Es ist: 13-04-2021, 21:49
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Schattenpakt (3/3)
Beitrag #1 |

Schattenpakt (3/3)
überarbeitet: 22.10.2011





Die kleine Empfangshalle lag in Schatten, die nur vom matten Glühen der Kohleschalen erhellt wurden. Wärme empfing den Hausherrn und vertrieb das ungute Gefühl, kaum dass er die Tür hinter sich geschlossen hatte. Trotz der Dunkelheit bewegte Gharan sich zielstrebig Richtung Küche. Wie oft kam er erst nach Hause, wenn die Sonne schon lange versunken war und Jelina und Tilda eng aneinandergekuschelt schliefen. Ohne die Verpflichtungen seines Amtes würde er bestimmt mehr Zeit für seine Familie finden.
Behutsam nahm er einen der schlichten Zinnbecher aus dem Schrank. Das Feuer im Ofen war heruntergebrannt und warf rötliches Schimmern durch den Raum. Es flackerte unter einem plötzlichen Windzug, der Gharan erst einige Momente später stutzen ließ. Die Fenster waren geschlossen und auch die Tür zur Vorratskammer war verriegelt.
Im Reflex griff der Gardist an seine Seite. Sein Schwert hatte er zwar in der Amtsstube zurückgelassen, doch den schlanken Dolch trug er stets bei sich – so viel Jelina auch darüber zeterte. Das weiche Leder des Griffes streichelte seine Fingerkuppen und beruhigte ihn. Vielleicht stand ein anderes Fenster offen und der Luftzug hatte seinen Weg durch die Küchentür gefunden. Dennoch wanderte sein Blick ein weiteres Mal durch die Schatten. Als dunkle Schemen hoben sich die Konturen der Möbel vom Zwielicht ab. Alles war genau so, wie es sein sollte.
Wenn seine Männer ihn jetzt sehen würde, hätten sie auf ewig den Respekt vor ihm verloren! Ein Mavarer Hauptmann, der sich vor Wind und Schatten fürchtete. Das musste am Alkohol liegen. Unentschlossen stellte Gharan den Zinnbecher wieder ab. Wahrscheinlich wäre es besser, wenn er direkt zu Bett ginge.
Er bestätigte seinen Entschluss mit einem Nicken und wandte sich um. Im gleichen Moment nahm er aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahr. Ein metallisches Sirren zerschnitt die Stille, als er seine Waffe zog und herumwirbelte. Die zitternde Klinge wies auf den Schatten, der nur eine Elle von ihm entfernt stand. Mit dem Ofenfeuer im Rücken verschwand das Gesicht seines Gegenüber vollständig in Dunkelheit. Ein weiter Mantel verbarg die Statur und ließ jede Bewegung wie einen Schattentanz wirken. Selbst dem leisen Lachen haftete etwas Düsteres an. Die dunkle Stimme wurde noch durch Stoff gedämpft.
„Womit habe ich mir verdient, von Euch bedroht zu werden?“
Hastig senkte Gharan den Dolch und wusste nicht, ob er erleichtert oder besorgt sein sollte. War er im Kupferkessel noch fest entschlossen gewesen, Antworten zu verlangen, schien es ihm hier in der Dunkelheit seiner Küche keine gute Idee mehr.
„Danke“, kommentierte sein nächtlicher Besucher die Reaktion, „ich würde Euch nur ungern töten.“
Gharan schluckte schwer. Seine Kehle fühlte sich an, als habe er seit Tagen nichts mehr getrunken und seine Hände zitterten. Krampfhaft schloss er die Finger um den Griff des Dolchs. Er war eine Schande für die Garde, dass er sich vor einem einzigen Mann so sehr fürchtete.
„Ihr wolltet mich sprechen“, fuhr sein Gegenüber nach einigen Momenten des Schweigens fort. „Meine Zeit ist kostbar, deshalb wäre ich Euch verbunden, wenn Ihr Euch kurz fassen könntet.“
Irgendwo tief in ihm gab es den ehrbaren, aufrichtigen Mann noch, der verbissen gegen die Ungerechtigkeit der Welt ankämpfte. Er durfte keine Schwäche zeigen!
„Wieso habt Ihr mir keine Antwort im Kupferkessel hinterlassen?“, erwiderte Gharan und verfluchte seine brüchige Stimme. „Es wäre eine höfliche Alternative zum Einbruch in mein Haus.“
Sein Gegenüber schwieg einige Herzschläge lang. Dann klang ein weiteres Mal sein kühles Lachen durch die Dunkelheit. „Ihr bittet um ein Treffen und beschwert Euch jetzt, dass ich dieser Bitte nachkomme?“
„Nein, ich meine nur …“ Gharan stockte. Was war nur in ihn gefahren? Jelina und Tilda schliefen nichtsahnend ein Stockwerk über ihm und er provozierte einen Assassinen! „Ich … mir wäre es … lieber, wenn unsere Treffen an einem anderen Ort stattfinden könnten.“
Sein Herz schlug wie ein Schmiedehammer gegen seinen Brustkorb und der trockene Mund machte das Atmen mühsam. Seine Finger schmerzten, doch er wagte nicht, den Griff am Dolch zu lockern.
„Euch und Eurer Familie wird nichts geschehen, solange Ihr Euch an die Vereinbarung haltet. Zweifelt Ihr etwa an meinem Wort?“
Obwohl der Schatten sich nur eine Handbreit auf Gharan zubewegte, wich der Gardist zurück. So drohend schien ihm die gesichtlose Gestalt, wie ein fleischgewordener Albtraum aus der dunkelsten Tiefe des Abgrunds. Sein eigener, stockender Atem überdeckte jedes Geräusch, das ihm hätte verraten können, ob sein Gegenüber womöglich eine Waffe zog.
Aber woher nahm er das Recht, seinem Leben mehr Wert beizumessen als denen der Toten, deren Gesichter ihn seit Monden verfolgten? Er hatte dieses Treffen gefordert, um einen letzten Rest seiner Selbstachtung zu retten!
„Ich zweifle an Eurem Verstand“, stellte er richtig und war selbst überrascht, wie fest seine Stimme klang.
Dieses Mal lachte sein Gegenüber nicht. In einer fließenden Bewegung schnellte er vor. Sein harter Griff umschloss Gharans Handgelenk, noch bevor der Gardist reagieren konnte. Die andere Hand legte sich wie eine Metallschelle um seinen Hals.
„Und warum – wenn ich fragen darf – ist dem so?“, verlangte er zu wissen und gab sich keine Mühe mehr, gelassen zu klingen.
Obwohl sein Gesicht nun direkt vor Gharan war, blieb es eine schattenhafte Maske; hinter dunklen Stoffen verborgen. Nur das Weiß der Augen schimmerte hell im Zwielicht. Vielleicht war dieser Mann gar kein Mensch. Nicht zum ersten Mal kam ihm dieser Gedanke. Vielleicht war er ein Dämon aus dem Süden oder ein Zauberweber der Nord; ein Schlangenblut aus dem Wüstenreich. Ganz gleich, welchem Volk er angehörte, hielt er doch im Moment ein Leben in der Hand, über dessen Wert sich Gharan alles andere als sicher war. Allmählich wurde der Griff fester und drückte ihm die Kehle zu. Er löste die Finger vom Dolch, so dass die Waffe klirrend zu Boden fiel.
„Hört … auf …“, brachte er keuchend hervor, als stechender Schmerz seine Brust durchbohrte. Er wollte leben, wollte sein Kind in Armen halten, wenn es den ersten Schrei ausstieß.
Augenblicklich löste der Assassine seine Hand von Gharans Hals.
Hustend taumelte der Gardist zurück und fand an einer niedrigen Kommode Halt.
„Glaubt nicht, ich hätte Skrupel, Euch zu töten“, stellte die Schattengestalt klar – erneut in einem beiläufigen Tonfall, der keinerlei Gefahr ahnen ließ. „Ich fände es nur bedauerlich. Und nun möchte ich eine Antwort.“
„In letzter Zeit …“ Gharan zögerte. Wie ehrlich konnte er sein, ohne sein Leben aufs Spiel zu setzen? „ … übertreibt Ihr es.“ Mit einer Hand fuhr er sich über den Hals, wo die Finger seines Gegenüber schmerzende Druckstellen hinterlassen hatten.
„Inwiefern?“
Erleichtert atmete Gharan auf. Wenn er weiterhin vorsichtig blieb, konnte er vielleicht sogar etwas erreichen! Im gleichen Moment schalt er sich selbst einen Narren. Vor ihm stand ein Mann, der Menschenleben gegen Geld abwog wie ein Händler kostbare Stoffe. Was würde er schon mit Worten bewegen können?
„Allein in diesem Mond gab es bereits drei Todesfälle, bei denen die Opfer stranguliert und erstochen wurden. Im letzten waren es sechs – von denen wir erfahren haben.“
Noch immer verharrte der Assassine vollkommen reglos in einer Haltung, die ihm einen weiteren überraschenden Angriff gestatten würde. Die Dunkelheit machte ihn unberechenbar.
„Und weiter?“
„Es sind zu viele!“, fuhr Gharan sein Gegenüber an. Erschrocken wich er zurück, doch der Schatten machte keine Anstalten, ihm zu folgen.
„Ihr verlangt mehr Geld?“
„Nein! Ich will nichts von Eurem verfluchten Blutgeld!“ Die Wut brandete wie eine Sturmwelle über seinen Verstand. „Begreift endlich, dass Ihr mich nicht kaufen könnt!“
