Es ist: 16-04-2021, 15:43
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Schattenpakt (2/3)
Beitrag #1 |

Schattenpakt (2/3)
überarbeitet: 22.10.2011





Vor der Schankstube wartete Ryn im Zwielicht der Gasse. Vereinzelte Schatten zuckten über das Pflaster, aber weder die Lichter der Hauptstraße noch der matte Schein, der durch die Fenster der Taverne fiel, kamen gegen die Dunkelheit an. Kälte schlug Gharan entgegen und erinnerte ihn daran, dass er seinen Mantel in der Amtsstube vergessen hatte. Die Luft schmeckte nach Frost und Raureif. Er würde noch Feuerholz kaufen müssen, so früh wie der Winter in diesem Jahr gekommen war.
„Ganz schön kalt“, begann Ryn das Gespräch, mit dem der Hauptmann bereits gerechnet hatte. Der Junge war nicht dafür bekannt, dass er schweigend seinen Patrouillengang zurücklegte oder ein Problem unangesprochen ließ. Eine Erwiderung erwartete er offenbar nicht, denn er marschierte zügig los.
Gharan folgte ihm stumm. Die Benommenheit verzog sich schneller aus seinem Kopf, als ihm lieb war, und bereits nach kurzer Zeit spukten die Gesichter wieder durch seine Gedanken. Leblose Augen, durchzogen von einem feinen Netz aus Äderchen; über der Kehle ein dünner, roter Abdruck wie eine eng zugezogene Schnur; seitlich am Hals – eine Handbreit über der Schulter – eine fingernagelgroße Stichwunde.
„Kanntet Ihr den Mann?“
Schmerz bohrte sich durch Gharans Brust und er hielt schnaufend inne. Mit einer Hand stützte er sich am kalten Stein einer Hauswand ab. In Ryns Gegenwart war ihm sein Alter mehr als sonst bewusst. Schlimmer allerdings waren diese Morde, die sich abends wie Blei auf seine Lungen legten.
„Den Toten?“, brachte er mühsam hervor und schob Ryns Hand beiseite, als er ihn stützen wollte. „Nein. Schon in Ordnung, Junge, lass mich nur zu Atem kommen.“
„Soll ich Euch zu einem Heiler bringen?“
Gharans Lachen ging in trockenen Husten über. „Und einen unbescholtenen Bürger um seinen wohlverdienten Schlaf bringen? Mach einfach etwas kleinere Schritte.“
Zweifelnd beobachtete Ryn ihn, offenbar nicht überzeugt davon, dass es ihm gut ging.
Zum Abgrund, er hätte in der Taverne bleiben und sich in die Besinnungslosigkeit trinken sollen. Stattdessen hetzte er mit dem Jungspund durch die Straßen wie ein Botenläufer und floh vor seinem eigenen Schatten.
Eine Weile lang schwieg Ryn, während sie ihren Weg fortsetzten. Die halbe Stadt lag zwischen der Amtsstube und dem kleinen Anwesen, das Gharan vor knapp fünf Jahren für sich und seine Familie erworben hatte. Aber Jelina hatte sich sofort in das Häuschen verliebt und das Angebot war verlockend gewesen. Im Moment verfluchte der Hauptmann diese Tatsache.
„Hat es etwas mit der Nachricht zu tun, auf die Ihr wartet?“, hakte Ryn schließlich nach.
„Was?“ Gharan sah stur gerade aus und fragte sich erneut, welches Zeichen der Entzweite ihm mit Ryns Auftauchen im Kupferkessel hatte geben wollen.
„Eure – verzeiht, wenn ich falsch liege, Hauptmann – Eure schlechte Laune.“
Der junge Gardist war gewiss der Letzte, mit dem Gharan seine Sorgen teilen wollte. Auch wenn der Gedanke verlockend war, sich alles von der Seele zu reden, brachte er seinen Schützling damit schlimmstenfalls in tödliche Gefahr. Also schüttelte er nur schweigend den Kopf.
„Dann ist es der Fall, der Euch bedrückt?“
„Die Untätigkeit …“, erwiderte Gharan heiser. „Dieses Monster tötet immer weiter und ich kann nichts dagegen unternehmen.“
Kannst du nicht oder willst du nicht, alter Mann?, verhöhnte ihn eine eisige Stimme aus den Untiefen seines Bewusstseins.
Aber alles, was er tat, tat er zum Schutz seiner Familie.
„Vielleicht sollte ich …“ Durfte er den Jungen mit diesen Gedanken belasten? Er war ihm immer ein Vorbild gewesen.
„Was?“, hakte Ryn nach. „Was solltet Ihr?“
„Der Rat hat mich gebeten, über meinen Rücktritt nachzudenken.“
Nicht einmal Jelina hatte er dieses Geheimnis bisher anvertraut. In aller Stille war Nibor deMelua eines Abends in die Amtsstube gekommen, um Gharan auf die zahlreichen ungelösten Mordfälle hinzuweisen. Vielleicht sei es für das Wohl Mavars das Beste, die Führung der Garde einem motivierteren Mann zu überlassen, hatte er mit freundlichen Worten erklärt. Der Rat ließe eine solch selbstlose Geste nicht unentlohnt.
„Das könnt Ihr nicht tun!“, protestierte Ryn energisch und blieb kurz stehen. Doch er eilte wieder an Gharans Seite, als dieser ihm keine Beachtung schenkte.
„Wenn es nur so einfach wäre, Junge.“ Seufzend schüttelte er den Kopf. „Seit achtundzwanzig Jahren bin ich jetzt Gardist und ich konnte mir nie vorstellen, etwas anderes zu tun. Aber die letzten Monde …“ Gharan hielt inne, um dem Drang zu widerstehen, sich alles von der Seele zu reden. „Ich dachte von mir selbst, ein aufrichtiger und ehrbarer Mann zu sein.“
Aber du hast dich getäuscht.
„Hauptmann! Ihr werdet den Mörder fassen, ganz bestimmt. Ihr dürft nicht einfach aufgeben!“, widersprach Ryn so heftig, dass Gharan erschrak.
Wenn der Junge nur Recht haben könnte …
„Ich hätte dir das nicht erzählen dürfen“, lenkte er ein. „Bitte, Ryn, versprich mir, dass du kein Wort darüber verlierst.“
„Der Rat kann Euch nicht einfach entlassen. Die Stadtgarde untersteht nicht seiner direkten Aufsicht und dadurch hat er keinen Einfluss -“
„Ich habe mich noch nicht entschieden“, unterbrach Gharan den Protest. „Wirst du es für dich behalten?“
Kurz wirkte Ryn, als würde er es nicht darauf beruhen lassen wollen, doch dann nickte er. „Natürlich, Hauptmann. Ihr habt mein Stillschweigen.“
„Danke, Junge.“
Der Gardist murmelte noch etwas, das Gharan nicht verstand. Wenn er nur wieder die Energie und den unerschöpflichen Tatendrang seiner Jugend hätte … Viele Jahre lang hatte er fest daran geglaubt, die Welt zum Besseren verändern zu können. Wann hatte er begonnen, sich selbst zum Schlechteren zu wandeln? Wann war der Wert seines Lebens über den aller anderen gewachsen? War es falsch von ihm, Jelina und Tilda schützen zu wollen? Ab wann wurde der Preis zu hoch?
An jedem Abend stellte er sich die gleichen Fragen, auf die es vielleicht niemals eine Antwort geben würde. Seit dem Besuch Lord deMeluas war eine weitere hinzugekommen: War sein Rücktritt die Lösung, nach der er seit Monden so verzweifelt suchte?
Obwohl Gharan froh war, dass Ryn den Rest des Weges keinen weiteren Versuch unternahm, das Gespräch wieder in Gang zu bringen, schien ihm die Stille erdrückend. Erst als sie vor dem kleinen Anwesen standen, das Jelina in ein gemütliches Heim verwandelt hatte, sah der junge Gardist auf.
„Ihr werdet den Mörder fassen, Hauptmann“, erklärte er voller Überzeugung. „Irgendwann wird er einen Fehler machen.“
„Du bist ein guter Freund, Ryn.“
Das verlegene Lächeln seines Gegenüber ließ Gharan kurz schmunzeln. Eine träge Müdigkeit hatte sich über seine Gedanken gelegt und dämpfte den Zweifel. Vielleicht hatte Ryn Recht. Vielleicht war es ein Zeichen des Entzweiten, die Hoffnung nicht zu verlieren; den Kampf nicht aufzugeben.
„Richtet Jelina meine Grüße aus“, bat der Junge, bevor er sich zum Gehen wandte.
Gharan nickte. „Assû mit dir, Ryn.“
„Gute Nacht, Hauptmann.“
Mit wenigen Schritten war der Gardist in der Dunkelheit verschwunden, die Gharan auf einmal schwärzer und kälter erschien. Ein eisiger Wind fuhr ihm durch die Wolltunika und ließ ihn zittern. Vielleicht sollte er vor dem Schlafengehen noch ein Glas Wein trinken …




