Es ist: 13-04-2021, 20:06
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Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Beitrag #1 |

Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Die Geschichte von Blir - Kapitel 2: Nhanis Prophezeiung
Prolog Kapitel 1 Kapitel 2 Kapitel 3 Kapitel 4

Du entkommst mir nicht!
Der Graf rammte seinem Pferd die Fersen in die Seite und trieb es zu Höchstleistungen an. Das Reh schlug einen weiteren Haken und verschwand hinter einem Baum. Kurz darauf kam es wieder zum Vorschein, nur um direkt hinter dem nächsten Baum zu verschwinden.
Das wird dir nichts nützen!, dachte er siegessicher und wog seinen Speer in der Hand. Dein Kopf wird meine nächste Trophäe sein!
Er kam dem Reh beständig näher und auch die Haken, die es unablässig schlug, konnten den Abstand nicht wieder vergrößern. Die Hufe des gehetzten Tieres wirbelten Erde auf, doch der Hengst lief unbeirrt weiter. Der Wald lichtete sich allmählich und das Wild fand weniger Deckung. Nach wenigen Augenblicken gelangten sie auf eine Wiese und das Reh begann langsamer zu werden. Dann stolperte es plötzlich, fing sich aber im letzten Moment wieder. Da das Tier durch den beinahen Sturz erneut verlangsamt wurde, sah Níso seine Chance. Mit aller Kraft schleuderte er seinen Jagdspeer nach dem rostbraunen Tier. Der Speer beschrieb einen leichten Bogen und bohrte sich tief in den Oberschenkel des Rehs. Die Vorderläufe knickten ein, aber es fing sich ein letztes Mal. Doch nach wenigen Metern ging es endgültig zu Boden und stand nicht mehr auf. Gemächlich lenkte Níso seinen Hengst vor das gestürzte Tier und blickte ihm tief in die Augen. Die tiefschwarz glänzenden Augen zeigten Furcht, unbändige Todesangst, als würde das Tier ahnen, was ihm bevorstand.
Du weißt, dass du sterben wirst. Dass dein Ende naht.
Mit einem Satz war Níso abgestiegen und ruckartig wich der Kopf des Rehs zurück, als er vor diesem landete. Er umkreiste das regungslose Tier und zog sein Jagdmesser aus der Lederhülle. Voller Bewunderung betrachtete Níso die breite Klinge und den kunstvoll gefertigten Holzgriff, in den das Wappen seiner Familie eingearbeitet war. Er warf dem stilisierten Löwen einen letzten Blick zu und rammte die Klinge in den Hals seiner Beute. Rasch zog er die Hand zurück, wischte die Klinge am rotbraunen Fell ab und steckte das Messer zurück in die Hülle. Er atmete die frische Waldluft ein und nahm den Geruch von Gras in sich auf. Ein leichter Windstoß fegte durch die Bäume und trug den Duft von Moos und Baumrinde heran. Gierig sog der Graf die Düfte seiner Kindheit auf und dachte an längst vergangene Tage. An eine Zeit, in der er unbeschwert durch die Wälder wandern konnte und keinen Gedanken an den Grafentitel verschwendet hatte, der seinem älteren Bruder vorbehalten gewesen war. Dieser Titel war für ihn nie etwas Erstrebenswertes gewesen und so hatte er nie den Eifer verstanden, mit dem sein Bruder davon gesprochen hatte, eines Tages den Thron zu besteigen. Sein Vater war an der Bürde, der Verantwortung zugrunde gegangen. Und nach dem Tod seines Vaters und dem unerwarteten Ableben seines Bruders war Níso an der Reihe gewesen.
Ich habe es besser gemacht. Habe all die Annehmlichkeiten, die der Titel mit sich bringt, in Anspruch genommen, dachte Níso und erinnerte sich schmunzelnd an all die Feste und Gelage, die er auf Burg Nor veranstaltet hatte.
Lässig verschränkte der Graf die Arme und wartete auf den Rest der Jagdgemeinschaft. Er wartete auf Korn, seinen General und alten Gefährten und auf all die Jasager und Speichellecker, die es nicht erwarten konnten, als Lohn für ihre Schmeicheleien eine gut bezahlte Stellung in der Hauptstadt zu erhalten.
Sie waren alle eingeweiht, schließlich waren sie es gewesen, die ihn zur Ermordung des Herzogs von Ardoln gedrängt hatten.
Und er war ihr Scharfrichter gewesen, er, ihr Graf!
Doch er hatte sich selbst von der Ausführung seiner Befehle überzeugen müssen, andernfalls hätte er keine ruhige Nacht mehr gehabt. Zu stark wären seine Zweifel gewesen, jemand hätte den Angriff überlebt. Die letzte Nacht, die erste in der Ardoln keinen Herzog mehr hatte, war ruhig gewesen. So ruhig wie lange nicht mehr, vielleicht hatte dieser Mord ihn von seinen Alpträumen erlöst.
Die ersten Reiter kamen aus dem Wald auf ihn zu. Sie trugen Jagdkleidung aus gegerbtem Hirschleder und ritten braune Hengste - stolze Rösser - aber nichts im Vergleich zu seinem Hengst. Der Graf streichelte sein Pferd und stieg wieder auf. Korn war der erste, der neben dem Grafen erschien.
„Anscheinend ist Euch die Jagdgöttin hold, mein Graf. Wir waren weniger erfolgreich, ein schwächlicher Fuchs, das ist alles“, sagte der General und deutete auf ein wirklich jämmerliches Exemplar auf dem Rücken seines Pferdes.
Nur mühsam konnte der Graf ein triumphierendes Grinsen unterdrücken und warf einen flüchtigen Blick auf das prächtige Reh, unter dem sich mittlerweile eine Lache aus Blut und Exkrementen gebildet hatte.
„Nehmt es Euch nicht zu Herzen, es ist doch nur ein Spiel“, erwiderte Níso.
„Ihr habt gut reden, mein Graf. Kaum erlegt ihr das erste Mal ein größeres Tier als ich und schon werdet Ihr überheblich“, sagte Korn und bedachte den Grafen mit einem gutmütigen Lächeln.
Níso erwiderte die Geste und richtete seinen Blick auf die Bäume, über denen der Himmel schon rot zu glühen begonnen hatte.
„Ich denke wir sollten zurück reiten, es dämmert bald“, sagte er und wandte sich wieder Korn zu.
„Ihr habt Recht, wir sollten zurückkehren.“
Der Graf beaufsichtigte noch einen Diener dabei, wie er das erlegte Reh auf den Rücken seines Pferdes hievte und ritt dann neben Korn an der Spitze der Jagdgesellschaft der Burg entgegen.

Jubel brandete der Jagdgesellschaft entgegen, als sie unter dem Torbogen in die Festung ritten. Es war bereits dunkel, doch die Bewohner wollten sich den Anblick der erlegten Tiere nicht entgehen lassen. Wie Wölfe fielen die Burgbewohner über das Gefolge des Grafen her. Sie beglückwünschten ihren Herrn, der kurz vor der Ankunft das tote Reh auf den Rücken seines eigenen Pferdes hatte legen lassen.
Das macht sich einfach besser!, dachte der Graf als er unter dem Torbogen hindurch ritt.
Kurz nachdem die Gesellschaft den Burghof erreicht hatte, eilte auch schon der Hofmeister herbei. Mit flatterndem Gewand überquerte Insuljo den Burghof und kam wenige Schritte vor dem Grafen zum Stehen.
Schnaufend verbeugte er sich und wischte sich einige Haarsträhnen aus dem Gesicht.
Sein lockiges Haar war kastanienbraun und von ersten gräulichen Strähnen durchzogen, obwohl er erst Ende zwanzig war.
Nachdem der Hofmeister sich wieder aufgerichtet hatte, merkte der Graf, wie Insuljo leicht die Knie einknickte, um nicht größer als sein Herr zu sein. Früher hatte Níso oft hochhackige Stiefel getragen, doch mittlerweile kannte der Hofmeister seine Rolle und spielte sie ausgezeichnet.
„Wie ich sehe war die Jagd erfolgreich, mein Graf“, sagte Insuljo und deutete auf die Beute des Grafen.
„Ja“, gab der Graf knapp zurück und lächelte. Der Hofmeister verabscheute die Jagd und hatte sich solche Höflichkeitsfloskeln schon vor Jahren abgewöhnt, sodass sie nur noch als Signale für den Grafen dienten.
Níso winkte den Hofmeister zu sich heran.
„Nhani wünscht, Euch zu sehen“, sagte der Hofmeister leise, damit es niemand anderes hören konnte.
„Ihr lügt. Nhani wünscht sich nichts“, erwiderte der Graf belustigt.
„Nun gut. Sie verlangt, Euch zu sehen. Unverzüglich!“, sagte Insuljo bestimmt, verbeugte sich knapp und wandte sich von dem Grafen ab.
„Insuljo, sagt den Frauen, sie sollen die Innereien der Tiere aufbewahren“, rief der Graf seinem Hofmeister nach. Dieser drehte sich kurz um und nickte knapp.
Nhani war eine Kräuterfrau, eine Hexe, wie viele sagten, und doch hatte sie dem Grafen oft geholfen. Sie war auch für die Ermordung von Marius von Kalnion gewesen, hatte dem Grafen die Erlösung von seinen Alpträumen versprochen. Sie hatte wieder einmal Recht behalten.
Der Graf wies einen Stallburschen an, sein Pferd in die Ställe zu bringen, verabschiedete sich von der versammelten Menge und machte sich zu den Kerkern auf.

