war seine Müdigkeit verflogen.
Sie saßen wortlos nebeneinander, bis sich die Sonne blutrot am Horizont zeigte. Oruc erhob sich als Erster, legte eine Hand auf Agormis Schulter und sagte: „Das ist nicht der Krieg, nur eine Schlacht.“
„Auch in einer Schlacht kann man sein Leben verlieren“, entgegnete Agormis, dann erhob er sich ebenfalls.

Fassungslos stand Maryn vor der Wand der Erinnerungen. Wie betäubt sah sie dem Steinmetz zu, der Meißel und Hammer erhob, um auf den Steinen einen weiteren Namen unvergesslich werden zu lassen. Tränen flossen an ihren Wangen hinab. Sie wusste, dass sie als Fürstentochter nicht weinen durfte, aber sie konnte es nicht verhindern. Zu viele Nächte waren vergangen, in denen sie schlaflos durch die Burg gewandelt war, unentwegt hoffend, dass ihr Geliebter zu ihr zurückkehren würde.
Tränenverschleiert sah Maryn, wie sich der Meißel senkte, den ersten Buchstaben des Namens formte und hinter der kräftigen Hand des Steinmetzes ein A für aller Augen sichtbar wurde.
Maryn wusste nicht einmal, weshalb sie weinte. Sie war erleichtert, dass Oruc heimgekehrt war, aber er hatte einen hohen Preis dafür zahlen müssen. Schon als er den Burghof betreten hatte, wusste sie, dass seine Gedanken noch immer an den Grenzen weilten, nicht nur an denen des Landes, sondern an den Grenzen seines Verstandes. Sie hatte ihm ihre Liebe gestehen wollen, doch seine Augen sahen sie nicht. Oruc war zwar wieder bei ihr, aber nun war sie weiter von ihm entfernt, als je zuvor. Sein Blick erschien ebenso gebrochen zu sein, wie die Augen der Gefallenen.
Ihr Vater stützte sich schwer und realitätsvergessend auf ihren Arm, auch sein Blick wanderte immerwieder in weit entfernte Ewigkeiten. Sein Verstand und sein Körper zerfallen, dachte Maryn während sie versuchte ihre Tränen zu trocknen. Ihr Blick ging weiter zu Saphenus, Orucs Vater. Seine Miene war verschlossen und Maryn konnte sie nicht deuten. Er kann zufrieden sein. Sein Sohn ist zurück und sein Einfluss auf Vater wird von Tag zu Tag stärker und ich kann nichts dagegen tun.
Hilflosigkeit breitete sich in ihr aus und sie wusste, sie weinte aus Hoffnungslosigkeit.
Sie ließ die Männer hinter sich und blieb erst stehen, als ein kühler Luftzug ihr tränennasses Gesicht streifte. Maryn sah zum Fenster hinaus in den Burghof. Es begann zu schneien.
Der letzte Schnee des Winters fiel auf die blutgetränkte Erde Athalems, auf die Gefallenen Gandal’kans und des Nordens. Für ihn gab es keine Grenzen und keinen Sieger dieser Schlacht. Er bedeckte die Toten beider Seiten.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

RE: Grenzgänger
Hiho Lady!

Da trau ich mich doch mal wieder nach Athalem, und knöpf mir eine Null-Kommentar-Geschichte vor *lächel*
Anmerkungen sind natürlich Geschmackssache (sofern keine „echten“ Fehler) und Vorschläge nur Vorschläge
Falls es zu Verständnisproblemen meinerseits kommt, könnte es natürlich daran liegen, dass ich mich in Athalem eigentlich gar nicht auskenne *lach* über solche Anmerkungen kannst du also ruhig hinweglesen
Erstmal erbsenzählend 2 Cent:

Zitat: „Die letzten Reste des Schnees, waren jedoch “
kein Komma zwischen „Schnees waren“

Zitat: „der Bogenschützen, die das kleine Heer in Richtung der nördlichen Grenzen begleitete
das „kleine“ kann getrost weg, du erwähnst ja schon im Satz zuvor, dass die Armee klein ist;
„begleiteten“ muss es heißen, da die Bogenschützen Plural sind

Zitat: „Ich weiss, was ihr denkt Hauptmann“
Schweizerin? Falls ich ein scharfes s im Text entdecke, liste ich dir die Fehler alle auf *droh* wenn nicht, schieb ich es auf die mangelnde Ausstattung einer Schweizer Tastatur *lach*

Zitat: „Der Saum ihres langen Gewandes raschelte auf dem Boden“
Das Adjektiv ist überflüssig, denn wenn das Gewand nicht lang wäre, würde der Saum kaum auf dem Boden rascheln können *zwinker*

Zitat: „ihre Schritte hallten von den steinernen Wänden wieder.“
„wider“

Zitat: „Als Maryn noch ein kleines Mädchen war,“
„gewesen war“ (sie ist ja keins mehr)

Zitat: „„Vater? Warum steht dein Name nicht hier? Du bist doch ebenso tapfer, wie Großvater es war.“
„Weil man dafür tot sein muss.““

Hm ... die wörtliche Rede aus der Erinnerung finde ich eher unpassend in dieser Szene. Vor allem weil es irgendwie gar nichts mit dem restlichen Drumherum zu tun hat. Würde ich streichen, aber ist natürlich nur meine Meinung

Zitat: „Sie wusste nicht genau woher er kam.“
Wer? Der Vater? Der Geliebte? Der Krieg? Ein Mann, der in eben diesem Moment plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht ist? Nachfolgend wird natürlich klar, dass der Geliebte gemeint ist, aber so einzeln steht der Satz ziemlich ohne Zusammenhang da.
Und die Bezeichnung „Geliebter“ versteh ich nicht so recht. Es ist ja eher Maryns heimlicher Schwarm, wenn ihre intimste Handlung sich darauf beschränkt, dass sie ihm Wasser gebracht hat *grins*
In diesem Absatz – also der kurzen Rückblende auf ihre „gemeinsame“ Zeit springst du zwischen Vergangenheit und Vorvergangenheit hin und her. Streng genommen muss man Rückblenden im Plusquamperfekt halten; bei längeren Absätzen reicht es aus, den ersten und letzten Satz als Rahmen der Rückblende im Plusquamperfekt zu schreiben. Mittendrin solltest du die Zeit aber auf keinen Fall ändern.

