Es ist: 13-04-2021, 21:23
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Zweierlei Blut - Epilog
Beitrag #1 |

Zweierlei Blut - Epilog
Hallo!
Ich weiß, eigentlich hatte ich das Ende bereits angekündigt und doch überfiel mich spontan die Lust zu diesem kleinen Epilog. Ein runder Abschluss, der nicht nur etwas in die Zukunft führt, sondern auch einige lose Enden verknüpft und so vielleicht auch die Welt Sarayas besser erklärt. Icon_smile
Ich wünsche viel Spaß mit diesem nun wirklich letzten Teil.

Eure Adsartha







Epilog
– Des Feuers Samen -

Das Nationaltheater brannte noch immer. Schmutziggrauer Rauch lungerte über der Stadt und schnürte ihr die Luft ab. Národní Divadlo war tot, ebenso wie die Werwölfe Prags, deren Überreste in den Ruß verhangenen Gebeinen des ehrwürdigen Neorenaissancebaus schmolzen. Über hundert Jahre Geschichte einfach so in Schutt und Asche gelegt. Asche …
Mit einem Ausdruck fernen Schmerzes in den Augen verließ Saraya das Bild der in Schatten getauchten Stadt und wandte sich wieder den Dingen zu, die im Moment dringender ihrer Aufmerksamkeit bedurften. Dies war nicht das erste Mal in ihrem Leben, das ihr eine Situation entglitten war - wenn auch, zugegebenermaßen, noch nie zuvor in solchem Ausmaß. Aber hatte sie eine andere Wahl gehabt? Die Spuren ihres Kampfes zogen sich durch die Kellergewölbe des Theaters wie die Nahrungssuche eines 5-Tonnen-Heuschreckenschwarms. Statt abgenagter Halme, deren nackte Häupter traurig im Wind schwangen, waren die Felder, die sie zurückgelassen hatte, jedoch Rot, gespickt mit zerfetzten Gliedern, die nicht einmal ein begnadeter Geist wieder ordnungsgemäß hätte zusammensetzen können. Nichts war sicher gewesen vor ihrem Blutrausch.
Niemand war sicher gewesen.
Fluchend schritt Saraya zu ihrem Bett, riss die Ränder der darauf wartenden Reisetasche auseinander und stopfte die restlichen T-Shirts sowie eine Jeans zum Wechseln hinein. Sie musste weg, musste verschwunden sein, bevor jemand dahinter kam, wer die Brandnester gelegt hatte und vor allem, was mit ihnen hatte vertuscht werden sollen. Sie war eine Gejagte. Dass ihre Jäger im Moment wahrscheinlich noch nichts davon wussten, änderte nichts an der Tatsache.
So schnell es ihr verletzter Fuß ermöglichte eilte sie in das winzige Bad hinüber. Waren die Bullen auch noch so gründlich gewesen mit ihrer Spurensuche – das Talkumpuder bedeckte nahezu jeden Quadratzentimeter der Wohnung -, die lose Fliese hinter dem Duschkopf hatten sie nicht gefunden. Vielleicht hatte auch einfach der Zustand des ‚Badezimmers’ sie abgestoßen.
In einer fließenden Bewegung riss Saraya die von Kalk- und anderen noch unschöneren Flecken geschändete Armatur herunter, schob ihre Fingernägel in die Ritzen der Fliese und löste sie aus der Wand. Unter dem Rostmantel nackter Rohre lag ihr wertvollster Besitz, eingeschlagen in mehrere Schichten Plastik.
Ein Seufzen entwich ihren Lippen als sie ihre verschiedenen Identitäten in den Händen wog. Zusammen mit dem Geld, das auf dem Internetkonto einer Schweizer Bank auf sie wartete, würden sie ihr einen Neuanfang ermöglichen. Irgendwo. Vielleicht als Karissa Sue Pinder – freie Architektin aus Queenstown, Neuseeland. Das kleine Inselreich hatte sie zwar nie gereizt, schien allerdings reizbar, wenn man wie sie Untertauchen musste. In Japan würde sie zu sehr auffallen. Nachdenklich strichen ihre Fingerspitzen über einen schwarzen Pass, ihr zwei Jahre jüngeres Konterfei darin. Kanada. Es wäre schön, endlich wieder einmal ihre Muttersprache zu sprechen, die Melodie, die darin wohnte, jeden Tag um sich zu haben. Aber wäre diese Wahl nicht zu vorhersehbar?
„Salut? Quelqu'un à la maison?“
Nach all den Wochen und Monaten, in denen sie von slawischen Zungen umgeben gewesen war, fielen die französischen Worte – wenn auch recht ungelenk ausgesprochen - ebenso unvorbereitet, wie Bomben es getan hätten. Und genauso fatal, konnten sie doch nur eines bedeuten.
„Die Custodis“, flüsterte Saraya, packte mit fliegenden Fingern die Papiere zusammen und steckte sie in die Innentasche ihrer Lederjacke. Auf dem Weg ins Wohnzimmer, nahm sie die Duschstange aus der Karikatur von Badewanne und verbarg sie hinter ihrem Körper, während sie gegen den Rahmen des Durchgangs lehnte.
„Ich nehme an, Sie suchen nach mir.“
„Nicht übel.“ Mit einer Gemach, die von einer tief verwurzelten Selbstsicherheit sprach, hob ihr Besucher den Blick von den zersplitterten Scharnieren, nahm seine Finger von den Eisenfetzen und versenkte sie in die Taschen seiner Anzughose. Die Bewegung wirkte lässig, ebenso entspannt wie der schwarze Anzug, dessen schlichte Eleganz durch eine schmale Lederkrawatte und die Farbe des Hemdes aufgelockert wurde. Blassrosa. An sich eine scheußliche Wahl, aber im Kontrast zu der dunklen Haut, die der gelöste Kragen entblößte, bestechend attraktiv.
„Madame Deveraux, nehme ich an.“ Er neigte den Kopf, nur leicht, trotzdem fielen ihm ein paar dicke Strähnen vor die Augen, und mit der Bewegung ein paar Duftpartikel, die sich auf einen kaum wahrnehmbaren Luftstrom legten und ihre Riechzellen zum Schwingen brachten.
„Sie sind Lycaner“, entwich es ihr verblüfft und sie betrachtete ihren geheimnisvollen Besucher noch eingehender, in dem Versuch, ihn in die aktuellen Geschehnisse einzuordnen. Hinter ihren Rippen das Herz schlug um einige Nuancen schneller.
„Reinen Blutes“, bestätigte er und ließ für einen kurze Moment seine weißen Zähne aufblitzen. „Alessandro di Fragipane. Die Mater schickt mich.“
Im Gegensatz zu der unnachahmlich kehligen, ja schon nahezu verruchten Aussprache, mit der nur ein gebürtiger Italiener seinen Namen aussprechen konnte, trafen die letzten Worte Saraya alles andere als sanft, obwohl sie insgeheim bereits mit ihnen gerechnet hatte. So unauffällig wie möglich verlagerte sie ihr Gewicht. Ihre Linke schloss sich fester um das schlanke Rohr aus Metall, das im Moment als Einziges zwischen ihr und dem Agenten der Custodis stand.
„Nach den Ereignissen der letzten Tage, erhielt ich den Befehl, Sie zu suchen, bevor …“ Er deutete aus dem Fenster. „ … noch mehr Leichen unter historischen Bauwerken begraben werden.“
„Ich kann das erklären.“
Die Vorstellung erheiterte den attraktiven Italiener. „Das wird nicht nötig sein.“
Sie spannte sich. Heiß saß die Duschstange in ihrer Hand. Bereit. Aber mit ihrem Fuß wollte sie nicht den ersten Schritt machen. Nicht, wo zig Flaschen noch immer den Boden mit unvorhergesehenen Stolperfallen versahen. Alessandro wirkte zwar harmlos, aber seine Bewegungen verrieten selbst in der kleinsten Instanz die gefährliche Geschmeidigkeit eines erfahrenen Kämpfers. Noch dazu war er ein Gesandter der Mater. Roms heimliche Herrscher, die ihren Sitz tief hinter den Grenzen des Vatikans hegten und von dort aus unsichtbar über alle Kinder der Nacht wachten. Die Custodis.
Mit zusammen gekniffenden Lippen und hämmerndem Herzen verfolgte Saraya wie sich der gesandte Scharfrichter die Haare aus den Augen strich. Ein Film aus Schweiß machte den Griff um ihre improvisierte Waffe schlüpfrig.
„Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist letzte Nacht eine Position freigeworden. Eine Position für die Sie gewisse Qualitäten mit sich bringen.“
„Qualitäten?“, wiederholte sie perplex, während in ihrem Kopf ein paar Zahnräder einrasteten, die sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal im Traum versucht hätte, zusammenzufügen. Die Custodis und ihre freie Position, die Ereignisse der letzten Nacht, Kianis Offenbahrung, ihre jahrelange Jagd, die sie, wie sie jetzt erkannte, verdächtig oft in blinde Enden geführt hatte. Das Wirken der Mater?
Kiani ein Mitglied der Wächter? Sie wollte es nicht glauben. Und doch. Es schien so glasklar, so unverrückbar in seiner Schnörkellosigkeit.
„Unseres Wissens nach …“, fuhr Alessandro indes fort. „ … zeichnen Sie sich für die Auslöschung von mindestens siebenundzwanzig Vampiren verantwortlich und haben dabei mitgewirkt, das Rudel Prags erheblich zu dezimieren.“ Es war keine Frage.
„Ja“, wisperte Saraya innerlich erstarrt, riefen doch die Worte des Italieners Fragmente aus der Erinnerung der Wölfin, deren Schrecken sie sich nicht stellen wollte. „Das stimmt.“ Ihren taub gewordenen Fingern entglitt die Duschstange, fiel und schlug das Antlitz Kianis – sterbend verzerrt – in winzige Scherben. Die scharfkantigen Splitter bohrten sich in ihre Seele. Versanken darin, bereits in der Auflösung begriffen, um ihr Gift in den hintersten Winkel zu tragen.
Wer hätte ahnen können, dass die Achtundzwanzig so bitter schmecken würde?
„Sehr beeindruckend.“ Alessandro wandte sich um, hielt aber kurz hinter der Loch zum Flur bereits inne, um sie mit seinen Sturmaugen abwartend anzusehen. „Unser Flug geht in einer Stunde, vorausgesetzt Sie wollen nicht hier bleiben, um die versprengten Lycaner einzusammeln …“
Sie blinzelte. „Nein. Nein, ganz und gar nicht!“, erklärte sie entschieden, nachdem ihr träger Verstand die Worte des Agenten begriffen hatte.
Er erwartete sie am Treppenansatz, bot ihr seine Hand zur Stütze und, als sie diese ablehnte, zumindest seine Stärke, um ihre Tasche zu tragen. Während sie der athletischen Gestalt Alessandros humpelnd die Treppe hinab folgte, verfolgten ihre Gedanken einen Faden, den sie vor wenigen Augenblicken, ob Alessandros Angebot, verloren geglaubt hatte.
„Ich verstehe nicht … Wenn die Custodis all die Jahre wusste, was ich tat, warum …?“
Ein verschmitztes Grinsen, das auf dem Gesicht des Italieners seltsam fehl und in seiner Jugendhaftigkeit zugleich höchst anziehend war, nahm ihr den Rest der Frage von den Lippen.
„Nun sagen wir, Sie hatten einen starken Fürsprecher.“
Fürsprecher. Das Radwerk in ihrem Kopf drehte sich um einige Kleinigkeit als die zeitlichen Komponenten sich dazugesellten. Konnte es sein …?
„Alessandro, dieser Fürsprecher“, begann sie mit belegter Stimme. „Sein Name begann nicht zufällig mit einem ‚K’, oder?“
Ihr Begleiter lächelte nur und öffnete die Haustür. Der Innenhof dahinter war wie ein Scherenschnitt aus Licht und Schatten zerteilt, hatte doch in der Zwischenzeit eine kräftige Böe nach den Wolkennestern gegriffen und ihr Geflecht aufgerissen. Gold schien auf die Frontscheibe eines Audis gegossen, während Flocken in die Häuserflucht hinabtanzten und ihn und all die anderen Autos zudeckten.

