Es ist: 29-09-2022, 22:53
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Fluchspuren (Humor)
Beitrag #221 |

RE: Fluchspuren (Humor)
Bloomy

"Rot." Ich starrte misstrauisch nach draußen. "Rot wie deine Kopf, Glühwurm!"
Ich wollte schließlich eine knallige Farbe haben.
"Aber beeilen wir uns, ich glaube, ich habe draußen etwas höchst Interessantes gesehen ...", setzte ich hinzu und beobachtete mit innerer Begeisterung, wie Glühchens Wangen noch röter wurden. Niedlich. Ich grinste.
"Vielleicht erleben wir ja doch bald ein neues Abenteuer."
"Wau!" Read sprang zur Tür hinein. Sein Fell war übersät mit Staubpartikel und Wollmäusen, aber das störte ihn scheinbar nicht. "Wau", machte er noch einmal gedämpft, denn er hatte einen roten Stofffetzen zwischen seinen Zähnen und wedelte glücklich mit dem Schwanz.
Braver Read! Dank meiner erstaunlichen Erziehung hatte er doch ein Gespür für die richtige Tat im richtigen Augenblick bekommen - wenn mich nicht alles täuschte, hatte ich den weniger amüsierten jungen Primaten mit der Stupsnase eben gerade in einem sehr interessanten Gespräch mit meiner Freu... Bekannten gesehen ...

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

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Beitrag #222 |

RE: Fluchspuren (Humor)
Ich kletschte mir meine eigene Hand an den Kopf.
"Njaajsfjd...", murmelte ich dahinter hervor.
Als dann auch noch Read mit einem Stoffetzen hereinkam der mir schrecklich bekannt vorkam, ging ich schnell in die Hocke neben dem alten Mann und begann meine Hände aneinander zu reiben, bis ich schließlich bereit war, konzentriert genug, meine Arbeit beizutragen. Innerhalb von fünf Minuten stellte der Kerl einen neuen, größeren wie mir schien, Topf her, mit einem intensiven, aber mystisch erdigen Rot. Oder so .. So genau bin ich schon lange nicht mehr auf Farbe eingegangen, kam es mir ..
Als noch eine Glasur drauf kam, und der Meister zufrieden schmunzelte.
"Fertig", sprach seine tiefe Stimme, und wieder sah ich da ein Funkeln in seinen Augen und ein Lächeln auf seinen Lippen. "Und perfekt gleichmäßig .." Er schien sehr zufrieden.
"Da haben wir gute und schnelle Arbeit geleistet." Er klopfte mir auf die Schulter, als ich ihm zwei Goldstücke hinhielt, und er sie entgegen nahm.
"Ich würde Ihnen mehr .."
"Oh, nein nein, es war mir eine Ehre mit Euch zu arbeiten .."
Ja genau! Mit mir Arbeiten!!
Und er reichte mir die Hand, welche ich beschämt und doch erfreut schüttelte. Auf einmal packte ich Bloomy am Arm, "Komm, wir müssen weiter. Ich meine, schnell weiter."
Doch der Alte ließ sich Zeit und gab Bloomy den um einiges leichteren Topf. Er wirkte größer, schien jedoch beinahe perfekt zu passen. Wie hatte er das bloß gemacht? Augenmaße? Und ich grinste. Der Satz würde Bloomy nicht gefallen, denn 'Augenmaße' nehmen, dass konnte vieles heißen.

"Gut", murmelte der Alte, "Wirklich sehr gut geworden."
Ich nickte. und Hatte es auf einmal sehr eilig.
"komm Bloomy." Doch es war zu spät. Read mit dem Fetzen, und ein Mann mit einem Loch am Ärmel.
"Hey", sagte er erneut, ich nickte nur und starrte zu Boden.

Weil mein Schatten auch nur ich selber bin.

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Beitrag #223 |

RE: Fluchspuren (Humor)
Bloomy

"Es ist mir egal, was ihr beiden tut, aber dreht euch um, damit ich mich umtopfen kann." Ich hatte halt das Gespür für das richtige Wort zum richtigen Zeitpunkt. Das Diadem klapperte leise gegen den Topf, dass ich fast Angst bekam, Glühchen könnte drauf achten. Die war allerdings vielmehr damit beschäftigt, mit knallroten Wangen zu Boden zu starren. Ich nahm mir vor, netter zu Read zu sein.
Ich topfte mich ohne große Eile um und genoss tief einatmend den Geruch und das Gefühl des frischen, neuen Topfes.
"Was für ein widerlicher Gestank", meckerte ich zufrieden und strahlte den Handwerker mit gebleckten Zähnen an. "Und er ist noch total unangenehm unbewohnt!"
Zufrieden griff ich Reads Band und Naras Ärmel.
"Kommt, ihr beiden", bestimmte ich in meiner natürlichen Autorität. "Ihr könnt draußen weitermachen."
Dass sie kein Wort gesagt und sich kaum angesehen hatten, störte mich weniger. Hauptsache, dem jungen Primaten viel mehr ein als ein Den Mantel dürft ihr mir bezahlen.

