Es ist: 08-03-2021, 00:31
Es ist: 08-03-2021, 00:31 Hallo, Gast! (Registrieren)


Karma?
Beitrag #1 |

Karma?
Karma?

Weil alles gut wird
Irgendwann
Schließ ich die Augen
Und träume

Wenn ich sie dann öffne
Ist es vorbei
So muss es schließlich sein
Das Gleichgewicht

Irgendwann ist da ein Sinn
Ein Stück von Karma
Ist wohl die Gerechtigkeit
Die das Leben macht


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Beitrag #2 |

RE: Karma?
Hallo Eva,


dann mal von mir eine kurze Rückmeldung zu deinem Gedicht ...
Anzumerken finde ich nichts.

Ich finde das Gedicht hier fast mehr kritisch als nachdenklich - dieses Ich, das einfach die Augen vor der Wirklichkeit verschließt. Das nicht kämpft und nichts zu ändern versucht, weil ja doch alles Karma und Schicksal ist. Irgendwo muss ja Gerechtigkeit sein, irgendwie muss es verdient haben, was ihm geschieht ...
Wobei "Karma" ja doch etwas mit aktivem Handeln zu tun hat; es ist das Gute bzw. das Schlechte, das man mit den eigenen Handlungen erwirbt und ansammelt. Insofern hat dieses Ich hier nicht ganz recht mit seiner passiven Haltung.

Inhaltlich kann ich also etwas damit anfangen. Sprachlich fehlt mir ein wenig das Besondere; ein Bild, ein Ausdruck, der das Gedicht heraushebt. Man könnte aber auch sagen, dass diese Ausdrucksweise, diese Reduziertheit und auch ein wenig das Ungelenke zu dem Ich passt, das du hier entwirfst.
Insofern sehe ich das Gedicht hier ein wenig gespalten; einerseits ist es recht einfach gehalten, andererseits sind Aussage und Stil kongruent.

Nicht ganz mein Geschmack, aber auf seine Art gelungen.


Mira

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

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Beitrag #3 |

RE: Karma?
Hallo Eva,

also ich liebe auch einfache Gedichte mit klarer Aussage.
Und wenn ich aus dem Gedicht ablese, dass Du einen Wechsel zwischen der Träumerei und der Realität verspürst, diesen Unterschied akzeptierst, dann kann ich bei Dir sein. Auch diesen inbrünstigen Wunsch: alles wird gut irgendwann, wer hatte ihn noch nicht, finde ich sehr menschlich und nachvollziehbar. Da entdecke ich auch eine Portion Selbstvertrauen und Optimismus. Das gefällt mir. Ob nun Karma, Schicksal, Vorherbestimmung mit ins Spiel muss? Dies sind für mich nur große, gern gebrauchte Begriffe.
Aber das Träumen halte ich für sehr wichtig. Wir brauchen sie, unsere Visionen. Sie lassen uns handeln, sie beflügeln und inspirieren. Das wäre die wundervollste Auswirkung unserer Träume: sie werden Realität.
Das Gleichgewicht zwischen Traum und Wirklichkeit halte ich allgemein für bedeutungsvoll, ja auch in existentieller Hinsicht im ganz großen Stil.:shy:
Die Sache mit der Gerechtigkeit wäre eine extra Geschichte, würde ich hier nicht ansiedeln.

Von der Aussage empfinde ich Dein Gedicht als gelungen...nur die Sache mit dem Karma, das Handeln für mein Schicksal nach dem Tode u.s.w. ist zumindest nicht unbedingt mein Ding. Ich ziehe das Handeln für mein Leben im Diesseits vor. Nun gut, die Motivation für sinnvolles Handeln mag ja gerne auch unterschiedlich sein.

Gruß Helga

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

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Beitrag #4 |

RE: Karma?
Hallo Icon_smile

Ich versteh' nicht so ganz, was das Gedicht vermitteln soll. Ich dachte erst an Ironie, dann an Überzeugung, dann fehlte mir der Bezug, der mich 'erdet', mir Orientierung gibt. Ich lese

Karma?

Weil alles gut wird
Irgendwann
Schließ ich die Augen
Und träume

und denke bei dieser ersten Strophe an ein stattgehabtes Zwiegespräch oder die Befolgung eines guten Rates oder aber Erfahrungswerte. Da forderte evtl. ein Mensch den anderen auf, die Augen zu schließen und zu träumen, sagt ihm:
'Hey, alles wird gut, wenn Du nicht weiter dran denkst'. Wer's glaubt..

Wenn ich sie dann öffne
Ist es vorbei
So muss es schließlich sein
Das Gleichgewicht

Hier in der zweiten Strophe bin ich verwirrt. Was ist vorbei, wenn die Augen geöffnet werden? Sind alle Probs dann beseitigt? Oder haben wir hier eine Form der Reinkarnation durchgemacht - sind gestorben und neu geboren? Universelles Gleichgewicht? Etwas gewagt, weil sehr vage, diese Vorstellung vom Gleichgewicht.
Zu gefallen vermag mir hier nur das kleine Wortspiel 'wenn ich sie dann öffne.... so muss es schließlich sein...', wobei ich damit auch nicht informationsreicher geworden bin, aber immerhin Icon_smile

Irgendwann ist da ein Sinn
Ein Stück von Karma
Ist wohl die Gerechtigkeit
Die das Leben macht

Ein Sinn - irgendwann? Irgendwann ist schwammig, eigentlich die gesamte Aussage; ein Stück von Karma? Karma, ein großes Wort aus fernöstlicher Philosophie - ist das hier vonnöten? Und das in Direktverbindung mit 'Gerechtigkeit'? Beißt sich das nicht? Gerechtigkeit ist eine 'Genugtuung' für mein Empfinden. Karma hat damit nix am Hut Icon_smile
Die Gerechtigkeit, die das Leben macht? Was meint das?
Insgesamt - von den Verben her - finde ich den Gedichtaufbau recht minimalistisch: 'sein, machen, träumen, öffnen, schließen' - das ist mir zu wenig, sprachlich. Inhaltlich erschließt sicher mir, wie bereits erwähnt, kein weiterer Sinn, auch keine zweite Ebene.
Eine gute Metapher, oder auch 2, 3 schöne Wortbilder wären fein.
Vielleicht bin ich ein zu schlichtes Gemüt?
Würde der Autor mir erklären, was ich so alles nicht verstehe bislang?
Das wäre toll!
Thanks in advance
Grüße
candida

Es gibt nichts, was es nicht gibt, und nichts ist weniger ergründbar als die Komplexität und der Facettenreichtum zwischenmenschlicher Beziehungen, und seien es Liebesbeziehungen. 'Ich' ©


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