Es ist: 19-11-2019, 03:27
Es ist: 19-11-2019, 03:27 Hallo, Gast! (Registrieren)


Krähenspuren (452 d.E.)
Beitrag #1 |

Krähenspuren (452 d.E.)
Eine Episode aus Tandors Leben, angehaucht vom Schreibimpuls und einem Dank an Ichigo für den Titel.

Krähenspuren

Schwer setzte er einen Fuß vor den anderen, sein Gewicht auf einen knorrigen Ast stützend, der ihm als Wanderstab diente. Die Sonne brannte heiß vom wolkenlosen Vorsommerhimmel Athalems hinab. Noch hatte sie ihren höchsten Stand nicht erreicht, dennoch trieb sie Tandor Schweißperlen auf die Stirn. Straßenstaub erschwerte das Atmen, nahm ihm die Sicht und hatte sich auf sein silbernes Haar gelegt.
Tandor konnte nur vermuten, wo er war. Irgendwo in Nomae’kann. Nomae lag seit einigen Tagen hinter ihm und Noato hatte er noch nicht erreicht. Er fluchte. Das Blut der Friya-Kham floss in seinen Adern, das Erbe des Nomadenvolkes, und doch hätte sich seine Mutter für ihn geschämt. Wieder einmal. Sein Orientierungssinn ließ ihn im Stich. Er vermutete, dass das Meir-Blut seines Vaters stärker war. Was blieb war die Rastlosigkeit. Die Unruhe. Gerade als Tandor ein tiefer Seufzer entweichen wollte, erkannte er Hütten am Horizont und er setzte seinen Weg fort.
Noch bevor er die ersten Häuser erreichen konnte, sah er eine rotwangige Frau auf dem Boden knien. Mit kurzen, fleischigen Fingern pflückte sie Blumen und sammelte diese in ihrer Schürze. Als sie ihn bemerkte, erhob sie sich schwerfällig und er musste einen Moment warten, bis sie zu Atem kam.
„Seid gegrüßt, der Herr.“ Sie versuchte sich an einer Verbeugung, bei der ihr fülliger Körper erneut in Bewegung geriet. „Willkommen in Nadir.“
Schweigend neigte Tandor den Kopf, erwiderte aber dann die Begrüßung.
„Mein Name ist Margo und ich kann Euch einen gemütlichen Platz anbieten, damit Ihr Eure müden Glieder ausruhen könnt“, sagte sie und hatte ihm auch schon den Rücken zugekehrt, um Voraus zu gehen. Sie schien sicher zu sein, dass er ihr folgen würde und Tandor wunderte sich nicht mehr darüber, wie vertrauensselig manche Menschen waren. Sein Äußeres trug dazu bei, dass sie glaubten von ihm würde keine Gefahr ausgehen. Lächelnd folgte er ihr und beobachtete dabei zwei strohblonde Zöpfe, die in ihrem Nacken wippten.

Tandor schien es, als ob die Dorfbewohner den Beginn des Vorsommers feiern wollten. Jedes Haus war mit bunten Blumen geschmückt worden und die Nadirer hüllten sich in farbenfrohe Gewänder. Auch Margos Schürzeninhalt würde vermutlich bald eine der Fassaden zieren. Die Häuser waren in Tandors Augen nur Hütten. Einfach gebaut, aus Holz und Lehm, dafür umso farbenprächtiger behängt. Er wurde zu einem kleinen Dorfplatz geführt, der mehr wie eine Lücke zwischen zwei Häusern wirkte. Die rundliche Frau platzierte ihn schließlich unter grünen Stoffbahnen, welche eine Art Dach bildeten und kühlen Schatten spendeten. Offensichtlich war sie sehr zufrieden mit ihrer guten Tat, dem alten Mann einen Sitzplatz angeboten zu haben. Tandor korrigierte ihre Meinung auch nicht. Er hatte vierzig Mal die Jahreswende erlebt, doch die Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass alte Menschen vertrauenswürdiger behandelt wurden. Also machte er es sich auf der harten Holzbank - soweit es ihm möglich war – bequem, streckte die müden Beine aus und legte den Wanderstab, welcher ihm stets ein treuer Begleiter war, neben sich auf den Boden. Seine hellgrünen Augen behielten das rege Festtreiben genau im Blick. Auf den Tischen reihten sich mit Speisen gefüllte Schüsseln aneinander, aus den Krügen schwappte der Wein und die Bewohner lachten sorglos. Einige begrüßten Tandor freundlich, doch die meisten schienen sich nicht für den Besucher zu interessieren. Sie waren mit sich selbst beschäftigt. Es wurde gegessen, getrunken, Musik umschwebte die Menschen und bald fanden sich die ersten Paare zum Tanz zusammen. Auch Tandor ließ es sich schmecken und genoss die friedliche Atmosphäre.

Rauchschwaden erklommen den blauen Himmel über Athalem. Dunkle Wolken, wie sie nur die Flammen eines Feuers hervorbringen konnten. Tandor sah sie aufsteigen und im gleichen Augenblick drang der spitze Schrei einer Frau an sein Ohr. Margos Stimme schien die Zeit für einen Moment anzuhalten. Die festliche Stimmung zersprang wie ein Tonkrug und Tandor sah die Scherben. Bruchstücke. Menschen, die eben noch fröhlich waren, sprangen auf und rannten davon. Unbesonnenene Männer fielen in den Staub des Platzes. Aufgescheuchten Hühnern gleich liefen sie ziellos durcheinander, standen sich im Weg und schrien sich an. Doch die Erkenntnis – das Erkennen – drang schließlich in ihre Köpfe. Plötzlich standen sie alle sicher auf den Beinen. Zielgerichtet, einem unhörbaren Kommando folgend hasteten sie in ihre Häusern. Mit Wassereimern bewaffnet kamen sie wieder heraus und verschwanden schließlich aus Tandors Blickfeld. Die Zeit lief weiter. Obwohl die Unruhe noch immer in der Luft lag, löffelte Tandor seine Suppe zu Ende. Sollte er ihnen helfen? Nein. Er war keiner von ihnen. Er war ein Besucher, ein Nomade auf der Durchreise. Sie kümmerten sich nicht um ihn und er sich nicht um sie. Jeder musste sein eigenes Schicksal tragen. Er nahm sich einen zweiten Teller Suppe. Inzwischen saß er allein unter dem Sonnendach.

Rußverschmiert, aber siegestrunken und fröhlich kehrten die Bewohner Nadirs nach einiger Zeit auf den Dorfplatz zurück. Das sich Tandor nicht von seinem Platz weg bewegt hatte, schien sie nicht zu interessieren. Heiter und ihre Lippen ständig bewegend erzählten sie sich gegenseitig von dem Brand, als ob sie vergessen hätten, dass sie alle dabei gewesen waren. Sie versammelten sich wieder unter den Stoffbahnen, feierten den Beginn des Vorsommers und taten, als sei nichts passiert. Die Flammen waren mit Wasser gelöscht worden, wenig später die Erinnerungen mit Wein. Musik eroberte den kleinen Dorfplatz zurück und die gute Stimmung schien in der erhitzten Luft zu schweben. Irgendwann waren die Schüsseln geleert, das letzte Lied verklungen und die Dorfbewohner begannen sich Geschichten zu erzählen. Tandors Finger bewegte sich. Wenn der kleine Finger seiner rechten Hand zu zucken begann, lagen schon so manches Mal Gespräche in der Luft, die Informationen enthielten. Informationen die an anderen Orten – in vielerlei Hinsicht - wertvoll sein konnten. Er ließ seinen Becher füllen, erhob sich, wie es sich für einen Mann seines angeblichen Alters gehörte und setzte sich neben die Frau mit den roten Wangen. Ihr ganzer Körper schien zu beben, während sie berichtete, ohne das sie dabei sichtbar Luft holen musste:
„Plötzlich ist der Rauch aufgestiegen. Jawohl, ich habe ihn als Erste gesehen. Natürlich bin ich schnell nach Hause gerannt. Jawohl, mein Wassereimer steht immer direkt neben der Tür bereit. Jawohl, in unserem Brunnen hab ich ihn gefüllt und ihn eigenhändig zum Feuer getragen.“ Bei jedem „Jawohl“ stieß sie ihren Zeigefinger in die Luft, aber auch ohne diese Geste schienen die Anderen an ihren Lippen zu hängen.
„Jawohl. Und dann kam der Junge vom Schmied, der auch einen Eimer dabei hatte, jawohl. Und ihr werdet es kaum glauben, plötzlich waren so viele von uns da, dass ständig Wasser in das Feuer gegossen werden konnte. Jawohl, wir wissen, wie eine richtige Löschkette aufgebaut wird.“ Um sie herum brach lauter Jubel aus und Tandor konnte kaum dem Drang widerstehen sich die Ohren zuzuhalten.
„Nun, wird der feine Herr wohl nicht mehr dort übernachten können.“ Margo ließ sich die Unterbrechung ihrer Geschichte nicht anmerken.
„Welcher feine Herr?“ Tandor hatte diese Wendung so überrascht, dass ihm die Frage über die Lippen gekommen war, noch bevor sie richtig geformt war. Er ärgerte sich über seine Unbesonnenheit.
„Der feine Herr, der in den letzten Dunkeltagen dort übernachtet hat“, erklärte sie, als ob jeder diese Tatsache kennen würde. Wahrscheinlich kannte sie auch jeder in Nadir, außer Tandor. Aber diesmal kam er nicht dazu nachzufragen, denn die Worte sprudelten wie von selbst aus ihr hervor:
„Damals gehörte das Haus der alten Rabea. Ihre Söhne haben das Dorf längst verlassen. Ihr wisst schon, wegen der Arbeit. Sie lässt oft Gäste bei sich wohnen, wenn denn mal Fremde herkommen. Jedenfalls kam dieser feine Herr. Ihr wisst schon.“ Sie unterbrach sich selbst, um die Bedeutsamkeit ihrer Worte deutlich zu machen und blinzelte Tandor bedeutungsvoll zu.
„Er war in teure Stoffe gehüllt und trug richtige Schuhe. Eine Hakennase soll er auch gehabt haben. Riesig, wie ein Krähenschnabel. So groß, dass sie sogar die alte Rabea mit ihren schlechten Augen erkennen konnte. Und er hatte dieses junge Ding dabei, wir haben sie zusammen die Straße hinunter gehen sehen. Jawohl und ich glaube nicht, dass sie seine Tochter war, wisst Ihr? Er hat sie jedenfalls nicht so angefasst, als ob sie seine Tochter wäre, trotz des schweren Mantels, den sie anhatte.“
Margo trank einen Schluck. Tandor hatte sich schon gefragt, wann sie das tun würde, damit er über das Gehörte nachdenken konnte. Aber viel Zeit blieb ihm dazu nicht.
„Die alte Rabea erzählte mir, dass sie nur eine Nacht geblieben sind und auch, dass sie in der Dunkelheit eindeutige Geräusche aus der Kammer neben der ihren hörte. Ihr wisst schon.“ Sie blinzelte wieder verschwörerisch.
„Geräusche, die bestätigen, dass sie nicht Vater und Tochter waren. Wenigstens haben sie ihr gutes Geld dagelassen und ihr erzählt, dass er wohl nach Gandal’har weiterreisen wollte. Angeblich wegen wichtigen Regierungsgeschäften. Rabea hat immer gehofft, dass der feine Herr noch einmal wiederkommen würde. Aber dann starb sie, noch vor der Jahreswende, als die Nächte besonders kalt wurden. Seitdem stand ihr Haus leer, wir hatten noch nicht entschieden, wem es gehören soll.“
Damit hatte Margo wohl ihre Geschichte über den feinen Herr beendet, denn sie trank einen weiteren Schluck und die Gespräche am Tisch wandten sich dem üblichen Dorfgerüchten zu, die er mehr als langweilend fand.
Er erhob sich von seinem Sitzplatz. Für heute hatte Tandor genug gehört, außerdem war er sich bereits sicher, dass diese einfachen Dorfbewohner nicht wussten, welch kostbaren Informationen sie ihm gegeben hatten. Sie glaubten wahrscheinlich, dass er sie schon bald mit in sein Grab nehmen würde. Tandor zog sich seinen grauen Reisemantel über den Schultern zurecht. Dann griff er nach seinem Wanderstab. Alle Blicke richteten sich nun mit unverhohlener Neugier auf ihn, was ihn dazu veranlasste eine höfliche Verbeugung anzudeuten und sich überschwänglich für die erwiesene Gastfreundschaft zu bedanken. Margo klopfte ihm noch einmal mit ihrer fleischigen Hand auf die Schulter, bevor sie sich auf ihrem Platz niederließ und ihren neu begonnenen Monolog wieder aufnahm.

