Es ist: 21-10-2020, 05:43
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Schreibratgeber - sinnvoll oder sinnlos?
Beitrag #1 |

Schreibratgeber - sinnvoll oder sinnlos?
Hallo zusammen,

Bücher über das Schreiben gibt es viele. Manch einer hält diese Schreibratgeber für die Offenbarung, andere wiederum lehnen solche Bücher konsequent ab.

Wie sieht das bei euch aus - wie sinnvoll oder sinnlos findet ihr diese Ratgeber? Welche könnt ihr empfehlen – welche nicht?
Vielleicht könnt ihr ja auch mal eine Auflistung von denen machen, die ihr gelesen habt und einen kurzen Kommentar dazu abgeben. Mrgreen

LG
Lilith

Schluss mit lustig

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Beitrag #2 |

RE: Schreibratgeber - sinnvoll oder sinnlos?
Jo Lilith,

ich finde solche Bücher eig ganz praktisch, aber besser ist es selbst herauszufinden. Nach einiger Zeit lernt man das von alleine. Icon_smile
Von diesen Büchern gibt es gute und schlechte Arten. Ich habe ein gutes und zwei schlechte erwischt. Icon_wink

Kleine Grüße
KleinerWassergeist Cowsleep

"Denkst du, ich habe den Verstand verloren?" - Alice
"Ich fürchte Ja. Du hast eine Meise, du bist verrückt. Nicht bei Sinnen. Aber ich verrate dir was. Das macht eben die Besten aus." - Ihr Vater

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Beitrag #3 |

RE: Schreibratgeber - sinnvoll oder sinnlos?
Hallo Lilith,

ich finde Schreibratgeber schon sinnvoll - weil man durch sie das literarische Handwerk erlernen kann - was einen in die Lage versetzt, die eigenen Ideen adäquat umzusetzen. Empfehlen kann ich: Sol Stein "Über das Schreiben"; Stephen King "Das Leben und das Schreiben"; James N. Frey "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt"; Fritz Gesing "Kreativ schreiben"; Gabriele L. Rico "Garantiert schreiben lernen"; Jürgen vom Scheidt "Kreatives Schreiben"; Kayser "Kleine deutsche Versschule". Es lohnt sich, verschiedene Anleitungen zu lesen, weil jeder Autor eine andere Sicht auf die Dinge hat. Ideen muss man selbst haben, klar - aber das Handwerkliche (sprich: gute Darstellung der Idee) ist erlernbar.

HGruß, Sigurd


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Beitrag #4 |

RE: Schreibratgeber - sinnvoll oder sinnlos?
Bisher habe ich nur zwei Schreibratgeber gelesen, bzw. bin beim zweiten gerade dabei:

Vier Seiten für ein Halleluja
und
Drei Seiten für ein Exposé

beide von Hans Peter Roentgen

Ich finde die Ratgeber insofern gut gemacht, dass dort Beispieltexte auseinandergenommen werden, sodass man die Fehler gut nachvollziehen kann.
Also ein sehr anschaulicher Ratgeber.

Gerade für so bestimmte Kniffe wie das Exposéschreiben finde ich Ratgeber hilfreich, da man sich dort gute Tipps holen kann.

Allerdings sollte man Schreibratgeber meiner Meinung nach immer sehr kritisch lesen. Es sind immer nur Möglichkeiten, etwas umzusetzen, nie reine Wahrheiten. Wenn es mir hilft, in Ordnung. Wenn ich für mich eine eigene bessere Lösung finde, die funktioniert- noch besser.
Wenn man nicht alle Vorschläge in den Ratgebern sklavisch befolgt, können sie auf jeden Fall nicht schaden, sondern öffnen einem die Augen auf verschiedene Perpektiven und schulen das kritische Bewusstsein.