~ Fin ~

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
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Beitrag #2 |

RE: Zweierlei Blut - Epilog
Hallo Addi,

schön, dass es einen Epilog gibt. Ich bin ja der Meinung, dass wenn es einen Prolog gibt, es auch einen Epilog geben muss, dann wirkt alles gleich schon von der Optik her runder. Deine kleinen Hinweise sind mir echt entgangen (genauso wie sie Saraya wohl entgangen sind) was wahrscheinlich daran liegt, dass eben ganz viel passiert und man dann automatisch schneller liest.
So jetzt aber genug gelabert, auf zum wirklichen Ende.

Zitat: Dass ihre Jäger im Moment wahrscheinlich noch nichts davon wussten, änderte nichts an der Tatsache.

Geschmackssache, aber mir hätte ein: „dieser Tatsache“ irgendwie besser gefallen.

Es ist nun eindeutig klar geworden, dass Saraya überlebt hat, Kiani aber nicht. Das sie sie ausversehen getötet hat, kann man sich nun besser denken, denke ich mal. Icon_smile Der Hinweis, dass sie so wehmütig an sie denkt hilft dabei ganz gut.
Joar und es ist schön zu wissen, dass Saraya sowas wie eine Zukunft hat. Diese Wächter-Organisation hat mich zwar doch überrascht, ich weiss gar nicht, ob du da vorher schonmal Andeutungen gemacht hast, aber das macht nichts, es wirkt totzdem überzeugend.

Schönes Ende gefällt mit gut.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #3 |

RE: Zweierlei Blut - Epilog
Halli hallo Lady!
Also nun unser letztes Treffen unter dieser Serie. Ach, wirst du auch etwas wehmütig? *träne wegdrück*
Mir kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich deinen Kommentar unter dem Prolog fand und nun sind wir beim Epilog angekommen.

Zitat:Deine kleinen Hinweise sind mir echt entgangen (genauso wie sie Saraya wohl entgangen sind) was wahrscheinlich daran liegt, dass eben ganz viel passiert und man dann automatisch schneller liest.
-- Ein bisschen viel Verwirrtaktik. :D


Zitat:
Zitat: Dass ihre Jäger im Moment wahrscheinlich noch nichts davon wussten, änderte nichts an der Tatsache.

Geschmackssache, aber mir hätte ein: „dieser Tatsache“ irgendwie besser gefallen.
-- So eine Kleinigkeit. Für dich ändere ich das. Icon_bussi Icon_wink

Zitat:Es ist nun eindeutig klar geworden, dass Saraya überlebt hat, Kiani aber nicht. Das sie sie ausversehen getötet hat, kann man sich nun besser denken, denke ich mal. Icon_smile Der Hinweis, dass sie so wehmütig an sie denkt hilft dabei ganz gut.
-- Ja, irgendwie hat sie die Vampirin wohl doch liebgewonnen. Nach allem, was sie durchgemacht haben. Ich bin ja auch noch ganz geknickt, weil Kiani jetzt nicht mehr da ist. *schluchz*


Zitat:Joar und es ist schön zu wissen, dass Saraya sowas wie eine Zukunft hat. Diese Wächter-Organisation hat mich zwar doch überrascht, ich weiss gar nicht, ob du da vorher schonmal Andeutungen gemacht hast, aber das macht nichts, es wirkt totzdem überzeugend.
-- Hm, angedeutet direkt war es nicht. Ich wollte einfach die Verhältnisse der Welt etwas deutlicher machen und auch, dass Kiani damals nicht einfach so gehandelt hat, sondern es einen Befehl von oben gab. Ich find die Idee auch ganz schön, dass die Vampirin die ganze Zeit über Saraya gewacht hat. Auch aus einem Schuldgefühl heraus. Das verleiht ihr etwas Menschliches, was sie sympathischer, aber auch mysteriöser macht.

Zitat:Schönes Ende gefällt mit gut.
-- Das freut mich ungemein. Icon_jump
Dann bist du also über das Ende des 9.Kapitels hinweg? *lach*
Ich bin auch sehr zufrieden, auch wenn es sich dann doch irgendwie ganz anders entwickelt hat, als gedacht.
Mein erster Protagonistenmord. Cowsleep

Liebe Grüße und noch einmal meinen abschließenden Dank
Addi

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Beitrag #4 |

RE: Zweierlei Blut - Epilog
Hi, Adsartha!

Wie bereits angedroht habe ich nun damit begonnen, mir sämtliche deiner Texte einzuverleiben und ich muss sagen, ich habe wirklich geschlungen.
Man, hat mich diese Geschichte gefesselt! Vermutlich hast du ohnehin schon geahnt, dass ich Werwölfe und Vampire mag, dementsprechend war das mit Sicherheit auch ein Grund dafür, dass ich gar nicht mehr vom Pc weg kam, ehe ich alles fertig hatte.
Deine Geschichte war eine von der Sorte bei der man sich wünscht, sie geht nicht vorbei, einfach weil es immer so etwas Endgültiges hat und ich nicht genug bekommen konnte. Icon_cuinlove

Rein inhaltlich sind mir einige Dinge aufgefallen - wenn auch eher unerhebliche - die ich hier gerne noch einmal angemerkt haben möchte. Wobei ich auch gestehen muss, die Kommentare, die du bereits bekommen hast, nicht alle gelesen zu haben, denn sie hätten mich wohl aus der von dir aufgebauten Spannung gerissen.

Für mich war das ein oder andere recht offensichtlich und vorhersehbar. Beispielsweise ahnte ich bereits, dass die Frau, die Saraya entdeckt hat, eine Vampirin ist, spätestens als sie vor ihr zurück gezuckt ist. Das mag aber auch daran liegen, dass ich zu viel Underworld geguckt habe Icon_lol
Sowieso habe ich mich an manchen Stellen an die Filmreihe erinnert gefühlt, was du aber durchaus positiv verstehen darfst, denn da beziehe ich mich in erster Linie auf die Atmosphäre, die an einigen Stellen mitgeschwungen ist und mich sehr begeistert hat. Eine düstere Stimmung war deutlich zu spüren, wenn auch leider an manchen Stellen etwas abgeschwächt, wobei mir nicht aufgegangen ist, woran das gelegen haben könnte.

Eine weitere Szene die ich voraus geahnt habe war die mit dem See aus Weihwasser. Der Gedanke ist mir gekommen, als Saraya es eine Weile zuvor bedauert hatte, kein Weihwasser dabei gehabt zu haben und spätestens als sie in den Raum mit dem silbernen Boden gekommen ist, dachte ich mir schon, dass dann auch Weihwasser kommen könnte.
Deshalb würde ich diesen Gedankengang vielleicht zu Beginn unterbrechen und sie lieber erst einmal nichts in die Richtung Weihwasser denken lassen.
Zudem habe ich am Anfang noch gedacht, die beiden seien entführt worden, um ihnen zu zeigen, dass es sich manchmal lohnt, Feindschaften zu überwinden. Ähnlich wie Jigsaw auch immer gerne versteckte Botschaften an seine Opfer hat, die eine mehr oder weniger fragwürdige Moral verkörpern (wobei die in deinem Fall nicht wirklich fragwürdig gewesen wäre, was nicht unbedingt verkehrt sein muss).
Warum es sowohl für die Vampirin, als auch für die Werwölfin entsprechende Hindernisse gegeben hat, wenn es nicht darum ging, die beiden dazu zu bringen, die Feindschaften abzulegen, bleibt für mich allerdings unklar. Es muss dafür einen Sinn gegeben haben, der sich mir am Ende noch nicht ganz erschlossen hat.
Natürlich, die Absicht von dir selbst als Autorin war klar, doch auch für Cenek (?) muss es einen Grund gegeben haben, diese Tunnel so und nicht anders aufzubauen.