Zitat: „und fühlte sich, als das glücklichste Mädchen in ganz Athalem.“
Kein Komma zwischen „sich als“

Zitat: „Viel zu schnell kam der Tag, an dem er mit seiner Armee Richtung Norden marschieren musste.“
Hm ... weiß nur Maryn nicht, woher der Mann gekommen ist oder ist es ein allgemeines Geheimnis? Weil ich als Fürst würde keinem Kerl, über den ich nichts weiß, einfach so eine Armee anvertrauen. Aber wenn er kein Geheimnis aus seiner Herkunft macht, hätte Maryn am Hof doch sicher etwas davon mitbekommen?

Ich bin ja Geschichtstechnisch ein eher unromantischer Mensch. Daher kann ich mit Maryns Gefühl nicht so recht etwas anfangen. Es wirkt wie eine naive Mädchenschwärmerei und ich kann mir nicht vorstellen, warum die Tochter des Fürsten so schüchtern ist. Immerhin ist sie eine wichtige Persönlichkeit, oder nicht?
Hast du bewusst den Namen des „Geliebten“ nicht erwähnt? Ich nehme mal an, es ist Agormis, aber vielleicht ist er es auch grade nicht und du willst nur, dass der Leser das denkt, deshalb gibst du ihm keinen Namen. Oder hat Maryn nichtmal den Namen des Mannes in Erfahrung bringen können? *zwinker*

Zitat: „die Zelte standen für den Feind unsichtbar, hinter einem kleinen Waldstück“
entweder das Komma zwischen „unsichtbar hinter“ weg, oder eins zwischen „standen, für“ dazu

Zitat: „Sie würden dafür alle Kraft brauchen, die sie griegen konnten. Für Agromis Geschmack lagerten sie schon viel zu lange und zu Nahe am Norden.“
„kriegen“;
das klingt so, als wäre „der Norden“ das Land, in das sie einfallen wollen. Gib ihm doch einen konkreten Namen, der Norden ist schließlich nur eine Himmelsrichtung. Und warum braucht das Überschreiten der Grenze Kraft? Ist sie magisch gesichert oder von einer Art Chinesischer Mauer umgeben? Erwartet eine feindliche Armee sie? Müssen sie einen reißenden Strom überqueren?
Wenns Athalem-Wissen ist, brauchst du die Fragen natürlich nicht zu beachten

Zitat: „Er wusste, wie schwer es war sie zu überwinden.“
Woher weiß er das? Und was genau ist denn so schwer daran?
Komma zwischen „war, sie“

Zitat: „Vorwürfe machte nicht gut genug auf ihren Sohn aufgepasst zu haben.“
Komma zwischen „machte, nicht“
Hier in der Rückblende sind die Zeiten wieder bissl durcheinander gekommen


Zitat: „als sie plötzlich ihre Fassung und den Halt verlor.“
Hm, das kommt sehr unmotiviert daher. Warum bricht sie plötzlich zusammen?

Zitat: „Es gehörte Oruc, dem Heerführer “
Aso, lag ich also falsch mit Agormis *lach*

Zitat: „wie die Vorsommerwinde.
„Verzeiht mir meine Neugier, was treibt die Tochter Garlonds zu solcher Eile an?“ “

Da brauchst du keinen Absatz machen, weil der Sprecher ja nicht wechselt.

Zitat: „er erschien ihr schöner als je zuvor und sie wusste, dass sie ihn nicht belügen konnte.“
*schauder* Also da kannst du nix für, aber bei solchen Aussagen schüttelts mich immer *hoffnungsloser Nicht-Romantiker sei*

Zitat: „flüsterte sie, ohne dass sie es wollte, war ihre Stimme immer leiser geworden.“
hier würde ich einen Punkt nach „flüsterte sie“ empfehlen, weil sich das „ohne dass sie es wollte“ sonst zuerst auf das „flüstern“ bezieht

Zitat: „Beinahe erlag sie dem Impuls sich ihm an die Brust zu werfen, um von seinen starken Armen gehalten zu werden.“
Ich denke mal, das ist beabsichtig, dass das hier so richtig schnulzig klingt? *lächel*

Zitat: „Plötzlich war Zorn in ihr Entflammt. “
„entflammt“ klein

Zitat: „in diesem Gang saß bereute sie ihre Wut.“
Komma zwischen „saß, bereute“

Zitat: „dem Raum in dem Garlond es bevorzugte seine Gäste zu empfangen.“
Komma zwischen „Raum, in“ und „bevorzugte, seine“

Zitat: „Ein paar Dutzend fallen auch weniger auf, wenn sie die Grenze überqueren.““
Findet dieses Treffen in der Vergangenheit statt und es geht um den Trupp, der am Anfang der Geschichte schon vor der Grenze steht? Der junge Leibwachenanführer ist dann wahrscheinlich Oruc

Zitat: „dass ein großer Teil seiner Armee vom Geld Saphenus“
„Saphenus “ möchte ein Genitiv-Apostroph haben *lächel*

Hm, wenn Oruc der Sohn des ersten Beraters des Fürsten ist, wieso weiß dann niemand – oder zumindest die Fürstentocher davon?

Zitat: „dafür alles zu Opfern, sogar ihn, wenn es sein“
„opfern“ klein

Zitat: „sondern nur betreten, Sohn.Das soll kein Krieg sein “
Leerzeichen nach dem Punkt

In dem Absatz mit Fürst, Sapherus und Oruc springst du teilweise in der Perspektive, was ich persönlich gar nicht mag. Vielleicht schaust du mal, dass du es etwas einheitlicher hältst?


Zitat: „„Agormis ich möchte Euch mit unserem neuen Heerführer “
Komma zwischen „Agormis, ich“

Zitat: „Nur, weil dieser Jüngling eine Familie hatte, die sich schon seit Ewigkeiten umbringen ließ, bekam er nun die Verantwortung für die gesamte Armee des Fürsten.“
Ja, echt genial! „hey, mein Familie war schon immer gut im Sterben, ich kann das auch!“ *lach* Wundert mich eh, dass die Männer sich offenbar ohne Widerstand von einem vollkommen Fremden auf eine so gefährliche (und sinnlose?) Mission führen lassen. Was wollen sie überhaupt da im Norden? Ich mein, der Fürst muss ja keine Gründe haben, aber was hat er seinen Männern denn gesagt? „Geht mal nach Norden, da werdet ihr schon irgendwas zu tun bekommen“?

