Es ist: 21-09-2021, 02:55
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Als die Sterne starben (330 d. 3. Epoche)
Beitrag #1 |

Als die Sterne starben (330 d. 3. Epoche)
Hallo!
Ich hatte schon länger vor, die Vorgeschichte meines Blutmond-Charakters zu schreiben und nun endlich hatte ich sowohl die Zeit als auch die Inspiration dazu. Mir gefällt es auch richtig gut. Mal sehen, was ihr dazu sagt. Icon_smile

Da es einige Verwirrung gab, hier mal ein Namensverzeichnis:
Kadiya (Kadi) - Nebelelbin, Hauptfigur
Barasushio (Baras) - Kadiyas Schattenpanther

Khèliara (Khèl) - eine von Kadiyas Mondschwestern
Yaléria (Lére) - Kadiyas richtige Schwester
L'ŝariéls (ŝar) - einer von Kadiyas Mondbrüdern
Za'jan und Joūn - weitere Mondgeschwister Kadiyas


Als die Sterne starben
(330 der dritten Epoche)


Mittägliches Sonnenlicht, vielfach gebrochen im hohen Dach des Waldes, tropfte auf den Waldboden, hinein in Kadiyas Augen, die im Nachhall des Schlafes nahezu schwarz schimmerten. Irritiert über das ungewohnte grüngoldene Dämmerlicht und ihr eigenes Wachsein in ebendiesem blinzelte sie und wandte mit einem unwilligen Murren den Kopf ab.
Es war spät, viel zu spät für ihren Geschmack, weshalb sie sich unter dem leisen Knarren ihres ledernen Jägerwamses wieder auf die Seite rollte, das Gesicht in das weiche Fell des leise im Schlaf vor sich hin brummelnden Barasushios schmiegte und ihren Umhang über ihre beiden Köper ausbreitete. Sie hatte gerade die störenden Geräusche des Tages ausgesperrt und war dabei, wieder in ihre erholsame Traumwelt überzugleiten, als sich ein grimmiges Brennen auf ihrem linken Unterarm ergoss.
Kadiyas Kopf ruckte herum.
Khèl!
Innerhalb eines Sekundenbruchteils war sie hellwach und auf den Beinen. „Hash!“, weckte sie ihren tierischen Begleiter und setzte einen schlecht platzierten Tritt in Baras Rippen, als dieser nicht sofort reagierte. Insgeheim wusste sie, dass dieses Verhalten nicht gerecht war, stand der junge Panther doch noch am Anfang seiner Ausbildung und konnte daher nichts für seine Trägheit. Aber die Umstände geboten zu allerhöchster Eile. Entschuldigen konnte sie sich später.
„Hash!', gemahnte sie den gähnenden Baras erneut, während sie nach ihren Waffen griff. Der Köcher mit ihren Pfeilen war kaum an ihrer Hüfte verstaut, der Shay fest und beruhigend in ihre Hand geschmiegt, da hetzte sie auch schon durch das dichte Unterholz - schattengleich. Ihre bloßen Füße flogen geradezu über den Boden, berührten weder die Teppiche aus Moos noch die zahlreichen Blumen, die groß und klein, rot, gelb, blau und violett aus diesem emporragten.
Die Dekaden als Jägerin hatten ihre Bewegungen geschmeidig werden lassen, nahezu so elegant und weich wie die des Schattenpanthers, der mit langen Sätzen hinter ihr herjagte.
Nicht ein einziger Zweig, ob tot am Boden oder grün am Ast, wurde von ihnen gebrochen, nicht ein Pilz seiner Krone beraubt. So blieben die einzigen Zeugen ihrer Hast das leise Rascheln der verwirbelten Blätter und die erschrockenen Rufe der Waldbewohner, die nicht wussten, wie ihnen geschah, wenn die beiden ungleichen Schatten so unvermittelt über sie hinweghuschten.
Ein Schwarm Waldammern, der in der mittäglichen Hitze auf einer Wiese vor sich hingedöst hatte, stob sogar kreischend davon, und während Kadiya, mittlerweile leicht außer Atem, durch die zurückgelassene braungraue Federwolke brach, erstarb das dumpfe Pochen auf ihrem Arm. So abrupt, dass sie ins Taumeln geriet.
Nein, schrie sie in Gedanken auf, und der Wald vor ihren Augen verschwamm zu einer formlosen grünen Masse.
Kurz darauf bremste die Wurzel eines Baumes ihren Lauf und die weichen Wedel eines jungen Königsfarns anschließend ihren Sturz. Für einen Moment lag sie atemlos, betäubt von dem Schmerz, welcher in ihrem Herzen wühlte.
Khèliara ... Das kann einfach nicht sein, versuchte sie sich einzureden. Nicht Khèl, ihre kleine Mondschwester mit den zwei unterschiedlichen Augen und dem viel zu weichen Herzen. Nicht sie!
Das lachende Gesicht Khèliaras vor Augen wollte sie aufschreien, da schlug ein dunkles Feuer in ihre rechte Brust, explodierte das Mal, welches ohne Wissen der anderen Mitglieder ihres Stammes seit Jahren dort geruht hatte. Der Schmerz traf Kadiya völlig unvorbereitet und ließ sie bis ins Mark erzittern.
Lére, zuckte es durch ihren Kopf – hart und nachhaltig wie ein Blitzschlag, doch zugleich nicht greif- geschweige denn fassbar.
In nächsten Augenblick schob sich Baras eckiger Kopf in ihr Blickfeld. Neugierig und verwundert darüber, dass seine Gefährtin so lange in dem Farn ruhte, obwohl sie doch vorher so zur Eile gedrängt hatte, schnüffelte er an ihr, stubste sie sogar vorsichtig an. Als sie darauf nicht reagierte, fuhr er ihr schließlich mit seiner rauhen Zunge einmal quer über das Gesicht.
Der leichte Schmerz der, ihm eigentlich untersagten, Liebkosung riss Kadiya schließlich aus ihrer Erstarrung, ließ sie nach der so benötigten Luft schnappen. Baras hatte sich kaum von seinem Schreck erholt, da hatte sie bereits nach seinem Nackenfell gegriffen, sich auf seinen Rücken geschwungen und ihre Fersen in seine Flanken getrieben.
Nie waren Stärke und Schnelligkeit des Panthers mehr willkommen gewesen, nie mehr benötigt. Beides würde, wie sie wusste, ob Baras Jugend, nicht lange anhalten, doch ihr Ziel war Nahe, der Ruf ihrer Schwester dringend. Noch einmal würde sie nicht zu spät kommen!
Erneut wischte Baum um Baum an ihnen vorbei. Schon waren sie an den Klippen des Ayrilík, dem Meer der Farben, welches zu dieser Stunde nur blassgelb schimmerte. Die safranfarbene Fläche begleitete sie, blitzte immer wieder zwischen dem Grün hindurch - in seinem eigenen Rhythmus zur Eile gemahnend.
Kadiya dachte bereits, sie würden nie ankommen, da stach ihr ein ätzender Geruch in die Nase. Mit einem Mal wurde ihr klar, dass das, was sie in der Ferne für früh aufkommenden Nebel gehalten hatte, in Wirklichkeit ein viel schlimmeres Übel war.
Nun vernahm sie das dumpfe Grollen des Ungeheuers, spürte sie, wie seine unzähligen Zungen heiß über ihre Haut zu lecken begannen. Um sie herum schrien die alten Riesen lautlos ihren Schmerz hinaus, ihr letzter Atemzug jedoch nicht mehr als ein leichtes Ächzen.
Kadiya konnte das Sterben um sich herum kaum ertragen und war dankbar für die Stumpfheit ihrer empathischen Sinne, die die Anwesenheit der Sonne mit sich gebracht hatte.
