Es ist: 13-04-2021, 21:19
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Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Beitrag #11 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Moin Lanna,
tut mir echt Leid, dass es jetzt erst was mit den Antworten wird, aber die letzten Wochen und Monate hatte ich vieles im Kopf, nur das Schreiben und Literatopia nicht Icon_nosmile

Naja, los gehts Mrgreen

Zitat:Als jemand, der sich nur hin und wieder am sporadisch mit dem Vorgang der Jagd beschäftigt, bin ich mehr Laie als sonstwas, aber ein Reh mit einem Speer zu jagen, noch dazu zu Pferd … das kommt mir merkwürdig vor. Ein Reh würde ich eher zu Fuß und mit Pfeil und Bogen jagen. So ein Pferd macht ja doch recht viel Lärm im Wald und man kann sich nicht gut anpirschen. Außerdem kann das Reh ins Dickicht springen und man selbst kommt mit dem Pferd nicht durch. Pferde im Wald scheinen mir sehr unpraktisch, da der Platz doch eher begrenzt ist.
Praktisch gesehen hab ich aber keine Ahnung, wie man Rehe jagt(e).

Generell ist das wohl richtig so aber hierbei handelt es sich um eine Treibjagd, wie sie so oft von den Fürsten des Mittelalters ausgeführt wurde. Öfter wohl auf zb Wildschweine, bei deren Jagd dann die Saufeder benutzt wurde, als ein speerähnlicher Gegenstand. Ich muss zugeben, dass ich diesen ganzen Jagdvorgang mit den Treibern und allem pipapo ausgeblendet und mich nur auf diese Verfolgung Níso-Reh konzentriert hab.
Zu dem Pferd: Jo, in richtigem Dickicht wird das wohl nix, aber in einem gemäßigten Wald sollte das klappen mit dem Reiten. Kann als ebenfalls Jagd-und-Pferde-Laie zwar auch keine Garantien geben, inwieweit das so gemacht wurde und überhaupt sinnvoll ist, aber mir erscheint es relativ durchführbar ;D

Zitat:Oh, und ich finde es sehr unpersönlich, wenn uns der Perspektiven-Träger mit »Der Graf« vorgestellt wird. Im Verlauf des Textes bekommt er ja einen Namen, da fände ich es netter, wenn er den von Anfang an schon hat. Muss man dann gucken, wo man sein Graf-sein gut eingebaut bekommt, oder ob es für diesen Abschnitt überhaupt nötig ist, dass der Leser das weiß.
(Meine erste Assoziation bei »Der Graf« war übrigens die Band »Unheilig«, deren Sänger sich ja auch »Der Graf« nennt )

Ich glaube, dass Problem kann ich einfach lösen, indem ich ihn das erste Mal "Graf Níso" nenne Icon_smile

Zitat:das erste »weniger« könnte man durch »kaum noch« ersetzen; oder das zweite durch »einigen«;
Da du hier ja eine (inhaltlich) sehr schnelle Stelle hast, bremsen Wörter wie »allmählich« und »begann langsamer zu werden« ziemlich stark ab. Damit beschreibst du Vorgänge als langsam, obwohl sie Szene selbst ja schnell ist.
das »allmählich« würde ich daher komplett streichen – dass das Reh langsamer wird, ist allerdings schon eine wichtige Information. Wenn du das »begann … zu werden« weglässt, klingt der Satz schon wesentlich knapper: »und das Reh wurde langsamer«
Oder du baust ein anderes Bild, das sich »schnellerer« Wörter bedient:
»und die Flucht des Rehs verlor an Kraft« oder sowas …

Das zweite "weniger" wird ersetzt, das ist tatsächlich eine unnötige Wiederholung. Zu der Geschwindigkeit mach ich mir nochmal ein paar Gedanken, deine Vorschläge klingen aber auf jeden Fall interessant.