ins Warme ...

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Beitrag #2 |

RE: Schattenpakt (2/3)
Guten Morgen Lanna,

dann einmal auf zum zweiten Teil deine Geschichte. Bin schon gespannt, wie es weiter geht und ob man ein wenig mehr über die Handlung in der Geschichte erfährt.

Die Lichter der Hauptstraße warfen nur vereinzelte zuckende Schatten über das Pflaster und der matte Schein, der durch die Fenster der Taverne fiel, reichte kaum bis zur gegenüberliegenden Hauswand.
=> Ich würde diesen Satz entweder anders anordnen, oder zwei Sätze daraus machen. Bis zu "und der" liest es sich flüssig. Nach dem jedoch erwartet man eine Weiterführung mit Bezug zu den Lichtern, bzw. zuckenden Schatten. Du fängst aber dann mit einem Schein an, das wirft kurzzeitig aus dem Konzept. Find ich jedenfalls.

Kälte schlug Gharan entgegen und erinnerte ihn daran, dass er seinen Mantel in der Amtsstube vergessen hatte. Die Luft schmeckte nach Frost und Raureif. Er würde noch Feuerholz kaufen müssen, so früh wie der Winter in diesem Jahr gekommen war.
=> Schön, gute Details, die ein nahes Gefühl fürs reale Leben dort geben. Gefällt mir, wenn das so eingearbeitet ist.

