Es ist: 03-04-2020, 04:21
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Aktuell befinden wir uns im Umbau. Sollte also etwas seltsam aussehen, sind wir gerade bei der Arbeit und strukturieren die Foren neu :)

Gewürfelte Zeit
Beitrag #11 |

RE: Gewürfelte Zeit
Hallo Hans Werner,

Zitat:angeregt durch Deine Ermahnung, selbst mehr zu kommentieren, habe ich nun Deinen Text vorgefunden und mich in die Lektüre gestürzt.
Ich wollte nicht vermitteln, dass du unbedingt einen meiner Texte lesen musst, aber ich freue mich natürlich trotzdem sehr, dich hier zu finden!

Zitat:Immerhin ist der Text, allein vom Umfang her, ein Schwergewicht, und auch die Kommentare sind schwergewichtig.
Ich bin der Meinung, dass es keine Kommentare gibt, die schwergewichtiger sind als andere. Icon_wink

Zitat:Zunächst ist mir am Stil aufgefallen, dass er mich irgendwie an die Nachkriegsliteratur von Wolfgang Borchert erinnert, an Geschichten wie die "Drei dunklen Könige" und viele andere.
*lacht* Ich fühle mich geehrt.

Zitat:Es werden kurze Sätze gebildet und in scharfen, ungewohnten Metaphern Gefühlsregungen ausgedrückt.
Genau so, wollte ich schreiben - allerdings muss ich gestehen, dass diese Geschichte ein Experiment war, ich habe zum ersten Mal so geschrieben; und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich versuche nun, mich in diese Richtung weiterzuentwickeln.

Zitat:Daran stoße ich mich beim Lesen. Wenn ich nach der Lektüre mich frage, was jetzt in meinem Bewusstsein von der Geschichte zurückbleibt, muss ich nach Gedanken suchen, die ich nicht finde. Expressive Situationsschilderung allein genügt eben nicht. Eine Geschichte braucht ein Ziel, eine Prämisse, muss eine inhaltliche Absicht verwirklichen. Ohne gedankliches Konzept ist kein Text möglich. Und jetzt bin ich auf der Suche nach dem gedanklichen Konzept.
Das ist das große Problem dieser Geschichte - ich hatte ein Konzept, als ich sie geschrieben habe, aber anscheinend ist es mir nicht gut gelungen, dieses zu vermitteln.
Vielleicht verschleiern auch die vielen Emotionen den Blick darauf?

Zitat:Geht es in Richtung Bewahrung der Natur? Bewegt sich der Text sozusagen auf der Folie eines "grünen Weltbildes"? Soll der Zauberer umgebracht werden, damit eine bessere Welt entstehe? Die "perfekte Verlängerung..." ist wieder so ein typischer Borchert-Satz.

Also insgesamt löst dieser Text in mir viele Fragen aus.
Er sollte viele Fragen auslösen, aber er sollte beim näheren Hinsehen auch die Antworten darauf geben. Stell dir diese Geschichte als ein Rätselbild vor. Im Vordergrund steht ein klassisches Fantasy-Setting. Ein schwertschwingender Held befreit ein Dorf von seinem zaubernden Tyrannen.
Doch schon das Ende bricht aus dem Thema aus - der Held stößt auf wenig Gegenliebe, die Dorfbewohner wollen nicht das Risiko eingehen, er könne der nächste Tyrann werden.
Was aber stutzig machen sollte, ist der Revolver des Zauberers. Was alle anderen für Magie halten ist "nur" Technologie. Dann die Stelle die du zitierst - vorher war vom "Fluch der Götter die Rede" der Magier liefert eine andere Erklärung: verstrahltes Erbgut - eine atomare Katastrophe? Der ewige Winter ein atomarer Winter? (Das Gedicht zu Beginn eine mythologisierte Beschreibung eines Atomkriegs)
Dort wollte ich hin.
Aber funktioniert hat es nicht, oder nicht alles. Ich vermute, weil ich meine Hintergedanken ja kenne und dem Leser daher zu wenig Hinweise liefere, vielleicht ist es aber auch einfach nicht spannend genug, so tief einzutauchen in die Geschichte?

Mir persönlich hat es trotzdem viel gebracht, diese Geschichte zu schreiben - ich wüsste nur gern (zumindest für's nächste Mal, wo man mit Verbesserungen ansetzen könnte).

Zitat:Aber das Lesen war irgendwie spannend. Es gibt viele ungewöhnliche Metaphern und der Stil zeugt von einer gewissen Reife und Meisterschaft.
Freut mich, dass du die Geschichte zumindest äußerlich gerne gelesen hast!
Ich habe hier einen Stil entwickelt, den ich vorher so nicht von mir kannte (ich hatte allerdings auch schon lange nicht mehr geschrieben) und ich bin nun dabei, ihn fortzuentwickeln.

Vielen Dank für deinen Kommentar, deine Gedanken zu meinem Text helfen mir weiter!

Viele Grüße vom Wanderer

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

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Beitrag #12 |

RE: Gewürfelte Zeit
Hey Wanderer,

wie versprochen nun meine Meinung zu "Gewürfelte Zeit". Ich habe vorher keinen der anderen Kommentare gelesen, um es nicht zu verfälschen, dementsprechend kann sich das doppeln.

Fangen wir mit Szene 1 an:
Zitat:Lang gezogenes Geräusch, Stahl auf Stein.

Schreckliche Vorstellung! Da fängt man an zu lesen und sofort hat man 'ne Gänsehaut und ein unangenehmes Geräusch im Ohr... *g*


Zitat:Shîns Welt war in sich zusammengefallen, beschränkte sich auf seinen Körper. Von innen bis zur Haut. Shîns Welt war in sich zusammengefallen, beschränkte sich auf seinen Körper. Von innen bis zur Haut.
Der Satz wirkt sehr gut.

Zitat:Immer wieder zeugte es höhnisch von Leben.
Liest sich irgendwie nicht rund, zumindest bei mir. Das 'von' lässt stolpern, schön ist die Formulierung auch nicht unbedingt, ist aber nur eine Kleinigkeit.
Zitat:Bewegung: langsam, behutsam.

Wieso die Kursivschreibung? - Ich meine immer, dass der Ton auch ohne erkennbar sein sollte, und hier stört mich das. (Eine persönliche Marotte meinerseits...^^)

Insgesamt zum Einstieg: Schön, atmosphärisch, sprachlich mehr oder minder rund, wenn auch sehr reduziert. Passt gut.
Zitat:Trotzdem begann Shîn sie mit ungeschickten Bewegungen zu entzünden.
Dem Satz hätte ein Komma meiner Meinung nach ganz gut getan.
"Trotzdem begann Shîn, sie mit ungeschickten Bewegungen zu entzünden."
Zitat:Du musstest tot sein

Klingt in meinen Ohren sehr seltsam. Warum die Vergangenheit?
"Du müsstest tot sein" ? Icon_wink

Zitat:Erinnerungsfetzen trieben zur Oberfläche, wie die Trümmer eines gerade gesunkenen Schiffs.
Shîn wünschte sich, sie wären geblieben, wo sie gewesen waren.
Schönes Bild =) Ton passt auch.

Zitat:Erschlagen mit einem Spaten. Nun ja, das rostige Blatt solch eines Werkzeugs waren ebenso gut wie alles andere. Auch es führte zum gewünschten Erfolg.
Hier musste ich grinsen

Zitat:Husten - brachte den Geschmack von Blut mit sich.
Hmm, stilistisch ein schöner Griff, wirkte für mich beim Lesen aber nicht wirklich...

Und so nebenbei bemerkt: Zigaretten und Magier so eng verknüpft in einer Szene finde ich auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig (aber nicht schlecht). Der Name 'Shîn' hat einen starken Fantasyanklang, insgesamt fühlt sich die Geschichte in diesem Moment für mich auch noch stark fantasylastig an. (Meister, Magier, Fellkleidung...) Und dann die Zigaretten...^^ Für den Einstieg schön, allerdings erwarte ich, dass sich die Linien da noch irgendwie klären.

Zu Szene 2:

Zitat:Nachdenklicher Blick, gerichtet auf seine fahlweißen Handrücken, die langsam begannen sich dunkler zu färben.
'fahlweiße Handrücken' als Ausdruck gefällt mir sehr, aber der Satz ist wirklich ein Stolperstein. Besonders das Ende ist sehr unschön.
"Ein nachdenklicher Blick richtete sich auf seine fahlweißen Handrücken, die sich langsam dunkler färbten" - vielleicht so? Wäre zumindest runder.
Zitat:Stiefel standen davor, voller Schneeschlamm.
'Schneeschlamm'? Hört sich in meinen Ohren unpassend an - ist aber Geschmackssache Icon_wink

Zitat:Es stank nach Heizöl.
„Verfluchter Zauberer.
Da ist wieder mein Zigarettenproblem *lach* Bisher hat der Leser noch nicht wirklich viel über die Umgebung und die Welt erfahren, in der die Geschichte spielt. Ist bei Kurzgeschichten auch kein Muss, aber so überlässt du deine Leser irgendwelchen Assoziationen zu Magiern, Meistern usw, die du dann wieder verwirrst, ohne aufzuklären.

Zitat:Ungläubig schüttelte der schlanke, hochgewachsene Mann den Kopf
Es gibt bessere Wege, das Aussehen einzuführen Icon_wink Zudem musste ich stark überlegen, ob du nun noch immer vom Verletzten sprichst (der Shîn heißt und Schwertkämpfer ist?)... Naja, vielleicht bin ich auch im Moment zu verwirrt^^
Zitat:Ein weiterer Blick in Richtung Zimmertür, dann begann der Schwertkämpfer sich aus seiner Oberbekleidung zu schälen, mit vor Anstrengung verzogenen Mundwinkeln.
Ich habe das leise Gefühl, dass Kommata nicht zu deinem Freundeskreis gehören, auch wenn ich bei dem Thema selbst nicht sonderlich sattelfest bin. Nach Gehör gehört für mich allerdings noch ein Komma zwischen Schwertkämper und sich.
(Und nein, man darf die nicht weglassen, wenn der Satz sonst zu viele Kommata hat Icon_wink Das hier ist wieder kein schöner Satz, zu verschachtelt, ohne dass er dabei gewinnt)

Zitat:Eine beleibte Frau folgte ihrem Mann durch die Tür, so geschickt wie es ging, balancierte sie einen blechernen Suppenteller in verwachsenen Armstümpfen.
Ich glaub, dass hier ein Komma zu viel ist o.o Zumindest liest sich das zwischen 'ging' und 'balancierte' für mich arg anstrengend. Falls das wirklich so da hingehört, solltest du dir Gedanken über den Satzbau machen...

Zitat:Der Löffel tauchte in den Eintopf, dann schlug er klickend gegen den Tellerrand als er wieder gehoben wurde.
Hier bin ich mir aber recht sicher. Temporale Relativsätze mit 'als' werden immer mit Komma abgetrennt.

Zitat:Ein Tusch. Ein Tusch für die Endgültigkeit.
Schöne Stelle.

Zitat:Gleichzeitig griff er nach seiner Klinge, die die ganze Zeit über neben ihm am Tisch gelehnt hatte.
Muss das wirklich sein? Bei solchen Stellen sollten eigentlich alle Alarmklingeln schellen. So eine unschöne Dopplung kann man ganz einfach ausmerzen - entweder das relative "die" einfach mit "welche" austauschen, oder (,falls man das nicht mag,) den Satz umstellen.
Zitat:Die Kälte rötete sein Gesicht, klärte seinen Blick … und doch, die Welt schien ihm seltsam zentriert. So als würde sich gerade alles nur um ihn drehen, je weiter entfernt desto verzerrter. Ein merkwürdiges Gefühl - Gänsehaut auf der Seele.
Sehr schöne Stelle.
Zitat:Die Schwertmeister hatten Shîn aufgetragen, den Magus zu eliminieren und vorerst seinen Platz einzunehmen, um so das Einflussgebiet der Gilde auszuweiten.
Ok, nehmen wir noch einige andere auftauchende Dinge dazu, haben wir hier eine umfangreiche Sammlung von wahnsinnig klischeebelasteten Begriffen. Auch für zukünftige Texte: Das sollte man sich sehr genau überlegen. Ich wäre sehr vorsichtig mit sowas, wenn man nicht vorhat, das mit sehr viel Fingerspitzengefühl ins rechte Licht zu setzen.
Zitat:Aber nun kam es darauf an was er selbst wollte.
Schon wieder ein fehlendes Komma.
Zitat:Nie wieder, würde er den Befehlen der Schwertmeister folge leisten
Und hier eins zu viel.
Funktioniert nur mit stilistischer Hervorhebung, zB:
"Nie wieder, nimmermehr würde er den Befehlen der Schwertmeister folge leisten"
Muss aber auch nicht sein...
Zitat:Für einen Augenblick hatte Shîn das Gefühl zweimal dazusein.
Läse sich für mich auch schöner mit Komma.
"Für einen Augenblick hatte Shîn das Gefühl, zweimal dazusein."
Zitat:wand sich eine Wendeltreppen hinauf.
Eigentlich ein schöner Ausdruck, sich eine Treppe hinaufzuwinden, mir sind 'wand' und 'Wendeltreppe' allerdings ein wenig zu verwandt, sowohl inhaltlich aus auch bezüglich des Klangs.
Zitat:Sein Artefakt lag in Einzelteilen auf der polierten Holzplatte.
*langes Gesicht mach*
Nun auch noch ein Artefakt...als hätte ich es nicht geahnt. Klischee lass nach Icon_ugly
Entschuldige, das ist jetzt gemein, aber ich hoffe, dass du dir das bewusst gemacht hast.

Zitat:Der Schwertkämpfer nickte seinem Feind freundlich zu.
„Du bist tot!“
*lach*
DAS ist jetzt Comedy^^ Und wer spricht hier? Wahrscheinlich der Magier, aber selbst für seinen Part ist die Formulierung sehr...unglücklich.
Zitat:Verstrahltes Wasser, verseuchte Nahrung …
o.o
Postatomare Endzeitfantasy mit Schwertkämpfern, Magiern und Pistolenartefakten? Mhhh...

Und eine Frage: Warum hat der Schwertkämpfer den Magier nicht sofort kalt gemacht und stattdessen abgewartet, was für ein Ass der Magier noch im Ärmel hat?

Zitat:mongoloid,
Bist du dir sicher, dieses Wort benutzen zu wollen? Ich bin da sonst nicht empfindlich und fände es hier auch vertretbar, aber ob es nötig ist...

Zitat:„Und jetzt möchtest du seinen Platz einnehmen nicht wahr?
Komma vor 'nicht wahr'.

Fazit: Schöne Atmosphäre, schöner Tonfall, aber in der sprachlichen Feinausarbeitung in meinen Augen noch so einige Schwächen, was ich recht schade finde. Gerade Kommata an den richtigen Stellen... Auch den Klang des Geschriebenen mal zu überprüfen, es mal laut zu lesen, könnte dich bei dem Text hier weiter bringen.
Ich hoffe, dass du mir nicht böse bist, dass ich das so sage. Mich hat das einfach verwundert, weil ich ja bei weitem nicht die Erste bin, die hier liest und kommentiert, und weil ich wie schon gesagt da selbst nicht immer zu hundert Prozent Bescheid weiß. (In meinen Kommentaren wird man das auch merken).
Und was bleibt inhaltlich?
Ein Schwertkämpfer hat einen Magier getötet.
Es gibt auch stilistische Höhepunkte, aber inhaltlich bleibt mir von der Geschichte nicht viel. Dazu gehst du auch einfach zu wenig auf die Welt und viele Details ein. "Gewürfelte Zeit" ist für mich weder Fisch noch Fleisch, liest sich nicht einmal annähernd ausgereift.
Bitte, versteh mich nicht falsch, schlecht ist die Geschichte in keinem Fall. Sie liegt noch über dem Niveau der meisten Fantasygeschichten, die ich mir in Foren noch antue - Fantasy hat es bei mir allgemein sehr schwer. Und ich habe auch mitbekommen, dass es eine Wettbewerbsgeschichte ist und du somit nicht vollkommen freie Hand hattest.
Trotzdem bleibt für mich nach dem Lesen leider mehr Leere als alles andere. (Außerdem bin ich empfindlich, was Fehlerchen angeht). Ich vermisse die klare Linie, den Rahmen, die runde Ausgestaltung.

Ich werde sehen, wie sich deine anderen Werke lesen,
nimm's mir nicht übel,

Grüße,
Jade

Geschreibselerinnerungshilfe
--- öffne die tür dem nein // sollen die vögel doch fliegen ---
--- Le Clézio ---


When I was 5 years old, my mother always told me that happiness was the key to life. When I went to school, they asked me what I wanted to be when I grew up. I wrote down ‘happy.’ They told me I didn’t understand the assignment, and I told them they didn’t understand life.
- John Lennon -

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Beitrag #13 |

RE: Gewürfelte Zeit
Hallo Weltenwanderer,

nach langer Zeit komme ich endlich zu deiner Geschichte Icon_smile

Gewürfelte Zeit - Eiswürfel oder Ausdruck des Zufalls? Ich habe den Titel lange als "portionierte Zeit" gelesen, im Sinne von: in Würfel zerschnitten. Und ebenso portioniert baust du deine Geschichte auf.