Zitat:Wieder kein Expertenwissen: Wenn der Speer das Tier an den Hinterläufen erwischt, würde die Wucht des Einschlags es da nicht eher hinten zur Seite reißen? Also ich persönlich würde eher die Hinterläufe einknicken lassen – hab aber keine Ahnung von sowas *lach*

Wie so ein Reh auf einen Speer in den Hinterläufen reagiert hab ich hier relativ frei geraten muss ich zugeben, guck ich nochmal drüber und schlage das mal nach Icon_wink

Zitat:Allgemein ist mir die Jagdszene am Anfang zu lang. Das liegt unter anderem daran, dass ich Jagdszenen ansich nicht so spannend finde und hier auch nichts wirklich Handlungsrelevantes oder Charakterisierendes entdecken kann.
Anders wäre das, wenn man zum Beispiel das Pferd weglassen würde, eine normale Pirsch, die nicht so voller Hektik ist, sondern den Fokus stärker auf den Grafen lenkt. Während er dann im Unterholz lauert, könnte man einige Charakterzüge einbringen: Wartet er reglos darauf, dass er einen absolut perfekten Schuss setzen kann oder nutzt er die erste Gelegenheit, die sich bietet? Bewundert er seine Beute, weil sie so elegent und grazil ist oder verachtet er sie, weil sie so naiv und gutgläubig ist – gar feige, da sie wegrennt, sobald er ein Geräusch hört? Ist die Jagd für ihn Spaß, Ablenkung oder einfach nur Pflicht? Zieht er Parallelen zur Politik? Von wegen: Ein falscher Schritt, ein unachtsames Geräusch kann die ganze Vorbereitung zunichte machen und misstrauische Leute aufschrecken …
Dadurch würde die Jagdszene an Tiefe gewinnen und den Leser direkt in das Denken des Grafen einführen.
(Falls es dich nervt, dass ich ständig solche … »Änderungsvorschläge« mache, sag bitte, bitte Bescheid. Ich will dir nix aufdrängen oder deine Geschichte verändern oder gar lenken … Mir kommen die Idee beim Lesen der Geschichte und ich denke, diese Betrachtung aus einem anderen Blickwinkel könnte dir weiterhelfen. Aber wie gesagt – wenn es dir zuviel wird, sag einfach Bescheid, dann halte ich mich damit zurück)

Klingt generell sinnvoll, die Politik so einzubauen. Mir persönlich gefällt dieser temporeiche Einstieg einer Jagd aber sehr gut, ich werde aber versuchen, den Charakter des Grafen sinnvoll mit dieser zu verknüpfen.

Zitat:Der erste und der letzte Satz sagen im Prinzip das gleiche aus; der letzte Satz ist allerdings viel näher an der Figur dran, daher würde ich den ersten einfach streichen.
Dann könntest du auch das »Duft« aus dem zweiten Satz durch »Geruch« ersetzen und hättest keine Wortwiederholung.
Hier zum Beispiel ist der Graf hervorragend in seine Umgebung eingebunden, eine für mich interessantere Szene als die Hetzjagd.

Volle Zustimmung, das mach ich so :D

Zitat:Ah, interessant. Also einerseits sehnt er sich offenbar nach seiner Kindheit, nach Zeiten, in denen er keinerlei Verantwortung trug – aber andererseits scheint er das Grafendasein voll auszukosten; besonders viel Verantwortung trägt er also immer noch nicht. Vermutlich sind ihm die ganzen Pflichten lästig, die mit dem Titel einhergehen, der vollgestopfte Tagesablauf. Man bekommt recht schnell ein Bild von Niso, schön

Freut mich, dass das so gut rüberkommt Icon_wink

Zitat:Hm … klar, er ist der Graf und wird vermutlich keine niederen Arbeiten tun … aber er hat da ein ausblutendes Reh liegen und ein verschwitztes Pferd. Wie gesagt, ich bin kein Jäger, aber muss man da nicht noch irgendetwas … tun? Oder übernehmen seine Begleiter das dann gleich?
Ich stells mir irgendwie merkwürdig vor, dass er jetzt da auf ner Wiese neben einem toten Reh steht, die Arme verschränkt und nix tut als warten *lach*

Wie du vorher schon geschrieben hast, Níso hat das mit der Verantwortung nicht so und ist es von Kindesalter her gewohnt, dass immer jemand da ist, der selbst die einfachsten Arbeiten für ihn erledigt. Somit gibt es für ihn keinen Grund, etwas zu tun, außer er selbst oder sein privatester Eigentum (wie eben das Messer als Familienerbstück, welches er unverzüglich reinigt) sind "in Gefahr".