Damit entlockte er der dunklen Gestalt ein weiteres Lachen. „Ich habe Euch bereits gekauft. Für jeden Mord, den Ihr als abgeschlossen gestempelt habt, für jeden Mord, der ungelöst zu den Akten gelegt wurde, für jeden Mord, der das Zeichen der Bruderschaft trägt, habe ich Euch bezahlt. Euer Leben und das Eurer wunderbaren Familie ist Euer Lohn.“
Die Worte bohrten sich wie Nadelstiche in Gharans Gedanken. Konnte es denn falsch sein, wenn er seine Frau und seine Kinder schützte? Rechtfertigte es die Tatsache, dass er die Assassinen in Mavar ihrem blutigen Handwerk nachgehen ließ, ohne dass auch nur einer von ihnen fürchten musste, belangt zu werden?
„Fangt jetzt nicht an, Euch Gedanken um die Moral Eures Handelns zu machen“, tat sein Gegenüber all seine unausgesprochenen Zweifel mit einer wegwerfenden Handbewegung ab. „Bisher kamen wir doch gut miteinander aus.“
„Aber es sind zu viele“, widersprach Gharan heiser. Alle Kraft schien ihn verlassen zu haben, so dass er sich kaum noch aufrecht halten konnte. „Ich muss Untersuchungen anstellen lassen. Der Rat -“ Er brach ab und schluckte schwer. Seinen nächtlichen Besucher ging das Gespräch mit Lord deMelua nichts an.
„Der Rat sitzt Euch im Nacken?“, vervollständigte sein Gegenüber den Satz.
Beklommen nickte Gharan.
„Nun, das ist durchaus ärgerlich.“ Durch die Stoffe vor dem Gesicht des Assassinen drang ein gedämpfter Laut, vielleicht ein Seufzen. „Hat man Euren Rücktritt gefordert?“
Was wollte er wohl hören? Dass das Amt des Garde-Hauptmanns bald wieder frei sein würde und ein fügsamerer Verräter gefunden werden konnte? Oder dass Gharan weiterhin Mord um Mord ungestraft geschehen lassen würde?
„Antwortet!“, herrschte die Schattengestalt ihn scharf an.
„Ja“, stieß Gharan hastig hervor und wich einen weiteren Schritt zurück. Hier stand er, der Stolz der Mavarer Garde, der sich von einem Assassinen einschüchtern ließ wie ein kleines Kind von Schauergeschichten. „Man hat mich gebeten, die Möglichkeit eines Rücktritts in Betracht zu ziehen.“
„Wer kam damit zu Euch?“
Überrascht sah Gharan auf. Warum interessierte sein Gegenüber sich dafür?
Ein Lachen schnitt durch die Dunkelheit, und anders als die vorigen klang es ehrlich belustigt; unpassend fröhlich für diese nächtliche Zwiesprache.
„Ihr befürchtet doch nicht etwa, ich würde Euren Widersacher töten?“
„So weit hergeholt wäre die Vermutung nicht“, gab Gharan zurück und hoffte inständig, dass seine Angst unbegründet war.
„Ihr überschätzt offenbar den Wert, den Ihr für die Bruderschaft habt“, stellte der Assassine fest. Noch immer schwang unüberhörbar Heiterkeit in der sonst so kühlen Stimme. „Ich fände es bedauerlich, wenn unsere Zusammenarbeit in naher Zukunft enden müsste, aber nachweinen würde ich Euch nicht.“
Beänstigenderweise beruhigten diese Worte Gharan. Vielleicht war es auch der plötzliche Stimmungsumschwung, der seinem Gegenüber zwar nicht die Bedrohlichkeit raubte, sie aber zumindest überspielte.
„Wer hat Euren Rücktritt gefordert?“, hakte die Schattengestalt nach, wieder distanziert und kühl.
Gharan atmete tief durch. „Nibor deMelua.“
Er wünschte, dieses Gespräch würde endlich zu Ende gehen. Sein ganzer Körper zitterte und er sehnte sich nach Jelinas Wärme; nach dem Frieden, den er in ihren Armen manchmal fand.
„DeMelua“, wiederholte der Assassine unbeeindruckt. „Dann solltet Ihr Lord deMelua zufriedenstellen und umfangreiche Untersuchungen der Morde in die Wege leiten. Ich entbinde Euch vorübergehend von Eurem Teil des Vertrags.“
Instinktiv wollte Gharan zurückweichen, als sein Gegenüber einen Schritt auf ihn zu trat. Doch in seinem Rücken verhinderte die Kommode eine Flucht. Sengender Schmerz stach durch seine Brust. Die Schattengestalt verharrte knapp eine Elle vor ihm und hielt ihm die behandschuhte Rechte entgegen.
„Ihr behandelt alle Morde, die das Zeichen der Bruderschaft tragen, wie jeden anderen Todesfall, bis ich Euch wieder kontaktiere. Dessen ungeachtet untersteht Ihr und Eure Familie weiterhin dem Schutz des Kodex’.“
Gharan atmete schwer. Konnte er den Worten trauen? Vielleicht war es nur ein Trick, um ihn aus dem Weg zu räumen? Aber wäre das die Absicht des Assassinen, würde er gewiss schon nicht mehr leben.
„Zweifelt Ihr nun an meinem Verstand und an meinem Wort?“, scherzte sein Gegenüber, als säßen sie bei einem freundschaftlichen Essen beisammen. Dennoch schwang ein bedrohlicher Ton in seiner Stimme mit.
Hastig ergriff der Gardist die Hand, um die Änderung des Vertrags zu besiegeln, wie er vor etlichen Jahren nur einen Mond nach seiner Ernennung zum Hauptmann den Pakt mit der Bruderschaft besiegelt hatte. Er hatte Moral und Ehre verkauft; um seine Familie zu schützen. Obwohl er das Blutgeld, das er zusätzlich zu diesem Schutz erhielt, bis auf den letzten Cas an den Tempel spendete, zerfraßen Zweifel seitdem seine Selbstachtung.
„Wollt Ihr einen Ratschlag?“ Der Assassine wandte sich um und hob in einer beiläufigen, fließenden Bewegung den Dolch vom Boden auf. „Quält Euch nicht. Jeder in Eurer Situation würde sein eigenes Leben über das aller anderen stellen.“
Gharan nickte nur stumm, weil er jetzt ganz sicher keinen Streit über Ehrgefühl und Moral mit einem kaltblütigen Mörder vom Zaun brechen würde. Gebannt beobachtete er die dunkel verhüllte Gestalt seines Gegenübers. Halb dem Ofen zugewandt huschte ein wenig matte Helligkeit über die Stoffe vor dem verschleierten Gesicht. Tatsächlich gaben sie nur den Blick auf die Augenpartie frei und die unbedeckte Haut war mit Ruß geschwärzt.
Der Assassine sah von der Waffe auf. Stechend bohrten die blauen Augen sich in Gharans Kopf, als würden sie bis in seine Gedanken vordringen können. Doch kaum dass sein Gegenüber sich ganz von ihm abwandte, war dieses Gefühl verschwunden.
Ohne ein weiteres Wort verließ der Mann die Küche in Richtung Eingangshalle. Nicht nur seine Bewegungen erinnerten mehr an einen lebenden Schatten denn an einen Menschen; auch die Lautlosigkeit, die ihm anhaftete, gab der Erscheinung etwas Geisterhaftes.
Einige Herzschläge lang stand Gharan nur reglos in der Küche, mit einer Hand noch immer auf die Kommode gestützt. Das Zittern wurde stärker und schlagartig kehrte die Müdigkeit zurück. Er wollte ins Bett, in Jelinas zärtliche Arme. Benommen taumelte er zur Tür, bevor ihm der Dolch einfiel. Tilda würde sich vielleicht schneiden, wenn die Klinge offen herumlag.
Suchend wandte Gharan sich um, ohne die Waffe entdecken zu können. Der Assassine hatte sie in der Hand gehalten. Aber hatte er sie auch mitgenommen?
Er erinnerte sich nicht.
Während er schwerfällig die Treppe erklomm und mit jedem Schritt sein Alter spürte, schob sich ein ganz anderer Gedanke durch den zähen Brei, in den sein Verstand sich allmählich verwandelte. In der Zeit, die der Assassine ihm geschenkt hatte, konnte er bei den Bruderschafts-Morden in alle Richtungen ermitteln. Der Pakt zwang ihn nicht mehr dazu, beide Augen vor der Grausamkeit zu verschließen. Wenn er nur einen dieser kaltblütigen Meuchler zu fassen bekäme … Er würde nicht zögern, ihn über den Strick zu schicken.
Ab morgen würde der junge Ryn wohl gemeinsam mit seinem Hauptmann Nachtschichten einlegen müssen. Wenigstens ein Assassine würde für das bezahlen, was die ganze Rotte seit Jahren ungestraft in der Stadt treiben konnten.
Diese Vorstellung wob sich wie ein zartes Netz um die Zweifel und Vorwürfe, die Gharan normalerweise in den Schlaf begleiteten. Eng schmiegte er sich an Jelinas warmen Körper, eine Hand auf dem geschwollenen Leib, in dem sein ungeborenes Kind schlief. Tildas leises Murmeln war beruhigender als jedes Wiegenlied, das seine Mutter ihm früher gesungen hatte.
In diesem kurzen Augenblick zwischen Wachen und Schlafen wusste Gharan, dass er das Richtige tat. Für den Schutz seiner kleinen Familie konnte kein Preis zu hoch sein.