„Yaléria!“, schrie sie in den zuckenden Leib des Feuers hinein, als sich Baras unter ihr plötzlich aufbäumte. Der Geruch des Feuers hatte die alte, tief verwurzelte Angst geweckt, die jedem Tier zu eigen war, und der Trieb zur Flucht war so stark, dass selbst die Liebe zu dem Wesen auf seinem Rücken überschattet wurde. Mit angelegten Ohren und nervös hin und her ruckendem Kopf wich er zurück, ignorierte sogar die Fersen, die sich ein weiteres Mal schmerzhaft in seine Flanken gruben.
„Beim Blut der Ahnen! Reiß dich zusammen, Baras!“, verlangte Kadiya aufgewühlt, aber sie merkte schnell, dass der junge Panther viel zu verängstigt war, um sie überhaupt wahrzunehmen. Mit einem weiteren Fluch auf den Lippen glitt sie von Baras Rücken, bevor dieser Hals über Kopf das Weite suchte. Sie sah ihm nicht hinterher - der Panther würde seinen Weg aus dem Feuer allein finden -, sondern wagte sich tiefer hinein in den Rauch, der schwarz und bedrohlich über ihr zusammenschlug.
„Lére! Kannst du mich hören?! Antworte mir!! Lé...!“ Husten erstickte ihre Rufe, ließ sie keuchend nach Luft ringen, was sie noch mehr Asche schlucken und fast zu Boden gehen ließ.
Sie tastete nach einem Halt, fand aber nur Hitze flimmernde schwarze Stümpfe, die unter ihren Fingern zu einem Funken werfenden Aschenest zerfielen. Panisch wich sie zurück, zwei, drei Schritte, dann verfingen sich ihre Füße in etwas Weichem, Nachgiebigem.
Jahrelanges Training sorgte dafür, dass ihr Körper den Sturz instinktiv abfing, so landete sie nach dem Abrollen sicher auf beiden Füßen - wobei ihre Finger über das vertraute Gefühl mondgeschmiedeten Silbers striffen. Irritiert – sie selbst trug schließlich nur das schlichte, aber praktische Ledergewand der Jäger – senkte sie den Blick und zuckte entsetzt zurück.
Khèliara. Kalt wie die Wasser der Quellen von Ger'thua kroch ihr Blick unter Kadiyas Haut und beißend der Anblick ihrer fahlen, leblosen Züge in ihren Verstand. Er grub sich mit Zähnen hinein, so tief und gifttriefend, dass die Wunden sicherlich noch bis an ihr Lebensende schmerzen würden.
„Oh ihr Ahnen ... nein ... nein“, stöhnte sie auf, gepeinigt die Augen schließend. Das Schweigen ihres Mals war bereits qualvoll gewesen, doch es war nichts im Vergleich zu dem, was nun in ihrem Inneren wühlte, ihre Eingeweide umdrehte und schließlich bitter aus ihr herausbrach.
Um sie herum verging der Hain in Flammen. Die fauchenden Finger griffen nun auch nach ihr, ihrem Haar, ihrer Kleidung – immerhungrig, während Baum um Baum berstend in den Tod fiel. Die kleineren Pflanzen hingegen welkten lautlos, ebenso wie Kadiyas Tränen, die kaum aus ihrer wimpernreichen Wiege entlassen in der staubstarren Luft vergingen.
Das Sterben war allgegenwärtig und erdrückend. Das Brennen der Blutsrunen auf ihrer Haut schrie geradezu nach ihrer Aufmerksamkeit, doch so sehr sie es auch wollte, so sehr es sie auch danach verlangte, Lére zu Hilfe zu eilen, ihr Körper schien wie gelähmt, harrte schweißtreibend in der Hitze.
Wie sollte sie in diesem Flammenmeer ihre Schwester finden?
An ihrer Hilflosigkeit verzweifelnd schaute sie sich um, versuchte, ob sie in der wogenden Feuersbrunst nicht vielleicht doch noch die geliebte Gestalt Léres ausfindig machen konnte.
Als ihr braunes Haar kurz davor stand, endgültig von den züngelnden Mündern verschlungen zu werden, bohrte sich plötzlich der silberne Verschluss ihres Umhangs in ihre Kehle und schnürte ihr die Luft ab. Ehe sie noch auf den hinterhältigen Angriff reagieren konnte, fühlte sie sich bereits von den Füßen gerissen. Khèliaras Augen, noch immer verstörend, zogen vorbei; einen Moment später war von ihr nicht mehr zu sehen, als das in rot getauchte Silber ihrer Rüstung. Dann war auch das verschwunden, verhüllt von einer Wand aus Feuer. Sie wischte nur knapp an ihren Fußsohlen vorbei, aber Kadiya blieb keine Zeit, aufzuatmen, sah sie doch zwischen den Flammen etwas Silberweiss aufblitzen.
Lére!
Der Gedanke an ihre Schwester brachte ihr die Kraft, die sie brauchte, um sich gegen ihren Angreifer zu wehren, und während sich ihre Füße in den Boden stemmten, ihre Linke sich Erleichterung suchend zwischen den Hals und das bedrängende Silber schob und die andere Hand versuchte, in ihrem Umhang eines ihrer Kúawarrăns zu erhaschen, vernahmen ihre Ohren ein vertrautes Knurren.
Baras? Konnte es sein?
Verwundert wollte sie den Kopf wenden, doch der kräftige Zug um ihren Hals, der sie beständig weiter durch die Flammen schliff, machte dies unmöglich. Ihr wurde schwindelig.
„Argh, Baras ... stopp“, schaffte sie schließlich hervorzuwürgen, nachdem es ihr mit der vereinten Kraft beider Hände endlich gelungen war, die Kette um ihren Hals etwas zu lösen. Eifrig sog sie die so arg benötigte Luft in ihre Lunge, die sich sogleich unter einem Hustenanfall zusammenkrampfte, hatte sie doch für einen Moment die Asche vergessen, die mittlerweile jeden Kubikmillimeter des Hains schwängerte.
„Halt ... an!“
Erneut begann die Umgebung zu verschwimmen. Da ließ der Griff um ihre Kehle endlich nach, und sie sackte keuchend in die flimmernde Asche.
„Ba ... ras.“ Halbblind tastete sie nach ihrem tierischen Gefährten, ein erleichtertes Seufzen auf den Lippen, als sie endlich dessen samtenes Fell unter den Fingerspitzen und seine rauhe Zunge auf ihrer Handfläche verspürte. „Du bist ... zurück... gekommen ... für mich.“
Der Panther knurrte zustimmend, ließ aber nicht davon ab, ihr weiterhin in eifriger Besorgnis über die Hand zu lecken. Sie wollte sich aufrichten, sich auf seinen Rücken und somit in Sicherheit bringen, sackte aber wieder zurück in den Staub – ihr rasselnder Atem nicht mehr als ein kläglicher Versuch, Sauerstoff in ihre Lungen und somit in ihre Muskeln zu pumpen. Es war so unglaublich heiß ...

Als der Schattenpanther merkte, dass sich die seltsame Zweibeinerin, die seit Kurzem alles war, was er an Familie hatte, nicht dazu bewegen ließ, mit ihm aus dem bedrohlichen Flammen zu fliehen, tänzelte er aufgeregt um sie herum, hier und da gegen den mit einem Mal so merkwürdig schlaffen Körper stupsend. Schließlich obsiegte der Instinkt zur Flucht über die Regeln und Wünsche der Zweibeinerin. Er packte sie ein weiteres Mal an dem lustigen, flatternden Ding, das diese immer trug und begann zu rennen.