Die Sonne brannte ihm noch heißer als am Morgen auf die Schultern, doch noch machte es ihm nichts aus. Gemächlich lenkte er seine Schritte, auf der staubigen Straße, in Richtung der Brandruine. Margo hatte von einem „Haus“ berichtet, doch Tandor befand, dass die Bezeichnung „Hütte“ angebrachter gewesen wäre. Vor ihm erhoben sich nur noch Bretter in den klaren, blauen Himmel, ein paar Steine, wo wohl einmal die Kochstelle gewesen sein mochte und ein großer Haufen Asche.
Jawohl, die wissen, wie eine Löschkette aufgebaut wird, dachte er verächtlich. Bis die beleibte Margo ihren Eimer geholt hatte, war wohl bereits alles vernichtet gewesen. Immerhin war es ihnen gelungen, dass Feuer soweit einzudämmen, dass es nicht auf die Nachbarhütten ausgebreitet hatte. Was den Brand wohl ausgelöst hat? Tandor vermutete, dass ein paar Halbwüchsige es sich in der leerstehenden Hütte bequem gemacht und mit Feuersteinen gespielt hatten, wie es viele in diesem Alter wohl gerne taten. Tandors Gedanken glitten weiter. Krähennase. Wenn der feine Herr tatsächlich aus politischen Gründen auf dem Weg nach Gandal’har gewesen war, dann war er womöglich ein Mitglied des Hohen Rates. Falls das tatsächlich so war, dann würde es den anderen Mitgliedern sicher nicht gefallen, wenn er auf seinen Geschäftsreisen eine Gespielin mit sich nahm. Zumindest würde es Krähennase missfallen, wenn jeder davon erfahren würde. Vielleicht hatte er sogar eine Gattin, die nur darauf wartete, zu erfahren in welchen fremden Betten es sich ihr Gemahl gemütlich machte.
Tandor hatte schon oft genug an politischen Tischen gespeist, um zu wissen, dass ein guter Ruf von größter Wichtigkeit war. Und Krähennases Ruf würde durch eine fremde Bettgefährtin nicht gewinnen. Ein Lächeln stahl sich auf Tandors schmale Lippen. Unruhig strich der Daumen seiner rechten Hand über eine Unebenheit im Wanderstab.
Es wird Zeit zu gehen. Seine nun ausgeruhten Füße trugen ihn mühelos den letzten Hütten des Dorfes entgegen, welches er am Morgen entkräftet betreten hatte. Er rannte beinahe schon die schmalen Wege entlang.
Kaum hatte Tandor die letzten Hütten hinter sich gelassen, verlangsamten sich seine Schritte schon wieder. Vor ihm teilte sich der Weg. Den Pfad nach Norden hatte er am Morgen verlassen, der nach Süden würde ihn nach Gandal’kan führen. Die Richtung, die Krähennase vermutlich eingeschlagen hatte.
Aber was ist, wenn er kein Mitglied des Hohen Rates ist? Vielleicht noch nicht einmal jemand von höherem Stand?
Tandor blickte nach Norden. Der Weg zur Küste.
Jemand von Adel hätte ein Gefolge dabei gehabt, hätte die Anonymität einer Kutsche gesucht.
Richtung Süden. Die Straße, welche ihn in die große Stadt Gandal’har führen würde, dort wo der Hohe Rat tagte.
Das Nomadenblut seiner Mutter pulsierte in seinen Adern, ließ ihn unruhig werden. Rastlos. Er musste eine Entscheidung fällen - musste seinen Weg fortsetzen - egal in welche Richtung. Selbst wenn er Krähennases Spur verlieren sollte, sogar wenn dieser unbedeutend war, selbst dann würde es für ihn in Gandal’har interessant werden, denn überall wo es Menschen gab, gab es für ihn Informationen, die er weitertragen konnte.
Vielleicht sollte diese einfache Art zu reisen seine Identität verschleiern. Tandor hob den Kopf und wandte sich dem Weg zu, der ihn nach Gandal’kan bringen würde. Krähennase, wer bist du?

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

RE: Nomadenblut (452 d.E.)
Hi Lady,

ich bin so frei und nehme an, dass hier Kommentare erwünscht sind =)
Darauf, den Schreibimpuls für Athalem-Geschichten zu verwenden, bin ich noch gar nicht gekommen. Vielleicht fällt mir so ja mal mehr zum Schreibimpuls ein...

Zitat:Tandor konnte nur vermuten, wo genau er war. Irgendwo in Nomae’kan, dass wusste er, wahrscheinlich zwischen Noate und Nomae.

Du kannst es nicht wissen, aber die Karten stimmen nicht mehr... Noato wurde nämlich umgeändert zu einem kleinen Fürstentum //EDIT: Pardon, GRAFENtum :D // an der Grenze zu Kayro’kan. Das heißt, die Angabe „zwischen Noato und Nomae“ ist sinnlos, weil diese Distanz die ganze Provinz ist :D
Du könntest dir ja einfach eine größere Stadt ausdenken, die etwa in Provinzmitte liegen kann.

Zitat:„Mein Name ist Margo. Ich kann Euch eine gemütliche Bank anbieten, damit Ihr Eure müden Glieder ausruhen könnt“, sagte sie und hatte Tandor auch schon den Rücken zugekehrt, um Voraus zu gehen. Er wunderte sich einmal mehr darüber, wie vertrauensselig manche Menschen waren. Offenbar trug sein Äußeres dazu bei, dass sie glaubten von ihm würde keine Gefahr ausgehen. Er lächelte, ohne das sie es sah und folgte ihr gemächlich.

In einer traditionellen Gesellschaft hätte ich eigentlich schon erwartet, dass man Reisenden Hilfe anbietet -- mit Vertrauensseligkeit hätte das nicht so viel zu tun, eher damit dass man eben so ohne Hotels, Krankenhäuser und Schnellzüge aufeinander angewiesen ist.
Allerdings hätte ich auch erwartet, dass die Leute mit großer Neugier auf Fremde zugehen - schließlich sind sie nicht nur exotisch, sondern bringen auch Nachrichten und Gerüchte aus anderen Städten. An dieser Stelle hätte ich erwartet, dass Margo ein paar Fragen stellt. Vielleicht versteht sich Tandor ja darauf, solche Gespräche schnell zu beenden...

Zitat:Rauchschwaden erklommen den blauen Himmel über Athalem. Dunkle Wolken, wie sie nur die Flammen eines Feuers hervorbringen konnten. Tandor sah sie aufsteigen, doch bevor er etwas rufen konnte, drang der spitze Schrei einer Frau an sein geübtes Ohr.

Um einen Schrei zu hören, braucht man glaube ich kein „geübtes“ Ohr =)

Zitat:Ihm schien es, als ob die Dorfbewohner den Beginn des Vorsommers feiern wollten. Jedes Haus war mit bunten Blumen geschmückt worden und die Nadirer hüllten sich in farbenfrohe Gewänder. Er wurde zum Dorfplatz geführt. Die rundliche Frau platzierte ihn schließlich unter grünen Stoffbahnen, welche eine Art Zelt bildeten. Offensichtlich war sie sehr zufrieden mit ihrer guten Tat, dem alten Mann einen Sitzplatz angeboten zu haben.

Sommerfest -- Brauchtum in Nomae’kan -- sofort rein in die Neuentdeckungen! =) =)

Zitat:Auch er hätte nun aufspringen müssen, um ihnen zu folgen, um den Anschein zu erwecken, dass er zu ihnen gehörte, dass er einer von ihnen war. Aber er war es nicht. Außerdem war er in ihren Augen ein alter, zerbrechlicher Mann, der soetwas nicht hätte tun können. Obwohl die Unruhe nun auch ihn erfasste und der Rauch ihn beunruhigte, löffelte Tandor seine Suppe zu Ende.

An der Stelle war ich überzeugt davon, dass Tandor irgendwie den Brand gelegt hatte O_O Sein Verhalten und seine Gedanken kommen echt verdächtig rüber.

Zitat:„Damals gehörte das Haus, der alten Rabea.

Hier kein Komma =)

Zitat:Ihre Söhne haben das Dorf längst verlassen. Sie wissen schon, wegen der Arbeit. Jedenfalls lässt sie oft Gäste bei sich wohnen, wenn denn mal Fremde herkommen. Jedenfalls kam dieser feine Herr. Sie wissen schon.“

Hm, ich glaube in allen Plays, in die ich bisher in Athalem reingeschaut habe, haben sich die Leute mit „Ihr“ angesprochen, nicht mit „Sie“. Habe aber nicht überall reingeschaut :D

Zitat:Den Pfad nach Norden hatte er am Morgen verlassen, der nach Süden würde ihn nach Gandal’kan führen. Die Richtung, die Krähennase vermutlich eingeschlagen hatte.
Aber was ist, wenn er kein Mitglied des Hohen Rates ist? Vielleicht noch nicht einmal jemand von höherem Stand?
Tandor blickte nach Norden. Der Weg zur Küste.
Jemand von Adel hätte ein Gefolge dabei gehabt, hätte die Anonymität einer Kutsche gesucht.

Ein Mitglied des Hohen Rates hätte doch bestimmt auch eine Kutsche gewählt??

Krähennase könnte auch per Pferd angereist gekommen sein - dann können ihn alle für einen Boten halten, nur Tandor weiß, dass in der nächstgelegenen Stadt eine Herberge ist, wo Boten normalerweise absteigen... was weiß ich ^^

Den Titel kann ich noch nicht ganz mit der Geschichte in Verbindung bringen. Tandor ist ja kein Nomade in dem Sinn, und im Mittelpunkt der Geschichte steht die Spur auf Krähennase (und "Krähenspuren" oder so wäre eh ein cooler Titel).........

Ich hoffe doch mal stark, dass es für die Mysterien in der Story noch eine Auflösung gibt =(
Sag mal, wie wäre es eigentlich, wenn du die Geschichte als einen Play-Anfang postest? Ich finde den Text ganz gut dafür geeignet =)

LG

ichigo =)

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Beitrag #3 |

RE: Nomadenblut (452 d.E.)
Hallo Ichigo,

klar sind hier Kommentare erwünscht, sonst würde es nicht hier stehen. Icon_smile

Ja, die Verbindung mit dem Schreibimpuls kam mir irgendwie ganz plötzlich unter und hat sich zufällig so ergeben. Dann bin ich mal gespannt, was du hierzu sagst. Icon_smile

Zitat:Du kannst es nicht wissen, aber die Karten stimmen nicht mehr... Noato wurde nämlich umgeändert zu einem kleinen Fürstentum //EDIT: Pardon, GRAFENtum :D // an der Grenze zu Kayro’kan. Das heißt, die Angabe „zwischen Noato und Nomae“ ist sinnlos, weil diese Distanz die ganze Provinz ist :D
Du könntest dir ja einfach eine größere Stadt ausdenken, die etwa in Provinzmitte liegen kann.

Hmm, ist eigentlich egal wo er gerade ist. *lach* Mal schauen, vielleicht schreib ich auch einfach irgendwas noch schwammigeres, wie "in der Mitte der Provinz" mal schauen.

Zitat:In einer traditionellen Gesellschaft hätte ich eigentlich schon erwartet, dass man Reisenden Hilfe anbietet -- mit Vertrauensseligkeit hätte das nicht so viel zu tun, eher damit dass man eben so ohne Hotels, Krankenhäuser und Schnellzüge aufeinander angewiesen ist.

Ja, ich denke du hast schon recht, dass Reisenden einfach Hilfe angeboten wurde, aber ich wollte an dieser Stelle unbedingt auf sein Äußeres hinweisen. Mal sehen, ob ich das irgendwie anders hingrieg.