Eine weitere Szene, die ich erahnt hatte war die, dass Saraya ihre Begleiterin früher oder später trinken lassen würde. Es war mir relativ klar, dass die beiden sich - durch diesen schon sehr gelungen Schmelzkessel - näher kommen würden, was du übrigens sehr überzeugend in die Tat umgesetzt hast. Stück für Stück und nicht auf der Stelle, das hat mir sehr gefallen.
Dennoch war abzusehen, dass Saraya ihr Blut geben würde, es war bereits zu erkennen, als auch die Vampirin angefangen hat zu schwächeln - was wiederum gut war, denn das zeigt, dass deine Protagonisten durchaus zu kämpfen hatten und es für sie keine leichte Aufgabe war, durch dieses Tunnelsystem zu kommen. Das finde ich persönlich weitaus interessanter, die Offenbarung von Schwächen macht Figuren eben immer ein bisschen echter Icon_smile

Ungefähr an der Stelle, an der die beiden auf diesem Vorsprung Unterschlupf vor den (armen, sterbenden) Dobermännern gesucht hatten, waren sie sich ja schon ein ganzes Stück sympathischer geworden. Kurz bevor Saraya das erste Mal bewusstlos geworden ist, habe ich mich gefragt, warum noch keine Namen gefallen sind. Diese Szene fand ich deshalb etwas zu spät, denn ich habe überlegt und mir war der Verdacht gekommen, dass es einen Grund geben könnte, warum die Namen noch nicht genannt wurden.

Die Erinnerung von Saraya an ihre Verstorbenen hätte ich übrigens lieber Stück für Stück, von Anfang an, eingestreut gesehen. So wäre weniger auffällig gewesen, dass die Vampirin damit etwas zu tun hatte - wobei du an dieser Stelle mich doch recht geschickt von der Wahrheit fern halten konntest, indem du mir mehrere Möglichkeiten zum Rätseln gegeben hast. Das würde ich gerne auch in anderen Szenen sehen.

Die Erinnerungen an die Vampire, die die Werwölfin bereits getötet hat, fand ich wiederum etwas zu weit ausgeholt. Ich dachte erst, sie hätten eine große Relevanz für die spätere Entwicklung. Sooo wichtig waren sie ja dann aber doch nicht, weswegen ich sie weitaus weniger intensiv ausgebaut hätte. Viel mehr hätte ich versucht, sie an passenden Gelegenheiten einzubauen. Wobei die Tatsache, dass sie diese Erinnerungen scheinbar im Dämmerzustand erlebt hat, darauf hinweist, dass sie mit diesen Geschichten noch nicht abgeschlossen hat, was wiederum literarisch wertvoll ist, wenn es darum geht, etwas über ihren Charakter zu erzählen.
Manchmal beißt sich in dieser Geschichte die Katze in den Schwanz, merke ich gerade Icon_panik

Nicht wundern, ich gehe nicht chronologisch vor, ich hab mir nebenbei wirre Stichpunkte aufgeschrieben, vollkommen ungeordnet, deshalb nicht wundern, dass ich jetzt auf einmal zum ersten Kapitel zurück komme.
Die Wohnung war ein Sinnbild für ihr Innenleben - zumindest fand ich, dass es ein gut gelungener Einstieg war, um ihr momentanes Leben etwas auszuschmücken und mir zu zeigen, dass sie mit ihrem Leben etwas unzufrieden sein könnte, dass ihre Erlebnisse sie belasten. Aber was genau hatte es nun mit den Pillen auf sich? Es kam mir fast so vor, als hatten sie etwas mit dem Kalender zu tun? Oder waren es einfach nur Kopfschmerztabletten/ Betäubungsmittel?

Ach ja, um jetzt noch mal auf die Spannung zurück zu kommen, die dir sehr gelungen ist und mich, wie gesagt, sehr gut fesseln konnte: Es war wahnsinnig aufregend für mich, mit anzusehen, wie die beiden immer schwächer wurden. Rein rational wusste ich, dass sie es schaffen würden, zumindest hatte ich es gehofft, doch wie ihr Weg bis dahin war musste ich unbedingt verfolgen, ich musste sozusagen sicher gehen, dass die beiden wieder in Ordnung kamen. Hab mir richtig Sorgen gemacht um die zwei Icon_panik

Ach genau, fast vergessen: Noch etwas, was ich vorausgeahnt habe war, dass Saraya es Cenek zu verdanken hatte, in diesem Tunnel gelandet zu sein. Um genau zu sein war es in Kapitel 7, als das erste Mal die Rede von ihm war. Dass die Vampirin erzählt, dass er gerne junge Werwölfe auf ihre Stärke und 'Qualität' prüft, hätte ich vollkommen weg gelassen, oder wirklich unauffällig angedeutet. Es war zu plötzlich, zu offensichtlich, dass dieser Smalltalk seinen Sinn hatte und mir etwas sagen wollte. Deshalb hätte ich es viel unscheinbarer irgendwo am Rande erwähnt, als sei es eine bloße Belanglosigkeit, die man gerne überlesen kann. Das gibt später einen netten Effekt. Der Leser wundert sich wenn es raus ist und denkt sich 'da war doch was!', will zurück blättern, noch mal aufmerksam nachlesen und sich dann vor die Stirn klatschen weil er so unaufmerksam war. Zumindest geht es mir da manchmal so, wenn ich ein Buch lese. Smiley_emoticons_blush


Zu den Protagonisten: Ich finde, dir ist vor allem die Vampirin sehr gut gelungen. Ihre anfängliche Arroganz, ihr Stolz, das etwas ... nennen wir es mal das 'Übermenschliche', all das konnte ich großartig aus ihrem Verhalten herauslesen. Ebenso gelungen fand ich, wie sich langsam die Beziehung der beiden zueinander verändert hat. Schleichend, nicht Knall auf Fall, genau so wie es für mich autentisch wirkt. Das ist dir wirklich gut gelungen!
Bei Saraya ist es mir jedoch schon schwerer geworden, Charaktereigenschaften von ihr auszumachen. Mir kam sie etwas freudlos, wenn nicht sogar verbittert vor, doch sicher bin ich mir nicht. Von ihrem Charakter hätte ich gerne noch mehr aufblitzen sehen.
Edit: Stichwort Antagonist! Ich hätte es wirklich spannend gefunden, auch bei Cenek Grauzonen aufblitzen zu sehen, Gründe für sein Verhalten, warum er die beiden eingesperrt hat. Zum Beispiel hätte ich das Motiv, dass er seine Art erhalten wollte und seinem Nachkommen gute Vorraussetzungen auf den Weg geben wollte, noch sehr viel stärker betont. Ich hätte ihn gerne mehr nachvollzogen, mich mehr in ihn hineinversetzen können und das wiederum hätte, meiner Meinung nach, noch mehr zur Dramatik beigetragen.


So, ich glaube das war erst einmal alles, was mir aufgefallen ist.
Das Positive überwiegt deutlich und meine 'Ahnungen' haben der Spannung auch nicht wirklich Abbruch getan. Alles in allem war die Geschichte sehr, sehr lesenswert. Wie gesagt, ich habe sie regelrecht verschlungen und konnte gar nicht mehr aufhören.
Außerdem fand ich es auch sehr spannend, deine schreiberischen Fortschritte zu beobachten, die du gemacht hast. Du hast ja eine Weile für die Geschichte gebraucht. Meine Hochachtung für ein Durchhaltevermögen!

So, jetzt will ich unbedingt deine nächste Geschichte anfangen! Icon_jump


Begeisterte Grüße,
Leschwa

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Beitrag #5 |

RE: Zweierlei Blut - Epilog
Hallo Leschwa,
nachdem ich dich den ganzen Tag durch die Geschichte habe hetzen sehen, war ich gespannt, wann und in welcher Größe dieser Kommentar ausfallen würde. Nun aber, zu deinen Anmerkungen:

Zitat:Wie bereits angedroht habe ich nun damit begonnen, mir sämtliche deiner Texte einzuverleiben und ich muss sagen, ich habe wirklich geschlungen.
-- Ach, das war eine Drohung? Ich fand das eher schön, von daher, weiter so. Denn um gelesen zu werden, sind wir ja hier. Icon_wink

Zitat:Man, hat mich diese Geschichte gefesselt! Vermutlich hast du ohnehin schon geahnt, dass ich Werwölfe und Vampire mag, dementsprechend war das mit Sicherheit auch ein Grund dafür, dass ich gar nicht mehr vom Pc weg kam, ehe ich alles fertig hatte.
-- Nein, das ahnte ich nicht. *g* Dann kann ich dir ja nur den Todesengel ans Herz legen. *hust*

Zitat:Deine Geschichte war eine von der Sorte bei der man sich wünscht, sie geht nicht vorbei, einfach weil es immer so etwas Endgültiges hat und ich nicht genug bekommen konnte. Icon_cuinlove
-- Das freut mich sehr. Icon_bussi

Zitat:Für mich war das ein oder andere recht offensichtlich und vorhersehbar. Beispielsweise ahnte ich bereits, dass die Frau, die Saraya entdeckt hat, eine Vampirin ist, spätestens als sie vor ihr zurück gezuckt ist. Das mag aber auch daran liegen, dass ich zu viel Underworld geguckt habe Icon_lol
-- Hm, es ist allgemein so, dass die Geschichte in Teilen vorhersehbar ist. Das war mir von Anfang an klar. Der Reiz lag für mich darin, trotz dieses Gewohnheitsgrades Spannung aufzubauen. Ich finde, wenn man Leser begeistert, obwohl sie etwas schon kennen, ist das um einiges besser, als wenn man ihnen etwas ganz Neues anbietet.