Weiches Silber umschmiegte die Blätter der Bäume, hüllte alles in eine unwirkliche Patina, während die Nacht mit sanften Fingern über Kadiyas wunde Haut strich, sich wie eine kühlende Decke darüberlegte und sie schließlich weckte. Mehrere Minuten lag sie einfach nur da, beobachtete, wie sich die Bäume über ihr leise knarrend in der Dunkelheit wiegten, lauschte dem Ruf des Bartkauzes und presste sich seufzend noch tiefer in das Bett des Mooses. Sie wollte nicht nachdenken, nichts empfinden; alles, sowohl Innen als auch Außen fühlte sich viel zu bitterwund an - aufgerieben und verbrannt.
Ihre rechte Hand wanderte suchend über den Boden, wühlte sich nach Halt sehnend in Baras Fell, verkrampfte sich geradezu darin. Dann kamen die Tränen. Ungewollt und heiß schoben sich unter ihren Lidern hervor und liefen ihre Schläfen hinab, hinein in den grünen Teppich, der ihr trotz seiner Weichheit doch keinen Trost bieten konnte.
Baras, der ihren Kummer spürte, schmiegte sich leise schnurrend an sie. Er leckte über ihre feuchten Wangen, und dieses Mal schob sie ihn nicht davon, presste sich im Gegenteil noch fester an ihn, um seine Wärme in sich aufzunehmen.
War es tatsächlich erst einen halben Mondzyklus her, seit sie sich eine Auszeit von ihren Pflichten als erste Jägerin genommen hatte, um die Bindung an den Schattenpanther in der Einsamkeit der Wälder zu vollenden? Es schien ihr, wie eine Ewigkeit, nun, da sie ihre Schwester für immer verloren zu wissen glaubte.
Ach, Lére, es tut mir so leid ... so leid.
Ein heiseres Schluchzen entrang sich ihrer Kehle, immer und immer wieder, bis sie sich wie ausgehöhlt fühlte.
„Kadiya, Schwester. Endlich habe ich dich gefunden.“ Die weiche Stimme L'ŝariéls strich über ihren wunden Geist wie seine kühle Hand ihre Haut – beide Gesten so tröstend, dass sie eine kleine Weile brauchte, um sie als real zu verstehen und darauf zu reagieren. Trotzdem fiel ihr das Heben der Lider unglaublich schwer, das Wenden des Kopfes fast schon unmöglich.
Als sie es endlich schaffte, hatte die heilende Salbe der Bra'at'asch-Blätter bereits den Weg auf ihre Haut gefunden. Sie seufzte – halb vor Erleichterung, halb vor Schmerz.
„Ŝar, oh, Ŝar.“ Die Worte fühlten sich an, als hätte sie eine handvoll Silbersplitter in ihren Mund geschoben. Ein Schmerz, der von ihrem Mondbruder geteilt wurde, als er erneut sprach.
„Ja, ich weiß ... Khèl ...“ Seine Stimme, ohnehin schon sehr leise, zerbrach.
Ihre Augen trafen sich und ihr waidwundes Feuer brandetete gegeneinander, verband sich und konnte doch keinem von ihnen die so benötigte Linderung bringen. Dafür entfaltete die Heilsalbe nun ihre Wirkung, so dass Kadiya langsam in der Lage war, die zahlreichen Schmerzimpulse ihrer Haut auseinander zu differenzieren.
„Za'jan ... Joūn ...“, brachte sie stockend hervor.
„Verschwunden“, war alles, was ihr Bruder erwiderte, während sein Blick besorgt Kadiyas verbrannte Hände musterte. Seine eigenen zitterten unmerklich, offenbahrten, wie es im Moment wirklich um ihn stand.
„Was ist passiert?“
„Diese Wunden müssen richtig versorgt werden.“
Ŝar, was ist passiert?“, fragte sie erneut, drängender dieses Mal. „Der Sha’rash Hain ... ich habe ihn brennen sehen ... ein Feuer ... so wild.“ Die Erinnerung ließ sie schaudern. „Es war ... war entsetzlich und so ... so“, sie suchte nach Worten, um auszudrücken, was ihre Sinne in den Flammen gespürt hatten, „... so falsch.“
Menschen.“ L'ŝariél spie das Wort geradezu aus, wie einen schlecht gewordenen Bissen, und mit solch einem Hass, dass Kadiya unwillkürlich zurückwich.
„Ŝar“, wollte sie ihn beruhigen, aber er hörte sie nicht, weilte mit Gedanken und Augen meilenweit weg.
„Ein kleine Gruppe von ihnen hat vor zwei Nächten den Wall durchbrochen. Khèl, Za'jan und Joūn eilten zur Unterstützung der Wächter; sie waren unter den Ersten im Hain, aber wohl zu spät, um das Feuer zu verhindern. Soweit wir wissen, gab es einen Kampf, und Khèl ... sie ...“
Kadiya schloss die Augen, versuchte, sich die letzten Momente ihrer kleinen Mondschwester vorzustellen. Hatte sie Angst gehabt? Oder war ihr gar nicht bewusst gewesen, dass der sonst so ruhige Hain am Rande der Menschenlande der Ort ihres Todes sein würde?
Das Bild Khèliaras, wie sie mit diesen so entsetzlich leeren Augen in den Flammen gelegen hatte, verblasste unvermittelt, ebenso wie die Anwesenheit Ŝars und des restlichen Waldes.
Ein überraschter Laut entwich ihren Lippen, ein Laut, der den Namen einer geliebten Person auf seinem gehauchten Rücken trug. „Lére ...“
„Oh, Kadi, natürlich. Bitte entschuldige, deine Schwester, ich vergaß.“ Ŝar wollte sie tröstend in seine Arme schließen, doch Kadiya drückte ihn aufgeregt weg. Konnte es sein ...? War es möglich ...?
Mit fliegenden Fingern, und den Schmerz in ebendiesen ignorierend, löste sie die Schnallen ihres ledernen Wamses.
„Was tust du?“ Die verwirrte Stimme ihres Bruders klang so weit und schwach an ihre Ohren wie die Wellen des Ayrilík. Im nächsten Moment sogen sie beide verblüfft die Luft ein. Er, weil er etwas sah, das es eigentlich nicht geben durfte – zumindest nicht auf ihrer Haut - und sie, weil sie etwas sah, mit dem sie, trotz des plötzlich ach so klaren Pochens, nicht mehr gerechnet hatte.
Das filigrane Muster auf ihrer rechten Brust, sonst in schlichtes Schwarz gewandet, pulsierte schwach, so dass es schien, als wünden sich die verschlungenen Linien in neuem Leben.
„Lére ...“ Geradezu ehrfürchtig strich Kadiya über das Blutmal, wagte kaum zu atmen, so unfassbar schien ihr dessen Leuchten. Es war nicht verloschen, ihre Schwester zwar verletzt, aber am Leben!
Sie spürte, wie sich Baras Kopf leicht gegen ihre Schulter drückte. Es war wohl der Wunsch, nach Aufmerksamkeit, der ihn trieb, ihr jedoch schien es, wie die Aufforderung, aufzusitzen, als würde er fragen 'worauf wartest du noch?'.
„Du musst mir helfen, sie zu finden“, flüsterte sie ihm zu. Da fühlte sie sich am Arm gepackt.
„Kadiya, wie konntest du?“
Ŝar! Wie habe ich ihn nur vergessen können? Schuldbewusst verbarg sie das verbotene Mal wieder unter weichem Leder. Eine überflüssige Geste, denn ihr Mondbruder hatte die Runen gesehen und ihre Bedeutung erkannt. Er wusste, ebenso wie sie selbst, dass er etwas Verbotenem ansichtig geworden war, dass es dieses Mal nicht geben durfte. Doch würde er sie verraten?
Kadiya schaute auf. „Du weißt, wie viel mir Lére bedeutet, immer bedeutet hat“, versuchte sie zu erklären.
Ihr Gegenüber schüttelte nur verständnislos den Kopf. „Soweit hättest du nicht gehen dürfen, unabhängig davon, wie sehr Lére dir am Herzen liegt. Sie gehört nun einmal nicht zu unserem Mondzirkel.“
Kadiya seufzte unmerklich. Ihr Mondbruder erzählte ihr da nichts Neues, im Gegenteil, er wiederholte genau die Bedenken, die sie selbst jahrelang gehegt hatte. Sechs Sonnenwenden vor ihr geboren, war Yaléria zu alt, beziehungsweise sie selbst zu jung, um bei der zweiten Mondweihe in ein und denselben Mondzirkel gewählt zu werden. Und nur den zwanzig Mitgliedern eines Zirkels war es gestattet, Blutmale voneinander zu tragen - als Zeichen der Verbundenheit und um jederzeit zu wissen, wie es um die Geschwister des Bundes bestimmt war.
Sie, Kadiya dythar'dîn morà, hatte mit der Schaffung dieses Blutmals gegen die Regeln ihres Volkes verstoßen, man könnte sogar sagen, sie hatte einen heiligen Ritus entweiht, aber damals und auch jetzt in diesem Moment war ihr all dies egal.
Ihre Schwester brauchte sie, Za'jan und Joūn brauchten sie, und sie würde nicht noch einmal versagen, nicht noch eines ihrer Geschwister, ob nun durch Blut oder durch die zweite Mondweihe verbunden, verlieren. Die rechte Hand, schmerzhaft fest zur Faust geballt, wanderte zu ihrem Herzen, als sie sich und ihren Ahnen einen heiligen Eid schwor.
„Ya'ran esh sha'la“, beendete sie leise ihren Schwur mit den rituellen Worten, die ein Versagen mit dem eigenen Tod begleichen würden.
Als sie die Augen wieder öffnete, begnete sie den ungläubig schauenden Augen ihres Bruders mit Gelassenheit, und plötzlich, ohne ein weiteres Wort wusste sie, dass dieser sie zwar nicht begleiten, ihr dafür aber etwas viel Größeres und ungleich Wertvolleres mit auf den Weg geben würde: sein Schweigen.
„Danke“, flüsterte sie halberstickt von den Tränen, die erneut ihre Kehle hinaufdrängten. Ihre Lippen fanden seine Wange – der gehauchte Kuss Zeichen der Liebe und Wiederholung des stummen Versprechens zugleich.

