Es ist: 23-02-2020, 08:28
Es ist: 23-02-2020, 08:28 Hallo, Gast! (Registrieren)


Eine Bahnfahrt mit der deutschen Bahn...
Beitrag #1 |

Eine Bahnfahrt mit der deutschen Bahn...
... oder warum ich in Zukunft, wenn ich auf einen Con fahre und mehr als 1 ½ Stunden Bahnfahrt vor mir habe, lieber für das Wochenende ein Auto miete.


Dieser Rückreisebericht entstand auf der Rückfahrt von einem LARP. Ich war zu dem Zeitpunkt im sechsen Monat schwanger ^^ Auf dem LARP selbst hatte ich fünf Leute eine „Gute-Nacht-Geschichte“ versprochen, in die ich ihre Wörter einfügen würde. Dazu kam es dann nicht mehr, deswegen hab ich das dann in dieser Geschichte nachgeholt. Ich habe ihn den Teilnehmern damals geschickt und lustige Reaktionen bekommen. Und da mich Mikes humorvolle Geschichte an diese hier erinnert hat, poste ich sie doch gleich. Und nun viel Spaß beim lesen.


Für eine Hand voll Dollar ... ähm eine bestimmte Hand voll Leute – welche sich vielleicht gleich erkennen mögen – sollen in meiner Reisebeschreibung die Worte “ Rosenhecke“, „Einhorn“, „Bröckchen“, „Intrigen“ und “Sternenlicht“ vorkommen.

Doch nun zu meiner Geschichte, welche zeremonieller Weise bei mir mit den Worten „Es war einmal ..“ beginnt.



Es war einmal am einem Wochenende, dass ich mich von einem wirklich hervorragenden Con auf den Weg nach Hause begeben sollte.

Mein Reiseweg begann bereits damit, das ich meinen Zug rechtzeitig erreichen wollte und durch die entstandene Verspätung des OT um eine Stunde, das Packen des Restes meines Koffers in raschester Eile bewerkstelligt werden musste. An dieser Stelle möchte ich meinem Fahrer dafür danken, das auch er diese Hektik auf sich genommen hat.

Beide, ortsunkundig wie wir waren, versuchten den Hauptbahnhof in Wuppertal zu finden. Das eilig eingeschaltete Navigationsgerät hatte solch ein Ziel nicht im Repertoire, sodass wir auf gutes Glück das Stadtzentrum von Wuppertal als Ziel wählten. In unserer hoffnungslos naiven Art rechneten wir beide damit, das ab dort solch ein zentraler Punkt wie der Hauptbahnhof der Stadt wohl ausgeschildert sei. Ihr erkennt wohl bereits an meinen leicht zynischen Worten, das dem nicht so war. Und ihr habt recht. Zuerst einmal lotste uns dieses Wunder an elektronischer Technik zu einer Art Stadtzentrum, welches ich persönlich eher als Viertel abgetan hätte. Doch noch war Zeit und unser beider Wille groß. Und tatsächlich tasteten wir uns zu einem Schild „Bahnhof“ vor. Manch ein Ortskundiger wird das Auto, welches Abbiegemanöver aller Art machte, wohl verflucht haben. Ich habe später ebenfalls viel Anlass zum Fluchen gefunden. Doch ich greife vor. Nun, wir näherten uns dem verheißungsvollen Ziel ich war, ob unseres Glückes, hochgestimmt (nun es kann natürlich auch an meinem allgemeinen Hormoncocktail als Schwangere gelegen haben – ich möchte diese Möglichkeit nicht ausschließen ), nur um genauso tief zu fallen, da der erreichte Bahnhof nicht der gesuchte Hauptbahnhof war, sondern eben nur ein Bahnhof des Stadtteils in dem wir uns befanden (wodurch unser Navi wohl in das Zentrum dieses Stadtteils chauffiert hatte – da entsprach das Bild, welches wir gesehen hatten, dem Wort „Zentrum“, ). Leider war auf dem gesamten Weg in diesem Viertel weder ein Schild Richtung „Wuppertal Zentrum“ oder „Hauptbahnhof“ zu finden, entschloss ich mich – trotz des Ernst gemeinten Angebots meines Fahrers, den Hauptbahnhof weiter zu suchen – dort auszusteigen und evtl. die Regionalbahn zu erwischen oder mit einem anderen Zug noch rechtzeitig den Hbf. zu erreichen. Ich nahm also meine Habseligkeiten (Koffer, Rucksack und Bannerstangen) und verließ das Gefährt.

