Es ist: 11-04-2021, 16:53
Es ist: 11-04-2021, 16:53 Hallo, Gast! (Registrieren)


Wie gehe ich mit Kommentaren um?
Beitrag #1 |

Wie gehe ich mit Kommentaren um?
Hallo zusammen,

angeregt durch diverse Diskussionen im Skriptorium, dachte ich mir, einmal meine Gedanken zum Thema "Wie gehe ich mit Kommentaren um?" hier zu erläutern.
Hin und wieder kommt es zu Missverständnissen und anstatt mit jedem einzeln drüber zu reden (was ich aber auch weiterhin tun werde), wollte ich mal allgemein ein paar Tipps zum Umgang mit Kommentaren aller Art hier auflisten:


Wie gehe ich mit Lob um?

~ manchem ist Lob "peinlich", auch wenn man sich sehr freut ... viele können damit einfach nicht umgehen und sagen dann lieber gar nichts. Der Kommentator weiß allerdings oft nicht, ob ihr mit Lob umgehen könnt oder nicht - wenn ihr gar nichts dazu sagt, kommt sich der Kommentierende irgendwie doof vor. Also schreibt zumindest immer ein "Danke" Icon_smile ...

~ das gilt übrigens für alle Kommentare. Wenn sich jemand die Mühe macht, sich mit euren Werken zu beschäftigen, hat die Person ein "Danke" verdient!

Wie gehe ich mit konstruktiver Kritik um?

~ schmettert Kritik nicht von vornerein ab - denkt wenigstens drüber nach!

~ ihr müsst nicht alles annehmen, das erwartet niemand. Wenn ihr anderer Meinung seid, seid ihr das eben - steht dazu und erklärt vielleicht dem Kommentator, wieso ihr die Kritik ablehnt.

Wie gehe ich mit destruktiver Kritik um?

~ wenn euch jemand nur zerlegt und keinerlei Verbesserungsvorschläge bringt, dann nicht runterziehen lassen ... man kann drüber nachdenken, aber wenn ihr das Gefühl habt, die Kritik ist total unberechtigt, dann wehrt euch, aber brecht keinen Streit vom Zaun.

Was ist ganz allgemein zu beachten?

~ falls ihr keine Verbesserungsvorschläge etc. wollt, weil das Gedicht oder die Geschichte z.B. sehr alt ist und ihr sowieso nichts ändern wollt, dann schreibt das dazu ... (á la: "ich will einfach nur wissen, wie ihr den Inhalt findet" ...)

~ wenn ihr sehr persönliche Werke reinstellt, seid euch bewusst, dass das niemand außer euch wissen kann. Kritik trifft bei den Werken, die besonders persönlich sind, am meisten - von daher: seid darauf vorbereitet. Ihr könnt auch dazu schreiben, dass es sehr persönlich ist, dann wird jeder darauf Rücksicht nehmen ...

~ wir sind nicht hier, um uns gegenseitig Zucker in den Arsch zu blasen und zu bekunden, wie sehr wir einander verstehen. Sorry, wenn ich es so hart ausdrücke, aber das ist ein Literaturforum und keine Selbstdarstellerplattform - wir sind auch keine Psychologen. Wir gehen Geschichten und Gedichte immer "professionell" an, wir betrachten es "literarisch" - zumindest sehe ich da so und das ist der Standpunkt, von dem ihr ausgehen solltet, wenn ihr nicht enttäuscht werden wollt

(natürlich entwickeln sich auch Freundschaften in einem solchen Forum und natürlich kann man hier auch offene Ohren für Probleme finden, aber das Skriptorium ist nicht dazu da, Seelenstriptease zu betreiben und getätschelt zu werden ...)



So, was fällt euch denn noch ein? Icon_smile

Liebe Grüße

- Zack


P.S.: Mir ist bewusst, dass meine Ausdrucksweise nicht immer superdiplomatisch ist - ich habe keine Lust stundenlang zu überlegen, wie ich was ausdrücke, nur damit sich ja niemand auf die Füße getreten fühlt. Also bevor jemand meint, mir Kälte und Unmenschlichkeit ankreiden zu müssen, genau lesen und bitte per PN und nicht in diesen Thread! Icon_wink ...