Zitat: „Mit einem kleinen Heer könntIihr unauffällig die Grenze überwinden.“
„könnt Ihr“

Zitat: „Aber die Grenzen der Höflichkeit verboten es ihm und Oruc zu widersprechen.“
jenachdem was du sagen möchtest fehlt ein Komma entweder zwischen „es, ihm“ oder „Oruc zu“;
bei ersterem würden die Grenzen der Höflichkeit verbieten, dass Agormis und Oruc widersprechen, bei zweiterem würden die Grenzen der Höflichkeit verbieten, dass Agormis dem Fürsten und Oruc widerspricht

Am Rande: Ich glaub, ich schreib dauernd „Orcu“ statt „Oruc“, sorry dafür *lach*

Zitat: „„Wirklich?“, plötzlich spürte Agormis seine Müdigkeit,“
Kein Komma hinter der wörtlichen Rede und das „Plötzlich“ groß

Zitat: „dieser Wand und erwartet dasselbe von mir“, er seufzte.
„Ich darf meinen Vater “

Entweder „„von mir“, seufzte er.“
oder „„von mir.“ Er seufzte.“
Danach kein Absatz, weil der Sprecher nicht wechselt

Zitat: „Jetzt versuche ich einfach lange genug zu Leben, um irgendwann meine Heimat und meine Familie wiederzusehen “
„leben“ klein;
Er hat seine Familie doch seit seinem Eintritt in die Armee nicht mehr gesehen, aber hier klingt es so, als würde er sie schrecklich vermissen. Warum ist er sie nicht einfach mal besuchen gegangen?

Zitat: „Wie betäubt sah sie dem Steinmetz zu der Meißel und Hammer erhob“
Komma zwischen „zu der“

Zitat: „Maryn wusste nich einmal, weshalb sie weinte.“
„nicht“

Zitat: „Ihr Blick ging weiter zu Saphenus, Orucs Vater.“
Na,dann weiß sie ja doch, wo Oruc herkommt? *verwirrt sei*

Hm... es kann natürlich sein, dass die Schlacht, die da im Norden geschlagen wurde, allgemein bekannt in der Athalemschen Welt ist, für mich bleibt da leider nur ein großes Fragezeichen. Warum ziehen die Männer aus? Wie stärkt dieses Überqueren der Grenzen den Berater des Königs? Was ist denn überhaupt an den Grenzen? Wem oder Was ist Oruc begegnet, dass er seinen Verstand verloren hat?
Dadurch entwickelt sich für mich in der Geschichte leider keine Spannung, Maryns Bangen um ihren „Geliebten“ ist mir zu ... „kitischig“, um mitfühlen zu können und wirklich passieren tut ja eigentlich nix.

Das abschließende Bild mit dem Schnee gefällt mir ausgesprochen gut. Mit ein bisschen mehr Athalem-Wissen hätte ich mich wahrscheinlich besser in die Welt einfühlen können. Zumindest einen Hinweis darauf, was denn so schreckliches an den Grenzen zum Norden lauert könntest du doch in einem Nebensatz irgendwo einfließen lassen? *lächel*

Vielleicht konzentrierst du dich entweder nur auf einen Strang (Liebesgeschichte / Sinnloser Kriegszug / Intrigen am Hof / Agormis’ Geschichte) oder baust die Geschichte weiter aus, so dass alle Punkte genügend Platz bekommen. Im Moment sind noch sehr viele Rückblenden drin, die man so gut es geht eigentlich vermeiden sollte. Für den Leser ist es immer spannender, etwas „life“ mitzuerleben, als es nur aus der Vergangenheit erzählt zu bekommen.

Ja, soviel von mir, ich hoffe, du kannst was damit anfangen *lächel*
Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
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Beitrag #3 |

RE: Grenzgänger
Hallo Lanna,

schön, dass sich jemand der "neuen" Geschichte annimmt und es ist schön, dass du dich nach Athalem traust. Icon_smile

Zitat:
Zitat:Zitat: „„Vater? Warum steht dein Name nicht hier? Du bist doch ebenso tapfer, wie Großvater es war.“
„Weil man dafür tot sein muss.““
Hm ... die wörtliche Rede aus der Erinnerung finde ich eher unpassend in dieser Szene. Vor allem weil es irgendwie gar nichts mit dem restlichen Drumherum zu tun hat. Würde ich streichen, aber ist natürlich nur meine Meinung

Hmm, irgendwie muss ich dir recht geben, es passt nicht so ganz rein. Aber ich wollte hier unbedingt dieses "Weil man dafür tot sein muss" einbauen. Ich werd mir mal Gedanken dadrum machen, erstmal lass ich es stehen.
Zitat:
Zitat:Zitat: „Sie wusste nicht genau woher er kam.“
Wer? Der Vater? Der Geliebte? Der Krieg? Ein Mann, der in eben diesem Moment plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht ist? Nachfolgend wird natürlich klar, dass der Geliebte gemeint ist, aber so einzeln steht der Satz ziemlich ohne Zusammenhang da.
Und die Bezeichnung „Geliebter“ versteh ich nicht so recht. Es ist ja eher Maryns heimlicher Schwarm, wenn ihre intimste Handlung sich darauf beschränkt, dass sie ihm Wasser gebracht hat *grins*
In diesem Absatz – also der kurzen Rückblende auf ihre „gemeinsame“ Zeit springst du zwischen Vergangenheit und Vorvergangenheit hin und her. Streng genommen muss man Rückblenden im Plusquamperfekt halten; bei längeren Absätzen reicht es aus, den ersten und letzten Satz als Rahmen der Rückblende im Plusquamperfekt zu schreiben. Mittendrin solltest du die Zeit aber auf keinen Fall ändern.

