Es ist: 14-11-2019, 22:15
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Die Farben des Feuers
Beitrag #1 |

Die Farben des Feuers
Mein Beitrag zum Winterwettbewerb.

Die Farben des Feuers

Woher wissen wir, dass der Schnee lautlos auf die Erde fällt? Vielleicht ist es eines von jenen Geräuschen, die wir schon so oft gehört haben, dass wir sie nicht mehr wahrnehmen? Vielleicht wollen uns die weißen Flöckchen mit ihrem Tanz in der Luft eine Freude machen?, dachte Bain, als er den weißen Eisfetzen zusah, wie sie in die Hufabdrücke fielen, welche die Pferde seiner Kameraden vor ihm hinterlassen hatten. Er hatte sich ans Ende des Reitertrosses fallen lassen, um seinen Gedanken nachzuhängen.
Trotz der widrigen Umstände setzte sein Pferd sicher einen Huf vor den anderen. Immer wieder, schon seit Tagen. Sie ritten bereits eine Ewigkeit, sodass Bain nicht mehr wusste, wie lange sie an diesem Tag schon unterwegs waren. Jetzt zur Winterzeit ließ sich die Sonne kaum noch blicken, nach deren Stand er die Zeit hätte bestimmen können. Die helle Himmelsscheibe zeigte sich ihnen selbst zur Mittagsstunde trübe, wie durch milchiges Glas und schenkte ihnen keinerlei Wärme.
Bain wischte sich ein paar bereits schmelzende Schneeflocken von seinem Sommermantel. Er zog sich den Stoff enger um seinen rundlichen Bauch, damit der Wind ihn nicht erfassen konnte. Bain störte die Kälte nicht. In ihm ruhte ein Funke, schenkte ihm Wärme und gab ihm Macht über das Feuer. Zu gerne hätte er auch seine Kameraden vor dem eisigen Griff des Winters bewahrt, der ihnen der schlimmste Feind war, aber soviel Kraft steckte nicht in ihm. Die Magie zerrte an seiner Energie, wie die Flammen am verbrennenden Holz und wenn er nicht achtsam war, konnte auch aus ihm Asche werden.
Tief in Gedanken versunken, nahm Bain nur schattenhaft wahr, dass einer seiner Kameraden sich ebenfalls hatte zurückfallen lassen und nun das Pferd neben seines trieb.
„Hey, Funkenflüsterer.“ Es war Amatos Stimme. Bain hasste es, nicht bei seinem Namen genannt zu werden und bedachte ihn mit einem eisigen Blick. Obwohl seine Frau Calina behauptete, dass Feuermagier so etwas nicht besaßen. Bei dem Gedanken an sie stahl sich jedoch ein Lächeln auf seine Lippen, welches er vor Amato verbarg.
„Gib uns doch mal ein bisschen von deinem Feuer ab. Wir frieren uns zu Tode während du in deinem Sommermantel reitest.“
„Wie oft habe dich dir schon erklärt, dass ich euch nicht alle wärmen kann und es mir nicht zusteht zu entscheiden, wer erfriert und wer nicht?“
„Ich weiß.“ Der schelmische Blick war in seinen dunklen Augen erloschen. „Ich wollte nur mal wieder meine Lippen bewegen, damit sie nicht einfrieren.“
Bain versuchte, ihn nicht zu verständnislos anzusehen, er hatte noch niemals das Gefühl des Frierens gespürt. Er ging nicht näher auf das Thema ein und sagte stattdessen:
„Seit Tagen reiten wir nun schon durch diese, von allen Göttern verlassene, Gegend. Warum eigentlich?“
„Nun, manche sagen, der Auftrag wäre so geheim, dass noch nicht mal unser Hauptmann Genaueres weiß und wir erst erfahren was wir tun sollen, wenn wir an unserem Ziel sind. Andere sagen …“ Er schaute sich kurz nach allen Seiten um, sah aber nichts als schneebedeckte, sanftgeschwungene Hügel und die Rücken ihrer Kameraden, ein paar Pferdelängen vor ihnen. „Andere sagen, dass unser Graf seine Truppen zusammenzieht, um Yera zu erobern. Es heißt, er wolle dem König damit imponieren.“
„Ich glaube nicht, dass er das imposant findet, wenn seine Grafen sich gegenseitig bekriegen.“
„Das denke ich auch.“ Amato nickte zustimmend, wobei seine dunklen Locken leicht wippten. Dann verfielen sie wieder in Schweigen und ihre düsteren Gedanken. Bain fragte sich, warum er der Armee beigetreten war. In Zeiten wie diesen hielten sich die Feuermagier lieber im Verborgenen. An Orten, wo sie ihrem Element nahe sein konnten. Es waren Jahre, in denen es verhängnisvoll war anders zu sein. Jahre, in denen sich Graf Tadewi bedrohliche Feinde geschaffen hatte, nur um mächtige Freunde zu erhalten. Jahre, in denen all jene verfolgt wurden, die ihm gefährlich werden konnten.
Bain hatte die einzige Möglichkeit, seine kleine Familie zu schützen darin gesehen, sich zu einem Freund des Grafen zu machen. Und wer waren die vertrauenswürdigsten Menschen, wenn nicht die eigene Armee? Seine Feuerfertigkeiten waren dem Hauptmann, der die neuen Kämpfer rekrutierte, nützlich erschienen. Sie waren auch das Einzige was Bain wirklich beherrschte. An seiner Seite wippte zwar ein Schwert auf und ab, aber er war sich sicher, dass Calina mit dem Kochlöffel gefährlicher war als er mit diesem Stück Metall.

Es schneite noch immer, als sich der Feuermagier über das trockene Holz beugte, welches seine Kameraden in der Mitte ihres Lagers zusammengetragen hatten. Dann berührte er einen Scheit mit dem Zeigefinger und spürte sofort, wie sein innerer Funke zu glühen begann. Seine Magie drohte ihn von Innen zu verbrennen, aber er hatte sie unter Kontrolle, lenkte sie in seinen Finger und ein winziger Funke sprang auf das Holz über, welches sofort brannte. Es waren nur wenige Sekunden vergangen, seit er den Scheit berührt hatte. Für ihn war es nur ein kleiner Zauber. Ein Taschenspielertrick, den sogar Calina beherrschte, obwohl sie die Magie nur schwach in sich trug. Bain hatte ihn ihr beigebracht, damit sie ihr Zuhause warm halten konnte.
„Danke, Funkenflüsterer.“ Amato klopfte ihm anerkennend auf die Schulter, als ob Bain eine großartige Tat vollbracht hätte.
Zusammen setzten sie sich an das Lagerfeuer, dann verfielen sie in Schweigen, das aber nicht unangenehm zwischen ihnen hing. Bain war zufrieden damit, die Flammen zu betrachten, die munter in den verschieden roten, orangen und gelben Farbtönen tanzten, einer Melodie folgend, die nur der Feuermagier verstand. Funken, so rot wie Calinas Haar, wenn es in der Sonne glänzte. Es erinnerte ihn an das Farbspiel, wenn sie es in den ersten Morgenstunden kämmte.
Die Flammen griffen nach den Holzscheiten, tanzten weiter zu der ihm vertrauten Melodie und er musste an die einsamen Tage seiner Ausbildung zurückdenken. Genau wie jetzt hatte er sich nach Calina gesehnt und doch war er gezwungen gewesen seine Gedanken auf die Magie zu konzentrieren. Einfache Dinge, wie das Entzünden trockenen Holzes, fielen ihm schwer. Aber die einzige Möglichkeit, aus der Obhut seines Lehrmeisters entlassen zu werden und zu ihr zurückzukehren bestand darin, die ihm gestellten Aufgaben zu bestehen. Was er auch irgendwie geschafft hatte. Er seufzte bei dem Gedanken an diese glückliche Zeit, als er zu Calina heimgekehrt und sie seine Frau geworden war.
„Was beschäftigt dich, Funkenflüsterer?“, unterbrach Amatos Stimme zum zweiten Mal an diesem Tag Bains Gedanken.
„Ich vermisse meine Frau.“ Er zählte die Lagerfeuer, die er jeden Abend entzündet hatte. Es waren drei.
„Das tun hier viele.“ Amato hatte den Blick zu seinem Freund gehoben, aber nun senkte er ihn wieder.
Bain und er waren schon seit den ersten Tagen zusammen geritten. Beide waren sie die „Neuen“ in der Armee des Grafen gewesen, hatten Tage und Nächte zusammen verbracht. Sie erzählten sich gegenseitig Geschichten, wenn die Dunkelheit Kälte über sie brachte und der Magier ein Feuer entzündet hatte. Und doch überraschte ihn der hagere Mann mit der olivfarbenen Hautfarbe immer wieder. Amato hatte ihm von seiner großen Familie erzählt. Von Müttern, Tanten, Geschwistern, die alle mit ihm in einem einzigen Haus lebten. In einem der äußeren Viertel der Stadt Siyanda. Er hatte sich der Armee angeschlossen, um ihnen zu beweisen, dass aus ihm etwas Besseres werden konnte als ein Teppichverkäufer, die es dort so zahlreich gab.
Aber als Bain ihn gefragte hatte, ob er verheiratet war, hatte er lediglich den Blick gesenkt und das Gespräch in eine andere Richtung gelenkt.
Nun versuchte Bain im Gesicht seines Freundes einen Hinweis auf dessen Gedanken zu finden, doch es lag im Schatten des Feuers. Er wandte sich seinen anderen Kameraden zu, die schwärmerisch von ihren Frauen erzählten, aber hörte sie nicht.

