Es ist: 09-12-2022, 16:07
Es ist: 09-12-2022, 16:07 Hallo, Gast! (Registrieren)


Fragen zum Prolog
Beitrag #1 |

Fragen zum Prolog
Hallo zusammen,

Ich hab zwei allgemeine Fragen zum Prolog und würde gerne eure Meinung erfahren.

  1. Kurzer oder langer Prolog? Icon_confused
    Was findet ihr passt besser zu nem Roman? Ein kurzer oder langer Prolog, oder überhaupt keiner. Oder denkt ihr eher "Es kommt darauf an...".
    Ich persönlich finde Prologe, die so lange wie ein Kaptiel sind, sehr anstregend zu lesen. Wenn ich im Prolog bin, will ich hauptsächlich zum eigentlichen Geschichtsverlauf kommen.

  2. Zwei Geschichten in einem Prolog? Icon_confused
    Was würdet ihr von zwei verschiedenen Geschichten in einem Prolog halten? Werkle gerade an meinem Prolog herum und kann mich nicht so recht entscheiden. Beide Geschichten haben viel mit dem Roman zu tun sind aber völlig verschieden und spielen zu unterschiedlichen Zeiten und Orten. Daher überleg ich mir ob zwei Geschichten im Prolog vielleicht eine Lösung für mich wäre. Da ich ja aber selbst zu lange Prologe nicht so mag, weiss ich nicht recht. Was meint ihr?

Danke im Voraus!

cheers,
Lijana ^.^

"I wish none of this had happend!"
"So do all who live to see such times. But it's not for them to decide. All you have to decide is what to do, with the time that is given to you!"
- Frodo & Gandalf the Grey by J.R.R. Tolkien

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Beitrag #2 |

RE: Fragen zum Prolog
hm, also ganz ehrlich: prologe vor romanen überlese ich meistens, weil ich gleich den anfang haben- und ins geschehen eintauchen will. sorry, dass ich dir nichts besserers sagen kann - es gibt bestimmt auch andere stimmen, die das gegenteil vertreten und begründen. Icon_wink
hgruß, sigurd


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Beitrag #3 |

RE: Fragen zum Prolog
Hi!
Also, ich habe es mit Prologen auch so. Da ein Kapitel bei mir optimal zehn Seiten misst, beschränke ich mich bei Prolog und Epilog auf zwei bis drei. Der Prolog soll ja nicht alles vorwegnehmen, andererseits aber auch einen Eindruck des Stils und der Story vermitteln.
Wenn es passt - und da kommt es mMn ganz auf das Gefühl des Autors an - dann kann man auch längere Prologe schreiben, Epiloge sind sowieso eine Sache für sich, da sie einen Teil der Auflösung beinhalten (bei mir zumindest). Zwei Geschichten - ich nehme an, du meinst Ereignisse/Handlungsstränge - kann man auch hineinbringen, aber ich finde, man sollte sie entsprechend kürzen und sie auf die prologtypischen Eigenschaften reduzieren: Laune machen, Spannung erzeugen, Stil vermitteln, von allem nur ein Hauch. Z.B. durch Rückblicke der Figuren kann man ev in späteren Abschnitten (ab Kapitel 1 eig) näher auf die Schwere der Ereignisse oder auf Details eingehen, die Folgen sind sowieso erst später zu sehen.
Zum "Überhaupt ein Prolog?": Das kommt auf den Autor an. Ich schreibe meistens einen, denn er gibt mir die Möglichkeit, etwas von der Landschaft zu erzählen, von Details, die in der Geschichte möglicherweise nicht so genannt werden, etc. Dafür streichen sie dir ja, glaube ich, gerne in der Story an sich etwas an, weil es unnötig ist. Aber Atmosphäre wird von jeder Story benötigt. Ganz besonders gilt das natürlich bei Fantasy und bei geht das, weil ich als Prolog zwar "einfache" und meist eher kurze, aber für die Story nicht unwichtige Ereignisse wähle.
Für dein Problem würde ich es wagen dich darauf hinzuweisen, was ich bei mir denken würde: Wenn du dich entscheiden musst, dann sind beide verkehrt. Der Prolog soll nicht gedrückt sein, sondern locker und vor allem Atmosphäre aufbauen. Du betrittst das Gewächshaus, in dem die Geschichte reift, legst die Realität ab und nebenbei dudelt ein erster Geschmack in dein Gehirn, du schnupperst an der andersartigen Luft. Das ist für mich der Prolog. Und dann erst atmest du tief ein.

Himmel, dass ist ja ein kleiner Vortrag geworden! Na, ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen.

Liebste Grüße,
Trinity

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

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Beitrag #4 |

RE: Fragen zum Prolog
Moin.