Níso betrat die Eingangshalle von Burg Nor und befahl einem Diener, ihm ein Bad bereiten zu lassen. Dieser nickte kurz und verschwand dann in einem Gang. Níso durchquerte die Eingangshalle und bog an deren Ende in einen Korridor ein, der beständig abfiel. Dieser wand sich spiralförmig der Tiefe entgegen. Links und rechts an den Wänden gab es ab und zu Fackeln, die den Weg erhellten. Nach einer weiteren Linkskurve erreichte der Herzog eine große Eichentür, die von zwei Soldaten flankiert wurde. Beide Soldaten standen lässig an den Wänden gelehnt und unterhielten sich leise. Als sie den Grafen wahrnahmen, schreckten sie alarmiert auf und richteten ihre Blicke nach vorne, als fixierten sie die gegenüberliegende Steinwand.

„Lasst mich durch“, befahl der Graf und die beiden gehorchten sofort und öffneten ihrem Grafen die Tür. Er hatte die Kerker erreicht. Hier wurden Gefangene - wenn es denn welche gab - eingesperrt und gefoltert oder hingerichtet. Doch seitdem Níso die Burg als seinen permanenten Wohnsitz bestimmt hatte, wurden alle Gefangenen sofort in die Hauptstadt überführt, auch wenn Nhani Interesse an krimineller Gesellschaft bekundet hatte.
Als Níso den Türbogen durchquert hatte, wehte ihm der Geruch von Verwesung und Blut entgegen.
Der Graf musste an Nhani denken. Nur wegen ihr waren die Kerker von dem süßlichen Duft toter Tiere erfüllt, wie die Kleidung vom Rauch, wenn man zulange neben dem Lagerfeuer gestanden hatte. Aber wer konnte ihr auch verübeln, dass sie das rohe Fleisch verzehrte, das sie für ihre Prophezeiungen brauchte? Außer dem Wasserkrug, den sie jeden zweiten Morgen von Insuljo vor die Tür gestellt bekam, trank sie nichts und etwas zu essen erhielt sie nie, sodass ihre einzigen Mahlzeiten aus den Tierherzen bestand, die der Graf während der Jagd erbeutete. Auch die Jagdpause im Winter überstand sie ohne Nahrung. Der Graf hatte es schon oft versucht, doch sie wollte nicht mehr. Nicht mehr als ihr Wasser und seine Besuche.
Níso durchquerte den Kerker und öffnete die verrostete Eisengittertür zu einem Gang, an dessen Ende Nhani ihr Zimmer hatte. Die Scharniere der Eisentür quietschten laut, als wollten sie den Grafen vor dem Weitergehen warnen. Als der Graf an Nhanis Tür angekommen war, hielt er kurz inne. Sein Puls beschleunigte sich wie jedes Mal, wenn er kurz davor stand, Nhani wieder zu sehen. Sein Atem ging stoßweise, als hätte er in kurzer Zeit eine lange Strecke zurückgelegt. Aber wie sein hoher Pulsschlag zeugte auch sein erschwerter Atem nur von der Aufregung.
Der Graf klopfte an der Holztür.
„Ich erwarte Euch“, sagte eine süßliche, wenn auch verrauchte Stimme jenseits der Tür. Níso öffnete die Tür und trat ein.
Sie saß in der Mitte eines mit einer roten Substanz gemalten Sternes, wo ein Kreis, der in etwa ihren Umfang im Sitzen hatte, auf den Boden gemalt war. Genau wie immer hatte sie ihren Blick starr zu Boden gerichtet, als würde sie sich schämen oder Níso etwas verschweigen, was dieser für die plausibelste Erklärung hielt. Sofern sie Augen hatte, saßen diese hinter einem Schleier aus schwarzem Stoff, der knapp unterhalb der Nase endete.
„Wie geht es Euch, mein Graf?“, fragte Nhani. Sie kreuzte ihre Beine und legte ihre Hände in ihren Schoß.
„Es geht mir gut und die letzte Nacht war ruhig. Ihr hattet Recht, mal wieder …“
„Ihr zweifelt an mir? Erwartet Ihr nicht, dass meine Prophezeiungen eintreffen? Wenn ja, dann beginnt nicht, in all meinen richtigen Prophezeiungen den Zufall zu suchen, ihr würdet ihn nicht finden“, erwiderte sie kühl.
Nhani war die einzige, von der Níso sich solche Vorwürfe gefallen ließ, warum wusste er nicht.
„Ich zweifle nicht an Euch, nur … Eure Kunst ist einmalig. Und deswegen bin ich jedes Mal wieder verblüfft, wenn Ihr mit Euren Prophezeiungen richtig liegt. Nehmt es mir nicht übel, aber ich kann meine Leute verstehen, wenn sie Euch meiden, schließlich kennen sie Euch nicht“, sagte Níso und schloss die Tür hinter sich. Nun war es stockfinster. Níso hörte, wie Nhani mit ihren Armen herum wedelte und plötzlich war es wieder ein wenig hell, denn Nhani hatte zwei Kerzen entzündet.
„Aber Ihr kennt mich?“, fragte Nhani, die ihre Hände wieder auf ihre gekreuzten Beine gelegt hatte.
„Ich hoffe es. Aber wie Ihr seht, meide ich Euch nicht“, antwortete Níso und setzte sich vor die Tür auf den Boden, genau wie Nhani es tat. Diese blickte plötzlich auf.
„Ist es so bequem genug?“, fragte sie und Níso merkte den Spott in ihrer Stimme. Ihr missfiel der Luxus, den der Graf genoss, das wusste er.
Und doch verzieh sie ihm und beließ es bei gelegentlichen spitzen Bemerkungen, da er sich so oft zu ihr in ihren Kerker begab.
„Ich danke Euch, dass Ihr mich von den Alpträumen befreit habt, gibt es etwas, das ich für Euch tun kann?“, fragte der Graf und überging ihre Stichelei.
„Nichts, lasst mich hier leben und ich bin zufrieden. Aber ich spüre, dass sich eine neue Prophezeiung anbahnt, doch um sie zu entziffern, brauche ich das Herz eines Tieres. Ein frisches Herz.“
Graf Níso war erleichtert, dass er die Innereien der beiden Tiere hatte aufbewahren lassen.
„Ich habe das Herz eines Fuchses und das eines Rehs, beide wurden heute erlegt, was erfüllt seinen Zweck besser?“, fragte der Graf. Ein Lächeln umspielte Nhanis volle Lippen.
„Sucht es Euch aus, ein Herz wird gegen Euch, eines für Euch sprechen“, sagte sie und wahrte ihr Lächeln.
Ein Rätsel!, dachte der Graf, sie will mich prüfen. Der Fuchs ist ein Jäger, das Reh ein Gejagter, sie möchte testen, ob ich die Prophezeiung eines Jägers oder eines Gejagten hören möchte.
Der Graf lächelte.
„Ich werde mit dem kommen, was für mich spricht“.
„Dann kommt um Mitternacht“, sagte Nhani und bedeutete ihm zu gehen.
„Ich werde kommen“, sagte der Graf und öffnete die Tür.
„Ich weiß“, sagte sie und lächelte.