Zitat:Hm … die Aussage ist missverständlich:
Ein Scharfrichter ist ja derjenige, der mit dem Schwert richtet, also auch das Urteil vollstreckt. Niso hat aber nur den Befehl zur Tötung gegeben, oder?
Außerdem stimmt der Bezug hier nicht (falls ich es richtig verstehe): Wenn Niso »ihr« Scharfrichter war (also der Scharfrichter seiner Gefolgsleute?), dann hat er seine Gefolgsleute hingerichtet? Und so viele Leute einzuweihen, die mich mit diesem Wissen gar stürzen könnten, scheint mir unklug. Niso dagegen ist noch stolz darauf, zu solchen Mitteln zu greifen. Dadurch wirkt er machthungrig, aber unvernünftig (worauf ja auch schon die Gelage hinweisen); er scheint sich in der Politik nicht wirklich auszukennen, sich nicht auf Heimlichtuerei und Ränkespiele zu verstehen. Wenn du willst, dass er so rüberkommt, ist es dir – zumindest bei mir – gelungen

Ja, hier habe ich die Definition von "Scharfrichter" wohl ein wenig gestreckt^^
Vlt. fällt mir hier noch ein besseres Wort ein, aber es sollte eben rüberkommen, dass er praktisch auf ihren Rat hin etwas ausführt, also nicht mehr der alleinige Herr über sich selbst ist, sondern sich auf die Ratschläge anderer eingelassen hat und nur noch ausführt.
Und genau - Ränkespiele und sowas sind nicht sein Ding, weswegen dieser ruhige Einstieg mit den Parallelen zu eben diesen in der Politik bei ihm auch nicht so passend gewesen wäre.

Zitat:Also ist Niso bei dem Überfall auf den Herzog dabeigewesen? Kann ich mir nicht so recht vorstellen, bei einem, der Gelage feiert, dass er sich mit dem einfachen Soldatenvolk im Wald auf die Lauer legt *lach*

Jo er war dabei, das sieht man dann auch schon im ersten Kapitel. Ich werde das wohl noch in den Prolog einbauen denke ich. Und auf die Lauer legen tut er sich nicht, er tritt erst in Erscheinung, als die Drecksarbeit schon verrichtet ist Icon_wink

Zitat:Öh … für eine solche Jagdgesellschaft ist es aber ziemlich peinlich, mit nur einem Reh und einem schwächlichen Fuchs zurückzukommen, wenn man den ganzen Tag unterwegs war *lach* Also das klingt hier so hochtrabend, als wären der Graf und seine Jäger mit großem RömmPömmPömm ausgezogen, unter wehenden Fahnen und einer ganzen Meute prächtiger Jagdhunde … und dann tobt die Menge, wenn sie ein Reh erwischen?
Gut, es steht ja nun nirgendwo, wie groß die Jagdgesellschaft ist, aber wenn die Menschen sogar bis in die Nacht aufbleiben, muss es doch schon ein eher ungewöhnliches Spektakel sein, oder?

Ich sag es mal so: Es hat Vorteile, wenn man dem Grafen schmeichelt und bis in die Nacht auf den Grafen wartet, selbst wenn die Ausbeute mager ist. Die Menschen sind hier die Kulisse, auf die der Graf sich verlässt.

Zitat:Das ist zwar für sich ein schönes Bild, aber in dieser Situation will es mir nicht passen. Der Graf selbst (er ist ja Perspektiventräger) denkt über das einfache Fußvolk, dass es wie Wölfe über ihn herfällt? Wölfe sind ja meist ein Symbol für Mut, Stärke, Respekt/Angst, Gier … das mag mir so zum Volk nicht passen. Ich fände etwas in die entgegengesetzte Richtung ansprechender / aussagekräftiger: »Wie eine Herde Schafe drängten sich die Burgbewohner um das Gefolge des Grafen« oder sowas … also eher den Vergleich mit einem Tier, das als folgsam, dumm, schwach gilt.

