Es ist: 29-06-2022, 11:38
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LästeraTopia
Beitrag #81 |

RE: LästeraTopia
Ladies Labo(e)ratorium – Die Lästerakolumne

Sonderwetter
-oder doch kein besonderes Wetter?-

Der literatopische Wetterdienst warnt vor verstärktem Kommentar aufkommen. Unterbezahlte Meterologen haben beobachtetet, dass hurrikainartige Winde wieder vermehrt Kommentare in das Lyrikatelier getrieben haben. Dies führt zu unkontollierten Punktverwehungen und ebenso gefährlichen Kommaansammlungen.
Genauso schlecht bezahlte Beobachter haben festgestellt, dass im Geschichtenatelier dieselbe Wetterlage herrscht. Es wird vor verstärkter Rechtschreibkontrolle und schiefen Lobgesängen gewarnt. Ebenso ist mit erhöhtem Aufkommen von unqualifizierten Kommentaren zu rechnen.
Die Redaktion empfiehlt: Die dopplte und dreifache Kontrollte von veröffentlichen Buchstabenansammlungen, insbesondere die Prüfung auf Wettertauglichkeit, bevor diese in freier Wildbahn ausgesetzt werden.
Ebenfalls werden imprägnierte Regenschirme empfohlen die Schutz gegen Kommentarregen bieten. (Anm. d. Red: Nur das Luxusmodell bietet Schutz vor verstärkter Rechtschreibkontrolle)
Unsere schlecht bezahlten Meterologen werden die Lage weiter im Auge behalten. Vielleicht wird darüber von unterirdisch bezahlten Praktikanten berichtet.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #82 |

RE: LästeraTopia
LÄSTERATOPIA

- Quatsch mit Soße -



Farbenspiele

In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse wieder einmal überschlagen.
W. Wanderer hat kurzerhand den Blaumann an den Haken gehängt und turnt jetzt im feschen roten Anzug durch die Chefetage. Früher einfacher Forenjustiziar, jetzt also im Forenvorstand. Vom Indigo über grün hinter den Ohren zum Blue-Collar-Worker und jetzt also rot, keine schlechte Karriere. Der Verfasser hält rote Anzüge zwar für stillos und auch L. Ibertine kann dem nichts abgewinnen – „Nee mal ehrlich, das rot sieht echt doof aus“ – nur, um dann sogleich J. An um seine Getränkewahl zu beneiden: „@Jan Rum!!“ Auch den gibt’s übrigens in verschiedenen Farben und Formen, aber was sage ich das der Dame, die sich selbst mit einer Farbpalette dekoriert und nachts sogar leuchtet.
Damit aber nicht genug. Lady d.b.M. nähert sich farblich ihrem Namen an und wird sich künftig im kleinen Türkisen präsentieren. Nur konsequent. Die Aufgaben, die sie mit dem neuen Dresscode betreffen, hat Chefin Z. Ack gottlob auch noch einmal klargestellt, wäre ja auch noch schöner, wenn die Allgemeinheit, S. Lainte folgend, den Suppenmopp in die Küche schickt, frei nach dem Motto „Ladys an den Herd (und an die Wischutensilien)“. Farbliche Abneigungen sind hier noch nicht laut geworden, bleibt also abzuwarten.
S. Ternchen ihrerseits ist zurück an der Grasnarbe der Forenarbeit und rackert wieder in grün, wenngleich in Teilzeit. Der Verfasser hat dafür natürlich nicht im Ansatz Verständnis, hält er doch persönliche Freiräume für völlig überbewertet und zeigt er sich selbst doch 24/7 bei der Arbeit im Forum. Immer. Versteht sich. (Hat mal jemand ein Hustenbonbon? Da kratzt gerade was im Hals …) L. Anna kommentiert spitzfindig: „Die Roten werden die Grünen sein. Oder so.“ Ein denkwürdiger Ausspruch. Danke dafür.
Mit Spannung wird die weitere Entwicklung des Neuankömmlings I. R. Gendwasmitrot beobachtet. Bisher hält ersiees sich in jeder Hinsicht sehr bedeckt und überzeugt vornehmlich durch Schweigsamkeit, aber Reden ist ja bekanntlich Silber, Schweigen Gold. Der redaktionsinterne Fachreferentenarbeitskreis Heraldik betont an dieser Stelle mit Nachdruck, dass es sich bei Gold und Silber selbstverständlich nicht um Farben handelt, sondern um Metalle, und wenn sie noch so gelb und weiß gemalt sind.
Lästeratopia bleibt selbstverständlich wie immer dran.


Selber essen macht dick

Das Sommerloch treibt die Literasten / Literatopen / Literaliker nicht nur in Diskussionen um ihre korrekte Bezeichnung, die beinahe kasseläner / kasselaner / kasseler Züge annahm, nein, insbesondere in der Shoutbox und – nomen est omen – im Café geht es derzeit ums Essen wie sonst nur im Fernsehen.
Kekse haben seit geraumer Zeit Tradition in diesen Gefilden. Nicht zuletzt die multipel schokoladigen (mehrfarbig, Lästeratopia berichtete an anderer Stelle) Backwerke von Z. Ack gelten in Fachkreisen als geeignetes Bestechungsmittel. Mittlerweile haben sie gar Niederschlag im Team der kleinen grünen Helferlein zur Linken gefunden. Lästeratopia sprach mit der neuen Fachkraft C.Ookie.
F. Lehrling (Lästeratopia): Herr C.Ookie, vielen Dank, dass Sie Zeit für uns gefunden haben. Als Forensmiley sind Sie natürlich vielbeschäftigt und müssen zeitgleich an so vielen verschiedenen Stellen sein.
cookie: …
F. Lehrling: Aha. Ich nehme das einmal als Bestätigung. Herr C.Ookie, wer sind Sie eigentlich, und wenn ja, wie viele?
cookie: …
F. Lehrling: Zwei also, offenbar. [Anm. der Red.: Die Keksbrösel und der verworrene Dialekt des kleinen grünen Rackers machen die Verständigung schwer, wir interpretieren für Sie hier in altgewohnter Manier hinein, was wir wollen.] Wie stehen Sie denn zu der neuen Lebensmittelfixierung in gewissen Bereichen des Forums?
cookie: …
F. Lehrling: Ah ja. Essen ist wichtig, da haben Sie natürlich Recht. Vielen Dank für das Gespräch!
cookie: …
F. Lehrling: Keks? Gern, danke! *brösel*
Nach diesem Interview steht für Lästeratopia fest: Kulinarische Literatur ist im Kommen, nicht nur in Zamonien. So oder so ähnlich jedenfalls.
Im Café am Tisch der ewig Übermotivierten stellt Chefköchin L. Anna mit erstaunlicher Regelmäßigkeit Kaffee und Kuchen bereit für alle, die zuvor hinreichend Prügel bezogen haben. Es bleibt abzuwarten, inwieweit dies auch inhaltlich Niederschlag in den Werken der Teilnehmer haben wird, denn derzeit kommt ja nichts. Forenpoet P. O’Let stellte unlängst fest, „mag hier mal jemand BEITRAGEN?“. Derartiges BETRAGEN zu fehlenden BEITRÄGEN ist hier natürlich völlig fehl am Platz, aber wir sind ja im Offtopic-Bereich. Andererseits ist natürlich die ganze Essensklamotte hier dem Sommerloch geschuldet…
Keksen und Kaffeeklatsch im Café haben sich zuletzt vermehrt auch andere Speisen zugesellt. E. Fine berichtet erschöpft von 8 kg Marmelade, auch Z. Ack hat sich einkochend zu Wort gemeldet. L. U. hält fest, dass sie, sinngemäß, wenn es mit dem Schreiben und dem Malen und dem Graben und dem … nichts wird, noch immer auf Gletscherkappen Apfel- und Erdbeereis anbauen will (oder so). Sofern sie nicht gerade mit der Anfertigung genialen Schokokuchens oder dem Mampfen cremigen Risottos beschäftigt ist.
J. An genehmigt sich zu seinen Erdbeeren derweil lieber eine Extraportion Rum (Lästeratopia deutete andernorts an). Ein Rümchen in Ehren (oder anderen harten Alkohol, Hauptsache, es knallt) kann niemand verwehren. So auch unser medizinischer Berater, Dr. Noughts, vor ewiger Zeit zu einem gänzlich anderen Thema: „Bringt Ruhe ins Boot.“
Na dann Prost.