Ich hab mit Absicht den Absatz mit diesem "schwammigen" Satz angefangen, weil ich mir dachte, dass man dann unwillkürlich weitliest, wenn man rausfinden will um wen es geht. Mag Geschmackssache sein, ob man so "zuammenhanglose" Sätze mag oder nicht. Icon_wink
Ja, er ist nur ihr Schwarm, natürlich, aber sie selbst bezeichnet ihn als "Geliebten", was ich ihr im Zustand der Verliebtheit durchaus zutraue.
Ja, mit den Zeiten bin ich da durcheinander geraten, ich werd da nochmal drüber gucken müssen.


Zitat:
Zitat:Zitat: „Viel zu schnell kam der Tag, an dem er mit seiner Armee Richtung Norden marschieren musste.“
Hm ... weiß nur Maryn nicht, woher der Mann gekommen ist oder ist es ein allgemeines Geheimnis? Weil ich als Fürst würde keinem Kerl, über den ich nichts weiß, einfach so eine Armee anvertrauen. Aber wenn er kein Geheimnis aus seiner Herkunft macht, hätte Maryn am Hof doch sicher etwas davon mitbekommen?

Nein, es ist kein Geheimnis und Garlond, weiß es auch sehr genau, wo er herkommt. Ich dachte mir, dass es nur Maryn zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß. Hmm, klingt irgendwie nicht so logisch, ich schätze ich muss das ändern.

Zitat:
Zitat:Zitat: „Ein paar Dutzend fallen auch weniger auf, wenn sie die Grenze überqueren.““
Findet dieses Treffen in der Vergangenheit statt und es geht um den Trupp, der am Anfang der Geschichte schon vor der Grenze steht? Der junge Leibwachenanführer ist dann wahrscheinlich Oruc

Ja, das hast du richtig erkannt. Das ist gut, weil ich genau diesen Absatz neu eingebaut habe. Mal sehen, wie du mit dem zurechtkommst. Icon_smile

Zitat:Warum ziehen die Männer aus? Wie stärkt dieses Überqueren der Grenzen den Berater des Königs? Was ist denn überhaupt an den Grenzen? Wem oder Was ist Oruc begegnet, dass er seinen Verstand verloren hat?

Oje, dass ist aber nicht gut, wenn noch soviele Fragen offen geblieben sind. Nun, das Überqueren der Grenzen ist eigentlich recht sinnlos und es stärkt den Berater deshalb, weil durch diese sinnlose Aktion Garlonds Regierungsunfähigkeit rauskommen soll.Das bedeutet, dass an diesen Grenzen eigentlich auch gar nichts ist. Oruc hat eben zum ersten Mal eine richtige Schlacht erlebt und da erstmal seinen Verstand verloren.

Zitat:Vielleicht konzentrierst du dich entweder nur auf einen Strang (Liebesgeschichte / Sinnloser Kriegszug / Intrigen am Hof / Agormis’ Geschichte) oder baust die Geschichte weiter aus, so dass alle Punkte genügend Platz bekommen.

Ehrlich gesagt, hatte ich diesen Gedanken auch schon, dass eigentlich alles nur angeschnitten wird und nicht richtig ausformuliert. Aber gerade die Schlacht wollte ich nicht beschreiben, weil ich sowas einfach nicht kann. Aber gerade aus der Intrigengeschichte könnte sich noch eine ganz eigenen Geschichte entwickeln, mal schauen, was mir noch dazu einfällt.

Vielen Dank für deinen mühevollen Kommentar. Es ist gar nicht weiter aufgefallen, dass du dich in Athalem nicht so auskennst, denn zu dem Zeitpunkt wo die Geschichte spielt, ist Athalem sowieso ziemlich "unbeschrieben".
Die Rechtschreibfehler und zu den Punken, wo ich jetzt nichts gesagt habe werde ich deine Verbesserungen eifnach übernehmen. Über alles andere muss ich mir erstmal Gedanken machen.

Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #4 |

RE: Grenzgänger
Hallo Lady,

nachdem ich schon in einigen Kurzgeschichten grestöbert habe, möchte ich mir mal das Athalem genauer anschauen. Von Dir hatte ich glaube ich auch noch keinen Text kommentiert, also fang ich dann mal an Icon_smile

Zitat:Der Vorsommer hatte in Athalem gerade erst begonnen. Die letzten Reste des Schnees waren jedoch noch nicht geschmolzen.

Für den Anfang des Textes würde es mir besser gefallen, die beiden Sätze zu verbinden. Ich finde es liesst sich dann einfach flüssiger:

"Der Vorsommer hatte in Athalem gerade erst begonnen, doch trotzdem waren die letzten Reste des Schnees noch nicht geschmolzen."

Zitat:Der Saum ihres Gewandes raschelte auf dem Boden und ihre Schritte hallten von den steinernen Wänden wider. Der Gang, in den Maryn einbog, war nur mit wenigen Fackeln beleuchtet.

Oh, Du wechselst also die Perspektive, das gefällt mir Icon_smile

Zitat:Heute war sie nicht mehr das kleine Mädchen auf dem Arm ihres Vaters, sondern die Tochter des Mannes, der ihren Geliebten in den Krieg geschickt hatte.
Sie wusste, weshalb er da war. Er sollte die Männer ihres Vaters in die Schlacht führen. Täglich hatte sie ihn heimlich beobachtet, wie er seine Soldaten darauf vorbereitete zu kämpfen und für Gandal’kan zu sterben. Manchmal, wenn sie sich genug Mut zugesprochen hatte, brachte sie ihm Wasser und wechselte ein paar freundliche - für ihn unbedeutende – Worte mit ihm und fühlte sich als das glücklichste Mädchen in ganz Athalem.

Der letzte Satz hat mich etwas irritiert, da du vorher den Mann als Maryns "Geliebten" bezeichnet, dieser jedoch anscheinend nichts von ihren Gefühlen wusste. Mein erster Gedanke war hier nämlich gewesen, dass Maryn eine lange Liebesbeziehung mit ihm hatte und ihr Vater ihn absichtlich in den Krieg geschickt hatte (vllt. da sie für jemand anderen bestimmt war), aber anscheinend hatte sie ja nur ein paar Worte mit ihm gewechselt^^ Ich würde deshalb die Bezeichnung "Geliebter", ändern, das klingt meiner Meinung nach wie "Liebhaber" und verleitet nur zu falschen Schlüssen (spontan fällt mir jedoch nur "Liebster" ein, doch ob das so viel besser ist... vielleicht hast Du eine bessere Idee).