Meine leicht Adrenalin geschwängerte Stimmung wurde düsterer, als ich mich nun dem dunkel, leer und vor allem unbenutzt aussehendem Gebäude näherte. Ich wollte mich schon zurück zu dem Gefährt begeben, als eine Stimme mir zusicherte, das dies wirklich ein Bahnhof sei. Meine Verzweiflung schien wahrhaft deutlich auf meinem Gesicht zu sehen gewesen sein, dass dieser Passant an dem Stehcafé mir antwortete. Und wirklich, am linken hinteren Ende des vor Dunkelheit strotzenden Gebäudes konnte ich ein Licht erkennen und trat ein. Das Glück schien mir hold, als ich herausfand, das eine S-Bahn mich zum Hbf. bringen konnte und ich dort knapp, aber rechtzeitig eintreffen würde. Erleichtert löste ich eine entsprechende Fahrkarte und begab mich Richtung Gleis. Nur um auf halben Wege wieder umzudrehen, da ich die S-Bahn-Karte vergessen hatte zu entwerten. Ich hätte dieses Zeichen erkennen sollen, doch ich tat es nicht. Mit dem entwerteten Ticket wieder auf dem richtigen Weg, bekam ich sogar noch Glücksauftrieb, da ich – alleine auf weiter Flur – den Koffer nicht die Treppen schleppen musste, sondern ein Aufzug am Ende des langen dunkeln Tunnels auf mich wartete. Im Moment, da ich diese Zeilen schreibe weis ich, das der Sadismus mir damit nur ins Gesicht lachen wollte.
Kaum am Gleis angelangt, kamen mir bereits einige andere Reisende entgegen. Reaktionsschnell fragte ich diese nach dem Grund und erfuhr, das die Bahn nun doch vom Gleis nebenan fahren würde. Ich unterdrückte ein Seufzen nicht, den zu dem anderen Gleis konnte ich nur über eine Treppe ohne Rollband gelangen und keine starken, helfenden Arme waren in Sicht (jeder der auf dem Con anwesend und so freundlich gewesen war mir mit diesem Ungetüm zu helfen weiß wie schwer er ist). Doch um mich auf meine Heimreise zu begeben musste ich wohl oder übel die Treppen nehmen. Manch einer, der bis hierher gelesen hat, wird erahnen das es so nicht kommen sollte und wird recht behalten. Denn wieder unten angelangt standen die beiden jungen Frauen noch im dunklen Gang und ich erfuhr, dass die S-Bahn zwanzig Minuten Verspätung hatte. Damit war für mich die Möglichkeit meinem Zug zu erreichen erledigt. Doch mein Kampfgeist hatte mich noch nicht verlassen. Also begab ich mich zu dem Taxistand außerhalb des Bahnhofs. Die Fahrerin des vordersten Taxis versicherte mir, das ich mit ihr noch rechtzeitig am Wuppertaler Hbf. ankommen würde und nachdem die Fahrt nach Köln Messe in etwa achtzig Euro kosten sollte, hoffte ich darauf, das am Hbf. die Züge pünktlicher fuhren. Auch hier hat der aufmerksame Leser meine Gedanken erraten, wenn er davon ausgeht, das ich nun, da ich diese Zeilen schreibe, lieber das Geld gezahlt hätte. Ich kam also rechtzeitig am Hbf. an und merke nur kurz an, dass er wirklich nicht weit entfernt gelegen war. Doch das erste Hinweisschild zum Wuppertaler Hbf. befand sich an der Abbiegung in die Straße zum Hbf. und sonst nirgends. Die freundliche Fahrerin ließ mich direkt am Bahnhof hinaus, als ich durch ein Jucken an meinem rechten Unterarm auf einen schwarzen Punkt aufmerksam wurde. Ich habe das gesamte Wochenende akribisch auf verräterische Zeichen von Zecken geachtet und mich immer wieder mehrmals untersucht, sodass ich mit Sicherheit etwas sagen kann. Dieser winzig kleine Punkt von einer Zecke konnte erst am Sonntag dorthin gelangt sein. Ich unterdrückte tapfer die erste Welle von Panik, da ich weder eine FSME-Impfung, noch eine allgemeine Zeckenschutzimpfung oder Borreliose-Impfung vor meiner Schwangerschaft erhalten habe und nun in diesem Zustand auch keine verabreicht bekommen werde. Ich hoffte auf eine Apotheke oder ähnliches, mit deren Hilfe ich mich erst einmal diesem Tierchen entledigen könne, denn ich einigen der Informationssendungen die seit Anfang der warmen Periode liefen, wurde immer wieder darauf hingewiesen diese Tierchen mit einem entsprechenden Werkzeug zu entfernen und sie nicht einfach heraus zu reißen. Meine persönlichen Erfahrungen mit diesen Tierchen liegen in etwa zwanzig Jahre in der Vergangenheit und so beließ ich die Zecke wo sie war, um – nach meinem Informationsstand – nicht noch mehr Schaden anzurichten. Sofern der eine oder andere geneigte Leser mir eventuell hätte Auskunft geben können, befand ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht in solch einem Umfeld. Das ich an einem Sonntag natürlich keine Apotheke finden konnte oder die Geschäfte geschlossen waren, kann sich jeder selbst ausdenken. Also beschloss ich das Problem auf später zu verschieben und erreichte gerade noch rechtzeitig mein Gleis.