Kannst du nicht oder willst du nicht, alter Mann?, verhöhnte ihn eine eisige Stimme aus den Untiefen seines Bewusstseins.
=> "Untiefen" klingt gut. ;o) Gedanken sind allerdings schöner, wenn kursiv.

Viele Jahre lang hatte er fest daran geglaubt, die Welt zum Besseren verändern zu können. Wann hatte er begonnen sich selbst zum Schlechteren zu verändern?
=> Wortwiederholung. Vielleicht ein Synonym. Wandeln, ... oder dergleichen?

Wann war der Wert seines Lebens über den aller anderen gewachsen? War es falsch von ihm, Jelina und Tilda schützen zu wollen? Ab wann wurde der Preis zu hoch?
=> Oh Mann. Lanna, wenn das so weiter geht, muss ich die Geschichte in blinder Eifersucht löschen. *lach* Dein Charakter ist meinem Zurian viel zu ähnlich. Die Gedanken könnten von ihm sein. Die Position ist eine ähnlich. Und für die Familie wird alles geopfert, selbst der eigene Stolz, der Wille. Einfach alles, solang es Frau und Kind gut gehen kann.

Vielleicht sollte er vorm Schlafengehen noch ein Glas Wein trinken …
=> hrch, hrch, hrch ...

So und das war es schon wieder. Verführerisch kurz, knackig, fehlerfrei und unterhaltend. Wobei letzteres sich sogar noch steigern könnte. Viel Handlung hat man auch diesmal nicht erfahren. Also von einem Aufdecken werden wir mit der Geschichte wohl weit entfernt sein. Jetzt müsste eigentlich auf der Strasse noch was passieren, ... irgendwas plötzliches, denn die Situation sieht nicht gerade so aus, also würde Gharan sich jetzt noch entscheiden und ganz entscheidend wandeln. Es ist eine Ahnung für ihn greifbar, was er tun könnte. Meist kommt die Hoffnung ja vor dem Fall. Ich hoffe, du vergreifst dich nicht an seiner Familie. ;o)

Mir gefällt die Geschichte. Vermutlich weil ich genau für solche Art Fantasy etwas übrig hab. Zwar fehlt mir momentan eine echt Handlung, die muss aber nicht sein. Ich schätze es geht hier mehr um den Einblick und den Charakter selbst. Wie er vielleicht zu was geworden ist, wer weiß.
Die Ähnlichkeit mit meinem Zurian, so muss ich feststellen nach längerer Überlegung, ebbt Gott sei Dank ab. Ähnlich Situation, ähnlich gute Absichten, ähnliche Selbstzweifel. Aber im Grunde ... ist deine Welt viel zu freundlich bis jetzt. Ich mags ja dunkler und verzweifelter. Böser wenn man so will. Bin mal gespannt, was ich sonst noch bei dir lesen kann. Auf den Geschmack bin ich gekommen.

Gharan und Ryn hab ich ins Herz geschlossen. Ich nehme an, Ryn werde ich jetzt eine längere Zeit nicht mehr lesen, ... - ich stelle fest, gespannt zu sein. Also bitte her mit dem nächsten Teilchen. :o)

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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Beitrag #3 |

RE: Schattenpakt (2/3)
Hallo Lanna!
Nur ein ganz kurzer Kommentar von mir, mir hat's nämlich gefallen. Die Garde hat mich am Anfang etwas irritiert. Ich habe die ganze Zeit Pratchett'sche Wachen vor Augen und tue mich etwas schwer, sie zu vertreiben. Woher diese Assoziation kommt, weiß ich nicht, wahrscheinlich kannst du aber nichts dafür. Das hat den Effekt, dass die beiden Gardisten eine etwas komische Note in meiner Vorstellung erhalten, die nicht ganz zum sonst ja eher düsteren Setting passen will. Aber was soll's, die beiden sind einfach sympathisch Icon_smile
Was mir an sich gut gefällt, ist, wie du den Unterschied in der Hierarchie dadurch darstellst, dass Ryn seinen Chef siezt (und zwar auf die altertümliche "Ihr"-Variante), während Gharan den jungen Burschen duzt. Gestolpert bin ich dann hier:
Zitat:„Nein. Geht schon, Junge, lass mich nur zu Atem kommen.“
Das "Geht schon, Junge" habe ich erst beim zweiten Mal verstanden. Ich dachte erst, er hätte ihn weggeschickt und du hättest dich in der Anrede vertan. Beim zweiten Lesen ist es mir dann klar geworden. Die Stelle könntest du für meinen Geschmack deutlicher machen (vielleicht "Ist schon in Ordnung, Junge ..." oder so, gibt ja viele Synonyme).
Ansonsten hat mir die Geschichte bis hierher wieder gut gefallen. Ich mag deinen Erzählstil einfach, die Charaktere sind Sympathieträger, es passt einfach Icon_wink
Liebe Grüße,
Lehrling

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Beitrag #4 |

RE: Schattenpakt (2/3)
Schönen guten Abend, ihr zwei beiden,

solche Kommentare versüßen den Feierabend doch ungemein! Vielen lieben Dank.

