Es ist: 13-11-2019, 00:10
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VR: Verschollen (453 d.E.)
Beitrag #1 |

VR: Verschollen (453 d.E.)
Hier geht es zur Diskussionsrunde .

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Kalter Wind pfiff über den Berghang. Cloe schlang den Umhang fester um ihren Körper. Vereinzelte Schneeflocken verfingen sich in ihren Haaren. Ihre Zähne klapperten unaufhaltsam.
"Wir sind fast da, mein Kleiner. Nur noch ein kleines Stück" Cloe streichelte den Hals des Ponys unter ihr. Es schien genauso erschöpft zu sein, wie seine Reiterin. Seine Hufe rutschten über nasse Kiesel und Pheloel geriet ins straucheln. Die Weinflasche, die Cloe von dem dicken Priester bekommen hatte, klirrte in der Satteltasche.
Der Wallach fing sich wieder und die junge Frau atmete erleichtert auf. Sie wagte kaum zu atmen. Der Abgrund, der keine zwei Meter neben ihr lag, raubte ihn ihr.
Ein vereinzelter Sonnenstrahl verirrte sich durch die dicke Wolkendecke und beschien einen kleinen Busch.
"Wir haben die Baumgrenze erreicht! Das Chronair-Gebirge wird bald hinter uns liegen!" Freudentränen stiegen ihr in die Augen. Vor einem halben Mond hatte sie sich von Evelin getrennt. Hoffentlich werde ich sie bald wiedersehen. Sie hat Informationen über Meister Tirpas.
In Gedanken versunken trieb sie das kleine Pony an. Sie wollte so schnell wie möglich aus diesem vermalledeitem Gebirge hinaus!

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Beitrag #2 |

RE: VR: Verschollen (453 d.E.)
Die dunkle Wolkendecke verbarg die Tageszeit und ließ nur dünne kleine Sonnenstrahlen durch. Nur gut, dass es nicht regnete, denn die Atomsphäre war auch ohne dies trübsinnig und dunkel.
Evelin saß auf einen großen Stein bei einer Abzweigung und hatte seitdem Nachmittag das Chronair-Gebirge überquert. Es war ein steiler und schwerer Weg gewesen, zumal sie immer von wilden Tieren und der obstruktiven Natur aufgehalten wurde. Nun wartete sie auf ihre verloren gegangene Begleiterin.
Ein paar Leute torkelten erschöpft aus dem gleichen Gebirge heraus und hielten sich mit reiner Willenskraft am Weiterlaufen. Sie schienen alle den Weg des Todes zu gehen; als wäre das Chronair-Gebirge eine Aufnahmeprüfung für die Hölle gewesen.
Die Kälte machte Evelin etwas zu schaffen, doch zum Glück hielt die Bewegung sie warm. Auf Dauer wird das anstrengend werden … , dachte die frierende Frau und sprang vom Stein. Elegant landete Evelin auf der feuchten Erde, ohne sich schmutzig zu machen. Ihr war allmähig wieder kalt geworden und schnell machte sie fünfzig Liegestütze. Wo bleibt sie nur?, fragte sich sie und überschritt die Anzahl ihrer Beschäftigung.
Plötzlich stoppte sie mitten in der Bewegung und sprang auf. Evelin hatte etwas gehört; ein unregelmäßiges Klirren und unruhige Schritte eines Tieres, als wäre es ins Straucheln gekommen. Vielleicht sollte ich mal nachsehen … , fragte Evelin eine Stimme in ihrem Kopf. Etwas unwirsch schaltete sie diese ab, antwortete ihr jedoch nach einer Weile. Seit wann interessiert dich ein Tier? Und außerdem musst du hier auf diese Cloe warten!
Obwohl … vielleicht ist sie schon gestorben … , überlegte Evelin und schaute gen den Himmel, der ein Gewitter vorraussagte. Bis zum Morgengrauen muss sie da sein, sonst ist sie tot.