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #2 |

RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um?
Zack, danke für diesen Thread! Icon_smile

Kann alle Punkte nur unterschreiben und muss sagen, dass sie auch mir recht am Herzen liegen ...
Wir geben uns hier schließlich Mühe mit unseren Kommentaren - dann gar nicht gewürdigt zu werden oder gar als kleinlicher Haarspalter dazustehen, das demotiviert ungemein.

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

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Beitrag #3 |

RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um?
Hallo zusammen.

Ich würde noch gerne einen Punkt beisteuern.
Kommentare sind für mich ebenfalls eine Form des künstlerischen Schreibens. Und dazu auch eine Art Visitenkarte des Betreffenden. Ich für meinen Teil ärgere mich jedesmal, wenn ich einen Kommentar schreibe, abschicke und dann HAUFENWEISE Fehler bei MIR im Kommentar finde. Icon_wink

Wie gesagt, es gibt keine bessere Werbung für sich und seine Werke, als Kommentare zu schreiben, die den eigenen Geschichten in Stil und Aussagekraft gleichrangig sind.

LG
D.


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Beitrag #4 |

RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um?
Noch ein Tipp, wenn das eigene Werk völlig zerlegt wird und man nicht weiß, wo man hier zum Argumentieren anfangen soll: Es ist OK, wenn man nicht sofort alles durchdiskutiert. Manchmal braucht man einfach Zeit, bis man nicht mehr so innerlich aufgewühlt ist. Man kann ja dem anderem einfach nur mal danken, dass er sich so intensiv mit dem Text auseinander gesetzt hat und dazusagen, dass man erst mal Zeit braucht. Ich glaube, da hat jeder Verständnis dafür, dass nicht alles augenblicklich gehen kann.

Mir hat es immer geholfen, mir die Forendiskussion ins Word zu kopieren (mit Abstand zu allem ist das einfacher) und dann außerhalb des Forums Kommentar für Kommentar "abzuarbeiten". Einzelne kann man auch mal verwerfen, aber man sollte eben auch konkrete Kritikpunkte zumindest mal "durchdenken".


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Beitrag #5 |

RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um?
Danke für eure Ergänzungen Icon_smile ...

Ja, erstmal runterkommen und in Ruhe nachdenken, bevor man aus einem aufgewühlten Zustand heraus Antworten raushaut, ist immer gut.

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #6 |

RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um?
Hallo liebe Poeten und Kommentatoren,

wir sind fast alle hier, um Beachtung zu finden und zu geben. Aber es ist sicher menschlich, dass man diesen feinen Unterschied auch völlig anders empfindet. Natürlich insbesondere, wenn es um die, sag ich es mal milde, hilfreiche Kritik geht. Meist ist man sehr sensibel, wenn das eigene Werk vordergründig auseinandergenommen wird und der Inhalt gar nicht wirklich erkannt wurde. Man liebt schließlich sein Baby und verteidigt es notfalls. Ich denke, das gilt für den "Profi" genauso wie für den Anfänger, nur dass der Anfänger nicht ganz so schulmeisterhaft postet.
Ich neige dazu, mit positiver Tendenz zu kommentieren, denn meiner Meinung nach motiviert dies eher als die Gedichte völlig zu demontieren. Natürlich sollte man auf krasse Fehler hinweisen, wobei hier wirklich der Ton die Musik macht. Und was die Deutung anbetrifft, da kann man ganz bestimmt bei Nichtverstehen nachfragen und bekommt eine zufriedenstellende Antwort. Hellseher ist keiner und schwierige Gedichte auf Anhieb richtig zu verstehen, ist nicht jedermanns Sache. Dazu kommt der individuelle Geschmack.
Ja, und nicht zuletzt, sollte der Kritiker auch seinen Kommentar kritisch beleuchten, bevor er ihn sendet. Alles in allem halte ich viel von guter Forenkultur. Ich denke, das kann man hier bei Euch auch finden.

Helga

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

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Beitrag #7 |

RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um?
@Helga: Wenn du über Kommentare oder den Tonfall darin diskutieren willst, schau doch mal ins Thema "Kommentieren im Skriptorium" Icon_smile

Ich würde dort gern näher auf deine Sichtweise eingehen.

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

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Beitrag #8 |

RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um?
Ich hab zwar nichts hinzuzufügen, möchte aber trotzdem sagen wie hilfreich ich diesen Thread finde!