@Sternchen
Den Lichtersatz nehm ich nochmal unter die Lupe, da wird sich sicher noch was ändern lassen Icon_smile

Zitat: Gedanken sind allerdings schöner, wenn kursiv.
Ja, das kommt davon, wenn Lanna mal am PC und dann wieder am Laptop arbeitet und abends noch schnell den nächsten Teil onstellen will und nicht guckt, ob die Version aufm Laptop auch wirklich schon Literatopiafreundlich ist. Will heißen: im Dokument sind die Gedanken kursiv, nur ohne Forum-Tags. Ich bin nämlich selbst überzeugter Befürworter kursiver Gedanken (allgemein mach ich überhaupt viel mit kursiv, auch Betonungen und so)

Zitat: => Wortwiederholung. Vielleicht ein Synonym. Wandeln, ... oder dergleichen?
Die hatte ich ursprünglich bewusst reingeschrieben, ich glaube nur, die Sätze waren ganz am Anfang auch noch anders aufgebaut und inzwischen bin ich selbst nicht mehr überzeugt davon. Werd es markieren

Zitat: => Oh Mann. Lanna, wenn das so weiter geht, muss ich die Geschichte in blinder Eifersucht löschen. *lach* Dein Charakter ist meinem Zurian viel zu ähnlich. Die Gedanken könnten von ihm sein. Die Position ist eine ähnlich. Und für die Familie wird alles geopfert, selbst der eigene Stolz, der Wille. Einfach alles, solang es Frau und Kind gut gehen kann.
Uh Icon_panik ähm ... Zurian ist natürlich viel toller! Und du bist viel toller *den boden zu sternchens füßen küss* ja, also tollster Mod wo's gibt in Literatopia. Alles, was du willst, aber bitte bitte nicht den Löschen-Button klicken Smiley_frown
Mrgreen Warum stehen eigentlich deine Zurian-Geschichten gar nicht auf meiner Liste? Ach, weil sie gar nicht on sind? hm ... aber ich hatte von irgendeiner den Anfang gelesen, die ich noch nicht kannte, mit so nem kleinen Gedicht voran und "Dunkel..."? Ich bin grade extremst verwirrt Icon_confused

Zitat: Verführerisch kurz
Ich kann mich nie entscheiden, ob ich die Teile eher kurz halten soll, oder eher so, dass es nicht allzu viele werden.
Der dritte wird leider ein bissl länger, weil ich das Gespräch nicht trennen wollte. Aber danach is es ja eh dann auch vorbei *lach*

Zitat: Ich hoffe, du vergreifst dich nicht an seiner Familie. ;o)
Ich doch nicht! (Noch nicht Icon_fies )

Zitat: Zwar fehlt mir momentan eine echt Handlung, die muss aber nicht sein. Ich schätze es geht hier mehr um den Einblick und den Charakter selbst.
Ja, das ist so meine Schwäche (weshalb ich eigentlich besser Romane schreiben sollte ...) ich verzichte lieber auf Handlung, wenn dafür meine Personen gut rüberkommen *lach*

Zitat: Aber im Grunde ... ist deine Welt viel zu freundlich bis jetzt. Ich mags ja dunkler und verzweifelter. Böser wenn man so will.
Ich eigentlich auch, aber "freundlich" schreiben ist einfacher *grins* Khonar ist so im Großen und Ganzen recht friedlich, oder besser gesagt, die Hälfte des Kontinents, auf der bisher alle Geschichten angesiedelt sind. Auf der anderen Hälfte (bei den Daimonen) geht's auch mal unnetter zu. Aber da hab ich bisher noch nix *lach*

Zitat: Gharan und Ryn hab ich ins Herz geschlossen.
Yay! *jubel-Smiley such* Icon_jump Das freut mich meistens am meisten, wenn meine Chars gut ankommen

Den nächsten Teil stell ich nachher noch on (und versuche, an die kursiven Stellen zu denken *lach*)

@Lehrling

Zitat: Nur ein ganz kurzer Kommentar von mir, mir hat's nämlich gefallen.
Ja, das ist ja schonmal super! Icon_smile

Zitat: Ich habe die ganze Zeit Pratchett'sche Wachen vor Augen und tue mich etwas schwer, sie zu vertreiben. Woher diese Assoziation kommt, weiß ich nicht, wahrscheinlich kannst du aber nichts dafür.
:icon_gucker: Hui, ich hab extra nachgeguckt, ich hab erst Schattenpakt geschrieben und dann die Nachtwächter gelesen *aufatme*
(ich lass mich hin und wieder nämlich schon von Dingen beeinflussen, die ich lese *lach*)
Aber hier liegt es dann wirklich nicht an mir Icon_smile Ist tatsächlich eine etwas unpassende Assoziation, ich hoffe, es war nicht allzu schlimm *lach*

Zitat: Was mir an sich gut gefällt, ist, wie du den Unterschied in der Hierarchie dadurch darstellst, dass Ryn seinen Chef siezt (und zwar auf die altertümliche "Ihr"-Variante), während Gharan den jungen Burschen duzt.
Ja, ich bin ja schon irgendwie ein kleiner Freak und habe so meine Schreib-Ticks, und das ist einer davon *grins* Ich achte allgemein sehr viel darauf, wie zwei Personen sich gegenseitig anreden, und "Sie" als höfliche Anrede geht gar nicht in Fantasy - finde ich.