Zitat:Allerdings hätte ich auch erwartet, dass die Leute mit großer Neugier auf Fremde zugehen - schließlich sind sie nicht nur exotisch, sondern bringen auch Nachrichten und Gerüchte aus anderen Städten. An dieser Stelle hätte ich erwartet, dass Margo ein paar Fragen stellt. Vielleicht versteht sich Tandor ja darauf, solche Gespräche schnell zu beenden...

Hmm, dass Margo Fragen stellt ist an sich ne gute Idee. Auch, wenn sie wohl selbst lieber erzählt, als zu Fragen. Ich werd mal schauen, was ich da noch einbauen kann.

Zitat:Sommerfest -- Brauchtum in Nomae’kan -- sofort rein in die Neuentdeckungen! =) =)

Ja, ich hab mir hier die Neuentdeckungen schon rausgeschrieben, muss die nur noch ordentlich aufschreiben. Write

Zitat:An der Stelle war ich überzeugt davon, dass Tandor irgendwie den Brand gelegt hatte O_O Sein Verhalten und seine Gedanken kommen echt verdächtig rüber.

Echt? Auf die Idee bin ich gar nicht gekommen, dass das so rüber kommen könnte. Aber das macht ja nichts, die Interpretation zwingt jedenfalls zum weiterlesen.

Zitat:Hm, ich glaube in allen Plays, in die ich bisher in Athalem reingeschaut habe, haben sich die Leute mit „Ihr“ angesprochen, nicht mit „Sie“. Habe aber nicht überall reingeschaut :D

Hast recht. Oben hat sie ihn auch mit "Euch" angesprochen, da wären hier "Ihr" nur konsequent. Doh

Zitat:Ein Mitglied des Hohen Rates hätte doch bestimmt auch eine Kutsche gewählt??

Genau das ist hier ja die Frage. Vielleicht hat er ja mit Absicht keine Kutsche gewählt, weil eine Kutsche in so einem kleinen Dorf natürlich auffälliger gewesen wäre. *mysteriös sei*

Zitat:Krähennase könnte auch per Pferd angereist gekommen sein - dann können ihn alle für einen Boten halten, nur Tandor weiß, dass in der nächstgelegenen Stadt eine Herberge ist, wo Boten normalerweise absteigen... was weiß ich ^^

Auch eine gute Idee. Hmm, jetzt wo ich drüber nachdenke erscheint es mir logischer das er per Pferd reist, weil es ja sonst zulange zum Laufen wäre. Aber er könnte sich natürlich auch im nächsten Dorf ein Pferd besorgen, oder ne Kutsche für den Rest der Reise.

Zitat:Den Titel kann ich noch nicht ganz mit der Geschichte in Verbindung bringen. Tandor ist ja kein Nomade in dem Sinn, und im Mittelpunkt der Geschichte steht die Spur auf Krähennase (und "Krähenspuren" oder so wäre eh ein cooler Titel)

Der Titel kommt von Tandors Mutter. Sie war ja eine Nomadin. Ich wollte, dass er deswegen unruhig wird, gezwungen wird weiterzugehen. Leider kommt das erst am Ende richtig deutlich rüber, was mir auch schon aufgefallen ist, aber dann nicht mehr zu retten war. Mal sehen "Krähenspuren" gefällt mir gut als Titel, vielleicht änder ich das nochmal.

Zitat:Sag mal, wie wäre es eigentlich, wenn du die Geschichte als einen Play-Anfang postest? Ich finde den Text ganz gut dafür geeignet =)

Ja? Okay, ich werds mir überlegen. Icon_smile

Ja, fein. Danke für deinen Kommentar. Da du die Geschichte nicht völlig zerrissen hast, denke ich mal, dass ich mal, dass sie doch ganz gut lesbar geworden ist. Als Anfang für ein Play taugt sie tatsächlich ganz gut, jetzt wo du mich auf die Idee gebracht hast, liest sie sich doch eher wie der Anfang seiner Reise.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #4 |

RE: Krähenspuren (452 d.E.)
Hallo meine Lady! *verneig* Icon_smile

Nachdem diese Geschichte viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat - dabei ist sie sowohl Athalem-, als auch Schreibimpulstext - möchte ich das mal nachholen. Vermutlich/hoffentlich trete ich damit eine Lawine los. Icon_wink

Zitat:Krähenspuren
Hm ... ein interessanter Titel. Macht definitiv Lust auf mehr. Mein erster Gedanke: Krähen sind (auch) Aasfresser, finden sich an Schlachtfeldern ... also hinterlassen sie ihre Spuren wohl eher dort, wo vor kurzer Zeit eine "Katastrophe" geschehen ist. Mal schauen, ob sich im Laufe der Geschichte eine andere Bedeutung ergibt.

Zitat:Es war jetzt Essenszeit, und sie saßen alle unter dem doppelten grünen Sonnendach des Speisezeltes und taten, als sei nichts passiert.
Die Stoffbahnen des Zeltdaches bewegten sich geräuschlos im Wind.
Ah, diese Zeile. Ich versteh gar nicht, warum so wenige die tolle Strafrechtzeile als Einstieg gewählt haben. *lacht*
Es ist Jammern auf hohem Niveau, aber mir steht der zweite Satz etwas zu lose neben den ersten, das empfinde ich als Bruch. Ich würde ihn einfach mit einem Spiegelstrich al Brücke anschließen.

Zitat:Sie ignorieren es einfach, dachte Tandor. Genauso, wie sie mich ignorieren.
Hier könntest du aus dem "dachte Tandor" mehr machen. Das er das denkt, entnehmen wir schon der Kursivschrift, bisher dient der Zusatz nur dazu, um seinen Namen einzubringen. Du könntest Tandor daher an dieser Stelle etwas Leben einhauchen ... "bei dem Gedanken, runzelte Tandor seine Stirn" oder ihn ein wenig beschreiben "bei dem Gedanken, zerfurchte sich Tandors sowieso schon faltiges Gesicht noch tiefer". Oder so.

Zitat:Ihm war es mehr als Recht, dass er weiterhin bei ihnen unter dem kühlenden Schatten des Zeltes sitzen konnte.
Dadurch wird bei mir Neugier geweckt. Was ignorieren die Dorfbewohner so geflissentlich und warum hätte es Tandor darin hindern können, die Gastfreundschaft zu genießen?

Zitat:Schwer setzte er einen Fuß vor den anderen. Sein Gewicht stützte er weitestgehend auf den knorrigen Ast in seiner rechten Hand, welcher ihm als Wanderstab diente.
Zeitsprung? Kommt etwas überraschend, nach dem du oben die Szene so schön eingeführt hast. Und: in die Vergangenheit, oder in die Zukunft? Auf Vergangenheit deutet hin, dass du im Satz vorher von der Wanderschaft geschrieben hast, dagegen spricht allerdings das der Text in keiner Weise von dem Abschnitt davor abgegrenzt ist.

Zitat:Die Sonne Athalems brannte heiß auf ihn nieder, obwohl der Vorsommer gerade erst begonnen hatte und es noch nicht einmal Essenszeit war.
Klingt ein wenig seltsam, dass hier die Essenszeit wieder auftaucht. Gewollt? Teilt Tandor seine Tage immer in Essenszeit und Nichtessenszeit auf? *g* Oder ein Hinweis darauf, dass wir uns vor der oben beschriebenen Szene befinden?

Zitat:Straßenstaub, den er selbst aufwirbelte, erschwerte das Atmen, nahm ihm die Sicht und hatte sich auf sein silbernes Haar gelegt.
Schön Details eingebaut. Icon_smile

Zitat:und die Grenzen zu Noate hatte er noch nicht erreicht
Muss es Noato heißen? Und: man kann Grenzen zwar auch erreichen, aber schöner finde ich - zumal wenn du nicht "seine Grenzen erreichen" meinst Icon_wink - hier z. B. "noch nicht passiert".

Zitat:Er schämte sich für seinen schlechten Orientierungssinn
Auch hier könntest du Tandor etwas mehr Leben einhauchen - äußert sich das irgendwie äußerlich, wenn er sich schämt? Bleibt er vielleicht kurz stehen, schaut sich um und schüttelt dann den Kopf? Sowas halt. Icon_smile

Zitat:„Mein Name ist Margo. Ich kann Euch eine gemütliche Bank anbieten, damit Ihr Eure müden Glieder ausruhen könnt“, sagte sie und hatte Tandor auch schon den Rücken zugekehrt, um Voraus zu gehen. Er wunderte sich einmal mehr darüber, wie vertrauensselig manche Menschen waren.
Ich wundere mich allerdings auch ... ich kenne natürlich Tandors Char-Beschreibung, aber selbst unauffälligen alten Männern eilt man nicht entgegen, um ihnen eine Bank anzubieten. Margo wirkte sogar fast gehetzt, als hätte sie versucht, unbedingt als erste da zu sein - ob hier nicht Tandor zu leichtgläubig ist?

Zitat:Die rundliche Frau platzierte ihn schließlich unter grünen Stoffbahnen, welche eine Art Zelt bildeten. Offensichtlich war sie sehr zufrieden mit ihrer guten Tat, dem alten Mann einen Sitzplatz angeboten zu haben.
Hm ... anscheinend bin ich zu misstrauisch. Aber auf mich wirkt das Verhalten der Frau halt komisch. Vielleicht ein seltsamer Brauch beim Vorsommerfest?
Jedenfalls haben wir hier wieder das grüne Sonnendach. Als befinden wir uns tatsächlich in der Vergangenheit. Wie gesagt: ich würde den Übergang irgendwie kennzeichen. Vielleicht den ersten Abschnitt kursiv setzen? Allerdings wäre es dann vermutlich seltsam, wenn du den "aktuellen" Zeitpunkt erreichst ... vielleicht einfach ein "***" dazwischen? Das ist unmissverständlich, aber auch nicht überfrachtet.

Zitat:und legte den knorrigen Ast, welcher ihm stets ein treuer Begleiter war
Das hast du oben schon einmal geschrieben. Ich würde daher hier ein Synonym verwenden (z. B. Wanderstecken), am besten natürlich eins, das den Stock detailierter beschreibt.

Zitat:Es war die Frau, welche Tandor durch das Dorf geführt und sich als Margo vorgestellt hatte
Scheint eine zentrale Rolle im Dorf einzunehmen ... vielleicht die Bürgermeisterin? Icon_smile Vielleicht, liegt es an mir, aber ich weiß noch, dass sie Margo hieß. Die Information würde ich deshalb weglassen.

Zitat:Doch die Erkenntnis – das Erkennen- schien in ihnen allen gleichzeitig deutlich zu werden.
Vor den zweiten Spiegelstrich gehört ein Leerzeichen. Die Konstruktion Erkenntnis - Erkennen finde ich gut. Aber das Verb passt für mich nicht ganz. Kann eine Erkenntnis deutlich werden? Ich würde "zu reifen" vorschlagen.

Zitat:röhlich und ihre Lippen ständig bewegend erzählten sie sich gegenseitig von dem Brand, als ob sie vergessen hätten, dass sie alle dabei gewesen waren.
*lacht*
Gut beschrieben.

Zitat:Sie versammelten sich unter dem Essenszelt, feierten den Beginn des Vorsommers und taten so, als ob nichts passiert sei.
Hm ... seltsam. Es hat gebrannt. Aber das Feuer wurde gelöscht. Warum sollte man dann so tun, als sei nichts geschehen? Warum feiert man nicht noch ein bisschen mehr, weil man eine kleine Heldentat begangen hat? Und: wenn man dürber spricht, ignoriert man es doch nicht, oder? Außerdem empfand ich dieses Ignorieren im ersten Abschnitt als ziemlich Unheilsschwanger - davon ist jetzt nichts mehr geblieben, da ja alles gut gegangen ist. Irgendwie habe ich etwas anderes erwartet.