Zumindest rechtzeitig um zu erfahren, das meine Regionalbahn zwanzig Minuten Verspätung hat. Bei einer Umsteigezeit in Köln von zehn Minuten, war meine geplante Heimfahrt in der Art und Weise damit geplatzt. Ich schleifte mich zum DB-Center, welches sogar noch geöffnet hatte und die Dame vor Ort versuchte mich aufzumuntern. Leider hatten ebenso viele ICE Verspätungen. Ich sollte also den nächsten Zug nach Köln Messe nehmen und darauf hoffen, das mein ICE ebenfalls dieses Schicksal erlitt. Als Ausweichplan druckte sie mir fünf andere Zugverbindungen aus, damit ich Alternativen für die Heimat hätte. In diesen zwanzig Minuten konnte ich seit meiner Abreise ein wenig Luft holen und informierte meinen Freund über die Lage. Als dann endlich die RB kam und ich einstieg, hatte ich wieder etwas Ruhe gewonnen. Nutzlos zu sagen, dass sich im Auge eines Orkans eine Zone der Ruhe befindet. Kurz bevor ich also Köln Messe erreichen sollte, wurde uns Reisenden mitgeteilt, das der ICE dort keinerlei Verspätung hatte und deswegen bereits weiter gefahren sei. Ich hatte fast schon damit gerechnet. Schnell studierte ich meine Ausweichmöglichkeiten und stieg in Köln Messe aus. Dort holte mich dann der Sadismus wieder ein. Auf dem Gleis an dem ich ankam gab es keinen Aufzug, doch Förderbänder waren vorhanden. Leider funktionierte das erste direkt am Bahngleis nicht und alle potentiellen Helfer waren bereits davon geeilt. Mit Schleifen, Ziehen und Fallen lassen des Koffers kam ich dann am ersten Absatz an. Das Band des zweiten Absatzes lief – sogar in die richtige Richtung – und ich atmete auf. Doch Sadismus ist etwas, bei dem nur eine Seite Spaß hat und diese Seite war nicht ich. Als ich mich nämlich dem Band näherte, hatte dieses bereits aufgehört sich zu bewegen und weigerte sich trotz der massiven Schrankenkontakte durch meinen Koffer wieder in Gang zu kommen. Also erreichte ich den letzen Absatz ebenfalls durch Schleifen, Ziehen und Fallen lassen. Ich begab mich dann auf mein Zielgleis, welches sich glücklicherweise auf gleicher Ebene befand, wie ich und suchte mir eine Sitzmöglichkeit und stelle Koffer, Rucksack und Bannerstangen ab. Meine Ankunftszeit, so teilte ich meinem Freund mit, würde sich von 21.30 Uhr auf 23 Uhr verspäten. Nach einer kurzen Verschnaufpause wollte ich dann nicht untätig bleiben und die Zeit nutzen eventuell hier eine Apotheke zu finden. Ich nahm also Koffer und Rucksack und marschierte los. Das DB-Center, die ich gerne um einige Informationen gebeten hätte, war bereits geschlossen und sowohl weit als auch breit keine Apotheke in Sicht. Zumindest eine Stärkung wollte ich mir gönnen und kaufte an der noch geöffneten Bäckerei eine Pizzaschnitte. Dabei entdeckte ich ein WC-Center. Ja liebe Leser, sofern ihr es bis hierher geschafft habt, die Abkürzung WC stand für das selbige und ich wollte mich dort einer etwas eingehenderer und ungestörteren Untersuchung zwecks Zeckenbefall begeben. Voll beladen wie ich war, ging ich also auf dieses „Center“ zu und schaffte es trotz heftiger Pieps-Proteste der Einlassmaschine (sie lässt einem erst nach dem entsprechenden Geldeinwurf ein und ist für das Ausmaß eines Menschen ohne Gepäck ausgelegt) in den sanitären Bereich zu gelangen. Zusammen mit meinem Koffer, meinem Rucksack und mir quetschte ich mich in einer der Kabinen und fing meine Sondierung an. Ich halte mich an dieser Stelle bewusst kurz, da ich auf die Sondierung nicht näher eingehen möchte, doch ich fand eine weitere Zecke. Eine wohl von der Lebensdauer (weil größer, aber nicht durch Blutfüllung) ältere Vertreterin ihrer Art. Das erzeugte bei mir nur ein weiteres Achselzucken, da jedwede Panik oder jedweder Stress bereits die kritische Masse erreicht hatte, in der wieder scheinbare Ruhe einkehrt.