»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #2 |

RE: Schattenpakt (3/3)
Guten Morgen Lanna,

- dann geht es wohl weiter. Diesmal mit längerem Text, was mir auch nicht Unwillkommen ist. ;o) Bin gespannt, was mich nun erwartet.

Wärme empfing den Hausherrn und vertrieb das ungute Gefühl, kaum dass er die Tür hinter sich geschlossen hatte.
=> Hausherrn - find ich gut eingesetzt das Wort

Ohne die Verpflichtungen seines Amtes würde er vielleicht mehr Zeit für seine Familie finden.
=> eher bestimmt ;o)

Irgendwo tief in ihm gab es den ehrbaren, aufrichtigen Mann noch, der verbissen gegen die Ungerechtigkeit der Welt ankämpfte.
=> das "noch" würde ich versetzen.
"Irgendwo gab es noch tief in ihm den ehrberen, aufrichtigen Mann, der verbissen gegen die Ungerechtigkeit der Welt ankämpfte."

Er durfte keine Schwäche zeigen!
=> Ist glaub ich schon zu spät dafür. Mrgreen

Die andere Hand legte sich wie eine Metallschelle um seinen Hals.
„Und warum – wenn ich fragen darf – ist dem so?“, verlangte er zu wissen und gab sich keine Mühe mehr, gelassen zu klingen.

=> gefällt mir, deine Wortwahl, dein Spannungsaufbau. Deine Bilder! Schön!

Vor ihm stand ein Mann, der Menschenleben gegen Geld abwog wie ein Händler kostbare Stoffe. Was würde er schon mit Worten bewegen können?
=> Naja, ... hört sich ja gut an, aber da könntest du ruhig was brutaleres reinpacken. Kostbare Stoffe, ... klingt irgendwie zu harmlos.

In diesem kurzen Augenblick zwischen Wachen und Schlafen wusste Gharan, dass er das Richtige tat. Für den Schutz seiner kleinen Familie konnte kein Preis zu hoch sein.
=> So - und damit zeigst du uns einen Mann, der, wenn es darauf ankommt, gefährlicher ist als jeder gedungene Mörder.

Gut das war es gewesen. Gharans Verhalten in den letzten Kapiteln ist damit geklärt. Hier hast du seine Selbstzweifel erst anfangs gestärkt und dann gezeigt was dahinter steckt. Ein Mann der seine Werte verkaufte, um Haus und Familie zu schützen. Die Spannung die du im Dialog aufgebaut hast ist dir äußerst gut gelungen. Es hat geknistert. Die Beschreibungen waren gut und haben die Besprechung unterstützt, die mir an manchen stellen allerdings leicht wiederholend vorkam. Nicht so übermäßig, dass ich es kritisieren würde, aber ich denke den Dialog selbst hätte man noch ein wenig straffen können.

Das ein Mann wie Gharan gefährlicher ist als ein Mörder mein ich ernst. Ich hab es in meinen Geschichten genauso erlebt.

So. Handwerklich wirklich ordentlich. Mir gefällt dein Hang zu Details und deinen sprachlichen Aufbau. Du machst das gut, fehlerfrei und flüssig. Die Geschichte selbst ist jetzt kein Herzenswärmer da ja nicht unbedingt viel passiert, aber ich finde solche Geschichte durchaus nett zu lesen. Es muss nicht immer große Handlung sein, wenn mans ich versucht für Charaktere zu interessieren. Ich hoffe damit, Gharan vielleicht einmal wiederlesen zu dürfen. - Danke für das Stück Lebensgeschichte.

Good Job,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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Beitrag #3 |

RE: Schattenpakt (3/3)
Hi Lanna,

dann will ich meinen ersten Urlaubsnachmittag mal gleich sinnvoll nutzen und über den letzten Teil deiner Geschichte herfallen.
Zitat:vertrieb das ungute Gefühl, kaum dass er die Tür hinter sich geschlossen hatte.
Nicht bei mir.
Zitat:Das musste am Alkohol liegen.
Da habe ich ja so meine Zweifel.
Zitat:Die zitternde Klinge wies auf den Schatten, nur eine Elle vor ihm.
"Die zitternde Klinge wies auf den Schatten, der nur eine Elle von ihm entfernt stand." oder "Die zitternde Klinge wies auf einen Schatten, nur eine Elle vor ihm."?
Da dieser Schatten hier zum ersten Mal explizit erwähnt wird, ist es ja erstmal nur irgendein Schatten und kein bestimmter, auf den schon vorher hingewiesen wurde.
Zitat:Was war nur in ihn gefahren? Jelina und Tilda schliefen nichtsahnend ein Stockwerk über ihm und er provozierte einen Assassinen!
Darüber macht er sich Gedanken? Ich wäre eher besorgt, wenn ich daran denken würde, dass dieser Assassine alleine im Haus mit der Familie war - und das bestimmt schon eine ganze Weile.
Zitat:„Euch und Eurer Familie wird nichts geschehen, solange Ihr Euch an die Vereinbarung haltet. Zweifelt Ihr etwa an meinem Wort?“
Also, ich tue es.
Zitat:Obwohl sein Gesicht nun direkt vor Gharan war, blieb es eine schattenhafte Maske; hinter dunklen Stoffen verborgen. Nur das Weiß der Augen schimmerte hell im Zwielicht.
Sehr gut beschrieben. Ich musste an Anakin Skywalker denken, als er sich langsam aber sicher zu Darth Vader gewandelt hat, da trug er eine schwarze Kapuze und man hat außer den diabolisch funkelnden Augen kaum was vom Gesicht gesehen.
Zitat: „Ich habe Euch bereits gekauft. Für jeden Mord, den Ihr als abgeschlossen gestempelt habt, für jeden Mord, der ungelöst zu den Akten gelegt wurde, für jeden Mord, der das Zeichen der Bruderschaft trägt, habe ich Euch bezahlt. Euer Leben und das Eurer wunderbaren Familie ist Euer Lohn.“
Icon_shocked So einer ist das also! Das kommt für mich jetzt echt überraschend. Ich hatte vermutet, dass es ihm zu Herzen geht, dass er die Morde nicht lösen kann.
Zitat:„Ihr befürchtet doch nicht etwa, ich würde Euren Widersacher töten?“
Und genau das war mein erster Gedanke.
Zitat:bis auf den letzten Cas an den Tempel spendete
Eine neue Währung erfunden und dann auch noch ganz nebenher eingestreut, sodass es sich für ich jetzt so liest, als wäre es das normalste der Welt, in Cas zu zahlen Mrgreen