Zitat:Wenn der kleine Finger seiner rechten Hand zu zucken begann, lagen schon so manches Mal Gespräche in der Luft, die Informationen enthielten.
Schönes Detail. Quasi ein sechster Sinn. Icon_smile

Zitat:Aber zunächst beruhigte er sich damit, dass die Dorfbewohner seine Anwesenheit wohl akzeptiert, oder sogar vergessen hatten.
Warum ist er denn so nervös? Er wurde doch sogar extra ins Dorf eingeladen? Wenn er doch so alt wirkt hat er nichts zu befürchten, oder? Wird er nervös, weil bald Fragen kommen werden, woher er denn kommt und wer er ist? Finde die Reaktion nicht ganz nachvollziehbar, vorallem, weil Tandor ja eigentlich eine solche Masquerade gewohnt sein müsste. Vielleicht kommt ja noch was. Icon_smile

Zitat:„Er war in teure Stoffe gehüllt und trug richtige Schuhe.
Icon_lol
Find ich gut.

Zitat:„Die alte Rabea erzählte mir, dass sie nur eine Nacht geblieben sind und auch, dass sie in der Dunkelheit eindeutige Geräusche aus der Kammer, neben der ihren hörte. Ihr wisst schon.“
Klar, das ist das, was die Tratschtanten am meisten interessiert. *ggg*

Zitat:Seitdem stand ihr Haus leer, wir hatten noch nicht entschieden, wem es gehören soll.
Seltsamer Anlass, um diese Geschichte zu erzählen. Aber da sich Margo so gern reden hört, nehme ich das mal hin. Icon_wink

Zitat:außerdem war er sich bereits sicher, dass diese einfachen Dorfbewohner nicht wussten, welch kostbaren Informationen sie ihm gegen hatten
Das wusste der Leser bisher allerdings auch nicht. Vielleicht erklärt das Tandors anfängliche Nervosität. Er war gezielt auf der Suche nach Informationen über die beiden Personen, hatte aber Angst, dass die Dorfbewohner das erkennen würden? Trotzdem müsste doch Tandor an solche Situationen gewöhnt sein?
*gegeben*

Zitat:Was den Brand wohl ausgelöst hat? Tandor vermutete, dass ein paar Halbwüchsige es sich in der leerstehenden Hütte bequem gemacht und mit Feuersteinen gespielt hatten, wie es viele in diesem Alter wohl gerne taten.
Das habe ich mich auch schon gefragt. *lacht* Seltsam, dass die Dorfbewohner sich nicht darüber den Kopf zerbrochen haben ...
Und warum haben sich denn Jugendliche im Haus aufgehalten, wo doch das Fest gerade begonnen hat?

Zitat:Tandors Gedanken glitten weiter. Krähennase.
Ah, Krähenspuren, weil Tandor auf den Spuren von Krähennase wandelt. *g*

Zitat:Falls das tatsächlich so war, dann würde es den anderen Mitgliedern sicher nicht gefallen, wenn er auf seinen Geschäftsreisen eine Gespielin mit sich nahm. Zumindest würde es Krähennase nicht gefallen, wenn jeder davon erfahren würde. Vielleicht hatte er sogar eine Gattin, die nur darauf wartete, zu erfahren in welchen fremden Betten es sich ihr Gemahl gemütlich machte.
Interessante Schlußfolgerungen ... irgendwie hätte ich nicht so weit gedacht. Aber Tandor ist hier der Informationssammler.
Verfolgt er Krähennase eigentlich gezielt?

Zitat:Aber was ist, wenn er kein Mitglied des Hohen Rates ist? Vielleicht noch nicht einmal jemand von höherem Stand?
Tandor blickte nach Norden. Der Weg zur Küste.
Jemand von Adel hätte ein Gefolge dabei gehabt, hätte die Anonymität einer Kutsche gesucht.
Ein Mitglied des Hohen Rates hätte wahrscheinlich auch eine Handvoll Leibwächter dabei gehabt ...

Zitat:Das Nomadenblut seiner Mutter floß durch seine Adern, ließ ihn unruhig werden. Rastlos.
Das Nomadenblut fließt immer durch seine Adern ... ich würde hier ein besonderes Verb benutzen (pulsieren? brennen?), um auszudrücken, dass es sich gerade in diesen Moment (besonders stark) bemerkbar macht. Interessant übrigens, dass Tandor auf steter Wanderschaft ist, aber sich überhaupt nicht orientieren kann. Grenzen seine Wanderungen da nicht immer ein wenig an Zufall?

Zitat:Vielleicht sollte diese einfache Art zu Reisen seine Identität verschleiern. Tandor hob den Kopf und wandte sich dem Weg zu, der ihn nach Gandal’kan bringen würde. Krähennase, wer bist du?
Interessant. Scheint jedenfalls so, als würde Tandor diesem ominösen Krähennase bzw. dessen Spuren nicht zum ersten Mal begegnen.

So, damit wäre ich durch. Icon_smile
Die Geschichte war gut und flüssig zu lesen, aber du hättest an einigen Stellen etwas mehr in die Tiefe, bzw. in die Details gehen können. Ich habe z. B. keinen Eindruck davon gewonnen, wie das Dorf eigentlich aussieht. Du schreibst von der abgebrannten Hütte und was Tandor darüber denkt, vergisst aber den Leser, dem du an der Stelle sehr gut noch die umstehenden Hütten als Vergleich zeigen könntest, oder so. Icon_wink Du könntest einige eher abstrakte Verben (z. B. denken) noch ausbauen, indem du Verhalten des Handelnden beschreibst, Mimik, Gestik oder einfach nur die Chance nutzt Details einzubauen. Ich glaube das nimmt den Leser dann noch mehr mit in deine Geschichte.

Mir kamen beim Lesen einige Verhaltensweisen deiner Prots. etwas seltsam vor, das Meiste habe ich ja direkt am Text angemerkt. Am seltsamsten empfand ich aber diese Brandgeschichte. Klar du brauchtest einen Aufhänger, damit Margo ihre Geschichte erzählt, aber einmal finde ich die Erklärung etwas fadenscheinig, die Tandor liefert, warum das Feuer überhaupt ausgebrochen ist. Aber na ja, interessiert ihn wahrscheinlich nicht weiter. Trotzdem hätten die Dorfbewohner (die den Brand ja keineswegs ignorieren, sondern sich ununterbrochen davon erzählen Icon_wink) meiner Meinung nach etwas aufgeregter/aufgescheuchter sein müssen und hätten versuchen müssen, die Brandursache aufzuklären. Da würde vielleicht schon reichen, wenn ein zorniger Vater seine Söhne an den Ohren nachhause zieht, um sie vom Fest auszuschließen, oder so.
Da Jugendliche nur in leerstehenden Häusern rumzündeln können, wirkt es nicht ganz so gesetzt, dass gerade dieses Haus abgebrannt ist, das ist ok.

Aber jetzt genug gemeckert. Die Gedanken, die sich Tandor um Krähennase macht fand ich sehr interessant und gut gelungen. Ich hab da direkt mitgerätselt und will jetzt eigentlich mehr über Krähennase wissen. Außerdem gibst du uns einen schönen Einblick in Tandors Alltag und ein wenig in seine Gedankenwelt.

Also insgesamt gern gelesen, auch wenn du die Geschichte noch weiter verbessern kannst. Icon_smile

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Beitrag #5 |

RE: Krähenspuren (452 d.E.)
Hallo mein Wanderer,

es freut mich, dass ich wohl auch ein Stück vom Kommentierwettbewerbkuchen abgriege. ^^
Dann bin ich mal gespannt, was du hierzu sagst.

Zitat: Hm ... ein interessanter Titel. Macht definitiv Lust auf mehr.

Das Lob muss ich an Ichigo weitergeben, sie hat mir den Titel vorgeschlagen, weil der vorherige nicht ganz so optimal gepasst hat.

Zitat:Es ist Jammern auf hohem Niveau, aber mir steht der zweite Satz etwas zu lose neben den ersten, das empfinde ich als Bruch. Ich würde ihn einfach mit einem Spiegelstrich al Brücke anschließen.

Stimmt, ich denke auch, dass man merkt, dass der erste Satz eigentlich nicht von mir ist. Ich werde mir mal anschauen, wie es mit Spiegelstrich aussieht.

Zitat:Klingt ein wenig seltsam, dass hier die Essenszeit wieder auftaucht. Gewollt? Teilt Tandor seine Tage immer in Essenszeit und Nichtessenszeit auf? *g* Oder ein Hinweis darauf, dass wir uns vor der oben beschriebenen Szene befinden?
Das letzte ist gemeint. So als entgültiger Hinweis, dass wir in die Vergangenheit gesprungen sind. ^^

Zitat:Ich wundere mich allerdings auch ... ich kenne natürlich Tandors Char-Beschreibung, aber selbst unauffälligen alten Männern eilt man nicht entgegen, um ihnen eine Bank anzubieten.

Naja, die Dorfbewohner sind halt in Festtagsstimmung und da wird eben jeder der vorbeikommt mit hineingezogen. Icon_wink

Zitat:Wie gesagt: ich würde den Übergang irgendwie kennzeichen. Vielleicht den ersten Abschnitt kursiv setzen?

Ich habe lange an diesem Zeitsprung herumexperiementiert und am Ende war es dann für mich die Herausforderung, dass es sich „die Lösung“ dann aus dem Zusammenhang ergibt. Und irgendwie hat das ja auch funktioniert. ^^

Zitat:Hm ... seltsam. Es hat gebrannt. Aber das Feuer wurde gelöscht. Warum sollte man dann so tun, als sei nichts geschehen? Warum feiert man nicht noch ein bisschen mehr, weil man eine kleine Heldentat begangen hat? Und: wenn man dürber spricht, ignoriert man es doch nicht, oder? Außerdem empfand ich dieses Ignorieren im ersten Abschnitt als ziemlich Unheilsschwanger - davon ist jetzt nichts mehr geblieben, da ja alles gut gegangen ist. Irgendwie habe ich etwas anderes erwartet.
Ja, die Impulszeile verspricht eigentlich etwas weitaus düsteres, aber dazu is mir dann nix gescheites eingefallen. Wahrscheinlich steht der Satz nur so da, weil ich einen Bogen zur ersten Zeile schlagen wollte. Vielleicht nehm ich den einfach raus, mal schauen. Icon_smile

Zitat:Warum ist er denn so nervös? Er wurde doch sogar extra ins Dorf eingeladen? Wenn er doch so alt wirkt hat er nichts zu befürchten, oder? Wird er nervös, weil bald Fragen kommen werden, woher er denn kommt und wer er ist? Finde die Reaktion nicht ganz nachvollziehbar, vorallem, weil Tandor ja eigentlich eine solche Masquerade gewohnt sein müsste. Vielleicht kommt ja noch was.
Naja, er hat eben immer Angst das seine „Verkleidung“ auffliegt, so nach dem Motto: „Du bist doch ein junger Kerl, warum hast du uns nicht geholfen?“ Seine Maskerade funktioniert zwar grundsätzlich schon, aber jedesmal wenn er auf Fremde trifft, macht er sich erstmal Gedanken ob es es auch diesmal funktioniert. Vielleicht sollte ich das irgendwie noch einbauen?

Zitat:Seltsamer Anlass, um diese Geschichte zu erzählen. Aber da sich Margo so gern reden hört, nehme ich das mal hin.

Sie redet halt furchtbar gerne. Und da es ja um das Haus geht, erzählt sie alles, was ihr dazu einfällt. Das ist mir bei so Klatschtanten schon öfter aufgefallen, dass da der Themenwechsel öfters mal schnell geht. ^^

Zitat:Das habe ich mich auch schon gefragt. *lacht* Seltsam, dass die Dorfbewohner sich nicht darüber den Kopf zerbrochen haben ...
Und warum haben sich denn Jugendliche im Haus aufgehalten, wo doch das Fest gerade begonnen hat?
Weill Jugendliche sich eben gern, da aufhalten, wo sie es nicht dürfen. ^^ Das ist auch so ein Phänomen was ich schon beobachtet habe: Die treffen sich immer auf den Festen und ziehen dann zusammen um die Häuser. ^^

Zitat:Ah, Krähenspuren, weil Tandor auf den Spuren von Krähennase wandelt. *g*
Genau. Icon_smile

Zitat:Interessante Schlußfolgerungen ... irgendwie hätte ich nicht so weit gedacht. Aber Tandor ist hier der Informationssammler.
Verfolgt er Krähennase eigentlich gezielt?
Was glaubst du wie ewig ich rumüberlegt habe, bis ich endlich dadrauf kam? Schließlich braucht er doch einen Grund um ihm zu folgen. „Informationssammler“ ist übrigens genau der richtige Begriff. ^^

Zitat:Interessant übrigens, dass Tandor auf steter Wanderschaft ist, aber sich überhaupt nicht orientieren kann. Grenzen seine Wanderungen da nicht immer ein wenig an Zufall?
Ja sind sie. Er hat keinen Plan wo er als nächstes hingeht. Das zeigt ja auch hier die Geschichte, er ist durch puren Zufall auf Krähennases Spur gekommen.