Bain konnte Schnee und Eis nicht leiden. Überhaupt hasste er alles, was mit Kälte zu tun hatte. Alles, was sein geliebtes Feuer löschen konnte, war ihm zuwider. Er hatte geglaubt, dass Kriege nicht im Winter geführt wurden, dass er, nun zur kalten Jahreszeit, mit seiner Calina in einem warmen Haus sitzen und den Winter vor der Tür lassen konnte.
Aber das gefrorene Element schien es auf ihn abgesehen zu haben. Der Schneefall der letzten Tage hatte am sechsten Tag ihrer Reise aufgehört. Dafür mussten sie nun das zugefrorene Flussbett, welches für sie die Grenze ankündigte, überqueren. Ausgetrocknet vom Sommer, führte der Strom im Herbst nur wenig Wasser mit sich, dass nun zugefroren und von Schnee bedeckt war, sodass die Hufe ihrer Pferde darauf kaum Halt fanden.
Ihr Hauptmann fragte Bain, ob er nicht das Eis schmelzen könne, aber dieser musste verneinen.
„Dafür müsste ich soviel Energie freisetzen, dass sie den gesamten Schnee schmelzen und uns wie die Ratten im vollaufenden Flussbett ersäufen würde.“
Also lenkten sie vorsichtig ihre Pferde über den gefährlichen Boden.
Der Magier ritt neben seinem Anführer, der sich von ihm wohl doch noch ein wärmendes Wunder erhoffte, als einer ihrer Späher auf sie zugaloppierte. Er hielt sein Pferd vor ihnen an, welches seinen heißen Atem in die kalte Winterluft schnaubte. Der Mann berichtete, dass sich die feindlichen Truppen auf der anderen Seite des Hügels befanden und sich gerade daran machten diesen zu erklimmen.

Seine großen Füße hinterließen matschige Abdrücke im Schnee. Irgendwie gelang es ihm trotzdem seinen massigen Körper den Hügel hinaufzuschieben. Oben angekommen sah Bain auf das Heer Yeras hinab. Er schaute sich auf der Suche nach einer Idee um. Hier gab es nichts außer ihm, dem Schnee und den immer näher kommenden Feinden. Ihm kam in den Sinn, wie er einmal seinen alten Meister über Kampftechniken hatte befragen wollen, die ihm durch die Feuermagie zur Verfügung standen. Er hatte mit Antworten gerechnet, die ihm verrieten, wie er durch einen einzigen Fingerzeig ganze Heereslager verbrennen konnte. Doch das Einzige, was er erhielt, war ein mildes Lächeln und ein altes Sprichwort seiner Ahnen: „Die Waffe eines Feuermagiers sind seine zündenden Ideen.“ Bain lächelte bitter, da ihm das Sprichwort nun, wie damals nicht half. Doch dann formte sich in ihm so etwas wie ein Gedanke. Er breitete die Arme aus, schloss die Augen und entzündete den Funken. Auf seinen, dem Himmel zugewandten Handflächen erschienen kleine Flammen, von der Größe, wie sie auf unzähligen Kerzen in der Grafschaft brannten. Sie züngelten dort einen Moment, als ob sie tatsächlich durch Dochte mit seiner Haut verbunden wären. Bain flüsterte ihnen etwas zu und sie sprangen von seiner Hand auf den eisigen Boden. Die magischen Flammen reihten sich aneinander, bildeten eine Linie auf der Kuppe des Hügels und verwandelten den Schnee zu Wasser, welches den Yeranern entgegenfloss. Bain hatte seine Haltung nicht verändert. Er hielt noch immer die Augen geschlossen und sprach leise mit dem Feuer. Er brauchte es nicht zu sehen, um zu wissen, was es tat.
Der Strom des Schmelzwassers erreichte die Füße der feindlichen Truppen, die den seltsamen, dicken Mann bereits argwöhnisch beobachtet hatten. Als es um ihn herum zu brennen begann, glaubten sie, dass die feindliche Armee Brandpfeile entsandt hatte, die ihr Ziel wohl verfehlt hatten.
Bain flüsterte nun andere Worte, machte eine einladende Geste mit seinen Fingern und die Flammen sprangen zurück auf seine Handflächen, wo sie beinahe augenblicklich erloschen. Er öffnete die Augen, noch bevor er etwas sah, konnte er spüren, wie die Wärme um ihn herum verschwand und die Kälte schlagartig zurückkehrte. Dann sah er, dass genau das geschah, was er erhofft hatte. Das Wasser, welches nun nicht mehr durch seine Magie erwärmt wurde, gefror auf dem Schnee, bildete eine spiegelglatte Fläche, die es den Yeranern erschweren würde das Flussbett zu erreichen.

Nachdem Bain den Hügel hinabgestiegen war, mehr rutschend als laufend, fielen die ersten feindlichen Pfeile auf sie nieder. Seine Kameraden kamen ihm entgegen, die sich von der Anhöhe eine bessere Schießposition versprachen, doch sie boten ihren Feinden ein einfaches Ziel. Somit entschieden sie sich in den natürlichen Schutz des Hügels zurückzukehren. Unter ihnen befand sich Amato, der dem Pfeilhagel jedoch unversehrt entkommen war. Bain hätte jedes Geschoss, das seinem Freund gefährlich werden konnte, in Asche verwandelt, doch er musste die Flamme auf seiner Handfläche am Leben erhalten, an der seine Kameraden ihre Pfeile entzündeten. Er hatte sich nach einem Ast umgesehen, aber es war einen halben Tagesmarsch her, seit sie an einem verkrüppelten Baum vorbeigeritten waren.
Die winterliche Kälte zerrte an dem Feuer und an seinem Körper. Immer wieder musste er den Funken in sich entzünden und jedes Mal riss die Magie an seinen Kräften. Bain genoss die Wärme in sich, die Geborgenheit und Macht über das Element bedeutete.
Es blieb ihm somit nichts anderes übrig, als sich auf seine Magie zu konzentrieren und zu beobachten, wie seine Kameraden um ihr Leben kämpften.
Schwerter klirrten aufeinander. Männer schrien, manche aus Schmerz, manche aus Wut auf den Feind. Pferde wieherten, Bogensehnen surrten und die Anführer brüllten Befehle. Es herrschte das Chaos des Krieges. Bain konnte die vielen Geräusche und Bilder nicht auseinanderhalten. Sie verschwammen vor seinen Augen, vor seinen Ohren. Das einzige, was er wahrnahm, war das Feuer in seinen Händen und der Funke, welcher hell in ihm loderte, ihn beinahe verbrannte, an seinen Kräften zerrte. Und das Feuer, welches durch die Pfeile weitergetragen wurde. Dass Menschen tötete. Feuer, das nur er kontrollieren konnte. Welches ihn über seine Kameraden erhob, welches ihm die Macht gab seine Gegner zu besiegen, zu verbrennen. Alles, was ihm im Weg stand, zu Asche werden zu lassen. Seine Feinde würden nichts weiter sein, als Staub in seinen Händen, der vom Wind davongetragen werden würde. Bain fachte den Funken in sich erneut an, fasste die Flamme, die er hielt, mit beiden Händen und ließ sie größer werden. Alle sollten sie sehen, dass er mehr war, als ein Feuerstein, dass er mehr konnte, als Lagerfeuer zu entzünden.
Doch dann verbrannte es ihn. Der Funke in ihm schwoll an, raubte ihm die letzen Kräfte und ließ ihn die Kontrolle verlieren. Bain sah nichts mehr. Kein Feuer, keinen Schnee, nur Dunkelheit umgab ihn.

Der Tag neigte sich seinem Ende zu. Die untergehende Sonne tauchte den Himmel in die Farben des Feuers. Bain saß auf der kalten Erde und schaute hinunter in das Flussbett, welches der Kampfschauplatz gewesen war. Der Schnee um ihn herum war bereits geschmolzen, aber er spürte nicht, dass seine Kleider feucht wurden.
Der Flusslauf hatte sich mit Blut gefüllt. Mit dem der Feinde, mit dem seiner Kameraden. Wenn er auf dieses grauenhafte Szenario schaute, machte es für ihn keinen Unterschied, für welche Grafschaft der Mann gekämpft hatte, der nun tot dort lag.
Amato trat hinter ihn. Bain spürte seine Anwesenheit, drehte sich aber nicht zu seinem Freund um. Er brauchte sich nicht umzudehen, um zu wissen, dass sein Freund mit leeren Augen den blutgetränkten Alptraum betrachtete.
Mit steifen Gliedern erhob sich Bain, seine massige Gestalt versperrte dem anderen die Sicht, sodass dieser den Magier ansehen musste. Bain legte ihm die Hände auf die Schultern: „Es ist vorbei, wir haben gewonnen, mein Freund.“ Erleichterung legte sich auf ihre Gesichter.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

RE: Die Farben des Feuers
Hallo LadydesblauenMondes!,

gerade habe ich Deine Geschichte gelesen und bin von Deinem Erzählstil sehr angetan. Du schreibst eine sichere und wortreiche Sprache, wahrhaft die Sprache einer geübten und gewandten Dichterin. Zum Inhalt der Geschichte kann ich nicht viel sagen. Mir hat sie sehr gut gefallen. Es geht wohl darum, dass ein Mensch mit der Magie des Feuers versucht, in den schrecklichen Lauf einer kriegerischen Auseinandersetzung einzugreifen. Die Geschichte ist wohl ein Märchen. Aber auf der anderen Seite kommt mir der Verdacht, dass die Magie des Feuers auch ein Bild sein könnte für alle schlimmen Erfindungen der Waffentechnik, mit denen sich die kriegerischen Parteien Vorteile über den Gegner verschaffen. Der moralisch ethische Impuls scheint mir noch nicht klar genug ausgeführt. Aber, wie gesagt, ich kann dazu nicht viel sagen. Deine Sprache ist faszinierend. Nur ein paar wirkliche Klitzekleinigkeiten sind mir aufgefallen, die ich hier erwähnen möchte. Ich finde, man könnte sie korrigieren, und dann wäre alles perfekt.

Fangen wir an mit der Korrigiererei.

Zitat:aber er war sich sicher das Calina mit dem Kochlöffel gefährlicher war, als er mit diesem Stück Metall.
"sicher das" es muss heißen: "sicher, dass..."

Zitat:Es waren Jahre in denen es gefährlich war anders zu sein.
Hinter "Jahre" ein Komma.

Zitat:Nun, manche sagen, der Auftrag wäre so geheim, dass noch nicht mal unser Hauptmann genaueres weiß
"Genaueres" muss großgeschrieben werden.

Zitat:Aber die einzige Möglichkeit aus der Obhut seines Lehrmeisters entlassen zu werden und zu ihr zurückzukehren bestand darin, die ihm gestellten Aufgaben zu bestehen.
Hier würde ich die Infinitivkette mit Kommata einschließen.

Zitat:Alles was sein geliebtes Feuer löschen konnte, war ihm zuwider.
Hinter "alles" ein Komma.

Zitat:Irgendwie gelang es ihm trotzdessen seinen massigen Körper den Hügel hinaufzuschieben.
Es muss heißen "trotzdem".

Zitat:Doch das Einzige, was er erhielt war ein mildes Lächeln und ein altes Sprichwort seiner Ahnen:
Hinter "erhielt" muss ein Komma stehen.

Zitat:Er brauchte es nicht zu sehen, um zu wissen was es tat.
Hinter "wissen" muss ein Komma stehen.

Zitat:Bain hätte jedes Geschoss, das seinem Freund gefährlich werden konnte in Asche verwandelt,
Hinter "konnte" muss ein Komma stehen.

Zitat:Das einzige was er wahrnahm war das Feuer in seinen Händen
"Was er wahrnahm" in Kommata einschließen.

Zitat:an seinen Kräften zerrte.
Es muss wohl heißen: "zehrte".

Zitat:Alles was ihm im Weg stand zu Asche werden zu lassen.
"Was ihm im Weg stand" in Kommata einschließen.

Zitat:Der Schnee um ihn herum, war bereits geschmolzen,
Das Komma um "herum" entfällt.

Das war schon alles, was mir aufgefallen ist.

Mit herzlichem Gruß

Hans Werner


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Beitrag #3 |

RE: Die Farben des Feuers
Hallo Hans Werner,

es ist schön, dich unter meiner Geschichte zu finden. Icon_smile

Zitat:Du schreibst eine sichere und wortreiche Sprache, wahrhaft die Sprache einer geübten und gewandten Dichterin.

Danke. Smiley_emoticons_blush

Zitat:Es geht wohl darum, dass ein Mensch mit der Magie des Feuers versucht, in den schrecklichen Lauf einer kriegerischen Auseinandersetzung einzugreifen. Die Geschichte ist wohl ein Märchen.


Naja, sie ist nicht wirklich ein Märchen. Sie ist eine Fantasy-Geschichte, mit einem (wie ich zugeben muss) recht einfachen Handlungsablauf. Aber ich muss dazu sagen, dass es mir darum ging meinen Feuermagier die Chance zu geben etwas zu tun. Icon_smile

Zitat:Aber auf der anderen Seite kommt mir der Verdacht, dass die Magie des Feuers auch ein Bild sein könnte für alle schlimmen Erfindungen der Waffentechnik, mit denen sich die kriegerischen Parteien Vorteile über den Gegner verschaffen. Der moralisch ethische Impuls scheint mir noch nicht klar genug ausgeführt.

Das leigt daran, dass ich gar keinen moralischen oder ethischen Impuls hatte. Icon_smile Außer vielleicht am Ende, wo es egal ist, auf welcher Seite wer gekämpft hat, im Tod sind sie doch alle wieder gleich.

Zitat:Deine Sprache ist faszinierend. Nur ein paar wirkliche Klitzekleinigkeiten sind mir aufgefallen, die ich hier erwähnen möchte. Ich finde, man könnte sie korrigieren, und dann wäre alles perfekt.

Auch hier danke für das Kompiment. Die Fehler werde ich sofort korriegieren, danke für das Heraussuchen.

Vielen Dank für diesen schönen Kommentar. Es freut mich, dass dir die Geschichte gefallen hat, mehr wollte ich damit gar nicht erreichen.

Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #4 |

RE: Die Farben des Feuers
Jo Lady,

dann kommentier ich mal deine Story.

Zitat:Er wischte sich ein paar Schneeflocken von seinem Sommermantel, die auf seinen Schultern bereits begonnen hatten zu schmelzen. Er zog sich den Stoff enger um seinen rundlichen Bauch, damit der Wind ihn nicht erfassen konnte.

Irgendwie ist mir das sofort aufgefallen, aber die Wortwiederholung mit "er" gefällt mir nicht so.

Zitat:Bain hasste es nicht bei seinem Namen genannt zu werden und bedachte ihn mit einem eisigen Blick.

Setzt lieber das Komma nach "es", sonst taucht eine falsche Bedeutung auf.

Zitat:Bain hatte die einzige Möglichkeit seine kleine Familie zu schützen darin gesehen, sich zu einem Freund des Grafen zu machen. Und wer waren die vertrauenswürdigsten Menschen, als die eigene Armee?

Wenn ich mich nicht irre kommt nach "Möglichkeit" ein Komma. Das Komma im zweiten Satz weg.

Lady, ich glaube, du hast eine Menge Komma-Fehler, dann noch ein paar Buchstaben ausgelassen, doch abgesehen davon gefiel mir der Inhalt. Irgendwie märchenhaft schön.
Vom Ende habe ich mir iwie mehr erwartet. Zum Beispiel als Bain die Kontrolle über das Feuer verlor. Iwie dachte ich, dass er starb oder so ... Nja. Icon_wink
Ansonsten gefiel mir, wie bereits gesagt, alles. Du hast die Geschichte wirklich atemberaubend erzählt und besonders die Stelle, wo sich Bain eingestehen musste, was er wirklich alles konnte. Wunderbar! Icon_smile
Es hat mir viel Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen und ich danke für die Veröffentlichung.

Kleine Grüße
KleinerWassergeist Cowsleep

"Denkst du, ich habe den Verstand verloren?" - Alice
"Ich fürchte Ja. Du hast eine Meise, du bist verrückt. Nicht bei Sinnen. Aber ich verrate dir was. Das macht eben die Besten aus." - Ihr Vater

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Beitrag #5 |

RE: Die Farben des Feuers
Hallo Kleiner Wassergeist,

Zitat: dann kommentier ich mal deine Story.

Aber gerne doch dafür steht sie ja hier. Icon_smile

Zitat:
Zitat: Zitat:Er wischte sich ein paar Schneeflocken von seinem Sommermantel, die auf seinen Schultern bereits begonnen hatten zu schmelzen. Er zog sich den Stoff enger um seinen rundlichen Bauch, damit der Wind ihn nicht erfassen konnte.

Irgendwie ist mir das sofort aufgefallen, aber die Wortwiederholung mit "er" gefällt mir nicht so.

Hier geb ich dir recht. Ich schau mir das nochmal in Ruhe an.

Zitat:Angel, ich glaube, du hast eine Menge Komma-Fehler, dann noch ein paar Buchstaben ausgelassen, doch abgesehen davon gefiel mir der Inhalt.

Auch wenn ich nicht Angel bin, geb ich zu, dass ich das mit den Kommata irgendwie nicht kann. Icon_wink Aver wo hab ich ein paar Buchstaben ausgelassen? Besonders im eigenen Text findet man solche Tippfehler ja selbst nicht, weil man ja weiss was da stehen soll. Icon_smile

Zitat: Vom Ende habe ich mir iwie mehr erwartet. Zum Beispiel als Bain die Kontrolle über das Feuer verlor. Iwie dachte ich, dass er starb oder so ... Nja. Icon_wink

Ja, ich selbst finde das Ende auch nicht Ideal, aber er muss überleben, ich brauche ihn noch. Icon_wink Aber es freut mich, dass ich du erst was anderes gedacht hast, dass bedeutet ich konnte dich überraschen und das ist doch gut. Icon_smile

Zitat: Es hat mir viel Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen und ich danke für die Veröffentlichung.

Danke für das Lob, freut mich, dass es dir gefallen hat.

Vielen Dank für deinen Kommentar.

Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #6 |

RE: Die Farben des Feuers
Hiho Lady,

so, nun komm ich auch endlich an deine Geschichte, hab sie schon eine Weile auf der Liste und ich bin schon gespannt. (die erste Wettbewerbsgeschichte, die ich lese *lach*)

Zitat: Woher wissen wir, dass der Schnee lautlos auf die Erde fällt? Vielleicht ist es eines von jenen Geräuschen, die wir schon so oft gehört haben, dass wir sie nicht mehr wahrnehmen?
Schöner Anfang. Interessant, originell, direkt an der Hauptperson dran Icon_smile

Zitat: eine Freude machen? dachte Bain, als er den weißen Eisfetzen zusah
Komma nach dem Fragezeichen „machen?, dachte“
Bain ... ohje, mit dem Namen werde ich mich wohl nur schwer anfreunden. Zuerst hab ich „Brain“ gelesen und musste an „Pinky und Brain“ lesen, und wenn ich es richtig lese, sprech ich es wie den „McBane“ bei den Simpsons aus ... beides keine guten Assoziationen für den Prot einer Fantasygeschichte Icon_ugly Kannst du natürlich nix für, ich wollt es dich nur wissen lassen

Zitat: Bain wischte sich ein paar Schneeflocken von seinem Sommermantel,
aha, interessant -> wieso trägt er im Winter einen Sommermantel? Ist es ein plötzlicher Wintereinbruch?, frage ich mich ... hm ...

Zitat: Er zog sich den Stoff enger um seinen rundlichen Bauch, damit der Wind ihn nicht erfassen konnte.
und gleich noch was interessantes: ein etwas dickerer Prot. Oder er ist schwanger *lach* Hat man in der Fantasy ja nicht allzu oft.
Allerdings wird hier der Bezug durch den nachgestellten Nebensatz schief (das hast du auch schon zweimal vorher, bei „Sonne ... nach deren Stand“ und „Schneeflocken ... die auf“; da ist es allerdings nicht schlimm, weil kein Wort dazwischen rutscht, das den Bezug verändert); streng genommen bezieht sich hier das „ihn“ aus dem Nebensatz auf den Bauch, also „damit der Wind den Bauch nicht erfassen konnte“, weils einfach das letzte maskuline Wort ist, das vor dem Nebensatz steht. Aber mir fällt auch grad nicht ein, wie man es umformulieren könnte, ohne den „Umhang“ zu wiederholen

Zitat: Bain störte die Kälte nicht
Ah, also deswegen nur der Sommermantel. Warum sollte man sich auch einen Wintermantel kaufen, wenn man eh nicht friert Icon_smile

Zitat: Die Magie zerrte an seiner Energie, wie die Flammen am verbrennenden Holz und wenn er nicht achtsam war, konnte auch aus ihm Asche werden.
Hm ... wäre es dann nicht vielleicht doch besser, einen Mantel zu tragen, statt diese Energie quasi zu vergeuden?

Zitat: dass einer seiner Kameraden sein Pferd neben seines trieb.
Klugscheißerei: wenn er ganz hinten reitet, könnte sein Kamerad sich nur zurückfallen lassen. Das „Antreiben“ eines Pferdes macht es schneller, das heißt, der Abstand wird größer Icon_wink

Zitat: „Hey, Funkenflüsterer.“
Was für ein schönes Wort!

Zitat: und bedachte ihn mit einem eisigen Blick. Obwohl seine Frau Calina behauptete, dass Feuermagier so etwas nicht besaßen.
Icon_lol

Zitat: Bei dem Gedanken an sie, stahl sich jedoch ein Lächeln
kein Komma zwischen „sie stahl“

Zitat: „Ich weiß“, der schelmische Blick war in seinen dunklen Augen erloschen, „ich
Der eingeschobene Satz wird ohne Komma, dafür groß geschrieben, weil er nicht mit „sagen“ / „entgegnen“ oder sowas überleitet, also:
„Ich weiß[Punkt]“ Der schlemische Blick war in seinen dunklen Augen erloschen[Punkt] „Ich ...“

Zitat: er hatte noch niemals das Gefühl des Frierens gespürt.
ah, okee, dann ist das „sich selbst wärmen“ also quasi angeboren, nur für andere zu wärmen braucht er soviel Macht *nick* gutgut

Zitat: Es heißt er wolle dem König damit imponieren
Komma zwischen „heißt, er“

Zitat: „Ich glaube nicht, dass er das imposant findet, wenn seine Grafen sich gegenseitig bekriegen.“
Icon_lol

Zitat: Es waren Jahre, in denen es gefährlich war anders zu sein. Jahre, in denen sich Graf Tadewi gefährliche Feinde geschaffen hatte, nur um mächtige Freunde zu erhalten. Jahre, in denen all jene verfolgt wurden, die ihm gefährlich werden konnten.
Die Wiederholung von „Jahre“ ist ja ganz klar gewollt, bei „gefährlich“ bin ich nicht sicher. Es klingt eher ungeschickt formuliert. Aber natürlich Geschmackssache

Zitat: Und wer waren die vertrauenswürdigsten Menschen, als die eigene Armee?
entweder: „Und wer waren die vertrauenswürdigsten Menschen, wenn nicht die eigene Armee?“
oder: „Und wer waren vertrauenswürdigere Menschen als die eigene Armee?“
Wobei der Vergleich bissl schief ist, weil du „Menschen“ (viele) mit einer Armee (Einzahl) vergleichst. Und ich teile Bains Meinung da nicht, dass eine Armee vertrauenswürdig ist *lach*

Zitat: dass Calina mit dem Kochlöffel gefährlicher war, als er mit diesem Stück Metall.
Icon_smile
Kein Komma zwischen „war als“

Zitat: trockene Holz, welches seine Kameraden in der Mitte ihres Lagers zusammengetragen hatten, beugte.
Kleinigkeit: hier könntest du das „beugte“ ruhig direkt zum Holz ranziehen, damit es nicht so abgeschnitten hinten am Satzende hängt

Zitat: Bain war zufrieden damit, sich die Flammen zu betrachten
das „sich“ ist zuviel; oder du brauchst ein anderes Verb: „sich die Flammen ansehen zu können“ oder so

Zitat: Einfache Dinge, wie das entzünden trockenen Holzes, fielen ihm schwer.
„das Entzünden“

Zitat: Er zählte die Lagerfeuer, die er jeden Abend entzündet hatte. Es waren drei.
Hm, fehlt da ein „wie“? „die er wie jeden Abend entzündet hatte“? Also dass da momentan drei Lagerfeuer brennen. Oder hat er seit ihrem Aufbruch ingesamt erst drei Lagerfeuer entzündet?

Zitat: „Das tun hier viele.“
Bains Frau vermissen? Icon_lol
Nein, ist schon klar, wie es gemeint ist -> war nur mein erster Gedanke (meine ersten Gedanken sind manchmal schräg, da kann der Saryn ein Lied von singen *lach*)

Zitat: etwas Besseres werden konnte, als ein Teppichverkäufer
Kein Komma zwischen „konnte als“

Zitat: Überhaupt hasste er alles, was mit Kälte zu tun hatte. Alles, was sein geliebtes Feuer löschen konnte, war ihm zuwider.
Kann sein, dass ich falsch liege, aber Kälte ansich stört ein Feuer doch nicht? Also bei -40° C brennt ein Feuer doch ganz normal -> sogar besser, weil bei den Temperaturen kein Schnee mehr fällt *lach* da wäre ein warmer Sommerregen gefährlicher.

Zitat: Ihr Hauptmann fragte Bain, ob er nicht das Eis schmelzen könne, aber dieser musste verneinen.
„Dafür müsste ich

Geschmackssache: Ich mag die Vermischung von direkter und indirekter Rede nicht, wenn die indirekte Rede dann lediglich einen Satz wiedergibt. MMn könnte man hier auch den Hauptmann direkt sprechen lassen; aber ist wie gesagt Ansichtssache

Zitat: „Dafür müsste ich soviel Energie freisetzen, dass sie den gesamten Schnee schmelzen und uns wie die Ratten im vollaufenden Flussbett ersaufen würde.“
Find ich gut, dass die Magie auch Konsequenzen hat und nicht einfach für jeden Zweck eingesetzt werden kann, wie es grad passt

Zitat: Seine großen Füße hinterließen matschige Abdrücke im Schnee. Irgendwie gelang es ihm trotzdem seinen massigen Körper den Hügel hinaufzuschieben.
Liegt vermutlich an mir, aber ich war hier erstmal total irritiert, weil ich dachte, du wechselst die Perspektive. „große Füße“ und „massiger Körper“ haben bei mir irgendwie das Bild eines Yetis geweckt *augenverdreh* Und obwohl du sagst, dass Bain einen „runden Bauch“ hat, hab ich ihn bisher nicht mit „massig“ in Verbindung gebracht. Falls du hier ein Missverständnis vermeiden willst (mit ziemlicher Sicherheit bin ich aber die einzige, die hier was falsch versteht *lach*) könntest du den Namen direkt verwenden.

Zitat: Er schaute sich auf der Suche nach einer Idee um.
Ob die feindliche Armee wohl einen Trupp Ideen dabei hat? Icon_wink Suche + umschauen impliziert ja eher etwas, das man auch entdecken kann, im Sinne von „sehen“.

Zitat: „Die Waffe eines Feuermagiers sind seine zündenden Ideen“
hinter „Ideen.“ kommt noch ein Punkt.
Er könnte ja die Feinde im Fluss ersäufen Icon_smile

Zitat: Als es um ihn herum zu brennen begann, glaubten sie, dass die feindliche Armee Brandpfeile entsandt hatte,
wissen sie nicht, dass es sowas wie Feuermagier gibt? Die Frage muss natürlich nicht in der Geschichte geklärt werden, aber ich hab kurz gestutzt – du springst hier ja kurz in die Perspektive der Yeraner ... ansonsten würd ich es als Bains Gedanken kenntlich machen

Zitat: bildete eine spiegelglatte Fläche, die es den Yeranern unmöglich machen würde das Flussbett vor dem nächsten Frühling zu erreichen.
*räusper* können sie nicht einfach um den Hügel herum gehen?

Zitat: fielen die ersten feindlichen Pfeile auf sie nieder.
Also wenn ich grad in den Krieg ziehen würde und auf dem Hügel ständ plötzlich ein komischer Mann, der Schnee schmilzt, hätte ich schon viel früher auf ihn geschossen *lach*

Zitat: Unter ihnen befand sich Amato, der dem Pfeilhagel jedoch entkommen war.
das „jedoch“ ist falsch ... Amato ist ja dabei WEIL er dem Pfeilhagen entkommen ist. Wäre er es nicht, wäre er nicht bei den Kameraden, sondern tot Icon_wink

Zitat: Er hatte sich nach einem Ast umgesehen, aber es war einen halben Tagesmarsch her, seit sie an einem verkrüppelten Baum vorbeigeritten waren.
Haben die gar keine Fackeln oder Öllampen oder irgendwas brennbares dabei? In einer Schlacht kann Bain doch auch nicht als Feuerzeug die ganze Zeit nur rumstehen ?

Zitat: wie seine Kameraden um ihr Leben kämpften.
man könnte auch einfach aus der Reichweite des Feindbeschusses gehen *lach* Die hören ja irgendwann auf zu schießen, wenn sie merken, dass da kein Feuer mehr erwidert wird. Dann laufen die Bogenschützen von Bain schnell zurück, schießen, gehen wieder aus Reichweite. Immerhin sehen die Armeen sich ja gegenseitig nicht. (ich stell mir das total witzig vor, wie sie da jeder auf seiner eigenen Seite des Hügels stehen, ohne sich zu sehen, und Salve um Salve Pfeile abfeuern Icon_smile

Zitat: Schwerter klirrten aufeinander. Männer schrien, manche aus Schmerz
Hö? Ich glaub, ich hab was falsch verstanden. Wieso kämpfen die jetzt gegeneinander? Ist da nicht ein spiegelglatter Abhang zwischen ihnen? Und was hat Bains Zauber bewirkt, wenn die Armeen jetzt trotzdem gegeneinander kämpfen? *kopfkratz*

Zitat: Alle sollten sie sehen, dass er mehr war, als ein Feuerstein, dass er mehr konnte, als Lagerfeuer zu entzünden.
schön Icon_smile

Zitat: Doch dann verbrannte es ihn. Der Funke in ihm schwoll an, raubte ihm die letzen Kräfte und ließ ihn die Kontrolle verlieren. Bain sah nichts mehr.
Die Szene würde ich persönlich mir etwas ausführlicher wünschen, immerhin passiert hier was wirklich Dramatisches (nehme ich an) und ich würde gern miterleben, welche Schmerzen und Ängste Bain hier durchleidet

Zitat: für welche Grafschaft der Mann gekämpft hatte, der nun tot dort lag.
kurz irritiert: Meinst du einen speziellen Mann? Wenn nicht, würde ich eher schreiben: „für welche Grafschaft die Männer gekämpft hatten, die nun tot dort lagen“

Zitat: seine massige Gestalt versperrte dem Anderen die Sicht,
„anderen“ klein

Hm ... also, lesen lassen ließ ( Icon_lol ) sich die Geschichte sehr angenehm. Du hast zwar einige Wortwiederholer drin, aber das liegt noch im (für mich) ertragbaren Bereich, deshalb hab ich dir nicht alle rausgesucht. Ansonsten wirklich flüssig geschrieben, gut verständlich und handwerklich solide.

Aber die Handlung ... ich weiß nicht. Mir sagt sie nicht so unbedingt zu. Es geht um eine Armee, die in den Krieg zieht, gegen eine andere Armee kämpft und am Ende siegt. Das birgt unheimlich viel Konflitkpotenzial, Spannung, Mitfiebern mit der Hauptperson. Aber bei dir läuft leider alles glatt.
Sie marschieren ohne größere Zwischenfälle (die könntest schildern, wie Bain zusehen muss, wie ein Mann erfriert, wie er mit sich ringt, weil er nicht eingreifen kann/darf?)
Sie überqueren den Fluss ohne Zwischenfälle
Bain zaubert direkt vor der feindlichen Armee ohne Zwischenfälle (seine Kameraden könnten ihn auf den Hügel begleiten und mit Schilden vor dem feindlichen Pfeilhagel schützen; der könnte von einem Pfeil getroffen werden; oder etwas länger überlegen müssen, was er nun tun muss)
Die feindliche Armee greift an (wofür war dann Bains Zauber gut?)
Bain spielt Feuerzeug, will dann aktiver eingreifen und dann kommt zum ersten Mal richtig Spannung auf. „Doch dann verbrannte es ihn.“ Das klingt nach Schmerz, Leid, Verlust seiner Macht, einem Inferno. Aber wir springen ans Ende der Schlacht und alles ist ganz normal (abgesehen von den Toten). Welche Auswirkungen hatte dieses Verbrennen denn nun ? Und warum hat die Armee einen Feuermagier dabei, der tatsächlich nur zum Lagerfeuer anzünden taugt?
Da könntest du auch ein Streitgespräch mit dem Hauptmann einbauen, der sich beschwert, dass Bain so nutzlos ist.
Versteh mich nicht falsch, ich fordere keine action-geladene Geschichte (darin bin ich ja selbst nicht allzu gut *lach*), aber irgendwelche Momente, in denen ich um den Protagonisten bangen kann, in denen ich mit ihm leiden kann, fände ich gut. Immerhin geht es hier um eine Armee im Krieg.

Deinen Feuermagier als solchen hast du gut rübergebracht; Magie kostet viel Kraft, darf nicht leichtfertig eingesetzt werden. Allerdings erscheint mit der Feuermagier in diesem Kontext irgendwie ... sinnlos, einfach weil er nichts tut, was der Armee weiterhilft und nicht irgendwie auf andere Weise hätte gelöst werden können. (warum zum Beispiel schleppen sie nicht einfach eine Sturmlaterne mit, mit deren Hilfe sie abends die Lagerfeuer entzünden Icon_wink )

Als Ausschnitt einer größeren Geschichte, in der die Konsequenzen dieser Schlacht oder Bains Versagen noch eine Rolle spielen würden, wäre es so okee, aber als eigenständige Kurzgeschichte fehlt mir definitiv die Spannung und der Konflikt.

Aber sowas ist ja zum größten Teil auch Geschmackssache, also nimm dir, was du brauchen kannst und vergiss den Rest Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #7 |

RE: Die Farben des Feuers
Hallo fleißige Lanna,

endlich komme ich dazu dir auf deinen tollen Kommentar antworten zu können. Irgendwie ist mir gestern und am Wochenende die Zeit davon gelaufen.

Zitat: Schöner Anfang. Interessant, originell, direkt an der Hauptperson dran 

Danke. Icon_smile

Zitat: Bain ... ohje, mit dem Namen werde ich mich wohl nur schwer anfreunden.

*lach* Ja, so ist das mit den Namen manchmal. Also ich sprech es Ba-in aus. Icon_wink

Zitat: aha, interessant -> wieso trägt er im Winter einen Sommermantel? Ist es ein plötzlicher Wintereinbruch?, frage ich mich ... hm ...

Endlich ist mal jemand der Sommermantel aufgefallen. Der ist nämlich schon ein Hinweis.

Zitat: und gleich noch was interessantes: ein etwas dickerer Prot. Oder er ist schwanger *lach* Hat man in der Fantasy ja nicht allzu oft.

Genau deshalb ist er dick. Icon_wink Mit der etwas „schrägen“ Formulierung in dem Satz hast du übrigens recht, ich hab an dem auch ganz schön rumgefummelt, aber mir fällt da auch keine großartige Verbesserung zu ein. Mal sehen, ob er so unverständlich ist, dass er noch mehr Leute unangenehm auffällt.

Zitat: Die Wiederholung von „Jahre“ ist ja ganz klar gewollt, bei „gefährlich“ bin ich nicht sicher. Es klingt eher ungeschickt formuliert. Aber natürlich Geschmackssache

Ich bin gerade am Überlegen, ob die Wiederholung von „gefährlich“ auch gewollt war, aber ob es so ist oder nicht, irgendwie gefällt sie mir selbst nicht mehr. Icon_lol Ich werde das ändern.

Zitat: Hm, fehlt da ein „wie“? „die er wie jeden Abend entzündet hatte“? Also dass da momentan drei Lagerfeuer brennen. Oder hat er seit ihrem Aufbruch ingesamt erst drei Lagerfeuer entzündet?

Ich hab's schon geahnt, dass der missverständlich klingt. Gemeint hab ich's tatsächlich so, dass er seit dem Aufbruch drei entzündet hat, also jeden Abend eins.

Zitat: Kann sein, dass ich falsch liege, aber Kälte ansich stört ein Feuer doch nicht? Also bei -40° C brennt ein Feuer doch ganz normal -> sogar besser, weil bei den Temperaturen kein Schnee mehr fällt *lach* da wäre ein warmer Sommerregen gefährlicher.

Der zweite Satz soll sich nicht unbedingt nur auf die Kälte beziehen, sondern eben auch auf Wasser, Schnee und eben alles andere. Icon_wink Und der erste Satz soll eben nochmal sagen, dass ihm die Kälte unangenehm ist, also sich nicht direkt auf das Feuer beziehen.

Zitat: Ob die feindliche Armee wohl einen Trupp Ideen dabei hat? Icon_wink Suche + umschauen impliziert ja eher etwas, das man auch entdecken kann, im Sinne von „sehen“.

Ja klar impliziert es das „sehen“. Aber je nach dem was er da sieht, kann ihm ja so die Idee kommen. Icon_wink

Zitat: wissen sie nicht, dass es sowas wie Feuermagier gibt? Die Frage muss natürlich nicht in der Geschichte geklärt werden, aber ich hab kurz gestutzt – du springst hier ja kurz in die Perspektive der Yeraner ... ansonsten würd ich es als Bains Gedanken kenntlich machen

Feuermagier sind sehr selten. Die Yeraner wissen, dass es welche gibt, würden aber nicht daran denken, dass die anderen einen dabei haben.

Zitat:
Zitat: Zitat: bildete eine spiegelglatte Fläche, die es den Yeranern unmöglich machen würde das Flussbett vor dem nächsten Frühling zu erreichen.
*räusper* können sie nicht einfach um den Hügel herum gehen?

Gute Frage *lach* Also ich hab mir das so vorgestellt, dass der Fluss eben, durch ein Tal verläuft. Die können also nicht außen herum gehen, müssen also irgendwann den Fluß durchqueren.

Zitat: Also wenn ich grad in den Krieg ziehen würde und auf dem Hügel ständ plötzlich ein komischer Mann, der Schnee schmilzt, hätte ich schon viel früher auf ihn geschossen *lach*

Wie gesagt, Feuermagier sind selten und die Yeraner waren zusehr überrascht.

Zitat:
Zitat: Zitat: Unter ihnen befand sich Amato, der dem Pfeilhagel jedoch entkommen war.
das „jedoch“ ist falsch ... Amato ist ja dabei WEIL er dem Pfeilhagen entkommen ist. Wäre er es nicht, wäre er nicht bei den Kameraden, sondern tot Icon_wink

Nicht unbedingt, er könnte ja auch nur verletzt sein und das sollte der Hinweis sein, dass er eben nicht verletzt ist.

Zitat: Haben die gar keine Fackeln oder Öllampen oder irgendwas brennbares dabei? In einer Schlacht kann Bain doch auch nicht als Feuerzeug die ganze Zeit nur rumstehen ?

Naja, Bain ist nicht grade ein Kämpfer. Weshalb er während einer Schlacht nie etwas anderes machen würde, als als Feuerzeug zu fungieren. Und deshalb haben die auch nichts brennbares dabei so nach dem Motto: „Warum sollen wir sowas mitschleppen, wenn wir einen Feuermagier haben?“ Die haben das mit Bains Magie eben noch nicht richtig verstanden, weshalb sie ihn ja auch ständig fragen, ob er sie nicht wärmen kann.

Zitat:
Zitat: Zitat: Schwerter klirrten aufeinander. Männer schrien, manche aus Schmerz
Hö? Ich glaub, ich hab was falsch verstanden. Wieso kämpfen die jetzt gegeneinander? Ist da nicht ein spiegelglatter Abhang zwischen ihnen? Und was hat Bains Zauber bewirkt, wenn die Armeen jetzt trotzdem gegeneinander kämpfen? *kopfkratz*

Der Zauber hat sie zunächst nur aufgehalten und sollte den Bogenschützen Gelegenheit geben zu schießen, denn wenn die direkt über den Hügel gekommen wären, hätten die dazu in der Menge wenig Gelegenheit gehabt. Wobei ich mich gerade selbst frage, wie die Yeraner zum Kämpfen über den Hügel gekommen sind. :icon_gucker: Icon_panik

Zitat: Ansonsten wirklich flüssig geschrieben, gut verständlich und handwerklich solide.

Das freut mich doch.

Zitat: Welche Auswirkungen hatte dieses Verbrennen denn nun?

Gar keine. *lach* Der Gutste überanstrengt sich schlicht einfach nur. Icon_wink

Zitat: Und warum hat die Armee einen Feuermagier dabei, der tatsächlich nur zum Lagerfeuer anzünden taugt?

Nun, dass liegt daran, dass sie sich mehr erhofft haben, von der Tatsache einen Feuermagier dabei zu haben. Zum Beispiel, dass er sie unterwegs wärmen kann, oder so. Aber jetzt müssen sie ihn halt mitschleppen, obwohl er noch nicht mal richtig mit dem Schwert umgehen kann. Oje, ich rede meinen Bain grad schlecht. Kurz gesagt: Für solche, nichtmagischen Schlachten sind Feuermagier einfach nicht geeignet. Icon_wink

Zitat: Immerhin geht es hier um eine Armee im Krieg.

Die Geschichte ist nicht auf diese Schlacht ausgelegt, es sollte Hauptsächlich um Bain gehen. Jedenfalls dachte ich mir das während dem Schreiben, als sie dann fertig war, ist mir auch aufgefallen, dass es relativ Handlungsarm ist, aber dann konnte ich es irgendwie nicht mehr ändern, weil ja auch die Zeit für den Wettbewerb gedrängt hat. Zudem hat sie sich „richtig“ angefühlt. Jetzt wo ich etwas mehr Abstand zu ihr gewonnen habe, werde ich mal schauen, ob ich nicht doch noch was ändern kann.

Zitat: Deinen Feuermagier als solchen hast du gut rübergebracht;

Gut, dass ist doch schonmal was. Das war mir wichtig, einfach mal zu wissen, ob mein Konzept der Magier funktioniert, bzw. wie das beim Leser ankommt.

Zitat: Als Ausschnitt einer größeren Geschichte, in der die Konsequenzen dieser Schlacht oder Bains Versagen noch eine Rolle spielen würden, wäre es so okee, aber als eigenständige Kurzgeschichte fehlt mir definitiv die Spannung und der Konflikt.

Also mit der Welt rund um die Stadt Siyanda hab ich tatsächlich noch einiges vor und auch Bain, bzw. seine Familie wird nochmal eine Rolle spielen. Ob die Geschichte irgendwie nochmal Erwähnung findet, oder ob ich die sogar vielleicht mit in was Längeres einbaue, muss ich mal schauen.

Vielen, vielen Dank für deinen Kommentar, der mir sehr hilfreich ist und mir doch einiges zum Nachdenken gibt.

Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #8 |

RE: Die Farben des Feuers
Hi Lady,

kurze Rückmeldung (die eigentlich viel eher kommen sollte, aber die Zeit ist mal wieder gegen mich *lach*)

Lagerfeuer/Abende:
Zitat: Ich hab's schon geahnt, dass der missverständlich klingt. Gemeint hab ich's tatsächlich so, dass er seit dem Aufbruch drei entzündet hat, also jeden Abend eins.
okee, hatte ich im ersten Moment auch so verstanden, allerdings kam es mir während dem Lesen irgendwie so vor, als wären sie schon relativ lange unterwegs, deshalb dachte ich, kann das mit den drei Abenden nicht hinkommen.
Textlich hat es also bei mir gepasst, nur hatte ich den Eindruck einer bereits länger andauernden Reise
(unter anderem trug diese Stelle dazu bei:
"Bain und er waren schon seit den ersten Tagen zusammen geritten. Beide waren sie die „Neuen“ in der Armee des Grafen gewesen, hatten Tage und Nächte zusammen verbracht. Sie erzählten sich gegenseitig Geschichten, wenn die Dunkelheit Kälte über sie brachte und der Magier ein Feuer entzündet hatte."
(das länger zusammenreiten hab ich jetzt auf diesen einen Marsch bezogen, daher konnte ich die "drei" Nächte nicht einordnen)

Feuermagier:
Zitat: Naja, Bain ist nicht grade ein Kämpfer. Weshalb er während einer Schlacht nie etwas anderes machen würde, als als Feuerzeug zu fungieren. Und deshalb haben die auch nichts brennbares dabei so nach dem Motto: „Warum sollen wir sowas mitschleppen, wenn wir einen Feuermagier haben?“ Die haben das mit Bains Magie eben noch nicht richtig verstanden, weshalb sie ihn ja auch ständig fragen, ob er sie nicht wärmen kann.
Bezieht sich auf alle angemerkten Sachen zu diesem Thema: Ich dachte, der Armeechef hätte unbedingt einen Feuermagier dabei haben wollen, weil sie irgendeinen tollen Vorteil in der Schlacht liefern. Bin da gar nicht auf die Idee gekommen, dass die eigenen (!) Leute nicht wissen, welche Fähigkeiten so ein Magier überhaupt hat.
Du schreibst:
"Seine Feuerfertigkeiten waren dem Hauptmann, der die neuen Kämpfer rekrutierte, nützlich erschienen."
Das klingt so, als WISSE der Hauptmann, was Bain kann - und dadurch auch, was er nicht kann - und deshalb ging ich davon aus, dass seine Feuermagie für irgendwas in der Schlacht gut sein müsste Icon_wink

Zitat: Die Geschichte ist nicht auf diese Schlacht ausgelegt, es sollte Hauptsächlich um Bain gehen. Jedenfalls dachte ich mir das während dem Schreiben, als sie dann fertig war, ist mir auch aufgefallen, dass es relativ Handlungsarm ist, aber dann konnte ich es irgendwie nicht mehr ändern, weil ja auch die Zeit für den Wettbewerb gedrängt hat. Zudem hat sie sich „richtig“ angefühlt. Jetzt wo ich etwas mehr Abstand zu ihr gewonnen habe, werde ich mal schauen, ob ich nicht doch noch was ändern kann.
Ich will dir da nix reinreden - ich kenn das ja selbst nur zu gut, wenn die Handlung in der Geschichte zu kurz kommt. Für mich persönlich war es halt bissl wenig Handlung, aber so als Vorstellung von Bain ist es gut. Man lernt ihn kennen, lernt bissl was über die Welt.
Ich versuch zur Zeit auch auf Teufel komm raus "Action" in eine meiner Geschichten zu pressen, aber mir fällt einfach nix sinnvolles ein. Und dann ist eine stimmige Charakterisierung doch besser, als unlogisch zusammengewürfelte Handlung Icon_wink

So, das wollt ich nur noch losgeworden sein Icon_smile

Ganz liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #9 |

RE: Die Farben des Feuers
Hi Lanna,

schön, dich nochmal hier zu finden. Icon_smile

Zitat:Textlich hat es also bei mir gepasst, nur hatte ich den Eindruck einer bereits länger andauernden Reise
(unter anderem trug diese Stelle dazu bei:
"Bain und er waren schon seit den ersten Tagen zusammen geritten. Beide waren sie die „Neuen“ in der Armee des Grafen gewesen, hatten Tage und Nächte zusammen verbracht. Sie erzählten sich gegenseitig Geschichten, wenn die Dunkelheit Kälte über sie brachte und der Magier ein Feuer entzündet hatte."
(das länger zusammenreiten hab ich jetzt auf diesen einen Marsch bezogen, daher konnte ich die "drei" Nächte nicht einordnen)

Dieses "seit den ersten Tagen" bezieht sich auf ihren Eintritt in die Armee. Du hast schon recht, dass man das falsch verstehen kann. Ich werd mal schauen, wie ich das umformulieren kann. Aber mir gefiel es so gut, dass über die Anzahl der Lagerfeuer zu machen, weil es erstens so gut zu Bain passt und zweitens nicht so ausgelutscht, wie die Sonnenaufgänge oder Nächte zu zählen. Icon_wink

Zitat:"Seine Feuerfertigkeiten waren dem Hauptmann, der die neuen Kämpfer rekrutierte, nützlich erschienen."
Das klingt so, als WISSE der Hauptmann, was Bain kann - und dadurch auch, was er nicht kann - und deshalb ging ich davon aus, dass seine Feuermagie für irgendwas in der Schlacht gut sein müsste Icon_wink

Stimmt klingt tatsächlich so. Der Hinweis mit Amatos immer wiederkehrender Frage ist wohl noch nicht deutlich genug. Auch hier werd ich mir nochmal Gedanken zu machen. Icon_wink

Zitat:aber so als Vorstellung von Bain ist es gut. Man lernt ihn kennen, lernt bissl was über die Welt.

Danke, mehr wollte ich hiermit eigentlich auch gar nicht errreichen.

Zitat:Ich versuch zur Zeit auch auf Teufel komm raus "Action" in eine meiner Geschichten zu pressen, aber mir fällt einfach nix sinnvolles ein. Und dann ist eine stimmige Charakterisierung doch besser, als unlogisch zusammengewürfelte Handlung Icon_wink

Icon_lol Als ich mit dieser Geschichte fertig war, hab ich mir auch gedacht: "Sinnlos, aber nett." Und warum sollte es keine solch sinnlosen Gemetzel gegeben haben? Mrgreen

Danke für deine Rückmeldung. Das offensichtliche habe ich ja schon ausgebessert, aber bei den anderen Sachen muss ich nochmal genauer schauen, wie ich das mache. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #10 |

RE: Die Farben des Feuers
Guten Morgen Lady,

so, auf meinen Streifzug durch die Werke der Kommentier-Tag-Teilnehmer darf natürlich auch eine unserer fleißigsten Moderatorinnen nicht fehlen. An dieser Stelle möchte ich dir einmal herzlich danken! Für die Arbeit, die du dir hier machst, für diesen unerschütterlichen Fleiß, zu kommentieren. An stillen Tage hab ich oft nur dich in den Rubriken wusseln sehen und es hat mich selbst motiviert, am Ball zu bleiben. Es hat mich auch - so blöd das jetzt klingen mag - sehr Stolz gemacht, dich bei uns zu wissen. Nun denn. Erschüttert stelle ich fest, dass hier ein Kommentar aussteht!

Woher wissen wir, dass der Schnee lautlos auf die Erde fällt? Vielleicht ist es eines von jenen Geräuschen, die wir schon so oft gehört haben, dass wir sie nicht mehr wahrnehmen? Vielleicht wollen uns die weißen Flöckchen mit ihrem Tanz in der Luft eine Freude machen?, dachte Bain, als er den weißen Eisfetzen zusah, wie sie in die Hufabdrücke fielen, welche die Pferde seiner Kameraden vor ihm hinterlassen hatten.
=> Schöner Einstieg. Das Bild mit den Pferdhufen gefällt mir gut. In Verbindung mit den Kameraden sieht man Bain auch schon direkt in der Gruppe reiten.

Trotz der widrigen Umstände setzte sein Pferd sicher einen Huf vor den anderen. Immer wieder, schon seit Tagen. Sie ritten bereits eine Ewigkeit, sodass Bain nicht mehr wusste, wie lange sie an diesem Tag schon unterwegs waren. Jetzt zur Winterzeit ließ sich die Sonne kaum noch blicken, nach deren Stand er die Zeit hätte bestimmen können. Die helle Himmelsscheibe zeigte sich ihnen selbst zur Mittagsstunde trübe, wie durch milchiges Glas und schenkte ihnen keine Wärme.
=> Wow, da merkt man viele Überarbeitungen. Liest sich toll, flüssig - super! Icon_smile

Bain wischte sich ein paar Schneeflocken von seinem Sommermantel, die auf seinen Schultern bereits begonnen hatten zu schmelzen.
=> Sicher eine Geschmackssache: "Bain wischte sich ein paar bereits schmelzende Schneeflocken von seinem Sommermantel". *lach* O Gott! O Gott! Weißt du, dass es ein Putzmittel gibt fürs Bad? Von Ciff. "Bad and Bain" oder so. *verzweifelt guckt* Tut mir leid, dass ich grad jetzt dran denken muss ... und das, obwohl ich grad beim Selbstversuch "Bein wischte" statt "Bain" geschrieben hab ... Icon_ugly
Icon_lachtot

„Gib uns doch mal ein bisschen von deinem Feuer ab. Wir frieren uns zu Tode während du in deinem Sommermantel reitest.“
=> das mit dem "Sommermantel" weiter oben ist übrigens toll und äußerst unaufdringlich eingearbeitet. Man denkt da erst, dass Bain vielleicht aus ärmlichen Verhältnissen kommt. Dass er einfach noch ein armer Junge ist. Hier und ein Stück weiter oben wird man dann aber toll eines besseren belehrt. Das macht neugierig. Top!

Bain versuchte, ihn nicht zu verständnislos anzusehen, er hatte noch niemals das Gefühl des Frierens gespürt. Er ging nicht näher auf das Thema ein und sagte stattdessen:
=> Nicht doch, bitte bitte nicht "und sagte stattdessen" inklusive Doppelpunkt. *lach* Davon bin und bleibe ich ein erklärter Feind. Natürlich aber musst du das entscheiden, trotzdem: "Er ging nicht näher auf das Thema ein. "Seit ... warum eigentlich?", fragte er stattdessen." - ? Nicht besser? Nein? hmmm, ...

Er schaute sich kurz nach allen Seiten um, sah aber nichts als schneebedeckte, sanftgeschwungene Hügel und die Rücken ihrer Kameraden, ein paar Pferdelängen vor ihnen.
=> gefällt mir auch sehr gut!

„Das denke ich auch.“ Amato nickte zustimmend, wobei seine dunklen Locken leicht wippten. Dann verfielen sie wieder in Schweigen und ihre düsteren Gedanken. Bain fragte sich, warum er der Armee beigetreten war. In Zeiten wie diesen hielten sich die Feuermagier lieber im Verborgenen. An Orten, wo sie ihrem Element nahe sein konnten. Es waren Jahre, in denen es verhängnisvoll war anders zu sein. Jahre, in denen sich Graf Tadewi bedrohliche Feinde geschaffen hatte, nur um mächtige Freunde zu erhalten. Jahre, in denen all jene verfolgt wurden, die ihm gefährlich werden konnten.
=> Top, Lady! Top!

An seiner Seite wippte zwar ein Schwert auf und ab, aber er war sich sicher, dass Calina mit dem Kochlöffel gefährlicher war als er mit diesem Stück Metall.
=> Icon_lachtot

Seine Magie drohte ihn von Innen zu verbrennen, aber er hatte sie unter Kontrolle, lenkte sie in seinen Finger und ein winziger Funke sprang auf das Holz über, welches sofort brannte.
=> Schön, er ist kein Übermagier. Das gefällt gut und macht ihn natürlich.

„Danke, Funkenflüsterer.“ Amato klopfte ihm anerkennend auf die Schulter, als ob Bain eine großartige Tat vollbracht hätte.
=> "Funkenflüsterer" ist übrigens ein schönes Wort!

Zusammen setzten sie sich an das Lagerfeuer, dann verfielen sie in Schweigen, welches aber nicht unangenehm zwischen ihnen hing.
=> Ich bin ja kein Freund von "welches" (war ich aber früher einmal). Weiter oben hast du es benutzt und da hat es gepasst, hier hört es sich ungelenk an. Ich würde an deiner Stelle zum normalen "das" wechseln.

Bain war zufrieden damit, die Flammen zu betrachten, die munter in den verschieden roten, orangen und gelben Farbtönen tanzten, einer Melodie folgend, die nur der Feuermagier verstand. Funken, so rot wie Calinas Haar, wenn es in der Sonne glänzte. Es erinnerte ihn an das Farbspiel, wenn sie es in den ersten Morgenstunden kämmte.
=> wieder: top!

„Ich vermisse meine Frau.“ Er zählte die Lagerfeuer, die er jeden Abend entzündet hatte. Es waren drei.
„Das tun hier viele.“ Amato hatte den Blick zu seinem Freund gehoben, aber nun senkte er ihn wieder.

=> *lach* Männer ticket eigentlich anders. So öffentlich faseln sie eigentlich nicht über das, ne? Aber okay. Passt schon. Sind halt dann keine von der hyperharten Sorte. Icon_wink

Aber als Bain ihn gefragte hatte, ob er verheiratet war, hatte er lediglich den Blick gesenkt und das Gespräch in eine andere Richtung geleitet.
=> eher "gelenkt".

Nun versuchte Bain im Gesicht seines Freundes einen Hinweis auf dessen Gedanken zu finden, doch es lag im Schatten des Feuers. Er wandte sich seinen anderen Kameraden zu, die schwärmerisch von ihren Frauen erzählten, aber hörte sie nicht.
=> wie gesagt, ich hab Männer in der Armee eher rauer im Kopf.

Bain konnte Schnee und Eis nicht leiden. Überhaupt hasste er alles, was mit Kälte zu tun hatte. Alles, was sein geliebtes Feuer löschen konnte, war ihm zuwider.
=> hmmm, ... aber anfangs hat es den Anschein, als käme er mit Kälte gut zurecht und hätte auch keine Probleme damit. Das überrascht mich jetzt.

Er hatte geglaubt, dass Kriege nicht im Winter geführt wurden, dass er, nun zur kalten Jahreszeit, mit seiner Calina in einem warmen Haus sitzen und den Winter vor der Tür lassen konnte.
=> auch hier suggestiert "warmes Haus", dass er frieren könnte. Wie gesagt, für mich passt das jetzt nicht zum Beginn.

„Die Waffe eines Feuermagiers sind seine zündenden Ideen.“ Bain lächelte, da ihm das Sprichwort nun, wie damals nicht half.
=> also ich würd wenn überhaupt bitter lächeln, wenn ich ein Heer vor mir hätte und nur ein Sprichwort um es zu bekämpfen. Mrgreen

Der Strom des Schmelzwassers erreichte die Füße der feindlichen Truppen, die den seltsamen, dicken Mann bereits argwöhnisch beobachtet hatten. Als es um ihn herum zu brennen begann, glaubten sie, dass die feindliche Armee Brandpfeile entsandt hatte, die ihr Ziel wohl verfehlt hatten.
=> hmmm, er kann die Männer nicht wärmen, aber jetzt sowas in Gang bringen? Schade, ... auch das stimmt mir nicht zusammen.

Bain genoss die Wärme in sich, die Geborgenheit und Macht über die Elemente bedeutete.
=> Elemente ist ja zu viel gesagt, weil Mehrzahl. Er kann "nur" das Feuer beherrschen und damit höchstens Wasser beeinflussen. Ansonst doch eher wenig bis nichts?

So. Bin durch. Sprachlich hab ich von dir glaube ich noch nicht viel Besseres gelesen. Eine tolle Geschichte mit super Sätzen, Sinnbildern, Farben und Klängen. Richtig gut gemacht, Lady, mein Kompliment! Spannung war vorhanden, Details gut eingearbeitet und die ganze Story hatte einen sehr lebendig, glaubhaft ausgearbeiteten Hintergrund. Eine ganze Welt - man hat sie gespürt. Inhaltlich hab ich zwei Probleme. Den Widerspruch mit der Kälte und die Gabe an sich. Das mit der Kälte ist nicht ganz so gravierend, wenn man am Beginn ein bisschen abändert, dass Bain "fast" keine Probleme hat, zumindest im Sinne von frieren mit der Ahnung, dass sie an seinen Kräften reißt. Das mit der entfesselten Kraft müsste noch ein bisschen mehr als Entwicklung deklariert werden. Die Anhöhe, die plötzliche Kraft, das eigene wundern darüber bis hin zur Eskalation seines inneren Magie-Gleichgewichts. Zum Ende: nun, ich hätte es ganz anders gestaltet. Ich hätte das Feuer die Kontrolle übernehmen lassen und alle, wirklich alle, vernichtend zu Boden geschlagen, brennend, nur Bain überleben lassend. Ich glaube, das wäre ein lauterer Knalleffekt gewesen, der nochmals sehr gut gezeigt hätte, dass man mit Feuer nicht spielen soll und ein Magie auch gefährlich für die eigenen Leute sein kann. Das hätte dem Klischee "Magier sind Helden und machen Unmögliches möglich" Paroli geboten. Nun, zumindest wäre es dramatischer gewesen. - Für mich persönlich hätte so ein Ende die Bestnote verlangt.

Natürlich bleibt so etwas aber immer Geschmacksabhängig. Abgesehen von meinen Kritikpunkten wie gesagt: schöne Geschichte. Gut gemacht. Richtig gut. Tolle Ansätze!

Gerne gelesen,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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