Nachdem der Graf seine Familie begrüßt, ein Bad und ein üppiges Abendmahl zu sich genommen hatte, holte er das Herz des richtigen Tieres aus der Küche und machte sich kurz vor Mitternacht in die Kerker auf. Diesmal nahm er eine Laterne mit und den Holzbehälter mit dem Herzen trug er in der rechten Hand. Nach etwa fünf Minuten erreichte er die Holztür, vor der die beiden Wachen standen. Wieder ließen sie ihn kommentarlos passieren, auch wenn sie überrascht dreinblickten, was den Grafen aber nicht verwunderte. Welche kaiserliche Provinz hatte schon einen Fürsten, der sich der Dienste einer Wahrsagerin bedienen konnte? Niemand! Sicher gab es einen Herrscher, der glaubte eine solche Frau in seinen Diensten zu haben. Doch im Nachhinein waren diese alle Schwindlerinnen und hatten dem Fürsten bis dahin genug Geld abgeknöpft, sodass sie, wenn sie rechtzeitig fliehen konnten, ein schönes Leben führen konnten. Nhani wollte kein Geld. Sie wollte auch keine Diamanten oder Ringe, wie sie die meisten Frauen sofort annehmen würden. Nhani wollte nur seine Besuche, alle zwei Tage etwas Wasser und ihr Zimmer.

Níso klopfte an ihre Tür.
„Kommt zu mir, mein Graf“, sagte sie und er öffnete die Tür und trat ein. Sie saß immer noch oder wieder in der Mitte ihres Sternes und blickte zu Boden.
„Ihr habt das Herz bei Euch?“, fragte sie, schien aber nicht ernsthaft eine Antwort zu erwarten, als sie ihm mit einer Handbewegung bedeutete, sich zu setzen.
„Selbstverständlich“, erwiderte der Graf, setzte sich vor die Tür und legte die Laterne neben und den Behälter vor sich. Sie blickte zu ihm auf. Dann lächelte sie und holte eine Messingschale hervor, warf eine Hand voll Kräuter herein und entzündete sie. Es dauerte eine Minute bis der angenehme, ätherische Duft von Kräutern ihr Zimmer erfüllte.
„Gebt es mir“, forderte Nhani. Er gehorchte und reichte ihr den Holzbehälter. Sie mussten sich beide strecken um den Behälter übergeben zu können, ohne aufzustehen. Während der Übergabe berührte er ihre Hand. Ihre Haut war glatt und geschmeidig, ohne die Anzeichen von Alter oder dem Leben in einem Kerker. Sie lebte nun seit beinahe einem Jahr hier und der Graf hatte sich volle neun Monate gedulden müssen, bis sie ihre erste Prophezeiung, die sie ihm in jener Nacht ihrer Ankunft versprochen hatte, verkündet hatte. Die erste Prophezeiung handelte von einem Unfall, dessen Verletzungen ein Soldat des Grafen erliegen würde. Doch der Graf hörte nicht auf sie und einen Tag später berichtete ihm ein Bote, wie einer seiner Soldaten während einer Patrouille in eine Schlucht gestürzt und dort verblutet war, ohne dass seine Kameraden die Chance hatten, zu ihm herabzuklettern.
Nhani hob den Deckel des Behälters hoch und lächelte. Dann hob sie das Herz heraus. Sie betrachtete es und legte es dann vor sich auf den kalten Steinboden.
„Ja, Ihr seid ein Jäger, Ihr habt das Richtige gewählt. Doch es wird die Nacht über dauern, bis ich die Prophezeiung ganz gehört und verstanden habe. Kommt morgen Abend wieder“, sagte die Seherin und erhob sich. Der Graf tat es ihr gleich. Nhani verbeugte sich tief vor dem Grafen und dieser verbeugte sich vor ihr. Der Graf sah etwas, dass er zuvor noch nicht gesehen hatte: Ein kleiner Dolch baumelte an ihrem Rock und dem Grafen wurde klar, dass der Stern mit Blut gemalt worden sein musste.
„Bis morgen, meine … Nhani“, sagte der Graf und merkte, dass es ihm nicht mehr schwer fiel, Nhani nicht mehr als Untertanin, sondern als Freundin anzusehen.
„Ja, Níso“.


Hier geht´s weiter
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Hier dann relativ sofort im Anschluss das zweite Kapitel, mit dem ich eigentlich sehr zufrieden bin.

Mfg
Jonas


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Beitrag #2 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
... Ich muss sagen, dass ich überrascht bin...
Denn ich hatte erwartet, dass du die Geschichte mit dem Fremden weiterführen würdest.
Die Jagtszene ist sehr gut geschildert, achte jedoch auf die Groß- und Kleinschreibung, denn mir sind während dem Lesen ein paar Fehler aufgefallen!
Kann es sein, dass du dich mit dem Namen des Hengstes vertan hast, denn du schreibst einmal von Morgenrot und eimal von Morgentrost... Schaue dir die Stelle nocheinmal genauer an - sie ist so ziemlich am Anfang!
Achte auch auf Wiederholungen mit "und".
Vor dem ersten Absatz stört dieses und so ziemlich.
Das sind so die Sachen, die mir auf Anhieb aufgefallen sind.
Am Wochenende habe ich mehr Zeit und werde mir deine Geschichte mal näher unter die Lupe nehmen.
Mir hat deine Erzählung ganz gut gefallen und wird mir nach dem Analysieren bestimmt noch mehr gefallen !Icon_cuinlove
Ich bin schon gespannt wie es weitergeht!!!
Auf ganz bald...
Glg,

Sunriseflower*

Denn der Verstand irrt, das Gefühl nie!
(Robert Schuhmann)

Gig jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden!
(Mark Twain)

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Beitrag #3 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Hallo Joromir.

Dann will ich mal weiterlesen.
Du hast mich ja schon mit dem Wechsel der Perspektive angenehm überrascht, das muss ich sagen. Generell find ich die Idee … ach, warte einfach ab, das fass ich nachher zusammen Icon_wink

Zitat:Er würde ihn kriegen! Der Graf trieb sein Pferd weiter an. Das Reh schlug einen weiteren Haken. Es verschwand hinter einem Baum, kam wieder zum Vorschein, verschwand hinter dem nächsten Baum.
Abgesehen davon, dass es „Er würde es kriegen“ heißen muss (das Reh → Es; Ansonsten: der Hirsch → Er), gefällt mir der Einleitungssatz sehr gut.

Zitat:Das wird dir nichts nützen!, dachte der Graf siegessicher und wog seinen Speer in der Hand.
Kleiner Tipp für die Übersichtlichkeit: Gedankengänge am besten immer im Kursiven. Das kannst du im Forum über die Tags bzw erreichen. Für Word oder Open Office gibt es übrigens ein tolles Makro, das Lanna vorgestellt hat, und das dir Fettschrift, Kursives und Unterstrichenes per Tastendruck in „Forensprache“ mit Tags und allem drum und dran übersetzt. → Klick ←

Zitat:Das wird dir nichts nützen!, dachte der Graf
Zitat: Dein Kopf wird meine nächste Trophäe sein,
Auf eines der beiden „dachte“ solltest du verzichten.

Zitat:Nach zwei Minuten
Da sind sie wieder Icon_wink

Zitat:Graf Níso warf seinen Speer nach dem Reh und traf es in den Schenkel. Das Tier strauchelte und fiel dann zu Boden. Graf Níso zog sein Jagdmesser und tötete das Reh.
Hier hast du zweimal hintereinander einen Satzanfang mit „Graf Niso“. Dadurch wirkt die Stelle wie eine Aufzählung. Eine Idee für den zweiten Satz:
„Mit dem Jagdmesser tötete er das Reh.“
Ansonsten kannst du die Stelle vielleicht nochmal ausbauen. Der Graf steigt ab … sieht in die Augen des Tieres …
Irgendwie so vielleicht?
Es geht halt um diesen Aufzählungscharakter, den du durchbrechen musst.

Zitat: Er stieg von seinem Pferd und wartete auf den Rest der Jagdgemeinschaft. Sie waren alle eingeweiht, schließlich waren sie es gewesen, die ihn zur Ermordung des Herzogs von Ardoln gedrängt hatten. Und er war ihr Scharfrichter gewesen, er, ihr Graf!
Zwei Sachen:
erstens → Vielleicht solltest du auch diese Szene noch ausbauen. Einen aus der Gemeinschaft zu Wort kommen lassen, sie etwas plastischer werden lassen. Spielen sie nochmal eine Rolle?
Zweitens → Der letzte Satz ist stark missverständlich. Wenn der Graf ihr Scharfrichter gewesen ist, bedeutet das, dass er sie getötet hat.

Zitat:Zu sehr würden seine Zweifel sein, jemand hätte überlebt.
Das kann man so definitiv nicht schreiben.