Das stimmt, hier hinkt der Vergleich ein wenig. Das mit den Schafen ist besser Pro

Zitat:hey, tolle Idee Sagt einiges über Niso aus

:D Hier zeigt sich auch nochmal die Idee von den Menschen als essentielle Kulisse für Níso. Die Untertanen MÜSSEN ihn einfach bejubeln, wenn er nachhause kommt. Er steht im Zentrum und das findet er auch gut so.

Zitat:Du hast im Text einige Stellen, an denen ich finde, dass man als Leser auf der Stelle tritt. Hier als Beispiel eine davon:
Die häufige Wiederholung von »Graf« wirkt ein wenig so, als würdest du auf Nummer sicher gehen wollen, dass der Leser auch wirklich mitbekommt, dass Niso ein Graf ist. Vor allem, weil die Erwähnung des Grafen oft überflüssig ist.
So würde ich zum Beispiel die Anrede »mein Graf« bei »Untertanen« nicht benutzen, sondern da eher sowas wie »Durchlaucht« »Hochwohlgeboren« oder »Hoheit« … wenn der General zum Beispiel »mein Graf« benutzt, schwingt da tiefe Loyalität, Treue und Untergebenheit mit. Die würde ich dem Hofmeister jetzt nicht unbedingt anrechnen, der ist halt höflich und respektvoll, weil er sein Leben mag *lach* (alles natürlich nur Vorschläge)
bei der »Beute des Grafen« ist der Graf ebenfalls überflüssig, da 1. außer dem Fuchs keine andere Beute gemacht wurde und 2. dem Leser klar sein sollte, dass der Hofmeister nicht auf fremde Beute deutet. Man könnte auch einfach »auf das (erlegte) Reh« schreiben.
Das mit den Signalen für den Graf verstehe ich nicht – meinst du sowas wie eine Geheimsprache? Also wenn Insuljo sagt: »Die Jagd war gut« meint er damit was ganz anderes? Aber was meint er denn hier? Dass er mit dem Graf sprechen muss? Das tun sie aber doch schon die ganze Zeit.
Ich verstehe nicht, warum Niso Insuljo zu sich heranwinkt, sie stehen sich doch gegenüber? Da könnte Insuljo doch auch einfach so seine Stimme senken und das mit Nhani sagen. Wenn diese Botschaft streng geheim ist, würde ich einen anderen Zeitpunkt wählen, denn im Moment steht der Graf noch umringt von all seinen Untertanen rum und wird von allen bejubelt.

Wie das aussehen könnte:
»Wie ich sehe, war die Jagd erfolgreich, Durchlaucht«, sagte Insuljo und deutete mit einem gezwungenen Lächeln auf das erlegte Reh. Solche Floskeln verwendete der Hofmeister nur, wenn er etwas Wichtiges mitzuteilen hatte, was nicht für fremde Ohren bestimmt war.
Neugierig / Beunruhigt / Gelassen winkte Niso ihm, sich ein Stück von der Jagdgesellschaft zu entfernen.
»Nhani wünscht, Euch zu sehen«, ließ Insuljo in schließlich leise wissen und behielt dabei die Menge im Auge.
»Ihr lügt. Nhani wünscht sich nichts«, erwiderte der Graf belustigt.

Jo, die Anreden könnte ich noch verfeinern, denke ich.
Zu der Sache mit den "Signalen" hatte ich gehofft, dass es so rüberkommt wie in deinem Vorschlag. Das guck ich mir nochmal an.

Zitat:Öh … wieso gibt der Graf diese Anweisung? Bei der Jagd sind doch die Innereien mit das tollste, was so abfällt, da wäre es ja doof, wenn die sonst immer weggeworfen werden. Dadurch, dass der Graf seinem Hofmeister so einen Auftrag gibt, klingt es aber so, als wäre es etwas Unübliches.