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

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Beitrag #224 |

RE: Fluchspuren (Humor)
"Bloomy, darf ich bekannt machen? Julian Heat."
Und jetzt rate mal wieso. Ja, genau, er ist ebenso ein Feuerspucker ...
"Na, äh, dann,.." ich blickte zu Bloomy, "Wir müssen kurz reden", ich deutete auf Heat und ging mit ihm einige Meter vorraus, "Habs gleich", japste ich.
Oh mann, das konnte was werden.

Weil mein Schatten auch nur ich selber bin.

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Beitrag #225 |

RE: Fluchspuren (Humor)
Bloomy

Ich warf dem eilig von Glühwurm fortgezerrten Julian ein "Du siehst aus wie ein besonders dummstrotzender Primat" hinterher und schlenderte den beiden hinterher über den Platz. Der Brunnen ragte wie ein Monument aus der Vergangenheit aus dem unebenen Pflaster und ließ mich aufseufzen. Hier hatte das Unheil seinen Lauf genommen und mich mit der Gesellschaft der Flammenprimatin geschlagen ...
Im Vorübergehen warfen die beiden vor mir keinen Blick zu ihm.
War ja klar, dass an einer Affin wie Nara solch dramatisch wichtige Momente verloren gehen, dachte ich mit einem Anflug von Genugtuung und blieb stehen. Das Wasser des Brunnens war grau und die sich aus den Stutzen hervorquälenden Fontänen stießen schlammige Schleier in die trübe Suppe. Es war hässlicher und ekliger als ich gedacht hatte - mit den Menschen ging es nicht gut voran. Eher schlecht zurück - ich konnte mir nicht vorstellen, einmal darin gesessen zu haben!
Aber ... nun, eigentlich half mir dieses Negativbeispiel der Ästhetik. Ich sah mich kurz um - niemand beachtete mich. Natürlich nicht! Schnaubend wühlte ich mit den Fingern in der Erde meines Topfes und bekam das schmutzstarrende Diadem zu fassen. Erdbrösel hatten sich in die feinen Verzierungen gesetzt und ein Kieselsteinchen steckte wie die Parodie eines Edelsteines an einer zentralen Stelle. Nun denn.
Mit einem raschen Schwung des Handgelenks schob ich das Schmuckstück über den Brunnenrand. Durch dieses Wasser würde man niemals auf den Grund sehen können - und auf dieses Artefakt. Ich hörte ganz leise ein Klirren, als es auf dem Grund aufschlug. Vielleicht bildete ich es mir auch nur ein, aber es hatte etwas Endgültiges, genau wie ein donnernder Paukenschlag.
Einen Moment lang starrte ich auf die grausteinige Brunnenwand und dachte an ... nichts. Selbst meine innere Stimme wusste nicht, was sie fühlen sollte, und so löste ich mich erst nach ein paar Sekunden von dem Anblick und sah zögerlich nach vorne.
Glühwurm und dieser Kerl. Julian Heat. Ein ... schönes Paar.
Ich überlegte.
Und rannte. "Könntet ihr zwei Idioten eure Quadratlatschen nicht ein bisschen langsamer aufs Pflaster klatschen?", schrie ich, während ich mich zwischen sie quetschte. "Und du, Julian Heat, ich hoffe, Glühwürmchen hat dich schon gewarnt: Ein blödes Wort und ich mache dir Feuer unter deinem haarigen Primatenhintern!"
Und eine neue Geschichte begann.



Epilog

So viele Gefahren - und sie alle liegen nun hinter uns. Jedes Wort, was folgt, geht diese Geschichte nicht mehr an.
Und doch ... etwas fehlt noch. Denn was, verehrte Leser, was bewirkte dieses großartige Abenteuer? Für lau war es sicher nicht! Denn hört - hört noch ein letztes Mal genau zu:

Was aus dem Eisschloss wurde, ist nicht überliefert. Nach unseren tapferen Helden brachen noch viele auf, um es zu finden - vergebens.

Die Thronfolge blieb aber danach nicht lange ungeklärt. Ein armer Geschichtenerzähler verbreitete die Geschichte, mit der Prinzessin sei die ehemalige Königsfamilie endgültig ausgestorben. Es gab keinen Halt mehr für die unterschiedlichen Thron-Besetzer und sie mussten vor Aufständen im ganzen Land fliehen. Der Palast wurde versiegelt und das gemeine Volk erwählte sich einen jungen Helden zum Patrizier.

Die geheimnisvollen Streiter des Abenteuers um das nun für ewig verlorene Diadem wurden nicht gefunden. Man sagt, sie seien ausgezogen, um den sagenumwobenen Astraban-Juwel aus dem Drachenlandes zu holen und damit die hundertjährigen Magierkriege zu beenden. Wer weiß ...

Aber dies ist - erst einmal - das Ende.


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