Zum Lehrling und zur Lehrwerkstatt

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Beitrag #83 |

RE: LästeraTopia
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LästeraTopia

- Schöngeistige Konversationen und intellektuelle Gespräche -


Prolog
[Licht an]

F. Lehrling hockt zusammen gekauert auf einem wackligen Herbergenstuhl und starrt auf ein flüchtig bedrucktes Stück Papier. Seine Mundwinkel zittern – leider vor Ahnungslosigkeit, nicht vor Inspiration –, aber er gelobt Besserung.

F. Lehrling (Besserung lobend): Es macht gleich klick, es macht gleich klick.

Er wirft die Stirn in Falten und seine Gedanken in Schale, rutscht noch ein Stück die Stuhlkante nach vorn, krümmt den Rücken durch (Anm. d. Red.: Scheinbar ist denken nicht in gerader Körperhaltung möglich …) und löst mühselig einen der Knoten in seinem Kopf.

F. Lehrling: Nachher trinken wir die Einsamkeit. Aus Goldrandtassen. Goldrandtassen, wirklich. Wer kommt auf sowas?
E. Selfine (in Abwesenheit): I-hich!
A.D. Sartha (bislang bemerkenswert still, dabei ist sie ebenfalls zu Gästin): Das hätte ich so gar nicht gesagt. Aus Tassen, ja. Aber Goldrandtassen? Das klingt ein bisschen arg, als seis im Leben abgeheftet und unterm Schrank versteckt. Das sagt doch keiner mehr so.
E. Selfine (weiterhin in Abwesenheit, aber dafür recht anwesend in ihrem lila Wortgewand): Do-hoch! I-hich!
F. Lehrling: Goldrandtassen … goldRandtassen … goldrandTassen … mhhhh
Dr. Noughts (von der Seite des Bildrands, nur am Kaffeetässchen zu erkennen): Ich verlängere die Frist bis Freitag, 03.10.2014, 23:59 Uhr.

[Licht aus]



Der Tragödie erster Teil

Szene 1: Das Möp-Konzert

Es wirken mit: W. Wanderer, T. o’Chaos, l.u
Es wirken ausdrücklich nicht mit: E. Lia


T. o’Chaos: Möp.
l.u: Möööhöööp.
W. Wanderer: Möp möp möp mööööp.
E. Lia: q. Also Leute, wirklich, ihr seids doch keine Schlafschaafe oder sowas. Hört mal auf damit.
T. o’Chaos (mit Nachdruck): Möp.

(Anm. d. Red.: Aufmerksame Leser unseres Blattes mögen sich an dieser Stelle an unsere 66. Ausgabe erinnert fühlen. Dort berichteten wir über die erste Möp-Krise, eine handlose Auseinandersetzung zwischen A. o’Shadow und A.D. Sartha. Beide wirken hier nicht mit. Vielleicht sollte man sich also doch nicht zurück erinnern. Auffällig ist jedoch, dass T. o’Chaos nie weit ist, sobald ein Möp auftaucht. Wir behalten das mal im Augenwinkel.)

l.u (zu T. o’Chaos und W. Wanderer, ausdrücklich nicht zu E. Lia): Zugabe. Ich sing mal was Neues an.
T. o’Chaos und W. Wanderer hängen an l.us geschlossenen Lippen. l.u räuspert sich kurz, wirft die wirren Locken zurück und singt.
l.u: Der Hahn ist tot, der Hahn ist tot.
T. o’Chaos (fröhlich glucksend und sich im Spiegel schon wieder dreifach sehend): Fünf Stimmen, das passt ja genau.
E. Lia: q.


Szene 2: Sorgerechtsstreit um eine Zuckerdose und ein Flederkuschel

Im Café. Ein Kellner nimmt die Bestellungen auf, viel Kaffee, wenige Highlights: A.D. Sartha bestellt einen „PaSta“, halb Passionsfrucht, halb Stachelbeere; S. Niffu hätte gern einen „Rheinischen Lumumba“, mit Kettenölverzierung auf dem Glasrand. Der Kellner schaut kurz verdutzt, aber es ist Halbsommer und alles möglich. Entspannte Stille, wären da nicht …

T. o’Chaos (hysterisch): Mein Flederkuschel, er hat mein Flederkuschel geklaut!!!
Dr. Noughts (genüsslich): Mu-ha-ha-ha-ha-…-ha.
T. o’Chaos: Mein armes Flederkuschel, ich nehme ihm jetzt den Zucker weg.

T. o’Chaos schnappt nach der Zuckerdose, die einen letzten traurigen Blick zu Dr. Noughts wirft, der ihr regelmäßig das Innerste abverlangt. (Anm. d. Red.: Warum auch immer die Zuckerdose dieser parasitären Beziehung nachtrauert. T. o’Chaos ist sicher auch nett. Also, vielleicht. Manchmal. Wenn man nicht gerade das vierte Chaos ist. Aber dazu später mehr.)

Dr. Noughts (mit entgleisten Gesichtszügen): Nein … Zuckerdose …
T. o’Chaos: Wenn du der Känguruhadoptivpappi für mein Flederkuschel sein willst, wird dieser Zucker jetzt grün gefärbt. Grün.
S. Niffu (nicht im Bild): Warum nicht pink?

Dr. Noughts streckt sich und hilft dem Flederkuschel beim ersten Freiflug. T. o’Chaos streicht behutsam über die Zuckerdose.

Dr. Noughts: Du kannst nicht mit der Zuckerdose umgehen. Du kennst Ihre Bedürfnisse gar nicht, Sie ist etwas Besonderes und du?
T. o’Chaos: Das ist kein Grund, jetzt schon wieder die weiblichen Personalpronomen groß zu sprechen.
Dr. Noughts: Das verstehst du nicht, Sie und ich kennen uns doch erst sei…
i.bi: Aber hier ist doch noch genug Zucker.
Dr. Noughts: Es geht ums Prinzip.

Dr. Noughts beobachtet noch kurz das Flederkuschel beim Fliegen und hütet es dann im Känguruhbeutel seines Kapuzenpullovers.

Dr. Noughts: Das hätte ich mit Ihr auch machen sollen.
i.bi: Tja, im Grashaus des wachsenden Nichts wirft man nicht mit Grashüpfern.
Dr. Noughts (verwirrt): WAT?

i.bi zieht zwei Transparente aus dem Rucksack und malt schonmal Schilder: „Vorsicht, Känguruhadoptivpappi! Nicht füttern, nicht streicheln, beißt.“ Und: „Dr. Noughts. Es plingt – auch wenn es harmlos guckt und Kaffee trinkt.“ (Anm. d. Red.: DAS REIMT SICH! Was sich reimt, ist gut!!) Indes beobachtet W. Wanderer das Treiben auf der anderen Tischseite mit besorgter Miene.

W. Wanderer: Ich kenne da einen Witz. Ein Literat und ein Physiker … nee, mh. Ein Mathematiker und Physiker sind im Zug. Mh, nee. Fünf Mathematiker und fünf Physiker sind im Zug und haben … ja, nur Teilmengen haben eine Fahrkarte. Äh. Und dann kommt der Schaffner und die Mathematiker … Ach, jetzt hab ich vergessen, wie er weitergeht.
A.D. Sartha: Möchte jemand mal meinen PaSta probieren? Den haben sie nur ganz selten.
T. o’Chaos, W. Wanderer und l.u (in „Der Hahn ist tot“-Melodie singend): Den Zucker gemöpst, den Zucker gemöpst.
E. Lia: q.


Szene 3: q.

F. Lehrling hockt auf einem anderen Stuhl derselben Herberge und gibt eine ähnlich verkümmerte Gestalt ab wie im Prolog ab. Das scheint in dieser Zeit seine Masche zu sein. Man gönnt sich ja sonst nichts. Sein Blick hängt auf einer Postkarte fest, die L. Tinchen am Abort gefunden haben will.

l.u: Warum kommen alle mit Postkarten vom Klo zurück?
F. Lehrling (liest): Ich habe Hummeln im Herzen.