Da muss ich gestehen, dass ich die Inneren nicht für das tollste gehalten hab^^ Kann das aber so drehen, dass die Innereien nicht verarbeitet, sondern als ganzes und unberührt behalten werden sollen. Das werde ich noch klar rausstellen.

Zitat:Hm … der Einwurf, dass er sich zu den Kerkern aufmacht, wirkt etwas fehlplatziert, weil er ja erstmal zur Burg geht und ein Bad verlangt – den Zusatz würde ich erstmal streichen (»und machte sich zu den Kerkern auf«), weil ja direkt im folgenden Absatz nochmal erwähnt wird, dass er in die Kerker geht.

Recht hast du Icon_smile

Zitat:Den Kerker direkt von der Eingangshalle aus erreichbar zu machen, scheint mir eine weniger gute Idee. Sollte es mal zu einem Ausbruch kommen, hätten die Gefangenen die Haustür ja direkt vor der Nase. Ich würde den eher tiefer in die Burg reinverlegen, zum Beispiel unterhalb der Soldatenquartiere, falls es sowas gibt. Wenn dann jemand ausbricht, stolpert er erstmal in die Kaserne
Nachtrag: Achso, es gibt gar keine Gefangenen mehr da? Aber es gab sie mal, also war die Lage früher trotzdem ungünstig

Okay, ich hätte damals keine Burgen bauen sollen :P
Vlt bau ich da noch ein weiteres Tor dazwischen ein oder sowas in der Art Mrgreen

Zitat:In der Szene mit Nhani fehlen mir persönlich ein paar Hinweise darauf, wie Niso das Ganze findet. Bewundert er Nhani und das, was sie tut, oder verabscheut er es, fürchtet er es? Ist er in sie verliebt oder hat er Angst, dass sie ihn verflucht, wenn er ihr nicht gehorcht?
Seine Aufregung bringst du deutlich rüber, aber warum genau er aufgeregt ist, bleibt mir verborgen.
Ich selbst finde es ja abstoßend und hätte Angst vor jemandem, der rohe Tierherzen isst (und nichts anderes) – aber wie tickt Niso? Am ehesten würde ich vermuten, dass er in Nhani verliebt ist, wobei ich dann vielleicht noch ein bisschen auf ihr Äußeres eingehen würde. Oder wenn es mehr Richtung Besessenheit gehen soll, könnte sein Unvermögen, irgendetwas gegen sie zu tun – ihr Widerworte zu geben – deutlicher hervorgehoben werden.

Hier vermutest du vollkommen richtig, das wird später aber noch deutlicher alles Icon_wink

Zitat:Ohoh, eine neue Prophezeiung … wird es um Blir gehen, der den Grafen töten wird?
Die »Erleichterung« beim Grafen finde ich etwas unglücklich gewählt, denn ich vermute mal, er wird die Innereien gerade aus diesem Grund aufgehoben haben. »erleichtert« klingt so nach: »Ach, Gott sei dank hab ich die Herzen aufbewahrt, was ich sonst nie mache« … Also mehr so ein Glückgehabt – aber es war ja so von Niso geplant

Jo, das werde ich dementsprechend ändern.

Zitat:Sag ich ja Rätsel … wobei ja Niso bisher der unsympathische Antagonist ist, von daher wird er vermutlich falsch liegen, sich falsch entscheiden und die Prophezeiung zu hören bekommen, die er gar nicht hören will. Immerhin war der Fuchs schwächlich und das Reh prächtig.
Aber als »Rätsel« würde ich das nicht bezeichnen, eher als »Test« oder … hm, Test klingt so modern … »Prüfung«?

Wir werden sehen :P
Ob "Rätsel" oder "Prüfung" ... mh, "Prüfung" klingt für mich nach "aktiver Mitarbeit", ein Rätsel kann einem auch einfach nur vorgelegt werden und passt deswegen erstmal besser denke ich.

Zitat:Wieder so eine Stelle, wo es Informationen doppelt gibt. Was Nhani will wurde vorhin schonmal gesagt.