Zitat: Das "Geht schon, Junge" habe ich erst beim zweiten Mal verstanden. Ich dachte erst, er hätte ihn weggeschickt und du hättest dich in der Anrede vertan. Beim zweiten Lesen ist es mir dann klar geworden. Die Stelle könntest du für meinen Geschmack deutlicher machen (vielleicht "Ist schon in Ordnung, Junge ..." oder so, gibt ja viele Synonyme).
Jup, wo du es jetzt sagst, fällt es mir auch auf. Ich lass mir was anderes einfallen Icon_smile

Zitat: Ansonsten hat mir die Geschichte bis hierher wieder gut gefallen. Ich mag deinen Erzählstil einfach, die Charaktere sind Sympathieträger, es passt einfach
Na, das freut mich doch! Vielen Dank Icon_jump


Ganz liebe Grüße euch beiden!
Lanna

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Beitrag #5 |

RE: Schattenpakt (2/3)
Hallo Lanna,

... Zurian ist natürlich viel toller! Und du bist viel toller *den boden zu sternchens füßen küss* ja, also tollster Mod wo's gibt in Literatopia. Alles, was du willst, aber bitte bitte nicht den Löschen-Button klicken. Warum stehen eigentlich deine Zurian-Geschichten gar nicht auf meiner Liste? Ach, weil sie gar nicht on sind? hm ... aber ich hatte von irgendeiner den Anfang gelesen, die ich noch nicht kannte, mit so nem kleinen Gedicht voran und "Dunkel..."? Ich bin grade extremst verwirrt
=> ja, ja, ja. Das Nehm ich jetzt natürlich alles so ernst, wie du mich in diesem Fall nehmen solltest. Gar nicht. *lach* Zurian-Geschichten gab es genug. Die ich in einem Eifer von "alles, aber auch alles ist schlecht" wieder vor Monaten entfernt, ohne zu Ende geführt zu haben. Von daher existiert bei manchen ein Teilwissen was meine Welt und Zurian betrifft. "Dunkeltraum" hieß die Geschichte wohl. Ja, die war auch schlecht. Ist ebenso wie "Seelenfeuer" und "Wo Tod Frieden bedeutet" in Überarbeitung. Beides kommt aber wieder. ;o) Momentan gibts online eine Zurian-Geschichte. Meine erste Kurzgeschichte überhaut, schon etwas älter: "Wo Freiheit Tod bedeutet". Wenn dir jetzt der Kopf schwirrt - würd ich verstrehen - lohnt sich, falls du Lust hast, ein Blick in mein Werkeverzeichnis. Da sind se gelistet, die Dinger.

Ich kann mich nie entscheiden, ob ich die Teile eher kurz halten soll, oder eher so, dass es nicht allzu viele werden.
Der dritte wird leider ein bissl länger, weil ich das Gespräch nicht trennen wollte. Aber danach is es ja eh dann auch vorbei

=> Ich stell eigentlich immer längere Teile ein. Mit "Herzensblut" versuch ich das kürze jetzt aber mal auch. :o)

Ja, das ist so meine Schwäche (weshalb ich eigentlich besser Romane schreiben sollte ...) ich verzichte lieber auf Handlung, wenn dafür meine Personen gut rüberkommen *lach*
=> Da sind wir dann auf einer Wellenlänger!

Ich eigentlich auch, aber "freundlich" schreiben ist einfacher *grins* Khonar ist so im Großen und Ganzen recht friedlich, oder besser gesagt, die Hälfte des Kontinents, auf der bisher alle Geschichten angesiedelt sind. Auf der anderen Hälfte (bei den Daimonen) geht's auch mal unnetter zu. Aber da hab ich bisher noch nix *lach*
=> Dann bin und bleib ich mal weiterhin gespannt.

Bis zum nächsten Teil,
Sternchen

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Beitrag #6 |

RE: Schattenpakt (2/3)
Hi Lanna,

juhuu, es geht weiter.
Zitat:Eine Erwiderung erwartete er offenbar nicht, sondern marschierte zügig los.
Vielleicht "...nicht, denn er marschierte..."? Quasi als Erklärung, woran man erkennt, dass er keine Antwort erwartet.
Zitat:Leblose Augen, durchzogen von einem feinen Netz aus Äderchen; über die Kehle ein dünner, roter Abdruck wie eine eng zugezogene Schnur; seitlich am Hals – eine Handbreit über der Schulter – eine fingernagelgroße Stichwunde.
Ein wundervolles Bild, das sich da vor meinem inneren Augen auftut...(Achtung: Ironie!Icon_wink) Aber schön beschrieben, als kleiner Einwurf, damit man sich unter den Morden genaueres vorstellen kann. Ich bin ja so eine, der ein simples "er wurde ermordert" nicht reicht - ich will Details Icon_fies
Zitat:Schmerz bohrte sich durch Gharans Brust und er hielt schnaufend inne.
Aaaah, hier haben wir ja die Gebrechen des alten Mannes.
Zitat:Auch wenn der Gedanke verlockend war, sich alles von der Seele zu reden, brachte er seinen Schützling damit schlimmstenfalls in tödliche Gefahr.
Aber den Leser nicht, also raus mit der Sprache, ich bin neugierig!
Zitat:Kannst du nicht oder willst du nicht, alter Mann?, verhöhnte ihn eine eisige Stimme aus den Untiefen seines Bewusstseins.
Die Gedanken würde ich kursiv setzen.
Zitat:„Richtet Jelina meine Grüße aus“, bat der Junge, bevor er sich zum Gehen wandte.