Blassviolett schob sich der Tag über den Rand der Welt – weckte die Lichtliebhaber unter den Tieren, während sich die scheuen Bewohner der Nacht in ihre kühlen Behausungen zurückzogen. Noch herrschte eine unwirkliche Stille, in diesem einen kurzen Moment zwischen Nacht und Dämmerung, wenn alles in dieses seltsame Zwielicht getaucht ist. Fast schienen die uralten Nebelwälder so geheimnisvoll und unberührt wie immer, wäre da nicht die hässliche Narbe gewesen, die sich von einem Ende der Landenge zum anderen erstreckte.
Der Anblick der gespenstigen Stümpfe bereitete Kadiya nahezu körperliche Schmerzen, und sie drängte Baras zur Eile, um aus dieser schwarzen Heimat des Todes zu verschwinden. Schon sah sie in der Entfernung die Kronen des Walls, die verschlungenen Äste und Zweige der Pflanzen, aus denen er bestand, dann sogar die Überreste der Menschen, die damals von ihren Vorfahren in den Wall hinein gewoben worden waren. Ob sie ihn wohl jemals wiedersehen würde?
Kadiya blickte zurück auf die Kronen Gath'ai gwedh Talath's, wie sie sich leicht in dem beginnenden Morgen wiegten. Zerbrechlich schienen ihr diese nun, das Urvertrauen ihrer Jugend zusammen mit dem Sha'rash Hain und ihrer Mondschwester Khèliara für immer verbrannt. Und mit einem Mal wurde sie sich bewusst, dass hier weder Sicherheit noch Zuhause finden zu vermochte. Die Menschen hatten ihr alles geraubt, und dafür würde sie sie bluten lassen.

Als das Meer der Farben glutrot lodernd die Sonne begrüßte, betrat der erste Schattenpanther nervös den Boden der Menschenlande – auf seinem Rücken eine von fließendem, dunkelblauem Stoff verhüllte Gestalt, die stolz und aufrecht ihre Umgebung nach etwas Bestimmten abzusuchen schien.

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #2 |

RE: Als die Sterne starben (330 d.E.)
Hi addi!^^

Auf geht's ...

Zitat:Irritiert über das ungewohnte grüngoldene Dä mmerlicht
Da ist ein Leerzeichen ins Dämmerlicht gerutscht. Icon_smile Und ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube es müsste "Irritiert durch ..." heißen.

Zitat:nd ihr eigenes Wachsein in ebendiesem
Das ist natürlich grammatikalisch völlig korrekt ... aber es stört mich an der stelle ein wenig. Es klingt in meinen Ohren etwas sperrig, vor allem, weil ja klar ist, dass sie im Dämmerlicht wach ist. Du möchtest vielleicht sagen, dass sie sonst halt nicht im Dämmerlicht aufwacht ... aber das hast du eigentlich schon durch den ersten Teil des Satzes getan.^^

Zitat:Kadiyas Kopf ruckte herum.
Khèl!
"khèl" ist der Name ihrer Schwester?

Zitat:Ein Schwarm Waldammern, der in der mittäglichen Hitze auf einer Wiese vor sich hingedöst hatte, stob sogar kreischend davon, und während Kadiya, mittlerweile leicht außer Atem, durch die zurückgelassene braungraue Federwolke brach, erstarb das dumpfe Pochen auf ihrem Arm.
Dann bringt Kadiya ihre Lautlosikeit ja gar nichst ... wenn die Tiere sie verraten. Würde sie dann nicht schneller vorran kommen, wenn sie nicht so sehr auf ihre Umgebung achten würde? Oder ist ihr das einfach schon so ins Blut übergegangen?

Zitat:Das lachende Gesicht Khèliaras vor Augen, zuletzt bei den Feierlichkeiten zum Frühlingsbeginn gesehen, wollte sie aufschreien, da schlug ein dunkles Feuer in ihre rechte Brust, explodierte das Mal, welches unwissend der anderen Mitglieder ihres Stammes seit Jahren dort geruht hatte.
Der Satz ist nicht ganz rund, irgendwie.
Das "wollte sie aufschreien" passt nicht ... fehlt da vielleicht ein "lassen"?
Und "welches unwissend der anderen Mitglieder" ... das heißt wörtlich, dass das Mal nicht wusste das es andere Mitglieder ihres Stammes gibt. Vorschlag "welches ohne Wissen der anderen Mitglieder" oder "welches den anderen Mitgliedern unbekannt ..." Icon_smile
----> hm, was das wohl für ein Mal ist? Vor allem wenn es ein geheimes ist ... mein erster Gedanke: sie war heimlich verlobt und deshalb zusätzlich mit jemand anderem verbunden.^^

Zitat:In nächsten Augenblick schob sich Baras massiger Kopf in ihr Blickfeld.
Liegt sie nicht mit dem Gesicht voran im Farn? (Ich hätte jetzt gedacht sie wäre vorwärst umgefallen, wenn sie im Laufen stolpert) Dann würde ihr Blickfeld aber meiners Erachtens nach zu weit eingeschränkt sein ... um den ganzen Kopf von Barras (vor allem wenn du ihn als massig beschreibst) zu sehen. Hm ...