(Anm. der Redaktion: Leider hat unser Autor (Anm. d. Red.: eigentlich sicher eine Autorin, aber „der Autor“ schließt „die Autorin“ als Berufsstand schon mit ein) hier keine Erinnerung erdacht und stattdessen einen nichtssagenden Platzhalter eingefügt. Immerhin. Näheres erläutert vielleicht in ferner Zeit irgendwann ein Leserkommentar. Oder eben nicht. Stimmt’s, E. Lia?)


Szene 4: A.D. Sartha ruft zu Demonstrationen für Spinnenrechte auf

In einem anderen Café.

Dr. Noughts: Noch einen Kaffee, bitte.
Der Kellner (Anm. d. Red.: eigentlich sicher eine Kellnerin, aber „der Kellner“ schließt „die Kellnerin“ als Berufsstand schon mit ein.) (Anm. d. Autors: Himmel, jetzt lasst doch mal den Dialog weiterlaufen, das kann ja keiner mehr lesen!) Wie dem auch sei, der Kellner also so zu Dr. Noughts: Einen kleinen?
T. o’Chaos (zur adoptierten Zuckerdose): Hahaha, einen kleinen Kaffee, hahaha.
Z. Döschen: Ichfühlmichjetztschonsoleer,ichkehrmeinInnerstesnachaußenfürDr. Noughts. ManchmalfühlichmichwieeineRegennadelimLilienflug.IchhabkeineKraftmehr,ichichich … ichbinschonganzleerfürihn,ich …
T. o’Chaos: Ich pass auf dich auf, keine Sorge.
Z. Döschen: Echt?
Dr. Noughts: Drei kleine. In einer Tasse. Danke.
A.D. Sartha: Und für mich einen „ManJo“, habt ihr sowas? Halb Mango und halb Johannisbeere.
Der Kellner: Äh, ja. Bestimmt.
S. Niffu: Und für mich einen „Wiener GuZi“, halb Gurke, halb Zitrone. Aber die Hälfte mit der Gurke kann etwas größer sein.
Der Kellner: Mh. Ok.
E. Lia: q.
l.u: Schauts mal ins Fenster.

Alle schauen zum Fenster. Auf der Außenseite umgarnt eine Spinne gerade eine Wespe, die noch leicht zuckt – wie die Mundwinkel der anderen Literatopen und Literatopinnen, wenn W. Wanderer versucht, einen Witz zu erzählen.

A.D. Sartha (wie von der Tarantel gestochen): Literatopia/in, steht auf für die Rechte der Spinnen. Gegen Buchrücken, gegen Staubsauger! Wir müssen zusammenhalten, wir müssen den Spinnen eine Stimme geben. Spinnenstimmen. Schlafschaafe dieser Welt, vereinigt euch!
Dr. Noughts: WAT?
A.D. Sartha: l.u, T. o’Chaos, greift nach euren Skizzenblöcken!
i.bi: Ich hätte hier noch die Rückseiten von zwei Transparenten …
A.D. Sartha: Ich stelle mir das so vor: Eine Peacock Spider, die mit ihren großen Aug…
W. Wanderer: Eine was?
A.D. Sartha: Mann, eine Pfauenspinne, die mit ihren großen Augen auf den Zuschauer starrt. Sprechblase: „Ich habe für dich gerade diese Wespe erledigt, die magst du ja nicht.“ Und darunter dann, in voller Grausamkeit, bitte, das muss richtig Mitleid erzeugen: „Halt, warte, was machst du denn mit dem Bu-huch?!?“
Eine Frau, die tatsächlich behauptet, sie hieße Martina: Ich such mal Bilder.
A.D. Sartha (i.bi die Transparente entreißend und selbst mit einem Füllfederhalter loskritzelnd): Gegen Buchrücken, gegen Staubsauger!
E. Selfine (nach wie vor in Abwesenheit): Die armen Spinnen, erschlagen im träumenden Kofferpacken.
F. Lehrling: Und nachher trinken die Verbliebenen ihre Einsamkeit aus Goldrandtassen.
E. Selfine (zu l.u): Entschuldige, ich muss mich kurz bei dir bedienen. (zu F. Lehrling): Sie verschwinden hinein in ihren Abend. Bald, bald ist dies alles nur Geschichte.
F. Lehrling (mit der Stimme des Kellners, der noch immer versucht, die perfekte Mischung aus Mango- und Johannisbeersaft für Spinnenanführerin A.D. Sartha zu treffen): Äh, ja. Bestimmt.
E. Lia (mit Nachdruck): q.

[Alle: ab. Vorhang zu, Klappe dicht. Mal kurz durchatmen, geht gleich weiter]







[Also, so in etwa: jetzt.]
Der Tragödie zweiter Teil

Szene 5: E. Lias Talente

Zwischennotiz. E. Lia und F. Lehrling in der Nähe eines großen Hauses mit zwei Spitzen, auf dessen Dachboden aus irgendeinem Grund ein Großteil der Gruppe gern flanieren möchte. Auch wenn es keinen Fahrstuhl gibt. Aber um das Haus geht es ja eigentlich nicht. Also: E. Lia und F. Lehrling in der Nähe dieses Hauses.

l.u: Einen Postkasten findets ihr direkt dort hinten am Bahnhof.
E. Lia (eine Postkarte einwerfend): Die Kunst ist es, genau die richtige Mischung aus Schwung und Kraft zu nutzen. Dann schafft man locker eine Karte pro Minute. Ich bin ein Naturtalent.
F. Lehrling: Er hat viele Talente, das mit den Postkarten hat er gerade erst entdeckt.

Kurz darauf, E. Lia träumt von Sportarten mit K.

E. Lia: Beim Kegeln kommt es auf die richtige Mischung aus Schwung und Kraft an. Dann schafft man locker einen Kegel pro Wurf. Ich bin ein Naturtalent.
F. Lehrling: Er hat viele Talente, das mit dem Kegel hat er gerade erst entdeckt.
E. Lia (sich nicht halten könnend): Beim Kickern, meinem Lieblingssport mit K, kommt es bei jeder Drehung auf die richtige Mischung aus Kraft und Schwung an. Dann dreht man locker durch. Ich bin ein Naturtalent.
F. Lehrling: Er hat wirklich, wirklich, wirklich viele Talente. Das mit dem Durchdrehen hat er gerade erst entdeckt.
l.u: Wutzln, meint ihr wutzln? (geht fünf Minuten und vierundzwanzig Sekunden Zähneputzen)


l.u reiste übrigens bereits in einem DeLorean, mit neun Schattierungen von Schwarz im Gepäck (Anm. d. Red.: l.u kommentierte dies tatsächlich mit: „Wieso, es gibt doch auch 50 Shades of Grey…), dreihundert Jahre in der Zeit zurück und exportierte die Kölsche Landessprache nach Wien. Nur um festzustellen, dass die P-T-K-Verschiebung leicht zu komplex für das gewöhnliche oberösterreichische Mundwerk sei, woraufhin sie diverse Buchstaben hin und her verschob, um sie fortan als Wiener Mundart zu propagieren. S. Niffu erkannte l.u fortan als Heilige an. l.u reiste daraufhin noch ein paar Jahre zurück: „Da geht noch mehr, da geht noch mehr“ (Anm. d. Red.: Ja, in „Der Hahn ist tot“-Melodie. Und nein, diese Anekdote war szenisch nicht erzählbar und hat auch sonst keinen sinnvollen Platz gefunden. Stilbruch. In dem Sinne frohes Grashüpfen im Grashaus, lieber Grashüpfer.)


Szene 6: Aufgedeckt: Die Ibi-Dread-Verschwörung

In einem Café. i.bi sagt kaum mehr ein Wort und schiebt nervös eine Tasse Tee zwischen ihren Händen hin und her.