Zitat:Sowieso habe ich mich an manchen Stellen an die Filmreihe erinnert gefühlt, was du aber durchaus positiv verstehen darfst, denn da beziehe ich mich in erster Linie auf die Atmosphäre, die an einigen Stellen mitgeschwungen ist und mich sehr begeistert hat.
-- Es gab einige, die Underworld hier gespürt haben. Spätestens als die Kleidung im Tunnelsaytem erwähnt wird. *lach*

Zitat: Eine düstere Stimmung war deutlich zu spüren, wenn auch leider an manchen Stellen etwas abgeschwächt, wobei mir nicht aufgegangen ist, woran das gelegen haben könnte.
-- Hm, ich denke, man kann nicht immer düster schreiben. Manchmal rutscht der Fokus einfach auf andere Dinge.

Zitat:Eine weitere Szene die ich voraus geahnt habe war die mit dem See aus Weihwasser. Der Gedanke ist mir gekommen, als Saraya es eine Weile zuvor bedauert hatte, kein Weihwasser dabei gehabt zu haben und spätestens als sie in den Raum mit dem silbernen Boden gekommen ist, dachte ich mir schon, dass dann auch Weihwasser kommen könnte.
Deshalb würde ich diesen Gedankengang vielleicht zu Beginn unterbrechen und sie lieber erst einmal nichts in die Richtung Weihwasser denken lassen.

-- Ich hatte bereits daran gedacht, es dann aber verworfen. 1. Ist Saraya nun mal eine Vampirjägerin, von daher weiß sie um die Schwächen derer und kennt ihre Waffen. 2. Sind auch dem Leser bestimmte Waffen bekannt. Dass sie im Kampf bedauert keine Waffe zu haben, ist eher nachvollziehbar, als wenn sie nichts denkt. Kreuz oder Wasser, auf irgendetwas musste es hinauflaufen. Icon_wink

Zitat:Zudem habe ich am Anfang noch gedacht, die beiden seien entführt worden, um ihnen zu zeigen, dass es sich manchmal lohnt, Feindschaften zu überwinden.

-- Die Idee hatten viele. Aber dann wäre das Ende nicht überraschend gekommen. Da hätte man mir wieder mangelnde Kreativität vorwerfen können. *g*

Zitat:Warum es sowohl für die Vampirin, als auch für die Werwölfin entsprechende Hindernisse gegeben hat, wenn es nicht darum ging, die beiden dazu zu bringen, die Feindschaften abzulegen, bleibt für mich allerdings unklar. Es muss dafür einen Sinn gegeben haben, der sich mir am Ende noch nicht ganz erschlossen hat.
-- Die Tunnel werden ja nicht nur für die beiden benutzt, sondern für andere Wölfe und andere Vampire, zur Prüfung oder Unterhaltung. Ob zusammen oder getrennt, ist dabei irrelevant. Wichtiger ist, dass gegen Ende rauskommt, dass alle Hindernisse auch allein zu überwinden gewesen wären. So bemerkt Saraya, dass sie entlang des Felsens über das Silberfeld hätte klettern können, wäre sie nicht so geschwächt gewesen. Ebenso hätte die Vampirin so das Weihwasser vermeiden können und mit einem Stein die Lampen zerstören können. Einziges Problem wäre das Kreuz geworden, aber das hätte sie nicht getötet, sondern nur geschwächt.
Diese Möglichkeit wird allerdings den Protas, zumindest Saraya, zu spät klar.

Zitat:Eine weitere Szene, die ich erahnt hatte war die, dass Saraya ihre Begleiterin früher oder später trinken lassen würde.

-- Damit muss ich wohl leben. Icon_wink

Zitat:Es war mir relativ klar, dass die beiden sich - durch diesen schon sehr gelungen Schmelzkessel - näher kommen würden, was du übrigens sehr überzeugend in die Tat umgesetzt hast. Stück für Stück und nicht auf der Stelle, das hat mir sehr gefallen.
-- Danke. Smiley_emoticons_blush

Zitat:Kurz bevor Saraya das erste Mal bewusstlos geworden ist, habe ich mich gefragt, warum noch keine Namen gefallen sind. Diese Szene fand ich deshalb etwas zu spät, denn ich habe überlegt und mir war der Verdacht gekommen, dass es einen Grund geben könnte, warum die Namen noch nicht genannt wurden.
-- Hm, ich gebe zu, überlegt zu haben, die Namen früher zu bringen. Dann dachte ich mir, dass die Situation noch nicht reif dafür ist. Man kämpft ja nicht, schüttelt sich dann die Hand und sagt, ach, übringens mein Name ist Paul. Icon_wink
Die beiden mussten sich also erstmal näher kommen. Auch sind Namen oft nicht so wichtig. Als ich in Neuseeland war habe ich mich manchmal stundenlang mit Menschen unterhalten und gelacht, ohne deren Namen zu wissen. (Das war dann meist etwas peinlich, wenn man dann irgendwann danach fragte. Icon_wink )

Zitat:Die Erinnerung von Saraya an ihre Verstorbenen hätte ich übrigens lieber Stück für Stück, von Anfang an, eingestreut gesehen.

-- Welche Erinnerung meinst du genau? Die, in der das Haus in Flammen aufgeht und auf den Treppen Blut fließt? Die Erinnerung habe ich eher wegen Sarayas Hass drin, anstatt wegen Kiani, um ehrlich zu sein.

Zitat:So wäre weniger auffällig gewesen, dass die Vampirin damit etwas zu tun hatte - wobei du an dieser Stelle mich doch recht geschickt von der Wahrheit fern halten konntest, indem du mir mehrere Möglichkeiten zum Rätseln gegeben hast. Das würde ich gerne auch in anderen Szenen sehen.
-- Zum Beispiel, wo?

Zitat:Die Erinnerungen an die Vampire, die die Werwölfin bereits getötet hat, fand ich wiederum etwas zu weit ausgeholt. Ich dachte erst, sie hätten eine große Relevanz für die spätere Entwicklung. Sooo wichtig waren sie ja dann aber doch nicht, weswegen ich sie weitaus weniger intensiv ausgebaut hätte. Viel mehr hätte ich versucht, sie an passenden Gelegenheiten einzubauen.

-- Ausgebaut? Ich fand sie eigentlich sehr fragmentartig. Auch hier galten sie der Charakterisierung Rayas.

Zitat:Wobei die Tatsache, dass sie diese Erinnerungen scheinbar im Dämmerzustand erlebt hat, darauf hinweist, dass sie mit diesen Geschichten noch nicht abgeschlossen hat, was wiederum literarisch wertvoll ist, wenn es darum geht, etwas über ihren Charakter zu erzählen.
-- Die Träume suchen sie jeden Abend heim, ja. Daher auch die Pillen und der Alkohol. Es ist ja nicht nur der Tod der Vampire, sondern auch Schmerz für sie mit verbunden.

Zitat:Manchmal beißt sich in dieser Geschichte die Katze in den Schwanz, merke ich gerade Icon_panik
-- *lach*

Zitat:Nicht wundern, ich gehe nicht chronologisch vor, ich hab mir nebenbei wirre Stichpunkte aufgeschrieben, vollkommen ungeordnet, deshalb nicht wundern, dass ich jetzt auf einmal zum ersten Kapitel zurück komme.
-- Kein Problem. Ich hab mich schon gefragt, wie du dir das alles gemerkt hast, aber Notizen erklären da einiges. (Jemand macht sich Notizen zu meinem Werk Mrgreen )

Zitat:Die Wohnung war ein Sinnbild für ihr Innenleben - zumindest fand ich, dass es ein gut gelungener Einstieg war, um ihr momentanes Leben etwas auszuschmücken und mir zu zeigen, dass sie mit ihrem Leben etwas unzufrieden sein könnte, dass ihre Erlebnisse sie belasten.
-- Genau. So war es gedacht. Daher packt sie am Ende auch ihre Sachen und nimmt sinnbildlich Abschied von ihrem alten Leben.

Zitat: Aber was genau hatte es nun mit den Pillen auf sich? Es kam mir fast so vor, als hatten sie etwas mit dem Kalender zu tun? Oder waren es einfach nur Kopfschmerztabletten/ Betäubungsmittel?
-- Siehe oben. Sie betäubt sich damit. Der Kalender ist von daher relevant, dass sie die Pillen klaut und das eher als Wolf macht, mit mehr Kraft, als als Mensch. Sie ist Kriegerin und keine Diebin. Icon_wink

Zitat:Ach ja, um jetzt noch mal auf die Spannung zurück zu kommen, die dir sehr gelungen ist und mich, wie gesagt, sehr gut fesseln konnte: Es war wahnsinnig aufregend für mich, mit anzusehen, wie die beiden immer schwächer wurden.
-- Ich hoffe, Rayas psych. Zerfall kommt dabei auch gut mit.

Zitat:Rein rational wusste ich, dass sie es schaffen würden, zumindest hatte ich es gehofft, doch wie ihr Weg bis dahin war musste ich unbedingt verfolgen, ich musste sozusagen sicher gehen, dass die beiden wieder in Ordnung kamen. Hab mir richtig Sorgen gemacht um die zwei Icon_panik
-- Und dann nicht ein Aufschrei wegen des Endes? :icon_gucker:

Zitat:Ach genau, fast vergessen: Noch etwas, was ich vorausgeahnt habe war, dass Saraya es Cenek zu verdanken hatte, in diesem Tunnel gelandet zu sein. Um genau zu sein war es in Kapitel 7, als das erste Mal die Rede von ihm war. Dass die Vampirin erzählt, dass er gerne junge Werwölfe auf ihre Stärke und 'Qualität' prüft, hätte ich vollkommen weg gelassen, oder wirklich unauffällig angedeutet.
-- Eigentlich dachte ich, es wäre eingestreut. Du bist die Erste, die das anmerkt, dass es offensichtlich war. Es ist ja auch von keiner Prüfung die Rede, sondern davon, dass er Schwächere generell aussiebt. Nun ja ... *schulterzuck*
Ich hatte wie gesagt auf diese Nebensächlichkeit gehofft.

