Es ist: 26-10-2020, 05:17
Es ist: 26-10-2020, 05:17 Hallo, Gast! (Registrieren)


5 Wörter Teil 11 (abgeschlossen)
Beitrag #1 |

5 Wörter Teil 11 (abgeschlossen)
Meine fünf neuen Wörter: Wandbehang, Kartoffelschäler, Winfried, Kamin, Walpurgisnacht.
Mal sehen, ob da jemand eine Geschichte mit basteln kann.

HGruß, Sigurd


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Beitrag #2 |

RE: 5 Wörter Teil 11
„Verdammt!“
Garin ließ den Kartoffelschäler fallen, steckte seinen in mitleidenschaft gezogenen Finger in den Mund und schmeckte sofort das metallene Aroma des Blutes.
„Garin!“, wutschnaubend stapfte Winfried auf ihn zu.
„Du bist wirklich der dümmste Küchenjunge, der mir jemals untergekommen ist.“
„Tut mir Leid“, schuldbewusst senkte der Junge seine braunen Augen, wagte es nicht den hageren Koch anzusehen.
„Wie oft hast du ihn diese Woche schon fallengelassen?“
Winfried hob drohend die riesige, silberne Schöpfkelle. Gerade wollte Garin dem Schlag ausweichen, als der Koch plötzlich innehielt. Wie versteinert stand er in seiner Küche, die Flammen im Kamin ließen seine Waffe gefährlich funkeln.
„Du hast doch nicht gerade geflucht?“ Die Panik in den weitaufgerissenen Augen seines Meisters lähmte Garins Zunge und er brachte lediglich ein unbestimmtes Kopfnicken zustande. Langsam ließ Winfried die Schöpfkelle sinken und auch er selbst schien nicht mehr aufrecht stehen zu können. Er schwankte und Garin hatte schon die Befürchtung ihn auffangen zu müssen, doch im letzten Moment ließ sich Winfried auf einen Schemel nieder.
„Haben dir deine Eltern denn nicht beigebracht, dass man in dieser Nacht nicht flucht?“
Garin schüttelte den Kopf, dass Entsetzen in den Zügen des Kochmeisters hatte ihm den Atem geraubt.
Mit der Schöpfkelle zeigte Winfried auf den Wandbehang, den sich Garin noch nie mit Verstand angesehen hatte. Alte, verstaubte Teppiche interessierten ihn nicht. Das Küchengerät schien dabei mit seinem Arm verwachsen zu sein und ragte wie ein überdimensionaler Finger in die stickige Luft.
Garin konnte im Schein des Kaminfeuers ein verwobenes Muster auf dem Wandteppich erkennen. Linien, welche nach genauerer Betrachtung Bilder erkennen ließen. Darstellungen von Frauen mit roten Haaren, krummen Rücken und auf Besen reitend.
„Das sind Hexen, Junge“, konnte Garin die Stimme Winfrieds hören. Sie hatte einen düsteren Klang angenommen, wie er erschreckt bemerkte.
„Heute ist Walpurgisnacht“, Garin konnte fast schon hören wie Winfried mit den Worten rang, „und wer in dieser Nacht flucht, wird von ihnen heimgesucht.“
Die Stimme des Kochs in Garins Rücken erstarb.
„Was tun die Hexen denn, wenn sie mich heimsuchen?“, ohne es zu wollen hatte der Junge die Stimme gesenkt, sie war zu einem Flüstern verkommen.
„Sie werden mit dir das tun, was sie mit allen ungezogenen Jungen machen. Sie werden dich Nacht für Nacht aus deinem weichen Bett zerren, dich einsperren und dich solange mit ihren Hexenbesen verprügeln, bis du endlich gelernt hast mit dem Kartoffelschäler umzugehen!“

