Es ist: 13-04-2021, 20:07
Es ist: 13-04-2021, 20:07 Hallo, Gast! (Registrieren)


Zweierlei Blut - 7. Kapitel
Beitrag #1 |

Zweierlei Blut - 7. Kapitel


7. Kapitel
- Small Talk -

Anstatt noch etwas zu Ruhen und damit ihrem Körper mehr Zeit zur Erholung zu geben, drängte Saraya zum Aufbruch. Der Hunger der Vampirin würde nicht ewig schweigen, waren doch seit Erreichen des Plateaus sicherlich mehr als vierundzwanzig Stunden vergangen – zumindest ließ der Grad ihrer Wundheilung dies vermuten, auch wenn es ihr seltsam vorkam, so lange geschlafen zu haben.
Ihr eigener Hunger war ebenfalls zurück, quälend wie ein Stein saß er in ihren Eingeweiden und zwang sie, erneut in das klaffende Loch zu greifen. Es war zwar erkaltet, doch nicht minder scheußlich. Nachdem sie das gröbste Drängen gelindert, den Würgreiz in ihrer Kehle erstickt und das verkrustete Blut von ihren Lippen gewischt hatte, zwang sie sich, in den Blutkessel hinab zu sehen.
„Was machen wir damit?“ Sie wies auf die wartenden Bluthunde, die noch immer hartnäckig und mit tropfenden Mäulern ihren Weg blockierten.
Lautlos wie ein bleicher Schatten glitt die Kainstochter neben sie. „Wir nehmen einen anderen Weg. Ich habe ihn gefunden, während du geschlafen hast. Es gibt sogar einen kleinen Wasserlauf, an dem du dich erfrischen kannst. Komm!“
Sarayas Aufmerksamkeit verließ die Meute im Kessel. Sie hob den Kopf und stellte erstaunt fest, dass die Kainstochter zu einer der schmalen Seitenwände des Plateaus getreten war. Es kostete sie ein paar Augenblicke, bis sie verstand, was diese von ihr erwartete. Dann verstrichen noch einmal Minuten, ehe sie sich aufraffen konnte, ihren Platz zu verlassen, den Abstand zur Vampirin zu überwinden und auf deren Rücken zu klettern. Insgeheim wusste sie, dass es nicht anders ging, dass ihrem Körper zum einen die Kraft und zum anderen die Fertigkeiten fehlten, die steile Wand zu erklimmen.
So schien es zumindest, doch nachdem die Kainstochter in der ihr eigenen Geschmeidigkeit die ersten Meter zurückgelegt hatte – das zusätzliche Gewicht schien sie dabei nicht im Geringsten zu belasten -, merkte sie, wie zerklüftet der Felsen eigentlich war. Überall zogen sich Risse durch das Gestein. Sie bildeten ein Netzwerk aus Stufen und Haltegriffen, das so begehbar war, dass sie damit, wären ihre Verletzungen nicht gewesen, über das Silberfeld gekommen wäre. Und die Vampirin mit ihrer Kraft und Ausdauer sicherlich auch über den Teppich aus geweihtem Wasser.
Der Gedanke brachte Sarayas Verstand ins Trudeln. Wie anders hätte ihre Begegnung mit der Vampirin verlaufen können, wie viele Wunden erspart, wenn sie ihrer Umgebung von Anfang an mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte.
„Was genau treibt dich eigentlich nach Prag?“
Die unvermittelte Frage riss sie aus ihren Überlegungen. Seit ihrem Erwachen in diesen düsteren Katakomben war die Welt außerhalb des Labyrinthes für sie vergessen gewesen, so fern, so irreal war sie ihr erschienen. Doch nun erinnerte sie sich wieder, an die schäbige Mietwohnung in Josefstadt, das lange Warten.
„Čeněk”, sagte sie schließlich leise. “Ich bin hier wegen Čeněk.”
Steinchen rieselten in einer Wolke die Felswand hinab, als sich die Krallen der Vampirin besonders fest in den Stein gruben. Ihr Vorankommen gerann zur Zeitlupe, für einen unheilvollen Moment, in dem sich Saraya nur all zu sehr ihrer verletzlichen Position bewusst war, dann schüttelte die Kainstochter leise lachend den Kopf und kletterte weiter.
„Čeněk, natürlich. Warum auch sonst sollte Saraya Deveraux nach Prag reisen, wenn nicht, um sich mit dem großen Čeněk Mlynár zu treffen. Allein die Vorstellung – sag, hat er dich eingeladen oder bist du von selbst auf die Idee gekommen?“
Saraya zögerte mit der Antwort, nicht weil sie in irgendeiner Weise von Bedeutung gewesen wäre, sondern einfach weil sie nicht wusste, wie sie das Interesse der Vampirin einschätzen sollte. Betrieb diese einfach nur höfliche Konversation oder steckte gar mehr dahinter? Ersteres wollte nach ihren bisherigen Erfahrungen nicht recht zu der Schwarzblütigen passen, aber warum sollte ihr an solch lapidaren Informationen über Čeněk Mlynár gelegen sein?