Zwei Geschichten in Prologen? Joar, das kenne ich zur Zeit. Aber mal ganz ehrlich - warum nicht? Man muss das Ganze eben spannend, neugierig-machend gestalten oder ein bisschen mit der "Kamera" experimentieren. Sprich - was der Leser "sehen" soll. Und dabei kriegt man auch die Übergänge vielleicht hin - vom ersten Strang zum zweiten.

Prologe sollen neugierig machen. Egal wie.

LGD.


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Beitrag #5 |

RE: Fragen zum Prolog
Also für mich ist ein Prolog oft entscheidend, ob ich überhaupt das Buch lese. Zumindest wenn ich in nem Buchladen stehe und schmöckere.
Ein Prolog kann für mich so lang sein wie er will. Natürlich nicht ein drittel des Buches, aber einige Seiten ruhig. Das ist ein Stimmungsmacher, egal ob es dann nochmal angesprochen wird oder nicht. Manchmal ist ein Prolog einfach eine kurze Vorgeschichte zu: wie hat alles begonnen? oder, um zu zeigen, dass das Böse zB wahrlich böse ist.

zu Punkt 2: 2 geschichten in einem ist glaube ich nicht wirklich ein Prolog. Aber es ist auch nicht nötig Prolog zu sagen. Kapitel 1 kann auch dazu dienen einen guten Einstig zu erzeugen und da geht das dann ganz normal mit sovielen erzählsträngen wie du möchtest.

Wenn wir hier aber von einem Prolog reden, der zB eine Geschichte erzählt, so wie bei herr der ringe (der Film), wo gezeigt wird, wie gollum den schatz findet usw, denke ich dass dich für einen entscheiden solltest.
Um aber noch mehr Verwirrung zu stiften Mrgreen : wenn es 2 stränge sind die zusammenführen, noch im prolog, gehts glaub ich doch wieder ...

Zusammenfassend kann man glaub ich sagen: mach wie du willst, hauptsache es ist nicht 100 seiten lang und eigentlich doch schon kapitel 1, weil es zum restlichen Roman gehört

vltt hilfts ... Icon_smile


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Beitrag #6 |

RE: Fragen zum Prolog
Salü salü,

Vielen dank für eure Gedanken! Ich hab schon ein bisschen mehr Ahnung, was ich mit meinem Prolog anstellen will... Icon_wink

Ich werde definitv einen Prolog haben. Wer Prologe nicht mag und ihn überspringt wird deswegen in der Geschichte nicht verloren sein, weil ich den Prolog hauptsächlich als hors-d'œuvre gebrauchen will, der mytisch ist und vor allem die Neugier weckt. Ich hab nicht vor alles mögliche zu erzählen und zu erklären - wie ich das wohl letztes Jahr noch getan hätte Icon_lol - aber so ne kleine Geschichte bzw. Handlung auf die später hingewiesen wird will ich schon reinpacken. Wird aber mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht länger als drei Seiten - eher sogar um die zwei.

Nun zur zweiten Geschichte... also in die Kapitel hineinpacken will ich die nicht. Ich persönlich glaube, dass würde den Leser verwirren - im negativen Sinn. Aber wie Trinity erwähnte, will ich den Prolog auch nicht zu sehr "zwingend-einschränken". Ich persönlich habe keinen Spass dabei Szenen zu lesen, die mir "zugeschnitten" reinkommen, damit's eben doch noch ins Kapitel hineinpasste. Das kommt also gar nicht in Frage.

Ich glaube ich werde beide Handlungen unabhängig voneinander aufschreiben und dann mal sehen wie viele Seiten ich hab. Es ist wahrscheinlich klüger erst dann meine Entscheidung zu treffen. Aber nochmals danke für eure Meinungen - weitere sind natürlich mehr als willkommen!

----------------------------------------------------------------------------
So und jetzt ist mir eben noch eine Frage eingefallen Icon_jump...

3. rätselhaften Vers im Fantasy Prolog - ja oder nein? Icon_confused
Für meinen Fantasy Roman hab ich nen kurzen 4-zeiler Vers geschrieben der etwas rätselhaft ist. Als Beispiel könnt ihr euch Tolkiens Vers über Narsil/Andruil vorstellen...

from the ashes a fire shall be woken,
a light from the shadow shall spring;
renewed shall be the blade that was broken,
the crownless again shall be king.

by J.R.R. Tolkien

Was denkt ihr wie so ein Vers im Prolog wirken würde? Würde er die Neugierde wecken, nervig sein oder würde er gar zuviel preisgeben?