Isch habe fertisch...
Mit dieser Auflösung habe ich jetzt nicht gerechnet. Und meine Vermutungen haben sich (zum Glück für die Familie) nicht bestätigt. Mit hat's gefallen und es ist natürlich eine blöde Situation, in die Gharan sich da gebracht hast - bzw., in die du ihn gebracht hast. Einerseits ist es falsch und bestimmt alles andere als legal, andererseits...wer kann es ihm verübeln? Mit hat die Geschichte gut gefallen und das Ende regt echt zum Nachdenken an, wen man sich Gedanken darüber macht, wie man selber in einer solchen Situation reagieren würde.
Stilistisch brauche ich wohl nichts zu sagen, ich finde ja doch nichts, was ich dir unter die Nase reiben kann Icon_wink
Fazit: Interessante Geschichte, interessanter Gharan, zwei Daumen nach oben.

Gruß,

Glory

- Life is not measured by the number of breaths we take but by the number of moments that take our breath away -
gesammelte Werke

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Beitrag #4 |

RE: Schattenpakt (3/3)
Zitat:Die kleine Empfangshalle lag in Schatten, die nur vom matten Glühen der Kohleschalen erhellt wurden.
Hm, hier finde ich, du hast direkt zu Anfang ein wenig ungeschickt formuliert.
Ne, das wäre vllt zu hart, mir gefällt einfach dieses "in Schatten" nicht.
Anregung (weil ich nciht dauernd "Vorschlag" schreiben will^^):
"Die kleine Empfangshalle war beherrscht von Schatten."
"In" ist einfach ... so simpel :D
ka wie ichs sagen soll^^

Zitat:Wenn seine Männer ihn so sehen würde, hätten sie auf ewig den Respekt vor ihm verloren!
Welche Geister verfolgen diesen Mann nur?
Also ich muss echt sagen, du hast hier was tolles geleistet, Gharan ist so unglaublich plastisch, diese Dunkeldämmerzwielicht-Szenen haben was von Stephen King, finde ich^^
(Ach ja, mMn ist das ein Lob, ich weiß ja nicht wie du zu King stehst^^)

Zitat:„Ich zweifle an Eurem Verstand“, stellte er richtig und war selbst überrascht, wie fest seine Stimme klang.
Der Mann ist also der Mörder? Also HAT Gharan ihn gedeckt Icon_smile

Zitat:oder ein Zauberweber der Nord;
Hab ich schon gesagt, dass ich mehr über deine Welt wissen will?^^
Schöne Stelle btw, ich mag so crossover-artige Verknüpfungen Icon_smile

Zitat:„Ich habe Euch bereits gekauft. Für jeden Mord, den Ihr als abgeschlossen gestempelt habt, für jeden Mord, der ungelöst zu den Akten gelegt wurde, für jeden Mord, der das Zeichen der Bruderschaft trägt, habe ich Euch bezahlt. Euer Leben und das Eurer wunderbaren Familie ist Euer Lohn.“
Lass mich mal resümieren:
die Assassinen (der Assassine?) begehen Morde, und der Hauptmann deckt sie, weil sie ihm dafür "andere" Täter liefern und seine - salopp gesagt - Statistik aufbessern?
Ich bin fasziniert, wieviel Handlung in so wenig Text passt. Ich wünschte, das könnte ich auch ^^

Zitat:Dessen ungeachtet untersteht Ihr und Eure Familie weiterhin dem Schutz des Kodex’.“
Was eine perfide Art, ihn zu erpressen. Wenn das keine unausgesprochene Drohung ist, weiß ich auch nciht^^

Zitat:Für den Schutz seiner kleinen Familie konnte kein Preis zu hoch sein.
Hab mich gefragt, wieso Gharan mir trotz allem so sympathisch ist, der letzte Satz macht es aber klar:
in einer verrückten Welt ist er nur darauf bedacht, die zu schützen, die er liebt. Wer würde nicht so handeln?

Also ich muss ganz klar sagen, Schattenpakt ist bisher das beste, was ich von dir gelesen hab. Dieses Düstere, Unausweichliche, das sich in den Charakteren (allen voran Gharan) zeigt, das moralische Dilemma seiner Entscheidungen, seine Zweifel, gleichzeitig seine festen Überzeugungen, zu tun was nötig ist um seine Familie zu schützen...
ganz toll, ich bin echt begeistert.
Klar, es passiert nicht viel an tatsächlicher Handlung, aber die Dialoge sind stimmig und atmosphärisch, das ist manchmal viel wichtiger.
Bin jedenfalls gespannt, mehr von Khonar zu lesen, gerne auch die Vor- und Verbindungsgeschichten zu Schattenpakt Icon_smile

Bis dahin, alles Gute und bis bald,
Saryn

Tinte | Feder | Schwert -  mein neuer Blog

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Beitrag #5 |

RE: Schattenpakt (3/3)
So, und zum letzten Teil.
Ich bin aus dem Dauergrinsen noch immer nicht heraus und fühle mich inzwischen wie ein gestörtes Honigkuchenpferd Mrgreen
Super lieben Dank euch dreien für diese tollen Kommentare! Ich wär fast vom Stuhl gekippt, wo ich all das Lob gelesen hab. Außer „Danke, danke, danke“ werd ich heute wahrscheinlich nichts Sinnvolles mehr sagen, deshalb geh ich lieber zu den Details *lach*

@Sternchen

Zitat: => das "noch" würde ich versetzen.
"Irgendwo gab es noch tief in ihm den ehrberen, aufrichtigen Mann, der verbissen gegen die Ungerechtigkeit der Welt ankämpfte."

hm, das muss ich mir noch durch den Kopf gehen lassen, vom Sinn her ist es für mich ein Unterschied, aber ich gucke drüber

Zitat: => gefällt mir, deine Wortwahl, dein Spannungsaufbau. Deine Bilder! Schön!
Smiley_emoticons_blush
Danke!