Über ihnen öffnete sich unvermittelt ein schwarzer Schlund, ein Loch im Fels, das, kaum größer als ein ausgewachsener Bär, ihre beiden Körper verschlang und sie durch einen Darm ähnlichen Gang führte.
Bereits nach wenigen Metern war jegliches Licht verloschen. Wie bei einer Achterbahn änderte sich die Richtung ständig, und auch die Weite des Tunnels schwankte stark, so dass sie manchmal nahezu aufrecht stehen vermochten, um gleich im nächsten Moment wieder auf dem Bauch kriechen zu müssen. Die Klaustrophobie bemächtigte sich Sarayas. Atmen wurde zur Schwerstarbeit.
War die Nähe der Wände nicht schon erdrückend genug, hatte sie auch ständig Angst in der Finsternis gegen irgendwelche Felszähne zu stoßen. Sie versuchte, sich so dicht wie möglich bei der Vampirin zu halten, die sich mit einer unglaublichen Sicherheit durch die Schwärze bewegte.
Trotzdem kamen sie nur sehr langsam voran, so dass sie dankbar war, als die Kainstochter das unterbrochene Gespräch aufgriff.
„Čeněk lebt mit seinem Rudel sehr abgeschieden. Deshalb würde es mich sehr verwundern, wenn er dich eingeladen hätte. Was bedeutet, du bist aus eigenem Antrieb hier. Warum? Suchst du Unterstützung für deinen Kriegszug gegen meine Rasse?“
Saraya verkniff sich eine Antwort. Die Vampirin kam der Wahrheit auch ohne ihre Hilfe schon gefährlich nahe. Eine Wahrheit, die diese absolut nicht das Geringste anging.
„Wie auch immer …“, hörte sie die Andere nach einer Weile ungerührt fortfahren, „ … ich nehme an, du weißt, dass du auf relativ verlorenem Posten stehst. Werwolf oder nicht, soweit ich weiß, sind Besucher im hiesigen Rudel nicht gerne gesehen. Mag es Vorsicht sein oder Hochmut, ich weiß es nicht. Aber was ich weiß, ist, dass es in meinen Kreisen Gerüchte gibt, dass sich die Mitglieder des Rudels sogar untereinander paaren, weil sie ihr Blut nicht schwächen wollen. Es soll sogar alle paar Jahre Duelle geben, in denen die Schwächsten jeder Generation 'herausgefiltert' werden. Als hätte es das alles nicht schon einmal gegeben.“ Sie lachte abgehackt, was seltsam hohl in der Dunkelheit klang.
Todesduelle? Die Schwächsten herausgefiltert? Ungläubig schüttelte Saraya den Kopf. Von solchen Praktiken hatte sie noch nie etwas gehört. Natürlich suchten sich die Werwölfe ihre Partner genau aus, achteten auf Gesundheit, Stärke und Ausdauer. Das war selbstverständlich, wenn man bedachte, dass ein zukünftiges Kind sein Leben lang den Wolfsfluch tragen musste. Aber Duelle?
Ein Rudel stand doch auch für Sicherheit. Sie waren nicht nur Tiere. Alte und Schwache hatten ebenso ihren Platz in der Gesellschaft wie die junge, jagende Schicht. Andererseits würde es erklären, warum sie bei den zwei seltenen Treffen mit Mitgliedern des Prager Rudels nur gesunde Werwölfe getroffen hatte. Alle drei hatten gleichsam vor Kraft gestrotzt, die Muskeln nahezu die Kleidung gesprengt – selbst bei dem weiblichen Mitglied.
Ob sie sie deshalb so abschätzend angeschaut hatten? Wenn in dem Rudel alle Weibchen so aussahen, war es kein Wunder, dass sie mit ihrer zwar durchtrainiert drahtigen, doch unaufgepumpten Gestalt keinen Eindruck hatte hinterlassen können. Ihre Stärken lagen in Schnelligkeit und Technik, nicht in purer Muskelkraft.
Saraya runzelte die Stirn. War das vielleicht der Grund, warum man sie hatte warten lassen? Am Ende hatte es gar keine Beratung gegeben, sondern sie hatten sie nur hinhalten wollen, bis sie dann irgendwann des Wartens überdrüssig die Abreise angetreten hätte.
„Wusstest du, dass es auch so einige Gerüchte über dich gibt?“ Die helle Stimme der Vampirin riss sie aus ihren Gedanken. „So soll eine gewisse, berüchtigte Vampirjägerin mit Genuss die Herzen ihrer Opfer verspeisen, um sich deren Stärke einzuverleiben.“ Der leicht ironische Unterton in der dunklen Stimme ließ Saraya lächeln. „Hm, wenn man es so betrachtet, sind diese Gerüchte wohl nicht die beste Quelle, wenn es um verlässliche Informationen geht.“
„Herzen soso“, bemerkte sie, während sie sich vorsichtig durch eine besonders enge Öffnung zwängte. „Die Idee ist mir bisher noch nicht gekommen, aber danke für den Tipp. Ich werde es im Hinterkopf behalten.“
Das Lachen, das daraufhin durch das Felslabyrinth hallte, war so ansteckend in seiner Echtheit, dass sie nicht anders konnte, als einzustimmen. In der Ferne erhoben die Bluthunde hungrig ihre Kehlen zu einem schaurigen Chor.