Zitat:Aber na ja, interessiert ihn wahrscheinlich nicht weiter. Trotzdem hätten die Dorfbewohner (die den Brand ja keineswegs ignorieren, sondern sich ununterbrochen davon erzählen) meiner Meinung nach etwas aufgeregter/aufgescheuchter sein müssen und hätten versuchen müssen, die Brandursache aufzuklären

Ich glaube das ist so ein bisschen das Problem an Tandors Perspektive: Ihn interessiert das Feuer nicht weiter. Deshalb sucht er eine (für sich) denkbare Erklärung und fertig. Außerdem feiern die Dorfbewohner doch (mehr oder weniger) das sie das Feuer löschen konnten und naja, aufklären ist damals ja nicht unbedingt möglich gewesen, oder? Sie können ja schlecht die Spurensicherung rufen. *g* Außerdem: Wer weiß ob sie sich nicht am nächsten Tag damit beschäftigen? Und: Ich glaub die Impulszeile hat mich da ein bisschen reingerissen, weil da ja drin steht das sie es ignorieren.

Zitat:Aber jetzt genug gemeckert. Die Gedanken, die sich Tandor um Krähennase macht fand ich sehr interessant und gut gelungen. Ich hab da direkt mitgerätselt und will jetzt eigentlich mehr über Krähennase wissen. Außerdem gibst du uns einen schönen Einblick in Tandors Alltag und ein wenig in seine Gedankenwelt.

Schön, dass du das sagst, dass war das allerwichtigste an der Geschichte. Es ging mir um Tandor. Und mit den Gedanken zu Krähennase hab ich mich besonders schwer getan (ich bin in politischen Verwicklungen nicht so geübt. Deshalb bin ich schon zufrieden, dass zumindest das geklappt hat.

Vielen Dank für diesen tollen Kommentar, mein Wanderer. Ich werde die Geschichte demnächst mal wieder rauskramen und deine Anmerkungen versuchen einzubauen. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #6 |

RE: Krähenspuren (452 d.E.)
Hallo Lady,

so und wie versprochen nun mein ausführlicherer Kommentar. Wie gesagt, ich geh es jetzt ein bisl kritischer durch. Hier und da gehört für mich schon noch geschliffen, aber dafür, ... Phantast ist schon schön. Bekommt schon gute klicks. ;o)

Es war jetzt Essenszeit, und sie saßen alle unter dem doppelten grünen Sonnendach des Speisezeltes und taten, als sei nichts passiert und die Stoffbahnen des Zeltdaches bewegten sich geräuschlos im Wind.
=> Find ich als Einleitung nicht sehr "einstimmend", wenn du verstehst. Ich finde, anstatt "Sonnendach und Speisezelt" könntest du eher mehr beschreiben um Stimmung zu erzeugen. Ehrlich, beide Wörter lassen einen auch an ein Gartenfest denken, oder an ne Hochzeit, ans "jetzt".
~ "Essenszeit" gefällt mir ähnlich wenig. Zu neuzeitlich. "Es war Zeit zu essen" find ich zeitgemäßer, sofern man kein gutes Synonym findet.

Sie ignorieren es einfach, Tandor wurde nachdenklich. Genauso, wie sie mich ignorieren.
Ihm war es mehr als Recht, dass er weiterhin bei ihnen unter dem kühlenden Schatten des Zeltes sitzen konnte. Heute hatte er schon einen weiten Weg hinter sich gebracht und seine Beine waren müde, denn erst an diesem Morgen, hatte er das Dorf betreten.

=> Okay, die Gedanken gefallen mir, sie machen gleich mal neugierig. Ich würd dir aber gern vorschlagen, um den optischen Absatz zu sparen und es flüssiger zu machen:
"Sie ignorieren es einfach, Tandor wurde nachdenklich. Genauso wie sie mich ignorieren. Doch das war ihm mehr als Recht, solange er weiterhin unter dem kühlenden Schatten des Zeltes sitzen konnte. Heute war er schon zu weit gelaufen, müde geworden, bis er endlich (hier; evtl. Dorfname) angekommen war."
~ "bei ihnen" ist Füllstoff, das ergibt sich aus dem Text.
~ "betreten" klingt schrecklich einfallslos.
~ "an diesem Morgen" auch völlig unnötig. Er ist ja lang gelaufen. Heute. Jetzt sitzt er da. Vertrau mehr auf die Wirkung.

Schwer setzte er einen Fuß vor den anderen. Sein Gewicht stützte er weitestgehend auf den knorrigen Ast in seiner rechten Hand, welcher ihm als Wanderstab diente.
=> "Schwer setzte er einen Fuß vor den andern, sein Gewicht auf einen knorrigen Ast stützend, der ihm als Wanderstab diente."
~ "welcher" solltest du vermeiden
~ Ansonst: nur ein Vorschlag.

Die Sonne Athalems brannte heiß auf ihn nieder, obwohl der Vorsommer gerade erst begonnen hatte und es noch nicht einmal Essenszeit war.
=> Ich finde es eine gute Idee, dass du hier mit der Zeit spielst. Wir sind also "vor" dem ersten Absatz. "Essenszeit" zu wiederholen (was sowieso schon ned so passend klingt in meinen Ohren) ist aber suboptimal. Ich würd dir gern empfehlen weniger aufdringlich zu sein: "Die Vormittagssonne Athalems brannte heiß auf ihn nieder, obwohl der Frühling erst begonnen hatte." - für mich: direkter und flüssiger.

Straßenstaub, den er selbst aufwirbelte, erschwerte das Atmen, nahm ihm die Sicht und hatte sich auf sein silbernes Haar gelegt.
=> Unnütze Fülle. Oder ist es wichtig, wer den Staub aufwirbelt. Der Staub bringt Atmosphäre. Das er es ist, der ihn aufwirbelt, glaub ich treibt hier nichts voran, außerdem liest es sich durch diesen Einschub stockend.

Tandor konnte nur vermuten, wo genau er war. Irgendwo in Nomae’kan, dass wusste er, Nomae lag seit einigen Tagen hinter ihm und Noato hatte er noch nicht erreicht.
=> "Tandor konnte nur vermuten, wo er war - irgendwo in Nomae´kan. Nomae Lag seit eigenigen Tage hinter ihm und Noato hatte er noch nicht erreicht."

Lautlos verfluchte er seinen schlechten Orientierungssinn, hatte er doch das Blut der alten Friya-Kham, des Nomadenvolkes, in sich.
=> "Lautlos verfluchte er seinen schlechten Orientierungssinn, denn das Blut der alten Friya-Kham, des Nomadenvolkes, ließ ihm einmal mehr im Stich." Oder: "Lautlos verfluchte er seinen schlechten Orientierungssinn, die Friya-Instinkte ließen ihn im Stich. Wie immer. Was für eine Schande er doch war für das Blut der alten Nomanden, das in ihm floss. Zumindest mütterlicherseits. Sie hatte sich mit den Meir vermischt.
Gerade als tandor ein Seufzen ... ."

~ Merkst du was ich meine, ohne dass ich versuche zu erklären?

Noch bevor er das Dorf richtig betreten konnte, kam ihm eine rotwangige Frau mit schnellen Schritten entgegen. Tandor sah ihr an, dass es nicht nur die Hitze gewesen war, die ihr die Farbe ins Gesicht getrieben hatte und er musste einen Moment warten, bis sie zu Atem kam.
=> find ich auch ganz furchtbar. Gerade hier kann man Stimmung erzeugen. Wie sieht das Dorf aus? Ärmlich, sehr bebwohnt, eher verlassen, reich, etc. - ansonst gut.

„Seid gegrüßt der Herr“, sie versuchte sich an einer Verbeugung, bei der ihr fülliger Körper erneut in Bewegung geriet, „Willkommen in Nadir.“
=> Komma und klein wäre hier glaub ich nur okay, wenn du mit "versuchte sie" fortfahren wüdest. Tust du aber nicht, daher würd ich es lassen. Punkt nach Herr; punkt nach geriet.

Tandor neigte zur Begrüßung lediglich den Kopf und erwiderte den Gruß.
=> Wortwiederholung. "Lediglich" wäre nur und nur tut er ja nicht, er stellt sich später gleich vor, daher ist das Wort unbrauchbar an der Stelle. "Tandor neigte seinen Kopf vor und erwiderte so den Gruß."

„Mein Name ist Margo. Ich kann Euch eine gemütliche Bank anbieten, damit Ihr Eure müden Glieder ausruhen könnt“, sagte sie und hatte Tandor auch schon den Rücken zugekehrt, um Voraus zu gehen.
=> Margo ist irgendwie kein Frauenname, oder? Gemütliche Bank klingt nach Spaziergang. Vielleicht "Ich weiß einen Platz, an dem Ihr Eure mden Glieder ausruhen könnt"

Er wunderte sich einmal mehr darüber, wie vertrauensselig manche Menschen waren.
=> Auch hier wär ein bisschen weniger mehr, bzw. ausdrucksstarker: "Er wunderte sich nicht mehr darüber, wie vertrauensselig er in den Augen mancher Menschen wirkte. In sich lächelnd beobachtete er die bedächtigen Schritte, das strohblonde, wippende Haar und folgte ihr. Gemächlich." - ich hab eigentlich nich viel verändert in meinem Vorschlag. Nur die Reihenfolgen ein bisschen verdreht und etwas zusammengeschoben. Du magst ja, glaub ich, in der letzten Zeit "Ein-Satz-Sätze"? :o)

Also machte er es sich auf der harten Holzbank -soweit es ihm möglich war- bequem.
=> Abstände vor und nach den Bindestrichen.

Die Bewohner Nadirs brachten eifrig Speisen aus ihren Häusern herbei, welche sie auf den Tisch unter dem Essenszelt stellten und schleppten schwere Tonkrüge, die wohl Getränke für die Erwachsenen enthielten, heran.
=> Ich glaube auch auf diesen Einschub kann man ohne Prolbeme versichern. Man glaub ja auch nicht, dass sie die Getränke Kinder bringen.

Dunkle Wolken, wie sie nur die Flammen eines Feuers hervorbringen konnten.
=> Schön, sehr stimmungsvoll!

Tandor sah sie aufsteigen, doch bevor er etwas rufen konnte, drang der spitze Schrei einer Frau an sein geübtes Ohr.
=> Wie, geübt und warum der plötzliche Sprungß

Es war die Frau, welche Tandor durch das Dorf geführt hatte.

=> Die Doppelung "die" wäre schöner als "welche".

Sie war es auch, die als erstes auf den Füßen stand und bereits losgelaufen war, noch bevor die anderen die Rauchsäule sahen oder begriffen was diese zu bedeuten hatte.
=> Auch hier kann man straffen: "Sie war es auch, die losgelaufen war, bevor die Umstehenden den dunklen Ruach bermerken konnten, oder aber wissen, was er bedeuten mochte."

Doch die Erkenntnis – das Erkennen - schien in ihnen allen gleichzeitig zu reifen. Plötzlich waren alle zugleich auf den Beinen.
=> "Plötzlich stürzten sie los und Tandor beobachtete belustigt, wie einige Bewohner sich voller Panik, dummen Hühnern gleich, in Sicherheit brachten." - Lady ... ich bin schrecklich müd. Ich mach jetzt mehr Beispiele, als ich erkläre. Gucks dir einfach an und schau, ob du was mitnehmen kannst, bzw. ob es dir gefällt. Ich finde, du hast den Text hier ein bisschen zu umständlich geschieben. Eher straffen und in kürzeren Sätzen bergab, würd ich dir gern empfehlen.

Einige verschwanden aber besonnen und zielgerichtet in ihren Häusern.
=> Besonnen kann ich mir so gar nicht vorstellen ...