Da ist erst Shins Erwachen, sprachlich sehr stark, wie er langsam zu sich kommt, nicht weiß, wo er ist oder was passiert ist. Trotzdem ist seine erste Handlung, sich eine Zigarette anzuzünden (eine Marotte, die du später aus welchem Grund nicht mehr aufgreifst?) Der Fremde möchte ihn erst erschlagen und rettet ihn dann doch - zwischen beiden kocht etwas zwischen Angewiesenheit und Abneigung.
Dann Shins Dämmern im Zwielicht, er kommt wieder zu Kräften, sie essen. Die Stelle mit dem Löffel ist sehr stark, auch Shins Nicht-Reaktion.
Ja, und dann: der große Kampf. Oder erst einmal das Grübeln und Sinnieren darüber. Dann Schritte in den Kampf und ein kurzer Showdown, den du aber gut auffängst.
Mir gefällt das Ende - man weiß nicht, ob sie ihn zerstückeln oder akzeptieren. Und trotzdem scheint es, als würde die Geschichte etwas zu plötzlich ausklingen.
Wenigstens hat Shin den eigentlich (mit dem Leben) verloren geglaubten Kampf doch noch gewonnen. Insofern hat die Geschichte des starken, mürrischen Helden, der gegen einen übermächtigen, weil mit Pistolen bewaffneten Gegner kämpft, ihr Happy End schon gefunden.

Nachdem ich die Geschichte jetzt zum dritten Mal gelesen habe und wir ja auch schon ausführlich darüber gesprochen haben, erscheint sie mir ganz klar. Es gab keine Stelle, an der ich gedacht hätte: Was passiert jetzt?
Beim ersten und zweiten Lesen hatte ich aber besonders mit der ersten Szene große Probleme. Das liegt vor allem daran, dass deine "Kameraführung" nicht konsequent ist. Du schreibst zum einen aus Shins Perspektive, beschreibst seinen Schmerz, seine Wunden, das Blut auf seinen Lippen. Aber dann bemühst du dich so sehr darum, Wortwiederholungen zu vermeiden und "Shin" bzw. "er" zu ersetzen, dass ich beim ersten Lesen wirklich dachte, es gäbe hier drei Figuren.
Zitat:Der Mann zwang seinen Atem zurück in ruhigere Bahnen
Wir waren vor dieser Stelle schon so tief in seinen Gedanken, wissen, dass er "Shin" heißt - da ist "der Mann" viel zu anonym.
Zitat:Eine dunkle, kratzige Stimme kam von der rechten Seite. Es klang wie eine nüchterne Feststellung.
„Scheint so.“
Die linke Hand tastete über seine Brust
Da du hier zuvor von der Stimme sprichst, ist nicht klar, wessen linke Hand du meinst.
Zitat:Ein Schatten fiel auf den Sitzenden.
Hier das gleich wie bei "Der Mann" - warum schreibst du nicht "Shin"?
Zitat:Die Gestalt neben ihm wog ihren Spaten prüfend in der Hand.
Es liegt vllt an mir, aber ich dachte, sie würde sich in irgendeiner Form gegenüber stehen.

In den anderen beiden Teilen ist mir das nicht mehr so stark aufgefallen. Da beschränkst du dich auch auf "Shin", "er" und "Der Schwertkämpfer". Hier am Anfang ist es aber wirklich verwirrend.

Eine andere Sache, die mir in der gesamten Geschichte aufgefallen ist, ist, dass du oft nicht klar machst, welche Figur gerade spricht. Klar, Shin ist relativ kurz angebunden, aber das wissen wir ja nicht von Anfang an. Besonders aufgefallen ist mir das, als der Spatentyp sagt
Zitat:„Du lebst ja noch.“
An der Stelle weiß ich als Leser, weder wie Shin da hingekommen ist noch ob sein "Retter" nun Retter oder Kampfgegner war. Ich dachte am Anfang wirklich, die beiden hätten gegeneinander gekämpft und habe mich gewundert, dass der Spatentyp Shin nicht einfach endgültig erledigt. Vor dem Hintergrund eines eventuellen Kampfes könnten sowohl Shin als auch sein "Gegner" sagen "Du lebst ja noch"
Das ist mir auch an anderen Stellen aufgefallen. Zum Beispiel, wenn der Spatenmann sagt "Er hat meinen Sohn getötet"
Du schreibst an diesen Stellen sehr komprimiert - es würde helfen, wenn du bei Gesprächen klarer signalisierst, wer spricht.

Was mich an Shin insgesamt gewundert hat, ist seine Coolness. Er ist quasi gerade von den Toten wiederauferstanden, fast erfroren. Aber als er zum Beispiel am Anfang auf die Aussage "Du lebst ja noch" lediglich antwortet "Scheint so", da war er mir viel zu abgebrüht. Keine Existenzangst? Keine Unsicherheit? Sein ganzer Körper strotzte gerade noch vor Panik - und dann?
Auch das am Ende mit der Sanduhr: Ist das ein Spiel, das er spielt? Für die Handlung spielt es eigentlich keine Rolle.
Mir hat er insgesamt zu wenig Schwäche dafür, dass er dem Tod so knapp entgangen ist.

Der Hintergrund der Geschichte - die atomar verseuchte Umgebung, der "Magier", der mit Schrot seine Untertanen in Schacht hält, der ihnen ein Leben garantiert und sie dafür ausbeuten muss, die zum Teil mutiert oder dem Tode nahe sind - dieser Hintergrund hat dir wahrscheinlich unheimlich viel Spaß gemacht, oder? Icon_wink
Ich finde v.a. die Idee mit der Pistole sehr cool. Und fand ganz interessant, dass Shin die Waffe zwar "Artefakt" nennt, die einzelnen Bestandteile - den Lauf, die Trommel, die Patronen - aber sehr genau benennen kann.
Letztlich ist auch typisch Weltenwanderer, dass der Schwertkämpfer gewinnt. Der weiß wenigstens noch, wie man mit Stil kämpft *lacht*

Mir gefällt diese Geschichte gut. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich sie ohne Gespräche verstanden hätte Icon_wink Und ich finde Shin wie gesagt sehr seltsam, konnte ihn auch am Ende nicht einschätzen. Er hat etwas von gebrochener Kriegsheld, aber will sich selbst in dieser Rolle nicht gefallen. Und das macht ihn für mich schwer greifbar, irgendwie kalt. Zwischendurch hadert er mit sich selbst, ob er vllt lieber aussteigen soll. Aber wohin soll er aussteigen, es scheint ja nur den einen Bus zu geben und um zu Fuß zu gehen, ist er vllt etwas zu verletzt. Ich kann nachwievor nicht sagen, wie sich Shin in der imaginären Szene vier verhalten würde.

Sonstige Anmerkungen zum Text:
Zitat:Ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.
Sehr cool.
Zitat:die Stirn runzelte und sich einfach auf seine Lungen konzentrierte. Dabei machte er die Entdeckung, dass die Luft frostige Eiskristalle mit sich führte, die in seine Schleimhäute stachen.
Statt "einfach" vllt "nur", "lediglich", "ausschließlich"
"einfach" klingt so umgangssprachlich
"Dabei machte er die Entdeckung" klingt ungünstig formuliert, wir waren vorher mitten in ihm drin - vllt verkürzt du es zu "Die Luft führte frostige Eiskristalle, ..."
Zitat:Tot war er wohl nicht, dafür erwachten seine Gliedmaßen einfach zu schmerzhaft.
Sehr gut. Aber dafür dass es so schmerzhaft ist, kann er ziemlich viel gleichzeitig tun. Wenn mir im Winter die Finger wieder auftauen, kann ich an nichts anderes denken ... aber ich bin auch kein cooler Schwertkämpfer.
Zitat:„Wir dachten du wärst tot. Du musstest tot sein, der Zauber des Meisters hat dich niedergestreckt.“
... dachten, du ...
Zitat:Eine schöne Scheide, verziert mit einem Muster aus gesponnenen Fäden.
Unter "schön" kann man sich nichts vorstellen - da du sie dann direkt beschreibst, kannst du die Wertung auch außen vor lassen.
Zitat:Gemurmel drang hindurch, als wäre es weit entfernt und aggressiv.
Das passt nicht zusammen, da erzählst du weiter, statt einen Vergleich zu bringen. Denn es dringt ja wirklich durch, das Gemurmel, aber er nimmt es weit entfernt und und aggressiv war. Also schreib das entweder so - oder vergleich wirklich mit was wie am Anfang das Uhrwerk mit dem Sirup.
Zitat:Als nächstes rückte die Eingangstür ins Blickfeld.
Hier ist die Kameraführung wieder seltsam: Er schaut sich doch um, dann beschreib es nicht so neutral, sondern sag, dass er zur Tür blickt, denn wir schauen ja durch ihn hindurch. Oder schreib "in sein Blickfeld".
Ich finde es an dieser Stelle etwas seltsam, dass der Raum drei Türen hat, habe ihn für einen Hinterraum gehalten. Vllt vverschafft Shin sich erst kurz einen Überblick, also inkl. da sind drei Türen, ehe er so genau aufs Detail schaut. Als Krieger interessiert ihn vllt auch zuerst, wie er hier notfalls ins Freie kommt, falls er sich doch nicht auf seinen Retter verlassen kann?
Zitat:Es stank nach Heizöl.
Cool!
Zitat:Warum war er noch am Leben?
Blutgeschmack im Mund.
Wo blieb denn nun sein unerwarteter Wohltäter?
Vllt ein "Und" vor die zweite Frage?
Zitat:Ein weiterer Blick in Richtung Zimmertür, dann begann der Schwertkämpfer sich aus seiner Oberbekleidung zu schälen, mit vor Anstrengung verzogenen Mundwinkeln.
Warum?
Zitat:Eine beleibte Frau folgte ihrem Mann durch die Tür, so geschickt wie es ging, balancierte sie einen blechernen Suppenteller in verwachsenen Armstümpfen.
Unklarer Bezug. Mach vllt zwei Sätze draus.
Zitat:Der Löffel tauchte in den Eintopf, dann schlug er klickend gegen den Tellerrand als er wieder gehoben wurde.
... Tellerrand, als ...
Zitat:„Er hat meinen Sohn getötet!“ Trotz in der Stimme.
Löffel eintauchen. Zum Mund führen.
Kein Hass?
Wenn wirklich kein Hass mitschwingt, würd ich das Ausrufezeichen weglassen.
Zitat:„Ich brauche Verbandszeug.“
Ächzend stemmte sich der Schwertkämpfer in die Höhe. Wenig war von der Geschmeidigkeit geblieben, auf die er gestern noch so stolz gewesen war.
Hier geht es irgendwie zu schnell. Warum steht er denn auf? Wartet keine Antwort ab? Ich hätte eher erwartet, dass sich sein Gegenüber ächzend hochstemmt Icon_wink
Zitat:Das Dorf lag ihm zu Füßen, Schmutzflecken mit Schornsteinen und Wintergärten. Drumherum blendender Schnee.
Schöne Beschreibung Icon_smile
Zitat:Durch Zufall war er es nicht.
Das weißt du, dass es Zufall war. Aber Shin weiß es nicht: Aus irgendeinem Grund ...
Zitat:Blick in die andere Richtung.
Auch das würde sich ausformuliert und auf Shin bezogen besser einfügen.
Zitat:Aber nun kam es darauf an was er selbst wollte.
... an, was ...
Zitat:Nie wieder, würde er den Befehlen der Schwertmeister folge leisten
Kein Komma
Zitat:früheren Herren, als auch von den Gilde der Magier
kein Komma
Zitat:alles, was er sich bisher erarbeitet, alles was er bisher gelebt hatte wäre unnütz gewesen.
... alles, was er bisher gelebt hatte, wäre ...
Zitat:Für einen Augenblick hatte Shîn das Gefühl zweimal dazusein.
... Gefühl, zweimal ...
Zitat:Ein Lamm zur Schlachtbank?
Gelassenheit.
Icon_smile
Zitat:und wand sich eine Wendeltreppen hinauf.
Wendeltreppe
Zitat:In der Mitte des fensterlosen Raums, ein schwerer Schreibtisch. Dahinter der Magus, vornübergebeugt, die Augen unter schmalen Brauen zusammengekniffen.
Kein Komma nach "Raums"
Der Magus hat keine Bewacher? Nix?
Zitat:In Reichweite seines Rechten Arms, auf einem kleinen Schränkchen, ruhte eine Sanduhr.
"rechten" klein
Zitat:Muskeln spannten sich an -
im Arm des Magus, in den Beinen des Schwertkämpfers, in seinem Schwertarm.
Cool!
Zitat:„Und jetzt möchtest du seinen Platz einnehmen nicht wahr? Hälst uns wohl für blöd?“
... einnehmen, nicht ...
Hältst

Bis bald Icon_smile
Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #14 |

RE: Gewürfelte Zeit
Und nochmals Hallo Wanderer!

»Sonstiges« ist ja eine eher ungewohnte Rubrik für mich – ich weiß gerne, was in etwa beim Lesen auf mich zukommt, was in dieser Rubrik sehr schwierig ist. Beim Überscrollen des Textes haben mir die Überschriften auf jeden Fall schonmal gefallen. Und obwohl ich kein Fan von Comicsprache und Lautsprache bin, macht das »Kritsch« am Anfang doch neugierig.

Ich denke, ich werde die Geschichte erst einmal aufmerksam durchlesen, die anschließend meine Meinung sagen und die Textarbeit an den Schluss verlegen. Sonst laber ich womöglich nur Blödsinn *zwinker*

Fängt auf jeden Fall gut an, Weltuntergang zieht bei mir immer Mrgreen

Ähm … zwei Fragen habe ich direkt am Ende im Kopf, wobei die eine da schon länger ist:
Warum steht die Geschichte nicht in Fantasy? Mrgreen
und Was hat es mit der Sanduhr auf sich?

Vermutlich wird jetzt alles etwas unsortiert, aber ich bin sicher, damit kommst du klar. Ich schreib erstmal auf, das mir so alles durch den Kopf ging:

Sehr interessant: Zigaretten, Pistolen als Waffe eines Zauberers, Verseuchung (atomar?) und trotzdem das beständige Fantasy-Feeling im Hintergrund. Gefällt mir super gut und hat für mich auch toll zusammengepasst.

»Der Schwertkämpfer« … meiner Meinung nach ein hässlicher Ersatz für »Shîn«. Den Namen mag ich sehr sehr gerne, weil er nochmal so etwas Fremdes darstellt, irgendwie, auch wenn man nichts über die Umgebung weiß. Dadurch bekommt er was von einem Samurai für mich. Dass du ihn regelmäßig »Schwertkämpfer« nennst, gefällt mir nicht. Bei dem Spatenmann finde ich den Namen wenigstens noch persönlich, aber »Schwertkämpfer« klingt nach überhaupt nichts, und wäre an den meisten Stellen auch nicht nötig, um eine Namensdoppelung zu vermeiden.
Warum greifst du auf dieses Synonym zurück? Es charakterisiert nicht, klingt normal und gewöhnlich, gibt kein neues/besseres/zusätzliches Bild von Shîn … ich mag es nicht *zwinker*

Der Stil gefällt mir, weil er zu der … Andersartigkeit der Geschichte passt. Er passt zum Setting, zu der Handlung. Er ist besonders und zwingt den Leser zu einem bestimmten Rhythmus. Das mag ich sehr gerne, wenn es eben – wie hier – zur Geschichte passt. Es sind einige sehr schöne Formulierungen/Beschreibungen drin, die ich in den Textstellen noch raussuchen werde *zwinker*

Grad hab ich ein bisschen Kommentare überflogen und bin über »atomarer Krieg« gestolpert. Hach, immerhin hab ich die Verseuchung mit atomar in Verbindung gebracht, das muss für meine Lesegewohnheiten reichen *lach*
Nein, also dass es eine Katastrophe in dieser Welt gab, das wurde mir klar, ich hab nur (als Fantasy-Nerd, der ich nunmal bin) daran festgehalten, dass es keine reale Welt ist und die Geschichte einfach in der falschen Rubrik steht Mrgreen (ohne diese Verbohrtheit wäre für mich der Schluss: atomare Katastrophe, Endzeit → unsere Welt in der Zukunft, vermutlich schon recht bald gekommen)
Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich Angst hab, Tontaubenschießen zu lesen und zu kommentieren. Du als Leser hast immer so viele tolle, passende Assoziationen und Schlussfolgerungen (kommt mir zumindest immer so vor *lach*) und ich steh oft so dermaßen auf dem Schlauch oder denke in die falsche Richtung – und bei Tontaubenschießen scheint es mir doch sehr wichtig, zu kombinieren, mitzudenken und so. Aber das mache ich demnächst auch noch! (nur als Randbemerkung).

Und ich merke grade, dass ich die erste/einzige bin, die das mit der Sanduhr nicht versteht? … aber ich steh dazu – Sinn und Zweck der Sanduhr wollen mir nicht einleuchten, auch wenn ich zuerst dachte, es wäre die Lebensuhr des Magiers und Shîn hofft, ihn durch das Umdrehen zu besiegen. Aber warum er sie überhaupt nimmt … das wird mir nicht so recht ersichtlich.