Zitat:Die letzte Nacht, die erste in der Ardoln keinen Herzog mehr hatte, war ruhig gewesen. So ruhig wie lange nicht mehr, vielleicht war dieser Mord die Erlösung von seinen Alpträumen gewesen.
Aha, ich bin neugierig. Was hat der gute Graf denn da für Alpträume?
Na, das wird ja wohl noch rauskommen … aber ich bin halt neugierig :D
Weiterschreiben! Icon_wink

Zitat:ritten stolze braune Hengste, stolz, aber nicht annährend so stolz wie sein Hengst, Morgentrost.
Vorschlag:
„ritten stolze braune Hengste – stolz, aber nicht annähernd so stolz wie sein Hengst“

Zitat:„Anscheinend ist Euch die Jagdgöttin hold, mein Graf. Wir waren weniger erfolgreich, ein schwächlicher Fuchs, das ist alles. Ich denke wir sollten Zurückreiten, es dämmert bald“, sagte Korn, an dessen Gürtel ein blutiges Messer hing.
Was ich ein wenig Schade finde, ist deine Angewohnheit, viel zu kurze wörtliche Reden zu verwenden – gut, das kann wieder eine Stilfrage sein. So eine Stelle hattest du im ersten Kapitel auch schon, wo das eine Thema sofort vom nächsten gefolgt wurde. Dadurch wirken die Dialoge etwas gestellt und viel zu hastig.
Einschübe wie „sagte Korn“ u.ä. könntest du z.B. dazu einsetzen, Pausen in der Rede zu machen, die dann den Themenwechsel etwas weniger hastig anschließen lassen:
„[...], das ist alles“, sagte Korn, an dessen Gürtel ein blutiges Messer hing. „Ich denke, wir sollten zurück reiten, es dämmert bald.“
(A propos, „blutiges Messer“:
das würde wenn überhaupt an einer Scheide in seinem Gürtel hängen. Mit einem Messer, locker in den Gürtel gesteckt zu reiten führt im harmlosesten Fall wohl dazu, dass man ohne Hose da steht, im schlimmsten, ohne Niere.)
Alternativ kannst du auch den Themenwechsel über das Verhalten des Charakters – hier Korn – transportieren:
„[...], das ist alles.“ Korn warf einen Blick zurück, wo über den Wipfeln der Bäume der Himmel schon zu Glühen begonnen hatte. „Ich denke, wir sollten zurück reiten. Es dämmert bereits.“

Zitat:„Ihr habt Recht, wir sollten zurückkehren.“
Eventuell solltest du es bei „Ihr habt Recht“ belassen, sonst hast du eine Wiedeholung von „zurück“ drin. Ist aber eher ne Kleinigkeit.

Zitat: der Jagdgesellschaft, auf dem Weg zur Festung Nor.
Ich meine, das Komma ist zuviel, aber ich bin da selbst kein Profi, also solltest du vllt mal irgendwo nachschlagen.

Zitat:Sie beglückwünschten den Grafen, der kurz vor der Ankunft das tote Reh auf den Rücken seines eigenen Pferdes hatte legen lassen. Das machte sich einfach besser!
:D
So so, so läuft das also ab^^
Achso: das Ausrufezeichen ist nicht unbedingt nötig.

Zitat:Er hatte lockiges braunes Haar, das von ersten gräulichen Strähnen durchzogen war, obwohl er erst Ende zwanzig war.
Der Dienst beim Grafen scheint kein leichter zu sein :D

Zitat:Er trug ein ockerfarbenes Gewand aus übereinander liegenden Stoffen und dazu bis zu den Knöcheln reichende braune Rehlederschuhe. Er hatte lockiges braunes Haar, das von ersten gräulichen Strähnen durchzogen war, obwohl er erst Ende zwanzig war. Seine Augen hatten die Form einer Haselnuss und die Pupillen waren von moosgrüner Farbe. Insuljo war ein kleines Stück größer als der Graf, weswegen dieser oft hochhackige Stiefel trug.
Dieser ganze Abschnitt hat leider wieder Aufzählungscharakter.
Du könntest versuchen, die Informationen, die du hier gibst, in der folgenden Handlung wieder zu geben – wobei ich sagen würde, gerade die Schuhe und das Gewand könnte man schon als Beschreibung drinlassen, aber auch da
gibt es elegantere Lösungen.
Mal ein, vom Text losgelöstes, Beispiel:
„Insuljo, der Hofmeister kam ihnen mit flatterndem Gewand entgegengeeilt, sein lockiges braunes Haar wippte auf seinem Kopf auf und ab und bevor er den Grafen ansah, der Blick seiner moosgrünen Augen über den Rest der Jagdgemeinschaft.“
Selbst das sind noch ein paar Informationen zuviel, für so einen kurzen Abschnitt, aber ich wollte auch eher zeigen, wie man Infos zum Teil der Handlung machen könnte. Eine Sache zum Schluss:
ich finde es seltsam, dass der Graf unbedingt größer sein will, als sein Major Domus und dazu hochhackige Schuhe trägt. Ich würde behaupten, jeder halbwegs intelligente Diener eines Fürsten würde mitkriegen, wie wichtig seinem Herren Größe ist, und dazu übergehen, gebückter zu gehen um den Unterschied zu kaschieren.
Aber das ist nur meine Meinung^^

Zitat:sagte Insuljo und verbeugte sich vor dem Grafen. Nhani war eine Kräuterfrau, eine Hexe, wie viele sagten
Alles nach „Grafen“ würde ich an deiner Stelle in die nächste Zeile rücken.

Zitat:Sie war auch für die Ermordung von Marius von Kalnion gewesen, hatte dem Grafen die Erlösung von seinen Alpträumen versprochen.
Oh, mich beschleicht ein Verdacht.

Zitat:Doch der Graf wusste nicht wer sie war. Sie lebte in einem kreisrunden Zimmer im Kerker und ihre Augen waren immer von einem Schleier verdeckt.
Gerade das ist eine Information, die absolut nicht an diesem Zeitpunkt kommen muss. Nicht alles Wissenswerte über einen Charakter musst du einbringen, sobald er zum ersten Mal erwähnt wird. Und da der Graf Nhani ja noch einen Besuch abstattet, hast du noch genug Gelegenheit, diese Details einfließen zu lassen. Das gilt eigentlich für den gesamten Abschnitt, der nun folgt.

Zitat:um den Gestank zu übertönen.
Man kann Gestank nicht übertönen – ich denke „übertünchen“ geht aber.

Zitat:auch wenn diese immer roh waren.
Hm, den Zusatz bräuchte es eigentlich nicht. Der Leser wird sich das denken.

Zitat:Dieser bog mehrmals ab, erst linksrum, dann rechtsrum, dann wieder linksrum und so weiter, was ein Zeichen dafür war, dass der Gang sich nach unten schlängelte.
Ein wahres Monster an Umständlichkeit. Du ziehst hier was unnötig in die Länge, das an sich gar nicht erwähnt werden bräuchte. Etwas kurzes, prägnantes würde reichen, z.B.:
„Dieser bog mehrmals ab, in unterschiedliche Richtungen und schlängelte sich immer weiter in die Tiefe.“

Zitat:Links und rechts an den Wänden gab es ab und zu Fackeln, die den Weg erhellten.
Auch die Stelle ließe sich kurz fassen, auch wenn ich verstehe, dass du natürlich genau das Bild im Leser hervorrufen willst, das du selbst vor Augen hast – aber da das ohnehin nie hundertpro klappt, hier ein Vorschlag:
„Fackeln an den Wänden erhellten den Weg.“
Ein Denkanstoß, mehr nicht.

Zitat:Beide Soldaten trugen Hellebarden, die sie vor der Tür kreuzten und je ein Schwert, was an ihren Gürtel hing.
Abgesehen davon, dass das Bild der, vor der Tür gekreuzten Hellebarden ein Riesenklischee ist, das irgendwie nach Disney riecht, muss ich an der Stelle mal sagen, dass eine Hellebarde für einen beengten Gang wahrscheinlich eine der dümmeren Waffen ist.
Hier willst du eher was kurzes, das sich nicht bei jedem Schlag an den Wänden verkeilt oder dir bei jedem Schritt im Weg ist.

Zitat:Als Níso den Türbogen durchquert hatte, wehte ihm der Geruch von Verwesung und Blut entgegen.
Pro
Eventuell kannst du sogar die Stelle mit dem Essen der Tiere hier irgendwo zeitnah einbauen, mMn würde sich das ganz gut einbringen.

Zitat:Wenn aber landesweit gefürchtete Verbrecher waren, die zum Tode verurteilt wurden, so war es ihr Schicksal, auf dem Marktplatz im nahe gelegenen Mohlna zu sterben oder auf dem Burghof gerichtet zu werden. Doch zurzeit gab es keine Gefangenen auf Burg Nor. Mohlna war die Hauptstadt Moronons und lag etwa einen halben Tagesritt nördlich von Burg Nor.
Das klingt ein wenig zu sehr nach Reiseführer und ist definitiv keine Information, die derart unmotiviert im Raum stehen sollte.