Zitat: => Naja, ... hört sich ja gut an, aber da könntest du ruhig was brutaleres reinpacken. Kostbare Stoffe, ... klingt irgendwie zu harmlos.
Ich gebe zu, hier bin ich kurz aus Gharans Perspektive rausgehuscht und in die des allwissenden Erzählers rein, denn der Stoffhändler ist eine Anspielung auf den Beruf des Assassinen. Also tagsüber, wenn er nicht grade durch die Schatten schleicht und Leute tötet *grins* Wenn mir was gutes anderes einfällt, schreib ich es vielleicht um, muss da aber etwas intensiver drüber nachdenken

Zitat: Die Spannung die du im Dialog aufgebaut hast ist dir äußerst gut gelungen. Es hat geknistert.
Nochmals: Danke!
Ich befürchte, ich neige dazu, Dialoge zu „verschleppen“, vor allem dann, wenn ich selbst noch hundert Sachen im Hinterkopf hab, die ich gerne andeuten würde. Grad aktuell mal wieder ein Problem. Für mich ist dann dummerweise jeder Satz wichtig *seufz*

Zitat: Handwerklich wirklich ordentlich. Mir gefällt dein Hang zu Details und deinen sprachlichen Aufbau. Du machst das gut, fehlerfrei und flüssig.
*verneig* Dankeschön! (auch wenn ich mich damit wiederhole *lach*)

Zitat: Ich hoffe damit, Gharan vielleicht einmal wiederlesen zu dürfen
Wenn alles so läuft, wie ich das plane, wird Gharan nochmal im Schattenkrieg auftauchen. Offen ist nur, ob es für ihn eher positiv oder eher negativ ausfallen wird Icon_fies



@Glory
Wie schön, dass Ken Follett dich wieder aus dem Bett gelassen hat! Icon_wink

Zitat: Da dieser Schatten hier zum ersten Mal explizit erwähnt wird, ist es ja erstmal nur irgendein Schatten und kein bestimmter, auf den schon vorher hingewiesen wurde.
Jup, ich hab’s geändert, hatte da beim Schreiben im Hinterkopf, dass Gharan den Schatten direkt identifizieren kann, aber mit einem kleinen Nebensatz klingt es besser.

Zitat: Darüber macht er sich Gedanken? Ich wäre eher besorgt, wenn ich daran denken würde, dass dieser Assassine alleine im Haus mit der Familie war - und das bestimmt schon eine ganze Weile.
Gharan und der Assassine sind ja alte Bekannte *lach* Vereinzelte Treffen ähnlicher Art gab es bereits, deshalb weiß Gharan, dass seine Familie in diesem Moment nicht direkt bedroht ist.

Zitat: Also, ich tue es.
Schäm dich! Einfach so an der Ehre meiner Assassinen zu zweifeln Icon_ugly

Zitat: Sehr gut beschrieben. Ich musste an Anakin Skywalker denken, als er sich langsam aber sicher zu Darth Vader gewandelt hat, da trug er eine schwarze Kapuze und man hat außer den diabolisch funkelnden Augen kaum was vom Gesicht gesehen.
Uh, damit hast du mich kalt erwischt. Ich hasse die neuen Star Wars Teile *grins*
Aber schwarze Kapuze und diabolisch funkelnde Augen klingen gut!

Zitat: So einer ist das also! Das kommt für mich jetzt echt überraschend. Ich hatte vermutet, dass es ihm zu Herzen geht, dass er die Morde nicht lösen kann.
Das nimmt er sich auch zu Herzen (also dass er die Morde nicht lösen darf), nur mit diesen Gewissensbissen hat er sich inzwischen irgendwie „abgefunden“ - neu ist halt, dass sich diese Morde häufen.

Zitat: Eine neue Währung erfunden und dann auch noch ganz nebenher eingestreut, sodass es sich für ich jetzt so liest, als wäre es das normalste der Welt, in Cas zu zahlen
Icon_smile Bei solchen Dingen bemüh ich mich immer, es ohne großes Tamtam einzuführen. Kann gelingen, wie hier offenbar, kann aber auch schief gehen und der Leser denkt sich nur noch: Hä? *lach*

Zitat: Und meine Vermutungen haben sich (zum Glück für die Familie) nicht bestätigt.
Noch nicht Icon_fies

Zitat: es ist natürlich eine blöde Situation, in die Gharan sich da gebracht hast - bzw., in die du ihn gebracht hast. Einerseits ist es falsch und bestimmt alles andere als legal, andererseits...wer kann es ihm verübeln?
Ich hab damit gar nix zu tun, das waren die Assassinen! *mit dem Finger auf schwarz verhüllte Männer zeig* Die waren’s! Und wenn man’s ganz genau nimmt, ist Gharan tatsächlich selbst schuld: Wenn er nicht so ein Streber-Gardist wäre, hätte man ihn nicht zum Hauptmann befördert und er wüsste von der ganzen Sache nix *grins*
Aber ihm bleibt ja auch wirklich keine Wahl: Ermittelt er in den mysteriösen Mordfällen, töten die Assassinen seine Familie und ihn gleich mit. Damit wäre wirklich niemandem geholfen.
Und jetzt darf Gharan ja auf Meuchelmörderjagd gehen. Mein Mann wünscht sich, dass er einen erwischt, ich bin nur noch nicht sicher, ob ich ihm diesen Wunsch erfülle *lach* Mal schaun.

Zitat: Stilistisch brauche ich wohl nichts zu sagen, ich finde ja doch nichts, was ich dir unter die Nase reiben kann
Fazit: Interessante Geschichte, interessanter Gharan, zwei Daumen nach oben.

Smiley_emoticons_blush
Merci, merci!



@Saryn
Und zum Schluss noch der Saryn, der dafür gesorgt hat, dass ich erstmal ne Minute lang nur fassungslos auf meinen Monitor gestarrt habe *grins*

Zitat: Also ich muss ganz klar sagen, Schattenpakt ist bisher das beste, was ich von dir gelesen hab. Dieses Düstere, Unausweichliche, das sich in den Charakteren (allen voran Gharan) zeigt, das moralische Dilemma seiner Entscheidungen, seine Zweifel, gleichzeitig seine festen Überzeugungen, zu tun was nötig ist um seine Familie zu schützen...
ganz toll, ich bin echt begeistert.

Smiley_emoticons_blush Es passiert nicht oft (mein Mann kann davon ein Liedchen singen ...) aber ich bin sprachlos. Ich könnte dich drücken! Ich ... hach, ich bin so voller Glückshormone Mrgreen Danke schön! Icon_bussi

Zitat: Anregung (weil ich nciht dauernd "Vorschlag" schreiben will^^):
"Die kleine Empfangshalle war beherrscht von Schatten."
"In" ist einfach ... so simpel :D
ka wie ichs sagen soll^^

Was hast du gegen „Vorschlag“? *lach*
Ich verstehe, was du sagen willst, bin aber noch nicht sicher, ob ich den Satz ändern soll. Das „beherrschte“ ist mir persönlich für die Situation zu aggressiv, weil ich bewusst eine ruhige, heimische Stimmung aufbauen wollte. Aber vielleicht fällt mir noch was anderes für das „in“ ein

Zitat: (Ach ja, mMn ist das ein Lob, ich weiß ja nicht wie du zu King stehst^^)
Solange man meinen Schreibstil nicht mit Tolkien vergleicht, halte ich viel aus Mrgreen King finde ich von der Schreibe her (also stilistisch) eher fad, habe ihn früher allerdings sehr gerne im Bett gelesen und danach sehr ungerne das Licht ausgemacht *lach* Aber: „du hast hier was tolles geleistet, Gharan ist so unglaublich plastisch“ ist sowieso ein viel tolleres Lob als alle Vergleiche mit irgendwelchen Autoren es sein könnten Icon_smile

Zitat: Der Mann ist also der Mörder? Also HAT Gharan ihn gedeckt
Klares Jein. Und weil du es bist, etwas Hintergrundinfo *lach*
Normalerweise deckt Gharan die Assassinen-Morde, also in gewisser Weise ist der Assassine schon der Mörder. Im Moment ist es nur so, dass es auch Morde gibt, die gar nicht von den Assassinen verübt wurden, nur die typischen Merkmale aufweisen (also erdrosselt und Einstich in den Hals). Deshalb geht Gharan logischerweise davon aus, dass die Assassinen etwas übermütig sind und ihre Mordrate mal um knappe 500-600 Prozent erhöht haben. Die Folge ist: Gharan is not amused Mrgreen
Nun weiß er aber nicht, dass die Morde gar nicht auf die Kappe der Assassinen gehen, sondern auf ein paar Leute, die genau diesen Konflikt zwischen Assassinen und Stadtwache herbeiführen wollen.
Auf der anderen Seite kann der Assassine nicht hingehen und sagen: Du hör mal, das sind gar nicht unsere Morde, wir haben da zur Zeit nur ein kleines Konkurrenzproblem, wenn du dich also bitte weiterhin raushalten könntest ...
Das wäre der Image-schädigend. Und meine Assassinen sind auf ihr Image angewiesen.