Bevor ich mit der Geschichte fortfahre, möchte ich an dieser Stelle jedoch kurz etwas erläutern. Ich bin ein sehr ruhiger Mensch und solche Dinge wie Zugverspätungen oder Zecken lassen mich normalerweise kalt. Die Zecken können entfernt werden und die Bahn hat genügend Züge um nach Hause zu kommen. Zur Not bezahle ich in solchen Momenten eben ein Taxi. Als Schwangere ist – zumindest bei mir – alles anders. Panik oder besser gesagt Stress ist etwas, das in meinem jetzigen Zustand sehr schnell aufsteigt und nur durch meinen – zum Glück noch vorhandenen – Verstand zurück gehalten wird. Das Gefühl der Ruhe und Gelassenheit, ob dem Unausweichlichen ist in beiden Zuständen jedoch gleich. Genug der Ausführungen, zurück zur wahren Geschichte.

Fast unnötig und doch der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, das sich das herauskommen mit meinem Gepäck, aus dem „Center“ wesentlich schwieriger gestaltete, als mit dem Hineinkommen. Irgendwie gelang es mir schließlich und ich wollte meine Pizza essen, als mir der Fehler in meinem Denken auffiel. Wo war das Teilchen? Da ich mir nicht hundertprozentig sicher war, es an der Bäckerei vergessen zu haben und mein Nervenkostüm wieder nervös anfing zu flattern, beschloss ich das alles zu ignorieren und keine Diskussion mit der Verkäuferin anzufangen (auf der Theke lag auch kein herrenloses eingepacktes Pizzateilchen) und ging zu meinem Gleis zurück. Immerhin sollte mein Zug in zehn Minuten einfahren. Ich ging als zum hinteren Ende des Gleises, da dort die Wagen der ersten Klasse anhalten würden. Ich fahre erste Klasse, da ich dort mit meinem Gepäck mehr Platz habe und nicht alles so überfüllt ist. Der Essen- und Getränke-Service am Platz ist bei einer langen Fahrt sehr angenehm und da ein Con lange vorher geplant ist, ist dem „Frühbucher“ auch die erste Klasse erschwinglich.