Zitat:Viel zu schnell kam der Tag, an dem er mit seiner Armee Richtung Norden marschieren musste.

Ich dachte sie war noch ein kleines Mädchen als sie sich in ihn verliebte. Es klingt etwas unlogisch, wenn sie heute als junge Frau (davon gehe ich mal aus, dass sie nun um einiges älter ist) sagt, dass der Tag viel zu schnell kam. Hier wäre es gut zu erfahren wielange ihr Schwarm sich denn schon auf dem Marsch mit seiner Armee befindet, vielleicht liegt der Tag des Aufbruchs ja wirklich schon so lange zurück, doch gehe ich im Moment eher davon aus, dass er erst seit einigen Wochen oder Monaten unterwegs ist. Vielleicht kann man diese Information kurz in dem Absatz über Agormis einfügen.

Zitat:Ihr ließ der Gedanke, dass ihr Geliebter sich auf der Grenze zwischen Leben und Tod befand und am Ende nur ein weiterer Name auf der Wand sein würde, keine Ruhe.

Die Art wie du ihren Gedanken beschreibst finde ich sehr gelungen. Übrigens kann man an dieser Stelle die Bezeichnung "Geliebter" stehen lassen, da man ja bereits über ihre Beziehung aufgeklärt wurde.^^

Zitat:Für Agromis Geschmack lagerten sie schon viel zu lange und zu Nahe am Norden.

Tippfehler, ist sein Name nun Agromis oder Agormis?^^

Zitat:Er kannte sich mit Grenzen aus, denn er war an der Schwelle zwischen Kayro’kan und Aven’kan geboren worden.

Ich verstehe, dass du die beiden Namen der Orte hier einbringen willst, um der Geschichte etwas mehr Tiefgang zu verleihen. Jedoch fehlt für den Leser die Informationen um was für Orte es sich genau handelt, sind es nur kleine Städte oder ganze Länder? Auch die Namen sind etwas kompliziert gewählt, die meisten der Leser werden sie wohl nicht behalten, da diese Information nur nebenbei eingeschoben wurde.

Zitat:Seine Stimme Klang in ihren Ohren warm, wie die Vorsommerwinde.

Interessanter Vergleich, guter Einfall.

Zitat:Er ist alt geworden, dachte er, als ihm die grauen Strähnen im Haar Garlonds auffielen. Alt, vergesslich und vorallem beeinflussbar, fügte er in Gedanken hinzu.

Das Ende des Satzes ist Überflüssig, durch die Kursivschrift wird ja deutlich, dass es sich um Gedanken handelt. Und wenn du den Satz nach "beeinflussbar" beendest, wirkt das besonders betonend auf dem Wort, der Gedanke würde viel besser zur Geltung kommen.


Zitat:„Du bist der neue Heerführer, mein Sohn.“

Wieso verkündet er das so beiläufig? Die Information ist doch etwas wichtiges, er könnte z. B. Stolz auf seinen Sohn ausdrücken (auch wenn es nur gespielt wäre). Wie zum Beispiel:
"Ich habe gute Neuigkeiten, mein Sohn. Der Fürst hat dich gerade zum Heerführer ernannt!"

Zitat:„Und du wirst ein sehr ruhmreicher Heerführer, der erste, der die Grenze nach Norden überquert hat.“

"... der erste, der die Grenze nach Norden übergueren wird."

Zitat:In diesem Moment entflammete die Wut in Agormis.

entflammte

Zitat:Maryn wusste nicht einmal, weshalb sie weinte. Sie war erleichtert, dass Oruc heimgekehrt war

Ha, er lebt also noch! Icon_jump

So, das wars, ich bin durch. Insgesamt fand ich deine Geschichte sehr ansprechend und bis auf die Kleinigkeiten, die ich dir genannt habe, ist mir nichts nennenswertes aufgefallen. Sprachlich ist dein Text auch sehr gelungen, ich habe keine Wortwiederholungen oder dergleichen bemerkt. Insgesamt liesst sich dein Text sehr flüssig.
Zum Inhalt: du verstehst es deinen Figuren Tiefgang zu verleihen, man bekommt schnell ein klares Bild über sie und ihren Charakter. Besonders gelungen fand ich das Ende der Geschichte. Einer der Protagonisten verstirbt, ohne dass die anderen seinen Tod betrauern. Und obwohl Oruc und Maryn gewissermaßen wieder vereint sind, haben sie sich weiter von einander entfernt als je zuvor.
Bei Liebesgeschichten bin ich normalerweise kritisch, aber deine hat mir sehr gut gefallen. Ich habe deinen Text gerne gelesen.

Viele Grüsse
Snowlock

so lass ich mich nun durch die Zeit transportieren,
versuch noch meine Passivität zu kaschieren,
indem ich ein Buch les' von der Freiheit nach allen Seiten,
während die Räder stur die Gleise lang gleiten,
als sich endlich, endlich die Frage mir stellt:
wohin fährst du, verhinderter Held?

Felix Römer

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Beitrag #5 |

RE: Grenzgänger
Hallo Snowlock,

Mensch, da hast du ja was ganz altes von mir ausgegraben. Na, da bin ich ja mal gespannt, was du unter der Staubschicht entdeckt hast. Icon_wink

Zitat:Ich würde deshalb die Bezeichnung "Geliebter", ändern, das klingt meiner Meinung nach wie "Liebhaber" und verleitet nur zu falschen Schlüssen (spontan fällt mir jedoch nur "Liebster" ein, doch ob das so viel besser ist... vielleicht hast Du eine bessere Idee).