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"Ich fürchte Ja. Du hast eine Meise, du bist verrückt. Nicht bei Sinnen. Aber ich verrate dir was. Das macht eben die Besten aus." - Ihr Vater

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Beitrag #3 |

RE: VR: Verschollen (453 d.E.)
Regen prasselte hernieder. Fernes Donnergrollen kündigte ein Gewitter an.
Cloe führte ihr Pony in ein kleines Waldstück und machte es sich unter einer Tanne bequem. Sie war nass bis auf die Knochen und auch Pheloel glich einem durchnässten Pudel.
Sie nieste. Na super! Jetzt bekomme ich auch noch eine Erkältung... Warum bin ich kein Feuermagier? Was bringt einem die Windmagie, wenn sie mich nicht mal vor einer simplen Erkältung schützen kann.
Frierend kuschelte sie sich an Pheloel. "Gute Nacht, mein Kleiner. Ich hoffe, wir finden Evelin morgen."

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Beitrag #4 |

RE: VR: Verschollen (453 d.E.)
Der Regen prasselte wie Körner auf den Boden und vermischte sich mit dem ehemals frostigen Dreck der Erde. Schlamm bildete sich und wurde zu einem reißen kleinen Fluss, der ins Ungewisse führte. Ein paar Ameisen und Käfer wurden mitgerissen und ertranken in der Flut.
Fasziniert beobachtete Evelin das Geschehnis. Diese war inzwischen unter einem Baum geschlüpft. Zwar war es dort nicht wirklich viel besser und auch der heftige Wind verstärkte die zunehmende Kälte, doch immerhin war sie trocken. Naja, fast. Der Regen war zu plötzlich gekommen und die Wolkendecke hatte zu jeder Zeit den Regen vorgesagt.
Doch die ehemalige miese Stimmung war durch die Zerstörung paar Ameisenhaufen verschwunden. Irgendwie amüsierte es Evelin und leise kicherte diese.
Bald waren jegliche Ameisen verschwunden und nur noch die Schlammflut war zu sehen. Grimmig starrte sie in die Krone der Tanne.
Ok, wenn sie heute Nacht nicht kommt, ist sie tot. Dieser Regen sieht nicht gut aus. Und wenn ein Fluss in der Nähe überschwappt ... Sie war sich die ganzen Zeit der Gefahr bewusst gewesen, doch die Tode vieler Ameisenkolonien hatte sie abgelenkt.
Schnell kletterte Evelin den Baum hoch, zu einer halbwegs sicheren und trockenen Stelle und lehnte sich dort an den Stamm. Wir sind wie Ameisen …
Und plötzlich überfiel Evelin eine komische Trauer. Was ist das bloß?, fragte sie sich, schloss die Augen und sang eine Melodie. Durch den dichten Regen erklang nun eine Stimme, die nur fern zu vernehmen, jedoch von tiefster Traurig- und Einsamkeit war. Irgendwie beruhigte es Evelin.
Mit geschlossenen Augen wartete Evelin nun singend auf der Tanne. Wartend auf Cloe und einem neuen Abenteuer.

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Beitrag #5 |

RE: VR: Verschollen (453 d.E.)
"Léila! Hör sofort auf damit...Nein! Léila!Weheee!" Leicht angesäuert versuchte Flésh'iia ihr kleines Tigerbaby davon abzuhalten das Reh zu jagen, das vor ihnen durch den Wald trottete.
Zwar wollte die zu sehr verwöhnte Tigerdame nur spielen, doch es kam schon oft genug zu Verletzungen bei diesen Aktionen.
Trotzig trabte sie zurück und lies sich in den Schnee plumpsen.
Wenn du mir meinen Spaß nicht lässt, dann bleibe ich eben hier!
Nichts anderes als das würde sie gerade denken, das konnte sich Flésh'iia nur all zu gut vorstellen. Sie kannte Léila seit dem Tage ihrer Geburt, als ihre Mutter sie verstoßen hatte.
Und ursprünglich hatte sie vor gehabt, das Neugeborene ihrer Großmutter zu bringen um es aufzuziehen, doch schon innerhalb eines Tages war ihr der kleine Tollpatsch ans Herz gewachsen. So etwas Süßes konnte man nicht einfach verschenken.
Aber so süß sie auch war, sie scheute auch nicht davor ihren eigenen Willen durchzusetzen. Denn plötzlich war sie wieder aufgesprungen und jagte fröhlich dem Reh hinter her.
"Léila! Komm sofort zurück!"
Bibbernd kämpfte sie gegen den Regen an, der ihr immer wieder ins Gesicht peitschte und zurück taumeln lies. So würde sie das Tigerchen nie einholen.
"Verdammt!" zischte sie und hielt inne.
Der Wind trug eine sanfte, traurige Melodie zu ihr.