Danke nochmals! Icon_bussi

Grüsse,
Lijana

Cowsleep (<-- muste diese süsse Kuh einfach dazufügen, ohne eigentliche Bedeutung ;P)

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Beitrag #7 |

RE: Fragen zum Prolog
Hallo!
Ja, ich schon wieder Icon_wink

Ein Vers nimmt häufig am Kapitelanfang Platz, was ich für unglücklich halte. Wie im Film Der Herr der Ringe (Ich gestehe, dass ich das beim Buch nicht mehr weiß und kein Nachschlagexemplar besitze) würde ich Verse bei gegebenem Anlass in den Text stellen (bei Träumen, Visionen, kursiv Geschriebenem, etc pp, denn sonst besteht die Gefahr, dass er sich zu weit von der eigentlichen Geschichte entfernt und nur zum Expose oder zu einer Sprüchesammlung mutiert). Im Prolog macht es sich sicher auch gut, da ja genau dort die Rätsel um die Story anfangen. Aber ich würde keine Fünf-Strophen-Gedichte schreiben, die dann gewissermaßen ein Inhaltsverzeichnis dafür sind, welches Geheimnis nun aufgedeckt wird/ an die Reihe kommt. Mit "verschlungenem" Stil (Andeutungen) zu schreiben, reicht bei mir häufig aus, aber das kommt ja auch immer auf den Grad, den Anlass und - natürlich - den Autor an.
Also befürworte ich die Idee, denn es ist deine Idee, die du nicht irgendwoher genommen hast (im gewissen Sinne schon, aber nicht: "Oh, der und der hat das gemacht und es kam gut an" - so wirkt es auf jeden Fall nicht).
Aber Vorsicht: Gerade im Prolog besteht bei vielen Lesern (wenn sie den Prolog lesen Icon_wink) die Gefahr, dass sie immer wieder dieselben Formulierungen und Vergleiche/Motive sehen. Daher sollten Verse eine Ergänzung darstellen, wie ich finde, nicht aber das schwerwiegende Rätsel enthalten, das die Menschheit retten soll, etc. Eine ansehnliche, anmutige Form für diejenigen, denen es im vielfältigen, aber immer grünen Dschungel der Prosa manchmal langweilig wird.

Ich hoffe, ich konnte mich verständlich artikulieren und helfen Icon_smile (Mir fällt gerade auf, dass ich wie jemand schreibe, der sich auskennt *huch* Ich bin nicht so versiert, ich habe bloß einiges gelesen und ausprobiert. Ich hoffe trotzdem, dass ich dir helfen konnte - und allen andere, die es lesen Icon_smile) Und außerdem hast du mich schon mit diesem Thread sehr neugierig auf deinen Prolog gemacht, ich hoffe, du stellst ihn hier ein, wenn du ihn fertig hast!

Fantastische Grüße,
Trinity

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Beitrag #8 |

RE: Fragen zum Prolog
Hallo nochmal Trinity,

Danke für deine Worte. Du konntest mir also schon helfen Icon_wink - und ja, du klingst sehr professionell Mrgreen
Ich werde mit meinem Prolog wahrscheinlich ein bisschen was wagen und sehen wie's ankommt Icon_smile
Hab zwar erst einen Teil geschrieben aber sobald ich ready bin, soll er auf Literatopia erscheinen ^.^

Nochmals danke an alle!

Grüsse,
Lijana

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Beitrag #9 |

RE: Fragen zum Prolog
Zitat:und ja, du klingst sehr professionell :Mrgreen:
:icon_gucker: Smiley_emoticons_blush

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Beitrag #10 |

RE: Fragen zum Prolog
Hallo Lijana,

es gibt sicherlich keine feste Regel, ob ein Prolog in einem Roman nun Sinn macht oder nicht (Ähnliches gilt für den Epilog) und wie lang ein solcher sein sollte. Meine sind vergleichsweise lang. Letztlich bieten sowohl Prolog als auch Epilog einige Vorteile und erweitern die Spielarten innerhalb eines Buches. Ich verwende beides grundsätzlich, um einen Rahmen für die Handlung oder eine historische Einbettung zu schaffen, in eine Welt einzuführen, eine erste Spannung zu erzeugen oder einfach auf eine Weiterführung der Geschichte überzuleiten.
Mit den Versen ist das nicht anders. Im Hauptteil der Story verwende ich sie nicht allzu gerne, weil sie meinen Handlungsverlauf unterbrechen oder gar stören (ich mag auch die Texte der meisten in dieser Form üblicherweise in Fantasybüchern vorgetragenen poetischen Lieder nicht). Manchmal lässt es sich nicht vermeiden. Am besten aber passen sie an den Anfang eines Textes z.B. in den Prolog. Das hat Trinity ja schon ganz passend ausgeführt.

Viele Grüße
Bernd


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