Joa, kommen wir mal zu dem, was ich am liebsten tue: Erbsenzählerei an fremden Texten Mrgreen

Zitat: Lang gezogenes Geräusch, Stahl auf Stein. Immer wieder kratzte es an der äußeren Kante seines Bewusstseins, mit eindringlicher Penetranz. Stahl über Stein in einem stetigen Rhythmus, stetig wie ein Uhrwerk.
Wenn wiederholen, dann richtig! *lach* ich würde hier zu »Stahl über Stein« beidemale raten, vor allem, wenn es sich um Schneeschippen handelt (was ich nur aus den Kommentaren weiß, ich dachte, der Spatenmann sucht da im Schnee nach was und buddelt halt Löcher im Schnee und der Stein wäre mehr so metaphorisch für die harte Eisschicht gemeint Icon_ugly ); bei »Stahl auf Stein« klingt es mehr danach, als würde irgendjemand irgendetwas aus Stahl auf Stein schlagen, nicht drüberziehen/schieben

Zitat: da wo seine Hände waren. Oder sein sollten. Oder gewesen waren.
Pro (übrigens musste ich beim Lesen ständig wenn Zeit-Formulierungen kamen, an die blöden Quanten denken! Mrgreen )

Zitat: Unerklärlicher Druck auf seiner Stirn begann einen seichten, ziehenden Schmerz auszulösen.
Wie auch vorhin bei Dako: Ich würde das »beginnen« streichen und direkt schreiben: »Unerklärlicher Druck auf seiner Stirn löste seichten, ziehenden Schmerz aus.«

Zitat: Licht biss zu, in schillerndem Perlmutt. Weißes Licht, sonst nichts.
hier kommen einige Geschmackssachen, sag ich besser mal zwischendurch – an dieser Stelle würde ich das »Weißes« streichen, das Licht auf das reduzieren, was es ist, nämlich Licht. Dass es Perlmuttfarben ist, steht ja vorher.
»Licht biss zu, in schillerndem Perlmutt. Licht, sonst nichts.«
Dadurch wirkt das »sonst nichts« auch stärker, weil es sich tatsächlich nur auf das Licht bezieht und nicht noch auf eine Farbe.
Perlmutt als Beschreibung von Licht finde ich übrigens toll

Zitat: Von innen bis zur Haut.
Pro

Zitat: Immer noch das Kratzen. Immer wieder zeugte es höhnisch von Leben.
Ich weiß nicht, wie vielen es so gegangen ist, das Geräusch nicht als Schneeschippen zuordnen zu können – wenn ich die einzige bin, kannst du diesen Vorschlag außer Acht lassen:
Hier könnte man statt »Kratzen« auch »(metallisches) Schaben« schreiben, was für mich eher auf Schneeschippen hindeuten würde.

Zitat: Der Mann zwang seinen Atem
klingt total unpersönlich und schafft Distanz. Dass Shîn ein Mann ist, wissen wir durch das Personalpronomen. ich würd hier den Namen verwenden

Zitat: zwang seinen Atem zurück in ruhigere Bahnen, indem er seine Augenbrauen zusammenschob, die Stirn runzelte und sich einfach auf seine Lungen konzentrierte.
Pingelig: Genau genommen zwingt er seinen Atem weder durch das Augenbrauen schieben noch durch das Stirnrunzeln zur Ruhe, sondern nur durch das Konzentrieren auf die Lungen. Vorschlag:
»Shîn / Der Mann schob (zog?) die Augenbrauen zusammen, runzelte die Stirn und zwang seinen Atem zurück in ruhigere Bahnen, indem er sich einfach auf seine Lungen konzentriert.«
Klänge für mich logischer und »richtiger«

Zitat: Die weiße Masse geriet ins Rutschen, setzte Shîns zaghaften Bemühungen aber hartnäckig Widerstand entgegen.
An dieser Stelle bin ich fest davon ausgegangen, dass Shîn unter einer recht dicken Schneeschicht begraben ist. Nun kann er ja aber nicht soo lang da gelegen haben, ohne zu sterben … selbst wenn der Schnee 10 cm auf ihm liegt, erweckt diese beschreibung einen falschen Eindruck. Natürlich ist es auch Shîns Wahrnehmung geschuldet. Schwierig *überleg*
Vielleicht die Perspektive verändern? : »Die weiße Masse geriet ins Rutschen, doch selbst der schwache Widerstand stemmte sich hartnäckig Shîns zaghaften Bemühungen entgegen« … ich weiß, meine Vorschläge sind blöd, aber so in der Richtung halt. Musst du natürlich abwägen, wie viele Leser noch solche Probleme haben, ich bin da oft allein mit falschen Vorstellungen und Assoziationen *lach*

Zitat: Das bedeutete: aufsetzen.
Nichts geschah.
Der Mann seufzte innerlich.
Noch einmal: aufsetzen.

wieder: Lieber »Shîn« statt »Der Mann« (ich merke das nicht überall an, will dir ja nicht auf die Nerven gehen)
Außerdem könnte man hier überlegen, ob hinter das zweite »aufsetzen« vielleicht ein Ausrufezeichen passen würde. Mit mehr Nachdruck, energischer versucht Shîn es zum zweiten Mal.

Zitat: Es fühlte sich an, wie der erste Atemzug überhaupt.
Kein Komma in dem Satz

Zitat: Darunter seine Beine, kaum zu sehen unter einer Decke feiner, leuchtender, kalter Kristalle.
erst hier wurd ich dann stutzig, bezüglich meiner »unter Schnee begraben« Theorie

Zitat: Trotzdem begann Shîn sie mit ungeschickten Bewegungen zu entzünden.
Als ich hier las, missfiel mir das »begann« natürlich sofort *lach* Später greifst du es nochmal auf und lässt Shîn die Aktion zu ende führen. Hier an der Stelle fände ich daher ein »versuchte« passender, einfach weil »beginnen« impliziert, dass es auch fortgeführt wird. »versuchen« dagegen beinhaltet schon hintergründig, dass es misslingen könnte.

Zitat: „Wir dachten du wärst tot.
Komma zwischen »dachten, du«

Zitat: sondern rammte einen weiteren Speer in seinen Brustkorb, der nur langsam verklang.
Pingelig: Dem Bezug nach »verklingt« der »Speer«; wenn der Satz so bleiben soll, müsste irgendwo noch »Schmerz« erwähnt werden, der verklingen kann *zwinker*
»rammte einen weiteren Speer aus Schmerz« … oder sowas

Zitat: Die Gestalt neben ihm wog ihren Spaten prüfend in der Hand.
Erschlagen mit einem Spaten.

Hier könnte man dem dümmsten Leser klarmachen, was der Spatenmann da getan hat und »Erschlagen mit einer Schneeschaufel« schreiben *lach* (falls es dir wichtig ist). Mein Problem ist wohl hauptsächlich, dass ich mir einen Spaten immer mit einer spitzen Spitze vorstelle, was zum Schneeschippen denkbar ungeeignet ist. … Spaten vs Schneeschaufel … ich weiß, es gibt auch Spaten mit flacher Spitze, aber das kam mir beim Lesen gar nicht in den Sinn *lach*

Zitat: Die Zeit schien vorbei zu strömen, ohne ihn wirklich zu berühren.
»vorbeizuströmen«

Zitat: Es war, als würde er neben einem großen Fluss stehen und Steine hineinwerfen, nur um zu schauen, ob sie Kreise zogen. Vielleicht war er ja doch tot.
Pro Gefällt mir, das Bild und der Gedanke dazu

Zitat: um seinem Beinen die nötige Ruhe zu gönnen.
»seinen«

Zitat: Nun folgte der Schwertkämpfer dem Spatenmann über einen erst teilweise
das ist eine der wenigen Stellen, an denen der Schwertkämpfer nicht unpassend wirkt. Allerdings klingt es hier für mich durch die Bezeichnungen zu sehr nach dem Dunklen Turm (von dem ich nur den ersten Satz kenne *lach*) »Der Mann in Schwarz floh in die Wüste und der Revolvermann folgte ihm« oder wie geht der? Ich weiß nicht, ich musste direkt daran denken, obwohl ich halt den Dunklen Turm gar nicht lese.

Zitat: Sie brannte auf den nun entblößten Händen des Schwertkämpfers, die immer noch viel zu kalt waren.
»Sie brannte auf Shîns nun entblößten Händen …« (ich schreib hier nicht jedes Mal dazu, dass es natürlich deine Entscheidung ist und bla und blub, weißt du ja)

Zitat: Wie ein lang andauernder Schlag in sein Gesicht
Pro
Noch schöner fände ich, wenn die Statik auch im Adjektiv liegen würde, also kein »lang andauernder« Schlag, wo ja doch irgendwie Bewegung in Richtung »irgendwann hört es auf« ist, sondern was konstanteres, ein »endlos andauernder« oder »ewig andauernder« Schlag, das würd mir noch einen Tick besser gefallen. Absoluter Stillstand in diesem Moment.

Zitat: Der Schwertkämpfer spuckte die halbgerauchte Zigarette zu Boden,
Shîn spuckte … Icon_smile

Zitat: der die Splitter in seinem Atemwegen etwas schärfer machte.
»seinen«
das »etwas« würde ich streichen. Der Schmerz wird schlimmer. Da ist die Abschwächung durch »etwas« eher kontraproduktiv.

Zitat: Ungläubig schüttelte der schlanke, hochgewachsene Mann den Kopf.
Uh, ganz schlimme »ich muss meinen Prot beschreiben«-Formulierung. Raus damit. Bitte Mrgreen Ist doch egal, ob Shîn klein oder groß ist, und dass er als Schwertkämpfer nicht fett ist, kann man sich denken. Find ich persönlich ganz ganz schrecklich, sowas da

Zitat: dann begann der Schwertkämpfer sich aus seiner Oberbekleidung zu schälen,
… dann schälte Shîn sich aus seiner Oberbekleidung …
er beginnt ja nicht nur damit, er vollendet es ja auch. Außerdem fällt dir für »Oberbekleidung« vielleicht noch was konkreteres ein? »aus Jacke, Weste und Wollhemd zu schälen« oder sowas? Ist nur eine Kleinigkeit, aber es wirkt viel persönlicher und lebendiger, wenn nicht so ein Fachbegriff aus nem Kleiderkatalog da steht *zwinker*

Zitat: Eine kreisrunde Wunde zeichnete sich ab, nicht größer als ein Daumennagel, wie gestanzt.
Da war der erste Moment, wo ich gedacht hab: »Hä? Merkwürdige Auswirkungen für einen tödlichen Zauber.« … die Assoziation zur Pistole hatte ich aber noch nicht *lach* Dabei ist sie, so im Nachhinein betrachtet, echt naheliegend

Zitat: zwischen den vereinzelten Haarbüscheln auf dem viel zu glatten Schädel,
erste Hinweise auf die atomare Verseuchung, die erst beim zweiten Lesen richtig zur Geltung kommen. Schön

Zitat: „Wer bist du, Fremder?“
Ein lebender Toter.
„Shîn. Schwertträger aus Municum. 3. Grad.“

Schön! - Aber die 3 als Zahl, liest sich merkwürdig. Vielmehr die Punkte davor und dahinter. »Dritter Grad« … hm … also im Fließtext würde ich das »3. Grad« eigentlich nicht störend finden, aber durch den Punkt vor der 3 und den Punkt hinter Grad sind da so viele Punkte in so kurzer Zeit.

Zitat: Scheppernd landete der Teller vor Shîn und ein Großteil des Inhalts ergoss sich über den Tisch. Ein Holzlöffel fiel in die Pfütze.
Gleichzeitig krachte die Tür hinter der Frau wieder zu.

Die Frau stellt also den Teller auf den Tisch und macht gleichzeitig HINTER sich die Tür wieder zu ? *lach* Oder ist sie bei dem Gespräch noch im Raum und der Tisch steht so nah an der Tür, dass sie von dort aus die Tür mit dem Fuß zuschlagen kann?

Zitat: Der Schwertkämpfer griff zögernd nach dem Besteck und begann den Eintopf zu verzehren. Ganz kleine Schlücke,
(falls du »Der Schwertkämpfer« durch Shîn ersetzen solltest, könnte es zu Namensdoppelungen kommen, die man dann durch leichtes Umformulieren austilgen könnte *zwinker*
ach, Duden sagt mir grad, dass »Schlücke« wohl ein »echter« Plural ist, allerdings steht dabei »selten«; ich kenn nur »Schlucke«

Zitat: „Nacht und Eis haben dich wieder ausgespuckt, Fremder.
Pro

Zitat: Du musst sehr unverdaulich sein
Hm … nenn mich Lady Pingel, aber entweder man ist verdaulich, oder man ist eben unverdaulich. da passt das »sehr« nicht hin. Ich würd es entweder streichen oder, wenn du unbedingt ein Adjektiv drin haben willst, umformulieren zu »du musst schwer verdaulich sein« oder sowas

Zitat: dann schlug er klickend gegen den Tellerrand als er wieder gehoben wurde.
Komma zwischen »Tellerrand, als«

Zitat: Als ob das nötig gewesen wäre … war es nötig?
Pro

Zitat: „Er hat meinen Sohn getötet!“ Trotz in der Stimme.
Löffel eintauchen. Zum Mund führen.
Kein Hass?

Die Szene find ich beim zweiten Mal lesen sehr, sehr stark. So rückblickend, dass schwache / kranke Kinder sowieso getötet werden, wegen der Verstrahlung … und Spatenmann weiß das vermutlich, weiß, dass sein Sohn sterben muss, aber trotzdem schiebt er es dem Magier in die Schuhe. Wirkt auf mich so, dass er nicht wütend ist, WEIL sein Sohn gestorben ist, sondern darauf, dass gerade der Magier ihn umgebracht hat.

Zitat: „Herrscher will er sein. In eine bessere Zukunft will er uns führen.“
Ah, jetzt schon.

Das klingt so, als würde Spatenmann tatsächlich nicht den Magier hassen, sondern die Situation. Schön. (auch wenn meine Interpretation falsch ist)

Zitat: Seine kühlen, schmutzig-blauen Augen lugten unter dunklen Haarsträhnen hervor,
Die Erwähnung der Augenfarbe an der Stelle finde ich auch wenig prickelnd, aber »schmutzig-blau« ist zumindest eine kreative Beschreibung !

Zitat: Behutsam trat der Schwertkämpfer die ersten Spuren in den Schnee der letzten Nacht.
Versipuls! Falls noch mehr drin sind, hab ich die nicht entdeckt *lach*

Zitat: Umfassende Stille trieb von der Ausläufern der Berge heran,
»den«

Zitat: doch jetzt behinderten die Bandagen ihn beim Atmen.
Icon_lachtot (sorry, aber das Wort wird jetzt lange Zeit für mich mit Kastannen in Zusammenhang stehen Icon_ugly )

Zitat: Reichweitennachteil
Pro

Zitat: Gänsehaut auf der Seele.
Icon_cuinlove Meine absolute Lieblingsstelle

Zitat: Aber nun kam es darauf an was er selbst wollte.
Komma zwischen »an, was«

Zitat: Zum ersten Mal?
Shîn war allein mit seinen Atemzügen.

Pro

Zitat: Nie wieder, würde er den Befehlen der Schwertmeister folge leisten
kein Komma zwischen »wieder würde«
»Folge« (groß)

Zitat: als auch von den Gilde der Magier, die in ihm einen Spion sehen würden.
Das versteh ich nicht so recht … warum würden die Magier in ihm einen Spion sehen? Überhaupt, es wüsste doch niemand, dass er geflohen ist. Der Magier hält ihn ja für tot …

Zitat: alles was er bisher gelebt hatte wäre unnütz gewesen.
Komma zwischen »alles, was« und »hatte, wäre«

Zitat: Dann war der Moment vorbei, wieder nur der Schwertkämpfer und die Berge.
Hier passt »Schwertkämpfer« auch, weil es nicht den Charakter »Shîn« meint, sondern das, was er ist, was er sein muss/soll

Zitat: Seine Bewegungen fast so geschmeidig wie noch zu Lebzeiten.
Pro

Zitat: Geübt hielt der Schwertkämpfer inne,
Äh … er hat also viel Übung darin, innezuhalten? Mrgreen Ich weiß nicht, »innehalten« ist ja nichts, wo man viel verkehrt machen kann, deshalb klingt das hier komisch

Zitat: Shîn konnte die ausgebaute Trommel sehen, einige der Patronen lagen drumherum verteilt.
Hier wusste ich dann immerhin, dass es sich um eine Pistole handelt Mrgreen

Zitat: In Reichweite seines Rechten Arms, auf einem kleinen Schränkchen,
»rechten« klein; wobei ich die Formulierung »in Reichweite seines Arms« merkwürdig finde. Warum nicht einfach »In seiner Nähe« ?
es würde reichen, entweder einen »kleinen Schrank« oder ein »Schränkchen« zu beschreiben, ansonsten ist es doppelt verkleinert (was bei »kleinen Kätzchen« süß wirken mag, bei Schränken hab ich dann eher eine Liliput-Version vor Augen *lach*

Zitat: ruhte eine Sanduhr.
Verlockend.

Wie oben schon erwähnt, der Gedankengang brachte mich in die Richtung, dass Shîn mit Hilfe der Uhr siegen wird oder so. Dass die Uhr irgendeine Macht hat. Aber warum genau ist es für Shîn so verlockend? Ist er Kleptomane? *lach* Was erhofft er sich von der Uhr?

Zitat: Alkun fuhr übergangslos in die Höhe, das Artefakt fest in der rechten Faust.
Warum richtet er die Waffe dann auf Shîn, wenn sie nicht geladen ist? Als Drohung, in der Hoffnung, dass es einschüchternd wirkt?

Zitat: „Du bist tot!“
Es klang bestimmt.
„Möglich.“
Die Sanduhr im Augenwinkel.

Auch hier – für mich eindeutig ein Hinweis, dass Shîn durch das Umdrehen der Sanduhr auch die Lebenszeit des Magiers rückwärts laufen lässt oder sowas, also dass er irgendwas mit dem Magier anstellt.