Du willst gleich weiter?
Dann klicke hier

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #2 |

RE: Zweierlei Blut - 7. Kapitel
Guten Morgen Addi,

dann mal ab und weiter mit uns. Ich hab ganz übersehen, dass du schon einen weiteren Teil eingestellt hast. - Soll nicht wieder vorkommen.

Wie bei einer Achterbahn änderte sich die Richtung ständig, und auch die Weite des Tunnels schwankte stark, so dass sie manchmal nahezu aufrecht stehen vermochten, um gleich im nächsten Moment wieder auf dem Bauch kriechen zu müssen.
=> Zwischen diesen beiden Wörtern ist ein Abstand zu viel. - Was für ein Fehler!

Das Lachen, das daraufhin durch das Felslabyrinth hallte, war so ansteckend in seiner Echtheit, dass sie nicht anders konnte, als einzustimmen. In der Ferne hörten sie, wie die Bluthunde hungrig einstimmten.
=> Kleine Wortwiederholung für mich in den beiden Sätzen.

So, das war es wieder von mir gewesen und viel hab ich eigentlich nicht zu sagen. Endlich erfahren wir ein bißchen mehr über den Hintergrund, bzw. das Real-Life in Prag. - Was aber auch ein wenig ungewohnt war, denn bis jetzt hast du ja eindeutig auf Aktion wert gelegt. Ungewohnt heißt aber nicht störend, von daher war es auch diesmal wieder eine Freude, einen weiteren Teil zu lesen. Ich bin gespannt auf weitere, die ein bisl länger sein dürfen. - Das dürfen sie immer. ;o)

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #3 |

RE: Zweierlei Blut - 7. Kapitel
Hallo Sternchen!
Schön, dass du hergefunden hast. Icon_smile

Zitat: Ich hab ganz übersehen, dass du schon einen weiteren Teil eingestellt hast. - Soll nicht wieder vorkommen.
-- Das macht doch nichts. Kann doch jedem einmal passiert.

Zitat:=> Zwischen diesen beiden Wörtern ist ein Abstand zu viel. - Was für ein Fehler!
-- Icon_shocked Wie kann nur so etwas passieren?

Zitat:=> Kleine Wortwiederholung für mich in den beiden Sätzen.
-- Ui, glatt übersehen. Danke.

Zitat:Endlich erfahren wir ein bißchen mehr über den Hintergrund, bzw. das Real-Life in Prag. - Was aber auch ein wenig ungewohnt war, denn bis jetzt hast du ja eindeutig auf Aktion wert gelegt.
-- Das stimmt. Aber nur Action ging auf Dauer nicht, ansonsten sterbt ihr ja alle in Unwissenheit, wenn die Geschichte zu Ende geht. Icon_wink

Zitat:Ungewohnt heißt aber nicht störend, von daher war es auch diesmal wieder eine Freude, einen weiteren Teil zu lesen. Ich bin gespannt auf weitere, die ein bisl länger sein dürfen. - Das dürfen sie immer. ;o)
-- *g*

Vielen Dank für die lieben Worte. Ich kümmer mich sogleich um die Korrektur.

Liebe Grüße
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #4 |

RE: Zweierlei Blut - 7. Kapitel
Seid gegrüßt Weltenbummlerin,

schön, dass du wieder da bist und schön, dass du ein neues Kapitel mitgebracht hast. Icon_smile

Zitat: Anstatt noch etwas zu Ruhen und damit ihrem Körper mehr Zeit zur Erholung zu geben, drängte Saraya zum Aufbruch. Der Hunger der Vampirin würde nicht ewig ruhen,

Ich glaub es ist ein bisschen erbsenzählerisch hier auf die Wiederholung von „Ruhe“ hinzuweisen, aber ich mach’s trotzdem . Icon_wink

Zitat: Dann verstrichen noch mal Minuten,

„noch mal“ klingt irgendwie nicht so schön. Vielleicht einfach: „noch einmal“, dann liest sich das nicht ganz so kurz bis zu dem Komma.

Zitat: dass ihrem Körper zum einen die Kraft und zum anderen das Vermögen fehlten, die steile Wand zu erklimmen.

Mag an mir liegen, dass ich bei „Vermögen“ zuerst an Geld gedacht habe. Natürlich ist mir dann klar geworden was du meinst, aber irgendwie ist hier für mich kein wirklicher Unterschied zwischen Vermögen und Kraft.

Zitat: War das vielleicht der Grund, warum sie hatten warten lassen?