Zitat: Hab ich schon gesagt, dass ich mehr über deine Welt wissen will?^^
Schöne Stelle btw, ich mag so crossover-artige Verknüpfungen

Siehe ausführliche Ausführung ein Zitat weiter oben *lach* Ich könnte echt stundenlang reden. Mein Mann will mir eine Homepage basteln, und da bin ich zur Zeit auch schon fleißig am Überlegen, was ich draufpacke und Khonar wird auf jeden Fall dazugehören. Also samt Hintergrundinfos zur Welt und so. Bis es soweit ist, beschränke ich mich einfach darauf, dich unter Kommentaren zuzulabern Icon_wink
Und ja: *Ein Herz für Verknüpfungen!* Ich mach sie nur manchmal so klein, dass ich sie selbst fast nicht mehr find *lach*

Zitat: die Assassinen (der Assassine?) begehen Morde, und der Hauptmann deckt sie, weil sie ihm dafür "andere" Täter liefern und seine - salopp gesagt - Statistik aufbessern?
Hm ... wieder jein: Gharan deckt die Assassinen, weil er dafür am Leben bleibt *lach* Aber als kleine Gegenleistung bekommt er in der Tat auch ab und zu mal „Unschuldige“ (die aber normalerweise schon Kleinkriminelle sind), die dann für ein oder zwei Morde verurteilt werden. Das geschieht allerdings mehr deshalb, damit niemand anfängt zu murren und zu meckern, dass die ganzen Mordfälle unaufgeklärt bleiben. Persönlichen Vorteil zieht Gharan aus diesem Pakt absolut keinen – außer dass er halt am Leben bleibt *lach*

Zitat: Bin jedenfalls gespannt, mehr von Khonar zu lesen, gerne auch die Vor- und Verbindungsgeschichten zu Schattenpakt
Oh, da sag mal nichts Falsches *grins* Die „Vorgeschichte“ ist erst drei Seiten lang, gefällt mir aber schon nicht mehr ... die Folgegeschichte von Schattenpakt hat (selbst für meine Verhältnisse) zu wenig Handlung und nicht unbedingt tolle Dialoge als Ausgleich – es ist mehr eine Charakterisierung von einem Assassinen, wahrscheinlich kommt sie erstmal nicht on.
Und die Folgegeschichte davon ist ... ähm ... etwas ... krankhaft, weil es eigentlich nur darum geht, wie ein Mann gefoltert wird Icon_ugly
Im Moment sieht es am ehesten danach aus, dass die nächste On-Komm-Geschichte wieder in Faleans Zeit (Aschenstern) spielt, im Krieg, in den Falean am Ende er Geschichte geschickt wird. Allerdings muss ich gucken, was das Wochenende bringt, meine Schreiblaune lässt sich sehr schwer planen *lach*

Du bringst mich immer zum Schwafeln! Jetzt aber Schluss für heute, ich gehe noch ein bisschen in Lob baden *grins*


Ganz liebe Grüße!
Lanna

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Beitrag #6 |

RE: Schattenpakt (3/3)
Hallo Lanna,

danke, dass du am Ende die Familie noch einmal zusammenzeigst. Sonst hätte ich einem offenen Ende vermutlich das Schlimmste zugetraut.

Die Szene mit dem Assassinen gefällt mir ausgesprochen gut, wirklich stark. Da kommt sehr viel Stimmung auf, diese sanfte Angst vor dem schattenhaften Gegner, die plötzlich ganz nah rückt und dann doch wieder verschwindet. Wie ein stetiges, aber unrhythmisches Flackern, von dem man nicht recht weiß, ob man in das Licht schauen will, das es beschreibt.
Ich weiß nicht, ob es deine Intention ist, aber sowohl beim Wilden Pfad als auch bei dieser Geschichte fängt mein Kopf direkt an, die Geschehnisse in einen größeren Rahmen einzuordnen, zu übertragen auf unsere Welt. Weil du es schaffst, den Konflikt in der Figur aber auch in der Sache so darzustellen, dass die Übertragbarkeit nicht wie der große erhobene Finger, sondern wie beiläufig daherkommt.
Hier ist es ein bisschen die Frage, was man tun kann angesichts dieser Bedrohung. Wie sollte er anders reagieren?

Da die Assassinen aber bereits kurz nach seiner Ernennung zu ihm gekommen sind, stellen sich da doch noch ein paar Fragen:
- Sein erstes Kind scheint noch nicht sehr alt, schläft noch im Bett der Eltern und könnte sich an einem am Boden liegenden Dolch schneiden. D.h. da Gharan schon in die Jahre gekommen ist, war er entweder zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit seiner Frau zusammen oder sie hat wirklich sehr spät das erste Kind gekriegt. Bestand dann überhaupt schon die Gefahr für ihn und seine Familie, wenn er die Assassinen verrät? Das hängt wahrscheinlich von der Macht ab, die diese über die Stadt haben. Aber von der Kinderkonstellation her würde ich vermuten, dass Gharan zum Zeitpunkt seiner Beförderung noch nicht mit Jalina zusammen war. Oder wurde er erst vor einigen Jahren zum Hauptmann?
- Weiß der Rat denn nicht, dass die Assassinen die Hauptmänner schmieren? Es scheint ja gängige Praxis. Und so etwas spricht sich vllt doch einmal rum - zumindest bis in die Etagen der Entscheidungsträger.

Mich erinnert die ganze Situation etwas an die italienische Mafia. Deine Assassinen sind aber nicht zufällig in der Müllentsorgung aktiv? Icon_wink

Was mich sehr wundert, ist, wie schnell der Assassine auf deMelua einlenkt. Das verstehe ich nicht und es lässt mich mit einem sehr unguten Gefühl zurück. Er gibt dem Hauptmann die Chance, gegen die anderen (vllt auch gegen ihn selbst) zu ermitteln, einen, vllt zwei, drei, dranzukriegen. Und dass nur, weil der Name deMelua fällt. Wer ist denn der? Was ist daran so überzeugend? Mir ist da Gharan etwas zu unskeptisch. Ich hätte lange nicht so schnell ruhig schlafen können, sondern würde die ganze Zeit denken: Warum lässt der mich seine Leute suchen? Und warum nimmt der meinen Dolch mit?
Also: Nicht dass es etwas ändern würde. Wenn der Assassine wollte, wäre der Hauptmann ein toter Mann, bevor er "Wo ist mein Dolch?" denken kann. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob die kleine Familie so gut durch die Nacht kommt.
Und genau deswegen hinterlässt deine Geschichte bei mir die Nervosität eines Gewitters, das man ganz nah spürt, aber noch nicht sieht oder hört. Es ist permanent wahrnehmbar - und doch: eigentlich nicht da.
Dass du dieses Gefühl vermittelt kriegst, ist sehr stark.

Sie gefällt mir ausgesprochen gut, diese Geschichte.