Auch er hätte nun aufspringen müssen, um ihnen zu folgen, um den Anschein zu erwecken, dass er zu ihnen gehörte, dass er einer von ihnen war.
=> Kürzen, kürzen, kürzen. "... um den Anschein zu wahren. Und doch löffelte er seine Suppe zu Ende und saß alleine unter dem Sonnendach, das sich über den schmalen Dorfplatz spannte." - Würd vollkommen reichen. Auch find ich das Gefasel ned ganz so logisch. Anschein wahren und dann eigentlich wäre der Anschein eh falsch, weil er gar nicht kann? Ich würd das komplett streichen und "stark" bleiben. Und stark ist es, dass Tandor da sitzt und löffelt. Darüber hinaus: schmaler Dorfplatz? Plätze sind meist ned schmal.

Rußverschmiert, aber siegestrunken und fröhlich kehrten die Bewohner Nadirs nach einiger Zeit auf den Dorfplatz zurück.
=> Häh? Was ist denn nun eigentlich passiert?

Das sich Tandor nicht von seinem Platz weg bewegt hatte, schien ihnen nicht aufzufallen.
=> Nun auffallen tut sowas. Raste dich vielleicht auf "interessieren" aus. Icon_wink

Fröhlich und ihre Lippen ständig bewegend erzählten sie sich gegenseitig von dem Brand, als ob sie vergessen hätten, dass sie alle dabei gewesen waren. Sie versammelten sich unter dem Essenszelt, feierten den Beginn des Vorsommers und ihren Sieg über die Flammen.
=> Fröhlich? Okay, es ist allso ein Frühlingsfest? Ich würde sagen, das sollst du noch um einiges mehr herauspressen. Wie feiern die? Tun die nur fressen? Oder tanzen sie auch? Da könntest du noch mehr Atmosphäre einbringen.

Informationen die an anderen Orten –in vielerlei Hinsicht- wertvoll sein konnten.
=> Da fehlen auch die Abstände.

Bei jedem „Jawohl“ stieß sie ihren Zeigefinger in die Luft, aber auch ohne diese Geste, schienen die Anderen an ihren Lippen zu hängen.
=> Owe, *lach*

Ob ihnen aufgefallen war, dass er sich nicht für den Brand interessierte?

=> Aber er hat doch eben noch die Ohren gespizt?

Tandor zog sich seinen grauen Reisemantel über den Schultern zu Recht.
=> "zurecht". ;o) Hat nix mit dem "Recht" zu tun.

Margo klopfte ihm noch einmal mit ihrer fleischigen Hand auf die Schulter, bevor sie sich wieder auf ihrem Platz niederließ und ihren neu begonnen Monolog wieder aufnahm.
=> Wortwiederholung, wieder ...

Die Sonne brannte ihm noch heißer als am Morgen auf die Schultern, doch noch machte es ihm nichts aus. Gemächlich lenkte er seine Schritte, auf der staubigen Straße, in Richtung der Brandruine. Margo hatte von einem „Haus“ berichtet, doch Tandor befand, dass die Bezeichnung „Hütte“ angebrachter gewesen wäre. Vor ihm erhoben sich nur noch Bretter in den klaren, blauen Himmel, ein paar Steine, wo wohl einmal die Kochstelle gewesen sein mochte und ein großer Haufen Asche.
=> Stilisch viel besser als zu Beginn.

Falls das tatsächlich so war, dann würde es den anderen Mitgliedern sicher nicht gefallen, wenn er auf seinen Geschäftsreisen eine Gespielin mit sich nahm. Zumindest würde es Krähennase nicht gefallen, wenn jeder davon erfahren würde
=> hier könnte man auch noch strafen und nochmal rüber gehen. :o)

Seine nun ausgeruhten Füße trugen ihn mühelos dem Dorfende entgegen, welches er am Morgen entkräftet betreten hatte. Er rannte beinahe schon zwischen den Hütten entlang und hoffte, dass die Dörfler ihn nicht sahen.
=> wieso sollen sie ihn nicht sehen? Und "Dorfende" ist wieder so phantasielos. Da könntst du wieder ein bisschen Atmosphäre einfließen lassen.

Das Nomadenblut seiner Mutter pulsierte in seinen Adern, ließ ihn unruhig werden. Rastlos. Er musste eine Entscheidung fällen -musste seinen Weg fortsetzen- egal in welche Richtung.
=> Abstände.

Politsch gefällt mir sehr gut. Weniger gut finde ich die Gliederung, die du vornimmst am Anfang, da ich keinen Grund sehe für die zeitliche Versetzung. Mit der reißt du den Leser eigentlich nur wieder zu Beginn raus. Ich würde es ja lieber sehen, wenn du den ersten Absatz weiter unten einarbeitest. Sprachlich find ich gerade am Beginn noch nen größeren Bedarf zu verflüssigen. Zum Ende hin wird es viel besser, was das betrifft. Die Handlung ist unspektakulär und daher würd ich es gut finden, noch ein bisschen etwas in Grund-Atmosphäre zu investieren, die im Mittelteil schon auch sehr schön vorhanden ist. Also eher Anfangs kürzen, auf Atmosphäre gehen und mit der Erzählung über Krähennase kommt der Schwung dann zum Ende hin ganz allein. Unbedingt mehr herausarbeiten sollte und könnte man auch noch das Dorf, du hast so gut wie nichts beschrieben, wie es aussehen kann. Ansonst: eine nette, stille, aber gut zu lesende Idee. Überarbeite bitte noch ein bisschen, wenn du Zeit hast und gib mir Bescheid, ich schau es mir dann gerne wieder näher an, um dann zu gucken, obs noch Feinheiten gibt. Sonntag hätt ich dafür auch länger Zeit, falls wir im Chat bisl was gemeinsam durchgehen wollen, oder du direkt Hilfe, bzw. irgendwas anderes brauchst.

So, ich hoffe ich war nich zu ruppig. Man merkt einfach, dass das hier schon ein bisl älter ist, kann aber noch viel bei rausholen. Besonders eine atmosphärische Ahta-Einstiegsgeschichte. Icon_smile

Liebe Grüße,
Sternchen


"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
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Beitrag #7 |

RE: Krähenspuren (452 d.E.)
Hallo Sternchen,
na dann bin ich mal gespannt, weil du den Kommentar ja schon als pingelig angekündigt hast. Icon_wink

Zitat:Hier und da gehört für mich schon noch geschliffen, aber dafür, ... Phantast ist schon schön. Bekommt schon gute klicks. ;o)

Dann werd ich mich mal besonders anstrengen und mich um den rechten Schliff zu bemühen.

Zitat:Ich finde, anstatt "Sonnendach und Speisezelt" könntest du eher mehr beschreiben um Stimmung zu erzeugen.

Der erste Satz hat mich schon während dem Schreiben zur Verzweiflung gebracht. Aber der ist ja aus dem Schreibimpuls und mit dem hab ich mir sozusagen selbst eine Falle gestellt, weil er mich zu den Rückblenden gezwungen hat.

Zitat:"Die Vormittagssonne Athalems brannte heiß auf ihn nieder, obwohl der Frühling erst begonnen hatte." - für mich: direkter und flüssiger.

Ich neige dazu den Satz so zu lassen wie er ist. Weil der "Frühling" heißt in Athalem nunmal Vorsommer und dann hätte ich zweimal ein "Vor". Aber ich werd mir was einfallen lassen. Icon_wink

Zitat:=> Margo ist irgendwie kein Frauenname, oder? Gemütliche Bank klingt nach Spaziergang. Vielleicht "Ich weiß einen Platz, an dem Ihr Eure mden Glieder ausruhen könnt"

Tja, das mit den Frauenname ist so eine Sache. Nun, hier in unserer Welt würde sie vielleicht Marga oder Margot heißen. Ich würde sie halt nur sehr ungern umbenennen. Ob nun Bank oder Platz ist Geschmackssache, ich werd mal schauen, wie das im Text aussieht.

Zitat:ich hab eigentlich nich viel verändert in meinem Vorschlag. Nur die Reihenfolgen ein bisschen verdreht und etwas zusammengeschoben. Du magst ja, glaub ich, in der letzten Zeit "Ein-Satz-Sätze"? :o)

Ich meine deine Anmerkungen bisher so verstanden zu haben, dass du die Sätze kompakter machst. Das ich nachvollziehen, dass es sich dadurch flüssiger liest und ich werd mal schauen an welchen Stellen mir das auch gefällt. Denn irgendwie mag ich lange stimmungsvolle Sätze. Meine "Ein-Wort-Satz-Phase" ist glaube ich, erst später eingetreten. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Rußverschmiert, aber siegestrunken und fröhlich kehrten die Bewohner Nadirs nach einiger Zeit auf den Dorfplatz zurück.
=> Häh? Was ist denn nun eigentlich passiert?

Es hat gebrannt. Hab ich das wirklich so sehr untergehen lassen? Oder liegts an der späten Stunde?

Zitat:Weniger gut finde ich die Gliederung, die du vornimmst am Anfang, da ich keinen Grund sehe für die zeitliche Versetzung. Mit der reißt du den Leser eigentlich nur wieder zu Beginn raus. Ich würde es ja lieber sehen, wenn du den ersten Absatz weiter unten einarbeitest.

Mir gefiel das von Anfang an auch nicht so, aber wie gesagt, da hat mich der Schreibimpuls-Satz irgendwie reingeritten. Mal sehen, was ich damit mach ...

Zitat:Überarbeite bitte noch ein bisschen, wenn du Zeit hast und gib mir Bescheid, ich schau es mir dann gerne wieder näher an, um dann zu gucken, obs noch Feinheiten gibt.

Ich setz mich jetzt gleich dran und werd mich vorallem um den Anfang kümmern. Um ehrlich zu sein, ging mir der auch schwer von der Hand, weil ich ja von diesem Anfangssatz ausgehen musste. Später, wenn dann Krähennase kommt, gings dann während dem Schreiben auch wesentlich flüssiger zu und genau das Problem merkst du auch beim Lesen, denke ich.

Danke für den Kommi, ich mach mich gleich ans straffen. Icon_smile

Grüße Lady

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Beitrag #8 |

RE: Krähenspuren (452 d.E.)
Guten Morgen Lady,

so und nun zum Zweiten. Vorweg: mir gefallen deine Überarbeitungen schon mal sehr gut, aber immer noch habe ich Probleme mit deiner Einteilung, bzw. wieder. Denn die schönen Neuerungen, bzw. doppel Abstätze ergeben nicht immer ganz einen größeren Sinn, bzw. stören ein wenig den (atmosphärischen) Fluss der Geschichte, weil du den Leser immer wieder aus den Text reißt. Dazu genauer in meinen Anmerkungen. Für mich das noch das größte Manko. Ansonst schön sehr gut soweit bis auf ein paar wenige Ausnahmen.

Ich meine deine Anmerkungen bisher so verstanden zu haben, dass du die Sätze kompakter machst. Das ich nachvollziehen, dass es sich dadurch flüssiger liest und ich werd mal schauen an welchen Stellen mir das auch gefällt. Denn irgendwie mag ich lange stimmungsvolle Sätze. Meine "Ein-Wort-Satz-Phase" ist glaube ich, erst später eingetreten.
=> Ich hab früher wesentlich weniger kompakter geschrieben, auch längere Sätze bevorzugt, aber insgesamt ist ein Wechselspiel zwischen beidem wohl der Weg zum Ziel. Kurz empfinde ich inzwischend als ansprechend, um den Leser bei Stange zu halten, lang, um Stimmung einzubringen, das Tempo zu mildern.

Es hat gebrannt. Hab ich das wirklich so sehr untergehen lassen? Oder liegts an der späten Stunde?
=> Na, das hatte ich schon verstanden, aber der Ruß kam mir an der Stelle komisch vor, der Löschversuch, die Stimmung in der man zurück kommt, als hätte man dort gefeiert, anstatt gelöscht.

Schwer setzte er einen Fuß vor den anderen, sein Gewicht auf einen knorrigen Ast stützend, der ihm als Wanderstab diente. Die Sonne brannte heiß vom wolkenlosen Vorsommerhimmel Athalems hinab. Noch hatte sie ihren höchsten Stand nicht erreicht, dennoch trieb sie Tandor Schweißperlen auf die Stirn. Straßenstaub erschwerte das Atmen, nahm ihm die Sicht und hatte sich auf sein silbernes Haar gelegt.