Hier fehlt was. Vorschlag: „warum man sie hatte warten lassen“

Ja, fein, ich hab mir ja schon immer etwas Dialog zwischen den beiden gewünscht. Gut find ich, dass Saraya immernoch sehr vorsichtig Informationen preis gibt, auch wenn es um unwichtige Dinge geht. Die Vampirin hingegen hat auf mich den Eindruck gemacht sehr interessiert zu sein, aber gleichzeitg scheint sie die Antwort auf ihre eigene Frage schon zu kennen. Dadurch bleibt die Spannung zwischen den beiden, aber dennoch vorhanden, obwohl sie am Ende sogar zusammen lachen.

Hat mir alles in allem wieder gut gefallen. Schön, dass die beiden endlich mal vorwärtskommen und zwar nicht nur im Labyrinth sondern auch mit ihrer „Beziehung“

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #5 |

RE: Zweierlei Blut - 7. Kapitel
Hallo meine Lady,
schön, dich hier zu finden, auch noch nach so langer Zeit. ^^
Die gefundenen Stellen hab ich sogleich ausgebessert, dankeschön.
(Du darfst gerne Erbsenzählen, mach ich doch auch immer. Icon_wink )

Zitat:Ja, fein, ich hab mir ja schon immer etwas Dialog zwischen den beiden gewünscht.
-- Der eine mags so, der andere so. Nach all dem Gekämpfe und Blutvergießen wurde es Zeit für etwas Gemächliches. Icon_wink

Zitat:Gut find ich, dass Saraya immernoch sehr vorsichtig Informationen preis gibt, auch wenn es um unwichtige Dinge geht.
-- Sie kann eben nicht aus ihrer Haut und was weiß sie schon aus von der Vampirin?

Zitat:Die Vampirin hingegen hat auf mich den Eindruck gemacht sehr interessiert zu sein, aber gleichzeitg scheint sie die Antwort auf ihre eigene Frage schon zu kennen. Dadurch bleibt die Spannung zwischen den beiden, aber dennoch vorhanden, obwohl sie am Ende sogar zusammen lachen.
-- Es freut mich, dass die Spannung erhalten geblieben ist. Es sollte nicht alles Friede, Freude und Eierkuchen rüberkommen, sondern unterschwellig immer noch schwelen.

Zitat:Hat mir alles in allem wieder gut gefallen. Schön, dass die beiden endlich mal vorwärtskommen und zwar nicht nur im Labyrinth sondern auch mit ihrer „Beziehung“
-- *lacht*

Liebe Grüße
und vielen Dank für deine netten Worte
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #6 |

RE: Zweierlei Blut - 7. Kapitel
... und zwar jetzt! Icon_smile

Zitat:- Small Talk -
Eigentlich ein ziemlich zynischer Titel, wenn man an die seltsame Meute denkt, die sich noch immer die Lefzen nach unseren beiden Protagonisten (oder eher Antagonisten`*g*) leckt.

Zitat:Ihr eigener Hunger war ebenfalls zurück, quälend wie ein Stein saß er in ihren Eingeweiden und zwang sie, erneut in das klaffende Loch zu greifen.
Meinst du den Hund, den sie damals essen musste? Mit der Entfernung verstehe ich nicht, was das Loch damit zu tun hat? Ich muss an das Loch in ihren Eingeweiden denken, aber das passt irgendwie nicht. Aber vielleicht liegt es daran, weil es schon zu lang her ist?

Zitat:So schien es zumindest, doch nachdem die Kainstochter in der ihr eigenen Geschmeidigkeit die ersten Meter zurückgelegt hatte – das zusätzliche Gewicht schien sie dabei nicht im Geringsten zu belasten -,
Es erscheint mir unwahrscheinlich, dass Saray auch nur ein Vampir töten kann, wenn man da so sieht ... vielleicht mit der nötigen Ausrüstung ...?

Zitat:„Was genau treibt dich eigentlich nach Prag?“
Wussten wir schon, dass das Ganze in Prag spielt?

Zitat:Der Gedanke brachte Sarayas Verstand ins Trudeln. Wie anders hätte ihre Begegnung mit der Vampirin verlaufen können, wie viele Wunden erspart, wenn sie ihrer Umgebung von Anfang an mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte.
Stimmt, eigentlich wäre die Vampirin gar nicht auf Saraya angewiesen gewesen.

Zitat:Allein die Vorstellung – sag, hat er dich eingeladen oder bist du von selbst auf die Idee gekommen?
Hm ... mein erster Gedanke war, dass das ein Vampir ist, den Saraya töten will - aber die Reaktion der Vampirin lässt mich eher vermuten, er ist auch ein Feind der Vampire, auch ein Vampirjäger?

Zitat:Cenek lebt mit seinem Rudel sehr abgeschieden.
Also tatsächlich ein Feind der Vampire - ein Werwolf. Und die Vampirin war auch auf der "Jagd" nach ihm?

Zitat:Die Vampirin kam der Wahrheit auch ohne ihre Hilfe schon gefährlich nahe. Eine Wahrheit, die diese absolut nicht das Geringste anging.
Hm ... hm ... interessant. Aber sie kam der Wahrheit nur nahe?

Zitat:Als hätte es das alles nicht schon einmal gegeben
Hat es das? Gab es so eine Art Werwolfnationalsozialisten? Und: warum weiß sie als Vampirin so gut über Werwölfe bescheid? (Verdächtig.)