Ich glaube von dem Wort haben sich noch mehr Leser irritieren lassen. Aber ich hab mir das so gedacht, dass Maryn wie ein richtig verliebter Teenager denkt und ihn eben für sich selbst als "Geliebten" bezeichnet. Deshalb würd ich es gern so lassen, damit so ein kleiner Aha-Effekt entsteht, wenn man weiter liest und merkt, dass sie sich das nur so erträumt. Icon_wink

Zitat:Tippfehler, ist sein Name nun Agromis oder Agormis?^^

Doh

Zitat:Ich verstehe, dass du die beiden Namen der Orte hier einbringen willst, um der Geschichte etwas mehr Tiefgang zu verleihen. Jedoch fehlt für den Leser die Informationen um was für Orte es sich genau handelt, sind es nur kleine Städte oder ganze Länder? Auch die Namen sind etwas kompliziert gewählt, die meisten der Leser werden sie wohl nicht behalten, da diese Information nur nebenbei eingeschoben wurde.

Die müssen leider so bleiben. Die beiden Länder heißen eben so. Ich denke, die Info ist auch eher was für die Athalem-Freaks, die sich da richtig gut auskennen, alle anderen Leser können ja drüber weglesen. Icon_wink

Zitat:Bei Liebesgeschichten bin ich normalerweise kritisch, aber deine hat mir sehr gut gefallen. Ich habe deinen Text gerne gelesen.

Naja, so eine richtige Liebesgeschichte ist es ja nicht. Es sollte ja um die Schlacht gehen und Maryn ist eben zufällig in einen von den beiden verliebt. Icon_smile

Deine anderen Anmerkungen werd ich mir mal anschauen, wie ich das umsetze.
So, dann vielen Dank für das ausbuddeln und beschäftigen mit meiner Geschichte und natürlich für den Kommentar. Es freut mich, dass sie so gut bei dir angekommen ist und du sie gern gelesen hast, das ist doch alles was ich wollte. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #6 |

RE: Grenzgänger
Hallo Lady,

Zur Zeit bin ich ja in Athalem unterwegs und lese viele schöne Geschichten. Deine habe ich auch mit Begeisterung gelesen. Ich finde, wir beiden haben schon einen ähnlichen Stil, ich schreibe ja auch gerne auf der Romantikschiene.  Icon_smile

Auffallend ist, dass du ziemlich oft zwischen den Zeiten wechselst, wo du im Präteritum bleiben könntest. Deswegen werde ich dir da nur einige Beispiele nennen, da es echt viele sind, aber vielleicht schaust du selbst nochmal drüber.  Icon_smile

Zitat:Als Maryn noch ein kleines Mädchen gewesen war, hatte ihr Vater sie auf den Arm gehoben und ihr den Namen ihres Großvaters, den sie nie kennengelernt hatte, auf der Wand gezeigt.
Das hier ist so ein Beispiel und außerdem hast du eine unschöne  Dopplung von hatte. Du kannst das folgendermaßen auflösen: Als Maryn noch ein kleines Mädchen war, hob ihr Vater sie auf den Arm und zeigte ihr den Namen ihres Großvaters, den sie kennengelernt hatte.

Zitat:„Weil man dafür tot sein muss.“
Mit dem Satz habe ich auch so meine Probleme. Weil man dafür tot sein muss, das impliziert, dass man einfach gestorben sein muss, egal wie. Lass den Vater doch gleich erklären, dass man dafür ruhmreich in der Schlacht gefallen sein muss.

Zitat:eute war sie nicht mehr das kleine Mädchen auf dem Arm ihres Vaters, sondern die Tochter des Mannes, der ihren Geliebten in den Krieg geschickt hatte.
Hier musste ich schmunzeln. Klang nämlich so, als habe der Herr Papa sich des ungeliebten Schwiegersohnes in spe entledigen wollen Mrgreen

Zitat:Sie wusste, weshalb er da war.
Großes Mädchen, bekommt ein Fleißsternchen... ernsthaft, diesen Satz kannst du getrost streichen.

Zitat:brachte sie ihm Wasser
Die Fürstentochter spielt Dienstmagd? Ernsthaft? Icon_confused

Zitat:Maryn hatte ihnen nachgeblickt, bis die Dunkelheit sich über Gandal’har gelegt hatte. Als dann der Mond sein silbriges Licht in den Hof der Fürstenburg warf, hatte sie den Entschluss gefasst, ihm ihre Liebe zu gestehen, sobald er zurückgekehrt war. 

Maryn bangte Tag für Tag um ihren Liebsten. Solange die Sonne am Himmel stand und sie sich um ihre Aufgaben kümmern musste, konnte sie die Angst unterdrücken. Doch in der Nacht, wenn es in der Burg still wurde, trieb sie die Ungewissheit vor die Wand der Erinnerungen, als ob sein Name dort durch Magie erscheinen würde, wenn der Tod ihn zu sich gerufen hätte.
Diesen Abschnitt kannst du komplett in der einfachen Vergangenheit schreiben. Ich bange richtig mit Maryn mit, dass ihr Geliebter wieder zurück kommt, obwohl ich schon Schlimmes ahne...


Zitat:Zu seinem achten Geburtstag hatte er von seinem Vater einen selbstgeschnitzten Bogen geschenkt bekommen, mit dem er Tag für Tag geübt hatte. Zunächst hatte der kleine Junge die Sehne nicht fest genug ziehen können, sodass der Pfeil nicht sehr weit flog. Doch seine Begeisterung für die Waffe hatte nicht nachgelassen. Sein Vater hatte ihn nicht davon abhalten können, solange auf den aufgestellten Holzscheit zu zielen, bis seine kleinen Hände von der Sehne blutig geschnitten worden waren. Seine Mutter hatte ihm Verbände anlegen müssen, während sie seinem Vater Vorwürfe machte, nicht gut genug auf ihren Sohn aufgepasst zu haben. 
Man spannt die Sehne und zieht sie nicht. Du hast in dem Abschnitt eine Dopplung von können und auch von Vater. Wenn du das zweite Vater durch ihren Gatten / Ehemann/ Gemahl übersetzt klingt es wesentlich besser. 