Dr. Noughts: Meinst du, es ist Zeit?
i.bi: Nein, eigentlich nicht.
Dr. Noughts: Sicher? Ich könnte mal wieder einen Tee gebr…
i.bi: Schhht … das ist wirklich nicht der richtige Zeitpunkt.
W. Wanderer (denkend eine Hand vor den Mund schiebend, die Augen zu Schlitzen verengend): Habe ich das gerade richtig gehört? Das klingt ja, als … nein nein …
L. Tinchen: Ich habe da einen Verdacht.
Dr. Noughts: Hat jemand ein Zuckerdöschen gesehen?
Z. Döschen (in T. o’Chaos‘ Armen weinend): Neinnein,niemandhateinZuckerdöschengesehen,neinnein.
L. Tinchen (an Dr. Noughts gerichtet): Du bist gar nicht Dr. Noughts, du tust nur so, damit i.bi genug Zeit zum Beobachten hat. Und du (an i.bi gerichtet) schreibst dann hinterher in Nacht- und Kaffeeaktionen alles auf.
W. Wanderer: Wenn es ein Witz wäre, könnte ich es nicht besser erzählen. Aber das ist kein Witz, das ist … unfassbar!
L. Tinchen (an den ehemaligen Dr. Noughts gerichtet): Du bist nämlich nur der Fahrer. Du stellst dich in den Mittelpunkt, damit niemand merkt, wer hier eigentlich die Fäden zieht. (an A.D. Sartha): Sorry, war jetzt nichts gegen Spinnen. (an i.bi): Aber jetzt hast du dich selbst verraten.
W. Wanderer: Wir sollten euch jetzt rückwärts benennen, damit es nicht unübersichtlich wird. Statt Dr. Noughts nennen wir dich (schaut den ehemaligen Dr. Noughts an) von nun an Dr. Sthgoun, und dich (schaut die ehemalige i.bi an) bezeichnen wir jetzt als i.bi, damit’s fair ist.
F. Lehrling. Dr. Sthgoun, Dr. Zguun, … Dr. Shotgun.

T. o’Chaos reicht Z. Döschen an A.D. Sartha weiter – und nähert sich dann i.bi und Dr. Shotgun.

T. o’Chaos: Wir sind drei Persönlichkeiten in einem Körper, die beiden sind eine Persönlichkeit in zwei Körpern. Sympathisch.

T. o’Chaos zieht ihre grüne Jacke etwas enger um sich, als wolle sie alle Persönlichkeiten bei sich behalten. Dann beginnt sie sich zu erinnern, wie an einen weit entfernten Lilienflug.

T. o’Chaos: Eigentlich waren wir auch zu viert. Wir hatten damit aber zwei Probleme.
F. Lehrling (die Brille die Nase nach oben schiebend, froh, dass es nicht um seine Goldrandtassenunfähigkeit geht): Das wird jetzt etwas schwer für sie, aber ihr schafft das. Bestimmt. Tschüss.

F. Lehrling schiebt den Stuhl zurück und flüchtet angeblich zum Zug.

T. o’Chaos (den Faden aufgreifend): Quadrity of Chaos gab Probleme mit der Demokratie/in. Und es klang schlecht. Dann haben wir Streichhölzer gezogen. Die mit dem Kürzesten ist auf der Stelle tot umgefallen. Sehr praktisch. Wir gedenken ihr jedes Jahr am 30. Februar.
l.u: Keksi? (geht fünf Minuten und vierundzwanzig Sekunden Zähneputzen)
W. Wanderer: Keksi, im Ernst, l.u?
S. Niffu: Keksi.
E. Lia: q.
Dr. Shotgun: Dann kann ich ja jetzt endlich wieder Tee trinken.
S. Niffu: Genau so habe ich mir Dr. Noughts vorgestellt.
Alle: Wen?


Szene 7: Nur keine falsche … Rage

In der Herberge. F. Lehrling hockt noch immer über einem Stück Papier und flüstert ohne Unterlass „Goldrandtassen“. L. Tinchen hat Spielkarten auf dem Tisch verteilt. Alle üben sich im Farbensammeln.

A.D. Sartha (zu S. Niffu): Du hast wie viele Stiche?
S. Niffu: Zwei.
A.D. Sartha: Und du möchtest wie viele haben?
S. Niffu: Drei.
A.D. Sartha: Ok, dann kannst du den nicht haben.

A.D. Sartha tut etwas Böses, von dem LästeraTopia aus Jugendschutzgründen nicht berichten möchte.

E. Lia: Meine Hände zittern, wieso habe ich fünf angesagt? Ich brauche noch vier Stiche. Das ist ur viel.

F. Lehrling und W. Wanderer interessieren sich besonders für die Karte mit dem Verbotsschild.

E. Lia: Nur noch zwei Stiche, meine Hände zittern kaum noch.

F. Lehrling schaut L. Tinchen nach Bestätigung suchend an. Er hält die Karte mit dem Verbotsschild triumphierend in der Hand, genießt aber noch einen Moment das Machtgefühl über E. Lia, bevor er sich durchringt, weiterzuspielen.

F. Lehrling: Also wenn ich den hier lege, dann gibt’s keinen Trumpf, ja? … Na, dann.
E. Lia: IHR HASST MICH, ODER? Meine Hände, meine Hände zittern so.
Z. Döschen: WarumschreitderMannso?DasmachtmirAngst.
T. o’Chaos: Schhht, das ist nicht Dr. Shotgun, hab keine Angst. … Moment mal, wieso umsorge ich eigentlich eine Zuckerdose, wo ist eigentlich Flederkuschel? Flederkuschel?

T. o’Chaos schaut sich hilfslos um.

Dr. Shotgun (zu L. Tinchen, der der aktuell laufende Stich gehört): Brauchst du diesen Stich, um deine Ansage zu erfüllen?
L. Tinchen: Ja.

Dr. Shotgun nimmt den Stich.

W. Wanderer: Aber du wolltest doch gar keinen, das ist doch schlecht für dich.
Dr. Shotgun: Dann hat keiner von uns, was er wollte. Das ist ok für mich.
E. Lia: q.


(Abschließende Anm. d. Red.: Unter allen Lesern, die erraten, welche der Getränkekombinationen, die in dieser Ausgabe versteckt sind, tatsächlich getrunken wurden, verlosen wir wahlweise ein Mängelexemplar von F. Lehrlings „9 Schattierungen von Schwarz“ [vom Autor persönlich gelocht] oder so viele Waschmaschinen, wie derjenige tragen kann.)



LästeraTopia – Der Hahn ist tot. Mal aufwachen?

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... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #84 |

RE: LästeraTopia
Z.Ack klickt lustlos durch LästeraTopias Nährboden. Nichts. Wirklich nichts ist los. Alle ausgeflogen. Oder sie haben keine Zeit, auszufliegen. Prioritäten, man muss doch nur Prioritäten setzen. Sie murmelt leise, schaltet den Fernseher ein. Schrott, alles nur Schrott. Plötzlich erklingt eine bekannte Melodie, E. Selfines Instrumentarium rattert von Auftakt bis Coda. Z.Ack starrt irritiert auf die Mattscheibe, als das Bild flackert, sich kupferrot färbt wie Klatschmohnblüten, dann flattern karmesinblaue Blüten nach vorn. Oben rechts in der Ecke erscheint das Zeichen eines Senders. Was ist das bloß für ein Sender? Seit wann kriegen sie den denn rein?

LästEins

LästeraTopia

- das N steht für Niveau -

Lästeralock

Intro
In hektischen Ausschnitten wuselt das Leben durch eine Stadt. Historische Fassaden und solche, die es werden wollen, stehen stoisch im Zeitraffer. Das Bild wechselt auf den Prater, linkerhand schwankt, von hohem Gewimmer untermalt, die höchste Riesenradgondel. Nach dem eingeblendeten Lästeratopia-Schriftzug folgen eine Menge unscharfer Bilder, deren Fotograph offenbar schwindelig war.
A. Dsartha: Ihr kennt die Serie doch, oder? Ihr kennt mich doch jetzt schon länger!

Erste Szene
Bakerstreet, Wien. Im Gänsemarsch laufen zweimal drei Fragezeichen ein und sehen abstrakten Gemälden und versammelten Verdächtigen entgegen.

W. Wanderer: Verhaltet euch unauffällig! Niemand darf uns sehen …
D. Noughts (tief und laut): Hier gibt es sicher auch keinen richtigen Kaffee. Warum sind wir überhaupt hergefahren? Hätten wir uns nicht beim großen M direkt hinter der Grenze …
W. Wanderer (der wirklich gern ein echtes Fragezeichen wäre): Unauffällig! Tu so, als seist du ein normaler Gast. Bitte.
T. o'Chaos nuschelt etwas, das A. Dsartha nicht versteht. W. Wanderer schüttelt nur den Kopf und begibt sich ganz unauffällig als erster Besucher auf Spurensuche ans Buffet. D. Noughts klebt ihm an den Fersen und sichtet wie ein U-Boot das nahe Ufer seiner Koffeinsucht.