Zitat: Na ja, jetzt wirst du auch nicht mehr dazu kommen, Narr!“
Ach, immer diese Bösewichte, die den Helden durch solche dummen Sprüche vorwarnen müssen Mrgreen

Zitat: das Blut von seinem Schwert an der mit Flammenmuster verzierten Robe des Magiers ab
das »Flammenmuster« würde ich hier rauslassen, sagt überhaupt nichts aus und hält den Satz nur unnötig auf. Der Mann ist eh tot, da könnte seine Robe auch mit Schafen verziert sein, es wär mir egal Icon_ugly

Zitat: Eine Gruppe Männer hatte sich eingefunden.
Alle gekleidet in schwere Mäntel und dunkle Hüte, alle bewaffnet mit diversen Werkzeugen.

Auch hier frage ich mich – im Nachhinein – warum die Männer schon da sind? Rechnen sie ernsthaft damit, dass Shîn den Magier töten kann? Haben sie keine Angst, dass Shîn es nicht schafft und der Magier plötzlich einen wütenden Mob vor seinem Turm vorfindet? Keine Angst mehr vor dem Zorn ihres Meisters? Immerhin ist das offene Rebellion *zwinker*

Zitat: Hälst uns wohl für blöd?“
»Hältst«

Zitat: aber unvermeidbar war das ganze wohl trotzdem.
»Ganze«

Zitat: Hälst uns wohl für blöd?“ […]
aber unvermeidbar war das ganze wohl trotzdem. […]
Seine gefrorene Zeit war wohl nun aufgetaut.

Da lässt sich bestimmt was machen *lach*

Ja, wie gesagt, der Schluss mit der Uhr lässt mich ratlos zurück, weil ich ihre Bedeutung in der Geschichte nicht verstehe. Oder ist sie »einfach nur ein nettes Bild«? Das erklärt aber nicht Shîns Faszination, dass er sogar eine Entdeckung riskiert, nur um sie umzudrehen.

Trotzdem hab ich die Geschichte sehr gerne gelesen – sie ist interessant, originell und der Stil passt für mich super dazu.
Ich wiederhole mich: Schreib mal wieder was! Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

PS: *grml* 38 Grafiken, die auf 25 runtergekürzt werden müssen. Denk dir also ein paar mehr Smilies, als jetzt drin sind *lach*

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #15 |

RE: Gewürfelte Zeit
Hallo Jade, Libbi und Lanna,

Da bekommt man schonmal so tolle Kommentare - und dann lässt man mit seiner Antwort so lange auf sich warten ... es tut mir ehrlich leid und ich hoffe ihr verzeiht mir noch einmal!

Werde mich also jetzt endlich ransetzen und die Antworten in drei Beiträgen einstellen.

@Jade

Hab dir ja schon geschrieben, dass ich meh sehr über deinen Kommentar freue! Icon_smile Entschuldige, dass du so lange warten musstest - wie du ja selbst schon geschrieben hast: ich möchte mir für die Beantwortung von Kommentaren ausreichend Zeit nehmen, nicht zu letzt, weil du dir ja auch ordentlich Mühe gibst. Aber dass es gleich so ausartet ... o.O

Nu ja - auf geht's!

Zitat:Schreckliche Vorstellung! Da fängt man an zu lesen und sofort hat man 'ne Gänsehaut und ein unangenehmes Geräusch im Ohr... *g*
Hab mich davor ja auch an Lautmalerrei versucht - das Geräusch kommt also an?

Zitat:Der Satz wirkt sehr gut.
Dankeschön!

Zitat: Zitat:Immer wieder zeugte es höhnisch von Leben.

Liest sich irgendwie nicht rund, zumindest bei mir. Das 'von' lässt stolpern, schön ist die Formulierung auch nicht unbedingt, ist aber nur eine Kleinigkeit.
Warte ich lese mir den Satz gerade mal im Zusammenhang vor [...] find ihn eigentlich in Ordnung. Vor allem die Aussage ist mir wichtig (Shîn ist zunächst gefangen in sich selbst - aber draußen gibt es Leben). *lacht* Hast du vielleicht einen Vorschlag, wie ich das schöner ausdrücken könnte?

Zitat:Wieso die Kursivschreibung? - Ich meine immer, dass der Ton auch ohne erkennbar sein sollte, und hier stört mich das. (Eine persönliche Marotte meinerseits...^^)
Und ich bin eigentlich der Meinung, dass man Kursivschreibung nur für die Betonung verwenden sollte. Mrgreen
Das ist eine interessante Diskussion - wofür verwendest du Kursivschreibung denn?

Zitat:Insgesamt zum Einstieg: Schön, atmosphärisch, sprachlich mehr oder minder rund, wenn auch sehr reduziert. Passt gut.
Yay! Schön, dass dir der Einstieg gefallen hat.

Zitat:Dem Satz hätte ein Komma meiner Meinung nach ganz gut getan.
"Trotzdem begann Shîn, sie mit ungeschickten Bewegungen zu entzünden."
Da könntest du Recht haben ... wie du beim Lesen ja festgestellt hast, Kommasetzung ist nicht wirklich meine Stärke. Icon_nosmile

Zitat:Klingt in meinen Ohren sehr seltsam. Warum die Vergangenheit?
"Du müsstest tot sein" ? Icon_wink
Dem Spatenmann geht es mehr um die Tatsache, im Sinne von "du mustest einfach tot sein" - hat er mir zumindest so geflüstert. *lacht*

Zitat: Erinnerungsfetzen trieben zur Oberfläche, wie die Trümmer eines gerade gesunkenen Schiffs.
Shîn wünschte sich, sie wären geblieben, wo sie gewesen waren.

Schönes Bild =) Ton passt auch.
Icon_smile

Zitat: Erschlagen mit einem Spaten. Nun ja, das rostige Blatt solch eines Werkzeugs waren ebenso gut wie alles andere. Auch es führte zum gewünschten Erfolg.

Hier musste ich grinsen
Icon_smile Icon_smile


Zitat: Zitat:Husten - brachte den Geschmack von Blut mit sich.

Hmm, stilistisch ein schöner Griff, wirkte für mich beim Lesen aber nicht wirklich...
Hättest du hier lieber einen anderen stillistischen Griff/gar keinen Griff gesehen? Vielleicht wird es Zeit, mir Gedanken zu machen, wo so was im Text eigentlich hingehört.

Zitat:Und so nebenbei bemerkt: Zigaretten und Magier so eng verknüpft in einer Szene finde ich auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig (aber nicht schlecht). Der Name 'Shîn' hat einen starken Fantasyanklang, insgesamt fühlt sich die Geschichte in diesem Moment für mich auch noch stark fantasylastig an. (Meister, Magier, Fellkleidung...) Und dann die Zigaretten...^^ Für den Einstieg schön, allerdings erwarte ich, dass sich die Linien da noch irgendwie klären.
Eine gewollte Diskrepanz - hat sie sich aufgelöst? Ich versuche am Ende noch mal zu erklären, was ich eigentlich gewollt habe. Schön auf jeden Fall, dass es dich stuzig gemacht hat.

Zitat:fahlweiße Handrücken' als Ausdruck gefällt mir sehr, aber der Satz ist wirklich ein Stolperstein. Besonders das Ende ist sehr unschön.
"Ein nachdenklicher Blick richtete sich auf seine fahlweißen Handrücken, die sich langsam dunkler färbten" - vielleicht so? Wäre zumindest runder.
Zu rund für diese Geschichte. *lacht* Ich finde dein Satz ist zu erzählend, während meiner - ja was eigentlich? - so zersplittert ist, wie ich mir Wahrnehmung vorstelle? Ich habe festgestellt, dass ich manchmal Sätze so aufbaue, mal mehr mal weniger. Klingen für mich einfach richtiger, aber hab schon gemerkt, dass sie gemischte Reaktionen hervorrufen. Icon_wink

Zitat:'Schneeschlamm'? Hört sich in meinen Ohren unpassend an - ist aber Geschmackssache Icon_wink
Ist das bei euch kein feststehendes Wort? *lacht*

Zitat:Da ist wieder mein Zigarettenproblem *lach* Bisher hat der Leser noch nicht wirklich viel über die Umgebung und die Welt erfahren, in der die Geschichte spielt. Ist bei Kurzgeschichten auch kein Muss, aber so überlässt du deine Leser irgendwelchen Assoziationen zu Magiern, Meistern usw, die du dann wieder verwirrst, ohne aufzuklären.
Das war (und ist) der Zweck dieser Geschichte. Es ging mir nicht vordergründig darum, was gerade jetzt passiert, sondern darum, dass der Leser herausfindet, was es mit der Welt aufsich hat. Ich fürchte nur, ich habe viel zu wenig Anreize gesetzt, damit der Leser sich wirklich damit beschäftigt. (Und vielleicht auch zu wenig konkrete Hinweise?)
Sagen wir es klar: dieser Geschichte mangelt es Handlung.

Zitat:Es gibt bessere Wege, das Aussehen einzuführen Icon_wink Zudem musste ich stark überlegen, ob du nun noch immer vom Verletzten sprichst (der Shîn heißt und Schwertkämpfer ist?)... Naja, vielleicht bin ich auch im Moment zu verwirrt^^
Zum Beispiel? Icon_smile Ich habe oft gewisse Probleme damit, das Aussehen meiner Prots vernünftig einzufügen - ich sehe alles so klar vor mir und vergesse dann gerne mal, dass der Leser das nicht tut. Wo wären Informationen über das Aussehen denn besser angebracht?
(Jup, er ist verletzt, Shîn und Schwertkämpfer in einem! *g*)

Zitat:Ich habe das leise Gefühl, dass Kommata nicht zu deinem Freundeskreis gehören, auch wenn ich bei dem Thema selbst nicht sonderlich sattelfest bin. Nach Gehör gehört für mich allerdings noch ein Komma zwischen Schwertkämper und sich.
(Und nein, man darf die nicht weglassen, wenn der Satz sonst zu viele Kommata hat Icon_wink Das hier ist wieder kein schöner Satz, zu verschachtelt, ohne dass er dabei gewinnt)
Vielleicht sollte ich mir diese Typen mal vorstellen lassen ... laufen einem anscheinend dauernd über den Weg. >.< Und was soll das heißen: man darf Kommas nicht weglassen, wenn der Satz sonst zu viele hat? Gabs da nicht so'ne Komma-pro-Satz-Maximalquote? Als erste Hilfe hab ich jetzt mal einen Punkt vor "Mit vor Anstrengung" gemacht.

Zitat:Ich glaub, dass hier ein Komma zu viel ist o.o Zumindest liest sich das zwischen 'ging' und 'balancierte' für mich arg anstrengend. Falls das wirklich so da hingehört, solltest du dir Gedanken über den Satzbau machen...
Vielleicht ist ja das Komma von oben hier rein gewandert - ich tu mich sehr schwer damit. Na ja, wie lernen, wenn nicht durch stetiges Verbessern? Icon_smile

Zitat:Hier bin ich mir aber recht sicher. Temporale Relativsätze mit 'als' werden immer mit Komma abgetrennt.
Verd... *lacht*

Zitat: Ein Tusch. Ein Tusch für die Endgültigkeit.

Schöne Stelle.
Yeah!

Zitat:Muss das wirklich sein? Bei solchen Stellen sollten eigentlich alle Alarmklingeln schellen. So eine unschöne Dopplung kann man ganz einfach ausmerzen - entweder das relative "die" einfach mit "welche" austauschen, oder (,falls man das nicht mag,) den Satz umstellen.
Vielleicht bin ich ja auch der Verfechter der "die"-Dopplung? :mgreen: Spaß beiseite: ich fand diese Dopplungen eiegntlich nie besonders schlimm, aber ich gebe zu, dass es auch anders geht. Hm ... was sucht die "ganze Zeit" da überhaupt? Unnötig: weg. Dann brauchts auch kein Doppel"die".

Zitat:Ok, nehmen wir noch einige andere auftauchende Dinge dazu, haben wir hier eine umfangreiche Sammlung von wahnsinnig klischeebelasteten Begriffen. Auch für zukünftige Texte: Das sollte man sich sehr genau überlegen. Ich wäre sehr vorsichtig mit sowas, wenn man nicht vorhat, das mit sehr viel Fingerspitzengefühl ins rechte Licht zu setzen.
Die sind ganz bewusst gewählt - denn gerade der Magus ist überhaupt kein Magus im klassischen Sinne. Auch die Gilde der Schwertkämpfer ist, wie das Ende zeigen sollte keineswegs vergleichbar mit irgendwelchen Heldengestalten aus Fantasyromanen. Icon_wink

Zitat:Schon wieder ein fehlendes Komma.
Wirklich? Ok.

Zitat:Und hier eins zu viel.
Funktioniert nur mit stilistischer Hervorhebung, zB:
"Nie wieder, nimmermehr würde er den Befehlen der Schwertmeister folge leisten"
Muss aber auch nicht sein...
"nimmermehr" ist aber auch ein Wort, das ich niemals benutzen würde. Icon_wink (Komma kommentarlos und zerknirscht entfernt.)

Zitat:Läse sich für mich auch schöner mit Komma.
"Für einen Augenblick hatte Shîn das Gefühl, zweimal dazusein."
Hm ... bist du sicher, dass es so geht? Ohne das "zweimal dazusein" funktioniert der Satz doch nicht als Hauptsatz, kann man dann den entscheidenden Zusatz wirklich durch ein Komma abtrennen?

Zitat: Zitat:wand sich eine Wendeltreppen hinauf.

Eigentlich ein schöner Ausdruck, sich eine Treppe hinaufzuwinden, mir sind 'wand' und 'Wendeltreppe' allerdings ein wenig zu verwandt, sowohl inhaltlich aus auch bezüglich des Klangs.
Ich hab versucht damit zu Stilmitteln, fand (und finde) das es gerade ganz gut zum Grundton der Stelle passt.

Zitat:langes Gesicht mach*
Nun auch noch ein Artefakt...als hätte ich es nicht geahnt. Klischee lass nach Icon_ugly
Entschuldige, das ist jetzt gemein, aber ich hoffe, dass du dir das bewusst gemacht hast.
*lacht* Selbstverständlich ist mir das bewusst. Ich hab das Gefühl, du gehst ein bisschen zu sehr nach den Begrifflichkeiten - ich meine direkt danach wird eine Trommel und Patronen erwähnt. Dinge, die man nicht versteht, hält man gerne für Magie, oder nicht? (Oder empfindest du gerade das als Klischee?)

Zitat: Der Schwertkämpfer nickte seinem Feind freundlich zu.
„Du bist tot!“

*lach*
DAS ist jetzt Comedy^^ Und wer spricht hier? Wahrscheinlich der Magier, aber selbst für seinen Part ist die Formulierung sehr...unglücklich.
Waurm findest du es unglücklich? Es sollte ein bisschen humristisch rüberkommen. Icon_wink Ja, der Magier spricht - hast du einen Vorschlag, wie ich das deutlicher machen könnte? Hab jetzt mal probehalber "Alkun klang bestimmt" daraus gemacht.

Zitat: Zitat:Verstrahltes Wasser, verseuchte Nahrung …

o.o
Postatomare Endzeitfantasy mit Schwertkämpfern, Magiern und Pistolenartefakten? Mhhh...
*lacht* nope - einfach nur Endzeit, kein Fantasy. Zumindest nicht im Sinne von Magie und so'nem Zeuch. Pistolenartfakte sind einfach nur Revolver (die "Magier"gilde hat einen Wissens/Technologievorsprung). Der Rest lebt eher mittelalterlich (aber durchaus mit Wintergärten).

Zitat:Und eine Frage: Warum hat der Schwertkämpfer den Magier nicht sofort kalt gemacht und stattdessen abgewartet, was für ein Ass der Magier noch im Ärmel hat?
Eine Frage der Ehre? Nein quatsch ... Alkun hält das Gespräch am Laufen, Shîn ist sich seiner Sache sicher und lässt ihn gewähren. Vielleicht denkt er auch wirklich kurz über die Auswahlkriterien seiner Gilde nach.

Zitat:Bist du dir sicher, dieses Wort benutzen zu wollen? Ich bin da sonst nicht empfindlich und fände es hier auch vertretbar, aber ob es nötig ist...
Ja. Weil: ich glaube in einer Welt wie dieser benutzt (und denkt) Shîn solche Worte - und letztendluch befinden wir uns schon noch in Shîns Kopf.

Zitat:Schöne Atmosphäre, schöner Tonfall, aber in der sprachlichen Feinausarbeitung in meinen Augen noch so einige Schwächen, was ich recht schade finde. Gerade Kommata an den richtigen Stellen... Auch den Klang des Geschriebenen mal zu überprüfen, es mal laut zu lesen, könnte dich bei dem Text hier weiter bringen.
Komata sind ein großes Problem: aber ich bin auch ein bisschen überrascht, dass deine Vorkommentatoren anscheinend einiges nicht gefunden haben (du übrigens auch nicht an einer Stelle *lacht). Ich weiß auch nicht, warum sie mir so schwer fallen, aber ich werde brav weiter üben und igrendwann kann ich sie dann! (Tschakka!)
Was das laut Vorlesen angeht: ich mache nichts anderes die ganze Zeit, wenn ich schreibe. Ich hab mir diese Geschichte zig mal laut vorgelesen und empfinde die Schachtelsätze, die du (völlig legitim!) nicht mochtest, gerade als schön. Vielleicht, weil ich bei eigenem Geschreibsel einfach weiß, wie ich was betonen muss. Ich hatte einfach das Gefühl, dass der wechsel aus abgehackt und ausufernd gut zur Stimmung passt. Vielleicht ist das Geschmackssache? Dementsprechend haben sich bei dieser Geschichte die Geister sehr geschieden (von sehr gut bis schlecht war alles dabei -> Schreibwettbewebrsbewertungen).