Zitat:Die Scharniere der Eisentür quietschten laut, als wollten sie den Grafen am Weitergehen hindern.
Gut Icon_smile
Aber vielleicht: „[...], als wollten sie den Grafen warnen, weiterzugehen.“
Weil hindern können sie ihn ja eigentlich nur, wenn sie sich nicht öffnen oder klemmen.

Zitat: Sein Puls beschleunigte sich wie jedes Mal, wenn er kurz davor stand, Nhani wieder zu sehen. Sein Atem ging stoßweise, als hätte er in kurzer Zeit einen langen Weg zurückgelegt. Aber wie sein hoher Pulsschlag zeugte auch sein erschwerter Atem nur von der Aufregung.
Da kannst du nichts für und es gibt auch nichts, was du ändern solltest, aber mir fiel hier gerade die Szene aus „Robin Hood“ (mit Kevin Costner) ein, bzw. aus der Parodie darauf, „Helden in Strumpfhosen“, wo der Sheriff von Nottingham die Hexe besucht^^

Zitat:Nhani trug ein eng anliegendes Oberteil aus Seide und einen weiten Rock, der ebenfalls aus Seide gefertigt war. Unter der Seidenkleidung trug sie ein Unter- und Oberteil aus einem dunklen Stoff. Ihre Augen saßen hinter einem Schleier aus schwarzem Stoff, wenn sie denn welche besaß.
Du gehst wieder sehr genau auf die Kleidung ein, was eigentlich selten wirklich nötig ist. Wenn, kann man es aber anders einbauen, denn hier wird wieder nur aufgezählt. Was ich aber in jedem Fall drinlassen würde (wenn man es auch anders formulieren könnte), ist der Satz über ihre Augen Pro

Zitat:Sie saß in der Mitte des mit einer roten Substanz gemalten Sternes, wo ein Kreis, der in etwa ihren Umfang im Sitzen hatte, auf den Boden gemalt war.
Da du den Stern hier viel besser einbringst, kannst du es weiter oben weglassen.

Zitat:„Ihr zweifelt an mir? Erwartet Ihr nicht, dass meine Prophezeiungen eintreffen? Wenn ja, dann beginnt nicht, in all meinen richtigen Prophezeiungen den Zufall zu suchen, ihr würdet ihn nicht finden“
Das ist mal ein Beispiel für echt gelungene, runde wörtliche Rede Pro

Zitat:solche Vorwürfe gefallen lies, warum wusste er
Es muss „ließ“ heißen

Zitat:Níso nahm war, wie Nhani mit ihren Armen herumwedelte und plötzlich war es wieder ein wenig hell, denn Nhani hatte zwei Kerzen entzündet.
Wie nimmt er es war, wenn es stockfinster ist?
Schreib doch einfach „hörte“ Icon_wink

Zitat:„Aber Ihr kennt mich?“, fragte Nhani, die ihre Hände wieder auf ihre gekreuzten Beine gelegt hatte.
Nhani hat bis jetzt die besten Sätze, sie klingt am glaubwürdigsten und erinnert mich an die Bücher von Sapkowski – Super! Icon_smile

Zitat:Aber ich spüre, dass sich eine neue Prophezeiung anbahnt, doch um sie zu entziffern, brauche ich das Herz eines Tieres. Ein frisches Herz.“
Du kannst mir nicht erzählen, dass das eine Frau ist :D Die verbirgt ihr Gesicht doch nicht ohne Grund^^

Zitat:Ein Lächeln umspielte Nhanis volle Lippen
Ich bin bisher davon ausgegangen, dass der Schleier ihr Gesicht völlig verhüllt.

Zitat:„Sucht es Euch aus, ein Herz wird gegen Euch eines für Euch sprechen“,
Pro

Zitat:ihr Lächeln. Ein Rätsel!,
Hier wechselt der Agierende, also definitiv alles nach „Lächeln“ in die nächste Zeile rücken (und kursiv machen)

Zitat:machte er sich knapp zehn Minuten vor Mitternacht
Wieder viel zu präzise

Zitat:Welche kaiserliche Provinz
Ich hatte bisher angenommen, hier würde ein König über alles herrschen

Zitat: Herzog oder Grafen
Das liest sich wirklich schrecklich.
Vorschlag:
„Fürst“
Denn sowohl ein Herzog, als auch ein Graf, sind beides Fürsten.

Zitat:dürfen. „Selbstverständlich“
Faustregel:
wechselt von einem Satz auf den nächsten der handelnde Akteur (es spricht jemand anders, es macht jemand anderes irgendwas), solltest du das in die nächste Zeile rücken um Übersichtlichkeit zu wahren.

Zitat:ohne aufzustehen zu müssen
„ohne aufzustehen.“ Punkt
vermeidet die Wiederholung von „müssen“ und klingt weniger gestreckt.

Zitat:Dann legte sie den Deckel zur Seite und hob das Herz heraus. Sie betrachtete es und legte es dann vor sich auf den kalten Steinboden.
Eine vermeidbare Wiederholung. Vorschlag:
„Dann hob sie das Herz heraus. Sie betrachtete es und legte es dann [...]“

Zitat:Ein kleiner Dolch baumelte an ihrem Rock und dem Grafen wurde klar, dass der Stern mit ihrem Blut gemalt worden war.
Siehst du? Hier passt es. Also streich es am besten weiter oben.

Zitat:Hier dann relativ sofort im Anschluss das zweite Kapitel, mit dem ich eigentlich sehr zufrieden bin.
Und das zu Recht, wie ich finde. Es ist um Längen besser als der erste Teil, es liest sich flüssiger und ist nachvollziehbarer. Was stört sind Kleinigkeiten oder Dinge, die mit der Zeit besser werden
Pro
Also, wenn das so weitergeht, hast du auf jeden Fall einen treuen Leser gefunden Icon_wink

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Beitrag #4 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Vielen Dank für deine Kritik Mrgreen
Freut mich sehr, dass dir die Geschichte gefällt Pro
Habe die Kleinigkeiten jetzt direkt mal übernommen, längere Abschnitte oder Sachen, bei denen ich nicht ganz sicher bin, erstmal markiert.

Zitat:Aha, ich bin neugierig. Was hat der gute Graf denn da für Alpträume?
Na, das wird ja wohl noch rauskommen … aber ich bin halt neugierig :D
Weiterschreiben!

Zitat:Oh, mich beschleicht ein Verdacht.

Juhu Pro
Ich glaube allmählich merkt man, dass der Angriff doch nicht so ganz zufällig war Icon_panik

Zu den Aufzählungen und der kurzen wörtlichen Rede:
Muss mich da nochmal komplett an die ganzen Kapitel ransetzen und das überarbeiten.
Die Kapitel waren bisher auch nur runtergeschrieben (im letzten Winter glaube ich) und danach nicht weiter überarbeitet. Hab die einfach vor ein paar Tagen wiedergefunden und gedacht "Hey, da kann man ja vlt. was draus machen".
Und dann wurden sie einfach so ins Netz gestellt^^

Das mit dem Makro habe ich jetzt nicht ganz verstanden. Habe die Anleitung zwar gefunden, funktioniert bei mir aber i-wie nicht Icon_nosmile

Werde jetzt erstmal eine kurze Pause einlegen und mich um deine Geschichte kümmern, bei der Mühe, die du dir machst, muss ich mich mal revanchieren.

Mfg
Jonas


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Beitrag #5 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Hallo Joromir,

auf zum zweiten Teil.

Zitat: Der Graf trieb sein Pferd weiter an. Das Reh schlug einen weiteren Haken.

Wortwiederholung von „weiter“. Außerdem frag ich mich gerade wie du auf „ihn kriegen“ im ersten Satz kommst, dass Reh ist doch kein „ihn“, es sei denn es wäre ein Hirsch. Icon_wink

Zitat: Dein Kopf wird meine nächste Trophäe sein, dachte der Graf und jagte dem Reh hinterher.

Gedanken würde ich kursiv setzten. Unter Umständen kannst du dir so vielleicht eines der „dachte er“ sparen. Hier sind sie zwar noch nicht so häufig, also sieh das nur als Tipp.

Zitat: Nach zwei Minuten waren sie auf einer Wiese und das Reh begann zu schwächeln.

Wie sieht schwächeln aus? Stopert es? Fällt es hin? Läuft es langsamer?

Zitat: Graf Níso zog sein Jagdmesser und tötete das Reh.