=> Ganz ehrlich, Lady? Das ist eine packende Einleitung, weil sie sich schlucken lässt wie Öl, was den Stil betrifft. Zumindest für mich und für viele andere Leser, die mit Einfachheiten gut zu verführen sind. Besonderheiten lassen sich dann gut einpflegen und geben den Rest. Damit mein ich auch längere, tolle Sätze - für mich Süßigkeiten, die man auslegen kann.

Tandor konnte nur vermuten, wo er war. Irgendwo in Nomae’kan, dass wusste er. Nomae lag seit einigen Tagen hinter ihm und Noato hatte er noch nicht erreicht. Er fluchte. Das Blut der Friya-Kham floss in seinen Adern, das Erbe des Nomadenvolkes und doch hätte sich seine Mutter für ihn geschämt.

=> Auch toll! Nur auf das markierte würde ich verzichten. Das er das weiß, ergibt sich und unnötige "dass" würd ich vermeiden. Sie machten Texte meist nicht besser. Ansonst bis hier her wie gesagt noch immer super zu lesen!

Wieder einmal. Sein Orientierungssinn hatte ihn im Stich gelassen. Er vermutete, dass das Meir-Blut seines Vaters stärker war. Vom Erbe seiner Mutter blieb ihm nur die Rastlosigkeit. Die Unruhe. Gerade als Tandor ein tiefer Seufzer entweichen wollte, erkannte er Hütten am Horizont.
=> Wortwiederholung von Erbe und Mutter. Hier solltest du noch einmal drüber gehen, bzw. vielleicht "... stärker war. Was blieb war Rastlosigkeit. Die ihm wohl bekannte Unruhe (oder nur ein Wort "Unruhe", wenn du "die" schreibst, könntest du ansonst auch ein Gefühl von "wiederkehrend" erschaffen)."

Noch bevor er die ersten Häuser erreicht hatte, kam ihm eine rotwangige Frau mit schnellen Schritten entgegen. Tandor sah ihr an, dass es nicht nur die Hitze gewesen war, die ihr die Farbe ins Gesicht getrieben hatte und er musste einen Moment warten, bis sie zu Atem kam.
=> Der erste, markierte Teil ist schwach. Außerdem fragt man sich, wieo auf einmal eine Frau hier sein soll, wenn alle anderen feiern, noch dazu "vor" den Häusern. Meine Idee, bzw. Anregung: nimm dir noch ein bisschen Zeit und lass sie hier vielleicht Wasser holen von einem Brunnen, von mir aus fürs Fest. Dann hättest du eine Erklärung und es würde nicht so "und da spaziert eine mittel-zum-zweck-frau" klingen.

„Seid gegrüßt der Herr.“ Sie versuchte sich an einer Verbeugung, bei der ihr fülliger Körper erneut in Bewegung geriet. „Willkommen in Nadir.“
=> Wieder gut. Ich glaub Komma nach "gegrüßt".

Schweigend neigte Tandor den Kopf und erwiderte aber dann die Begrüßung.

=> "und" und "aber" ist ein bisschen zu viel für einen Satz, besondern, wenn er so kurz ist. "Schweigend neigte Tandor den Kopf, erwiderte dann aber die Begrüßung."

„Mein Name ist Margo. Ich kann Euch einen gemütlichen Platz anbieten, damit Ihr Eure müden Glieder ausruhen könnt“, sagte sie und hatte Tandor auch schon den Rücken zugekehrt, um Voraus zu gehen.
=> "Ich bin Margo und kann Euch einen ..." würde glaub ich bisl besser klingen. Und eines noch. Vielleicht am Ende "... den Rücken zugekehrt, um Voraus zu gehen. Sie schien sich sicher, dass Tandor ihr folgen würde und der wunderte sich ... ." Nur so eine Idee, weil so ganz kommentarlos wirkt es schon komisch, dass die Pute kommt und dann geht und glaubt, er kommt einfach so mit. Ich find mit der Erweiterung ists zumindest bisl besser. :o)

Er lächelte, ohne das sie es sah. Gemächlich folgte er ihr und beobachtete dabei zwei strohblonde Zöpfe die in ihrem Nacken wippten.
=> "Er lächelte, ohne das sie es sah und folgte gemächlich zwei strohblonden, in ihrem Nacken wippenden Zöpfen." Okay, etwas eigenwillig, aber ich finde es würde sogar Tandor ensprechend in der Frau nix anderes zu sehen, als zwei wippende Zöpfen. *lach* Nun, sollte es dir nicht gefallen, dann hast du eine Wortwiederholung von "er" auszumerzen.

Tandor schien es, als ob die Dorfbewohner den Beginn des Vorsommers feiern wollten.

=> vorweg: gegen diesen doppelten Absatz hab ich nichts. Ich finde ihn gerade noch logisch, weil du dann eben mit so einem allgemeinen Satz fortfährst. Bis hierher also immer noch gut für mich. Nein, wesentlich besser sogar, Lady. :o)

Jedes Haus war mit bunten Blumen geschmückt worden und die Nadirer hüllten sich in farbenfrohe Gewänder. Er wurde zum Dorfplatz geführt. Die rundliche Frau platzierte ihn schließlich unter grünen Stoffbahnen, welche eine Art Dach bildeten. Offensichtlich war sie sehr zufrieden mit ihrer guten Tat, dem alten Mann einen Sitzplatz angeboten zu haben.

=> Okay. Und nur okay, aber doch auch eine glatte Verbesserung. Wenn du Kopf für Feinheiten hast, dann: die Häuser hättest du nochmal beschreiben können. Lehm-? Holzhütten? Einfach, oder aufwendiger? Hoch gebaut, oder einstöckig? Vor Dorfplatz würd ich übrigens noch ein Adjektiv einfügen, von wegen menschenüberfüllt oder dergleichen. Und eine Idee "... Frau platzierte ihn schließlich unter grünen Stoffbahnen, die als Sonnen- und zur Not auch Regenschutz dienten."

Er hatte zwar erst vierzig Mal die Jahreswende erlebt, doch die Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass alte Menschen vertrauenswürdiger behandelt wurden.
=> "erst" würd ich nicht nehmen. Er ist nicht mehr jung.

Also machte er es sich auf der harten Holzbank - soweit es ihm möglich war - bequem. Er streckte die müden Beine aus und legte den Wanderstab, welcher ihm stets ein treuer Begleiter war, neben sich auf den Boden.
=> Hier wäre meiner Meinug nach Platz für Länge, auch um sich ein "er" zu sparen, das ganz eindeutig zu viel ist: "Also macht er es sich auf der harten Holzbank - soweit es ihm möglich war - bequem, streckte die müden Beine aus und legte ..."

Seine hellgrünen Augen behielten das rege Treiben um ihn herum genau im Blick.
=> Schon hier würde ich Tandor ein bisschen genauer beobachten lassen, zeigen, dass er nicht nur "genau" beobachtet, sondern eher mehr tut, dass er außergewöhnlicher ist. "Seine hellgrünen Augen behielten das rege Treiben nicht nur genau im Blick, nein, sie wanderten über jedes Detail. Über Speisen und Tonkrüge, benutztes Geschirr, abgenagte Knochen und Lichtreflexe sonnendurchfluteten Stoffdach, das seine Grüne Farbe unterschiedlichten Gesichtern verlieh. Einige begrüßten ..." Wäre eine Möglichkeit, vergleiche und schau, ob dir sowas gefällt. Ich habs nur als Beispiel angeführt, Details könntest du hier selbs genug streuen; andere, wenn du möchtest.

Er hatte nichts anderes erwartet.
=> "er" und "hatte" versucht man genauso wie "dass" und andere Ähnlichkeiten, die viel zu oft in einem Text schwimmen, zu umgehen: "Nichts anderes war zu erwarten gewesen." Das was du dann danach setzt mit dem Beginn des Festes, würd ich ganz auslassen. Das Fest sollte durchaus schon im Gang sein, ganz einfach, weil es lebendiger wäre und du es nicht erst beginnen lassen, also Füllwörter stopfen, musst. Du kannst ihn direkt reinspazieren lassen, das Tanzen beobachten und dann auf die Gespräche eingehen. Dann folgen die Rauchschwaden, wenn möglich so eingefplegt in den Text, dass kein Doppelabsatz notwendig war, der den Leser aus dem Fluss reißt. Denn dieser Absatz tut gar nicht anderes. Du brichst ab und setzt dann in nem ganz anderen Blickwinkel ein, kickst dadurch aus der Geschichte, in die man sich dann wieder neu einfügen muss. Und das find ich weniger gut, vor allem weil es keinen Anlass gibt. Keinen Wechseln der Perspektive für einen neuen Charaker, nichts ...

Tandor sah sie aufsteigen, doch bevor er etwas rufen konnte, drang der spitze Schrei einer Frau an sein Ohr.
=> Ich würd ihn gar nicht erst rufen lassen? Warum auch. Er ist ein selbstständiger Charakter. Ein Nomade, noch viel wichtiger: ein Beobachter. Dabei würd ich es konsequen belassen, ihn zum Schatten machen, den man greifen kann.

Es war Margo. Die Frau, die Tandor durch das Dorf geführt hatte. Sie war es auch, die bereits losgelaufen war, noch bevor die anderen die Rauchsäule sahen oder begriffen was diese zu bedeuten hatte. Doch die Erkenntnis – das Erkennen - schien gleichzeitig in ihnen zu reifen. Plötzlich waren alle auf den Beinen. Belustigt beobachtete Tandor wie einige Bewohner voller Panik, wie aufgescheuchte Hühner, los liefen.
=> Stilisch kann das jetzt, da du oben so schön überarbeitet hast, nicht mehr Schritt halten. Vielleicht solltest du hier noch einmal drüber gehen. Schleifen? :o)

Einige verschwanden zielgerichtet in ihren Häusern. Obwohl die Unruhe auch ihn erfasste und der Rauch ihn beunruhigte, löffelte Tandor seine Suppe zu Ende. Er sah aus wie ein alter Mann, also musste er sich auch so benehmen. Inzwischen saß er allein unter dem Sonnendach. Lediglich ein kleiner Junge, der wohl erst vier oder fünf Sommer gesehen haben mochte, beobachtete ihn mit großen Augen.

=> Auch auf Tandors Unruhe würd ich verzichten. Vielleicht ist er überrascht, aber er löffelt seine Suppe. Das würde ein Alter Mann nie tun, während es wo brennt. Er würde vielleicht auch schreien und sich verstecken wollen und Tandor ist ja nicht gehbehindert, was schon jeder gesehen hat. Ich find die Logik hier also nicht. Lass ihn vielleicht, einfach kaltschnäuzig dasitzen und seine Suppe löffeln. Je nachdem wie du ihn zeichnen möchtest, wäre hier noch Zeit für ein paar Gedanken und vielleicht eher distanziert, belustigte Beobachtungen. Oder so. Dann kommt dein nächster Bruch und auch der ist unnötig. Nach den Beobachtungen kann er sich vielleicht Nachschub holen (würde passen, denn in seiner Logik: wer weiß, wann er wieder an Suppe kommt?) und dann können die auch alle schon zurückkommen. Nach einiger Zeit und ein paar Tellern Suppe. *G*

Heiter und ihre Lippen ständig bewegend erzählten sie sich gegenseitig von dem Brand, als ob sie vergessen hätten, dass sie alle dabei gewesen waren. Sie versammelten sich unter den Stoffbahnen, feierten den Beginn des Vorsommers und taten, als sei nichts passiert.
Das Feuer hatten sie vergessen. Die Flammen waren mit Wasser gelöscht worden, die Erinnerungen mit Wein.

=> Unnötiger Füllstoff gesichtet. Absatz nicht ntowendig. Letzter Satz genial, aber bisl unlogisch, weil so schnell könne die ned die Erinnerungen löschen, sind ja grad erst da, also "Die Flammen war mit Wasser gelöscht worden, kurz darauf die Erinnerungen mit Wein." Dann gibst du mit "drauf" wenigestens ein bisl Zeit zum Saufen.