Sollte sich jemand wundern, wo in meiner Aufzählung die Bannerstangen geblieben waren, so war nun der Zeitpunkt gekommen, dass auch mir das Fehlen derselben bewusst wurde. Also lief ich mit Sack und Pack zum Anfang des Gleises zurück – dem Ort meiner ersten Ruhepause nach erreichen von Köln Messe. Manches mal ist das Schicksal einer armen Seele gnädig und zumindest die Stangen hatten sich nicht davon bewegt. Also wieder mit Koffer, Rucksack und Stangen zurück zum anderen Ende des Gleises. Die Rechnung des Schicksal für seine Freundlichkeit kam auf dem Fuße. Ich glaubte schon fest daran dass das Schicksal sich mit bösen Geistern verbrüdert hatte um besonders gemeine Intrigen gegen mich zu spinnen, als der ICE mit einer unangekündigten fünfminütigen Verspätung eintraf. Doch als die Wagen der ersten Klasse – nicht wie vorgesehen hinten – vorne am Zug zu finden waren, wollte ich mich schon in die Rosenhecke welche am Gleis wuchs werfen. Doch da ich den Koffer, meinen Rucksack und die Stangen nicht durch den ganzen Zug schleifen wollte, hatte ich dazu keine Zeit und hechtete wieder zum Anfang des Gleises. Der Abfahrtspfiff ertönte und ich fand einen freundlichen Helfer, einen Wagen vor meinem, der mir dabei half, das Ungetüm ins Innere zu wuchten. Die letzen Meter überwand ich ebenso unbeschadet und lies mich erleichtert nieder.

Ich persönlich hätte hier gerne das Ende der Geschichte eingeleitet, doch die Wirklichkeit verlief anders. Das der Zugführer, trotz des Abfahrtspfiffs, über Lautsprecher verkündete, der Zug würde noch einige Minuten auf andere Reisende warten, rief bei mir nur ein Achselzucken hervor. Das mein Handy seit geraumer Zeit darüber jammerte kaum noch Saft zu haben, war fast schon wieder zum Schmunzeln, denn schließlich hatte ich in Nürnberg dreißig Minuten Zeit um einen Bahnsteig weiter zu wechseln und dann den letzten Abschnitt meiner Reise in einem weiteren ICE zu verbringen. Mit zehn Minuten Verspätung fuhren wir los ... ... um nach wenigen Metern - außerhalb des Bahnhofs – mitten in der Wildnis erneut stehen zu bleiben. Ein Blitz hatte in die Stecke weiter vor uns eingeschlagen und zwang den Zug stehen zu bleiben. Die Dauer unseres Haltes konnte der Zugführer allerdings noch nicht ermessen. Nach zwanzig Minuten hieß es dann, das die Züge von der anderen Seite nun fahren würden und danach wir durch die entstandene Engstelle geleitet würden. Ich sah meinen Traum des Umsteigens in Nürnberg Bröckchen für Bröckchen zerbröseln. Als der Zug letztendlich losfuhr, wurde uns mitgeteilt, das wir über komplett andere Strecke umgeleitet werden würden und der Rückstand zum Fahrplan würde sich in Frankfurt Flughafen auf 125 Minuten belaufen. Da mein Handy - wie kurzzeitig erwähnt- kaum noch Saft hatte, informierte ich meinen Freund kurz gehalten über die Änderungen und das ich mich bei ihm melden würde, sobald etwas neues zu erfahren sei. Auch telefonierte ich kurz mit meiner Hebamme, was ich im Fall der Zecken unternehmen sollte und hoffte dann, das der Saft meines Akkus noch so lange halten würde, um später meinen Freund noch einmal zu erreichen.