L. Ibertine: ... Scherz.

Eingespieltes Gelächter.
Die Akteure versammeln sich um den mitgebrachten Bildschirm, der Hintergrund vergeht kurzfristig in statistenhafter Dunkelheit.


I.bi (auf dem Bildschirm): Nun also, meine lieben Watsons, es handelt sich um das Verschwinden eindeutiger Anschauungen, klarer Betrachtungen – findet sie!
W. Wanderer: Aber ich dachte, wir kommen nur fürs Buffet? Die anderen Gäste machen das doch auch. Wir müssen ganz unauffällig bleiben.
I. Bi (W. Wanderer mit einem Blick voller Subtext abstrafend): Und ich habe einen Sonderauftrag für D., meinen besten Agenten … (legt die Fingerspitzen aneinander) Codename Flederkuschel. Du weißt, was du zu tun hast. Und jetzt: Husch, husch!
D. Noughts (langsam unterkoffeiniert): Offizieller Auftrag, jaja.
T. o'Chaos und S. Gruen (wie aus einem Mund): Und wann gehen wir in den Zoo? Nur dort kann sich ein Flederkuschel wirklich entfalten!
W. Wanderer: Wir haben jetzt einen Auftrag.

Zweite Szene
Am Tatort verstreut sich die Meute und mischt sich unter das Buffet.

P. o'Let: In den Echos deines Schweigens steh' ich bei Fuß.
W. Wanderer: Wie abgebrüht! - war nicht ich der Wanderer?
P. o'Let (deutet auf seine Wanderstiefel): Schnüren wir die Schuhe ungeläutert und verwehen.
W. Wanderer tritt einen Schritt neben sich und verläuft sich im Mind's Palace.

Auf weißer Leinwand (die zwar urleinwand ist, aber das ist eine andere Geschichte - Anm. d. R.): Ein Tampon, Bildunterschrift: Sorry, Love. Doch jedwede Entschuldigung nützt nichts gegen die scharfen Adlerblicke unserer Columbos und Columbinen.

D. Noughts: Melde eindeutigen Fund!
S. Gruen: Ganz klar eine Qualle.
D. Noughts: Ganz klar ein Tampon.
Bevor ein Streit entbrennt, schiebt sich Kontaktfrau S. Niffu auffällig unauffällig zwischen sie.
S. Niffu: Braucht hier noch jemand Wien-Connections?
E.Lia (diesmal ausdrücklich anwesend): q.
D. Noughts: Wenn ich dich nach dem Bild frage, was gibst du mir dann?
Der Regie-Azubi drückt zu früh den Gelächter-Knopf.
S. Niffu: Willst du mir sagen, dass ich dir einen benutzten Tampon schicken soll?

Dritte Szene
Vorbei an einem Streit mit umgedrehten Cocktailgläsern auf hellem Grund (Ob der Inhalt gerettet werden konnte, ist leider unbekannt - Anm. d. R.) geht die Tamponquallen-Fraktion auf Spuren-Suche. Vor dunklem Hintergrund - zugleich das einzig Undiskutierte - bildet sich orange eine Frau ab, links des Hauptes gelbe Marken.

L. Ibertine zieht die Augenbraue hoch und sammelt den roten Faden wieder ein, an dessen Ende ein Wanderer erleichtert auftaucht und fast in das Gemälde stolpert, zum Glück ohne sich daran festzuhalten.
W. Wanderer: Was ist denn das?
D. Noughts (melancholisch): Da wird jemand älter, das Leben zeichnet seine Spuren und hinterlässt nur Falten und Sorgen. Ich werde ja auch bald 40.
W. Wanderer: Wie bitte?! (sucht nach seinem Fastunfall nach Blutergüssen und findet sie für sich im Bilde)
S. Niffu: Ganz klar, ein KZ-Häftling. Und die gelben Flächen sind ein Mensch, von der Seite gesehen - unser Täter!
W. Wanderer: Nicht doch: ein gelber Schuhabdruck! Ein Fall von häuslicher Gewalt, jawohl.

Unter Himmelsposaunen Auftritt Superagentin l. U, stringendo con spirito aus grünen Schatten. Eine Heerschar an Jüngern und Begeisterten folgt ihr bei Fuße, als sie auf das fragliche Gemälde zuschreitet. Mit graziöser Geste streicht die Angebetete unter den hingerissenen Blicken des Publikums über den Rahmen und kommentiert in einer Klimax aus Geigen und Grammophonknistern ...

l. U: Ach, das Gelb ist nur eine Kontrastfarbe.
D. Noughts, W. Wanderer, S. Niffu: …
Die Gefährten weichen aus, als D. Noughts Kinnlade gen Keller rast und auf dem sauber gefegten Boden rein für den Effekt Staubwölkchen aufwirft.
l. U (achselzuckend): Sah einfach besser aus.


Werbeunterbrechung:

l.u., W. Wanderer und Dr. Noughts stürmen in ein Kaffeehaus. l.u. rennt vorne weg, der Lockenkopf weht wie ein Fähnlein im Wind. Dr. Noughts blickt wild entschlossen drein und W. Wanderer versucht es ihm gleichzutun, ohne recht zu wissen, weshalb er gerade in dieser Welt Halt gemacht hat.

l.u.: Ein Häferl, du musst ein Häferl Kaffee bestellen. Das sollte genau das sein, was du willst!
Dr. Noughts (den Geschmack der Fremdsprache kostend): Filterkaffee! Häffel. Höffer. Haff… Härrrrff… Häfler.
W. Wanderer (zum Baristo, sich leicht wundernd, ob der vollschlanke Typ vor ihm nicht eher ein Koch ist): Ein Höfli Kaffee.

Der Baristo schluckt, sein Mund klappt auf und wieder zu. Dann legt er den Kopf schief, schaut W. Wanderer an, als sei er Tam und würde gleich etwas Schlau-Verrücktes sagen, schweigt aber und hebt die Augenbrauen.

W. Wanderer: Häfli, ein Häfli. Oder so.
l.u. (energisch): A Häferl Kaffee. Habts ihr sowas?
Der Baristo: Nein, Häferl haben wir nicht. Nur eine original italienische Espressomaschine.

Dr. Noughts verdreht die Augen. W. Wanderer spielt Verstecken mit seinem Schatten, l.u. blickt den Baristo traurig und nachfragend an. Doch der Baristo schüttelt nur den Kopf.

Der Baristo: Wie wäre es mit einer Melange: ein Teil Espresso und ein Teil Milch mit geschäumter Milch.
W. Wanderer: Woah, lecker!
Der Baristo: Oder einem großen Schwarzen: ein doppelter Espresso.
W. Wanderer: Ohne Milch?
Der Baristo: Dann vielleicht ein kleiner Brauner: ein Teil Espresso, ein Teil Schlagobers. Oder ein Einspänner: ein Teil Espresso, drei Teile Schlagobers und eine Prise Staubzucker. Köstlich!
Dr. Noughts (flehend): Bitte, bitte, einfach: Filterkaffee. Ist das so schwer? Hier ein Filter, da ein Kaffee, Wasser drüber, das entspannende Brodeln und dann jeder Tropfen Elixir.
I.bi (aus dem Off, mit spitzen Lippen säuselnd): Ohne seinen Filterkaffee geht er nirgendwo hin.


How I met your Lästera

Intro
In rascher Reihe folgen eher suboptimal ausgeleuchtete Bildfetzen, die dem Leser vor Augen führen, was für einen Spaß er verpasst hat. Auf einem Panoramaschwenk mit roten Gondeln im Hintergrund taucht verdächtig oft L. Ibertine auf, mehrere Gruppenbilder spielen 'Finde den Unterschied' und Schnappschüsse zeigen lebhaft den jüngsten Erfolg von Superagentin l. U.
W. Wanderer (die Bilder betrachend): Vielleicht sind wir alle kleine Essstäbchen.

Erste Szene
Die Detektive haben ihre Fragezeichen abgelegt. D. Noughts stiert nach dem misslungenen Versuch, Filterkaffee zu bestellen, unzufrieden in die bereits zweite Kanne Kaffee americano, während A. Dsartha ihre Wunden untersucht.