Zitat:Rasch wollte sie sich entschuldigen und weitereilen, aber als sie den Kopf hob, blickte sie in das paar dunkler Augen, welches ihr schon lange den Schlaf raubte. 
Paar groß in dem Fall. Donnerwetter, die hat's aber heftig erwischt und er kriegt's nicht mit. Dabei wäre sie eine verdammt gute Partie für ihn.  Icon_lol Icon_lol Icon_lol

Zitat:Bereute es, ihm nicht ihre Gefühle gesagt und sich nicht von ihm verabschiedet zu haben.
ihre Gefühle gestanden zu haben. Obwohl ich überlege, ob sich das für eine stolze Fürstentochter ziemt und ob sie vom Stand her Oruc überhaupt lieben darf, denn das kommt nicht zur Sprache.

Was mir nicht in den Kopf will, Saphenus drängt seinen Sohn ja förmlich dazu, auf dem Schlachtfeld zu sterben, aber dann stirbt doch sein Haus aus, weil Oruc, so wie ich das interpretiere, sein Erbe ist. Saphenus wird kaum ehrenvoll in der Schlacht sterben, wenn er den Fürstentitel anstrebt und wenn seine Familie sich seit Generationen auf dme Schlachtfeld umbringen lässt,dann frage ich mich, warum sie noch nicht ausgestorben sind.

Maryn scheint mir ein kleines weinerliches Mädchen zu sein, statt das Heft in die Hand zu nehmen und ihren Titel zu verteidigen. Bisschen schwach als Frau eines großen Kriegers.

Trotzdem fand ich deine Geschichte echt schön, mit einem unerwarteten Ende, denn jetzt bekommt er nicht nur die Frau, sondern ist auch offensichtlich wahnsinnig geworden und kann den ehrenvollen Tod und seinen Namen auf der Wand ebenso abhaken.

Viele Grüße Persephone

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Beitrag #7 |

RE: Grenzgänger
Hallo Persi,

schön, dass du dich in Athalem herumtreibst. Irgendwie hast du ein Talent dafür meine alten Geschichten wieder auszugraben. Icon_wink  Es ist wirklich interessant, wie mein eigener Text nach so langer Zeit auf mich wirkt. Ich mag die Geschichte irgendwie trotzdem noch.  Icon_wink  Aber jetzt zu deinen Anmerkungen:


Zitat:Auffallend ist, dass du ziemlich oft zwischen den Zeiten wechselst, wo du im Präteritum bleiben könntest. Deswegen werde ich dir da nur einige Beispiele nennen, da es echt viele sind, aber vielleicht schaust du selbst nochmal drüber.

Wird gemacht.  Icon_smile  Das ist irgendwie so ein Problem, welches ich öfter in Geschichten hab, weil ich mir durch Rückblenden selbst ein Bein stelle. Icon_ugly


Zitat:
Zitat:„Weil man dafür tot sein muss.“
Mit dem Satz habe ich auch so meine Probleme. Weil man dafür tot sein muss, das impliziert, dass man einfach gestorben sein muss, egal wie. Lass den Vater doch gleich erklären, dass man dafür ruhmreich in der Schlacht gefallen sein muss.

Tut mir leid, aber den Satz werde ich behalten. Er war zuerst da und darauf habe ich begonnen die Geschichte aufzubauen. Außerdem erscheint mir der Satz so stärker, als wenn ich ein "Weil man dafür ruhmreich gefallen sein muss." Und außerdem bin ich mir nicht mal sicher, ob nicht auch zum Beispiel beliebte Fürsten einen Platz dort finden, auch wenn sie nicht in einer Schlacht gefallen sind. Icon_wink


Zitat:
Zitat:brachte sie ihm Wasser
Die Fürstentochter spielt Dienstmagd? Ernsthaft? [Bild: icon_confused.gif]

Nein, sie spielt nicht Dienstmagd. Sondern sie benutzt den Wasserkrug, als Vorwand um bei ihm zu sein. Sie ist halt ein verliebtes Mädchen, da macht man schon seltsame Dinge. Icon_wink


Zitat:
Zitat:Bereute es, ihm nicht ihre Gefühle gesagt und sich nicht von ihm verabschiedet zu haben.
ihre Gefühle gestanden zu haben. Obwohl ich überlege, ob sich das für eine stolze Fürstentochter ziemt und ob sie vom Stand her Oruc überhaupt lieben darf, denn das kommt nicht zur Sprache.

Die Formulierung wird natürlich ausgebessert, das ist mir eben beim drüberlesen auch aufgefallen. Hmm, ob es sich ziemt seine Gefühle zu gestehen? Keine Ahnung. Aber ich glaube daran denkt sie gar nicht. Och, ich glaube schon, dass diese Ehe zustande käme, schließlich möchte Orucs Vater mal Fürst werden, da würde ihm das wahrscheinlich gut in den Kram passen ...


Zitat:Was mir nicht in den Kopf will, Saphenus drängt seinen Sohn ja förmlich dazu, auf dem Schlachtfeld zu sterben, aber dann stirbt doch sein Haus aus, weil Oruc, so wie ich das interpretiere, sein Erbe ist.

Das sehe ich ehrlich gesagt nicht so. Saphenus geht natürlich davon aus, dass sein Sohn siegreich zurückkommt. Für ihn geht nicht so sehr darum, dass er an die Wand kommt, sondern darum, dass sein Sohn den Norden betritt, also symbolisch was erobert hat.


Zitat:Saphenus wird kaum ehrenvoll in der Schlacht sterben, wenn er den Fürstentitel anstrebt und wenn seine Familie sich seit Generationen auf dme Schlachtfeld umbringen lässt,dann frage ich mich, warum sie noch nicht ausgestorben sind.

Na, weil die immer mehrere Kinder hatten, die eben nicht kinderlos gestorben sind und weil es ja Töchter gibt, die die Familie nicht aussterben lassen. Icon_wink  Ich denke Saphenus geht es wirklich vorrangig darum den Fürstentitel zu erlangen, egal, ob er dann mal an die Wand kommt oder nicht.


Zitat:Maryn scheint mir ein kleines weinerliches Mädchen zu sein, statt das Heft in die Hand zu nehmen und ihren Titel zu verteidigen. Bisschen schwach als Frau eines großen Kriegers.