Zitat:Neugierig und verwundert, warum seine Gefährtin so
Ich weiß nicht ganz warum (ich hab diese Stelle jetzt emhrfach gelesen^^) ... aber ich stolpere irgendwie über das "warum". Ich glaube man nicht verwundert, warum sein. Icon_wink
Mein Vorschlag wäre "ob" ... aber es muss auch noch andere Möglichkeiten geben.

Zitat:da stach ihr ein stechender Geruch
"stach" ist nur die Vergangenheitsform von stechen^^ das klingt nicht ganz schön. Alternative vielleicht "beißender Geruch"

Zitat:bevor dieser völlig Hals über Kopf das Weite suchte
Man kann nicht so ein bisschen "Hals über Kopf" fliehen ... und dem entsprechend auch nicht "völlig". Mrgreen

Zitat:Ehe sie noch auf den vermeintlichen Angriff reagieren konnte, fühlte sich bereits von den Füßen gerissen.
"sie sich" Icon_smile
Wenns jetzt aber kein Angriff war ... was war es dann? Warum sollte die Schnalle ihres Umhangs ganz unvermittelt zudrücken? Wegen der Hitze ... aber müsste sie sich dann nciht schon die ganze Zeit langsam zu ziehen?^^

Zitat:Baras? Konnte es sein?
Ach so ... Barras war es. Dann würd ich aber oben nicht "vermeintlich" schreiben, denn das hat mich denken lassen, es würde von ganz alleine passieren. Icon_wink

Zitat:Eifrig sog sie die so arg benötigte Luft in ihre Lunge

Zitat:den so dringend benötigten Sauerstoff
Die "so ... benötigte" sind für mich zu nah beieinander ... (abegesehen davon, dass du weiteroben beim "Farnnickerchen" Icon_wink auch schon "benötigte Luft" hast) ... da findest du doch Snonyme für. (Die ihre Lungen sind dringend forderte ... usw. Icon_smile)

Zitat:Als der Schattenpanther merkte, dass sich die seltsame Zweibeinerin, die seit Kurzem alles war, was er an Familie hatte, nicht dazu bewegen ließ, mit ihm aus dem bedrohlichen Flammen zu fliehen, tänzelte er aufgeregt um sie herum, hier und da gegen den mit einem Mal so merkwürdig schlaffen Körper stupsend. Schließlich obsiegte der Instinkt zur Flucht über die Regeln und Wünsche der Zweibeinerin. Er packte sie ein weiteres Mal an dem lustigen, flatternden Ding, das diese immer trug und begann zu rennen.
*g* süß ... aber ich empfinde es als Stilbruch hier in die Sicht von Barras zu switchen ...^^ vorallem weil du bisher ausschließlich aus Khadiyas Sicht geschrieben hast.
Ich würde daher einfach schreiben, dass die Elbin ohnmächtig wird ... und dann halt später wieder einsetzen (diesen Teil also überspringen).

Zitat:„Ŝar, was ist passiert?“, fragte sie erneut, drängender dieses Mal.
Ich dachte er heißt "L'ŝariél"? Icon_confused

Zitat:Die Erinnerung ließ sie schauedern.
Ohne das "e"^^

Zitat:Ŝar! Wie habe ihn ihn nur vergessen können?
"ich ihn" ^^

Zitat:Noch herrschte eine unwirkliche Stille, in diesem einen kurzen Moment zwischen Nacht und Dämmerung, wenn alles in dieses seltsame Zwielicht getaucht ist.
Schön!^^

Zitat:dunkelblauem(?) Stoff verhüllte Gestalt, die stolz und aufrecht ihre Umgebung nach etwas Bestimmten abzusuchen schien.
Warum das Fragezeichen? Das stört ein wenig, dass epische Bild, dass du am Ende zeichnest. Wenn du meinst, dass man nicht genau erkennen kann, obe es jetzt wirklich dunkelblau ist, dann schreib "das dunkelblau zu sein schien" ... oder so. Icon_smile

Und damit bin ich durch.^^
Wie immer zunächst zur Sprache: Du hattest dieses mal ein paar Flüchtigkeitsfehler mehr drin, als ich das von dir gewöhnt bin. Ich hatte außerdem am Anfang das Gefühl, dass du es vielleicht mit sprachlichen Bildern einen Tick übertreibst. Die spätere Szene mit ihrem Mondbrunder fand ich deshalb irgendwie echter.
Insgesamt merkt man aber natürlich wie immer, dass du dein Handwerkszeug beherrschst.

Inhaltlich geht es hier um Khadiyas Vergangenheit ... so ist sie für mich schon einwenig bei Blutmond rausgekommen. Zunächst frage ich mich allerdings: ich stell mir den Wald der Nebelelben eher wie einen Dschungel vor ... also relativ feucht ... kann da ein Feuer so groß umsich greifen, sich so intensiv entwickeln? Und da das Feuer eine zentrale Rolle in deiner Geschichte inne hat, ist das durchaus wichtig. Icon_wink
Ansonsten ist eigentlich nicht so viel passiert ... und doch genug um das Leben Khadiyas komplett umzukrempeln.
Vor allem weil ihre Beziehung zu ihrer Schwester so intensiv ist ... du könntest vielleicht eine Szene als Rückblende mit ihrer Schwester an den Anfang setzen um uns zu zeigen, wie das Verhältnis der Geschwister eigentlich genau aussieht/aussah ... vielleicht etwas das erklärt, warum sie sich jetzt so gern haben. Icon_wink
Das Gespräch mit dem Mondbruder und die Idee der Blutmale, auch des verbotenen Blutmals hat mir gut gefallen.

Liebe Grüße vom Wanderer^^

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
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Beitrag #3 |

RE: Als die Sterne starben (330 d.E.)
Hallo Addi,

Zitat:Mittägliches Sonnenlicht, vielfach gebrochen im hohen Dach des Waldes, tropfte auf den Waldboden

Hier könnte ich meckern, dass Licht ja eigentlich nicht tropft, aber ich mach’s nicht, weil es einfach mal ne andere Beschreibung ist als einfach nur „das Licht viel auf den Waldboden“ Icon_smile

Zitat: Insgeheim wusste sie, dass dieses Verhalten nicht gerecht war, stand der junge Panther doch noch am Anfang seiner Ausbildung und konnte daher nichts für seine Trägheit, aber die Umstände geboten zu allerhöchster Eile. Entschuldigen konnte sie sich später.

Der erste Satz ist super lang. Ich würde nach „Trägheit“ einen Punkt setzten, dann wieder beginnen mit „Die Umstände geboten zur allerhöchster Eile, Entschudligen konnte sie sich später“. Dann ist die Satzlänge ausgeglichener, find ich. Icon_wink

Zitat:Das lachende Gesicht Khèliaras vor Augen, zuletzt bei den Feierlichkeiten zum Frühlingsbeginn gesehen, wollte sie aufschreien, da schlug ein dunkles Feuer in ihre rechte Brust, explodierte das Mal, welches unwissend der anderen Mitglieder ihres Stammes seit Jahren dort geruht hatte.

Den Satz find ich äußerst kompliziert. Besonders das "zuletzt bei den Feierlichkeiten zum Frühlingsbeginn gesehen“ wirkt zu gestelzt, obwohl du insgesamt ja eine „gehobene“ Sprache benutzt. Irgendwie sind dadurch auch extrrem viele Infos in dem Satz.