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #3 |

RE: 5 Wörter Teil 11
echt stark! Mrgreen


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Beitrag #4 |

RE: 5 Wörter Teil 11
Laut pfiff der Wind durch den maroden Kamin der Holzhütte. Es hörte sich an, als würde jemand schreien. Erschrocken rannte ich zur Küchenablage und griff mir das erste, was mir unter die Finger kam – ein Kartoffelschäler.
„Willst du den Geist etwa mit dem Ding töten?“, fragte mein Bruder Jay und sah mich verständnislos an.
Ich zuckte die Schultern. „Vielleicht ist es ja ein Kartoffelgeist.“
„Klar doch“, meinte Jay grinsend, „ein Kartoffelgeist mit Namen Winfried.“
Wir mussten lachen, obwohl wir eigentlich ziemlich Angst hatten. Es war fast Mitternacht und das alte Blockhaus, in dem mein Bruder und ich unser Wochenende verbrachten, stand weit ab vom Dorf. All das wäre gar nicht so beunruhigend, wenn nicht heute Morgen ein Brief auf unserer Türschwelle gelegen hätte, in dem stand:

Der Poltergeist poltert
in der Walpurgisnacht rein.
Er holt euch zum Tanze -
das wird euer Ende sein.


Wir hatten nicht daran geglaubt und uns über den grottenschlechten Reim lustig gemacht, doch langsam wurde es uns hier ganz schön unheimlich. Das schöne Wetter hatte sich im laufe des Abends in ein Unwetter verwandelt. Sturm, Regen und Gewitter, wir in einer einsamen Hütte im Wald - wie in einem Horrorfilm. Mich überkam eine Gänsehaut bei dem Gedanken. Plötzlich ging das Licht aus, dann hörten wir ein lautes Poltern, gefolgt von einem Fluchen.
„Seit wann fluchen Geister?“, flüsterte ich ängstlich und tastete mich zur Küchenschublade vor, in der eine Taschenlampe lag.
„Keine Ahnung.“
„Wollen wir mal nachsehen?“
„Bist du irre?“
„Vielleicht“, sagte ich. „Wir können aber auch warten, bis der Geist uns ...“
Es polterte wieder. Diesmal hörte es sich an, als wäre etwas sehr schweres zu Boden gefallen.
„Das kam von unten“, flüsterte mein Bruder, und sein angstverzerrtes Gesicht sah im Schein der Taschenlampe noch grotesker aus.
Langsam schlichen wir zur Kellertür, die einen Spalt offen stand. Von unten hörten wir eine unheimliche Stimme. Es klang, als ob jemand mit vollem Mund nach Hilfe rief.
„Du wartest hier“, sagte ich zu Jay. Bevor er protestieren konnte, nahm ich all meinen Mut zusammen und stieg die Treppe nach unten.
Hier standen jede Menge alte Möbel und Kisten. Rechts an der Wand raschelte irgendetwas. Schnell hielt ich den Strahl meiner Taschenlampe dorthin und sah einen dunklen Berg, von der Größe eines Bären, der sich bewegte und stöhnte.
„Hilfe“, kam es jetzt zwar noch gedämpft, aber schon viel deutlicher herüber.
Zögernd ging ich näher und erkannte den großen staubigen Wandbehang, der nun nicht mehr an der Wand hing, sondern auf der Erde lag. Vorsichtig hob ich ihn ein Stück nach oben und leuchtete darunter.
„Nimm endlich dieses scheiß Ding von mir runter“, wetterte eine vertraute Stimme und ein zerzauster grauhaariger Männerkopf kam zum Vorschein.
„Onkel Eddie, was machst du denn hier?“, fragte ich und hob den schweren Teppich weiter hoch.
„Na was wohl?“, maulte er und kam stöhnend hervorgekrochen. „Ich wollte euch Deppen erschrecken. Ich hab hier unten gewartet bis die Geisterstunde anbricht, hab die Sicherung ausgeschaltet, aber meine blöde Taschenlampe wollte nicht funktionieren. Also hab ich mich zum Ausgang getastet, bin über irgendetwas gestolpert und dann wohl in die falsche Richtung gelaufen. Als ich wieder gestolpert bin, hab ich mich an diesem hässlichen Wandbehang festhalten und plötzlich lag das Ding auf mir drauf.“
„Du bist der mieseste Geist, den ich je gesehen hab“, sagte ich lachend, schraubte die Sicherung wieder rein und ging mit ihm nach oben. Mein Bruder war erleichtert, als er Onkel Eddie sah. Wir holten uns Bier aus dem Kühlschrank und feierten mit unserem Kartoffelgeist eine geisterfreie Walpurgisnacht. Mrgreen