Wenn jemand sich die Mühe gibt, einen Kommentar zu erfassen, so sollte man sich ebenfalls die Mühe geben, mit dem Kommentar umzugehen Icon_smile

- Lijana ^.^

"I wish none of this had happend!"
"So do all who live to see such times. But it's not for them to decide. All you have to decide is what to do, with the time that is given to you!"
- Frodo & Gandalf the Grey by J.R.R. Tolkien

Lijana's Fire Magic ~ Werkeverzeichnis ^.^

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Beitrag #9 |

RE: Wie gehe ich mit Kommentaren um?
Natürlich unterschreibe ich alles, was Zack so schön ausformuliert hat.
Auch wenns die meisten, die mich länger kennen kaum glauben - es fällt mir verdammt schwer, Kritik zu äußern, die über ein falsches Wort etc. hinausgeht.
Mir ist bewußt, wie sehr man damit einen Menschen, einerlei welche Mühe man sich gibt, nett zu bleiben und den Grund einer Kritik möglichst genau zu erklären, verletzen kann, wie schnell da auch was "in den falschen Hals gerät". Nicht umsonst strotzen Kommis von mir oft vor lauter Entschuldigungen.
Warum mache ich es dann überhaupt?
Weil ich persönlich mit Lobhudelei nicht umgehen kann. Die ist nämlich billig zu haben und erfordert oft nichts weiter, als sich in das Publikum hinein zu versetzen und zu schreiben, was sie erwarten und wie sie es erwarten. Ich schätze, das haben viele von uns im Deutschunterricht schon erfolgreich gelelernt, wenn es galt, in ein Buch exakt hinein zu interpretieren, was der Lehrer hören wollte.
So kommt ja dieser grausame Fantasy - Boom auf dem Büchermarkt zustande, über den ich mich totärgern könnte. Ein gutes Buch verschwindet da unter Bergen von Schrott (sorry, aber ist doch wahr).
Und ich meine halt, dass es anderen genau so geht, es ihnen nicht ausreicht, von Verwandten, Bekannten und Freunden als neuer Goethe bejubelt zu werden. Die meisten hier, so weit ich Geschichten und Kommentare schon gelesen habe, merken oft schon selbst, wos klemmt, wären enttäuscht, wenn man dann, wider besseres Wissen, nix rüberbringen würde als eine Laudatio.
Deshalb einfach an dieser Stelle mal ganz pauschal:
Ich habe einen Heidenrespekt vor jedem Text oder Gedicht, bei dem man merkt, dass der Schreiber Herzblut reingesteckt hat. Und das ist völlig unabhängig davon, ob das betreffende Werk mich selbst anspricht oder nicht.
Wenn ich mal schreibe, man könne dies oder jenes z.B. so oder so ändern, dann nur aus dem einen Grund. Mir persönlich hilft es, wenn ich bei einer Formulierung feststecke, wenn jemand anders mir einfach mal Vorschläge macht, wie mans ändern könnte. Liest man zu oft den eigenen Kram, sieht man ja manchmal den Wald vor lauter Bäumen nimmer.
Ich habe nicht die Ambition, ein großer Schriftsteller zu werden, aber mir graut davor, irgendwann Behördenbriefe aus dem Internet zusammensuchen zu müssen oder für einen persönlichen Brief Anleihen bei den Geistesgrößen machen zu müssen, weil ich selbst es vor lauter rofls und lols verlernt habe, mich mittels unserer Muttersprache schriftlich verständlich zu machen. Und wie bei den meisten Dingen im Leben hilft da eben nur, üben, üben, üben.
Es ist inzwischen ja von vielen Internetmenschen schon zu viel verlangt, einen Brief oder eine Mail völlig ohne Emoticons zu schreiben und trotzdem die bei Schriftstücken fehlende Tonlage zu treffen. Ich verstehe das, erwische mich gelegentlich selbst dabei - weils so schön einfach ist.
Aber das ich dem Wahn völlig verfalle, möchte ich gern bis über mein Lebensende hinaus verschieben.

Ninita

Glück ist eine Zuchtpflanze aus Ehrgeiz und Fleiss,
gesät in eine Mischung von Geduld und Beharrlichkteit,
regelmäßig gedüngt mit Humor. (Xelanja)

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