Zitat:Zu den Protagonisten: Ich finde, dir ist vor allem die Vampirin sehr gut gelungen. Ihre anfängliche Arroganz, ihr Stolz, das etwas ... nennen wir es mal das 'Übermenschliche', all das konnte ich großartig aus ihrem Verhalten herauslesen.
-- Und nochmal wundere ich mich, dass das Ende so hingenommen wird. Icon_wink

Zitat: Ebenso gelungen fand ich, wie sich langsam die Beziehung der beiden zueinander verändert hat. Schleichend, nicht Knall auf Fall, genau so wie es für mich autentisch wirkt. Das ist dir wirklich gut gelungen!
-- Grazie. Die Beziehung war ein großer Knackpunkt für mich in dieser Geschichte. Toll, wenn sie authentisch ankommt.

Zitat:Bei Saraya ist es mir jedoch schon schwerer geworden, Charaktereigenschaften von ihr auszumachen. Mir kam sie etwas freudlos, wenn nicht sogar verbittert vor, doch sicher bin ich mir nicht. Von ihrem Charakter hätte ich gerne noch mehr aufblitzen sehen.
-- Ist doch gut angekommen. Sie wird von ihrem Hass zerfressen. Was hättest du dir denn noch gewünscht?

Zitat:Edit: Stichwort Antagonist! Ich hätte es wirklich spannend gefunden, auch bei Cenek Grauzonen aufblitzen zu sehen, Gründe für sein Verhalten, warum er die beiden eingesperrt hat.

-- Hm, eigentlich sagt er doch, dass er Saraya einen Gefallen tun wollte. Sie wollte Rache, er hat ihr die Möglichkeit dazu gegeben. Über die Mittel kann man streiten, aber ich find ihn grau. Icon_wink

Zitat:Zum Beispiel hätte ich das Motiv, dass er seine Art erhalten wollte und seinem Nachkommen gute Vorraussetzungen auf den Weg geben wollte, noch sehr viel stärker betont. Ich hätte ihn gerne mehr nachvollzogen, mich mehr in ihn hineinversetzen können und das wiederum hätte, meiner Meinung nach, noch mehr zur Dramatik beigetragen.
-- Ja, das ist ein Problem. Wenn man von der Situation ausgeht und Rayas Zustand, dann gibt das einfach kein langes Gespräch her, in dem er deutlicher wird. Ich hätte ihn schon früher einführen müssen, um ihn ausführlicher zu gestalten. Das Finale sollte auch nicht so Gespräch lastig werden. Es ist schwer, da eine Balance zu finden.

Zitat:So, ich glaube das war erst einmal alles, was mir aufgefallen ist.
Das Positive überwiegt deutlich und meine 'Ahnungen' haben der Spannung auch nicht wirklich Abbruch getan. Alles in allem war die Geschichte sehr, sehr lesenswert.

-- Icon_jump Icon_jump Icon_jump

Zitat:Außerdem fand ich es auch sehr spannend, deine schreiberischen Fortschritte zu beobachten, die du gemacht hast.
-- Waren da welche?

Zitat: Du hast ja eine Weile für die Geschichte gebraucht. Meine Hochachtung für ein Durchhaltevermögen!
-- Jaha, aber nur weil da ein Roman zwischen lag und Neuseeland. Pfui. Zudem habe ich auch lange wegen des Endes überlegt. Zugegeben. Aber ich wusste, dass es einige gibt, die auf das Ende warten, daher hab ich mich zum vollenden gezwungen. Für so etwas kann ein Forum schon von Vorteil sein. *lach*

So, nun bin ich durch. Ich bedanke mich ganz artig und herzlich für diesen schönen und sehr ausführlichen Kommentar, all die Mühe und Zeit, die du ins Lesen und Schreiben investiert hast.

Ganz liebe Grüße
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

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Beitrag #6 |

RE: Zweierlei Blut - Epilog
Hallihallöchen!

Nach endlos langer Schreibunlust - woher auch immer sie gekommen sein mag - kommt hier die versprochene Antwort. Icon_smile

Ach, das war eine Drohung? Ich fand das eher schön, von daher, weiter so. Denn um gelesen zu werden, sind wir ja hier.

Oh, dann ist ja gut. Ich bin bereits fleißig dabei, mich durch dein Werkeverzeichnis zu fressen und habe schon einiges durch. Wie gesagt war ich leider von Schreibunlust geplagt, aber ich werde mit Sicherheit den ein oder anderen Kommentar noch nachholen.


Nein, das ahnte ich nicht. *g* Dann kann ich dir ja nur den Todesengel ans Herz legen. *hust*

Zu spät, der wurde bereits verschlungen Icon_lol
An sich klammer ich mich aber nicht nur an ein bestimmtes Genre, sondern lass mich treiben, wohin der Wind mich trägt. (Oh ja! Leschwamon kann ihren Schleimfaden als Bungee-Seil verwenden.)


Hm, es ist allgemein so, dass die Geschichte in Teilen vorhersehbar ist. Das war mir von Anfang an klar. Der Reiz lag für mich darin, trotz dieses Gewohnheitsgrades Spannung aufzubauen. Ich finde, wenn man Leser begeistert, obwohl sie etwas schon kennen, ist das um einiges besser, als wenn man ihnen etwas ganz Neues anbietet.


Ach, ich glaube auch, man kann das nicht pauschalisieren. Sowohl mit alten, als auch mit neuen Ideen kann man etwas Gutes bewerkstelligen und ich denke mal, da ist es einfach nur von den persönlichen Vorlieben abhängig, welche Richtung man einschlägt. Neue Ideen finde ich auch nicht immer erforderlich. Auch alte, gut verpackte, können wieder spannend zu lesen sein, wenn sie aufbereitet sind.
Man schreibt das, was einem Spaß macht und was einen bewegt. Das ist es doch, was eine Geschichte lesenswert macht, finde ich.


Es gab einige, die Underworld hier gespürt haben. Spätestens als die Kleidung im Tunnelsaytem erwähnt wird. *lach*

Nun ja ... liegt nicht weit entfernt, die Assoziation Icon_lol
Hattest du denn beim Schreiben auch das Bild von Underworld im Kopf, oder war es eher Zufall? Mir zumindest passiert es manchmal, dass mir so etwas erst im Nachhinein auffällt.


Hm, ich denke, man kann nicht immer düster schreiben. Manchmal rutscht der Fokus einfach auf andere Dinge.


Klar, das ist wahrscheinlich auch unumgänglich. Trotzdem lese ich es oft sehr gerne, wenn unterschwellig diese gewisse Atmosphäre spürbar bleibt. Dadurch gelingt einigen Autoren eine konstante Linie, die durchaus ihren Teil zur Gesamtspannung beitragen kann. Dennoch ist es natürlich Geschmackssache. Es ist nichts, was deiner Geschichte besonders fehlen würde.


Ich hatte bereits daran gedacht, es dann aber verworfen. 1. Ist Saraya nun mal eine Vampirjägerin, von daher weiß sie um die Schwächen derer und kennt ihre Waffen. 2. Sind auch dem Leser bestimmte Waffen bekannt. Dass sie im Kampf bedauert keine Waffe zu haben, ist eher nachvollziehbar, als wenn sie nichts denkt. Kreuz oder Wasser, auf irgendetwas musste es hinauflaufen.


Ich ahnte bereits, dass eine solche Begründung kommen würde und ich finde sie auch sehr nachvollziehbar. Das hier ist wieder ein Punkt bei dem man zwischen Autentizität des Charakter und der Vorhersehbarkeit entscheiden muss, aber vielleicht könnte man ja einen Kompromiss finden?
In Sarayas Erinnerungen hat sie einen Vampir in die Luft gejagt, wenn ich mich jetzt recht entsinne, vielleicht hätte sie statt Weihwasser eine ordentliche Handgranate vermissen können? Alternativ dazu vielleicht auch eine andere Waffe, beispielsweise - zugegeben altertümlich klingend - ein Schwert mit dem sie der Vampirin einfach hätte den Kopf abschlagen können. Vermutlich könnte man einem Blutsauger auch so sein Unleben verkürzen und es wäre vielleicht eine Überlegung wert. Sarayas Charakter müsste nicht darunter leiden und du müsstest weniger verraten. Icon_smile


Die Idee hatten viele. Aber dann wäre das Ende nicht überraschend gekommen. Da hätte man mir wieder mangelnde Kreativität vorwerfen können. *g*


Ach, wo! Das wäre eine bodenlose Unterstellung gewesen! Icon_lol
Ich betrachte es jetzt mal als gewollte Irreführung des Lesers. Dennoch kam es mir erst so vor, als hättest du dich im Laufe der Geschichte umentschieden und spontan ein weniger vorhersehbares Ende gewählt, als dir die erste Variante nicht mehr so sehr gefallen wollte.
Eventuell hätte ich versucht, mehr unscheinbare Andeutungen zu machen, eventuell hier und da etwas umgeschrieben. Natürlich, die Tunnelsysteme waren nicht nur für die beiden gebaut, machen aber dennoch den Eindruck, als wollen sie zur Zusammenarbeit reizen.


So, der erste Teil der Antwort. Leider habe ich jetzt nicht mehr ganz so viel Zeit, wie ich gedacht habe, deshalb wird der zweite Teil wohl heute Abend oder morgen früh folgen.
In diesem Sinne - auf ein baldiges Wiederlesen!

Heuschnupfige Grüße,
Leschwa(mon)

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Beitrag #7 |

RE: Zweierlei Blut - Epilog
Auf zum letzten Teil!