Schluss mit lustig

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Beitrag #5 |

RE: 5 Wörter Teil 11
Mrgreen Onkel Eddie als Geist ... - lustig! Icon_lol


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Beitrag #6 |

RE: 5 Wörter Teil 11
Es war ein kalten Winterabend, als Winfried am ganzen Körper zitternd nach Hause kam um seinen Eltern die neusten Neuigkeiten zu berichten.
Das ganze Haus duftete schon verführerisch nach Essen. Seine Mutter war also gerade mit Kochen beschäftigt. Sehr gut!
Leise schlich er die Treppen hinauf, immer darauf bedacht keinen Laut von sich zu geben. Erst wollte er seine nassen Klamotten loswerden, bevor er den beiden von seiner peinlichen Begegnung erzählte. Also ging er auf Zehnspitzen in sein immer, vorbei an dem hässlichen Wandbehang, den sie letztes jahr von Oma Gerda geschenkt bekommen hatten.
Oma Gerda, müsst ihr wissen hatte mal einen unglaublichen pink Tick. In ihrem alten Haus gab es absolut nichts, dass nicht pink oder rosa war.
Winfried's Mutter meint es liege daran, dass sie so die Tatsache verarbeitet hat, dass sie 10 Jungs im Haus hatte und kein einziges Mädchen, obwohl sie doch so gern eins gewollt hatte.
Aber das war doch kein Grund sich einen pinken Kartoffelschäler oder ein rosa leuchtendes Telefon anzuschaffen, oder?
Das highlight war ja immer noch das Badezimmer: knallig pink mit lila Strasssteinchen. Ihgitt!
Auch nicht zu vergessen war der schweinchenrosane Kamin, den sie mit lila Plüschfell geschmückt hatte.
Und dann kam der Tag, der ja kommen musste.
Es war der 30. April. Walpurgisnacht. Ein besonders kalter Tag. Wenn nicht sogar der kälteste im ganzen Jahr.
Und was machte Oma Gerda? Natürlich sie zündete den Kamin an.
Soweit, so gut.
Kurze Zeit später war es ihr aber zu warm und sie öffnete das Fenster, was dazu führte, dass das lila Fell herunter fiel und somit mitten in die Flammen.
Niemand konnte schnell genug reagieren um etwas zu retten. Innerhalb von Sekunden stand der rosa Plüschpalast in Flammen und als die Feuerwehr endlich eintraf war das Wohnzimmer kohlrabenschwarz.
Winfrieds Oma aber fand das weniger schlimm. Im Gegenteil: Sie entdeckte für sich den Gothiclook. Aber hallo! Immer noch besser als pinke Stoffschweinchen mit glitzer Flügeln.
Und als Andenken, an diese gedenkwürdige Walpurgisnacht, die Beerdigung des pinken Paradieses, schenkte ihnen Oma Gerda diesen grässlichen Wandbehang mit lila Einhörnern. Es war das einzigste im Wohnzimmer das überlebt hatte.
Komischerweise. Aber über diese komische Tatsache wollte Winfried sich echt keine Gedanken mehr machen.
Erst einmal musste er seinen Eltern beibringen, dass seine Großmutter neuerdings den Lolitalook stand und sich nur noch ganz im Rüschchen Outfit zeigte. Na dann Prost Mahlzeit!


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Beitrag #7 |

RE: 5 Wörter Teil 11
/Erinnerung: Es ist mehr als ein Monat herum. Zeit, Sigurd, die Gewinnerin zu küren. Icon_wink

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #8 |

RE: 5 Wörter Teil 11
Hallo!

Also für mich ist die erste Geschichte die schönste. Die anderen Geschichten sind auch gut, aber ich muss mich ja für eine einzige entscheiden. So küre ich denn die Siegerin und sie heißt: Lady des blauen Mondes - nicht zuletzt, weil mir das was sie aus diesen fünf Wörtern gemacht, sehr gefallen hat. Starke Geschichte.

Gruß, Sigurd


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Beitrag #9 |

RE: 5 Wörter Teil 11
Der Entscheidung kann ich mich nur anschließen. Ich fand die Geschichte auch toll. Gratuliere Lady! Icon_jump

Schluss mit lustig

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Beitrag #10 |

RE: 5 Wörter Teil 11
Hey, toll. Mrgreen Endlich, hab ich auch mal gewonnen! Icon_jump
*Freundentränen aus den Augen wisch*

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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