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Beitrag #6 |

RE: VR: Verschollen (453 d.E.)
Achte auf deine Rechtschreibung. ^^

Einen kurzen Moment war Evelin in eine Art Trance versunken und urplötzlich zerbrach der sonst so feste Ast. Die Melodie verstummte mit ihrem harten Aufprall im Morast und Kopfschmerzen überfielen das dreckige Mädchen.
Keuchend stützte Evelin sich vom Boden ab und zwang sich hoch. Ihr Kopf brummte unaufhörlich und sie hatte gefährlich hohes Fieber. Du kannst sterben, sagte ihr wieder diese Stimme im Kopf, doch die Kofschmerzen ließen Evelin diesen Gedanken nicht wahrnehmen.
Der Regen gab keine Sicht preis und die eigentliche karge Landschaft war zu einem Sumpf mutiert.
„Ver … “, brach Evelin hervor, als ein "Verdammt!" zu ihr echote. Das könnte Cloe sein, kam ihr plötzlich in den Gedanken und mühsam rappelte sie sich auf. Etwas schwindelig im Kopfe lief sie ein paar Schritte, als sie schließlich anfing in einer viel zu schnellen Geschwindigkeit in das Gebirge hinein zu sprinten. Lange hältst du das mit dem Fieber nicht durch … , war Evelin sich klar, doch sie rannte trotzdem weiter.

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Beitrag #7 |

RE: VR: Verschollen (453 d.E.)
Flésh'iia lauschte angestrengt in die anbrechende Nacht hinein, doch sie Melodie war verstummt.
Vielleicht war es ja nur Einbildung.
Gedankenverloren lief sie weiter und erschrak als sich etwas plötzlich auf ihre Füße schmiss:
„Léila! Da bist du ja meine Süße“, zärtlich streichelte sie ihr über den Kopf und drückte sie leicht an sich.
„Ich dachte schon ich würde dich nicht mehr wiederfinden, Tollpatsch!“
Das kleine Tigerchen zitterte. Aber an der kalten Abendluft konnte es nicht liegen, schließlich hatte sie ein dickes Fell.
Léila hatte Angst. Ihr Herz wummerte immer wieder gegen ihren Brustkorb und pulsierte gegen den von Flésh'iia. Diese nahm die Warnung ernst, denn etwas schien hier nicht zu stimmen.
Das rascheln einiger Blätter lies sie aufschrecken und sie versteckte sich rasch hinter einem kantigen Felsen.
Den Bogen fest umfasst pirschte sie sich langsam vor, immer darauf bedacht geduckt zu bleiben.
Keine zwanzig Schritte Entfernt von ihr, saß ein Mädchen auf dem verwitterten, dreckigen Boden. Ihr schwarzes Haar klebte des Regens wegen an ihrer Kleidung.
Neben ihr lag ihr morscher Ast, der aussah als wäre er soeben weggebrochen. Vielleicht saß sie gar nicht freiwillig dort unten auf dem Boden. Und es hatte den Anschein als hätte sie keine Ahnung, dass Flésh'iia hier war. Denn hätte sie sie von diesem Baum aus beobachtet wäre sie schon längst wieder in Deckung gegangen.
Wenn sie also leise genug war konnte sie sich unbemerkt sie anschleichen und sie überraschen.