Zitat:Ich hoffe, dass du mir nicht böse bist, dass ich das so sage.
Warum sollte ich dir böse sein? Ich stelle die Geschichte ja ein, damit ich ernstgemeinte Kritik bekomme. Icon_smile

Zitat:Ein Schwertkämpfer hat einen Magier getötet.
Es gibt auch stilistische Höhepunkte, aber inhaltlich bleibt mir von der Geschichte nicht viel. Dazu gehst du auch einfach zu wenig auf die Welt und viele Details ein. "Gewürfelte Zeit" ist für mich weder Fisch noch Fleisch, liest sich nicht einmal annähernd ausgereift.
Bitte, versteh mich nicht falsch, schlecht ist die Geschichte in keinem Fall. Sie liegt noch über dem Niveau der meisten Fantasygeschichten, die ich mir in Foren noch antue - Fantasy hat es bei mir allgemein sehr schwer. Und ich habe auch mitbekommen, dass es eine Wettbewerbsgeschichte ist und du somit nicht vollkommen freie Hand hattest.
Ganz wichtig ist mir: das ist keine Fantasy- sondern eine SciFi- bzw. Endzeitgeschichte. Icon_wink Das war es auch eigentlich, worum es mir hiermit ging. Der Leser sollte zunächst in die Falle tappen und denken, er sei in einem Fantasysetting gelandet, dann jedoch seine Zweifel bekommen und am Ende merken, dass es Endzeit ist ("so könnte es nach dem Atomkrieg aussehen" - wobei ich zugeben muss, dass bei meiner Recherche heraus kam, dass ein atomarer Winter wohl maximal ein paar Jahrzehnte dauern würde - was vermutlich nicht reicht, um die Menschheit ins Mittelalter zurückzuwerfen). Ein bisschen wollte ich auch mit der (Aber)Gläubigkeit von Menschen spielen - alles was man nicht versteht, wird übernatürlich gemacht (heute vermutlich: alles was man nicht versteht muss irgendwas mit Quantenphysik zutun haben Icon_wink) - daher der revolverschwingende "Magier" und der unsichtbare "Fluch" -> verändertes Erbgut.
Ich habe dabei festgestellt, dass es ungeheuer schwer ist, Hinweise so zu streuen, dass sie nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig sind (z.B. das Gedicht am Anfang: sollte eine Darstellung des Atomkriegs sein, aus mystifizierter Sicht der Nachkommen). Außerdem stellt sich natürlich auch die Frage, wie man einen Leser dazu bekommt, so über das Setting nachzudenken? Vielleicht müsste dafür eine Spannendere Geschichte dahinterstehen. Oder man müsste eben doch mehr in die Welt einsteigen (wie du ja auch sagst). Oder muss tatsächlich jedesmal der Prot. selbst über den wahren Ursprung der Umstände stolpern? Das fände ich langweilig. Was den Wettbewerb angeht: ich finde, das sollte keine Ausrede sein.

Zitat:Trotzdem bleibt für mich nach dem Lesen leider mehr Leere als alles andere.
Dennoch, oder gerade deshalb danke ich dir sehr für deine Kritik! Deine Gedanken zum Text haben mir sehr weitergeholfen und vielleicht disktutieren wir ja noch ein bisschen. Icon_smile

Liebe Grüße vom Wanderer

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Beitrag #16 |

RE: Gewürfelte Zeit
Hallo Libbi,

nach langer Zeit nun endlich meine Antwort auf dein Kommis nach langer Zeit. Mrgreen Icon_smile

Zitat:Gewürfelte Zeit - Eiswürfel oder Ausdruck des Zufalls? Ich habe den Titel lange als "portionierte Zeit" gelesen, im Sinne von: in Würfel zerschnitten. Und ebenso portioniert baust du deine Geschichte auf.
Mit portioniert liegst du sehr nah dran (oder trifft es das Thema nicht sogar ganz?). Ich hab eher an Eiswürfel, als an den Zufall gedacht. Gefrorene Zeit, die häppchenweise wieder auftaut.

Zitat:Da ist erst Shins Erwachen, sprachlich sehr stark, wie er langsam zu sich kommt, nicht weiß, wo er ist oder was passiert ist.
Icon_smile

Zitat:Trotzdem ist seine erste Handlung, sich eine Zigarette anzuzünden (eine Marotte, die du später aus welchem Grund nicht mehr aufgreifst?)
Argh! Du hast recht - das war mir überhaupt nicht bewusst. An welcher Stelle würde es wohl noch passen? Wahrscheinlich auf dem Weg zum Turm? Aber da würde es die Bergstille zerstören, vorm Turm? Zu riskant, oder? Nach dem Kampf ... auf dem Weg nach unten. Ich denke dah würde es noch einmal rein passen, oder was meinst du?

Zitat:Mir gefällt das Ende - man weiß nicht, ob sie ihn zerstückeln oder akzeptieren. Und trotzdem scheint es, als würde die Geschichte etwas zu plötzlich ausklingen.
Wenigstens hat Shin den eigentlich (mit dem Leben) verloren geglaubten Kampf doch noch gewonnen. Insofern hat die Geschichte des starken, mürrischen Helden, der gegen einen übermächtigen, weil mit Pistolen bewaffneten Gegner kämpft, ihr Happy End schon gefunden.
*lacht* Hättest du einen Vorschlag, wie ich es langsamer ausklingen lassen könnte? Was fehlt wohl noch? Mehr Klarheit über die Umstände? Und findest du wirklich, dass noch die Möglichkeit offensteht, dass sie ihn akzeptieren? Oder ist es nicht sogar egal, weil Shîn vielleicht eh bald seinen inneren Verletzungen erliegen könnte? Ich mag Shîn - wer weiß ob er nicht nocheinmal auftaucht. Auch wenn ich sagen muss, dass ich noch kein entgültiges Gefühl für ihn entwickelt habe. Ja er er ist wortkarg - aber ist er mürrisch? Nicht eher nachdenklich? Vielleicht ein kleiner Zweifler an den Idealen der Schwertkämpfergilde? Oder warer er vor seinem "Tod" vielleicht sogar ein blinder Eiferer? Ich Hätte vielleicht mehr rausholen können aus ihm ... aber nicht auf dem Platz einer Wettbewerbsgeschichte. *lacht*

Zitat:Nachdem ich die Geschichte jetzt zum dritten Mal gelesen habe und wir ja auch schon ausführlich darüber gesprochen haben, erscheint sie mir ganz klar. Es gab keine Stelle, an der ich gedacht hätte: Was passiert jetzt?
Beim ersten und zweiten Lesen hatte ich aber besonders mit der ersten Szene große Probleme. Das liegt vor allem daran, dass deine "Kameraführung" nicht konsequent ist. Du schreibst zum einen aus Shins Perspektive, beschreibst seinen Schmerz, seine Wunden, das Blut auf seinen Lippen. Aber dann bemühst du dich so sehr darum, Wortwiederholungen zu vermeiden und "Shin" bzw. "er" zu ersetzen, dass ich beim ersten Lesen wirklich dachte, es gäbe hier drei Figuren.
Freut mich, dass sie klarer geworden ist - oder zumindest klarer erscheint. Aber was kann ich wegen der Kameraführung tun? Wortwiederholungen sind doch auch schlecht ... wirklich öfter Shîn, oder Schwertkämpfer schreiben?

Zitat:Wir waren vor dieser Stelle schon so tief in seinen Gedanken, wissen, dass er "Shin" heißt - da ist "der Mann" viel zu anonym.
Und jetzt gerade, finde ich "Shîn" hier auch noch nicht als Dopplung - es ist geändert. Mal schauen ob es so besser wirkt.

Zitat:Da du hier zuvor von der Stimme sprichst, ist nicht klar, wessen linke Hand du meinst.
Auch hier funktioniert es. Du hast recht. Icon_smile Es fällt mir jetzt mit dem Abstand auch deutlich leichter, die Namensrate zu erhöhen. Es klingt nicht mehr so seltsam - wie du sagtest: ich war zu bemüht.

Zitat:Hier das gleich wie bei "Der Mann" - warum schreibst du nicht "Shin"?
Weil direkt im Satz davor schon "Shîn" steht - und muss es hier wirklich sein? Außer Shîn sitzt doch niemand? *lacht*

Zitat:Es liegt vllt an mir, aber ich dachte, sie würde sich in irgendeiner Form gegenüber stehen.
Für mich war es natürlich klar: die Stimme kommt am Anfang "von rechts" und Shîn Sieht Stiefel aus den Augenwinkeln. Das spricht für nebeneinander - reicht es nicht aus? Eigentlich ist es ja auch nicht so wichtig, wo die beiden zueinander stehen.

Zitat:In den anderen beiden Teilen ist mir das nicht mehr so stark aufgefallen. Da beschränkst du dich auch auf "Shin", "er" und "Der Schwertkämpfer". Hier am Anfang ist es aber wirklich verwirrend.
Ich hab jetzt - bis auf einmal - deine Vorschläge übernommen. Passt es jetzt besser?

Zitat:Eine andere Sache, die mir in der gesamten Geschichte aufgefallen ist, ist, dass du oft nicht klar machst, welche Figur gerade spricht. Klar, Shin ist relativ kurz angebunden, aber das wissen wir ja nicht von Anfang an.
Ja, da hast du recht. Das ist mir auch beim Beantworten des Kommentars von Jade mehrmals aufgefallen - ich finde dieses "sagte/sprach/meinte" etc. Zeug immer blöd - aber ich darf den Leser natürlich nicht völlig im Regen stehen lassen. Ich finde haber hier:
Zitat:Besonders aufgefallen ist mir das, als der Spatentyp sagt

Zitat:„Du lebst ja noch.“
ist das gerade nicht der Fall: direkt im Satz danach, schreibe ich von einer dunklen Stimme von der rechten Seite, die bestimmt klang ... oder kann man das auch die zweite Aussage beziehen? Vielleicht sollte ich die Reihenfolge ändern, also:
"Darunter seine Beine, kaum zu sehen unter einer Decke feiner, leuchtender, kalter Kristalle.
Schnee.
Eine dunkle, kratzige Stimme kam von der rechten Seite.
„Du lebst ja noch.“
Es klang wie eine nüchterne Feststellung.
„Scheint so.“"
So besser? Ich probiere das mal aus. Jedenfalls: ja, das Problem ist da.
=> jetzt ist es so:
[Von der rechten Seite ertönte eine dunkle, kratzige Stimme.
„Du lebst ja noch.“ Es klang wie eine nüchterne Feststellung.
„Scheint so.“]

Zitat:Zum Beispiel, wenn der Spatenmann sagt "Er hat meinen Sohn getötet"
Du schreibst an diesen Stellen sehr komprimiert - es würde helfen, wenn du bei Gesprächen klarer signalisierst, wer spricht.
Auch hier hab ich es jetzt mal anders versucht: [„Er hat meinen Sohn getötet!“ Trotz in der Stimme des Spatenmanns.] Besser?

Zitat:Was mich an Shin insgesamt gewundert hat, ist seine Coolness. Er ist quasi gerade von den Toten wiederauferstanden, fast erfroren. Aber als er zum Beispiel am Anfang auf die Aussage "Du lebst ja noch" lediglich antwortet "Scheint so", da war er mir viel zu abgebrüht. Keine Existenzangst? Keine Unsicherheit? Sein ganzer Körper strotzte gerade noch vor Panik - und dann? Auch das am Ende mit der Sanduhr: Ist das ein Spiel, das er spielt? Für die Handlung spielt es eigentlich keine Rolle.
Mir hat er insgesamt zu wenig Schwäche dafür, dass er dem Tod so knapp entgangen ist.
Ja ... in seinem Körper ist Panik, sein Kopf ist aber eher leer. Für mich fühlt sich Shîn nicht als Lebender, sondern weiterhin als Toter (deshalb immer wieder seine Kommentare diesbezüglich). Mit der schneedecke legt er auch einen Teil des Realitätsgefühls ab - für mich, empfindet er die Welt um sich herum eher surreal, machmal mehr, manchmal weniger.
Er hat das Gefühl, er lebe mit geborgter Zeit. Deshalb auch seine Faszination für die Sanduhr, sie lässt sich umdrehen und läuft dann wieder und doch ist es nur eine begrenzte Menge Sand. Hast du eine Idee, wie ich das deutlicher machen kann?

Das spricht alles dafür, dass er jetzt ein ganz anderer Mensch ist, als vor seinem "Tod". Sollte er überleben und würde er dann mit seinem alten Leben konfrontiert, es würde ihm fremd vorkommen, denke ich.
(Außerdem fand ich seine Coolness ... cool! Mrgreen )

Zitat:Der Hintergrund der Geschichte - die atomar verseuchte Umgebung, der "Magier", der mit Schrot seine Untertanen in Schacht hält, der ihnen ein Leben garantiert und sie dafür ausbeuten muss, die zum Teil mutiert oder dem Tode nahe sind - dieser Hintergrund hat dir wahrscheinlich unheimlich viel Spaß gemacht, oder? Icon_wink
Jaaaaaaaa! Icon_smile Icon_smile Icon_smile
Vielleicht sollte ich mal ausführlicher in diese Welt zurückkehren? Oder würde ihr das den Zauber nehmen?

Zitat:Ich finde v.a. die Idee mit der Pistole sehr cool. Und fand ganz interessant, dass Shin die Waffe zwar "Artefakt" nennt, die einzelnen Bestandteile - den Lauf, die Trommel, die Patronen - aber sehr genau benennen kann.
Ich mochte die Idee auch! *lacht* (Irgendwie finde ich, dass so missinterpretierte Technologie voll was hat.) Ich denke, dass du etwas auch magisch finden kannst, wenn du weißt, wie die Einzelteile heißen, solange du nicht weiß, warum sie zusammen eine Waffe ergeben. Aber es stimmt, das harkt ein bisschen: aber ich denke dieser Hinweis gehört zu den essentiell wichtigen Hinweisen, sonst kommt der Leser doch nicht darauf, dass gar keine Magie im Spiel ist, oder? Hm ...

Zitat:Letztlich ist auch typisch Weltenwanderer, dass der Schwertkämpfer gewinnt. Der weiß wenigstens noch, wie man mit Stil kämpft *lacht*
Och - ich finde die Magier durchaus auch cool ... aber der Schwertkämpfer ist natürlich top. Pro
(Frage mich gerade, ob die alle den selben Schwerttyp haben, oder jeder ein individuelles? Dann wäre Shîn mit seinem Katana noch cooler! *lacht*)

Zitat:Mir gefällt diese Geschichte gut. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich sie ohne Gespräche verstanden hätte Icon_wink
Ja, wir haben ja ausführlich diskutiert (Icon_smile) und ich hab zusätzliche Hinweise aufgenommen, um sie verständlicher zu machen. Dennoch ... es ist viel schwerer als ich gedachte habe, genau so viele Hinweise zu setzen, das der Leser drauf kommt was man will, ohne drauf gestoßen zu werden. Ich denke ich werde ab jetzt besonderen Respekt vor denen haben, die das schaffen. Vielleicht wird aber auch der Leser nicht genug in die Geschichte hineingezogen und beschäftigt sich deshalb nicht genug mit der Welt? Oder sie ist einfach zu kurz? Schwierig.
Es freut mich jedenfalls wirklich sehr, dass du die Geschichte gut findest!

Zitat:Und ich finde Shin wie gesagt sehr seltsam, konnte ihn auch am Ende nicht einschätzen. Er hat etwas von gebrochener Kriegsheld, aber will sich selbst in dieser Rolle nicht gefallen. Und das macht ihn für mich schwer greifbar, irgendwie kalt. Zwischendurch hadert er mit sich selbst, ob er vllt lieber aussteigen soll. Aber wohin soll er aussteigen, es scheint ja nur den einen Bus zu geben und um zu Fuß zu gehen, ist er vllt etwas zu verletzt. Ich kann nachwievor nicht sagen, wie sich Shin in der imaginären Szene vier verhalten würde.
In Shîn hätte ich vermutlich mehr Arbeit stecken müssen. Wie oben angemerkt, mittlerweile ist mir klar was in ihm vorgeht (innerlich lebenstaub). Er hatte glaube ich auch nicht das Gefühl noch groß was ändern zu können ... er nimmt quasi den einzigen Bus der kommt. *lacht* Sollte er da lebend rauskommen, ja dann steht er wieder vor einem Scheideweg, würde ich sagen. Er würde sogar im Dorf bleiben und weder Schwertkämpfer noch Magier sein - bzw. vielleicht sind die Dorfbewohner ihm auch nicht sympathisch genug? Er hat was vom einsamen Wolf - gebrochener Kriegsheld ist da gar nicht falsch. Ich sehe ihn auf Wanderschaft, auf der Suche nach etwas, für das es sich zu leben lohnt (vielleicht ja doch die Gilde - im Kern haben beide Gilden einen guten Zweck, sagt der Magier zumindest *g*). Vielleicht auch nur einzelne Menschen. Wieder die Frage: wie stelle ich so einen Charakter besser dar? Vielleicht kommt das mit der Erfahrung?

Zitat: Zitat:Ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.