Zitat:Das Nationaltheater brannte noch immer.
Gut die Örtlichkeit eingebracht. Jetzt frage ich mich natürlich: wer hat das Feuer gelegt? Oder war es ein Unfall?

Zitat:Národní Divadlo war tot, ebenso wie die Werwölfe Prags, deren Überreste in den Ruß verhangenen Gebeinen des ehrwürdigen Neorenaissancebaus schmolzen.
Wer ist Narodni Divadlo? Kennen wir den? o.O Ah, das Nationaltheater selbst - was du immer alles an Wissen voraussetzt. Da musst du vorsichtiger sein.

Zitat:Niemand war sicher gewesen.
Umfasst das Kiani?
Krass. Jetzt hat sie genauso ein Werwolfsrudel getötet, wie Kiani. Hat sie jetzt noch Rachegelüste?

Zitat:Waren die Bullen auch noch so gründlich gewesen mit ihrer Spurensuche – das Talkumpuder bedeckte nahezu jeden Quadratzentimeter der Wohnung -, die lose Fliese hinter dem Duschkopf hatten sie nicht gefunden.
Wer sagt, dass sie nicht noch einmal wieder kommen - und dann Spuren im Talkumpuder finden? Waren sie da, weil Saraya wegen der Brandstiftung verdächtigt wird, oder weil sie als vermisst gemeldet wurde (vom Vermieter vielleicht)? Ich halte es übrigens für sehr unwahrscheinlich, dass sie eine lose Fliese nicht finden.

Zitat:Das kleine Inselreich hatte sie zwar nie gereizt, schien allerdings, wenn man wie sie Untertauchen musste.
Schien allerdings was? *lacht*
Woher hat sie wohl so viel Geld (Konto + vermutlich gekaufte Identitäten?)?

Zitat:„Die Custodis“, flüsterte Saraya, packte mit fliegenden Fingern die Papiere zusammen und steckte sie in die Innentasche ihrer Lederjacke.
Oder Kiani - die müsste auch Französisch können. *lacht*
Gut die Info eingebracht, dass es "Custodis" gibt. Eine Art Wächterorganisation, die über das Zusammenleben zwischen den Geschöpfen der Nacht und die Einhaltung des Deckmantels achten?

Zitat:und verbarg sie hinter ihrem Körper, während sie gegen den Rahmen des Durchgangs lehnte.
sie sich gegen den Rahmen ...

Zitat:An sich eine scheußliche Wahl, aber im Kontrast zu der dunklen Haut, die der gelöste Kragen entblößte, bestechend anziehend.
Also nicht Kiani ... Icon_nosmile

Zitat:Hinter ihren Rippen das Herz schlug um einige Nuancen schneller.
Nicht eher: "das Herz hinter ihren Rippen"? So wie jetzt passt es jedenfalls nicht. Icon_wink

Zitat:„Alessandro di Fragipane, die Mater schickt mich.“
Weil Saraya der Allgemeinheit in Wirklichkeit einen großen Dienst erwiesen hat und sie deshalb jetzt auch Cudstoda werden soll? Icon_smile

Zitat:aber seine Bewegungen verrieten selbst in der kleinsten Instanz die gefährliche Geschmeidigkeit eines erfahrenen Kämpfers.
"Instanz" finde ich etwas seltsam bzw. fehl am Platz. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Jurist mit "Instanzen" eher Gerichte verbinde ... jedenfalls würde ich es eher mit "Warte" übersetzen, als es mit Bewegungen zu verbinden. Vorschlag: "selbst im kleinsten Detail."

Zitat:Roms heimliche Herrscher, die ihren Sitz tief hinter den Grenzen des Vatikans hegten und von dort aus unsichtbar über alle Kinder der Nacht wachten, den Frieden zwischen ihnen wahrten, warnten, wenn Gefahr aufzog, und ferner zu auffällige Individuen beseitigten. Ein verzweigtes Netzwerk, dessen Mitglieder den gesamten Globus umspannten. Die Custodis.
Zu viel auf einen Schlag, finde ich. Liest sich nicht rund, ist "tell" kein Show. Icon_wink Außerdem auch gar nicht nötig in dem Umfang, dass meiste kann sich der Leser ruhig selbst zusammenreimen. Ich würde einfach einen Punkt hinter "alle Kinder der Nacht wachten" setzen und den Rest löschen.

Zitat:„Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist letzte Nacht eine Position freigeworden. Eine Position für die Sie gewisse Qualitäten mit sich bringen.“
Sie wird jetzt Protektorin von Prag? (Ich wusste, dass sowas kommt.)

Zitat:Ihren taub gewordenen Fingern entglitt die Duschstange, fiel und schlug das Antlitz Kianis – sterbend verzerrt – scheppernd in winzige Scherben.
*seufz*
Das ist nur konsequent und damit gut (auch wenn ich Kiani gemocht habe).

Zitat:Ein verschmitztes Grinsen, das auf dem Gesicht des Italieners seltsam fehl und in seiner Jugendhaftigkeit zugleich höchst anziehend war, nahm ihr den Rest der Frage von den Lippen.
Du hattest oben schon einmal "anziehend". Sag doch zumindest "attraktiv", oder so was. Icon_wink

Zitat:„Alessandro, dieser Fürsprecher“, begann sie mit belegter Stimme. „Sein Name begann nicht zufällig mit einem ‚K’, oder?“
Das ist ein gutes Ende.

Sooooooo ...
das war's also. Die Geschichte um das ungleiche Paar Kiani und Saraya. Wie schon oft gesagt: gelesen hat es sich sehr gut. Es gab natürlich Dinge, die überarbeitungswürdig waren, aber da hab ich das immer sofort am Text angemerkt. Ich möchte nur nocheinmal deine teilweise wirklich sehr schönen Bilder und Vergleiche herausstellen, so etwas wertet einen Text ungemein auf (zumindest für mich). Worauf du vielleicht noch achten solltest, ist das man Bilder teilweise in ein Gesamthema einbetten, und nicht einfach nur Metapher an Metapher reihen sollte. (Das ist mir jetzt im Epilog bei dem Heuschreckenschwarm aufgefallen - an sich ein schönes Bild, passt es für mich nicht richtig in en Chor deiner restlichen Metaphern.)

Gehen wir nun aber lieber auf den Inhalt ein und ziehen ein Fazit.
Punkt eins: es ging um Vampire und Werwölfe. -.-
Die Welt die du entwirfst, erinnert mich in großen Teilen an das Rollenspiel "dark world" bzw. "Vampire - the masquerade", aber besonders im Epilog zeichnest du einige Interessante Details (Custodis/Mater, falsche Identitäten). Mich hat aber gestört, dass dieser ganze so schön angelegte Irrgarten, der so bedeutungsschwanger daher kam, sich am Ende nur als "Spielwiese" ohne festes Konzept entpuppte. Der Leser, der so schön rätseln könnte, hatte sich vielleicht eine "größere" Lösung erwünscht.
Saraya und Kiani (durch die Augen Sarayas) bringst du uns gut nahe, beide haben meine Sympathien bekommen, ihre Wortduelle haben mir gut gefallen. Besonders Kianis trockener Sarkasmus. Auch, als was sie sich am Ende entpuppt (Mörderin von Sarayas Rudel, Custoda) gefällt mir gut. Die Kunst wäre vielleicht noch, vorher ein paar Ungereimtheiten mehr zu streuen, damit der Leser am Ende denkt "ach, deshalb" - wobei das natürlich eine gescheite Erklärung für Kianis Hilfsbereitschaft war (da konnte der Leser sich dann im nachhinein vor den Kopf schlagen Icon_wink).
Das prager Rudel war in den Beschreibungen Sarayas und Kianis noch ambivalent angelegt (ach, das hieß "in meinen Kreisen" *g*) wurde natürlich am Ende recht eindimensional, wobei die Bezeichnung "Blutschänderin" und der Gedanke "sie hat das selbe getan, wie einst Kiani" zumindest dem Wüten Sarayas die gewisse Würze gibt. Diesen zweiten Gedanken hättest du vielleicht im Epilog noch einbauen können?
Der plötzliche Sinneswandel Kiani gegenüber hättest vielleicht noch ein bisschen besser herausstellen können, bzw. noch einmal unterstreichen können, dass die Gefährdung der Maske ein legitimer Grund sogar für den Tod der eigenen Familie sein könnte - wobei am Ende ist Kiani ja tot.
Im Übrigen war mir persönlich Saraya ein wenig zu stark, andererseits hatte sie Unterstützung und die anderen Werwölfe waren halt in ihrer (zwar muskelbepackten, aber doch) schwachen menschlchen Gestalt.
Am Ende öffnest du ja noch das Fass mit den Custodi (ich denke, da es Latein ist, Mehrzahl ohne "s" Icon_smile), das ich - wie gesagt - sehr interessant fand. Allerdings hättest du Infos darüber, vielleicht schon am Anfang, einstreuen können (vielleicht war da ja was und ich erinnere mich einfach nicht mehr?), nicht zu viel - halt nur Andeutungen. (Ja, ich weiß, ich hab da leicht reden. *lacht*)
Das Saraya ebenfalls eine Custoda wird, war mir im dem Momement klar, indem du den Namen hast fallen lassen - aber ich bin auch ein besonders cleveres Kerlchen. Mrgreen Und indem du das mit Kiani verknüpft hast und die Vampirin die ganze Zeit Fürsprecherin Sarayas war, wirkt dieses Ende rund. Es gefällt mir viel besser, als wenn du uns einfach mit Saraya inmitten der Köterleichen allein gelassen hättest.

Es gab also negative und positive Eindrücke ... trotzdem habe die Geschichte insgesamt sehr gern gelesen, nicht zu letzt, weil richtig Spannung aufgekommen ist und mich die Schicksale von Saraya und Kiani interessiert haben.
Hast du gut gemacht! Icon_smile

Liebe Grüße vom Wanderer

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Beitrag #8 |

RE: Zweierlei Blut - Epilog
Fertig!
Noch einmal Entschuldigung, dass du so lange warten musstest!