Ich glaube du stellst sie dir älter vor, als ich es getan habe. Ich habe sie mal im besten Teenie-Alter angesetzt, also so 13/14, da ist man halt eher noch Mädchen, als eine richtige Frau. Welchen Titel soll sie denn verteidigen? Sie ist doch nur die Fürstentochter .... Icon_confused Ich wollte auch mal bewusst von dem Klischee weg, dass sich Mädchen immer gegen ihre Rolle auflehnen müssen, aber ich glaub, das ist schon wieder eine neue Geschichte, wie es jetzt mit ihr und Oruc weiter geht.


Zitat:Trotzdem fand ich deine Geschichte echt schön, mit einem unerwarteten Ende, denn jetzt bekommt er nicht nur die Frau, sondern ist auch offensichtlich wahnsinnig geworden und kann den ehrenvollen Tod und seinen Namen auf der Wand ebenso abhaken.

Freut mich, dass es dir trotzallem gefallen hat, dass ist ja das wichtigste. Ich bin mir aber gar nicht so sicher, ob er tatsächlich das Mädchen bekommt, weil ja niemand von ihren Gefühlen weiß und ich glaube Oruc ist so durch und durch Soldat, dass er sich irgendwann den Platz an der Wand sichern wird.

Also vielen Dank fürs ausgraben der Geschichte, das Lesen und überhaupt für deinen Kommi. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #8 |

RE: Grenzgänger
Hallo Lady,

Am Wochenende hol ich meinen Spaten raus und buddel noch ein paar alte Geschichten von dir aus. Icon_lol

Ich muss bisschen mit dir diskutieren.


Zitat:Die Formulierung wird natürlich ausgebessert, das ist mir eben beim drüberlesen auch aufgefallen. Hmm, ob es sich ziemt seine Gefühle zu gestehen? Keine Ahnung. Aber ich glaube daran denkt sie gar nicht. Och, ich glaube schon, dass diese Ehe zustande käme, schließlich möchte Orucs Vater mal Fürst werden, da würde ihm das wahrscheinlich gut in den Kram passen ...
Ich denke mal, dass Maryns Vater was gegen die Ehe haben könnte, weil er den Titel nicht so verschleudern möchte und Oruc ihm nicht gut genug ist. Von Saphenus gehe ich aus, dass er seinen Sohnemann an die Frau bringen will Mrgreen Du schreibst ja auch oft, dass sie ihre Gefühle unter Kontrolle haben muss, deswegen denke ich, als Fürstentochter dürfte sie ihm nicht ihre Gefühle gestehen


Zitat:Ich glaube du stellst sie dir älter vor, als ich es getan habe. Ich habe sie mal im besten Teenie-Alter angesetzt, also so 13/14, da ist man halt eher noch Mädchen, als eine richtige Frau. Welchen Titel soll sie denn verteidigen? Sie ist doch nur die Fürstentochter
Ich habe sie auf 16 geschätzt, lag ich gar nicht so falsch Mrgreen  kleines frühreifes Ding Mrgreen  Ich dachte, sie könnte sich dagegen auflehnen, dass Saphenus sich den Titel krallt und ihr Haus verteidigen.

Was die Geschichte angeht, so könntest du die Beziehung zwischen Maryn und Oruc hier offen lassen, alles andere was kommt, wird zwar gut sein, weil wir das ja von dir so gewohnt sind, aber den Reiz irgendwie zerstören. Ist jetzt rein subjektiv, da ich Happy Ends in Liebesgeschichten hasse Icon_aufsmaul  Du könntest ja eine Geschichte von davor schreiben. Über Orucs Kindheit und Jugend oder so. Händel das, wie du möchtest, ich werde mich auf alle Fälle draufstürzen.

Bis dann, eine erwartungsvolle Persephone

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Beitrag #9 |

RE: Grenzgänger
Hallo Persi,

dann schau ich mal, was dir noch so eingefallen ist. Icon_wink

Zitat:Ich denke mal, dass Maryns Vater was gegen die Ehe haben könnte, weil er den Titel nicht so verschleudern möchte und Oruc ihm nicht gut genug ist. Von Saphenus gehe ich aus, dass er seinen Sohnemann an die Frau bringen will [Bild: mrgreen.gif] Du schreibst ja auch oft, dass sie ihre Gefühle unter Kontrolle haben muss, deswegen denke ich, als Fürstentochter dürfte sie ihm nicht ihre Gefühle gestehen

Ehrlich gesagt sind das so Gedanken, die ich mir gar nicht gemacht habe. Ich finde das ist auch so eine Sache, die eigentlich auch nicht mehr in meine Geschichte gehört, sondern eher in ein "was danach geschah" passt. Maryn ist eben ein verliebtes Mädel und einerseits, weiß sie natürlich was sich als Fürstentochter gehört, aber andererseits hofft sie natürlich auch, dass Oruc ihre Gefühle erwiedert, wenn sie ihm ihre gesteht. Was ihr Vater genau über Oruc denkt, weiss ich selbst nicht genau, aber sie können keine unbedeutende Familie sein, wenn Saphenus Aussichten auf den Fürstentitel hat. Aber gerade dieses politische Ränkeschmieden, wollte ich nicht so sehr ausbreiten, dass ist einfach nicht mein Thema. Ich hatte das eigentlich nur eingebaut, damit ich einen Grund für diese Schlacht hatte.


Zitat:Ich dachte, sie könnte sich dagegen auflehnen, dass Saphenus sich den Titel krallt und ihr Haus verteidigen.

Nunja, ich glaube sie denkt nicht so "politisch". Und überhaupt, wenn "sich den Titel krallt" bedeutet, dass sie mit Oruc verheiratet wird, ist es ihr wahscheinlich auch recht. Icon_wink Aber ich denke wirklich, dass ist schon Stoff für eine neue Geschichte, ebenso wie die Frage, wie sie nun mit dem veränderten Oruc zurechtkommt.


Zitat:Was die Geschichte angeht, so könntest du die Beziehung zwischen Maryn und Oruc hier offen lassen, alles andere was kommt, wird zwar gut sein, weil wir das ja von dir so gewohnt sind, aber den Reiz irgendwie zerstören.

Ich hatte jetzt nicht vor, hier noch großartig dran rumzufuhrwerken. Gerade, dass das alles hier so offen ist und eben doch eher tragisch, als rosarot, hat für mich hier den Reiz ausgemacht. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

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