Sehr cool.
Icon_smile

Zitat: die Stirn runzelte und sich einfach auf seine Lungen konzentrierte. Dabei machte er die Entdeckung, dass die Luft frostige Eiskristalle mit sich führte, die in seine Schleimhäute stachen.

Statt "einfach" vllt "nur", "lediglich", "ausschließlich"
"einfach" klingt so umgangssprachlich
"ausschließlich" ist top!

Zitat:Dabei machte er die Entdeckung" klingt ungünstig formuliert, wir waren vorher mitten in ihm drin - vllt verkürzt du es zu "Die Luft führte frostige Eiskristalle, ..."
Das ist drin, damit ein Konnektor passt. Ich finde da gehört einfach einer hin, damit es nicht zu abgehackt wird. Schwierig. Icon_slash

Zitat:Sehr gut. Aber dafür dass es so schmerzhaft ist, kann er ziemlich viel gleichzeitig tun. Wenn mir im Winter die Finger wieder auftauen, kann ich an nichts anderes denken ... aber ich bin auch kein cooler Schwertkämpfer.
*lacht* ein versteckter Seitenhieb auf die übertriebene Coolness von Shîn? Icon_smile Na ja, er macht ja nicht viel: er atmet und versucht die Augen zu öffnen, bzw. sich aufzusetzen. Das finde ich eigentlich in Ordnung.

Zitat: Eine schöne Scheide, verziert mit einem Muster aus gesponnenen Fäden.

Unter "schön" kann man sich nichts vorstellen - da du sie dann direkt beschreibst, kannst du die Wertung auch außen vor lassen.
Das ist ein Gedanke von Shîn - zu inkonsequent in der Perspektive?

Zitat:Das passt nicht zusammen, da erzählst du weiter, statt einen Vergleich zu bringen. Denn es dringt ja wirklich durch, das Gemurmel, aber er nimmt es weit entfernt und und aggressiv war. Also schreib das entweder so - oder vergleich wirklich mit was wie am Anfang das Uhrwerk mit dem Sirup.
Richtig: es muss eher heißen "es wirkte als ..." ich glaube es war als Stilmittel gedacht - und in Wirklichkeit ist es natürlich nicht besonders weit entfernt. Hm ... ich denke nichmal drüber nach, ja? Icon_smile

Zitat:Hier ist die Kameraführung wieder seltsam: Er schaut sich doch um, dann beschreib es nicht so neutral, sondern sag, dass er zur Tür blickt, denn wir schauen ja durch ihn hindurch. Oder schreib "in sein Blickfeld".
Ich finde es an dieser Stelle etwas seltsam, dass der Raum drei Türen hat, habe ihn für einen Hinterraum gehalten. Vllt vverschafft Shin sich erst kurz einen Überblick, also inkl. da sind drei Türen, ehe er so genau aufs Detail schaut. Als Krieger interessiert ihn vllt auch zuerst, wie er hier notfalls ins Freie kommt, falls er sich doch nicht auf seinen Retter verlassen kann?
"Sein Blickfeld" -> done.
Ich stelle mir die Hütte Zweizimmrig vor: Hauptraum (mit Shîn), Hinterzimmer (mit Küche und Schlafplatz), Wintergarten (dritte Tür).
Habe jetzt oben erwähnt, dass er im größten Raum des Hütte sitzt. Vielleicht hilft das bei der Orientierung?

Zitat: Es stank nach Heizöl.

Cool!
Icon_smile

Zitat: Warum war er noch am Leben?
Blutgeschmack im Mund.
Wo blieb denn nun sein unerwarteter Wohltäter?

Vllt ein "Und" vor die zweite Frage?
Das ist es! Ich bin schon die ganze Zeit unzufrieden mit dieser Frage. Einfach ein "und"! Yeah!

Zitat: Ein weiterer Blick in Richtung Zimmertür, dann begann der Schwertkämpfer sich aus seiner Oberbekleidung zu schälen, mit vor Anstrengung verzogenen Mundwinkeln.

Warum?
Wunde verbinden/verartzten.

Zitat:Wenn wirklich kein Hass mitschwingt, würd ich das Ausrufezeichen weglassen.
ok. Icon_smile

Zitat: Ich brauche Verbandszeug.“
Ächzend stemmte sich der Schwertkämpfer in die Höhe. Wenig war von der Geschmeidigkeit geblieben, auf die er gestern noch so stolz gewesen war.

Hier geht es irgendwie zu schnell. Warum steht er denn auf? Wartet keine Antwort ab? Ich hätte eher erwartet, dass sich sein Gegenüber ächzend hochstemmt Icon_wink
Er hat aufgegessen. Icon_lol

Zitat: Das Dorf lag ihm zu Füßen, Schmutzflecken mit Schornsteinen und Wintergärten. Drumherum blendender Schnee.

Schöne Beschreibung Icon_smile
Icon_smile Icon_smile Icon_smile

Zitat: Durch Zufall war er es nicht.

Das weißt du, dass es Zufall war. Aber Shin weiß es nicht: Aus irgendeinem Grund ...
Hm ... er ist davon überzeugt, dass es Zufall war. Ich dagegen glaube, es war eine höhere Macht. Icon_wink

Zitat: Blick in die andere Richtung.

Auch das würde sich ausformuliert und auf Shin bezogen besser einfügen.
Du magst diese Stellen nicht, oder? Irgendwie finde den Bezug hier unnötig und ich finde, dass die Bewegung, die das Ganze enthält besser umfasst wird.

(Komma- und Rechtschreibfehler heimlich, still und leise entfernt. Icon_wink)

Zitat:Der Magus hat keine Bewacher? Nix?
Ich glaube das liegt daran, dass er nur seinem Revolver und sich selbst vertraut. Seine Reflexe sind ja auch super - und er rechnet mit keinem Angriff. Deshalb: nein. Icon_smile (Außerdem hätte die Zeichenanzahl nicht für noch einen gereicht *lacht*)

Zitat: Zitat:Muskeln spannten sich an -
im Arm des Magus, in den Beinen des Schwertkämpfers, in seinem Schwertarm.

Cool!
Icon_smile

Zitat:Hältst
Nein, ohne T. *g*

Vielen lieben Dank für deinen tollen Kommentar! Du machst dir sehr gute und hilfreiche Gedanken zu meiner Geschichte, das hilft mir wirklich weiter!

Entschuldige nochmal, dass du so lange warten musstest ...
und bis bald! Icon_smile

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Beitrag #17 |

RE: Gewürfelte Zeit
So Lanna - und jetzt bist du auch noch dran! Icon_aufsmaul Mrgreen

Zitat:Sonstiges« ist ja eine eher ungewohnte Rubrik für mich – ich weiß gerne, was in etwa beim Lesen auf mich zukommt, was in dieser Rubrik sehr schwierig ist. Beim Überscrollen des Textes haben mir die Überschriften auf jeden Fall schonmal gefallen. Und obwohl ich kein Fan von Comicsprache und Lautsprache bin, macht das »Kritsch« am Anfang doch neugierig.
*lacht* Ich denke, sie ist im Sonstiges-Subforum, damit man nicht sofort erkennt, in welches Subforum sie eigentlich gehört.

Zitat:Warum steht die Geschichte nicht in Fantasy? Mrgreen
Weil sie ins SciFi gehört und die (Endzeit-)Zukunft unserer Welt darstellt. :mgreen:

Zitat:Was hat es mit der Sanduhr auf sich?
Sie fasziniert Shîn sehr ... es ist verinnende und doch gefangene Zeit - ungefähr so wie sein. Er meint halt am Ende: jetzt ist meine geborgte Zeit abgelaufen.

Zitat:Sehr interessant: Zigaretten, Pistolen als Waffe eines Zauberers, Verseuchung (atomar?) und trotzdem das beständige Fantasy-Feeling im Hintergrund. Gefällt mir super gut und hat für mich auch toll zusammengepasst.
Yeah! Dieses Gefühl wollte ich erreichen, das freut mich. (Letztendlich ist es aber kein Fantasy Icon_wink) Und genau, ich hab an atomare Verseuchung gedacht - dementsprechend stellt das Gedicht vom Anfang was dar?

Zitat:Der Schwertkämpfer« … meiner Meinung nach ein hässlicher Ersatz für »Shîn«. Den Namen mag ich sehr sehr gerne, weil er nochmal so etwas Fremdes darstellt, irgendwie, auch wenn man nichts über die Umgebung weiß. Dadurch bekommt er was von einem Samurai für mich. Dass du ihn regelmäßig »Schwertkämpfer« nennst, gefällt mir nicht. Bei dem Spatenmann finde ich den Namen wenigstens noch persönlich, aber »Schwertkämpfer« klingt nach überhaupt nichts, und wäre an den meisten Stellen auch nicht nötig, um eine Namensdoppelung zu vermeiden.
Warum greifst du auf dieses Synonym zurück? Es charakterisiert nicht, klingt normal und gewöhnlich, gibt kein neues/besseres/zusätzliches Bild von Shîn … ich mag es nicht *zwinker*
Hm ... es ist quasi seine Berufsbezeichnung, da er Mitglied der Kämpfergilde ist. Das ist doch schon irgendwie wichtig, da er damit genau im entgegengesetzten Lager zur Magiergilde steht.

Zitat:Grad hab ich ein bisschen Kommentare überflogen und bin über »atomarer Krieg« gestolpert. Hach, immerhin hab ich die Verseuchung mit atomar in Verbindung gebracht, das muss für meine Lesegewohnheiten reichen *lach*
Nein, also dass es eine Katastrophe in dieser Welt gab, das wurde mir klar, ich hab nur (als Fantasy-Nerd, der ich nunmal bin) daran festgehalten, dass es keine reale Welt ist und die Geschichte einfach in der falschen Rubrik steht Mrgreen (ohne diese Verbohrtheit wäre für mich der Schluss: atomare Katastrophe, Endzeit → unsere Welt in der Zukunft, vermutlich schon recht bald gekommen)
Icon_lol du bist ja doch von alleine drauf gekommen. Ist doch super - und dass du atomare Verseuchung erkannt ist, ist klasse. *täschel* Mrgreen

Zitat:Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich Angst hab, Tontaubenschießen zu lesen und zu kommentieren. Du als Leser hast immer so viele tolle, passende Assoziationen und Schlussfolgerungen (kommt mir zumindest immer so vor *lach*) und ich steh oft so dermaßen auf dem Schlauch oder denke in die falsche Richtung – und bei Tontaubenschießen scheint es mir doch sehr wichtig, zu kombinieren, mitzudenken und so. Aber das mache ich demnächst auch noch! (nur als Randbemerkung).
Na, jetzt stell dein Licht mal nicht unter den Scheffel - außerdem: Tontaubenschießen ist ja stärker darauf angelegt, dass man drauf kommt was gemeint ist (hm ... viele habens trotzdem nicht geschafft, anderen war es zu einfach o.O)

Zitat:Und ich merke grade, dass ich die erste/einzige bin, die das mit der Sanduhr nicht versteht? … aber ich steh dazu – Sinn und Zweck der Sanduhr wollen mir nicht einleuchten, auch wenn ich zuerst dachte, es wäre die Lebensuhr des Magiers und Shîn hofft, ihn durch das Umdrehen zu besiegen. Aber warum er sie überhaupt nimmt … das wird mir nicht so recht ersichtlich.
Ich hoffe, ich habe es ein bisschen erklären können. Shîn sieht darin eine Metapher für seine aktuelle Situation (nicht zu letzt, da er das Gefühl hat, dass seine Zeit nur kurz eingefroren war und ihm jetzt wie *hust* Sand durch die Finger rinnt.

Zitat:Wenn wiederholen, dann richtig! *lach* ich würde hier zu »Stahl über Stein« beidemale raten, vor allem, wenn es sich um Schneeschippen handelt (was ich nur aus den Kommentaren weiß, ich dachte, der Spatenmann sucht da im Schnee nach was und buddelt halt Löcher im Schnee und der Stein wäre mehr so metaphorisch für die harte Eisschicht gemeint Icon_ugly ); bei »Stahl auf Stein« klingt es mehr danach, als würde irgendjemand irgendetwas aus Stahl auf Stein schlagen, nicht drüberziehen/schieben
Ich weiß gar nicht, was du hast! Du hast doch viele tolle Assoziationen - jetzt müsstest du nur noch die richtigen finden. Mrgreen Ich sehe deinen Punkt und ändere es eben schnell.

Zitat:Zitat: da wo seine Hände waren. Oder sein sollten. Oder gewesen waren.
Pro (übrigens musste ich beim Lesen ständig wenn Zeit-Formulierungen kamen, an die blöden Quanten denken! Mrgreen )
Icon_lol

Zitat:Unerklärlicher Druck auf seiner Stirn begann einen seichten, ziehenden Schmerz auszulösen.
Wie auch vorhin bei Dako: Ich würde das »beginnen« streichen und direkt schreiben: »Unerklärlicher Druck auf seiner Stirn löste seichten, ziehenden Schmerz aus.«
Ich finde, dass es eine leicht andere Bedeutung hat ... irgendwie im Zeitfluss ... öhm ... *lacht*

Zitat:hier kommen einige Geschmackssachen, sag ich besser mal zwischendurch – an dieser Stelle würde ich das »Weißes« streichen, das Licht auf das reduzieren, was es ist, nämlich Licht. Dass es Perlmuttfarben ist, steht ja vorher.
»Licht biss zu, in schillerndem Perlmutt. Licht, sonst nichts.«
Dadurch wirkt das »sonst nichts« auch stärker, weil es sich tatsächlich nur auf das Licht bezieht und nicht noch auf eine Farbe.
Perlmutt als Beschreibung von Licht finde ich übrigens toll
Hm, da hast du gar nicht mal so unrecht. *ändern geht*

Zitat:Zitat: Immer noch das Kratzen. Immer wieder zeugte es höhnisch von Leben.
Ich weiß nicht, wie vielen es so gegangen ist, das Geräusch nicht als Schneeschippen zuordnen zu können – wenn ich die einzige bin, kannst du diesen Vorschlag außer Acht lassen:
Hier könnte man statt »Kratzen« auch »(metallisches) Schaben« schreiben, was für mich eher auf Schneeschippen hindeuten würde.
Ich finde das Kratzen das Geräusch, dass ich im Ohr habe besser trifft ... aber auch nicht so ganz perfekt - ich hab mir kurz Schaben angeschauen - aber irgendwie finde ich, dass es klingt, als würde da irgend ein Tier buddeln.

Zitat:Zitat: Der Mann zwang seinen Atem
klingt total unpersönlich und schafft Distanz. Dass Shîn ein Mann ist, wissen wir durch das Personalpronomen. ich würd hier den Namen verwenden
Du kommst zuspät, Libbi hat schon das selbe gesagt und ich habs befolgt. Mrgreen

Zitat:Pingelig: Genau genommen zwingt er seinen Atem weder durch das Augenbrauen schieben noch durch das Stirnrunzeln zur Ruhe, sondern nur durch das Konzentrieren auf die Lungen. Vorschlag:
»Shîn / Der Mann schob (zog?) die Augenbrauen zusammen, runzelte die Stirn und zwang seinen Atem zurück in ruhigere Bahnen, indem er sich einfach auf seine Lungen konzentriert.«
Klänge für mich logischer und »richtiger«
Genau genommen hast du recht ... aber ich finde der Rest gehört dazu, weil es Ausdruck seiner Konzentration ist. Deshalb finde ich es besser so, wie es ist.

Zitat:An dieser Stelle bin ich fest davon ausgegangen, dass Shîn unter einer recht dicken Schneeschicht begraben ist. Nun kann er ja aber nicht soo lang da gelegen haben, ohne zu sterben … selbst wenn der Schnee 10 cm auf ihm liegt, erweckt diese beschreibung einen falschen Eindruck. Natürlich ist es auch Shîns Wahrnehmung geschuldet. Schwierig *überleg*
Vielleicht die Perspektive verändern? : »Die weiße Masse geriet ins Rutschen, doch selbst der schwache Widerstand stemmte sich hartnäckig Shîns zaghaften Bemühungen entgegen« … ich weiß, meine Vorschläge sind blöd, aber so in der Richtung halt. Musst du natürlich abwägen, wie viele Leser noch solche Probleme haben, ich bin da oft allein mit falschen Vorstellungen und Assoziationen *lach*
So weit ich weiß kann auch eine dünne Schneedecke hartnäckigen Widerstand leisten - Lawinenopfer hilft es oft nicht, dass sie eigentlich nah an der Oberfläche sind (ansonsten ist deine Gedanke aber nicht falsch - ich mach mir nochmal Gedanken dazu).

Zitat:wieder: Lieber »Shîn« statt »Der Mann« (ich merke das nicht überall an, will dir ja nicht auf die Nerven gehen)
Außerdem könnte man hier überlegen, ob hinter das zweite »aufsetzen« vielleicht ein Ausrufezeichen passen würde. Mit mehr Nachdruck, energischer versucht Shîn es zum zweiten Mal.
Ja, beim Mann bist du nicht die einzige mit der Meinung, ich hab versucht etwas öfter Shîn zu benutzen und seltener was anderes.
Ich mag das Ausrufezeichen da nicht. :P

Zitat:Zitat: Es fühlte sich an, wie der erste Atemzug überhaupt.
Kein Komma in dem Satz
Ok. Icon_smile

Zitat:Zitat: Trotzdem begann Shîn sie mit ungeschickten Bewegungen zu entzünden.
Als ich hier las, missfiel mir das »begann« natürlich sofort *lach* Später greifst du es nochmal auf und lässt Shîn die Aktion zu ende führen. Hier an der Stelle fände ich daher ein »versuchte« passender, einfach weil »beginnen« impliziert, dass es auch fortgeführt wird. »versuchen« dagegen beinhaltet schon hintergründig, dass es misslingen könnte.
Du hast recht.