Zitat:Das war selbstverständlich, wenn man bedachte, dass ein zukünftiges Kind sein Leben lang den Wolfsfluch tragen musste.
Es ist also körperlich belastend, den Fluch zu tragen? Wegen der Verwandlung? Kann sie einen umbringen?

Zitat:Alle drei hatten gleichsam vor Kraft gestrotzt, die Muskeln nahezu die Kleidung gesprengt – selbst bei dem weiblichen Mitglied.
Aber warum weiß eine Vampirin darüber Bescheid und eine Werwölfin nicht? Trotzdem, dieses Prager Rudel ist mir verdächtig. Vielleicht stecken die ja hinter der ganzen Geschichte? Vielleicht ist das ein solches Todesduel, um Saraya zu testen? (Dann hat sie ja nicht besonders gut abgeschnitten, wenn sie mit der Vampirin auch noch gemeinsame Sache macht.) Wobei das Labyrinth schon darauf angelegt wirkte, dass die beiden Zusammenarbeiten.

Zitat:Hm, wenn man es so betrachtet, sind diese Gerüchte wohl nicht die beste Quelle, wenn es um verlässliche Informationen geht.“
„Hm, Herzen soso“, bemerkte sie, während sie sich vorsichtig durch eine besonders enge Öffnung zwängte. „Die Idee ist mir bisher noch nicht gekommen, aber danke für den Tipp. Ich werde es im Hinterkopf behalten.“

Hier ist ein bisschen schwer nachzuvolliehen wer was sagt.
Das zweite ist definitiv von Saraya, aber das erste könnte auch von ihr kommen (weil du darüber den Fokus auf ihr Lächeln und damit auf sie lenkst), du solltest deshalb davor den Blick wieder zurück auf die Kainstochter richten. Icon_wink
Unschön finde ich, das beide Aussagen mit "Hm" beginnen ... vielleicht so was wie "tja" oder "na ja" benutzen?^^

Zitat:Das Lachen, das daraufhin durch das Felslabyrinth hallte, war so ansteckend in seiner Echtheit, dass sie nicht anders konnte, als einzustimmen. In der Ferne erhoben die Bluthunde hungrig ihre Kehlen zu einem schaurigen Chor.
Schönes Ende für das Kapitel.

Das hat sich richtig schön schnell runtergelesen, obwohl es Smalltalk (*g*) war. Denn es war sehr interessanter Smalltalk, der beginnt graue Stellen im Hintergrund auszumalen - schön! Aber schon seltsam, dass diese Todfeinde sich so gut verstehen, auf einmal.
Es ist jedenfalls klar, dass dieses prager Rudel noch eine wichtige Rolle spielen wird ... (es wird natürlich klar, dass sich Saraya dem Rudel anschließen wollte).
Ansonsten ist nicht viel passiert - auch wenn man ob der ununterbrochenen Bewegung, trotzdem noch das Gefühl hatte, es würde voran gehen. Das hast du gut hinbekommen.
Hat mir gefallen dieser Teil! Icon_smile

Liebe Grüße vom Wanderer!

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #7 |

RE: Zweierlei Blut - 7. Kapitel
So, wieder etwas freie Zeit abgezwackt.

Zitat:
Zitat:- Small Talk -
Eigentlich ein ziemlich zynischer Titel, wenn man an die seltsame Meute denkt, die sich noch immer die Lefzen nach unseren beiden Protagonisten (oder eher Antagonisten`*g*) leckt.
-- *g*

Zitat:
Zitat:Ihr eigener Hunger war ebenfalls zurück, quälend wie ein Stein saß er in ihren Eingeweiden und zwang sie, erneut in das klaffende Loch zu greifen.
Meinst du den Hund, den sie damals essen musste? Mit der Entfernung verstehe ich nicht, was das Loch damit zu tun hat? Ich muss an das Loch in ihren Eingeweiden denken, aber das passt irgendwie nicht. Aber vielleicht liegt es daran, weil es schon zu lang her ist?
-- Zu lange her? Findest du? Sie hat ihn doch im vorherigen Kapitel gegessen, oder Teile von ihm. Hm? Icon_confused Ich dachte, der Hinweis mit dem Loch wäre ausreichend.

Zitat:
Zitat:So schien es zumindest, doch nachdem die Kainstochter in der ihr eigenen Geschmeidigkeit die ersten Meter zurückgelegt hatte – das zusätzliche Gewicht schien sie dabei nicht im Geringsten zu belasten -,
Es erscheint mir unwahrscheinlich, dass Saray auch nur ein Vampir töten kann, wenn man da so sieht ... vielleicht mit der nötigen Ausrüstung ...?
-- Jupp, sagt sie ja auch im 1 Kapitel.