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Beitrag #5 |

RE: Schreibratgeber - sinnvoll oder sinnlos?
'Nabend Lilith und auch alle anderen Mitleser,

ich selbst stehe solchen "Schreibratgebern" sehr skeptisch gegenüber. Das geht schon beim Titel los: Was bitte ist ein "verdammt guter" Roman? Für mich wären das zum Beispiel die Sturmwelten, für meinen Mann ein Roman der Midkemia-Saga, für meine Schwester war es Harry Potter, für meinen Schwager gibt es so einen Roman wahrscheinlich nicht *lach*
oder "Garantiert schreiben lernen" ... wie will mir der Autor das garantieren? Man BRAUCHT einfach ein bisschen Sprachgespür um "gut" schreiben zu können, man braucht Beobachtungsgabe, Menschenkenntnis oder zumindest Einfühlungsvermögen, man braucht Phantasie und Kreativität. Ich glaube, dass Menschen ohne gewisse "Grundtalente" keine wirklich packende und fesselnde Geschichte schreiben können. Da kann kein Buch der Welt was dran ändern.

Dann gibt es in diesen Schreibratgebern immer Tipps (soweit ich weiß, hab ja noch keinen gelesen), die jedem Menschen unterschiedlich viel oder wenig bringen. Ja gut, vielleicht schreibt Stephen King seine Bestseller immer in der Badewanne (keine Ahnung), aber das heißt doch nicht, dass ich selbst auch in der Badewanne (und NUR in der Badewanne, aber da mit Garantie) Bestseller produziere.
Um sich Ideen und Anregungen zu holen, ist das Ganze vielleicht gut, aber als "Anleitung" zum Schreiberfolg kann sowas doch nicht gedacht sein. Es kommt dabei doch immer auf persönliche Vorlieben, Rituale und Eigenarten an.

Außerdem muss man beachten, welche Muttersprache der Autor spricht. Wenn ich mir so ein Buch kaufen würde, um im Sprachhandwerk etwas zu lernen, würde ich nur von deutschen Autoren kaufen. Im Englischen gelten ganz andere Regeln, vom Satzbau her aber auch vom Wortgebrauch. "Guter" Stil ist auch sprachabhängig.

Bei mir kommt die Einstellung vielleicht auch daher, dass ich Schreiben für ein Hobby halte, das mir Spaß machen soll. Ich will irgendwann einen Roman schreiben - ja. Aber ich will nicht dafür "schuften" müssen, mich an Regeln halten, eine Liebesgeschichte einbauen damit es sich besser verkauft, Adjektive streichen weil sie böse sind, Psychologie studieren um jede Gefühlsregung der Charaktere durch korrekte Beschreibung der Gestik und Mimik "showen" und nicht "tellen" zu können ....
Wer wirklich erfolgreich sein will, muss sich vielleicht an solche Regeln halten und bekommt in diesen Büchern vielleicht auch gute Hinweise.
Wer aber seinen eigenen Stil finden will, muss testen, muss Risiken eingehen, seine eigenen Grenzen und Rituale, Motivationen und Inspirationen suchen.

Unter dem Aspekt: "Wie man einen Roman schreibt, mit dem man Geld verdienen kann", würd ich mir so ein Buch kaufen.
Oder wenn ich den Autor ohnehin gern lese und mir ein paar Tipps von ihm abgucken möchte.

Aber um Schreiben zu "lernen" ... da bin ich skeptisch.

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #6 |

RE: Schreibratgeber - sinnvoll oder sinnlos?
Hallo @ all,
eine solche Diskussion gab es schon einmal. Meine Meinung und die einiger anderer findet ihr hier:

http://www.literatopia.de/forum/thread-2558.html

LG
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #7 |

RE: Schreibratgeber - sinnvoll oder sinnlos?
Hallo Lanna!

Du unterliegst da einem Irrtum: Es geht in Schreibratgebern nicht darum, einen fit zu machen um viele Bücher zu verkaufen (wie kriegt man einen Bestseller hin oder sowas) Es geht auch nicht um Vorschriften, die man unbedingt einzuhalten hätte. Es geht ganz allgemein um handwerkliche Dinge - wenn es ein guter Ratgeber ist. Unabhängig von Genre, Stil und was auch immer. Man lernt unter anderem einen wirkungsvollen Dialog zu schreiben, man lernt Spannung aufzubauen, man lernt Anfänge wirkungsvoll zu schreiben, mit Metaphern umzugehen, Charakterisierung von Personen etc. Wie gesagt, das sind ganz allgemeine Tipps (von erfahrenen Leuten), die man sich zumindest mal ansehen und durchdenken kann. Was man davon in die eigenen Texte einfließen lässt und wie, entscheidet am Ende immer noch der Autor. Was ist dagegen zu sagen, wenn man z. B. weiß, dass ein wirkungsvoller Dialog indirekt ist und man nicht weiter Frage/Antwort-Dialoge schreibt, die vielleicht stinklangweilig sind? Ein Schreiner lernt ja auch erst mal allgemein wie man einen Tisch zimmert - bevor er dann den Tisch baut, der ihm eigentlich vorschwebt.