Zitat:Kadiya sah ihm nicht hinterher - sie wusste, der Panther würde seinen Weg aus dem Feuer allein finden -, sondern folgte weiter ihrem Weg,

Wortwiederholung von „Weg“

Zitat:Sie tastete nach einem Halt, fand aber nur Hitze flimmernde schwarze Stümpfe, die unter ihren einem Funken werfenden Aschenest zerfielen.

Hier bin ich mir unsicher ob es nicht „funkenwerfenden“ geschrieben werden muss. Ich bin beim ersten Lesen nämlich drüber gestolpert.

Zitat:wobei ihre Finger über das vertraute Gefühl mondgeschmiedeten Silbers striffen.

„striffen“ hab ich noch nie gesehen. Ich hätte „streiften“ geschrieben, oder da ich mir total unsicher bin „ihre Finger berührten“ Icon_smile

Zitat:Lére zu Hilfe zu eilen, ihr Körper war geradezu wie gelähmt, harrte schweißtreibend in der Hitze.
Wie sollte sie in diesem Flammenmeer auch ihre Schwester finden?

Ich komme mit den Namen grad durcheinander. :icon_gucker: Also Lére ist ihre Schwester. Wer ist dann Khèliara über deren Tod sie so erschüttert ist? Ich glaube das liegt daran, weil es ja einmal ihre „richtige“ Schwester gibt und einmal die „Mondgeschwister“ (also durch den Ritus verbunden)

Zitat:Ehe sie noch auf den vermeintlichen Angriff reagieren konnte, fühlte sich bereits von den Füßen gerissen.

fühlte sie sich

Zitat:ihre Linke sich Erleichterung suchend zwischen den Hals und das diese bedrängende Silber

Das „diese“ liest sich hierdrin irgendwie nicht. Vielleicht einfach „das bedrängende Silber“, man weiß ja, dass der Hals gemeint ist. Icon_wink

Zitat:Als der Schattenpanther merkte, dass sich die seltsame Zweibeinerin, die seit Kurzem alles war, was er an

Huch, wo kommt denn der einschub her? :icon_gucker: Liest sich so, als wären das die Gedanken des Panthers, aber auch gleichzeitg so, als wäre von jemand aussenstehenden beschrieben. Ich denke –falls das nicht noch erklärt wird- solltest du dich für eins entscheiden. Falls es Baras Gedanken sind, würde ich schreiben „Ich schleifte die Zweibeinerin“.

Zitat:Dafür entfaltete die Heilsalbe nun allmählich seine Wirkung,

ihre Wirkung

Zitat:sie suchte nach einem Worten, um auszudrücken, was ihre Sinne in den Flammen gespürt hatten, „... so falsch.“

nach einem Wort

Zitat:Kadiya schloss die Augen, versuchte, sich die letzten Momente ihre kleinen Mondschwester vorzustellen.

ihrer kleinen Mondschwester

Zitat:Du weißt, wie viel mir Lére bedeutet, immer bedeutet hat“, versuchte sie zu erklaren.

erklären

So, was mir als erstes einfällt ist, dass mein Lesefluss ein paar Mal unterbrochen wurde. Manchmal durch zu lange Sätze, manchmal durch die „gehobene“ Sprache und manchmal durch diese komplizierten Namen die ich irgendwann total durcheinander gebracht habe, weil es ja auch für jeden eine Abkürzung gibt.
Insgesamt hat mich das nicht allzu arg gestört, hat aber wie gesagt meinen Lesefluss unterbrochen.

Inhaltlich, ist es nicht unbedingt was Neues. Ein Feuer zerstört Kadiyas Heimat, nimmt ein paar ihrer Gefährten mit sich und ihre Schwester ist nun verschwunden. So, oder so ähnlich gibt’s das ja immer mal wieder zu lesen. Das find ich aber nicht weiter schlimm, weil es sehr schön ihre Motivation zeigt. Wie du sie dadurch aus ihrer Heimat vertreibst und sie nun bereit ist durch Athalem zu ziehen. Gleichzeitg haben wir auch etwas Kultur der Dunkelelfen gezeigt bekommen.

Schön. Insgesamt gern gelesen, trotz ein paar Stolperstellen.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #4 |

RE: Als die Sterne starben (330 d.E.)
*Kopf zum Thema hineinsteck, sich vorsichtig umschau und dann den längst überfälligen Kommentar auf den Boden ableg*

Sehr geehrte Lady des blauen Mondes, sehr geehrter Herr Wanderer,
nach langer Abwesenheit bin ich nun in meine Heimat zurückgekehrt und was für eine Freude war es, diese, Ihre Kommentare vorzufinden. Dazu meinen herzlichsten Dank.
Ich möchte es mir nicht nehmen lassen, nun, da ich die Zeit besitze, ausführlich darauf einzugehen ...

@ Wanderer

Zitat:Irritiert über das ungewohnte grüngoldene Dä mmerlicht
Da ist ein Leerzeichen ins Dämmerlicht gerutscht. Icon_smile Und ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube es müsste "Irritiert durch ..." heißen.
-- Ich kann leider besagtes Leerzeichen nicht finden. Wahrscheinlich hat da meine Haushälterin etwas Gift ausgelegt. Über das irritiert bin ich auch irritiert, tendiere aber zu meiner Variante, da sie über die Anwesenheit des Lichtes irritiert ist und nicht durch das Licht irritiert wird. Haarspalterei?


Zitat:nd ihr eigenes Wachsein in ebendiesem
Das ist natürlich grammatikalisch völlig korrekt ... aber es stört mich an der stelle ein wenig. Es klingt in meinen Ohren etwas sperrig, vor allem, weil ja klar ist, dass sie im Dämmerlicht wach ist. Du möchtest vielleicht sagen, dass sie sonst halt nicht im Dämmerlicht aufwacht ... aber das hast du eigentlich schon durch den ersten Teil des Satzes getan.^^
-- Hm, ich verstehe, was du meinst, habe auch beim Schreiben länger an dieser Stelle gehangen, mich dann aber doch dafür entschieden, weil ich gerade den Klang des Satzes dadurch runder find.

Zitat:Kadiyas Kopf ruckte herum.
Khèl!
"khèl" ist der Name ihrer Schwester?
-- Es ist der Name einer ihrer Mondgeschwister, ja.
Es ist verwirrend, ich weiß, diese von den wahren Geschwistern zu unterscheiden. Mir fehlt da noch ein gutes Wort, das die Beziehung beschreibt, ohne den Wortteil Geschwister zu enthalten. Ideen dazu?

Zitat:Ein Schwarm Waldammern, der in der mittäglichen Hitze auf einer Wiese vor sich hingedöst hatte, stob sogar kreischend davon, und während Kadiya, mittlerweile leicht außer Atem, durch die zurückgelassene braungraue Federwolke brach, erstarb das dumpfe Pochen auf ihrem Arm.
Dann bringt Kadiya ihre Lautlosikeit ja gar nichst ... wenn die Tiere sie verraten. Würde sie dann nicht schneller vorran kommen, wenn sie nicht so sehr auf ihre Umgebung achten würde? Oder ist ihr das einfach schon so ins Blut übergegangen?
-- Da hast du Recht. Normalerweise würde sie die Tiere auch nicht so aufschrecken. Hier jedoch geht es ihr darum, so schnell wie möglich von A nach B zu kommen. Sie weicht dabei eher nicht bewusst aus, sondern ihre Füße finden ihren Weg ganz von allein. Zumindest habe ich mir das so gedacht. Findest du, das eine widerspricht dem anderen?