A. D. Sartha (zupft übersatte Mücken von ihrem Bein): Nie wieder Hostels!
S. Gruen: Trin ist tot.
L. Ibertine: Vielleicht sollte sie … Mal aufwachen?

W. Wanderer versteckt kichernd das Schlafmittel und belegt definitiv länger als fünf Minuten und vierundzwanzig Sekunden das Bad. Vielleicht verläuft er sich auch wieder im Mind's Palace, L. Ibertine spannt vorsichtshalber den roten Faden ein und legt probeweise das Rettungsflederkuschel an. Mit wehendem Geraschel und vorauseilendem Gehorsam hüpft das Flederkuschel auf den Bogen - und verfehlt W. Wanderer.

A. Dsartha (das verdutzte Kuschel von sich abprallen lassend und dramatisch zu Boden sinkend): Aaaaaaargh!
T. o'Chaos (plötzlich wach) Fang nachhaltiger!
F. L. Kuschel: Mir schwirrt die Füllung ... und diesmal ohne Känguruhbeutel ... (hüpft ein Stück nach oben und sackt in T. o'Chaos' Arme Hände)

Tatsächlich findet der Azubi die 'Aw'-Taste und die Kamera blinzelt schläfrig zu schwarz.

Zweite Szene
Es folgt ein kurzes Crossover mit Lästera Brother: Unsere Promis, für die es nun wirklich keinen Buchstaben mehr in unserem Alphabet gibt, betreten teils gelassen, teils schicksalsergeben den Container des Schicksals, will sagen die Gondel des Grauens, den teuflischen Hybrid von Beengtheit und Luftigkeit, die die nächsten zwei Stunden aller Boden sein wird, den die Helden betreten können!

L. Ibtertine: ... Draußen stand was von zehn bis fünfzehn Minuten. Die können uns doch jetzt nicht zwei Stunden hier oben festhalten.
D. Noughts: Aber euch ist aufgefallen, dass das ganze Rad nur an dünnen Stahlseilen hält? Wie funktioniert diese Konstruktion? Hat jemand von euch schon mal darüber nachgedacht?
W. Wanderer (aus dem Mind’s Palace): Also … ähm … ich würde ja … na ja …
D. Noughts: Das Ding muss sich das ganze Jahr drehen, jeden Tag, jede Minute. Auch später, wenn ich vierzig werde. Stellt euch das mal vor: Immer! Und dann gibt es einen Stromausfall und die Gondeln stürzen zu Boden … stellt euch das mal vor! Das muss einem doch bewusst sein.

D. Noughts malt noch ein paar Minuten Horrorvisionen in seine Parallelwelt. Sehr zur Enttäuschung der Redaktion und auch der dramaorientierten Leserschaft bleiben epische Luftkämpfe, Freundschaftsproben und Ein- wie Ausstürze jedoch aus. Lediglich die Panik schlägt zu, als die Crew in luftiger Höhe bemerkt, dass D. Noughts vielleicht Recht hat und ihr Leben allein von der ungewissen Ingenieurskunst abhängt. Als die Tiefe sie durch die Fenster zu greifen scheint, um jeden Insassen dieses schaukelnden Irrenhauses hinabzuziehen ...

W. Wanderer: Schöne Aussicht.
D. Noughts: Macht auch jemand Fotos? Es könnten die letzten sein.

Spielverderber. Crossover beendet.
Der Azubi drückt aus Langeweile die Gelächter-Taste, während sich die Meute dem Parcours der Dramalamas entwindet und in ein Café flüchtet. D. Noughts versucht einen Filterkaffee zu bestellen und sitzt bald neben der ersten Kanne Häferl-Kaffee und greint ziemlich unterkoffeiniert.


D. Noughts: (grummelnd): Und die Werbung macht's nicht besser ...
A. Dsartha: Habt ihr keinen Hunger?

Mit bloßen Händen nimmt sie Rache für die Rattenbisse an ihrem Bein, indem sie sich ein zuvor gnadenlos in zwei Hälften zersägtes Hühnchen einverleibt. Von dem skrupellosen Schauspiel inspiriert, blickt D. Noughts versonnen über die schrillen Fassaden und bleibt an einem Schriftzug hängen.

D. Noughts (murmelnd): Jack the Ripper. (nach einem Seitenblick auf seine Gefährten, laut) Ich weiß, wohin wir als nächstes gehen.



Werbeunterbrechung:

Eine stille Ecke des Praters, direkt hinter einem Fun House. A. D. Sartha weht wie ein löchriger Heuballen vorbei und erzählt von zwei Abenteuern aus ihrem Spinnenuniversum. Dann ist es still, ehe S. Ternchens müdes Lachen wie eine dunkle Vorahnung durchs Bild rollt. l.u schlendert ins Bild, einen hellen Stoffbeutel über dem Arm, in dem sich eine Kanne und zwei Becher abzeichnen. Sie schaut sich so unschuldig um, wie es nur jemand kann, der kurz davor ist sich selbst [Anm. d. Red.: Das ist jetzt aber ein bisschen hart, die arme l.u.), na gut: ihr Land zu verraten. Auftritt Dr. Noughts.

Dr. Noughts: l.u., deine Bilder, also der Schuhabdruck, der Kontrast, das war wirklich ein Traum, inspirierend. Wenn ich nicht schon sieben neue Geschichten über dich und deine Gang komplett skizziert hätte, ich würde …
l.u.: Dr. Noughts, hör auf mit dem Geschwafel.

Dr. Noughts schweigt, misstrauisch, mustert l.u., als hätte er eine neue Facette in ihren wachsam aufgerissenen Augen entdeckt. l.u. bewegt sich nervös von einem Fuß auf den anderen, dann streift sie den Stoffbeutel von ihrem Arm und reicht ihn Dr. Noughts.

l.u.: Lass es niemanden sehen. Du willst nicht wissen, wie wir das Gerät hier rein gekriegt haben. Und gib die Kanne wieder zurück, wir vergraben dann beides, bis du wieder da bist.
Dr. Noughts (strahlend): l.u, du bist meine Rettung.

l.u.verschwindet, ebenso unauffällig schlendernd wie sie gekommen ist. Dr. Noughts grinst noch immer, schüttelt ungläubig den Kopf und sieht aus, als hätte er zum ersten Mal seit Tagen Licht am Ende des Kaffeebechers gesehen.

i.bi (aus dem Off, mit spitzen Lippen säuselnd): Ohne seinen Filterkaffee geht er nirgendwo hin.


Es ist dem Autoren nicht möglich, die visuellen Hochgenüsse des Schauders wiederzugeben, die dem Gruselhaus innewohnen. Nein, wirklich nicht, denn unsere Helden haben irgendwie vergessen, die Bedienungsanleitung zu lesen. D. Noughts, der festen Überzeugung, dass Schauspieler fehlen, demonstriert den Mehrwert solcher an T. o'Chaos und erntet einen fast - aber auch nur fast! - schon L. Ibertinesken Blick, während sich die Dunkelheit im Gang vor Furcht zusammenzieht. Mit rührender Begeisterung versucht S. Gruen die "niedlichen, flauschigen" Monster zu streicheln und erwirkt das freundliche Hecheln sämtlicher anwesender Werwölfe. Die welterfahrene A. Dsartha schlendert mit anklingender Sentimentalität durch die Flure und lässt weithin erkennen, wie in ihrem Kopf die Erinnerungen an Begegnungen mit australischer Fauna aufleben, deren kleinere Verwandte sich offenbar zur Bespaßung hier eingefunden haben. Nach lobenden Worten für die eingebaute Schaukelpartie entdecken unsere Dungeoncrawler erneut das Tageslicht.

D. Noughts: Und wo war nun der Ripper?
A. Dsartha (ungerührt): Oh, in so einer kleinen Ecke hat er eine Frau umgebracht.

Gelächter. Dem Regie-Azubi ist der schläfrige Kopf aus dem Handteller und direkt auf das Schaltpult gerutscht.