Zitat:
Zitat:„Was genau treibt dich eigentlich nach Prag?“
Wussten wir schon, dass das Ganze in Prag spielt?
-- Nope, Hintergrundinfo gekonnt eingeflochten. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Der Gedanke brachte Sarayas Verstand ins Trudeln. Wie anders hätte ihre Begegnung mit der Vampirin verlaufen können, wie viele Wunden erspart, wenn sie ihrer Umgebung von Anfang an mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte.
Stimmt, eigentlich wäre die Vampirin gar nicht auf Saraya angewiesen gewesen.
-- Wenn sie an dem UV-Licht vorbei gekommen wäre nicht, nein. Da hast du recht.
Da merkt man mal wieder, dass man seiner Umgebung mehr Beachtung schenken sollte. Icon_wink
Hier spielt auch etwas Selbstironie hinein, weil Lady und Sternchen immer meinten, ich solle doch die Gänge etwas genauer beschreiben. *grins*

Zitat:
Zitat:Cenek lebt mit seinem Rudel sehr abgeschieden.
Also tatsächlich ein Feind der Vampire - ein Werwolf. Und die Vampirin war auch auf der "Jagd" nach ihm?
-- *Kopf hin und her neig* Sagen wir, sie war aus ähnlichen Gründen in Prag. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Als hätte es das alles nicht schon einmal gegeben
Hat es das? Gab es so eine Art Werwolfnationalsozialisten? Und: warum weiß sie als Vampirin so gut über Werwölfe bescheid? (Verdächtig.)
-- Die Antwort auf die dritte Frage wird hoffentlich mit Kianis Identität im Epilog geklärt? Antwort auf die Fragen 1 und 2: Vielleicht, aber eigentlich bezog ich mich auf die Nationalsozialisten und ihre Rassentheorien bzw. Geburtenregelungsgesetze.

Zitat:
Zitat:Das war selbstverständlich, wenn man bedachte, dass ein zukünftiges Kind sein Leben lang den Wolfsfluch tragen musste.
Es ist also körperlich belastend, den Fluch zu tragen? Wegen der Verwandlung? Kann sie einen umbringen?
-- Ja, kann sie. Ich hoffe, das wird an der drastischen Beschreibung in Point Culminant deutlich. Findest du, ich müsste mehr Informationen geben oder sind das generell nur Fragen, die dich weitergehend interessieren würden.

Zitat:
Zitat:Hm, wenn man es so betrachtet, sind diese Gerüchte wohl nicht die beste Quelle, wenn es um verlässliche Informationen geht.“
„Hm, Herzen soso“, bemerkte sie, während sie sich vorsichtig durch eine besonders enge Öffnung zwängte. „Die Idee ist mir bisher noch nicht gekommen, aber danke für den Tipp. Ich werde es im Hinterkopf behalten.“

Hier ist ein bisschen schwer nachzuvolliehen wer was sagt.
Das zweite ist definitiv von Saraya, aber das erste könnte auch von ihr kommen (weil du darüber den Fokus auf ihr Lächeln und damit auf sie lenkst), du solltest deshalb davor den Blick wieder zurück auf die Kainstochter richten. Icon_wink
-- Ich dachte, der Absatz macht es deutlich. Aber okay, ich füge einen Namen ein.

Zitat:Unschön finde ich, das beide Aussagen mit "Hm" beginnen ... vielleicht so was wie "tja" oder "na ja" benutzen?^^
-- Mach ich dann auch.

Zitat:
Zitat:Das Lachen, das daraufhin durch das Felslabyrinth hallte, war so ansteckend in seiner Echtheit, dass sie nicht anders konnte, als einzustimmen. In der Ferne erhoben die Bluthunde hungrig ihre Kehlen zu einem schaurigen Chor.
Schönes Ende für das Kapitel.
-- Grazie.

Zitat:Das hat sich richtig schön schnell runtergelesen, obwohl es Smalltalk (*g*) war. Denn es war sehr interessanter Smalltalk, der beginnt graue Stellen im Hintergrund auszumalen - schön! Aber schon seltsam, dass diese Todfeinde sich so gut verstehen, auf einmal.
-- Danke für das Lob.
Findest du, es geht zu schnell? Eingentlich sind sie nicht wirklich Todfeinde, Saraya hat nur ziemlich was gegen Vampire. *lach* Und Kiani spielt die Böse.
Aber davon abgesehen, mich interessiert, ob du den Wandel zu abrupt findest, denn ich wollte ihn schon linear gestalten.

Zitat:Ansonsten ist nicht viel passiert - auch wenn man ob der ununterbrochenen Bewegung, trotzdem noch das Gefühl hatte, es würde voran gehen. Das hast du gut hinbekommen.
Hat mir gefallen dieser Teil! Icon_smile
-- Icon_smile
* Adsartha freut sich.

LG
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #8 |

RE: Zweierlei Blut - 7. Kapitel
Hi Addi!

Kapitel 7 schaffe ich heute vielleicht noch

Zitat: Anstatt noch etwas zu Ruhen und damit ihrem Körper
»ruhen« klein

Zitat: „Was machen wir damit?“ Sie wies auf die wartenden Bluthunde, die noch immer hartnäckig und mit tropfenden Mäulern ihren Weg blockierten.
Bekommen die keinen Hunger? Oder fressen die ihre Kameraden? Und was ist mit Durst?