Zitat:Das lachende Gesicht Khèliaras vor Augen, zuletzt bei den Feierlichkeiten zum Frühlingsbeginn gesehen, wollte sie aufschreien, da schlug ein dunkles Feuer in ihre rechte Brust, explodierte das Mal, welches unwissend der anderen Mitglieder ihres Stammes seit Jahren dort geruht hatte.
Der Satz ist nicht ganz rund, irgendwie.
Das "wollte sie aufschreien" passt nicht ... fehlt da vielleicht ein "lassen"?
Und "welches unwissend der anderen Mitglieder" ... das heißt wörtlich, dass das Mal nicht wusste das es andere Mitglieder ihres Stammes gibt. Vorschlag "welches ohne Wissen der anderen Mitglieder" oder "welches den anderen Mitgliedern unbekannt ..." Icon_smile
-- Der erste Teilsatz ergibt schon Sinn, wenn du den Einschub weglässt: Das lachende Gesicht Khèliaras vor Augen (...) wollte sie aufschreien ... Find das klingt richtig. Aber bei dem zweiten hast du Recht. Das hab ich geändert.


Zitat:----> hm, was das wohl für ein Mal ist? Vor allem wenn es ein geheimes ist ... mein erster Gedanke: sie war heimlich verlobt und deshalb zusätzlich mit jemand anderem verbunden.^^
-- *lach* Fast schon ein wenig zu Klischee. Icon_smile

Zitat:In nächsten Augenblick schob sich Baras massiger Kopf in ihr Blickfeld.
Liegt sie nicht mit dem Gesicht voran im Farn? (Ich hätte jetzt gedacht sie wäre vorwärst umgefallen, wenn sie im Laufen stolpert) Dann würde ihr Blickfeld aber meiners Erachtens nach zu weit eingeschränkt sein ... um den ganzen Kopf von Barras (vor allem wenn du ihn als massig beschreibst) zu sehen. Hm ...
-- Ich hatte mir das so gedacht, dass sie seitlich liegt. Sie muss ja auch atmen. Icon_wink Dann schiebt sich Baras Kopf in ihr Sichtfeld. Habe nun aber massig in eckig geändert.

Zitat:Neugierig und verwundert, warum seine Gefährtin so
Ich weiß nicht ganz warum (ich hab diese Stelle jetzt emhrfach gelesen^^) ... aber ich stolpere irgendwie über das "warum". Ich glaube man nicht verwundert, warum sein. Icon_wink
Mein Vorschlag wäre "ob" ... aber es muss auch noch andere Möglichkeiten geben.
-- Ja. Ich hab da jetzt mit, darüber und dass gearbeitet. Klingt jetzt besser.

Zitat:da stach ihr ein stechender Geruch
"stach" ist nur die Vergangenheitsform von stechen^^ das klingt nicht ganz schön. Alternative vielleicht "beißender Geruch"
-- Uppps. Danke. Glatt übersehen.


Zitat:bevor dieser völlig Hals über Kopf das Weite suchte
Man kann nicht so ein bisschen "Hals über Kopf" fliehen ... und dem entsprechend auch nicht "völlig". Mrgreen
-- Das war wohl etwas zu viel des guten.


Zitat:Baras? Konnte es sein?
Ach so ... Barras war es. Dann würd ich aber oben nicht "vermeintlich" schreiben, denn das hat mich denken lassen, es würde von ganz alleine passieren. Icon_wink
-- Ich hatte vermeintlich, weil ich andeuten wollte, dass sie denkt, es wäre einer, obwohl es eigentlich nicht so ist. Hm, ist wohl nicht so angekommen.


Zitat:Eifrig sog sie die so arg benötigte Luft in ihre Lunge

Zitat:den so dringend benötigten Sauerstoff
Die "so ... benötigte" sind für mich zu nah beieinander ... (abegesehen davon, dass du weiteroben beim "Farnnickerchen" Icon_wink auch schon "benötigte Luft" hast) ... da findest du doch Snonyme für. (Die ihre Lungen sind dringend forderte ... usw. Icon_smile)
-- Das wird jetzt langsam peinlich. *schäm*


Zitat:Als der Schattenpanther merkte, dass sich die seltsame Zweibeinerin, die seit Kurzem alles war, was er an Familie hatte, nicht dazu bewegen ließ, mit ihm aus dem bedrohlichen Flammen zu fliehen, tänzelte er aufgeregt um sie herum, hier und da gegen den mit einem Mal so merkwürdig schlaffen Körper stupsend. Schließlich obsiegte der Instinkt zur Flucht über die Regeln und Wünsche der Zweibeinerin. Er packte sie ein weiteres Mal an dem lustigen, flatternden Ding, das diese immer trug und begann zu rennen.
*g* süß ... aber ich empfinde es als Stilbruch hier in die Sicht von Barras zu switchen ...^^ vorallem weil du bisher ausschließlich aus Khadiyas Sicht geschrieben hast.
Ich würde daher einfach schreiben, dass die Elbin ohnmächtig wird ... und dann halt später wieder einsetzen (diesen Teil also überspringen).
-- Hm, ich hatte das als stilistische Grenze zwischen den beiden Teilen gesehen. Aber ich verstehe, was du meinst und werde drüber nachdenken.

Zitat:„Ŝar, was ist passiert?“, fragte sie erneut, drängender dieses Mal.
Ich dachte er heißt "L'ŝariél"? Icon_confused
-- Ja, heißt er. Aber wie die Schwestern hat auch er nen Kurznamen. Zu viel?


Zitat:Noch herrschte eine unwirkliche Stille, in diesem einen kurzen Moment zwischen Nacht und Dämmerung, wenn alles in dieses seltsame Zwielicht getaucht ist.
Schön!^^
-- Icon_smile Danke

Zitat:dunkelblauem(?) Stoff verhüllte Gestalt, die stolz und aufrecht ihre Umgebung nach etwas Bestimmten abzusuchen schien.
Warum das Fragezeichen? Das stört ein wenig, dass epische Bild, dass du am Ende zeichnest. Wenn du meinst, dass man nicht genau erkennen kann, obe es jetzt wirklich dunkelblau ist, dann schreib "das dunkelblau zu sein schien" ... oder so. Icon_smile
-- *lach* Sorry. Das Fragezeichen war für mich da, weil ich noch mal in der Charakterbeschreibung nachschauen wollt, wie die Farbe ihres Umhanges ist. Habe es gelöscht.

Zitat:Wie immer zunächst zur Sprache: Du hattest dieses mal ein paar Flüchtigkeitsfehler mehr drin, als ich das von dir gewöhnt bin.
--- Liegt wohl daran, dass ich im Hostel geschrieben habe. Da fehlt mir die Ruhe.

Zitat:Ich hatte außerdem am Anfang das Gefühl, dass du es vielleicht mit sprachlichen Bildern einen Tick übertreibst. Die spätere Szene mit ihrem Mondbrunder fand ich deshalb irgendwie echter.
Insgesamt merkt man aber natürlich wie immer, dass du dein Handwerkszeug beherrschst.
-- Dabei hatte ich schon abgemildert.