Dritte Szene
Aus rührender Fürsorge gegenüber ihren nichtsahnenden Landsleuten tritt Superagentin l. U in das ihr angedeihende Bühnenlicht, das seinen Weg vom gleißenden Gestirn her zwischen prächtigen Fassaden und plastisch ausgeschmückter Stadtzier findet, nur um ihre Gestalt zu erleuchten. Treu bei Fuße folgen ihr die Schau(der)lustigen durch die Wienersche Pracht.

A. Dsartha (mit angemessener Ehrfurcht) Der Stephansdom.
E. Selfine trötet eine beängstigende Begleitmelodie auf einer Oboe.
l. U: Ja, ja, … (den Dom links liegen lassend, als sei er ein beliebiges Jack the Ripper-Gruselkabinett) Aber viel interessanter ist das Häuschen dahinter. Da guckt der liebe Gott nämlich aus dem Fenster.
L. Ibertine: Und dann sieht er den müden Hinterhof.
l. U: Obacht, als sich das letzte Mal Leute über ihn lustig gemacht haben, gabs als Dank urschlimmes Zahnweh.
L. Ibertine hält sich schonmal vorsorglich die Wange.
l. U: Das waren irgendwelche Lehrlinge …
Es folgt ein kurzer Anruf an den verehrten Kollegen F. Lehrling, der zuungensten sämtlicher ausstehender Dramatikquoten mitteilt, weder anwesend zu sein noch Zahnschmerzen zu haben.
F. Lehrling (aus dem Off, gehetzt zwischen zwei Paragraphen): Da würde ich mich auch inhaltlich erstmal mit befassen müssen, damit ich mich nicht total blamiere.
Schlendernd führt l. U die so beruhigte Truppe weiter, sammelt den kurzzeitig abwesenden Spähtrupp von T. "Oh, ein Keks!" o'Chaos wieder ein und steuert tiefer in die Gassen abseits der Hauptstraßen.

D. Noughts (liest): Blutgasse?
l. U: Ach, ja, hier sollen angeblich irgendwelche Templer urblutig abgeschlachtet worden sein. In den Gassen hat man quasi immer irgendwelche Körperteile verloren. (seufzend) Aber die lustigen Zeiten sind leider vorbei.

Die friedliche Idylle sich stoisch in Stein abzeichnender Historie manifestiert sich schließlich in den schummrigen Ecken, die von fassadengerahmten Himmelsfenstern bekrönt im Kleinen ihre Schönheit aufbringen (Anm. d. Red.: Ja, es war wirklich so unglaublich und wunderbar stimmungsvoll … hach, da wird ja der Lektor sentimental, das ist nun wirklich wundersam-schön-schaurig-grus…) Ähm, ja … also: Vom Grün der Moderne bewuchert ranken sich die hölzernen Laufwege zwischen den engstehenden Gebäuden an selbigen empor. Ein undurchschaubares Gewirr von Hinterhöfen, Geländern, Treppen und Durchgängen wird im vollsten Vertrauen auf Fremdenführerin l. U beschritten, während die neugierigen Blicke den luftigen Wegen zu folgen versuchen. (Anm. d. Red: Hach, …)

l. U: Früher waren die Straßen urgefährlich, deswegen die direkten Wege von Haus zu Haus. (bedauernd) Heute werden sie nur noch als Balkone genutzt. Sie dürfen auch gar nicht mehr gebaut werden.
D. Noughts: Alles aus Holz. Das brennt sicher gut ...
l. U (kühl-grausam): Ja, wenn es einmal brennt, kommen’s die Leute gar nimmer runter und verbrennen elendig.
E. Lia: Also, das ist ja wirklich … gefährlich. Aber es sieht auch urschön aus!
D. Noughts: Fast so gefährlich wie das drahtige Gestell des Riesenrads.
Gerne will das folgende Schweigen als betreten bezeichnet werden, doch darüber klingt das Knirschen von Denkapparaten und das Brechen von Kalkschalen, vor denen so mancher Charakter vergebens zu fliehen versuchte, bevor er einem hungrigen Plotküken verfüttert werden konnte. Die Geschichte entwindet sich langsam selbst. Ein bisschen Asche scheint dem ein oder anderen aus den Ohren zu rieseln. Bevor die allgemeine Nachdenklichkeit jedoch in konkrete Planungen umschlagen kann:

Schnitt.

Das träumerische Zwielicht verwandelt sich in das zuckrige Pink eines Cafés, in dem Willy Wonka in Tränen der Rührung ausgebrochen wäre und Kalorien nur rudelweise verfüttert werden. D. Noughts versucht, einen Filterkaffee zu bestellen und muss sich reichlich unterkoffeinert mit einem Caffé Latte zufriedengeben.


A. Dsartha: Diese verdammten Schakalbisse - ich brauch erst einmal eine Makava.
L. Ibertine: Was ist denn das für eine Abkürzung?
T. o'Chaos: Mango-Karotte-Vanille?
L. Ibtertine: Maracuja-Kapstachelbeere-Valentine?
T. o'Chaos: Mandarine-Kaktusfeige-Valencay?
A. Dsartha: "..."


Werbeunterbrechung:
Ein Kaffeehaus, mechanisches Blubbern von Milchaufschäumern, gelbliches, gemütliches Licht, nur durchbrochen vom blauen Flirren der Anzeige auf dem Kaffeeautomaten. Leichtes Klavierspiel.
Die Glastür fliegt auf.


Dr. Noughts (noch im Gehen): Moin, haben Sie Filterkaffee?
Die Barista (ihn perplex musternd): Ähm, nein, Filterkaffee haben wir nicht. Nur eine original italienische Espressomaschine.

Dr. Noughts verdreht die Augen, zieht die schwarze Kappe tiefer ins Gesicht. Seine Finger zittern vor Wut.

Dr. Noughts (murmelnd, zu sich selbst und zum aufmerksamen Zuhörer): Und Wien soll die Kaffeehochburg sein. Da tanzt ja jede Kaffeefahrt in einer anderen Liga. Die sollten mal etwas tiefer stapeln.
Die Barista (um Fassung bemüht): Darf es denn etwas anderes sein?
Dr. Noughts: Dann einen Kaffee mit Milch. Und kann ich BITTE Zucker dazu haben?
i. bi (aus dem Off, mit spitzen Lippen säuselnd): Ohne seinen Filterkaffee geht er nirgendwo hin.
Dr. Noughts (fluchend, seine Stimme faded langsam aus): Also wirklich … das soll eine Kaffeehauptstadt sein … in meiner Parallelwelt hätte es das nicht gege… undrauchenkannmanhierauchnic...


Lästera, Topia und Co

Intro
Unter semifreundlichem Gedudel rahmen bemüht-bunte Farben kleine Szenen, in denen die Kamera allerei Querulanten und Klimmbimm einzufagen versucht: sich verirrende Chaotinnen, sich besorgt versteckende Irre und brennbare Verstecke.
W. Wanderer: Heute bei Lästera, Topia und Co -
A. Dsartha, S. Gruen und T. o'Chaos unisono: Geht es endlich in den Zoo!
F. Kuschel: Hey, das reimt sich sogar!

Erste Szene
In der Futterküche der wilden Wildnis eines österreichischen Zoos Hostels sammelt sich die Bagage zum Frühstück. Verfüttert wird eine Diät aus -
L. Ibertine: Kaffee (stellt eine dampfende Tasse vor D. Noughts ab)

Mit einem fastwachen Seitenblick beugt sich D. Noughts vor, die auf Koffein fein trainierte Nase berührt leicht den Tassenrand und er schnuppert skeptisch. Um die Zufütterung des mittlerweile stark unterkoffeinierten Exemplars nicht zu stören, zieht sich Pflegerin L. Ibertine wortlos zurück und hinterlässt die Verwirrung sich selbst.