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Beitrag #8 |

RE: VR: Verschollen (453 d.E.)
Hey, sie liegt doch gar nicht mehr! xDD Icon_lachtot

Evelin war eine Weile herum geirrt, als sie plötzlich gegen einen Baum stieß und mit einem harten Aufprall wieder im Morast landete. Neben ihr lag ein Ast, ein zerbrochener morscher.
Scheiße, du bist im Kreis gelaufen!, war Evelins erster Gedanker, doch unfaähig sich rühren zu können, blieb sie einfach liegen.
Der Regen nahm ab und langsam konnte man die Gegend erkennen. Es war Nacht. Ganz sicher. Die Wolken verdeckten immer noch halbswegs den Himmel, doch man konnte Sterne sehen. Leuchtende Punkte im Nichts ... Der Mond leuchtete klar; es war Vollmond. Kleine einzelne Perlen fielen auf Evelins zarte Haut und zerbrachen dort in kleine einzelne flüssige Splitter, die ihr Gesicht runter kullerten.
Irgendwie genoss Evelin dieses Gefühl, ausgestreckt im Schlamm zu liegen und den Himmel anzustarren, während sie die Berührungen der Tränen Gottes auskostete.
Plötzlich hörte sie ein Knirschen. Klar, Evelin war krank, doch das Gehör eines normalen Menschens reichte aus, um solch eine Bewegung zu hören.
Ihr Körper verkrampfte sich und sie spürte die Anwesenheit einer anderen Person. Und noch was ... Ein Tier?

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Beitrag #9 |

RE: VR: Verschollen (453 d.E.)
Tandor zog den grauen Umhang fester um seine Schultern. Der Regen ließ zwar allmählich nach, aber die Feuchtigkeit steckte noch immer in dem groben Stoff und große Wasserperlen rannen von seinem weißen Haar. Bevor die Sonne untergegangen war, hatte er das Chronair-Gebirge endlich verlassen. Er war froh gewesen, die unwirtlichen Berge hinter sich lassen zu können und hatte in dem kleinen Waldstück, welches an das graue Gestein grenzte sein bescheidenes Lager für die Nacht aufgeschlagen. Nur ein kleines Feuer hatte er sich entzünden können, den es war unmöglich trockenes Holz zu finden. Sein einziger Begleiter war sein knorriger Wanderstab und darüber war er wieder einmal froh, denn ein Begleiter hätte ihm die Umstände noch mehr erschwert, als sie es schon waren. Er dachte über die letzte Begegnung in einem kleinen Dorf nach, welches auf der anderen Seite des Chronair-Gebirges lag. Tandor lächelte bei dem Gedanken daran beinah. Die Dorfbewohner hatten ihn - wie so oft - unterschätzt, ihn für einen alten Mann gehalten und er hatte diesen Eindruck nicht korrigiert. Im Gegenteil, er hatte ihn sich zu nutzte gemacht und eine kostenfreie Nacht in der Dorfschänke erhalten. Am Morgen, nach einem sehr informativen Abend war er aufgebrochen. Doch er konnte das Gefühl nicht loswerden, dass er zuviel erfahren hatte und die Dorfbewohner ihn deshalb verfolgten. Deshalb hatte er den unwahrscheinlichsten Weg genommen – durch das Gebirge.
Tandor versuchte diese beunruhigenden Gedanken abzuschütteln, stocherte in seinem Feuer und verzehrte sein klägliches Abendessen. Plötzlich vernahm sein geübtes Ohr das Wiehern eines Pferdes.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #10 |

RE: VR: Verschollen (453 d.E.)
Ein Blitz zuckte über den wolkenverhangenen Himmel. Donner ließ die Erde erzittern. Cloe versuchte das Gewitter mit ihrer Stimme zu übertönen. "Pheloel, komm zurück!"
Wasser stob aus einigen Pfützen auf, als der Wallach von Angst gepeinigt durch sie hindurch stürmte.
Ein weiterer Blitz erhellte das verängstigte Gesicht der jungen Frau. "Bitte komm zurück..." Sie sackte auf den Boden. Eine Träne vermischte sich mit dem Regen auf ihren Wangen. "Was soll ich denn nur ohne dich machen? Du bist der einzige, der mir noch geblieben ist."

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