Es geht ein Mörder in der Stadt um. Gharan überlegt in Rente zu gehen und will Frau und Tochter schützen. Der zweite Teil der Geschichte hört auf, bevor Gharan ins Haus geht...Bin ich die Einzige, die jetzt das Schlimmste vermutet?

Auch hier wieder, wenig zu nörgeln, schön flüssig zu lesen. Diesen Teil fand ich noch interessanter als den ersten, weil du hier mehr auf Gharan eingehst und seine Person vertiefst (und das auch noch auf sehr geschickte Weise in wenigen Sätzen). Schöne Zwickmühle, in der er da steckt. In nehmen die ganzen Morde ziemlich mit, aber einen Fall abgeben, der ihn so sehr beschäftigt? Ich glaube ja nicht, dass er das Angebot annehmen wird. Erst recht nicht, nachdem ich diesen Teil zuende gelesen habe...
Ich bin gespannt, wie es weitergeht und ob sich meine Vermutungen bestätigen. Den dritten Teil knöpf ich mir dann wohl morgen vor. Bin erst vor einer halben Stunde nach Hause gekommen, bin hundemüde und in meinem Bett wartet Ken Follet auf mich (nicht falsch verstehen Mrgreen )

LG

Glory

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Beitrag #7 |

RE: Schattenpakt (2/3)
Gestern hab ichs nicht mehr geschafft, also gehts heute weiter^^

Zitat:Er würde noch Feuerholz kaufen müssen, so früh wie der Winter in diesem Jahr gekommen war.
Dieser Satz ist einfach ... :D Ich weiß nicht, aber ich finde das klingt so sehr nach 20. Jahrhundert-Hausfrau - "Oh, ich muss noch Milch holen."
Tut mir Leid, das war das erste, was mir in den Sinn kam^^

Zitat:Gharans Lachen ging in trockenen Husten über. „Und einen unbescholtenen Bürger um seinen wohlverdienten Schlaf bringen? Mach einfach etwas kleinere Schritte.“
Ich finde Gharan klasse, er kommt unheimlich authentisch rüber. Mit Ryn bin ich dagegen iwi noch nicht warm geworden^^

Zitat:Zweifelnd beobachtete Ryn ihn, offenbar nicht überzeugt davon, dass es ihm gut ging.
Ich finde den Satz ein bisschen zu verschachtelt. Wie wäre es mit einer Aufteilung:
"Ryn war offenbar nicht überzeugt, dass es ihm gut ging. Zweifelnd beobachtete er ihn."
Gut, nicht der Weisheit letzter Schluss, ich seh's selbst^^

Zitat:brachte er seinen Schützling damit schlimmstenfalls in tödliche Gefahr.
Oho, hat der gute Hauptmann Dreck am stecken? Dabei ist er so sympathisch^^

Zitat:verhöhnte ihn eine eisige Stimme aus den Untiefen seines Bewusstseins
Er ist also eher nicht der tiefgründige Typ? Icon_wink
"Untiefen" ist mMn falsch, "Tiefen" wäre richtig. Weil Untiefen sind ja flache Stellen im Wasser.

Zitat:Der Rat ließe eine solch selbstlose Geste nicht unentlohnt.
Hm, mein Verdacht bisher:
Gharan wird geschmiert um den Mörder zu decken. Deshalb verfolgen ihn die Toten auch so - ich kann mir nciht vorstellen, dass ein langjähriger Gardist noch leicht aus der Ruhe zu bringen ist.
Großartige Atmosphäre hier, obwohl ja eigentlich nichts passiert^^
Aber ein guter Dialog ist mMn eh fünf Schwertkämpfe und etwa zwei nächtliche Verfolgungsjagden wert Icon_wink

So,ich mach direkt mal mit dem dritten Teil weiter, ich will wissen wies weitergeht Icon_smile

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Beitrag #8 |

RE: Schattenpakt (2/3)
Heydiho!

Ich freue mich sehr, sehr, sehr über eure Kommentare! Mein Mann wird sich nur wundern, warum ich doof grinsend vor meinem Monitor sitze ... *lach*
Aber der Reihe nach:

@Sternchen
Ja genau, Dunkeltraum ... „Wo Freiheit Tod bedeutet“ mochte ich sehr gerne, und ich hatte auch eine dreiteilige Geschichte von dir gelesen (nur nicht kommentiert, weil das in meiner Schreiben-ist-ätzend-Phase war *lach*), wo ich mich noch an Ylias erinnere, den ich beim kurz Reinlinsen in Herzensblut auch bereits entdeckt habe *schon gespannt sei* Am Wochenende stürz ich mich mal drauf

Zitat: => Ich stell eigentlich immer längere Teile ein.
Ich eigentlich auch (meistens, weil ich mich mit dem Trennen schwertu), aber kurz scheint hier besser anzukommen *erstaunt über so viele Kommis in so kurzer Zeit sei*