HGruß, Sigurd


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Beitrag #8 |

RE: Schreibratgeber - sinnvoll oder sinnlos?
Moin zusammen.

@Sigurd:
Zitat:Stephen King "Das Leben und das Schreiben"
Ist das einzige Buch zu dem Thema, was ich je gelesen habe. Abgesehen davon, es sich mehr um Englisch handelt, konnte ich dort zumindest seine Abneigung zu solchen Kobinationen herauslesen:

"Lass mich bitte in Ruhe", flehte sie ängstlich.

(Nun gut, akzeptiert, mag ich auch nicht sonderlich, auch wenn ich als völlig ahnungsloser Mensch keine Ahnung habe, wie das sich nun schimpft.)

@Faraday:
Zitat:Gerade für so bestimmte Kniffe wie das Exposéschreiben finde ich Ratgeber hilfreich, da man sich dort gute Tipps holen kann.
... oder Doktorarbeiten ... -.-

Zitat:Man BRAUCHT einfach ein bisschen Sprachgespür um "gut" schreiben zu können
* Dreadnoughts hat hat sowas nicht ... vielleicht sollte er sich doch so nen Ratgeber zulegen. Mrgreen

Zitat:Wer aber seinen eigenen Stil finden will, muss testen, muss Risiken eingehen, seine eigenen Grenzen und Rituale, Motivationen und Inspirationen suchen.
*hust* Ja, man sollte furchtlos seine Grenzen im Kopf einreißen und neue Sachen wagen. Egal welches Genre, egal ob kursiv oder nicht, egal ob emotionslastig oder phantastisch. Ganz ehrlich, ich habe keinen Sprachkurs besucht, keinen schriftstellerischen Lehrgang oder sowas. Ich behaupte auch nicht, dass ich 'schreiben' kann - eher 'tippen'. Manche Sachen sind Murks, manche Sachen sind ... keine Ahnung, vielleicht begeistern sie, vielleicht auch nicht. Oder ist es die Idee, das vermittelte Bild, was man vor Augen hat?

Aber eins weiß ich genau:
Seit dem 16.12.2006 weile ich mit meinem 'Kram' im Internet, und die Mitarbeit, Hilfe, die kritischen Anmerkungen von vielen (die auch jetzt noch zugegen sind) haben mir mehr geholfen, als so ein oller Ratgeber.

LGD.


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Beitrag #9 |

RE: Schreibratgeber - sinnvoll oder sinnlos?
Zitat:"Lass mich bitte in Ruhe", flehte sie ängstlich.

(Nun gut, akzeptiert, mag ich auch nicht sonderlich, auch wenn ich als völlig ahnungsloser Mensch keine Ahnung habe, wie das sich nun schimpft.)

Es schimpft sich Vermeidung von Adjektiven in solchen Fällen: "Lass mich bitte in Ruhe", flehte sie - sollte es heißen. "Ängstlich" ist in dem Fall überflüssig; weil jemand der einen anderen anfleht, ihn in Ruhe zu lassen, ängstlich ist - das braucht nicht gesagt zu werden. Außerdem verstösst es gegen die Regel: Show it, don´t tell Icon_wink
* King hat aber noch eine ganze Menge mehr erklärt in diesem Buch.

HGruß, Sigurd


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Beitrag #10 |

RE: Schreibratgeber - sinnvoll oder sinnlos?
In Schreibratgebern geht es Grundsätzlich darum Dinge
wie den eigenen stil und Wortschatz aufzubessern.
Es geht wie schon einer von euch gesagt hat nicht darum trockene
"Gestze" des Schreibens zu befolgen.

Der deutsche Aufsatz Verlag Dostal
Wortschatz und Stil Verlag Dostal


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