Mittlerweile war in mir die Idee gereift, meine unglaubliche Reise schriftlich festzuhalten und euch in dieser Form zugänglich zu machen. Um meine schwangerschaftsschwachen Nerven zu beruhigen, griff ich also zu Stift und Papier und begann mit den Worten, welche ihr bereits gelesen habt. Durch mein Tun wurden meine Nerven wahrhaftig ruhiger, das wir mittlerweile 21.46 Uhr haben und wir in zwanzig Minuten erst Frankfurt Flughafen erreichen, kann mein beruhigtes Gemüt nicht belasten. Auch wenn im Moment noch die Frage offen ist, was in Nürnberg geschehen wird (mit zwei Stunden Verspätung wurde ich erst um 0.00 Uhr den Bahnhof erreichen und welche Züge vor Ort noch zu finden sind, konnte mir weder das Informationsblatt, noch der Schaffner sagen). Doch der Schaffner sicherte mir sein Bemühen zu die Informationslücke zu schließen, allerdings sei dies erst ab Würzburg machbar. Ich für meinen Teil, bin durch das letze Wochenende am wenig Schlaf gewöhnt und kann am Montag ausschlafen, doch mein Freund, der mich abholen muss, hat diesen Luxus nicht. Lest also einfach weiter was passiert, sofern ihr es bis hierher geschafft habt. Ich für meinen Teil habe nun 10 ½ Seiten mit einer Sauklaue geschrieben, welche nur noch ich zu entziffern vermag. Klar ist,ich werde mein zu Hause erst erreichen, wenn das Sternenlicht hoch am Himmel steht oder bereits schon wieder am Verblassen ist. Um nicht wieder ins Grübeln zu verfallen, möchte ich euch bereits an dieser Stelle auffordern gerne zu meiner Reise eure Kommentare anzuhängen. Wenn ihr bis hierher , zusammen mit mir , durchgehalten habt ist dies nur rechtens. Mittlerweile ist es 22 Uhr und wir halten am Frankfurter Flughafen.

Zwischen dieser und der letzen Zeile ist Zeit ins Land gegangen und ich habe Neuigkeiten durch den Schaffner erhalten. Meine Ankunft wird sich wohl auf 1.00 Uhr verschieben, doch der Zug in dem ich mich befinde wird einen außerplanmäßigen Halt einlegen und mich an meinem Zielbahnhof dort hinaus lassen. Mein Handy hat es geschafft bis jetzt fröhlich zu jammern, allerdings noch immer genug Saft zu haben, um meinen Freund über die geklärte Lage zu informieren. Jetzt heißt es weiter Geduld zu üben. Meine letze Etappe auf der Reise wird der kurze Besuch des Krankenhauses sein und dann kann ich euch mitteilen, wann ich endlich in mein Bett sinken durfte. Eine letze Aufforderung und Ermunterung meinerseits an euch gerne Kommentare anzuhängen, runden die handgeschriebenen zwölf Seiten ab und mir bleibt nur mehr mich für die Geduld und Ausdauer all jenen meinen Dank auszusprechen, welche sich bis zu meinen letzen Zeilen durchgearbeitet haben.

Lebt wohl

Nuriel

P.S.
Ich kam gegen 1.20 Uhr an und wir fuhren beim Krankenhaus vorbei. Dort wurde mir dann mitgeteilt – von einer durchaus älteren Ärztin – das ich Zecken einfach herausreißen darf, da dadurch nicht mehr Schaden angerichtet werden kann. Was FSME angeht, könne man da jetzt nichts mehr ändern – sofern da etwas passiert sei - und die Borreliose betreffend müsse ich die Bissstelle in der nächsten Zeit im Auge behalten. Sollte sich dort ein auffälliger rötlicher Kranz bilden, werde ich dann wohl auf Antibiotika zurück greifen müssen. Gegen 2 Uhr morgens kamen wir dann endlich zu Hause an. Nach einer lange Dusche bin ich dann endlich gegen 2.30 Uhr in mein Bett gesunken – der Wecker wird mich morgen um 7 Uhr wieder wecken (da muss mein Freund aufstehen und zur Arbeit gehen). Und um meine anfänglichen Worte an die Hand voll Leute wahr zu machen, möchte ich nur kurz berichten, das ich nicht von einem Einhorn oder etwas ähnlichem geträumt habe. Ich war einfach zu müde.