Stimmt, aber als abschließende Zusammenfassung gefällt mir das eigentlich ganz gut, mal gucken, ob ich die Erwähnung davor noch umschreibe.

Zitat:Interessiert sich Niso – also Graf, der gewiss andere Dinge um die Ohren hat und sowieso gerne mal feiert – tatsächlich für jeden einzelnen Soldaten? Ich weiß nicht, für mich klingt das merkwürdig, dass er von jedem Tod berichtet bekommt. Soldaten sterben halt ab und zu, da kann man doch nicht immer zum Grafen persönlich rennen und das erzählen.

Interessieren tut er sich dafür nicht, aber von einem toten Soldaten in Friedenszeiten wird dem Grafen schon berichtet, wenn auch nur routinemäßig und ohne große Eile.

Zitat:Ah watt, sag bloß? Die Frau bekommt nichts außer Wasser und Herzen – womit denn, außer mit Blut, hätte der Stern gemalt sein sollen? Ein Blitzmerker is er nicht, unserer Herr Graf
Gegen die häufige Erwähnung seines Titels könnte man folgendes tun:
»Niso tat es ihr gleich und sie verbeugten sich voreinander. Dabei fiel dem Grafen ein kleiner Dolch auf, der an ihrem Rock baumelte. Damit schien seine Vermutung bestätigt: Der Stern musste mit Blut gemalt worden sein.«

Der Vorschlag gefällt mir Icon_wink Die finale "Erkenntnis" soll die Tatsache nur nochmal rausstellen, mal gucken was ich damit mache^^

Zitat:»meine ...« ? Was hat er denn da sagen wollen? (Interessiert mich nur, sollte allerdings auch aus der Geschichte irgendwie klar werden)
die zweimal »nicht mehr« sind nicht nur unschön, sondern machen den Satz auch schwer zu lesen.
»und merkte, dass er Nhani nicht mehr als Untertanin sondern als Freundin sah.«
wobei es merkwürdig ist, dass das von jetzt auf gleich zu gehen scheint. Normalerweise ist das ja ein langsamer Prozess (den ich aufgrund dieses einen Treffens aber nicht nachvollziehen kann). Wieso sieht er sie als Freundin? Was verbindet die beiden, haben sie Gemeinsamkeiten, sprechen sie auch über private Dinge?
Bisher wurde Nhani charakterisiert als die Frau, die im Kerker lebt, Tierherzen isst und daraus Prophezeiungen hört. Da ist nichts privates oder persönliches, das Niso über sie denkt, was er von ihr weiß – und auch das Gespräch zwischen den beiden ist sehr kalt und unpersönlich.

Darüber muss ich mir nochmal ausführliche Gedanken machen glaube ich.

Zitat:Dieser Teil hat mich leider bisher am wenigsten überzeugt. Zum Teil wirkt es sehr lieblos runtergeschrieben, als wolltest du erstmal die Handlung durchbekommen – abhaken, was so alles passieren muss – und hast dabei die Atmosphäre und das Drumherum vergessen.
Trotzdem zeichnest du Niso als Charakter schon recht klar, für ihn ist die Grafenposition Last aber auch Macht. Seine Beziehung zu Nhani dagegen bleibt verschwommen. Allgemein neigst du dazu, Personen entweder sehr genau vorzustellen (Der Hofmeister, Nhani) oder sie bleiben total gesichtslose Statisten (die Jagdgesellschaft, die Dienerschaft / Wachen). Dabei wirkt der Hofmeister bisher nur wie eine Randfigur – dafür wäre sein Auftritt mMn zu umfangreich beschrieben, mit zu vielen Worten.