Musik erfüllte wieder den kleinen Dorfplatz und die gute Stimmung schien in der erhitzten Luft zu schweben.
=> Die gute Stimmung war ja schon da gewesen, also würde ich hier etwas Wiederkehrendes einbringen. Zumindest das Wort "wieder" oder "zurück erobert" so ewas dergleichen.

Irgendwann waren die Schüsseln geleert, das letzte Lied verklungen und die Dorfbewohner begannen sich Geschichten zu erzählen.
=> Gefällt mir gut!

Jetzt erst begann es für Tandor interessant zu werden, dass spürte er.
=> Füllstoff. Klingt doch ohne viel flüssiger.

Um sie herum brach lauter Jubel aus und Tandor konnte kaum dem Drang widerstehen sich die Ohren zuzuhalten.
=> Mrgreen

Sie blinzelte wieder verschwörerisch.
=> Nie, niemals das gleiche so tun lassen, wenn du die gleichen Wörter dafür verwendest. Blinzeln geht noch okay, einfach nur "verschwörerisch" passt ned. Vielleicht verschörerischer zumindest. Irgendwas Neues.

Tandor vermutete, dass ein paar Halbwüchsige es sich in der leerstehenden Hütte bequem gemacht und mit Feuersteinen gespielt hatten, wie es viele in diesem Alter wohl gerne taten.
=> Ich an deiner Stelle würde ihn gar nichts vermuten lassen. Geheimnisvoll wäre besser, besonders anstatt eines solchen Klischees ...

Ein Mann seines äußeren Alters konnte nicht rennen.
=> Ich bin sicher, sogar mein Opa könne um sein Leben rennen. Nicht weit, aber er könnte. Deshalb stört mich der Satz auch, auch wenns nicht ums Überleben geht. Ich weiß nicht, er wirkt einfach zu anzweifelhaft. ;o)

So. Also den Anfang finde ich jetzt sprachlich wirklich, wirklich gut und gelungen. Dann wird es schwächer und man bemerkt die Stellen, die du einfach so belassen hast. Lies also am Besten nochmals alles laut durch und schau dir an, wo du zu schwach wirst. Ein bisschen schwächer ist okay, aber zu sehr, kann dir ein Bein stellen. Ansonst hab ich wieder einige Vorschläge gemacht, die du hoffentlich nachvollziehen kannst. Die bisherigen Änderungen gefallen mir, muss ich wiederholen. Es liest sich schon viel besser und darauf kannst du stolz sein. Dennoch bleibt noch ein bisschen Knochenarbeit. Nun ja, aber man sieht, dass sie hilft und die Geschichte verbessert. Allein das zu beobachten ist doch toll. Ich les gerne nochmal und nochmal, sollte es soweit kommen. Meine Ausdauer ist deiner gewachsen. Und meine Begeisterung zieht langsam nach.

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Ganz liebe Grüße,
Sternchen


"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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Beitrag #9 |

RE: Krähenspuren (452 d.E.)
Hey,

Zitat:=> Ganz ehrlich, Lady? Das ist eine packende Einleitung, weil sie sich schlucken lässt wie Öl, was den Stil betrifft.

Mrgreen Joh, die gefällt mir auch besser - is ja auch ganz frisch.

Zitat:Denn dieser Absatz tut gar nicht anderes. Du brichst ab und setzt dann in nem ganz anderen Blickwinkel ein, kickst dadurch aus der Geschichte, in die man sich dann wieder neu einfügen muss. Und das find ich weniger gut, vor allem weil es keinen Anlass gibt. Keinen Wechseln der Perspektive für einen neuen Charaker, nichts ...

Ich glaub ich hab den Absatz gesetzt, weil etwas Zeit vergangen ist. Das Tandor mitten in die Feierlichkeiten gesetzt wird, ist eine gute Idee, mal sehen, wie ich das hingrieg.

Zitat:
Zitat:Tandor sah sie aufsteigen, doch bevor er etwas rufen konnte, drang der spitze Schrei einer Frau an sein Ohr.
=> Ich würd ihn gar nicht erst rufen lassen? Warum auch. Er ist ein selbstständiger Charakter. Ein Nomade, noch viel wichtiger: ein Beobachter. Dabei würd ich es konsequen belassen, ihn zum Schatten machen, den man greifen kann.

Er ruft ja auch gar nicht. Mal gucken, viellecht nehm ich das rufen raus und füg was mit "Gedanken machen" oder so ein.

Zitat:
Zitat:Es war Margo. Die Frau, die Tandor durch das Dorf geführt hatte. Sie war es auch, die bereits losgelaufen war, noch bevor die anderen die Rauchsäule sahen oder begriffen was diese zu bedeuten hatte. Doch die Erkenntnis – das Erkennen - schien gleichzeitig in ihnen zu reifen. Plötzlich waren alle auf den Beinen. Belustigt beobachtete Tandor wie einige Bewohner voller Panik, wie aufgescheuchte Hühner, los liefen.
=> Stilisch kann das jetzt, da du oben so schön überarbeitet hast, nicht mehr Schritt halten. Vielleicht solltest du hier noch einmal drüber gehen. Schleifen? :o)

Aber ich mag die Stelle. Na mal sehen, was ich noch rausholen kann. Icon_wink

Zitat:Auch auf Tandors Unruhe würd ich verzichten. Vielleicht ist er überrascht, aber er löffelt seine Suppe. Das würde ein Alter Mann nie tun, während es wo brennt.

Ich hab gestern geschwankt ob ich die Unruhe drin lassen soll oder nicht. Okay, sie kommt weg. Er soll zwar nicht kaltschnäuzig wirken, aber doch der stille Beobachter sein.

Zitat:Letzter Satz genial, aber bisl unlogisch, weil so schnell könne die ned die Erinnerungen löschen, sind ja grad erst da,

Ich und meine spontanen genialen Einfälle. Icon_smile Hast aber recht, der Satz wird erweitert.

Zitat:=> Ich an deiner Stelle würde ihn gar nichts vermuten lassen. Geheimnisvoll wäre besser, besonders anstatt eines solchen Klischees ...

Ich würds gern drin lassen, einfach weil die Stelle so schön zeigt, dass er sich Gedanken macht um das was er so beobachtet.

Zitat:Es liest sich schon viel besser und darauf kannst du stolz sein. Dennoch bleibt noch ein bisschen Knochenarbeit.

Danke, es hilft mir schonmal sehr, wenn ich weiss das meine bisherigen Verbesserungen gelungen sind. Deine anderen Anmerkungen kann ich natürlich nachvollziehen, weil ich natürlich auch gemerkt habe, dass der Stil ein bisschen schwankend ist. Also auf gehts zu weiteren Verbesserungen.

Grüße Lady


Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #10 |

RE: Krähenspuren (452 d.E.)
Guten Abend Lady,

nun, zum dritten Mal. Vorher aber noch zu deinen Antworten wieder meinen Senf: mir ist schon klar, dass du die doppelten Absätze hat, weil Zeit vergeht und genau das find ich nicht so gut. Ich würd schauen, dass es in einem Guss ist. Du musst an die von mir angemerkten Stellen eigentlich gar nix vergehen lassen. Der Autor bist und bleibst aber du. Wenn du es so besser findest, dann leb ich auch damit.

Ich würds gern drin lassen, einfach weil die Stelle so schön zeigt, dass er sich Gedanken macht um das was er so beobachtet.
=> Ja, Gedanken machen ist ja gut, aber muss es echt "zündeln" sein? Das ist ungefähr so interessant und originell wie schweize Käse. Mrgreen - Sorry.

Tandor konnte nur vermuten, wo er war. Irgendwo in Nomae’kann. Nomae lag seit einigen Tagen hinter ihm und Noato hatte er noch nicht erreicht. Er fluchte. Das Blut der Friya-Kham floss in seinen Adern, das Erbe des Nomadenvolkes und doch hätte sich seine Mutter für ihn geschämt. Wieder einmal. Sein Orientierungssinn hatte ihn im Stich gelassen.
=> So, jetzt ein bisl an die Feinheiten. Wortwiederholungen. Ich glaube, das letztes könntest du gut umgehen, dann würden die anderen zwei gut entschärft.
~ Komma nach "Nomadenvolkes"

Noch bevor er die ersten Häuser erreicht hatte, sah er eine rotwangige Frau auf dem Boden knien. Mit kurzen, fleischigen Fingern pflückte sie Blumen und sammelte diese in ihrer Schürze. Als sie ihn bemerkte, erhob sie sich schwerfällig und er musste einen Moment warten, bis sie zu Atem kam.
=> Ja, besser. Auf das "hatte" würd ich vielleicht auch hier noch verzichten. "Noch bevor er die ersten Ansammlung von Hütten erreichen konnte, sah ... ."

Sie schien sicher zu sein, dass der Mann ihr folgen würde und er wunderte sich nicht mehr darüber, wie vertrauensselig manche Menschen waren.
=> "der Mann" geht gar nicht, auch wenn du "er" nicht doppeln willst. Wir lesen hier aus Tandors Perspektive.

Tandor schien es, als ob die Dorfbewohner den Beginn des Vorsommers feiern wollten. Jedes Haus war mit bunten Blumen geschmückt worden und die Nadirer hüllten sich in farbenfrohe Gewänder. Auch Margos Schürzeninhalt würde vermutlich bald eine der Fassaden zieren. Die Häuser waren in Tandors Augen nur Hütten. Einfach gebaut, aus Holz und Lehm, dafür umso farbenprächtiger behängt.
=> Fein, fein! :o)

Er hatte vierzig Mal die Jahreswende erlebt, doch die Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass alte Menschen vertrauenswürdiger behandelt wurden. Also machte er es sich auf der harten Holzbank - soweit es ihm möglich war – bequem, streckte die müden Beine aus und legte den Wanderstab, welcher ihm stets ein treuer Begleiter war, neben sich auf den Boden. Seine hellgrünen Augen behielten das rege Festtreiben genau im Blick. Auf den Tischen reihten sich mit Speisen gefüllte Schüsseln aneinander, aus den Krügen schwappte der Wein und die Bewohner lachten sorglos. Einige begrüßten Tandor freundlich, doch die meisten schienen sich nicht für den Besucher zu interessieren.
=> Viel, viel besser!

Sie waren mit sich selbst beschäftigt. Es wurde gegessen, getrunken, Musik umschwebte die Menschen und bald fanden sich die ersten Paare zum Tanz zusammen. Auch Tandor ließ es sich schmecken und genoss die friedliche Atmosphäre.

Rauchschwaden erklommen den blauen Himmel über Athalem. Dunkle Wolken, wie sie nur die Flammen eines Feuers hervorbringen konnten. Tandor sah sie aufsteigen und im gleichen Augenblick drang der spitze Schrei einer Frau an sein Ohr. Margos Stimme schien die Zeit für einen Moment anzuhalten. Die festliche Stimmung zersprang wie ein Tonkrug und Tandor sah die Scherben. Bruchstücke. Menschen, die eben noch fröhlich waren, sprangen auf und rannten davon. Unbesonne Männer fielen in den Staub des Platzes. Aufgescheuchten Hühnern gleich liefen sie ziellos ducheianander, standen sich im Weg und schrien sich an. Doch die Erkenntnis – das Erkennen – drang schließlich in ihre Köpfe.
=> viel Stimmungsvoller und das mit den Bruchstücken ist ein wunderbarer einfall. Auch toll, schön, diese Geschichten so aufblühen zu sehen! Icon_smile

Jedenfalls lässt sie oft Gäste bei sich wohnen, wenn denn mal Fremde herkommen. Jedenfalls kam dieser feine Herr.
=> Absicht?

Tandor vermutete, dass ein paar Halbwüchsige es sich in der leerstehenden Hütte bequem gemacht und mit Feuersteinen gespielt hatten, wie es viele in diesem Alter wohl gerne taten. Tandors Gedanken glitten weiter. Krähennase.
=> "Seine Gedanken", weil sonst Wortwiederholung.

So. So viel für heute Abend. Liest sich ingesamt jetzt um einiges flüssiger und besser. Freut mich für dich, hast du gut gemacht. Icon_smile

Grüße,
Sternchen


"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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