Zitat:Pingelig: Dem Bezug nach »verklingt« der »Speer«; wenn der Satz so bleiben soll, müsste irgendwo noch »Schmerz« erwähnt werden, der verklingen kann *zwinker*
»rammte einen weiteren Speer aus Schmerz« … oder sowas
Als das letzte mal ein Speer erwähnt wurde, war der doch aus Schmerz oder? Deshalb finde ich, dass es hier so stehen bleiben kann, zumal der Leser ja merkt, dass kein echter Speer gemeint sein kann, gerade wegen dem "Verklingen" Icon_wink

Zitat:Hier könnte man dem dümmsten Leser klarmachen, was der Spatenmann da getan hat und »Erschlagen mit einer Schneeschaufel« schreiben *lach* (falls es dir wichtig ist). Mein Problem ist wohl hauptsächlich, dass ich mir einen Spaten immer mit einer spitzen Spitze vorstelle, was zum Schneeschippen denkbar ungeeignet ist. … Spaten vs Schneeschaufel … ich weiß, es gibt auch Spaten mit flacher Spitze, aber das kam mir beim Lesen gar nicht in den Sinn *lach*
Ich hab vorher extra recherchiert. *lacht* Findest du nicht, dass ein Spaten bei eher harter Schneedecke besser geeignet ist? Außerdem klingt Schneeschaufelmann einfach nicht ... *g*

Zitat:Zitat: Es war, als würde er neben einem großen Fluss stehen und Steine hineinwerfen, nur um zu schauen, ob sie Kreise zogen. Vielleicht war er ja doch tot.
Pro Gefällt mir, das Bild und der Gedanke dazu
Icon_smile (Rechtschreib- und Kommasetzungsfehler kommentarlos und zerknirscht entfernt.)

Zitat:Zitat: Nun folgte der Schwertkämpfer dem Spatenmann über einen erst teilweise
das ist eine der wenigen Stellen, an denen der Schwertkämpfer nicht unpassend wirkt. Allerdings klingt es hier für mich durch die Bezeichnungen zu sehr nach dem Dunklen Turm (von dem ich nur den ersten Satz kenne *lach*) »Der Mann in Schwarz floh in die Wüste und der Revolvermann folgte ihm« oder wie geht der? Ich weiß nicht, ich musste direkt daran denken, obwohl ich halt den Dunklen Turm gar nicht lese.
Diese Paralelle ist mir ja noch überhaupt nicht aufgefallen. Na ja, zumindest ist es im Turm eine Jagd und kein Begleiten. *lacht*

Zitat:Sie brannte auf den nun entblößten Händen des Schwertkämpfers, die immer noch viel zu kalt waren.
»Sie brannte auf Shîns nun entblößten Händen …« (ich schreib hier nicht jedes Mal dazu, dass es natürlich deine Entscheidung ist und bla und blub, weißt du ja)
Naaaaaa guuuuuuut, ich ändere es. Aber nur weil du es bist! Mrgreen

Zitat:Noch schöner fände ich, wenn die Statik auch im Adjektiv liegen würde, also kein »lang andauernder« Schlag, wo ja doch irgendwie Bewegung in Richtung »irgendwann hört es auf« ist, sondern was konstanteres, ein »endlos andauernder« oder »ewig andauernder« Schlag, das würd mir noch einen Tick besser gefallen. Absoluter Stillstand in diesem Moment.
Aber Shîn hofft ja zumindest, dass er irgendwann aufhört. Deshalb finde ich es so passender.

Zitat:Zitat: Der Schwertkämpfer spuckte die halbgerauchte Zigarette zu Boden,
Shîn spuckte … Icon_smile
*räusper* ... ok. *lacht*

Zitat:Zitat: der die Splitter in seinem Atemwegen etwas schärfer machte.
»seinen«
das »etwas« würde ich streichen. Der Schmerz wird schlimmer. Da ist die Abschwächung durch »etwas« eher kontraproduktiv.
Recht hast du.

Zitat:Zitat: Ungläubig schüttelte der schlanke, hochgewachsene Mann den Kopf.
Uh, ganz schlimme »ich muss meinen Prot beschreiben«-Formulierung. Raus damit. Bitte Mrgreen Ist doch egal, ob Shîn klein oder groß ist, und dass er als Schwertkämpfer nicht fett ist, kann man sich denken. Find ich persönlich ganz ganz schrecklich, sowas da
Jade? Wenn du hier mitliest: ihr habt gewonnen. Mrgreen

Zitat:… dann schälte Shîn sich aus seiner Oberbekleidung …
er beginnt ja nicht nur damit, er vollendet es ja auch. Außerdem fällt dir für »Oberbekleidung« vielleicht noch was konkreteres ein? »aus Jacke, Weste und Wollhemd zu schälen« oder sowas? Ist nur eine Kleinigkeit, aber es wirkt viel persönlicher und lebendiger, wenn nicht so ein Fachbegriff aus nem Kleiderkatalog da steht *zwinker*
Aber ... aber ... ich mag meine vielen Neubeginne! Ich finde es klingt sonst, als sei er sofort fertig, es dauert aber. Deshalb bleibt das so. Schluss jetzt! *ggg* Wegen der Oberbekleidung: da hast du recht - ich hab doch am Anfang schonmal erwähnt, was er an hat (...) ein Brustpanzer aus gefüttertem Leder - ok er schält sich (ähm beginnt sich zu schälen) aus einem Brustpanzer.

Zitat:Zitat: Eine kreisrunde Wunde zeichnete sich ab, nicht größer als ein Daumennagel, wie gestanzt.
Da war der erste Moment, wo ich gedacht hab: »Hä? Merkwürdige Auswirkungen für einen tödlichen Zauber.« … die Assoziation zur Pistole hatte ich aber noch nicht *lach* Dabei ist sie, so im Nachhinein betrachtet, echt naheliegend
Yeah!

Zitat:Zitat: zwischen den vereinzelten Haarbüscheln auf dem viel zu glatten Schädel,
erste Hinweise auf die atomare Verseuchung, die erst beim zweiten Lesen richtig zur Geltung kommen. Schön
Doppel Yeah! Schön, dass du das gefunden hast! (Du bist die erste und einzige)

Zitat:Schön! - Aber die 3 als Zahl, liest sich merkwürdig. Vielmehr die Punkte davor und dahinter. »Dritter Grad« … hm … also im Fließtext würde ich das »3. Grad« eigentlich nicht störend finden, aber durch den Punkt vor der 3 und den Punkt hinter Grad sind da so viele Punkte in so kurzer Zeit.
Ich schreibs einfach aus (ich gäbs ja zu: wolte bloß Zeichen für die Wettbewerbsbegrenzung sparen :icon:ugly: )

Zitat:Die Frau stellt also den Teller auf den Tisch und macht gleichzeitig HINTER sich die Tür wieder zu ? *lach* Oder ist sie bei dem Gespräch noch im Raum und der Tisch steht so nah an der Tür, dass sie von dort aus die Tür mit dem Fuß zuschlagen kann?
Ich gebe zu, gleichzeitig ist vielleicht etwas unglücklich gewählt. Fällt dir ein besserer Konnektor ein?

Zitat:Hm … nenn mich Lady Pingel, aber entweder man ist verdaulich, oder man ist eben unverdaulich. da passt das »sehr« nicht hin. Ich würd es entweder streichen oder, wenn du unbedingt ein Adjektiv drin haben willst, umformulieren zu »du musst schwer verdaulich sein« oder sowas
LADY PINGEL! Wie geil. So heißt du ab jetzt! Ich finde, man kann auch teilweise unverdaulich sein (z.B. Beine werden verdaut, Kopf bleibt übrig ...) ich gehs ja schon ändern. Icon_wink

Zitat:Die Szene find ich beim zweiten Mal lesen sehr, sehr stark. So rückblickend, dass schwache / kranke Kinder sowieso getötet werden, wegen der Verstrahlung … und Spatenmann weiß das vermutlich, weiß, dass sein Sohn sterben muss, aber trotzdem schiebt er es dem Magier in die Schuhe. Wirkt auf mich so, dass er nicht wütend ist, WEIL sein Sohn gestorben ist, sondern darauf, dass gerade der Magier ihn umgebracht hat.
Genau so ist es gemeint!

Zitat:Das klingt so, als würde Spatenmann tatsächlich nicht den Magier hassen, sondern die Situation. Schön. (auch wenn meine Interpretation falsch ist)
Nein, sie ist völlig richtig. Pro

Zitat:Zitat: Behutsam trat der Schwertkämpfer die ersten Spuren in den Schnee der letzten Nacht.
Versipuls! Falls noch mehr drin sind, hab ich die nicht entdeckt *lach*
Ist die einzige ... glaube ich. *lacht*

Zitat:Zitat: doch jetzt behinderten die Bandagen ihn beim Atmen.
Icon_lachtot (sorry, aber das Wort wird jetzt lange Zeit für mich mit Kastannen in Zusammenhang stehen Icon_ugly )
Ähm, was genau ist falsch an Bandagen? o.O

Zitat:Zitat: als auch von den Gilde der Magier, die in ihm einen Spion sehen würden.
Das versteh ich nicht so recht … warum würden die Magier in ihm einen Spion sehen? Überhaupt, es wüsste doch niemand, dass er geflohen ist. Der Magier hält ihn ja für tot …
Hallo? Er ist ein Schwertkämpfer! Das sieht man doch sofort. Der muss ein Spion sein. (Zumindest denkt Shîn, dass die Magier das denken würden)

Zitat:Zitat: Geübt hielt der Schwertkämpfer inne,
Äh … er hat also viel Übung darin, innezuhalten? Mrgreen Ich weiß nicht, »innehalten« ist ja nichts, wo man viel verkehrt machen kann, deshalb klingt das hier komisch
Wenn man das so betrachtet ... ich hatte eher an so was gedacht wie: langjährige Übung ließ ihn innehalten. Das steckt doch eigentlich da mit drin, oder? *hust*

Zitat:Zitat: Shîn konnte die ausgebaute Trommel sehen, einige der Patronen lagen drumherum verteilt.
Hier wusste ich dann immerhin, dass es sich um eine Pistole handelt Mrgreen
Pro

Zitat:rechten« klein; wobei ich die Formulierung »in Reichweite seines Arms« merkwürdig finde. Warum nicht einfach »In seiner Nähe« ?
es würde reichen, entweder einen »kleinen Schrank« oder ein »Schränkchen« zu beschreiben, ansonsten ist es doppelt verkleinert (was bei »kleinen Kätzchen« süß wirken mag, bei Schränken hab ich dann eher eine Liliput-Version vor Augen *lach*
weil in Reichweite seines Arms für mich noch was anderes ist als in seiner nähe - beim Lilischrank hast du allerdings recht.

Zitat:Zitat: ruhte eine Sanduhr.
Verlockend.
Wie oben schon erwähnt, der Gedankengang brachte mich in die Richtung, dass Shîn mit Hilfe der Uhr siegen wird oder so. Dass die Uhr irgendeine Macht hat. Aber warum genau ist es für Shîn so verlockend? Ist er Kleptomane? *lach* Was erhofft er sich von der Uhr?
Verlockend ist sie für ihn hier: weil es irgendwie cool wäre sie vor dem Kampf noch umzudrehen. Icon_wink Außerdem - wie schon gesagt - passt sie in seinen Augen als Metapher.

Zitat:Zitat: Alkun fuhr übergangslos in die Höhe, das Artefakt fest in der rechten Faust.
Warum richtet er die Waffe dann auf Shîn, wenn sie nicht geladen ist? Als Drohung, in der Hoffnung, dass es einschüchternd wirkt?
Genau: in der Hoffnung, dass Shîn nicht bemerkt, dass sie nicht geladen ist. (Und vermutlich zu einem Teil aus Reflex.)

Zitat:Auch hier – für mich eindeutig ein Hinweis, dass Shîn durch das Umdrehen der Sanduhr auch die Lebenszeit des Magiers rückwärts laufen lässt oder sowas, also dass er irgendwas mit dem Magier anstellt.
Ich hab gedacht, dass er quasi seine eigene Lebenszeit im Auge behält. Ich gebe zu, dass es nicht unbedingt eindeutig ist (an der Stelle sollte jetzt übrigens klarer sein, wer was sagt.).

Zitat:Zitat: Na ja, jetzt wirst du auch nicht mehr dazu kommen, Narr!“
Ach, immer diese Bösewichte, die den Helden durch solche dummen Sprüche vorwarnen müssen Mrgreen
Ach - unser Held wusste doch schon vorher Bescheid. Mrgreen

Zitat:Zitat: das Blut von seinem Schwert an der mit Flammenmuster verzierten Robe des Magiers ab
das »Flammenmuster« würde ich hier rauslassen, sagt überhaupt nichts aus und hält den Satz nur unnötig auf. Der Mann ist eh tot, da könnte seine Robe auch mit Schafen verziert sein, es wär mir egal Icon_ugly
Aber ... ich mag das Flammenmuster! Bitte? Icon_smile

Zitat:Zitat: Eine Gruppe Männer hatte sich eingefunden.
Alle gekleidet in schwere Mäntel und dunkle Hüte, alle bewaffnet mit diversen Werkzeugen.
Auch hier frage ich mich – im Nachhinein – warum die Männer schon da sind? Rechnen sie ernsthaft damit, dass Shîn den Magier töten kann? Haben sie keine Angst, dass Shîn es nicht schafft und der Magier plötzlich einen wütenden Mob vor seinem Turm vorfindet? Keine Angst mehr vor dem Zorn ihres Meisters? Immerhin ist das offene Rebellion *zwinker*
Die Leute rechnen wirklich damit, dass Shîn gewinnt, immerhin hat er schon einen "Zauber" des Meisters überlebt.
(Wäre der Magie rausgekommen hätten sich alle rasch verkrümelt denke ich.)

Zitat:Zitat: Hälst uns wohl für blöd?“ […]
aber unvermeidbar war das ganze wohl trotzdem. […]
Seine gefrorene Zeit war wohl nun aufgetaut.
Da lässt sich bestimmt was machen *lach*
In der Tat.

Zitat:Trotzdem hab ich die Geschichte sehr gerne gelesen – sie ist interessant, originell und der Stil passt für mich super dazu.
Ich wiederhole mich: Schreib mal wieder was! Icon_wink
Yay, freut mich sehr, dass dir die Geschichte gefallen hat (hab in der Zwischenzeit tatsächlich was geschrieben *lacht*).

Vielen, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und dein zweites Mal lesen, das ja doch einige Hinweise zutage gefördert hat! Icon_smile

Liebe Grüße (und entschuldige, dass du sooo lange warten musstest ...)

- der Wanderer

PS. Ich kenne das Problem mit den Smileys. *lacht*

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Beitrag #18 |

RE: Gewürfelte Zeit
Heja Wwanderer,

bisher habe ich ja ausschließlich Deine lyrischen werke mit worten gewürdigt, doch ich meine, es ist an der zeit, das zu ändern! Zwar schreckt mich alles ab, was die länge von 2 seiten überschreitet, aber nu? Also los.

Prolog
Aha, es beginnt strophisch, liedhaft, sag`, ist es wagnerisch? D.h. das geklammerte ist authentisch?! – Fange ich etwa jetzt schon an, blöde fragen zu stellen?

Szene 1
Eine postapokalyptisch anmutende szenerie entsteht. Etwas grobes durchschwemmt die schilderung…worte wie „Stahl“, „Stein“, aber auch „Kälte“, „Schnee“ bringen mich als leser gefühlsmäßig in eine menschenfeindliche welt, in der ich Shins kampf zusehen kann. Ein mann im schnee. Plötzlich sind es zwei. Diese Begegnung finde ich sehr ‚rhythmisch’ eingeleitet und lebendig ausgearbeitet. „Spaten“ und „Schwert“.
Gräber und kämpfer? Und ein erwähnter „Meister“, von dem man sonst noch nichts weiß. Hm. Dann doch, in all der unwirklichkeit, ein haus.
Da sind einige hübsche formulierungen, die mir besonders aufgefallen sind:
„Ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.“
Oder
„Erinnerungsfetzen trieben zur Oberfläche, wie die Trümmer eines gerade gesunkenen Schiffs.“
Oder
„Ein tiefer, rasselnder Atemzug, als hätte er gerade die Oberfläche eines gefräßigen Sees durchbrochen.“

Szene 2
Spielt dann im hause des ‚grimmigen’ spatenmannes, zu dem er Shin geführt hat. Eine Frau „mit verwachsenen Armstümpfen“ wird in die geschichte eingeführt, und ich erfahre mehr über den „Magier“ / „Zauberer“, der scheinbar der herrscher über diesen flecken erde ist, Magus Alkin heißt, seine ‚untertanen’ betrügt und deren kinder angeblich tötet, darunter den sohn des spatenmannes. Shin, der feind, bekommt eine stärkende mahlzeit und den flehenden befehl, den magier zu töten.
Auch die 2.szene kommt atmosphärisch dicht gewoben herüber, ich rieche das holz, das heizöl, höre das knacken der balken.