Zitat:
Zitat:Das Nationaltheater brannte noch immer.
Gut die Örtlichkeit eingebracht. Jetzt frage ich mich natürlich: wer hat das Feuer gelegt? Oder war es ein Unfall?
-- Kommt noch. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Národní Divadlo war tot, ebenso wie die Werwölfe Prags, deren Überreste in den Ruß verhangenen Gebeinen des ehrwürdigen Neorenaissancebaus schmolzen.
Wer ist Narodni Divadlo? Kennen wir den? o.O Ah, das Nationaltheater selbst - was du immer alles an Wissen voraussetzt. Da musst du vorsichtiger sein.
-- Da hast du Recht. Hier dachte ich allerdings, es wäre selbsterklärend. Icon_confused

Zitat:
Zitat:Niemand war sicher gewesen.
Umfasst das Kiani?
Krass. Jetzt hat sie genauso ein Werwolfsrudel getötet, wie Kiani. Hat sie jetzt noch Rachegelüste?
-- Ich glaube, sie ist eher verwirrt, und ängstlich.

Zitat:
Zitat:Das kleine Inselreich hatte sie zwar nie gereizt, schien allerdings, wenn man wie sie Untertauchen musste.
Schien allerdings was? *lacht*
Woher hat sie wohl so viel Geld (Konto + vermutlich gekaufte Identitäten?)?
-- Reiche Eltern. Icon_wink

Zitat:
Zitat:An sich eine scheußliche Wahl, aber im Kontrast zu der dunklen Haut, die der gelöste Kragen entblößte, bestechend anziehend.
Also nicht Kiani ... Icon_nosmile
-- Nein, leider nicht.

Zitat:
Zitat:Hinter ihren Rippen das Herz schlug um einige Nuancen schneller.
Nicht eher: "das Herz hinter ihren Rippen"? So wie jetzt passt es jedenfalls nicht. Icon_wink
-- Ist etwas poetisch formuliert, lach, aber nicht falsch. Oder gehört es in Kommata?

Zitat:
Zitat:„Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist letzte Nacht eine Position freigeworden. Eine Position für die Sie gewisse Qualitäten mit sich bringen.“
Sie wird jetzt Protektorin von Prag? (Ich wusste, dass sowas kommt.)
-- Icon_aufsmaul

Zitat:
Zitat:„Alessandro, dieser Fürsprecher“, begann sie mit belegter Stimme. „Sein Name begann nicht zufällig mit einem ‚K’, oder?“
Das ist ein gutes Ende.
--* Icon_aufsmaul zurücknehm und dafür strahlend im Kreis hüpf*

Zitat:Sooooooo ...
das war's also.

-- Jupp. Nach 2 Jahren. Ein Klacks. Icon_ugly

Zitat:Es gab natürlich Dinge, die überarbeitungswürdig waren, aber da hab ich das immer sofort am Text angemerkt.
-- Ich habe auch fast alles geändert oder übernommen, auch wenn es nicht explizit angemerkt war. Danke dafür.

Zitat:Worauf du vielleicht noch achten solltest, ist das man Bilder teilweise in ein Gesamthema einbetten, und nicht einfach nur Metapher an Metapher reihen sollte.
-- Das stimmt. Daran muss ich noch arbeiten.

Zitat:Punkt eins: es ging um Vampire und Werwölfe. -.-
-- Icon_lol

Zitat:Die Welt die du entwirfst, erinnert mich in großen Teilen an das Rollenspiel "dark world" bzw. "Vampire - the masquerade", aber besonders im Epilog zeichnest du einige Interessante Details (Custodis/Mater, falsche Identitäten).
-- Das nehm ich mal als Kompliment.

Zitat: Mich hat aber gestört, dass dieser ganze so schön angelegte Irrgarten, der so bedeutungsschwanger daher kam, sich am Ende nur als "Spielwiese" ohne festes Konzept entpuppte. Der Leser, der so schön rätseln könnte, hatte sich vielleicht eine "größere" Lösung erwünscht.
-- Ja, ein Zwiespalt. Der Leser ahnte auch eine größere Lösung. Eine Bedeutung hinter dem Labyrinth. Hätte ich das erfüllt, hätte hier noch öfter: "Ich wusste es" gestanden.

Zitat:Saraya und Kiani (durch die Augen Sarayas) bringst du uns gut nahe, beide haben meine Sympathien bekommen, ihre Wortduelle haben mir gut gefallen. Besonders Kianis trockener Sarkasmus. Auch, als was sie sich am Ende entpuppt (Mörderin von Sarayas Rudel, Custoda) gefällt mir gut. Die Kunst wäre vielleicht noch, vorher ein paar Ungereimtheiten mehr zu streuen, damit der Leser am Ende denkt "ach, deshalb" - wobei das natürlich eine gescheite Erklärung für Kianis Hilfsbereitschaft war (da konnte der Leser sich dann im nachhinein vor den Kopf schlagen Icon_wink).
-- Ja, so war es gedacht. Icon_wink

Zitat:Das prager Rudel war in den Beschreibungen Sarayas und Kianis noch ambivalent angelegt (ach, das hieß "in meinen Kreisen" *g*) wurde natürlich am Ende recht eindimensional, wobei die Bezeichnung "Blutschänderin" und der Gedanke "sie hat das selbe getan, wie einst Kiani" zumindest dem Wüten Sarayas die gewisse Würze gibt. Diesen zweiten Gedanken hättest du vielleicht im Epilog noch einbauen können?
-- Hm, ja. Vielleicht.

Zitat:Im Übrigen war mir persönlich Saraya ein wenig zu stark, andererseits hatte sie Unterstützung und die anderen Werwölfe waren halt in ihrer (zwar muskelbepackten, aber doch) schwachen menschlchen Gestalt.
-- Ich erinnere mich, dass es am Anfang hieß. Die ist viel zu schwach. *lach*

Zitat:Das Saraya ebenfalls eine Custoda wird, war mir im dem Momement klar, indem du den Namen hast fallen lassen - aber ich bin auch ein besonders cleveres Kerlchen. Mrgreen Und indem du das mit Kiani verknüpft hast und die Vampirin die ganze Zeit Fürsprecherin Sarayas war, wirkt dieses Ende rund. Es gefällt mir viel besser, als wenn du uns einfach mit Saraya inmitten der Köterleichen allein gelassen hättest.
-- Danke.

Zitat:Es gab also negative und positive Eindrücke ... trotzdem habe die Geschichte insgesamt sehr gern gelesen, nicht zu letzt, weil richtig Spannung aufgekommen ist und mich die Schicksale von Saraya und Kiani interessiert haben.
Hast du gut gemacht! Icon_smile
-- Smiley_emoticons_blush

Die Geschichte ist schwierig. Es fehlen Hinweise und Einiges ist nicht schlüssig, das muss ich leider zugeben. Der Grund dafür ist, dass ich bis kurz vor Schluss noch nicht wusste, wo ich eigentlich hinwollte. *schief grins*
Ich wusste, was ich nicht wollte: Wissenschaftler, erzwungene Zusammenarbeit etc.
Aber wer am Ende nun der Bösewicht sein sollte, war nicht klar. Auch die Idee mit den Custodis (habs eigentlich nachgeschlagen und das "s" müsste richtig sein) kam erst kurz vor Ende. Das ist auch der Grund, warum 1. die Geschichte so lange gedauert hat. 2. Cenek so spät erwähnt wird und 3. am Anfang Hinweise fehlen.
Hätte ich den Plot am Anfang gehabt, wäre die Geschichte ausgeklügelter geworden. Cenek hätte vielleicht schon im Prolog Erwähnung gefunden, schließlich wartet sie ja auf ihn etc.
So musste ich retten, was es zu retten gab.
Es ist kein Bestwerk. Aber ich habe mehrere selbstgesteckte Ziele erfüllt:
1. ein bekanntest Thema spannend umgesetzt.
2. Action!! :D
3. einen Prota gekillt. (*noch heute um Kiani wein*)

Vielleicht sollte ich es überarbeiten, doch ganz ehrlich, dazu fehlt mir die Lust und ich denke, die Details wären nachher winzig. Von daher betrachte ich es als bessere Schreibübung. Icon_wink

Vielen Dank für all deine Anmerkungen. Sie waren wie immer sehr hilfreich.

Liebe Grüße
Addi

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Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
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Beitrag #9 |

RE: Zweierlei Blut - Epilog
Hi zum letzten Mal, Addi! (dann biste mich endlich wieder los Icon_wink )

Zitat: Das Nationaltheater brannte noch immer.
Aha … ja gut, mal schaun, warum es brennt.

Zitat: Národní Divadlo war tot,
Wer? Ah, Wikipedia verrät mir, dass das Theater so heißt … aber ob man das so als Allgemeinwissen voraussetzen kann. Vor allem in einer Geschichte, in der gerade fleißig gemetzelt wurde

Zitat: deren Überreste in den Ruß verhangenen Gebeinen des ehrwürdigen Neorenaissancebaus schmolzen.
Sie waren in dem Theater? Aber waren sie nicht so viele Kilometer unter der Erde? Zumindest ging es doch diese ganze Rutschpartie lang bergab … und in einem Theater so eine Arena zu errichten und Bluthunde loszulassen … das wäre doch bemerkt worden?