Ich mag Bananen, na und? *ugh*

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Beitrag #2 |

RE: Eine Bahnfahrt mit der deutschen Bahn...
Hi Nuriel!^^

Zitat:Beide, ortsunkundig wie wir waren, versuchten wir doch den Hauptbahnhof in Wuppertal zu finden.
In dem Satz ist nicht alles ganz rund ... ich glaub es liegt an der doppelten Verwendung von "wir" hm ... ich glaube das "wir" muss auch an den Anfang. Icon_confused
"Wir beide, ortskundig wie wir waren, versuchten doch den Hauptbahnhof in Wuppertal zu finden." (Ach, in Wuppertal wart ihr!^^) So klingts in meinen Ohren besser ... aber das doch stört mich noch, weil es sich auf etwas bezieht, das du im Nebensatz eingeschoben hast. (Ortskundig) Icon_smile Deshalb würde ich das vielleicht durch ein "trotz aller Widrigkeiten" oder ähnlichem ersetzen.

Zitat:Das eilig eingeschaltete Navigationsgerät hatte soll ein Ziel nicht im Repertoire
solch? Icon_smile

Zitat:Doch noch war Zeit und unser beider Wille hoch.
Ich glaube Wille ist eigentlich "groß" ^^

Zitat:da entsprach das Bild dem Wort „Zentrum“, welches wir gesehen hatten
"welches wir gesehen hatten" bezieht sich doch auf das Bild, oder? Das würde ich des einfacheren Verständnisses wegen, direkt zusammen hängen, also: "da entsprach das Bild, welches wir gesehen hatten dem Wort Zentrum"

Zitat:Leider war auf dem gesamten Weg in diesem Viertel weder ein Schild Richtung „Wuppertal Zentrum“ oder „Hauptbahnhof“ zu finden war
Das "war" ist zu viel. ^^

Zitat:dort auszusteigen und evtl. die Regionalbahn dort zu erwischen
ein "dort" zu viel ... (Dopplung) aber du kannst beide einfach weglassen (also eins von beiden Icon_wink)

Zitat:Meine leicht Adrenalin geschwängerte Stimmung
schreibt man glaub ich zusammen.^^

Zitat:leer und vor allem unbenutzt aussehendes Gebäude näherte
aussehenden oder aussehende[b]m[/b] ... bin mir selbst nicht ganz sicher, jedenfalls nicht "aussehendes"^^

Zitat:Meine Verzweiflung schien wahrhaft deutlich auf meinem Gesicht zu sehen gewesen sein, das dieser Passant an dem Stehcafé mir antwortete.
dass ...

Zitat:jeder der auf dem Con anwesend war und der so freundlich gewesen war
Hm ... um den Satz griffiger zu machen, würde ich das erste der "war"s weglassen ... und das "der" hinter dem "und" ... wenn du verstehst was ich dir sagen will. Icon_wink

Zitat:Dieser winzig kleine Punkt von einer Zecke konnte erst am Sonntag dorthin gelangt sein.
Die Geschichte hört sich an, als wäre dir das alles wirklich passiert. Du ärmste!

Zitat:Das ich an einem Sonntag natürlich keine Apotheke finden konnte oder die Geschäfte geschlossen waren, kann sich jeder selbst ausdenken.
Du hättest ja zufällig über eine Bereitschaftsapotheke stolpern können. Mrgreen

Zitat:Bei einer Umsteigezeit in Köln von zehn Minuten, war meine geplante Heimfahrt in der Art und Weise damit geplatzt.
Dieser Zug würde natürlich auch überpünktlich losfahren, nicht wahr? ^^

Zitat:Nutzlos zu sagen, dass im Auge eines Orkans sich eine Zone der Ruhe befindet.
das "sich" gehört eigentlich hinter das "dass" Icon_smile

Zitat:Doch Sadismus ist etwas, bei dem nur eine Seite Spaß hat und diese Seite war nicht ich.
*ggg*

Zitat:Ein Blitz hatte in die Stecke weiter vor uns eingeschlagen und zwang den Zug stehen zu bleiben.
O.O