Okay, an der Atmosphäre werde ich noch arbeiten, vor allem die Übergänge der einzelnen Szenen sind sehr lieblos das stimmt.
Freut mich aber sehr, dass Níso schon so deutlich rüberkommt, über die Beziehungen zu den anderen Personen/Gruppen erfährt man in den nächsten Kapiteln noch einiges, sodass ich da nicht vorweg greifen will Icon_wink

Zitat:Außerdem wiederholst du dich gerne mal, bleibst quasi an einer Stelle kurz hängen. Da hilft vermutlich nur aufmerksames Durchlesen und umschreiben solcher Stellen. Statt etwas zweimal mit ähnlichen Worten zu sagen, sag es entweder nur einmal, oder ergänze beim zweiten Mal noch weiteres Details. Das gilt auch für Gespräche, wie zum Beispiel hier:

Zitat: „Ich werde mit dem kommen, was für mich spricht“.
„Dann kommt um Mitternacht“, sagte Nhani und bedeutete ihm zu gehen.
„Ich werde kommen“, sagte der Graf und öffnete die Tür.
„Ich weiß“, sagte sie und lächelte.


Vermutlich willst du hier dieses »Ich weiß« drin haben, so von wegen: Ich bin Hellseherin, klar weiß ich, dass du kommst.
Aber als Leser liest man zuerst mal:
»Ich komme« - »Ja, dann und dann« - »Ich komme« - »Ja.«

»Ich werde mit dem kommen, was für mich spricht.«
»Um Schlag Mitternacht erwarte ich Euch«, sagte Nhani und bedeutete ihm zu gehen.
wenn die Hellseherei noch drin sein soll vielleicht noch zusätzlich:
Er trat auf den Gang zurück, da klang die raue Stimme wie ein Flüstern noch einmal an sein Ohr. »Ihr werdet pünktlich sein.«
oder sowas. Bissl geheimnisvoller, schauriger.

Allgemein könnte die Stimmung für meinen Geschmack viel düsterer und beklemmender sein. Da wohnt eine Frau im Kerker, die Tierherzen isst und daraus die Zukunft vorhersagt! Aber das schwingt nicht mit, die Bedrohung oder die Abscheu oder was immer Niso bei diesem Besuch verspürt, ist überhaupt nicht da. Alles wird sehr nüchtern und knapp beschrieben.

Da hast du vollkommen Recht, das wird alles nochmal durchgeguckt und wohl auch recht umfangreich bearbeitet, danke für die vielen Vorschläge und das genaue Durchschauen an dieser Stelle Icon_wink

Zitat:Oh und da frag ich mich grad: Wofür sind die Wachen? Für Nhanis Sicherheit oder wird sie dort bewacht? Würde es nicht reichen, die Tür einfach abzusperren?

Das zeigt sich demnächst Icon_wink

Zitat:Und verhungert die gute Frau nicht, wenn bei einer Jagdgesellschaft nur zwei Herzen abfallen? Da müssten sie ja jeden Tag jagen. Die Ausbeute ist jetzt natürlich verständlich – du willst die Entscheidung zwischen Reh und Fuchs – aber dann würde ich vielleicht einfach Niso und Korn auf die Pirsch gehen lassen, ohne großen Jagdaufmarsch, sondern zum Spaß oder warum auch immer. Vielleicht hat Niso auch eine düstere Vorahnung, dass Nhani bald neue Herzen brauchen wird. Sowas kannst du andeutungsweise ruhig schon mitklingen lassen, bevor es dann wirklich zur Sprache kommt. Andeutungen im Sinne von »Er hasste die Jagd, aber bald würde der Ruf nach frischen Tierherzen wieder laut werden« oder sowas (natürlich nur sinngemäß), steigert die Spannung und weckt die Neugier.

Obwohl es mich jetzt erzähltechnisch nicht überzeugt hat, ist es inhaltlich interessant: Ein Graf, der sich die Zukunft von einer herzenfressenden Hexe erzählen lässt, ihr offenbar verfallen ist und von diesen Prophezeiungen mehr oder weniger viel hält. Sie scheint ihn gut unter Kontrolle zu haben – er selbst wirkt mehr wie eine Marionette. Gute Konstellation und auf den ersten Blick bisher ein interessanter Antagonist. Mach was draus!

Zu der Nahrungsfrage: Das klärt sich schon noch, da will ich erstmal nix zu sagen Icon_wink
Danke für deine ausführliche Kritik, hilft mir sehr das ganze :D

Schöne Grüße,
Jonas


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