Zitat: Anstatt noch etwas zu Ruhen und damit ihrem Körper mehr Zeit zur Erholung zu geben, drängte Saraya zum Aufbruch.
Nach dem Lesen der ersten Absätze finde ich den ersten Satz fehlplatziert. Du behauptest, Saraya würde zum Aufbruch drängen … DANN isst sie aber erstmal, starrte die Wuffis an und zögert minutenlang, bevor sie endlich der Aufforderung der Vampirin nachkommt, doch jetzt mal aufzubrechen.
Wo »drängt« Saraya da denn? Icon_wink

Zitat: Insgeheim wusste sie, dass es nicht anders ging,
Denn Zweck von »Insgeheim« versteh ich nicht so recht. Sie weiß, dass es nicht anders geht und sie leugnet das auch nicht, bzw. versucht sich rauszureden.

Zitat: Der Gedanke brachte Sarayas Verstand ins Trudeln. Wie anders hätte ihre Begegnung mit der Vampirin verlaufen können, wie viele Wunden erspart, wenn sie ihrer Umgebung von Anfang an mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte.
Äh … ernsthaft?
Wären die Wände unten wirklich genauso beschaffen gewesen? Und weder die Vampirin noch Saraya haben es gemerkt? Und fanden auch nicht, sich das vielleicht mal angucken zu müssen? Bei Saraya hatte ich ja an der entsprechenden Stelle genau sowas geschrieben, wobei ich ehrlich dachte, die Wände werden schon nicht so sein, dass man rüberklettern kann, aber sowas weiß die Hauptperson ja nicht, die sollte alle Möglichkeiten abchecken, bevor sie in den Tod läuft. Und … nein, ernsthaft?
Ist es nicht wahrscheinlicher, dass die Wände hier anders beschaffen sind, natürlicher, als in unten in den modifizierten Anlagen? Ansonsten wirken die beiden hier nämlich recht … beschränkt. Rüberklettern war mein allererster Gedanken … und bevor ich meinen Todfeind z u mir lasse oder mal schnell in für mich tödliches Weihwasser hopse, gucke ich mir doch an, ob ich da nicht anders durchkomme … dass einer von beiden irgendwie geistig umnachtet war und es vergessen hat … naja, mag passieren, aber dass beide keinen einzigen Gedanken daran verschwende haben … *args*

Zitat: „Was genau treibt dich eigentlich nach Prag?“
Prag? Woher weiß die Vampirin, dass Saraya in Prag war? Sie könnte doch aus Timbuktu entführt worden sein, und das Labyrinth ist vielleicht in Moskau Mrgreen Oder weiß die Vampirin mehr?
Wieder kein Pluspunkt für Saraya, dass sie da nicht aufhorcht und misstrauisch wird.

Zitat: und sie durch einen Darm ähnlichen Gang führte.
Bereits nach wenigen Metern war jegliches Licht verloschen. Wie bei einer Achterbahn änderte sich die Richtung ständig,

Darm und Achterbahn sind zwei doch eher gegensätzliche Begriffe, zumindest was die Assoziationsspannweite angehen dürfte. Ich würd mich da für einen Begriff entscheiden – der Gang ist jetzt auch nicht so überwältigend spektakulär, dass er zwei Metaphern verdient Icon_wink

Zitat: auch die Weite des Tunnels schwankte stark, so dass sie manchmal nahezu aufrecht stehen vermochten, um gleich im nächsten Moment wieder auf dem Bauch kriechen zu müssen.
Aufrecht gehen und Kriechen ist aber eher einer Folge der Tunnelhöhe, nicht der Weite … natürlich kannst du beides so stehen lassen, aber dann müsste der Bezug über das »so dass« raus, denn die Weite sorgt nicht dafür, dass sie Kriechen oder Stehen

Zitat: Die Klaustrophobie bemächtigte sich Sarayas.
Das wirkt sehr kühl, einfach so hingeschrieben. Was genau geht da in Saraya vor? glaubt sie zwischen den Wänden zerquetscht zu werden, ist sie plötzlich wie gelähmt, bekommt sie Panikattacken? Klaustrophobie kann viel sein, aber für jemanden, der sie nicht hat, ist das Wort nur ein Fachbegriff, der keine lebendigen Eindrücke hervorbringt.

Zitat: Trotzdem kamen sie nur sehr langsam voran, so dass sie dankbar war, als die Kainstochter das unterbrochene Gespräch aufgriff.
Hier ist wieder die Vampirin die Aktive, Saraya wartet nur passiv ab, obwohl sie das Gespräch auch genausogut selbst aufgreifen könnte. Sie könnte auch irgendwas fragen oder erzählen … aber sie wartet, bis die Aktion von der Vampirin kommt. Nicht gut, für eine Protagonistin

Zitat: Andererseits würde es erklären, warum sie bei den zwei seltenen Treffen mit Mitgliedern des Prager Rudels nur gesunde Werwölfe getroffen hatte.
Wie ist es denn in ihrem eigenen Rudel gewesen? Sie hatte doch eins … oder war sie bei dem Massaker an ihrem Rudel noch ein Baby? Hätte da nicht ein anderes Rudel sie aufgenommen? Irgendwo muss sie ja auch gelernt haben zu überleben, gegen Vampire zu kämpfen …

Merkwürdig, dass hier die Vampirin, der erklärte Feind, mehr über Werwölfe weiß, als Saraya selbst. Denn dass sie sowas einfach so erzählt, kann ich mir nicht vorstellen. Allmählich glaube ich diese »Feinde bis aufs Blut«-Sache nicht mehr. Zwischen den beiden Gruppen muss es doch Austausch geben, wenn da jeder soviel über den anderen weiß.