D. Noughts: ... Kaffee?
W. Wanderer: Kaffee.
D. Noughts: (vorsichtig) Aber ... Kaffee?
W. Wanderer: Vielleicht, weil sie einfach eine nette Person ist.
D. Noughts (blickt ihn ungläubig entgegen, wobei die Nase immer noch misstrauisch zuckt): Vielleicht habe ich was ausgefressen?
W. Wanderer: Diese Option muss man immer in Betracht ziehen (steht vorsichtshalber schon mit einem Bein im Eingang zum Mind's Palace)
E. Lia: War das Subtext? Ich verstehe nämlich keinen Subtext.
D. Noughts (als hätte er alle Müdigkeit, allen Morgengrummel, allen Weltschmerz wie eine trockene Schlangenhaut abgestriffen): Wenn du keinen Subtext verstehst, wird es nie was mit den Frauen. Sie schaut dich an, die Augen öffnen sich: Ok, Abflug, weg hier, sie will nicht bleiben. (sich in Rage redend) Sie reißt dir die Fernbedienung aus der Hand: Ok, sie will LästEins schauen. Sie bringt dir Kaffee: …
W. Wanderer: … ja?
D. Noughts (wieder ganz Müdigkeit, Morgengrummel, Weltschmerz): Ach, den Lexikonartikel muss ich irgendwann mal schreiben. Damit’s meine Leser auch verstehen, alles ganz sorgfältig und akribisch und …
E. Lia: Vielleicht musst du alles ein bisschen qler angehen.

Just in diesem Moment gründet sich nebenbei das Motivations-Duett S. Gruen und T. o'Chaos, kurz auch Sephrin (Trotz des Klanges definitiv kein Medikament, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! - Anm. d. R.), und springen dem verwirrten D. Noughts mit einem - mit guten Willen als synchron zu bezeichnenden - Gejodel bei. Wie uns Staranwalt F. Lehrling zwischen Tür, Angel und aus heruntergefallenen Paragraphen bestehendem Flurbelag mitteilte, wäre die Wiedergabe aus rechtlichen Gründen eine GEMAinheit, die zu leisten uns in Konflikt mit den Genfer Konventionen bringen könnte. Hilfsbereit springt A. Dsartha - die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft - auf, die ihre acht unsichtbaren, von Haibissen malträtierten Beine eh eher schlecht als recht am Frühstückstisch untergebracht bekommen hat.
A. Dsartha: Ich geh mal den Witz suchen. Kommt jemand mit?

Kein Gelächter. Der Azubi schläft noch oder wird gerade von den Haien gefressen oder hält das Klimmbimm und Tralala tatsächlich für bare Münze. Apropos bare Münze: So oder so wird's vom Gehalt abgezogen.

Zweite Szene
Der Tiergarten. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2015. Dies sind defintiv nicht die Abenteuer der Pandabären, vor deren Gehege sich in angespannter Erwartung auch unsere heldenhaften Zoobesucher befinden, denn die Pandabären tun ...

L. Ibertine: Die machen einfach gar nichts. Tiere sind so langweilig, die schlafen den ganzen Tag nur.
W. Wanderer: Was für ein Lotterleben!
S. Ternchen: Vielleicht sollten wir ihnen eine ganze Ladung Red Bull einverleiben. Und dann übernehmen sie meinen Nachtdienst und ich … kann schlafen.
W. Wanderer: Was für ein Lotterleben!

Aber die Pandabären tun weiterhin … so wirklich gar nichts. Sie liegen einfach nur herum und führen so manch fauler Socke vor den Glasscheiben vor, warum das Hereinkommen ins Paradies eventuell weniger ein Problem ist als das Herauskommen. Doch Spinne von Welt A. Dsartha lockert nur kurz die Gelenke ihrer acht Beine und versinkt in Erinnerungen.

A. Dsartha: Ich habe auch mal Stacheln an kleine Kinder verschenkt. Damals war ich noch nett!
W. Wanderer: Was für ein Lotterleben!
D. Noughts: Ich glaub, W. Wanderer hat einen Sprung in der Platte.

Indes laufen S. Ternchen und l.u. davon und kehren mit zwei Stücken Knusperbrot zurück, eine schmale Krümelspur ist ihnen dicht auf den Fersen, als wollten sie ihrer Heimat oder zumindest den schlafenden Pandas ein Zeichen ihres Überlebens … [Anm. d. Red.: Versteht irgendjemand noch, warum die eigentlich in den Zoo gegangen sind? Ach ja, da war ja was: Sephrin und A. Dsartha … aber sonst? Na ja, ähm, weiter im Text. Also nehmen wir an, die Szene endet hier – so unauffällig wie W. Wanderer, wenn er eine Vernissage betritt.]

Dritte Szene

In trauter Gemeinsamkeit sieht man die ganze Gruppe bei der abendlichen Fütterung. Während die Kiefer mahlen, darf sich so mancher Gaumen ganz für sich freuen, während Blicke und Gedanken auf Bildschirme huschen. Dort muss das Runde ins Eckige, und viele Dortmunder scheinen etwas im Auge zu haben, während De...dé...derdahalt über den Rasen trabt.

I. Bi: (kurz dazwischenflimmernd) Das verpasst ihr gerade!
A. Dsartha: Aber dafür haben sie hier Pago.
L. Ibertine: Pampelmuse-Gorgonzola?
T. o'Chaos Paradiesapfel-Gofio?
A. Dsartha: ...

Währenddessen schielt E. Lia mit sichtlicher Skepsis auf den nebenstehenden Teller von Feinschmeckerin S. Niffu, auf dem sich afrikanische Gemüseküche dampfend ausbreitet. Gekrönt wird der exotische Genuss von fein drapierten Kochbananen, die den feinen Gaumen S. Niffus erfreuen sollen.

E. Lia: Was ist das, Walfleisch?
S. Gruen: Sollte das nicht ein vegetarisches Gericht sein?
K. Banane: Aber ... aber ... ich habe mir solche Mühe gegeben!
E. Lia: (mit der gewichtigen Miene eines Experten) Aber es sieht doch wirklich so aus, oder?
K. Banane: (den Träne nahe) Ihr ... ihr seid so gemein ... Ich habe so hart an mir gearbeitet! ... all die Jahre ... all das Chlorophyll
S. Gruen: Nein, wirklich, er hat recht.
S. Niffu: Könnt ihr nicht mal aufhören, mein Essen zu mobben? ...
K. Banane: Ohdankewenigstenseinehatmichlieb (schluchzt)
S. Niffu: ... Das esse ich noch!

Mit wilder Entschlossenheit hebt S. Niffu das Besteck und schneidet - leider die Fassung, da dies ein öffentlicher Sender ist. Das Kamerabild dämmert hinweg und blinzelt sich erst wieder wach, als der Abend sich im Lichte eines scheinbar harmlosen Traditionsspieles präsentiert. Auf der einen Seite kämpft D. Noughts tapfer mit den Regeln, während das gleißende Licht von S. Gruens Heiligenschein auch noch seine Schultern erreicht.

W. Wanderer: Aber wir spielen alle noch zu nett und fallen einander gar nicht in den Rücken!
S. Gruen: Das würde ich niemals tun! (strahlt ein wenig heller)
L. Ibertine: Aber ich bin ja auch erst Stufe zwei!

Der Protest der Zauberin geht leider etwas unter, als das Huhn auf ihrem Kopf leise im Halbschlaf gackert. Auch der wild mit Buckler und Bastardschwert fuchtelnde Zweihänder klirrt in das Geschehen, während L. Ibertine ihn hinter ihrem Rücken zu verstecken versucht, um mit der anderen Hand die beeindruckende Ghularschpeitsche zu verdecken. Von W. Wanderers mächtig beeindruckenden Titel mächtig beeindruckt, regt sich etwas auf der anderen Seite des Spieles.
T. o'Chaos: Okay, dann ist das Monster, gegen das du kämpfst, jetzt episch und hat einen Kumpel dabei (wirft gedankenverloren Karten ab)
W. Wanderer: Hey!

Mit einem mächtig beeindruckenden Satz flüchtet er sich in den Mind's Palace, während die in himmlischen, friedlichen Licht erstrahlende Gestalt S. Gruens das Monster krault.
S. Gruen: ... habe ich gewonnen? Dann können wir nämlich aufhören mit diesem furchtbar grausamen Spiel!


LästeraTopia – Auch wenn du kein Ding hast, versuch's trotzdem (sic!)



Z. Ack schaltet den Fernseher ab, klopft zweimal auf den hohlen Kasten, damit auch ja kein Irrsein seinen Weg von innen nach außen findet ...

W. Wanderer (flüsternd): Verhaltet euch unauffällig, dann finden wir einen Weg hier raus. Ich habe in meinem Mind's Palace schon einen Weg skizziert ...

... und dann geht Z. Ack Fenster putzen. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Und jedem Essstäbchen sein Essstäbchen. Gell?

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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