Zitat:Inhaltlich geht es hier um Khadiyas Vergangenheit ... so ist sie für mich schon einwenig bei Blutmond rausgekommen. Zunächst frage ich mich allerdings: ich stell mir den Wald der Nebelelben eher wie einen Dschungel vor ... also relativ feucht ... kann da ein Feuer so groß umsich greifen, sich so intensiv entwickeln? Und da das Feuer eine zentrale Rolle in deiner Geschichte inne hat, ist das durchaus wichtig. Icon_wink
-- Ja, eigentlich ist das Feuer ja auch gelegt, von den Menschen halt. Daher sagt Kadiya, dass es sich irgendwie falsch angefühlt hat. Ich dachte, es kommt etwas raus. Icon_confused


Zitat:Vor allem weil ihre Beziehung zu ihrer Schwester so intensiv ist ... du könntest vielleicht eine Szene als Rückblende mit ihrer Schwester an den Anfang setzen um uns zu zeigen, wie das Verhältnis der Geschwister eigentlich genau aussieht/aussah ... vielleicht etwas das erklärt, warum sie sich jetzt so gern haben. Icon_wink
-- Hm, da hatte ich überlegt, aber dann zu viel Angst in Kitsch abzugleiten, so a la Friede, Freude und Eierkuchen. Es ist auch mehr so eine Kadi-Sache, sprich nicht wirklich beidseitig. Sie verehrt ihre große Schwester, während diese eher den vom Volk vorgesehenen Abstand wahrt.

Zitat:Das Gespräch mit dem Mondbruder und die Idee der Blutmale, auch des verbotenen Blutmals hat mir gut gefallen.
-- Danke. Icon_smile
Auch noch einmal für deinen Kommentar.
@ Lady

Zitat:Mittägliches Sonnenlicht, vielfach gebrochen im hohen Dach des Waldes, tropfte auf den Waldboden
Hier könnte ich meckern, dass Licht ja eigentlich nicht tropft, aber ich mach’s nicht, weil es einfach mal ne andere Beschreibung ist als einfach nur „das Licht viel auf den Waldboden“ Icon_smile
-- *g*

Zitat: Insgeheim wusste sie, dass dieses Verhalten nicht gerecht war, stand der junge Panther doch noch am Anfang seiner Ausbildung und konnte daher nichts für seine Trägheit, aber die Umstände geboten zu allerhöchster Eile. Entschuldigen konnte sie sich später.

Der erste Satz ist super lang. Ich würde nach „Trägheit“ einen Punkt setzten, dann wieder beginnen mit „Die Umstände geboten zur allerhöchster Eile, Entschudligen konnte sie sich später“. Dann ist die Satzlänge ausgeglichener, find ich. Icon_wink
-- Okay, da hast du Recht. Ich mach es kürzer.


Zitat:Das lachende Gesicht Khèliaras vor Augen, zuletzt bei den Feierlichkeiten zum Frühlingsbeginn gesehen, wollte sie aufschreien, da schlug ein dunkles Feuer in ihre rechte Brust, explodierte das Mal, welches unwissend der anderen Mitglieder ihres Stammes seit Jahren dort geruht hatte.

Den Satz find ich äußerst kompliziert. Besonders das "zuletzt bei den Feierlichkeiten zum Frühlingsbeginn gesehen“ wirkt zu gestelzt, obwohl du insgesamt ja eine „gehobene“ Sprache benutzt. Irgendwie sind dadurch auch extrem viele Infos in dem Satz.
-- Ich habe deine Kritik abgewogen und mich entschieden, den Einschub zu löschen, da er für die Geschichte nicht wirklich relevant ist.


Zitat:Sie tastete nach einem Halt, fand aber nur Hitze flimmernde schwarze Stümpfe, die unter ihren einem Funken werfenden Aschenest zerfielen.

Hier bin ich mir unsicher ob es nicht „funkenwerfenden“ geschrieben werden muss. Ich bin beim ersten Lesen nämlich drüber gestolpert.
-- Gm, das weiß ich auch nicht. Geht nach neuer RSR nicht beides?


Zitat:wobei ihre Finger über das vertraute Gefühl mondgeschmiedeten Silbers striffen.

„striffen“ hab ich noch nie gesehen. Ich hätte „streiften“ geschrieben, oder da ich mir total unsicher bin „ihre Finger berührten“ Icon_smile
-- Also ich habe nachgeschlagen. Früher war streifen ein starkes Verb, heißt, der Wortstamm hat sich geändert, was für striff spricht. Mittlerweile ist es als schwaches Verb im Duden geführt, der Wortstamm ändert sich also nicht mehr. Ergo wäre streifte richtig.
Ich persönlich mag aber die alte Variante lieber. Hoffe, das macht dir nichts aus.


Zitat:Lére zu Hilfe zu eilen, ihr Körper war geradezu wie gelähmt, harrte schweißtreibend in der Hitze.
Wie sollte sie in diesem Flammenmeer auch ihre Schwester finden?

Ich komme mit den Namen grad durcheinander. :icon_gucker: Also Lére ist ihre Schwester. Wer ist dann Khèliara über deren Tod sie so erschüttert ist? Ich glaube das liegt daran, weil es ja einmal ihre „richtige“ Schwester gibt und einmal die „Mondgeschwister“ (also durch den Ritus verbunden)
-- Ja, das ist etwas verwirrend. Habe ja oben schon erwähnt, dass ich da nach besseren Worten suche. Also Kheliara, Khel, ist die tote Mondschwester und Lere ist kurz für Yaleria, die Kadiyas richtige Schwester ist. Ich mach dazu wohl mal nen Schlüssel.


Zitat:Als der Schattenpanther merkte, dass sich die seltsame Zweibeinerin, die seit Kurzem alles war, was er an

Huch, wo kommt denn der einschub her? :icon_gucker: Liest sich so, als wären das die Gedanken des Panthers, aber auch gleichzeitg so, als wäre von jemand aussenstehenden beschrieben. Ich denke –falls das nicht noch erklärt wird- solltest du dich für eins entscheiden. Falls es Baras Gedanken sind, würde ich schreiben „Ich schleifte die Zweibeinerin“.
-- Es ist ein Einschub, ja, und auch ein Stilbruch zum bisherigen Text, aber in sich eigentlich einheitlich gestaltet. Da immer nur er oder der Schattenpanther da steht. Finde das eigentlich verständlich.


Zitat:So, was mir als erstes einfällt ist, dass mein Lesefluss ein paar Mal unterbrochen wurde. Manchmal durch zu lange Sätze, manchmal durch die „gehobene“ Sprache und manchmal durch diese komplizierten Namen die ich irgendwann total durcheinander gebracht habe, weil es ja auch für jeden eine Abkürzung gibt.
-- An die langen Sätze musst du dich wohl leider gewöhnen, befürchte ich. Die Sprache finde ich passend. Dafür habe ich nun aber einen Schlüssel für die Namen vor den Text gestellt. Da müsste es einfacher machen, hoffe ich. Icon_wink

Zitat:Inhaltlich, ist es nicht unbedingt was Neues. Ein Feuer zerstört Kadiyas Heimat, nimmt ein paar ihrer Gefährten mit sich und ihre Schwester ist nun verschwunden. So, oder so ähnlich gibt’s das ja immer mal wieder zu lesen.

-- Icon_smile Als etweas Neues war es auch nicht gedacht. Die Geschichte Kadis war ja auch zum Teil schon durch meine Charaktervorstellung und Blutmond bekannt. Ich hatte nur Lust, es ausführlich aufzuschreiben.

Zitat:Das find ich aber nicht weiter schlimm, weil es sehr schön ihre Motivation zeigt. Wie du sie dadurch aus ihrer Heimat vertreibst und sie nun bereit ist durch Athalem zu ziehen. Gleichzeitg haben wir auch etwas Kultur der Dunkelelfen gezeigt bekommen.
-- *hust* Nebelelfen.
Es freut mich, dass es dir gefällt. Ich danke dir auch für das Lob, obwohl es eine bereits bekannte Geschichte war, deine Kritiken und das Aufspüren der miesen, kleinen Fehlerchen. Icon_bussi

Mit meiner Verbeugung
gehabt euch beide wohl

LG
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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