Anmerkungen:
Zitat:Es flackerte unter einem plötzlichen Windzug, der Gharan erst einige Momente später stutzen ließ. Die Fenster waren geschlossen und auch die Tür zur Vorratskammer war verriegelt.
Super, Lanna, habe ich gedacht. Das ist ungefähr, was ich in Büchern und Filmen am schlimmsten finde: Held alleine in einem dunklen Haus. (Am schlimmsten im Sinne von: Es macht mir Angst Icon_wink )
Zitat:Das weiche Leder des Griffes streichelte seine Fingerkuppen und ließ ihn ruhig werden.
warum nicht einfacher: "beruhigte ihn"?
Zitat:Im gleichen Moment nahm er aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahr. Ein metallisches Sirren zerschnitt die Stille, als er seine Waffe zog und herumwirbelte.
Damit man das Geräusch direkt Gharans Waffe zuordnen kann, könntest du den Satz umdrehen: Als er seine Waffe zog und herumwirbelte, ...
Zitat:Irgendwo tief in ihm gab es den ehrbaren, aufrichtigen Mann noch, der verbissen gegen die Ungerechtigkeit der Welt ankämpfte.
Top!
Zitat:Obwohl der Schatten sich nur eine Handbreit auf Gharan zubewegte, wich der Gardist zurück. So drohend schien ihm die gesichtlose Gestalt, wie ein fleischgewordener Albtraum aus der dunkelsten Tiefe des Abgrunds.
Aber weißt du, Gharan, wenn er dich umbringen wollte, hätte er es längst getan. (Oder tut es heute Nacht. Ist doch nett, dass du im Kreis deiner Familie ...)
Zitat:„Ich zweifle an Eurem Verstand“, stellte er richtig und war selbst überrascht, wie fest seine Stimme klang.
Mrgreen Mrgreen
Da habe ich wirklich lachen müssen!
Zitat:Vor ihm stand ein Mann, der Menschenleben gegen Geld abwog wie ein Händler kostbare Stoffe.
Hier würde sich schön lesen, wenn du etwas schreibst wie "der Menschenleben gegen Geld abwog wie ein Händler Salz gegen Safran" - nur eben mit Handelsgütern deiner Welt.
Zitat:„Ihr verlangt mehr Geld?“
Ha!
(Erinnert mich an die Ohrbooten: Frauen sind käuflich, Männer sind bestechlich Icon_wink )
Zitat:Konnte es denn falsch sein, wenn er seine Frau und seine Kinder schützte? Rechtfertigte es die Tatsache, dass er die Assassinen in Mavar ihrem blutigen Handwerk nachgehen ließ, ohne dass auch nur einer von ihnen fürchten musste, belangt zu werden?
Die erste Frage ist gut - in der zweiten erklärst du nochmal den ganzen Sachverhalt, was eigentlich nicht nötig ist. Leser versteht das auch ohne nochmalige Erklärung Icon_smile
Zitat:Er wünschte, diese Gespräch würde endlich zu Ende gehen.
dieses
Hier habe ich gedacht, dass seine Trunkenheit gar nicht mehr durchkommt. Eigentlich hätte ich erwartet, dass sie zuhause noch einmal sehr stark durchschlägt, auch weil er gelaufen ist und dann "zur Ruhe" kommt. Dass er sich vllt setzen muss oder zumindest weiter abstützen. Etwas schwindlig - oder auch ein kleiner Nachdurst? Es geht in dem Gespräch zwischen den beiden ziemlich verloren, dass Gharan betrunken ist.
Zitat:„Dann solltet Ihr Lord deMelua zufriedenstellen und umfangreiche Untersuchungen der Morde in die Wege leiten. Ich entbinde Euch vorübergehend von Eurem Teil des Vertrags.“
Peng!
Nur: Warum bloß? Welche Folgen?
Zitat:Jeder in Eurer Situation würde sein eigenes Leben über das aller anderen stellen.“
Ist es Absicht, dass die Formulierung dem ersten Teil so gleicht:
Teil 1 schrieb:Wie konnte er nur sein Leben über das eines anderen Menschen stellen?
Zitat:Halb dem Ofen zugewandt huschte ein wenig der matten Helligkeit über die Stoffe vor dem verschleierten Gesicht.
Das liest sich etwas holprig, weil ich statt "wenig" eher ein Substantiv erwartet hätte - von der Formulierung her und dem Anschluss mit "der ..." her (eine Ahnung / ein Schimmern / ...), dann klingt der Satz aber zu mächtig.
Vllt: "ein wenig matte Helligkeit" oder einfach nur "kurz matte Helligkeit", eine Zeitangabe kommt deinem Bild vllt näher?
Zitat:Suchend wandte Gharan sich um, ohne die Waffe entdecken zu können. Der Assassine hatte sie in der Hand gehalten. Aber hatte er sie auch mitgenommen?
Es ihm dann auch egal, dass er völlig unbewaffnet einen kleinen Vertragsbruch mit dem Assassinen beschlossen hat, der jederzeit in sein Haus kommen kann, ohne Spuren zu hinterlassen ...

Es hat sich gelohnt, so tief zu graben. Icon_smile

Liebe Grüße und gute Nacht!
- Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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Beitrag #7 |

RE: Schattenpakt (3/3)
Und zum letzten, hiho Icon_wink

*händereib* Nun kommts auf den Tisch, mein Lieblingsthema: Assassinen *lach*

Zitat: danke, dass du am Ende die Familie noch einmal zusammenzeigst. Sonst hätte ich einem offenen Ende vermutlich das Schlimmste zugetraut.
Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich über diese Aussage freue. Klingt fies, ist es auch – aber offenbar kommt die Bedrohung ja gut rüber. Perfekte Grundlagen für die Fortsetzung *fies grins*

Zitat: Ich weiß nicht, ob es deine Intention ist, aber sowohl beim Wilden Pfad als auch bei dieser Geschichte fängt mein Kopf direkt an, die Geschehnisse in einen größeren Rahmen einzuordnen, zu übertragen auf unsere Welt. Weil du es schaffst, den Konflikt in der Figur aber auch in der Sache so darzustellen, dass die Übertragbarkeit nicht wie der große erhobene Finger, sondern wie beiläufig daherkommt.
Unter irgendeiner Geschichte hatte ich das Thema schonmal, glaub ich: Mein Hauptanliegen ist es sicher nicht, aber offenbar scheine ich einen Riecher für »reale« Konflikte zu haben. Mir ist in erster Linie wichtig, meine Charaktere menschlich zu gestalten, einfach »real«. Natürlich habe ich auch teilweise verklärte Fantasysicht auf die Dinge, aber gerade in Khonar versuche ich, eine realistische Welt zu gestalten. Und auch meine Charaktere sollen sich deshalb mit echten Problemen rumschlagen, die nicht schwarz-weiß sind, sondern zahlreiche Facetten haben. Ich mag es, wenn der Leser sich fragt, wie er selbst in der Lage des Prots handeln würde, ob es tatsächlich einen »einfachen« Weg gibt, oder ob nicht jeder immer irgendwie Opfer bringen muss.

Die Zeitfrage wieder … ja … hm … Gharan ist »vor etlichen Jahren« zum Hauptmann ernannt worden. Geschickt wie ich bin, hab ich mich bewusst vage gehalten, da der Zeitrahmen noch nicht genau abgesteckt war. Gedacht hatte ich allerdings an so 6 bis 7 Jahre, und Tilda ist im Moment 4 oder 5. Allerdings hatte Gharan davor schon ein Kind, einen Sohn, was natürlich nicht im Text steht, aber in meiner Zeitlinie *lach*
Jelina ist allerdings tatsächlich ein Stück jünger als er, womöglich hatte er sogar schon eine Frau vor ihr. Da bin ich aber noch nicht sicher.

Zitat: Bestand dann überhaupt schon die Gefahr für ihn und seine Familie, wenn er die Assassinen verrät? Das hängt wahrscheinlich von der Macht ab, die diese über die Stadt haben.
Ja, also die Macht der Assassinen in der Stadt … nunja, das ist eine wirklich lange Geschichte … wichtig ist hauptsächlich, dass die Assassinen keine öffentliche Organisation sind – man weiß zwar überall, DASS sie existieren, aber wer sie sind, nach welchen Regeln sie handeln, welche Beweggründe sie haben … nichtmal die ungefähre Anzahl ihrer Mitglieder ist irgendwem bekannt. Sie haben überall ihre Spitzel und Spione, die allerdings nicht zu der Organisation selbst gehören. Außerdem verfügen sie über sehr viel Geldmittel.
Zu Beginn musste Gharan natürlich überzeugt werden, seine Frau hatte er da definitiv aber schon, also auch etwas, um das er fürchten konnte. Zumal er am Anfang auch immer wieder versucht hat, trotzdem Ermittlungen in die Wege zu leiten.
Der Tod seines Sohnes hat allerdings nichts mit den Assassinen zu tun.

