Es ist: 03-10-2022, 22:49
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"Phantastikszene": Autoren, Verlagsleute und Leser ...
Beitrag #1 |

"Phantastikszene": Autoren, Verlagsleute und Leser ...
Hallo zusammen,

schon länger fällt mir auf, da Leute, die mit den phantastischen Genres zu tun haben, insgesamt einfach freundlicher, lockerer und irgendwie einfach angenehmer sind.

Damit will ich nicht sagen, dass Belletristik- oder Thriller-Autoren irgendwie total unangenehm wären - ich deute nur auf einen Trend hin, der mir persönlich auffällt.

Zum Beispiel haben wir viele Interviews mit Fantasyautoren, weil wir natürlich einen gewissen Phantastik-Schwerpunkt auf der Mainpage haben. Aber man sollte auch mal erwähnen, dass es eben meist diese Fantasyautoren sind, die sofort begeistert bei den Interviews mitmachen. Natürlich gibt es auch da schwarze Schafe, aber der Großteil ist sehr offen und die Kontakte gestalten sich supernett. Da ist es auch möglich, ausländische Autoren wie Tad Williams, Joe Abercrombie oder Jeaniene Frost zu interviewen - sie alle sind professionell, aber trotzdem verdammt sympathisch.

Dagegen kommt man an Belletristik- oder Thrillerautoren 1. schwerer ran (da wird man schnell mal von Ageten abgewimmelt, zumindest bei ausländischen Autoren) und 2. sind die Kontakte dann doch verhaltener.

Ähnlich verhält es sich mit Verlagen. Die Presseleute von Phantastik-Verlagen begegnen mir meist viel offener, sind supernett und trotzdem professionell. Zudem meine ich, dass diese oft eine ganz andere, größere Begeisterung für die Bücher, die sie ja promoten sollen, an den Tag legen.

Dagegen habe ich bei Belletristik und Co. öfter das Gefühl, dass uns die Verlagsleute skeptischer begegnen und auch distanzierter sind ...

Wie gesagt, ich will nicht alle über einen Kamm scheren. Ich kenne auch supernette Leute von Verlagen, die kaum bis gar keine Fantasy haben. Aber ein gewisser Trend ist eben erkennbar.

Und last but not least: Die Leserschaft. Ich bin hauptsächlich in Phantastikforen unterwegs, aber auch in dem ein oder anderen Forum, in dem es eher um Belletristik, Thriller und Co. geht - und mein Eindruck ist einfach, dass die Stimmung in der Phantastikszene lockerer ist, dass mehr ausführliche Diskussionen entstehen und man allgemein mehr Begeisterung spürt.
Natürlich kann man das nicht schwarz-weiß betrachten. Überall gibts "Idioten" und überall gibts auch echt sympathische Leute.

Aber meiner Meinung nach gibt es im Bereich Phantastik einfach begeisterungsfähigere Leute, was vielleicht auch in den Genres begründet liegt. Und diese sind nicht minder professionell, im Gegenteil. Seien es qualifizierte Verlagsmitarbeiter oder Vielleser, die sich wirklich Gedanken um die Bücher machen. Oder auch Autoren, die irgendwie meist offener mit ihren Lesern umgehen, mehr den Kontakt suchen und auch einfach im Netz präsenter sind.

Was meint ihr? Icon_smile

Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #2 |

RE: "Phantastikszene": Autoren, Verlagsleute und Leser ...
Nun ja, was ich dazu meine? Ich persönlich kann mir nur halb so gut wie du diese Eindrücke erklären. Auch wenn ich noch nicht so weit in der Literatur-Welt herumgekommen bin, hab ich schon jetzt ähnliche Erfahrungen gemacht. Vielleicht liegt es daran, dass Fantasy auch einfach in der letzten Zeit einen Boom erlebt und die Fans ihre Lektüre ja regelrecht "praktizieren". Von Fantasy-Days, über Manga und Sci Fi - Phantastik bleibt einfach nicht im Buch. Man lebt sie auf LARPS, oder auch in Rollenspielen. Natürlich auch in Foren und lässt sich dazu inspirieren, selbst etwas zu schreiben.

Irgendwie ist die Bandbreite an Fans sehr groß. Und diese sind teilweise vermutlich leidenschaftlicher, bzw. stechen einfach mehr hervor aufgrund der Anzahl in Foren oder sonst wo. Vielleicht liegt ein teil des Eindrucks dort in der Wiege. Was die Verlagsleute betrifft, so arbeiten sie ja auch mit den Autoren zusammen - die anscheinend manchmal lockerer sind - und müssen die Begeisterung und die Ideen auch gut transportieren könne. Ich denke, in dem Job hält sich eben dann nur der gut, der auf die Zielgruppe und deren "Ton" einsteigen kann.

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #3 |

RE: "Phantastikszene": Autoren, Verlagsleute und Leser ...
Yeah! Icon_wink ... ich denke auch, dass Phantastik-Fans oftmals über das bloße Lesen hinausgehen. Da gibt es Fan-Fictions und Fan-Arts und die Leser scheinen im Weiterdenken von ihren Lieblingsgeschichten regelrecht aufzugehen.

Vielleicht nehmen sich auch die Autoren, die eben über Phantasiewesen schreiben, auch nicht sooo ernst bzw. so wichtig. Klar sind die auch meist professionell und es gibt genug erfolgreiche, aber ich habe bei den Kontakten oft das Gefühl, dass sich viele von ihnen diese kindliche Faszination bewahrt haben, die gute Fantasy haben muss.

Da staunt man über phantastische Welten, es geht um große Kriege und Schlachten, um die große wahre Freundschaft und das Heldentum und um die Bösewichte, die man doch meist besiegt. Viele Fantasyromane sind "utopisch" - in dem Sinne, dass in diesen Welten Werte zählen, die es in der realen Welt nicht mehr so ausgeprägt zu geben scheint. Vielleicht liegt darin auch ein Grund für die häufiger auftretende Offenheit: Die Leute träumen noch und haben sich mit der Tristesse der Realität noch nicht abgefunden Mrgreen ...

Aber leider gibt es auch einige ziemlich engstirnige Fantasy-Fans *seufz* ^^...

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Beitrag #4 |

RE: "Phantastikszene": Autoren, Verlagsleute und Leser ...
Also ich habe gestern mit Claudia Kern und Olga Krouk geschrieben und ich muss sagen, dass ich sehr sehr erstaunt war, wie "offen" die beiden sind. Zwar wurde ich nur von einer sofort geduzt, aber es hat sich mit beiden auf Anhieb ein nettes Gespräch entwickelt. Eben locker. - Da hat man es wieder. Mrgreen

Vielleicht liegt darin auch ein Grund für die häufiger auftretende Offenheit: Die Leute träumen noch und haben sich mit der Tristesse der Realität noch nicht abgefunden ...
=> Das wäre natürlich die schöneste Erklärung. Und sie könnte sogar zum Teil zutreffen.

Liebe Grüße,
Sternchen

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