Selber Satzbau wie im vorletzten Satz

Zitat: schließlich waren sie es gewesen, die ihn zur Ermordung des Herzogs von Ardoln gedrängt hatten.

Schön. Hier ist der Zusammenhang zum Prolog.

Zitat: So ruhig wie lange nicht mehr, vielleicht war dieser Mord die Erlösung von seinen Alpträumen gewesen.

Oh, ich hoffe wir erfahren noch mehr von diesen Alpträumen. Wenn ein Graf sich von seinen Beratern zu einem Mord anstiften lässt, muss da einiges dahinterstecken.

Zitat: Das machte sich einfach besser!

So „Einwürfe“ seitens des Autoren mag ich persönlich nicht. Der Graf könnte das z.B. denken, oder einer des Gefolges, der das Reh bis dahin schleppen musste und dann die Lorbeeren dem Grafen abgeben musste

Zitat: Er hatte lockiges braunes Haar, das von ersten gräulichen Strähnen durchzogen war, obwohl er erst Ende zwanzig war.

Diese Info von den Haaren find ich interessant. Alles andere, z.b. die Klamotten find ich hier total langweilig zu lesen. Das könnte man schöner einbauen, z.b. das ihm die Stoffe hinterherflattern weil er so schnell gerannt ist, oder sowas in der Art.

Zitat: Der Graf hatte ihr keine Farbe gegeben und er wusste, dass auch keiner seiner Leute etwas damit zu tun hatte, da sich alle vor ihr fürchteten. Graf Níso glaubte, dass sie ihren Boden mit Blut bemalt hatte.

Den ersten Satz find ich irgendwie ein bisschen blöd, weil es mich nicht interessiert, von wem sie Farbe gegriegt haben könnte. Den letzten Satz dagegen find ich spannend. Den davor könntest du auch einfach weglassen. Dafür könntest du die Hexe noch etwas gruseliger wirklen lassen, wenn du beschreibst das der Stern die Farbe von Blut hat. Wie du es ja auch schon bei den nächsten Sätzen schön ausgedrückt hast.

Zitat: Als Níso den Türbogen durchquert hatte, wehte ihm der Geruch von Verwesung und Blut entgegen

Also das Verließ wo die Hexe wohnt? Hmm, wozu dann das ganze komplizierte Beschreiben vorhin? Wenn er jetzt dahin geht, kannst du doch auch jetzt, wo er da rein geht, wunderbar alles beschreiben. Z.B. das es da so riecht, dass der Stern blutrot ist und das alles. Das liest in so einer „direkten“ Beschreibung viel besser und Bildlicher, als vorhin, wo er nur über sie nachdenkt.

Zitat: Wenn aber landesweit gefürchtete Verbrecher waren,

es aber

Zitat: Unter der Seidenkleidung trug sie ein Unter- und Oberteil aus einem dunklen Stoff.

Entweder kann er durch den Stoff gucken, oder sie trägt durchsichtige Klamotten.

Zitat: Níso nahm war, wie Nhani mit ihren Armen herumwedelte

wahr

Zitat: „Ich habe das Herz eines Fuchses und das eines Rehs, beide wurden heute erlegt, was erfüllt seinen Zweck besser?“, fragte der Herzog

Ich dachte er ist Graf?

Zitat: sagte sie und er öffnete die Tür und trat ein.

Ein „und“ würde ich durch ein Komma ersetzen.

Zitat: Ein kleiner Dolch baumelte an ihrem Rock und dem Grafen wurde klar, dass der Stern mit ihrem Blut gemalt worden war.

Hmm, wie schließt er denn das draus? Das wäre logischer, wenn er auch gleichzeitig an ihr irgendwelche Narben sehen könnte.

Interessant ein Herzog der seiner Wahrsagerin vertraut. Okay, sowas hab ich ja schon öfter gelesen. Meistens misstraut der Leser diesen Wahrsagerinnen ja, so wie ich das im Moment auch tue. Nhani ist einfach nicht einzuschätzen, aber so eine geheimnissvolle Gestalt tut eigentlich jeder Geschiche gut.

Okay, auch über den Perspektivenwechsel bin ich gut drüber weg. Ich find das nicht schlecht, wenn im Prolog (oder du hast es ja erstes Kapitel genannt) eine andere Person ins Spiel kommt. So hast du du viele Möglichkeiten wie es weitergehen könnte. Wie du siehst, hast du mich inhaltlich einigermaßen überzeugt, so gut, wie das eben am Anfang geht. Je nachdem wie das weitergeht, kann es so oder so werden.

Stilistisch komme ich mit deinen Beschreibungen nicht so ganz klar. Z.B. hättest du am Anfang sehr schön „Waldstimmung“ erzeugen können. Geräusche von Tieren (die Huftritte von dem Reh, oder auch vom Pferd) andere Geräusche von Tieren, Wind in den Blättern, oder Gerüche machen sich ja immer ganz gut. Darüber hättest du auch wenig Spannung aufbauen können, was für eine Jagd gut wäre. Aber davon ist leider nichts zu lesen. Dann bei der Ankunft auf der Burg, wirfst du uns mit vielen Namen zu, dem des Pferdes, des Beraters, dem der Burg, der Länder usw. Ich konnte mir das nicht alles merken und denke, dass du zumindest, die der unwichtigen Personen hättest weglassen können. Und hier beginnen dann auch die Beschreibungen die ich ungeschickt eingeflochten finde. Aber ich denke da hab ich oben schon genug zu gesagt.

Trotzdem bin ich gespannt, wie es weitergeht und was da bald prophezeit wird und ob Blir nochmal auftaucht.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #6 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Danke für deine Kritik, habe sie jetzt auch in die neuste Version eingebaut Mrgreen
Habe in der neuen Version die Aufzählungen am Anfang geändert und die kurzen wörtlichen Reden verlängert und auch logischer gemacht.
Jetzt bin ich mit dem zweiten Kapitel erstmal durch, denke ich.
Sprich jetzt kommt nochmal die Überfallszene aus dem erstem Kapitel.
Werde Blirs Bericht auf das Mindeste beschränken und den Überfall dann ggf. in einem Prolog ausführlich beschreiben.

Mfg
Jonas


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Beitrag #7 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Tag Joromir,

du behauptest also, die folgenden Kapitel wären besser ... dann wollen wir doch mal sehen . Wehe wenn nicht Icon_aufsmaul
(am geilsten find ich, dass der Smily 'auf's Maul' heißt)

Zitat:Er würde es kriegen! Der Graf trieb sein Pferd weiter an. Das Reh schlug einen weiteren Haken. Es verschwand hinter einem Baum, kam wieder zum Vorschein, verschwand hinter dem nächsten Baum.
Kurze Sätze in allen ehren, aber hier würde mehr gehen.
Bsp:
Du entkommst mir nicht! Der Graf rammte seinem Pferd die Fersen in die Seite und trieb es zu Höchstleistungen an. Das Reh schlug einen weiteren Haken und verschwand hinter einem Baum. Kurz darauf kam es wieder zum Vorschein, nur um direkt hinter dem nächsten Baum zu verschwinden.

Ich finde das klingt flüssiger und trotzdem gehetzt und schnell. Zum Kursiven: zum einen denke ich, dass entkommen besser als bekommen/kriegen ist, weil man dann direkt weiß, dass es eine Verfolgung ist. Kriegen klingt nicht so akkut. Außerdem gefiele mir hier ein Gedanke (deshalb kursiv), um den Grafen als Person einzuführen

Zitat:Das wird dir nichts nützen!, dachte der Graf siegessicher und wog seinen Speer in der Hand. Dein Kopf wird meine nächste Trophäe sein!
aha, siehst du, du denkst ja wie ich. fände das sehr passend auch am Anfang.