@Glory
Zitat: Aber schön beschrieben, als kleiner Einwurf, damit man sich unter den Morden genaueres vorstellen kann.
Ja, das Bild musste ich unbedingt einbauen, weil es hier auch nicht nur auf irgendwelche Morde ankommt, sondern auf genau diese, wo die Opfer genau so aussehen. Ich bin ja sowieso ein Freund von Details *lach*

Zitat: Die Gedanken würde ich kursiv setzen.
Jup, war eine Überarbeitungs-Nachlässigkeit

Zitat: Es geht ein Mörder in der Stadt um. Gharan überlegt in Rente zu gehen und will Frau und Tochter schützen. Der zweite Teil der Geschichte hört auf, bevor Gharan ins Haus geht...Bin ich die Einzige, die jetzt das Schlimmste vermutet?
Icon_fies
Ich würde doch niemals meinen Charakteren etwas Schlimmes zustoßen lassen!
Hab ich das grade gesagt? Icon_aufsmaul

Zitat: weil du hier mehr auf Gharan eingehst und seine Person vertiefst (und das auch noch auf sehr geschickte Weise in wenigen Sätzen)
Ich freu mich grad scheckig, dass Gharan so gut bei allen ankommt. Weil ich mag ihn auch total gerne (obwohl ich nicht nett zu ihm bin).


@Saryn

Zitat: Dieser Satz ist einfach ... :D Ich weiß nicht, aber ich finde das klingt so sehr nach 20. Jahrhundert-Hausfrau - "Oh, ich muss noch Milch holen."
Icon_lachtot Also ich habe noch nie gesagt „Oh, ich muss noch Milch holen“!
Ich verstehe, was du meinst, aber der Satz bleibt drin *lach* Es ist arschkalt und der Familienvater sorgt sich darum, dass seine Familie es warm hat. Das hat rein gar nüschts mit Mülch zu tun! Icon_aufsmaul Mrgreen

Zitat: Ich finde Gharan klasse, er kommt unheimlich authentisch rüber. Mit Ryn bin ich dagegen iwi noch nicht warm geworden^^
Hihi, vielleicht spürst du Ryns ... „dunkle Seite“ Icon_fies die er ... ähm ... natürlich nicht hat! Weil er einfach nur ein netter Junge ist *hüstel*
Aber Gharan ist eh wichtiger (zumindest für mich und in diesem Teil *lach*). Ich freu mich, dass er so gut ankommt!

Zitat: Ich finde den Satz ein bisschen zu verschachtelt.
Icon_shockedIcon_panik
Das sind nur 13 Wörter ... sowas zähl ich bei Herz des Dämons noch unter „Knappe Aussage“ :mgreen:
Nein, ernsthaft, ich verstehe dich. Aber mir fällt grad nix anderes ein, deshalb wird er vorerst nur markiert und am Wochenende nochmal überdacht.

Zitat: Oho, hat der gute Hauptmann Dreck am stecken? Dabei ist er so sympathisch^^
Bei mir haben glaub ich fast alle Hauptpersonen Dreck am Stecken *lach* Sonst wär’s doch fad!

Zitat: "Untiefen" ist mMn falsch, "Tiefen" wäre richtig. Weil Untiefen sind ja flache Stellen im Wasser.
Dr. Duden schrieb:Un|tie|fe, die: 1. flache, seichte Stelle in einem Gewässer. 2. große Tiefe: die -n des Ozeans
*ZungerausstreckSmiley suchen geh* *grins* Das Wort hat mich schon des Öfteren beschäftigt, daher bin ich gut infomiert

Zitat: Gharan wird geschmiert um den Mörder zu decken. Deshalb verfolgen ihn die Toten auch so - ich kann mir nciht vorstellen, dass ein langjähriger Gardist noch leicht aus der Ruhe zu bringen ist.
Dann kommt ja genau der richtige Eindruck rüber! *freu*

Zitat: Großartige Atmosphäre hier, obwohl ja eigentlich nichts passiert^^
Smiley_emoticons_blush
Danke schön!


Noch ein gesammeltes DANKE! an euch, ich könnt im Dreieck springen, dass da so viel Lob in den Kommentaren drin steckt Icon_bussi

Liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #9 |

RE: Schattenpakt (2/3)
Hallo zum Zweiten,

und weiter geht's:
Gharan geht wahrscheinlich doch eher Richtung fünfzig. Wie es klingt, hat er bis vor kurzem auch noch seinen Idealismus gehabt, also bis vor einigen Jahren, endgültig gemerkt, dass er ihn verloren hat, scheint er wohl er vor einigen Monaten zu haben. Bisher deutet sich nur an, was mit Gharan ist. Wie ein böses Omen, das über der Geschichte liegt. Und da zeigt sich auch, wie der Satz, den ich nicht zuordnen konnte im ersten Teil, wahrscheinlich gemeint ist: Gharan hat einen Grund, seine Familie zu beschützen. Vllt wird er bedroht oder erpresst. Vielleicht haben auch die Morde etwas damit zu tun, vllt weiß er es selbst nicht so genau. Mit hinein spielt auf jeden Fall, dass er von seinem Posten zurücktreten soll - weil. - er die Morde nicht aufklären kann. Vielleicht ist er auch einfach zu alt geworden, sie hätten gern ein anderes Gesicht, das sie der Öffentlichkeit zeigen können, eines, das Tatendrang und Sicherheit ausstrahlt. Bei Gharan scheinen die Selbstzweifel in seinem Inneren sich langsam durch die Haut nach außen durchzufressen.