Zitat: Saraya runzelte die Stirn. War das vielleicht der Grund, warum man sie hatte warten lassen?
Saraya schenkt der Aussage der Vampirin aber sehr schnell glauben – immerhin ist die Vampirin ein Feind … sollte Sarayas Hauptgedanke da nicht sein: Woher soll die das schon wissen?
Nur weil sie sich zweimal mit Muskelprotzen trifft … zu Treffen mit Fremden (zumal wenn sie einen Ruf haben) wird das Rudel ja kaum seine gichtkranken Rentner und windeltragenden Grundschüler schicken Icon_wink Die wollen vermutlich ja auch Eindruck machen.
Also als Beweis für die Worte der Vampirin würde ich diesen Eindruck vom Treffen nicht werten, wenn ich Saraya wäre.

Zitat: Die helle Stimme der Vampirin riss sie aus ihren Gedanken.
irgendwo ist die Stimme der Vampirin mal dunkel, ich weiß grad nur nicht mehr, wo. Hat mich nur irritiert, weil sie hier halt hell ist.

Zitat: Der leicht ironische Unterton in der dunklen Stimme ließ Saraya lächeln.
Oh und hier direkt im Anschluss ist die Stimme auch wieder dunkel.
Wenn du mit hell/dunkel irgendwelche Gefühlslagen ausdrücken willst, würde ich die Gefühle konkret benennen … also belustigt, spöttisch, trällernd oder sowas

Zitat: „Herzen soso“, bemerkte sie, während sie sich vorsichtig
»Herzen, so so«,

Zitat: Das Lachen, das daraufhin durch das Felslabyrinth hallte, war so ansteckend in seiner Echtheit, dass sie nicht anders konnte, als einzustimmen.
Sie kriecht mit zahlreichen Fleisch- und Bisswunden sowie Prellungen durch einen dunklen Gang, ist klaustophobisch, zweifelt an den einzigen Werwölfen, denen sie offenbar in letzter Zeit begegnet ist und wegen denen sie eine (lange?) Reise auf sich genommen hat … und dann lacht sie einfach so, weil da jemand anders lacht …
Ich weiß nicht …
Dass es so ein halb wahnsinniges Lachen ist, so ein »Soll ich Lachen oder Weinen?«-Lachen … okee. Aber ein ehrlich belustigtes, herzhaftes Lachen? Find ich in der Situation total deplatziert.
Und die Klaustrophobie würde ich rausnehmen, wenn sie offenbar keine Rolle spielt und keine Auswirkungen hat, außer dass in einem Satz das Atmen schwer fällt.

Also prinzipiell finde ich es schön, mal mehr über die Hintergründe zu erfahren. Allerdings mag ich es normalerweise lieber, wenn das so Stückchen für Stückchen und von Anfang an passiert. Dass sich dieses Bild einfach mit der Geschichte aufbaut und nicht zwischendurch als ein Happen mal reingeschmissen wird. Vor allem, da es doch auch am Anfang ein guter Angriffspunkt für Saraya gewesen wäre: Sie trifft sich mit fremden Rudelleuten, muss warten, und warten … und wird plötzlich entführt und in das Labyrinth geschmissen. Da liegt es doch nahe, einen Zusammenhang zu vermuten?
Und am Anfang, in ihrer Wohnung, das klingt so, als wäre sie schon ewig da drin (die zigtausend Flaschen, ihre genauen Kenntnisse über die Wohnungen / Bewohner) … hier klingt es aber eher, als wär sie erst ein paar Wochen maximal in Prag. Und Prag würde ich am Anfang schon einfließen lassen … dass ihre Entführer halt tschechisch sprechen – oder gerade nicht. Dass sie den Geruch der Moldau mag oder sowas. Vielleicht auch ihre Ungeduld, weil sie halt die ganze Zeit warten muss und nicht weiß warum …

Ich hab leider regelmäßig das Gefühl, dass sich die Geschichte während des Schreibens entwickelt hat. Ich persönlich gehe dann immer nochmal drüber und gucke, welche Infos ich am Anfang einbringen kann, damit das Ganze runder und vorbereiteter wirkt. Ansonsten ploppen die Informationen / Begebenheiten / Vergangenheiten einfach so aus dem Vakuum plötzlich auf und ich als Leser frage mich, wo die denn auf einmal herkommen. Ich mag da eher klare Linien, die ich von Anfang bis Ende nachvollziehen kann.

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2021 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme