Es ist: 27-05-2022, 07:25
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Chirurgie im Mittelalter
Beitrag #1 |

Chirurgie im Mittelalter
Mal wieder ein Hallo an alle Mitleser und -schreiber Icon_wink

Ich suche Informationen zu chirurgischen Praktiken im Mittelalter (oder auch später), hauptsächlich in Bezug auf die Behandlung von Knochenbrüchen.

Über Krankheiten und Ärzte habe ich einiges gefunden - allerdings fallen in diesen Bereich überwiegend Salben, Tränke, Aderlass oder Amputationen. Was mich interessiert, sind innere Verletzungen, insbesondere eben der Knochen.

Kennt einer von euch eine gute Seite, (wenn's sein muss auch ein gutes Buch Icon_wink ) oder hat selbst Ahnung von der Geschichte der Chirurgie? Konnte man zum Beispiel eine gebrochene Rippe als solche identifizieren und wenn ja, wie behandelte man sie? Eine ausgerenkte Schulter, ein Oberschenkelbruch ... was tun?

In dem Kontext, in dem ich die Methoden unterbringen möchte, verfügt der "Chirurg" über gute Kentnisse der menschlichen Anatomie, weiß also, welcher Knochen eigentlich wohin gehört und kennt auch Organe und sonstige Innereien. Er verfügt außerdem über die Möglichkeit der Narkose und hat (relativ) präzise Werkzeuge zur Verfügung.

Reicht (reiner) Alkohol zur Wunddesinfektion aus (oder ist das ein Fernsehmythos)?

Ich kann die zahlreichen, nicht enden wollenden Antworten schon kommen spüren und bedanke mich im Voraus! Icon_panik Icon_lol

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #2 |

RE: Chirurgie im Mittelalter
Jo Lanna,

ich bezweifle zwar das es wahrhafte Chirurgen bzw. Wundärzte im Mittelalter gab, aber ich geb dir trotzdem mal paar Adressen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wundarzt
http://www.jadu.de/mittelalter/text/heilkunde.html (Etwas allgemein)
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Fabry (Ist eine wichtige Persönlichkeit gewesen)
http://u0028844496.user.hosting-agency.d...p/Wundarzt
http://141.48.65.167/diss-online/02/02H230/t3.pdf
http://www.droemer-knaur.de/magazin/Chir...39711.html

Bisjetzt war´s das leider. Ich hoffe, dass ich helfen konnte und wünsche dir viel Glück.

Kleine Grüße
KleinerWassergeist Cowsleep

"Denkst du, ich habe den Verstand verloren?" - Alice
"Ich fürchte Ja. Du hast eine Meise, du bist verrückt. Nicht bei Sinnen. Aber ich verrate dir was. Das macht eben die Besten aus." - Ihr Vater

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Beitrag #3 |

RE: Chirurgie im Mittelalter
Hi Wassergeist,

danke für die Links, das PDF werd ich mir mal genauer angucken, über die anderen bin ich teilweise schon selbst gestolpert.
Meistens wird zwar gesagt "was" in den Aufgabenbereich fällt, aber nicht "wie" es gemacht wird. Die Chirurgie im Mittelalter anzusetzen ist wahrscheinlich ohnehin zu früh, da wurde offenbar noch alles mit Wundsalben, Hexengebräu und Aufschneiden/Ausbrennen geregelt *lach*

Liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #4 |

RE: Chirurgie im Mittelalter
*reinschleich*

Hast du die Frage zufälligerweise auch woanders gestellt? Ich nehme es fast an. Icon_wink

Falls nicht, hab ich das hier entdeckt. wer-weiß-was

Hab auch gerade mal meinen Mann gefragt, der überrascht mich oft mit seinem Wissen, aber leider konnte er dieses Mal nicht helfen.

Viel Glück weiterhin bei der Recherche!

Liebe Grüße,
Lilly

*rausschleich*


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Beitrag #5 |

RE: Chirurgie im Mittelalter
Zitat:Reicht (reiner) Alkohol zur Wunddesinfektion aus (oder ist das ein Fernsehmythos)?
Nach meinen Wissen funktioniert es wirklich. Icon_wink

Wenn mein wissen stimmt, wurden Knochenbrüche meistens ertastet und wenn etwas gebrochen war, wurde versucht alles wieder an die richtig Stelle zuschieben. (Vielleicht wurde etwas auch mit Stöcken geschieht)

Leider kann ich dir nicht sagen ob diese Informationen auch stimmen, habe es vor langer Zeit mal irgendwo gelesen.

lg Echo

Wehe dem der Böses tut, denn seine Schuld wird nie vergehen.

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Beitrag #6 |

RE: Chirurgie im Mittelalter
Hallo Lanna,
mit mittelalterlicher Chirurgie kenne ich mich leider nicht aus.
Alkohol hat auf jeden Fall eine desinfizierende Wirkung, reicht aber gerade bei tieferen Wunden selten aus. Damals war ja auch noch nichts über Krankheitserreger und Reinhaltung der Wunden bekannt, weshalb ja auch sehr viele Frauen im Kindbett verstarben und Wunden durch Amputation mit anschließendem Abbrennen verarztet wurden. (Siehe Robert Koch.)
Knochenbrüche, sollten sie keine inneren Verletzungen hervorgerufen haben, zum Beispiel Punktion der Lunge, dürften allerdings kein großes Problem dargestellt haben. Da wurde halt geschient und ruhig gestellt. Das konnten selbst die Urvölker. Wenn das ein bissl schief zusammenwächst ist das auch nicht so schlimm, Hauptsache man lebt.
Bei schweren Verletzungen denke ich mal, konnten Ärzte wenig tun. Aufschneiden ging zwar, aber gegen die Keime und daraus resultierende Infektionen gab es noch nichts, außer Aderlass und Fieber senkende Kräuter.

LG
Addi

PS: Vielleicht steht etwas mehr dazu in dem Buch "Der Medicus" von Noah Gordon?

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #7 |

RE: Chirurgie im Mittelalter
Ich gehe mal von der anderen Seite ran. Also:
Da im Mittelalter die Kampfkünste sehr ausgeprägt waren und die meisten Techniken tödlich oder so enden sollten, dass sich der andere nicht mehr bewegen konnte, dürften recht genaue Vorstellungen von Gelenken und Knochen vorhanden gewesen sein. Wahrscheinlich bessere als in der heutigen Gesellschaft, wenn man von den Ärzten absieht. Da man höchst ungern auf dem Shclachtfeld verstarb, dürfte der Feldscher über genügend Kenntnisse verfügt haben, um einen Bruch zu schienen. Innere Blutungen hingegen wurden, denke ich, nicht erkannt. Denn dadurch, dass man innerlich verblutet, kam ja die Mythen über geheime Schläge und Tritte zustande, die erst nach mehreren Tagen ihre Wirkung zeigen.

Auf das der Wind in eurem Rücken, nie euer eigener sei. (alter irischer Reisegruß Icon_wink)
drakir
und seine Werke

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Beitrag #8 |

RE: Chirurgie im Mittelalter
Passenderweise gerade im Lesezimmer zu finden: "Die Päpstin". Die Protagonistin ist/ wird eine sehr gute Ärztin, kommt aus dem Frankenreich und lebt im Mittelalter. Es gibt zum Beispiel einige Szenen, in denen sie eine gebrochene Rippe heilt, die durch Geißelung aus dem Rücken herausgeragt ist - klingt nach dem, was du geschrieben hast.
Was hat sie gemacht? Knochen an die richtige Stelle gerückt (Folgen für den Patienten: Hohe Blutverluste, höllische Schmerzen, Ohnmacht), hat den Blutschwall mit einem Wickelverband plus einige Kräuter gegen Entzündungen und gegen Schmerzen gegeben - überhaupt ist Kräuterwissen in dem Buch sehr oft direkt benannt. Also Liebstöckel gegen das, Fenchel gegen das - eine Stelle wird da besonders hilfreich sein. Da Buch gibt viel Einblick, sehr viel in die tatsächlichen Praktiken. Einiges auch an "Chirugie". Ich würde es empfehlen. Wenn du es irgendwo liegen hast und keine Lust, alles durchzulesen, kann ich dir auch auf Nachfrage Stellen heraussuchen. Ich lese es gerne und bin auch sehr schnell, also wäre es kein Problem Icon_smile

Gruß,
Trinity

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #9 |

RE: Chirurgie im Mittelalter
Hallo Lanna!

In dem Roman "Der Medicus" (von Noah Gordon) kommen Knochenspezialisten in einem Krankenhaus in Persien vor. Die schienen, renken ein etc. Die modernste ärtzliche Versorgung seiner Zeit (laut Roman) - die Geschichte spielt im 11. Jahrhundert. Ein Badergehilfe (eine Art ärtzlicher Ersthelfer) kann eine richtige Ausbildung machen und wird zu einem richtigen Arzt - etwas Besonderes zu dieser Zeit. Vielleicht kann dir das helfen.

Gruß, Sigurd


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Beitrag #10 |

RE: Chirurgie im Mittelalter
Hi ihr Lieben,

ein versammeltes Dankeschön an alle, da ist ja schon bissl was zusammengekommen.

@Lilly
Ich nutze das Internet eher passiv, sollte aber vielleicht tatsächlich mal nach Fach-Foren Ausschau halten. Werd mich mal durch wer-weiß-was durcharbeiten Icon_smile

@Echo
Das mit dem Knochen wieder richtig schieben hab ich inzwischen auch mehrfach gelesen, scheint also zu stimmen.

@Addi
Bisher häng ich noch an den Knochenbrüchen, aber zu Keimen/Infektionen werd ich auch noch kommen *seufz* wobei man darüber erstaunlicherweise viel mehr findet als über die Behandlung von tatsächlichen Verletzungen
Der Medicus empfiehlt Sigurd auch ... hach, wäre da nicht meine Abneigung gegen historische Schinken Icon_igitt

@drakir
Über die nötigen Fachkenntnisse verfügen meine "Chirurgen", da sie gleichzeitig auch Grab...gräber? öh, wie heißen diese Leute? Totengräber! ... also da sie auch Totengräber sind und deshalb quasi immer Anschauungsobjekte dahaben *lach*
An innere Blutungen hab ich jetzt noch gar nicht so konkret gedacht, aber klar, dieses mystische dabei ist auch interessant *notizen mach*

@Trinity
Urgs ... die Päpstin. Und das bei meiner Historien und *-in* Phobie Icon_slash Muss ich meine Mutter mal anhauen, ob sie das Buch irgendwo rumstehen hat. Die Stellen such ich mir dann selbst raus, aber danke für das Angebot Icon_smile

@Sigurd
Das Buch wäre wohl tatsächlich eine sinnvolle Anschaffung, wenn der Beruf da so im Mittelpunkt steht. Mit bissl Glück haben sie's beim Karstadt sogar zur Zeit im Angebot (auf dem Tisch mit historischen Romanen, um den ich immer einen groooßen Bogen mache Icon_ugly ) danke für den Tipp!

Liebe Grüße
Lanna (die vielleicht mal praktische Erfahrung sammeln sollte und ihrem Mann probeweise den Arm bricht Icon_aufsmaul Mrgreen )

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