Zitat:Meine Ankunft wird sich wohl auf 1.00 Uhr verschieben, doch der Zug in dem ich mich befinden wird einen außerplanmäßigen Halt einlegen und mich an meinem Zielbahnhof dort hinaus lassen.
"befinde"^^ das ist aber nett von der Bahn ... ist man ja gar nicht gewöhnt. Icon_wink

Zitat:das ich nicht von einem Einhorn oder etwas ähnlichem geträumt habe. Ich war einfach zu müde.
"dass" Mrgreen (geschickt das "Einhorn" eingebracht)

So, damit sind wir am Ende der Odysee angekommen ... ja, ja die deutsche Bahn ... *g* ich fands schon schwer von Frankfurt wieder zurück nach Münster zukommen und das war ja noch halbwegs einfach.

Insgesamt hattest du ein paar Flüchtigkeitsfehler drin, wirkt wie schnell abgetippt. Icon_wink Ansonsten ein Stück voller Alltagsleid mit der deutschen Bahn und Wuppertal in den tragenden Hauptrollen (von beiden ist man das durchaus gewöhnt Icon_smile).
Ist dir das denn jetzt wirklich passiert? Wenn ja, dann wünsch ich dir, dass das nie wieder geschiet. Icon_wink

Liebe Grüße vom Wanderer

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

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Beitrag #3 |

RE: Eine Bahnfahrt mit der deutschen Bahn...
hallo nuriel,
wenn ich dir einen vorschlag bezüglich des titels machen darf:
eine fahrt mit der deutschen bahn...
so hast du keine unnötige wiederholung drin.
hgruß, sigurd Icon_wink


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Beitrag #4 |

RE: Eine Bahnfahrt mit der deutschen Bahn...
Hallo ihr beiden,

danke für eure Kommentare. Ich werd mich am Wochenende den Verbesserungsvorschlägen widmen Icon_smile Und ja, das ist harte Realität und genau so passiert. Mittlerweile hab ich ein Auto und ein Baby und fahre nicht mehr mit der Bahn Icon_wink

Gruß

Nuriel

Ich mag Bananen, na und? *ugh*

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Beitrag #5 |

RE: Eine Bahnfahrt mit der deutschen Bahn...
(06-11-2009, 17:30)Der Weltenwanderer schrieb:
Zitat:Das ich an einem Sonntag natürlich keine Apotheke finden konnte oder die Geschäfte geschlossen waren, kann sich jeder selbst ausdenken.
Du hättest ja zufällig über eine Bereitschaftsapotheke stolpern können. Mrgreen

Stimmt, daran hatte ich zu dem Zeitpunkt aber überhaupt nich gedacht ^^

(06-11-2009, 17:30)Der Weltenwanderer schrieb:
Zitat:Bei einer Umsteigezeit in Köln von zehn Minuten, war meine geplante Heimfahrt in der Art und Weise damit geplatzt.
Dieser Zug würde natürlich auch überpünktlich losfahren, nicht wahr? ^^

Ist doch klar. Jeder der Murphey kennt, weiss das Icon_smile


(06-11-2009, 17:30)Der Weltenwanderer schrieb:
Zitat:Doch Sadismus ist etwas, bei dem nur eine Seite Spaß hat und diese Seite war nicht ich.
*ggg*

Ja, jetzt kann ich auch darüber lachen ^^ damals nich ^^

(06-11-2009, 17:30)Der Weltenwanderer schrieb:
Zitat:Ein Blitz hatte in die Stecke weiter vor uns eingeschlagen und zwang den Zug stehen zu bleiben.
O.O

Das war ein Wochenende voller Unwetter - ausser auf dem Con. Da hatte die Bahn viiiiele Verspätungen - nur nicht da wo ich sie gebraucht hätte.

(06-11-2009, 17:30)Der Weltenwanderer schrieb:
Zitat:das ich nicht von einem Einhorn oder etwas ähnlichem geträumt habe. Ich war einfach zu müde.
"dass" Mrgreen (geschickt das "Einhorn" eingebracht)

Danke *freu*

@sigurd
Habs geändert ^^

Gruß

Nuriel

Ich mag Bananen, na und? *ugh*

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