Zitat:Langsam holte er auf
das ginge spannender:
Der Abstand wurde immer kürzer. oder Nur noch wenige Meter trennten ihn von dem Wild.
ich glaub mich stört das "langsam". zwar ist es korrekt, aber bei etwas schnellem wie einer Verfolgung würde ich es nicht verwenden

Zitat:und das Reh fand weniger Deckung
hm, technisch gesehen, sucht es nicht nach Deckung. Vllt besser:
und der Blick auf das Reh wurde kaum noch unterbrochen.
naja, oder so ähnlich. muss aber auch nicht sein

Zitat:Langsam holte er auf. Die Hufe des Rehs wirbelten Erde auf, doch der Hengst lief unbeirrt weiter. Der Wald lichtete sich allmählich und das Reh fand weniger Deckung. Nach wenigen Augenblicken gelangten sie auf eine Wiese und das Reh begann langsamer zu werden. Dann stolperte es, fing sich aber im letzten Moment wieder. Da das Reh durch den beinahen Sturz erneut verlangsamt wurde, sah Níso seine Chance.
du hast in diesem Absatz 4 Mal Reh drin stehen. in meinen Bspen oben findest du einige synonyme, die du nutzen kannst: Tier, Wild, Gejagte, "es"

Zitat:Mit aller Kraft schleuderte der Graf seinen Jagdspeer nach dem rostbraunen Tier. Der Speer beschrieb einen leichten Bogen und bohrte sich tief in den Oberschenkel des Rehs. Die Vorderläufe knickten ein, doch das Tier fing sich ein letztes Mal. Doch nach wenigen Metern ging das Tier endgültig zu Boden und stand nicht mehr auf.
und hier dreimal "tier" ^^
und ich sehe, danach noch 2 Mal Mrgreen

Zitat:Die tiefschwarz glänzenden Augen zeigten keine Furcht, keine Aufregung, doch der Graf war sich sicher, dass das Tier etwas empfand.
seeeeehr unwahrscheinlich. Angst, definitiv Angst

Zitat:Du weiß, dass du
weißt

Zitat:mutmaßte der Graf und stieg ab
das kannst auch weglassen, kursiv gibt an, dass es seine gedanken sind. Vor allem da "mutmaßen" so unsicher klingt, als gebe es eine andere Möglichkeit. Aber die gibt es nicht, genauso sicher wie dass das Tier Todesangst hat

Zitat:durch die Bäume und trug den Duft von Moos und Baumrinde heran
müsst es nicht eher nach exkrementen riechen? So ein Totes Tier entleert sich doch direkt oder?

Zitat:Zu stark würden seine Zweifel sein, jemand hätte überlebt.
Zu stark wärden seine Zweifel gewesen, wenn jemand überlebt hätte.

Zitat:ielleicht war dieser Mord die Erlösung von seinen Alpträumen gewesen.
hier wiederum hätt ich das fette gestrichen

Zitat:Sie trugen Jagdkleidung aus gegerbtem Hirschleder und ritten stolze braune Hengste, stolz, aber nicht annähernd so stolz wie sein Hengst.
3mal Stolz muss gar nicht sein.
Sie trugen Jagdkleidung aus gegerbtem Hirschleder und ritten braune Hengste - stolze Rösser - aber nichts im Vergleich zu seinem Hengst.

Zitat:as ist alles.“,
kein Punkt

Zitat:das noch immer auf dem Waldboden lag.
wo sollte es sonst sein. Weiß nicht ob ma ndaran erinenrn muss.

Zitat:„Ich denke wir sollten zurück reiten, es dämmert bald“, sagte der Graf.
da der Himmel rot ist: es dämmert bereits
bin nicht sicher

Zitat:Wie Wölfe fielen die Burgbewohner über das Gefolge des Grafen her. Sie beglückwünschten den Grafen, der kurz vor der Ankunft das tote Reh auf den Rücken seines eigenen Pferdes hatte legen lassen.
hier ist auch völlig unnötig 2mal Graf drin
Sie beglückwünschten ihn ...
Sie beglückwünschten ihren Herrn ...

Nach dem beenden des absatzen muss ich sagen, dass mir "Graf" wirklich zu viel wird. das steht in jedem Satz, egal ob nötig oder nicht und ohne abwechslung, das unbedingt geändert werden

Zitat:Dieser wand sich in mehreren Kurven der Tiefe entgegen
in mehreren Kurvern würde bedeuten, dass es architektonisch nicht wirklich clever war. sinnvoller, weil platzsparend wäre spiralförmig oder wie in einem Parkhaus mit Treppen untereinander, technisch gesehen also auch spiralfärmig nur mit Ecken ^^

Zitat:reckten die Köpfe gen Himmel.
die Schauen nach oben???
vllt: schreckten sie alarmiert auf und richtete ihre Blicke nach vorne, als blickten sie auf einen Punkt in der Unendlichkeit. oder so

Zitat:Hier wurden, wenn es denn welche gab, Gefangene eingesperrt und gefoltert oder hingerichtet.
Hier wurden Gefangene - wenn es denn welche gab - eingesperrt und gefoltert oder hingerichtet.
Wirklich neu ist ie Nutzung des Kerkers aber nicht, köntne also weg. Außer du schreibst, was Niso davon hällt, dann wäre es eine berechtigte Info

Zitat:etwas zu essen erhielt sie nie.
sie bekommt doch die Tiere ...

Zitat:der in etwa ihren Umfang im Sitzen hatte,
hä?

Zitat:„Ihr zweifelt an mir? Erwartet Ihr nicht, dass meine Prophezeiungen eintreffen?
"Ihr hattet an mir gezweifelt? ... "

Zitat:Diese blickte zu ihm herüber, das erste Mal, denn zuvor hatte sie den Blick auf den Boden geworfen.
dass sie3 ihn nicht anschaut solltest du vorher erwähnen. wenn man sich eine normale Unterhaltung vorstellt, sieht sie ihn an, wenn du plötzlic hsowas sagst, reißt du einen aus der Vorstellung raus.
Ich finde "nicht in die augen sehen" als sehr aussagekräftig und wichtig am Anfang erwähnt zu werden

Zitat:Und doch verzieh sie ihm, da er sich so oft zu ihr in ihren Kerker begab.
hä?
sie will doch dass er kommt
außerdem was hat sie das Recht ihm zu vergeben

Zitat:etwas das ich für Euch tun kann?
komma nach etwas

Zitat:fragte der Graf und überging ihre Frage.
hässliche dopplung
fragte der Graf und überging ihre Stichelei.

Zitat:„Ich werde kommen“, sagte der Graf und öffnete die Tür.
einen Absatz davor

Zitat:Nachdem der Graf seine Familie begrüßt, ein Bad genommen, ein üppiges Abendmahl zu sich genommen und das Herz des richtigen Tieres aus den Küchen abgeholt hatte, machte er sich kurz vor Mitternacht in die Kerker auf.

Nachdem der Graf seine Familie begrüßt, ein Bad und ein üppiges Abendmahl zu sich genommen hatte, holte er das Herz des richtigen Tieres aus der Küche und machte sich kurz vor Mitternacht in die Kerker auf.

Zitat:„Ihr habt das Herz bei Euch?“, fragte sie, als sei dieses nötig, um ihr Zimmer betreten zu dürfen.
vorher hat sie gewusst, dass er kommt, weil wahrsagerin. jetzt frägt sie nachdem Herz. hätte eher geschrieben:
"Legt das Herz ... sonstwohin" also selbstverständlich, dass er es hat

Zitat:Doch der Graf hörte nicht auf sie und einen Tag später berichtete ihm ein Bote, wie einer seiner Soldaten während einer Patrouille in eine Schlucht gestürzt und dort verblutet war, ohne dass seine Kameraden die Chance hatten, zu ihm herabzuklettern.
solche Nichtigkeiten prophezeit sie ihm??? ist ziemlich wertlos

so fertig.
ganz schön lang.
Also vorweg: ja, viel besser als kapitel 1. Was es noch wichtiger macht kapitel 1 zu verbessern, sonst ließt keiner weiter. Die Jagd hätte spannender sein können, aber die Tipps stehen oben, hat mir aber gefallen und ist sehr aussagekräftig. Die Heimreise hätte ich gekürzt und vor allem all das "Graf" dezimiert.
Mir gefällt die Seherin, hätte da noch etwas mehr Infos genutzt, um sie mystischer zu machen. Zb ist klar dass der Stern aus Blut besteht bzw gezeichnet wurde, dass sollte der Graf nach einem Jahr wissen. wo stehen die Kerzen? Strahlt sie ien Aura der Macht aus, ein Kälte oder Hitze usw?
Die Dialoge zwischen den beiden haben mir leider weniger gefallen. Sie klingen für mich nicht wirklich echt und entbehren einer gewissen Eigenheit. Jede Person sollte eine Gewisse Art zu sprechen haben. Keine dialekte aber ständige Ironie, langsames, bedächtiges reden, usw. besonders die Hexe verdient was. Sie muss nicht zischen, aber sie könnte bisl überheblicher sein ... also nur zB

Ansonsten hat es mir inhaltlich gut gefallen, den rest entnehme meiner Kommentar ^^