Die einzige Sache, die mich stört, ist weiterhin Gharans Alter. Ich weiß einfach nicht, wie alt er ist. Er benimmt sich wie ein Greis, gleichzeitig ist seine Frau schwanger und das andere Kind sehr klein. Dann wird er eigentlich doch nicht allzu alt sein - oder sie haben einen etwas größeren Altersunterschied. Die Szene, als Gharan sich an der Wand abstützt, kam mir etwas übertrieben vor. Vielleicht auch weil ich nicht verstehe, weshalb Ryn so rennt. Er schien ja schon Verantwortung zu spüren, den Betrunkenen - der hier gar nicht mehr so betrunken wirkt - nach Hause zu bringen. Dann rennt man doch nicht vor, sondern überlässt dem "Schwächeren" das Tempo ...

Ansonsten sehr flüssig zu lesen.

Anmerkungen:
Zitat:Die Benommenheit verzog sich schneller aus seinem Kopf als ihm lieb war und bereits nach kurzer Zeit spukten
Here we go again: ... Kopf, als ihm lieb war, und ...
Zitat:Leblose Augen, durchzogen von einem feinen Netz aus Äderchen; über die Kehle ein dünner, roter Abdruck wie eine eng zugezogene Schnur; seitlich am Hals – eine Handbreit über der Schulter – eine fingernagelgroße Stichwunde.
Vom Klang her liest sich für mich "über der Kehle" schöner.
Hoffentlich trifft er zu Hause nicht auf den Mörder.
Zitat:Schlimmer allerdings waren diese Morde, die sich abends wie Blei auf seine Lungen legten.
Schön!
Auch wenn ich im Moment den Eindruck habe, dass die Morde eher das kleinere Problem sind.
Zitat:Zum Abgrund, er hätte in der Taverne bleiben und sich in die Besinnungslosigkeit trinken sollen. Stattdessen hetzte er mit dem Jungspund durch die Straßen wie ein Botenläufer und floh vor seinem eigenen Schatten.
Sehr stark! Der Fluch Zum Abgrund ist cool.
Ich habe bis zu dieser Stelle gegrübelt, ob dieser Teil nahtlos an den vorherigen anknüpft oder ob sie auf dem Weg zu einem neuen Pfundort sind. Eben weil Ryn so hetzt.
Zitat:„Dann ist es der Fall, der Euch bedrückt?“ Ryn wollte nicht locker lassen.
Jup, das sehen wir, dass er das nicht will. Deswegen brauchst du das eigentlich nicht schreiben.
Zitat:Doch er eilte wieder an Gharan Seite, als dieser ihm keine Beachtung schenkte.
Gharans
Zitat:Wann hatte er begonnen sich selbst zum Schlechteren zu wandeln?
Setzt du mit Absicht kein Komma (... begonnen, sich ...)
Ja, das ist spannend hier. Was er wohl meint?
Zitat:Vielleicht sollte er vorm Schlafengehen noch ein Glas Wein trinken …
Da rutscht mit "vorm" etwas in die Umgangssprache.

So, ich hoffe, seine Familie lebt noch.
Sonst kann ich gleich nicht gut schlafen Icon_wink

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #10 |

RE: Schattenpakt (2/3)
Hi Libbi,

ums mit deinen Worten zu sagen: und weiter geht’s Icon_smile

Sehr toll finde ich deine Zusammenfassungen der Atmosphäre und deine Beurteilung Gharans. Bei sowas freu ich mich wie doof, wenn beim Leser genau der Eindruck ankommt, den ich hervorrufen will. Danke schön dafür!

Zitat: Die einzige Sache, die mich stört, ist weiterhin Gharans Alter. Ich weiß einfach nicht, wie alt er ist. Er benimmt sich wie ein Greis, gleichzeitig ist seine Frau schwanger und das andere Kind sehr klein.
Ach, ja, das Alter … also im Endeffekt werd ich Gharan wohl knapp über vierzig machen. Den Alkoholeinfluss ein bisschen reduzieren und mehr Fokus auf die Schwere seines schlechten Gewissens legen. Der ganze Stress schlägt ihm einfach tierisch auf die Gesundheit.

Zitat: Vielleicht auch weil ich nicht verstehe, weshalb Ryn so rennt.
Das liegt in seiner Natur *lach* Ryn ist sehr eigensinnig und sturköpfig.

Zitat: Da rutscht mit "vorm" etwas in die Umgangssprache.
Dummerweise hab ich das hin und wieder, dass mir so eine umgangssprachliche Zusammenziehung besser gefällt, »vor dem« klingt sehr gestelzt, finde ich. Wobei es bei mir dann auch Gewohnheitssache ist, also wenn ich mich an was gewöhnt habe, tu ich mich schwer, auf was anderes zu wechseln. Ich probier es mal Icon_wink

Oh, diesmal ists ja knapp *lach* Aber natürlich schön, dass so wenig Unklarheiten drin waren und es allgemein gefallen hat Icon_smile

Liebe Grüße
Lanna

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