Zitat: - Weiß der Rat denn nicht, dass die Assassinen die Hauptmänner schmieren? Es scheint ja gängige Praxis. Und so etwas spricht sich vllt doch einmal rum - zumindest bis in die Etagen der Entscheidungsträger.
*hust* ja, also … zum Teil werden Ratsmitglieder selbst von den Assassinen geschmiert Mrgreen Es gibt natürlich Gerüchte, auch im Rat selbst gibt es viele Diskussionen. Allerdings stehen die meisten Ratsmitglieder unter dem Schutz des Kodexʼ, gelten also ebenfalls als unantastbar.
Meine Assassinen, die sich selbst übrigens gar nicht so nennen, sind eine eigenartige Besonderheit. Im Prinzip hat jeder Angst vor ihnen, aber für niemanden sind sie real genug, dass man sich freiwillig genauer mit ihnen befasst.

Zitat: Mich erinnert die ganze Situation etwas an die italienische Mafia. Deine Assassinen sind aber nicht zufällig in der Müllentsorgung aktiv?
Organisiertes Verbrechen: Ja, definitiv. Wobei sie, zum Zeitpunkt dieser Geschichte, lediglich 7 Mitglieder umfassen, von denen 2 noch »Azubis« sind, einer im Mord-Ruhestand und einer kurz davor.
Müllentsorgung: Nein *lach*

Zitat: Was mich sehr wundert, ist, wie schnell der Assassine auf deMelua einlenkt. Das verstehe ich nicht und es lässt mich mit einem sehr unguten Gefühl zurück. Er gibt dem Hauptmann die Chance, gegen die anderen (vllt auch gegen ihn selbst) zu ermitteln, einen, vllt zwei, drei, dranzukriegen. Und dass nur, weil der Name deMelua fällt. Wer ist denn der? Was ist daran so überzeugend?
An dieser Stelle wäre dann die Vorgeschichte wichtig gewesen. Da erfährt man nämlich, dass es seit einiger Zeit neben der Assassinengilde noch eine weitere Organisation gibt, die offenbar Auftragsmorde durchführt. Dabei kopieren sie das Vorgehen der Assassinen, so dass es wirkt, als hätten die Assassinen selbst ihre Morde vervielfacht. Nun können aber meine Assassinen nicht zu Gharan gehen und sagen: »Hey, wir haben Probleme, drück doch mal ein Auge zu.« Nach außen hin darf nicht klar werden, dass sie ernsthafte Konkurrenz bekommen. Und sogar relativ machtlos dagegen sind.
Das Angebot, dass Gharan ermitteln darf, zielt also darauf ab, dass ein oder zwei Mörder geschnappt werden – und zwar die, die nicht zu den Assassinen gehören. Meine Assassinen wissen ja dann, dass jetzt stärker ermittelt wird, können ihre Morde als einschränken, während die Falschen hoffentlich ins Netz gehen.
Nibor deMelua steht ohnehin schon unter Bewachung der Assassinen, weil sie ihn im Verdacht haben, etwas mit diesen Fake-Morden zu tun zu haben.
Oh, und nebenbei liegt dem Assassinen sehr viel daran, Gharan als Hauptmann zu halten, auch wenn er das so nie zugeben würde. Aus Gründen, die später noch eine Rolle spielen werden.
Und DIESER ganze Konflikt wiederum ist genau das, was die Fake-Assassinen bezwecken wollen – sie wollen den echten Assassinen ihren Deckmantel nehmen und das Gesetz gegen sie aufbringen.
Äh … ja, kompliziert *lach* Aber vielleicht konnte ich es halbwegs erklären.

Zitat: Mir ist da Gharan etwas zu unskeptisch. Ich hätte lange nicht so schnell ruhig schlafen können, sondern würde die ganze Zeit denken: Warum lässt der mich seine Leute suchen? Und warum nimmt der meinen Dolch mit?
Den Dolch müsst ich irgendwie unauffälliger einbauen … ärgert mich selbst etwas, dass es zu offensichtlich ist. Aber zu dem Assassinen passt es einfach hervorragend, dass er ihn mit nimmt und wird später auch noch wichtig. Aber Gharan soll es nicht wirklich bewusst mitbekommen. Hm …
Seine »Unskepsis« rührt daher, dass er ja schon vertraut mit dem Assassinen ist und weiß, dass er auf ihr Wort vertrauen kann. Daher findet der Assassine das auch so witzig, weil es im Prinzip nie etwas anderes als Worte zwischen den beiden gab.
Gharan weiß inzwischen auch, dass der Assassine nicht mit ihm diskutiert, oder sich gar rechtfertigt, sondern ihn lediglich über Dinge informiert. Es kennt es nicht anders.

Zitat: Sie gefällt mir ausgesprochen gut, diese Geschichte.
Danke schön! Icon_smile
(Und wenn es dich etwas beruhigt: Noch passiert weder Gharan noch seiner kleinen Familie was. Aber sie werden noch ein Stück tiefer in diesen Schattenkrieg hineingezogen. Öhm … ja, das beruhigt dich vielleicht nicht unbedingt Icon_ugly )

Zitat: Hier würde sich schön lesen, wenn du etwas schreibst wie "der Menschenleben gegen Geld abwog wie ein Händler Salz gegen Safran" - nur eben mit Handelsgütern deiner Welt.
Prinzipiell ja, aber in Khonar gibt es kaum noch Tauschhandel, zumindest nicht in den »zivilisierten« Gegenden. Hier hat sich schon ein Bankensystem aufgebaut, und Papiergeld ist gerade auf dem Vormarsch. Noch ist allerdings Münzgeld die Hauptwährung, daher wiegt ein Händler seine Waren tatsächlich gegen Geld ab Icon_wink

Zitat: Die erste Frage ist gut - in der zweiten erklärst du nochmal den ganzen Sachverhalt, was eigentlich nicht nötig ist. Leser versteht das auch ohne nochmalige Erklärung
Mir ist sehr wichtig, dass Gharans Rolle in diesem Spiel genau definiert ist. Daher bleibt die Erklärung erstmal noch stehen Icon_wink

Zitat: Hier habe ich gedacht, dass seine Trunkenheit gar nicht mehr durchkommt. Eigentlich hätte ich erwartet, dass sie zuhause noch einmal sehr stark durchschlägt, auch weil er gelaufen ist und dann "zur Ruhe" kommt. Dass er sich vllt setzen muss oder zumindest weiter abstützen. Etwas schwindlig - oder auch ein kleiner Nachdurst? Es geht in dem Gespräch zwischen den beiden ziemlich verloren, dass Gharan betrunken ist.
Als einzige »Recherche« mussten hier persönliche Erfahrungen herhalten: Wenn mein Mann und ich mit Freunden Pizza essen gehen, trink ich meist einen Amaretto hinterher (ja, das ist schon arg viel Alkohol für mich *lach*); solange wir dann noch in der Pizzeria sitzen, merk ich den Alkohol auch gut, ebenso kurz nach dem Aufbruch. Wenn ich eine Zeit gelaufen bin, an der frischen Luft und so, merk ich allerdings nix mehr. Hm … aber ich schau mal, ob ich da noch die ein oder andere Bemerkung neben dem Gespräch unterbekomme.

Zitat: Ist es Absicht, dass die Formulierung dem ersten Teil so gleicht:
Bewusst hab ich es nicht so ähnlich formuliert, aber es passt eigentlich sehr gut zu meinem Assassinen, dass er genau weiß, was in Gharan vorgeht. Er kann Menschen sehr schnell durchschauen. Ich überleg mal, ob ich es änder, oder ob ich es drin lasse

Zitat: Es ihm dann auch egal, dass er völlig unbewaffnet einen kleinen Vertragsbruch mit dem Assassinen beschlossen hat, der jederzeit in sein Haus kommen kann, ohne Spuren zu hinterlassen ...
Ja, wie gesagt, die Bedrohung ist inzwischen »gewohnt; Gharan vertraut inzwischen wirklich darauf, dass die Assassinen sich an ihr Wort halten, einfach weil – wollten die Assassinen es – er schon längst tot wäre. Niemand könnte ihn aufhalten und niemand würde den Mord je aufklären. Gharan muss es am besten wissen Icon_wink


Ja, also nochmals vielen lieben Dank dir, fürs Graben und Kommentieren – und ich hoffe, ich konnte ein paar Unklarheiten beseitigen Icon_smile

Ganz liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

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