Zitat: Über hundert Jahre Geschichte einfach so in Schutt und Asche gelegt.
Und nebenbei hat Saraya noch ein ganzes Werwolfrudel ausgerottet … das fände ich jetzt irgendwie bedenkenswerter als die Zerstörung eines Gebäudes, weiß nicht …

Zitat: Dies war nicht das erste Mal in ihrem Leben, das ihr eine Situation entglitten war
»dass«

Zitat: Die Spuren ihres Kampfes zogen sich durch die Kellergewölbe des Theaters wie die Nahrungssuche eines 5-Tonnen-Heuschreckenschwarms.
Also ich war ja noch nie im Prager Nationaltheater, aber dass da so eine gigantische Bluthunde-Killer-Labyrinth of Doom-Anlage drunter sein könnte, kann ich mir nicht vorstellen. Da sind doch dauernd Leute, oder nicht? Besichtigungstouren und sowas? Und warum konnte Saraya dann den Mond nicht spüren, wenn es nur ein Kellergewölbe war?
Das Wort »5-Tonnen-Heuschreckenschwarm« finde ich hässlich. »Heuschreckenschwarm« würde mMn voll ausreichen, vielleicht auch noch ein »gefräßiger« … aber 5 Tonnen Heuschrecken?
Laut Wiki (ja, ich guck sowas immer nach, wenn ichs interessant finde) kann ein Schwarm bis zu 1.500.000 Kilo Gewicht auf die Waage bringen, das wären 1500 Tonnen … dagegen wirken die 5 Tonnen doch harmlos *lach* (aber beim Lesen kann man die 5 Tonnen sowieso nicht mit einem konkreten Bild in Zusammenhang bringen – wer von uns weiß schon, wie 5 Tonnen Heuschrecken aussehen Icon_wink )

Zitat: Das kleine Inselreich hatte sie zwar nie gereizt, schien allerdings reizbar, wenn man wie sie Untertauchen musste.
»untertauchen« klein

Zitat: „Salut? Quelqu'un à la maison?“
Nach all den Wochen und Monaten, in denen sie von slawischen Zungen umgeben gewesen war, fielen die französischen Worte – wenn auch recht ungelenk ausgesprochen - ebenso unvorbereitet, wie Bomben es getan hätten. Und genauso fatal, konnten sie doch nur eines bedeuten.
„Die Custodis“, flüsterte Saraya, packte mit fliegenden Fingern die Papiere zusammen und steckte sie in die Innentasche ihrer Lederjacke. Auf dem Weg ins Wohnzimmer, nah sie die Duschstange aus der Karikatur von Badewanne und verbarg sie hinter ihrem Körper, während sie gegen den Rahmen des Durchgangs lehnte.
„Ich nehme an, Sie suchen nach mir.“
„Nicht übel.“ Mit einer Gemach, die von einer tief verwurzelten Selbstsicherheit sprach, hob ihr Besucher den Blick von den zersplitterten Scharnieren,

Bis zu »Ich nehme an« hab ich nicht gerafft, dass da jemand anderes noch ist. Ich dachte, Saraya sagt die französischen Sätze, weil sie hören will, wie die Sprache klingt, wie gut sie noch spricht …
Kein Komma zwischen »Wohnzimmer nahm«
»Salut« heißt Hallo … maison ist die Wohnung, glaub ich … hm … »Hallo, ist jemand zu Hause?« … aber ich frag lieber Leo Icon_smile Ha! Ohne französisch zu können, direkt richtig *stolzsei*
Aber »Die Custodis« ist kein Französisch … »Custodis« müsste ja fast ein Eigenname sein, weil groß geschrieben … oder ist das deutsch? Also »Die Custodis« so wie »Die Müllers«? Wäre dann aber eine merkwürdige Reaktion … hm …

Zitat: und mit der Bewegung ein paar Duftpartikel, die sich auf einen kaum wahrnehmbaren Luftstrom legten und ihre Riechzellen zum Schwingen brachten.
Ah, wir können Wölfe also riechen. Dann waren die beiden Typen am Anfang, die sie entführt haben, gar keine Werwölfe?
Aber »Riechzellen zum Schwingen bringen« … das klingt schräg. Hat man sowas wie »Riechzellen«? und Schwingen die? Ich dachte, das geht über die Schleimhaut, die zumindest bei mir nicht schwingt, wenn ich etwas rieche

Zitat: Hinter ihren Rippen das Herz schlug um einige Nuancen schneller.
Satzstellung verunglückt:
»Das Herz hinter ihren Rippen schlug ...« oder
»Hinter ihren Rippen schlug das Herz ...«
War das nicht irgendwo in den ersten Teilen schonmal, dass da »Das Herz« stand, und ich fand, das klingt nach Fremdkörper. Gleiches Gefühl hab ich hier nämlich wieder Icon_smile

Zitat: Im Gegensatz zu der unnachahmlich kehligen, ja schon nahezu verruchten Aussprache, mit der nur ein gebürtiger Italiener seinen Namen aussprechen konnte,
vielleicht Aussprache eher durch »Akzent« oder … »Betonung« oder sowas?

Zitat: als Einziges zwischen ihr und dem Agenten der Custodis stand.
Ah, also sind die Custodis sowas wie die Mafia. Also vom Wortgebrauch her … ohne den Namen einordnen zu können, klingt das simple »Die Custodis« von Saraya weiter oben trotzdem seltsam

Zitat: „Nach den Ereignissen der letzten Tage, erhielt ich den Befehl,
Kein Komma zwischen »Tage erhielt«

Zitat: „Nach den Ereignissen der letzten Tage, erhielt ich den Befehl, Sie zu suchen, bevor …“ Er deutete aus dem Fenster. „ … noch mehr Leichen unter historischen Bauwerken begraben werden.“
Wie kann da so schnell jemand von erfahren haben? Ich vermute mal, Saraya wird … achso, Moment … wie lange ist sie jetzt eigentlich als Werwolf durch Prag gelaufen? Sie hat sich zwei Tage vorher verwandelt – also vor den anderen. Wie lange hält das Werwolf-Sein an? Ich glaub, das wurd irgendwo erwähnt … drei Tage?
Dann wäre sie fünf Tage ein Werwolf gewesen … und in dieser Zeit hat keiner das Gemetzel bemerkt? Wie ist Saraya da unbemerkt aus Prag rausgekommen, wo hat sie sich aufgehalten? Oder kann sie sich bei Vollmond auch in einen Menschen zurückverwandeln?

Zitat: Heiß saß die Duschstange in ihrer Hand.
»saß« würde ich durch »lag« ersetzen

Wobei, so lange kann sie ja nicht Werwolf gewesen sein, wenn ihr Fuß noch nicht verheilt ist …


Zitat: und von dort aus unsichtbar über alle Kinder der Nacht wachten.
Ah, also Vampir haben das Sagen über die Werwölfe, aber das eigentliche Sagen über alle haben die Vatikan-Werwölfe?

Zitat: Mit zusammen gekniffenden Lippen und hämmerndem Herzen verfolgte Saraya
»zusammengekniffenen«

Zitat: „Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist letzte Nacht eine Position freigeworden. Eine Position für die Sie gewisse Qualitäten mit sich bringen.“
Also können Werwölfe sich kontrolliert zurückverwandeln? Ach, oder sind sie nur bei Nacht Wölfe? Aber was machen sie, wenn der Mond tagsüber am Himmel steht? Hängt es auch davon ab?

Zitat: Die Custodis und ihre freie Position, die Ereignisse der letzten Nacht, Kianis Offenbahrung, ihre jahrelange Jagd, die sie, wie sie jetzt erkannte, verdächtig oft in blinde Enden geführt hatte. Das Wirken der Mater?
*nix peil*
Kiani ein Mitglied der Wächter … Wächter = Custodis? Vampire im Vatikan? … Also dafür, dass Vampire und Werwölfe sooo verfeindet sind, werden die verdammt oft und ohne Zögern in eine Schublade gesteckt …

Zitat: „Unseres Wissens nach …“, fuhr Alessandro indes fort. „ … zeichnen
Kein Punkt hinter »fort« und kein Leerzeichen vor die zweiten Auslassungspunkte

Zitat: zeichnen Sie sich für die Auslöschung von mindestens siebenundzwanzig Vampiren verantwortlich
zeichnen = sind?

Hm … also Saraya hat Kiani getötet, das hab ich in den Kommentaren gelinst. Das finde ich nicht schön, denn Kiani mochte ich. Andererseits bin ich ja gewohnt, dass die, die ich mag, sterben *seufz*
Und jetzt wird Saraya eine Wächterin, die über keine Ahnung was wacht … die Gesetze der Werwölfe und Vampire? Sollte nicht eigentlich allen Vampiren und Werwölfen bekannt sein, dass es so einen Wächterrat gibt, bzw. dass die beiden Rassen da zusammenarbeiten? Warum gibt es überhaupt diesen Hass? Am Anfang war der noch das Fundament vom Werwolf- und Vampir-Dasein … Vampire muss man halt hassen, weil es Vampire sind und mit Werwölfen spricht man nicht, pfui bah. Aber warum? Wo kommt das her, wenn beide Arten doch eigentlich ständig miteinander zu tun haben und Kompromisse schließen?

Diese Hintergrundgeschichte – Werwölfe und Vampire in der Gesellschaft, ihre Regeln, ihr Zusammenleben, Missverständnisse und Schicksale … - das hätte mich mehr interessiert, als diese Geschichte mit dem Labyrinth of Doom, das irgendwie so gar keinen Zweck erfüllt hat. Warum wurde da so viel Aufwand betrieben, nur um eine Werwölfin zu testen? Wie ist Kiani da reingeraten? Hat sie mit den Pragern zusammengearbeitet, weil sie … ja, keine Ahnung. Und warum wurden solche Spiele nicht von den Wächtern verboten? Oder hat Kiani sich da extra eingeschleust, um einen Beweis zu haben? Ich weiß nicht. Das Labyrinth ist halt da, weil es da sein muss, weil sonst keiner durchlaufen könnte.

So, jetzt komm ich mir total mies vor, weil ich nix Gutes zu sagen hab. Woran das lag, hab ich ja hoffentlich ausreichend erklärt. Aber ich hab mir vorgenommen, Kommentare zu schreiben und sie einzustellen, deshalb tu ich das auch.

Liebe Grüße
Lanna


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