Zitat:„Wer bist du, Fremder?“
Ein lebender Toter.
„Shîn. Schwertträger aus Municum. Dritter Grad.“

Mit dieser stelle hatte ich so ein kleines problem. Klar, spatenmann stellt die frage und Shin antwortet. Nur „Ein lebender Toter“…worauf bezieht sich das? Auf den fragesteller? Oder doch auf Shin, seine gedanken? Vielleicht würde es klarer, wenn dieser zusatz nach der antwort von Shin stünde? Und ist es eher ironisch gemeint? Oder doch vampiristisch…?
Amüsiert hat mich:

Der Spatenmann kehrte zurück, die Augen finster zusammengekniffen, Hut und Mantel über dem Arm.

Bei „Hut und Mantel über dem Arm“ war ich urplötzlich in einem Hollywood-restaurant der frühen 50er jahre.

Zitat:„Nacht und Eis haben dich wieder ausgespuckt, Fremder. Du musst sehr schwer verdaulich sein, normalerweise fressen sie alles.“
Die stelle ist cool! Gutes bild!
Ob stattdessen ein holzlöffel „scheppert“…hm?

Zitat:Gleichzeitig griff er nach seiner Klinge, die neben ihm am Tisch gelehnt hatte.
Vielleicht würde sie doch noch zu dem Blut kommen, das sie so gern trank.

Der 2.satz ist etwas sehr dick aufgetragen, außerdem scheint mir das bild der bluttrinkenden klinge einfach nicht zutreffend.

Szene 3
Und schon bekommt ein poLet antworten auf seine blödesten fragen! Shin lebt, hätte aber tot sein müssen. Nur warum das so ist, hat poLet nicht verstanden…wieder etwas überlesen?
Ok, die geschichte steuert auf den höhepunkt zu, ‚töten-oder-nicht-töten’, das wird hier zur frage. Aber nein. ‚Ein schwertkämpfer ist ein schwertkämpfer ist ein schwertkämpfer’! Dieser magier vertreibt sich also die zeit mit euthanasie und dem putzen von waffen. Und findet ein recht unmagisches ende. A propos ende: gut, die sanduhr läuft ab, symbolisch für die lebenszeit unseres helden, während die dorfblöden, für die sie Shin gewiss nicht hält, lieber ein anarchistisches system errichten würden, als einem neuen herrscher zu dienen.

Insgesamt war es mal ein abenteuer für mich, in eine solche geschichte einzutauchen.
Auf den titel zurückkommend, bedeutet er für mich, die vorbestimmung eines göttlichen schicksals über alles lebendigen. Lebenszeit wird ausgewürfelt und findet sich manchmal in einer sanduhr wieder.

Habe ich gerne gelesen.
Doch! Icon_wink

Dir gute würfel!
poLet


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Beitrag #19 |

RE: Gewürfelte Zeit
Hey PoLet!

Dein Kommentar hier zu ist ja schon mehr als einen Monat her? Wo rinnt mir nur die Zeit hin?
Dann aber jetzt, damit du nicht noch länger warten musst.
Vorneweg: ich hab deinen Kommentar natürlich sofort gelesen und mich sehr darüber gefreut! Kommentare sind eben doch einfach was schönes. *lacht*
Vor allem, wenn es konstruktiv wird.

Zitat:bisher habe ich ja ausschließlich Deine lyrischen werke mit worten gewürdigt, doch ich meine, es ist an der zeit, das zu ändern! Zwar schreckt mich alles ab, was die länge von 2 seiten überschreitet, aber nu? Also los.
Und ich hoffe es war keine Zeitverschwendung! Hast dir aber auch eines meiner "lyrischsten" Prosawerke ausgesucht.

Zitat:Prolog
Aha, es beginnt strophisch, liedhaft, sag`, ist es wagnerisch? D.h. das geklammerte ist authentisch?! – Fange ich etwa jetzt schon an, blöde fragen zu stellen?
Hm ... nein. Weder noch, ich hab es - bewusst stereotypisch aber - selbst geschrieben. Es sollte den Schlüssel zur gesamten Geschichte bilden. So dass man nach dem Lesen noch einmal zurückblickt und versteht, was wirklich mit dem Epos gemeint war, oder so. Icon_wink
Wie auch bei einigen anderen Werken hab ich dem Leser aber einiges zuviel aufgehalst, was in meiner kleinen Autorenwelt funktioniert - weil ich ja weiß, was ich sagen will. *lacht* Aber ich mag die Geschichte wirklich.

Zitat:Eine postapokalyptisch anmutende szenerie entsteht. Etwas grobes durchschwemmt die schilderung…worte wie „Stahl“, „Stein“, aber auch „Kälte“, „Schnee“ bringen mich als leser gefühlsmäßig in eine menschenfeindliche welt, in der ich Shins kampf zusehen kann.
Genau die Szenerie, die ich erzeugen wollte. Es sollte was von *hust* atomarem Winter haben. Freut mich, dass das geklappt hat!

Zitat:Ein mann im schnee. Plötzlich sind es zwei. Diese Begegnung finde ich sehr ‚rhythmisch’ eingeleitet und lebendig ausgearbeitet. „Spaten“ und „Schwert“.
Gräber und kämpfer?
Rythmisch heißt auch, es war dir nicht zu abrupt? Ich glaube anfangs war diese Stelle etwas chaotisch und schwer nachzuvollziehen - ich hatte allerdings, glaube ich, zu diesem Zeitpunkt an dieser Stelle noch auf Namen verzichtet. Mittlweile wurde an der Stelle aber ein wenig gefeilt. In Ordnung, ja? Icon_smile

Zitat:Da sind einige hübsche formulierungen, die mir besonders aufgefallen sind:
„Ein Uhrwerk, das seine Zeiger mühsam durch Sirup bewegen muss.“
Oder
„Erinnerungsfetzen trieben zur Oberfläche, wie die Trümmer eines gerade gesunkenen Schiffs.“
Oder
„Ein tiefer, rasselnder Atemzug, als hätte er gerade die Oberfläche eines gefräßigen Sees durchbrochen.“
Vielen Dank für das Lob! Gerade von dir mit einem gewissen Ruf auf dem Gebiet hübscher Formulierungen. Mrgreen
(Die letzte hat mir beim Schreiben irgendwie auch besonders Spaß gemacht.)

Zitat:Auch die 2.szene kommt atmosphärisch dicht gewoben herüber, ich rieche das holz, das heizöl, höre das knacken der balken.
Was mich besonders freut in Anbetracht der Tatsache, dass ich hier - zumindest gefühlt - eine etwas kargere Sprache verwende (über die dann die ein oder andere Metapher hinüber helfen soll). Perfekt also, wenn die Atmosphäre nicht auf der Strecke bleibt.

Zitat:Zitat:„Wer bist du, Fremder?“
Ein lebender Toter.
„Shîn. Schwertträger aus Municum. Dritter Grad.“

Mit dieser stelle hatte ich so ein kleines problem. Klar, spatenmann stellt die frage und Shin antwortet. Nur „Ein lebender Toter“…worauf bezieht sich das? Auf den fragesteller? Oder doch auf Shin, seine gedanken? Vielleicht würde es klarer, wenn dieser zusatz nach der antwort von Shin stünde? Und ist es eher ironisch gemeint? Oder doch vampiristisch…?
Es soll die erste Antwort Shîns sein - er denkt: Ich bin ein lebender Toter. und sagt die technisch korrekte Antwort, die sich aber falsch anfühlt für ihn. Weil er denkt, er müsste eigentlich tot sein. In dem ich den Gedanken vor die eigentliche Antwort setze, hab ich mich für die Reihenfolge entschieden, in der der Gedankengang auch in Shîns Kopf abläuft - und wie ich denken würde. In anderer Reihenfolge, würde da nicht auch die Priorität (für Shîn, aber wie sie beim Leser ankommt) vertauscht?

Zitat:Bei „Hut und Mantel über dem Arm“ war ich urplötzlich in einem Hollywood-restaurant der frühen 50er jahre.
*lacht* Das passt natürlich nicht ganz in das Setting, das mir vorschwebt. Wobei der Hut und der Mantel in Farbe und Schnitt vielleicht doch eine gewisse Ähnlichkeit hat?

Zitat:Die stelle ist cool! Gutes bild!
Danke! Mit der Stelle bin ich auch recht zufrieden. Icon_smile

Zitat:Ob stattdessen ein holzlöffel „scheppert“…hm?
Hm ... der (Blech-)Teller scheppert. Der Holzlöffel klickt nur, was dem Geräusch des Löffels am Tellerrand, das ich im Ohr habe, am nächsten kam. Aber du bist nicht der erste, dem das aufstößt. Vielleicht sollte ich doch ein Metall für den Löffel verwenden?

Zitat: Zitat:Gleichzeitig griff er nach seiner Klinge, die neben ihm am Tisch gelehnt hatte.
Vielleicht würde sie doch noch zu dem Blut kommen, das sie so gern trank.


Der 2.satz ist etwas sehr dick aufgetragen, außerdem scheint mir das bild der bluttrinkenden klinge einfach nicht zutreffend.
Hm, hm ... wollte vermitteln, dass Shîn sein Schwert personalisiert. Aber ja ist schon ein sehr abgedroschener Satz. Wenn ich mir die Stelle so anschaue, ist er auch etwas Lückenfüller, damit die Dialogfetzen nicht zu nah beieinander stehen. Das ist natürlich eigentlich keine Existenzberechtigung. Hab den Satz jetzt mal raus genommen - und "lehnte" durch "wartete" ersetzt, damit ein bisschen Personalisierung erhalten bleibt. Was sagst du? Besser? Icon_smile

Zitat:Und schon bekommt ein poLet antworten auf seine blödesten fragen! Shin lebt, hätte aber tot sein müssen. Nur warum das so ist, hat poLet nicht verstanden…wieder etwas überlesen?
Nein überlesen hast du nichts. Das ganze Bild mit der gefrorenen Zeit steht dafür, dass Shîn Zeit bekommen hat, die ihm - zumindest nach seinem Gefühl - nicht zusteht. Aber ich verrate dir gerne, was ich mir ausgedacht habe, damit Shîn überlebt - und vielleicht verrätst du mir im Gegenzug, ob ich das nicht doch irgendwie geschickt und leise einbauen kann. Icon_wink
Ich hatte Rechtsmedizin für Juristen an der Uni -> es gibt immer wieder Fälle, wo Menschen schwere Verletzungen deshalb überleben, weil es so kalt ist, dass man kaum Blut verliert, weil die Außenpartien eh kaum noch durchblutet werden. Shîn wurde angeschossen und im Schnee liegen gelassen. Ihm ist genau das passiert. Und jetzt kommst du. Mrgreen

Zitat:Ok, die geschichte steuert auf den höhepunkt zu, ‚töten-oder-nicht-töten’, das wird hier zur frage. Aber nein. ‚Ein schwertkämpfer ist ein schwertkämpfer ist ein schwertkämpfer’!
Jo, Shîn ist schon ein gefangener seiner Rolle, aber das ist der Magier auch, nicht wahr. Und vielleicht auch die Dorfbewohner.

Zitat:Dieser magier vertreibt sich also die zeit mit euthanasie und dem putzen von waffen. Und findet ein recht unmagisches ende.
Überhaupt gibt es in dieser Geschichte keinen einzigen Tropfen ... Funken(?) ... kein einziges Teilchen Magie. Nur weil jemand Magier heißt, heißt das ja noch nicht, dass erwirklich Zaubern kann. Hab gedacht, wenn man nicht versteht, wie etwas funktioniert, hält man es für Magie.

Zitat:A propos ende: gut, die sanduhr läuft ab, symbolisch für die lebenszeit unseres helden, während die dorfblöden, für die sie Shin gewiss nicht hält, lieber ein anarchistisches system errichten würden, als einem neuen herrscher zu dienen.
Genau. Die geborgte Zeit ist ausgebraucht. Die Würfeln sind gefallen - oder vielleicht doch nicht? Wer weiß. Icon_wink

Zitat:Insgesamt war es mal ein abenteuer für mich, in eine solche geschichte einzutauchen.
Auf den titel zurückkommend, bedeutet er für mich, die vorbestimmung eines göttlichen schicksals über alles lebendigen. Lebenszeit wird ausgewürfelt und findet sich manchmal in einer sanduhr wieder.
Klingt nach einem sehr guten Ansatz, um die Geschichte zu verstehen!

Zitat: Habe ich gerne gelesen.
Doch! Icon_wink
Und das freut mich sehr. Vielen Dank für deine Gedanken zu meinem Text - es ist einfach gut, eine fremde Sicht auf den eigenen Text zu bekommen. Deshalb stehen die Geschichten ja hier im Forum und das möchte ich nicht missen. Es gibt einem doch viel.

Danke und wir lesen uns Icon_smile,
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Beitrag #20 |

RE: Gewürfelte Zeit
Hej WWanderer, ich muss nochmal was dransetzen! Icon_wink
Du gibst zu
Zitat:Dein Kommentar hier zu ist ja schon mehr als einen Monat her? Wo rinnt mir nur die Zeit hin?
Dann aber jetzt, damit du nicht noch länger warten musst.
...ach, mach Dir keinen kopf. Ich habe großen respekt vor den lernenden bevölkerungsschichten! Mrgreen
Zitat:Wie auch bei einigen anderen Werken hab ich dem Leser aber einiges zuviel aufgehalst, was in meiner kleinen Autorenwelt funktioniert - weil ich ja weiß, was ich sagen will.
...aha! Schlechtes gewissen, ja?! Icon_wink Brauchste doch nicht, gar nicht.
Zitat:Rythmisch heißt auch, es war dir nicht zu abrupt?
und
Zitat:Was mich besonders freut in Anbetracht der Tatsache, dass ich hier - zumindest gefühlt - eine etwas kargere Sprache verwende
hängt ja gewissermaßen zusammen. Es ist nicht abrupt, aber karg, ja, das teilweise schon, aber das gebiert keinen negativen geschmack. Es passt so. Die geschichte wird dadurch dicht.
Zitat:Es soll die erste Antwort Shîns sein - er denkt: Ich bin ein lebender Toter. und sagt die technisch korrekte Antwort, die sich aber falsch anfühlt für ihn. Weil er denkt, er müsste eigentlich tot sein. In dem ich den Gedanken vor die eigentliche Antwort setze, hab ich mich für die Reihenfolge entschieden, in der der Gedankengang auch in Shîns Kopf abläuft - und wie ich denken würde. In anderer Reihenfolge, würde da nicht auch die Priorität (für Shîn, aber wie sie beim Leser ankommt) vertauscht?
...könnte sein, dass die priorität nicht mehr rauskäme. Was ich meine ist, dass es -für mich- schwierig ist, zu erkennen, dass es sich um gedanken handelt. Du könntest 'Ein lebender Toter' setzen, oder in Dreadkursiv ausweichen, obwohl Du kursiv scheinbar gar nicht benutzt. Egal, einfach eine genauere kenntlichmachung, dass es Shins gedanke ist. So könnte es auch ein satz des erzählers sein...Du verstehst?
Zitat:Hm ... der (Blech-)Teller scheppert. Der Holzlöffel klickt nur, was dem Geräusch des Löffels am Tellerrand, das ich im Ohr habe, am nächsten kam. Aber du bist nicht der erste, dem das aufstößt. Vielleicht sollte ich doch ein Metall für den Löffel verwenden?
...ach ja, der löffel...dieser löffel, tststs...- jetzt sieht es -mit verlaub- lustig aus mit den "klicks"...Icon_lol...es tut mir leid, ich wollte nicht auf solch unwichtigen details rumkauen! Wie wäre es mit Zinn?
Zitat:Nein überlesen hast du nichts. Das ganze Bild mit der gefrorenen Zeit steht dafür, dass Shîn Zeit bekommen hat, die ihm - zumindest nach seinem Gefühl - nicht zusteht. Aber ich verrate dir gerne, was ich mir ausgedacht habe, damit Shîn überlebt - und vielleicht verrätst du mir im Gegenzug, ob ich das nicht doch irgendwie geschickt und leise einbauen kann. Icon_wink
Ich hatte Rechtsmedizin für Juristen an der Uni -> es gibt immer wieder Fälle, wo Menschen schwere Verletzungen deshalb überleben, weil es so kalt ist, dass man kaum Blut verliert, weil die Außenpartien eh kaum noch durchblutet werden. Shîn wurde angeschossen und im Schnee liegen gelassen. Ihm ist genau das passiert. Und jetzt kommst du.
...also komm ich jetzt mal. Möglich wäre ein solcher einbau vielleicht in der 1.szene, freilich nur "geschickt und leise". Oder Du nutzt in szene3
Zitat:Konsequenter Weise hätte er tot sein müssen. Shîn schüttelte sich.
Durch Zufall war er es nicht.
...- vielleicht wäre auch dort ein rechtsmedizinjuristischer halbsatz möglich?!
Achso, vorher noch Deine frage
Zitat:Hm, hm ... wollte vermitteln, dass Shîn sein Schwert personalisiert. Aber ja ist schon ein sehr abgedroschener Satz. Wenn ich mir die Stelle so anschaue, ist er auch etwas Lückenfüller, damit die Dialogfetzen nicht zu nah beieinander stehen. Das ist natürlich eigentlich keine Existenzberechtigung. Hab den Satz jetzt mal raus genommen - und "lehnte" durch "wartete" ersetzt, damit ein bisschen Personalisierung erhalten bleibt. Was sagst du? Besser?
...finde ich schon. Knapper und nicht so blutrünstig. Und das DU des schwertes bleibt erhalten! Mrgreen

So, genug erstmal.
Danke für Dein eingehen auf meine anmerkungen!
Schönes,
poLet


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