Gruß
jeronimus



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Beitrag #8 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Vielen Dank auch für deinen zweite Kommentar, hat mich wieder gefreut Mrgreen
Habe mir erstmal alles von dir Angemerkte markiert und werde mich am Wochenende hinsetzen und die beiden ersten Kapitel nochmal überarbeiten, hab auch schon ein paar Ideen für Kapitel 1, das einzige was fehlt ist die Zeit^^
Hoffe, dass du es mir nicht übel nimmst, wenn ich erst am Wochenende detailliert auf deine Antwort eingehen kann, im Moment fehlt mir dazu einfach die Zeit, da du ja auch sehr ausführlich kommentiert hast Pro
Ich hoffe, wir lesen uns demnächst wieder,

MfG
Jonas


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Beitrag #9 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Jetzt wirds detailliert Mrgreen

Zitat:Tag Joromir,

du behauptest also, die folgenden Kapitel wären besser ... dann wollen wir doch mal sehen . Wehe wenn nicht Icon_aufsmaul
(am geilsten find ich, dass der Smily 'auf's Maul' heißt)

Jup, nichts mit feiner Ausdrucksweise in diesem Forum, das ist alles nur Schein und Trug Icon_panik

Zitat:Kurze Sätze in allen ehren, aber hier würde mehr gehen.
Bsp:
Du entkommst mir nicht! Der Graf rammte seinem Pferd die Fersen in die Seite und trieb es zu Höchstleistungen an. Das Reh schlug einen weiteren Haken und verschwand hinter einem Baum. Kurz darauf kam es wieder zum Vorschein, nur um direkt hinter dem nächsten Baum zu verschwinden.

Ich finde das klingt flüssiger und trotzdem gehetzt und schnell. Zum Kursiven: zum einen denke ich, dass entkommen besser als bekommen/kriegen ist, weil man dann direkt weiß, dass es eine Verfolgung ist. Kriegen klingt nicht so akkut. Außerdem gefiele mir hier ein Gedanke (deshalb kursiv), um den Grafen als Person einzuführen

Hab deinen Vorschlag einfach mal so übernommen, wenn du nix dagegen hast Pro

Zitat:aha, siehst du, du denkst ja wie ich. fände das sehr passend auch am Anfang.

Hab den Anfang jetzt auch in einen Gedanken verwandelt, so passt es ganz gut.

Zitat:das ginge spannender:
Der Abstand wurde immer kürzer. oder Nur noch wenige Meter trennten ihn von dem Wild.
ich glaub mich stört das "langsam". zwar ist es korrekt, aber bei etwas schnellem wie einer Verfolgung würde ich es nicht verwenden

Danke für den Vorschlag, hab den Satz neu geschrieben und gefällt mir gleich viel besser Pro

Zitat:hm, technisch gesehen, sucht es nicht nach Deckung. Vllt besser:
und der Blick auf das Reh wurde kaum noch unterbrochen.
naja, oder so ähnlich. muss aber auch nicht sein

Belasse es hier bei der "Deckung", das mit dem Blick wirkt irgendwie so distanziert und irgendwie doof wenn man den Grafen einfügt.

Zitat:du hast in diesem Absatz 4 Mal Reh drin stehen. in meinen Bspen oben findest du einige synonyme, die du nutzen kannst: Tier, Wild, Gejagte, "es"

Zitat:und hier dreimal "tier" ^^
und ich sehe, danach noch 2 Mal Mrgreen

Ich und meine doofen Wiederholungen^^
Sind alle rot markiert und werden jetzt geändert Mrgreen

Zitat:seeeeehr unwahrscheinlich. Angst, definitiv Angst

Hier hast du natürlich Recht, weiß auch nicht, warum ich was anderes geschrieben habe, vlt. hab ich mir gedacht, dass der Graf das nicht erkennt oder sowas. Ist aber umgeschrieben.

Zitat:das kannst auch weglassen, kursiv gibt an, dass es seine gedanken sind. Vor allem da "mutmaßen" so unsicher klingt, als gebe es eine andere Möglichkeit. Aber die gibt es nicht, genauso sicher wie dass das Tier Todesangst hat

Jo, ist raus.

Zitat:müsst es nicht eher nach exkrementen riechen? So ein Totes Tier entleert sich doch direkt oder?

Hier denke ich mir jetzt einfach mal, dass der Wind vom Grafen Richtung Reh weht und somit die Exkremente hinter dem Grafen fortträgt. Müsste auch logisch sein, da der Graf den Wald ja noch im Rücken hat und der Wind von dort kommt.

Zitat:Zu stark wärden seine Zweifel gewesen, wenn jemand überlebt hätte.

Hab mich jetzt für eine Mischform entschieden: Zu stark wären seine Zweifel gewesen, jemand hätte den Angriff überlebt.

Denn er hat die Zweifel ja nicht, wenn jemand überlebt, dann hat er einen Herzinfarkt^^
Denke das stellt so ganz gut da, dass er diese Zweifel hätte, wenn er nicht dabei gewesen wäre.

Zitat:hier wiederum hätt ich das fette gestrichen

Jo.

Zitat:3mal Stolz muss gar nicht sein.
Sie trugen Jagdkleidung aus gegerbtem Hirschleder und ritten braune Hengste - stolze Rösser - aber nichts im Vergleich zu seinem Hengst.

Hab auch das hier genauso übernommen, wenn du kein Problem damit hast Pro

Zitat:wo sollte es sonst sein. Weiß nicht ob ma ndaran erinenrn muss.

Hab das auch eigentlich nur angehängt, da der Satz sich ohne so abgehackt und unvollständig anhört. Hab statt der Info mit dem Ort jetzt einfach von den Exkrementen und dem Blut geschrieben:

Zitat:Nur mühsam konnte der Graf ein triumphierendes Grinsen unterdrücken und warf einen flüchtigen Blick auf das prächtige Reh, unter dem sich mittlerweile eine Lache aus Blut und Exkrementen gebildet hatte.

Zitat:da der Himmel rot ist: es dämmert bereits
bin nicht sicher

Bin mir auch nicht sicher, geht aber glaube ich beides vom Verständnis her.

Zitat:hier ist auch völlig unnötig 2mal Graf drin
Sie beglückwünschten ihn ...
Sie beglückwünschten ihren Herrn ...

Nach dem beenden des absatzen muss ich sagen, dass mir "Graf" wirklich zu viel wird. das steht in jedem Satz, egal ob nötig oder nicht und ohne abwechslung, das unbedingt geändert werden

Ist genau wie "Reh" rot markiert und wartet jetzt darauf durch Níso oder Umschreibungen ersetzt zu werden.

Zitat:in mehreren Kurvern würde bedeuten, dass es architektonisch nicht wirklich clever war. sinnvoller, weil platzsparend wäre spiralförmig oder wie in einem Parkhaus mit Treppen untereinander, technisch gesehen also auch spiralfärmig nur mit Ecken ^^

Spiralförmig ist gut, das ist genau das Wort, was ich gesucht hatte Mrgreen

Zitat:die Schauen nach oben???
vllt: schreckten sie alarmiert auf und richtete ihre Blicke nach vorne, als blickten sie auf einen Punkt in der Unendlichkeit. oder so

Stimmt gen Himmel ist doof wenn sie im Kerker sind^^
Muss mal gucken, was ich hier mache, nach vorne blicken ist vlt. ganz gut.

Zitat:Hier wurden Gefangene - wenn es denn welche gab - eingesperrt und gefoltert oder hingerichtet.
Wirklich neu ist ie Nutzung des Kerkers aber nicht, köntne also weg. Außer du schreibst, was Niso davon hällt, dann wäre es eine berechtigte Info

Hast Recht, da muss ich mir nochmal Gedanken zu machen.

Zitat:sie bekommt doch die Tiere ...

Naja, ein paar Herzen alle paar Tage/Wochen und den ganzen Winter über nix.
Habe das aber auch nochmal explizit eingebaut, dass sie nur die Herzen kriegt, die sie für ihre Prophezeiungen haben will.

Zitat:hä?

Was ich mit dem umständichen Ausdruck sagen will - sie füllt den Kreis komplett aus, wenn sie sitzt Mrgreen
Ich weiß jetzt nicht, ob das so wichtig ist, oder ob die doofe Ausdrucksweise eher verwirrt als hilft, mal gucken, ob ich hier eine verständlichere Formulierung finde.

Zitat:"Ihr hattet an mir gezweifelt? ... "

Das wäre ja nur, wenn sie Prophezeiungen gemacht hatte, aber sie ist ja permanent dabei und somit bezieht sich ihre Frage auf ihre allgemeine dauerhafte Tätigkeit und nicht auf einen bestimmten Fall in der Vergangenheit.

Zitat:dass sie3 ihn nicht anschaut solltest du vorher erwähnen. wenn man sich eine normale Unterhaltung vorstellt, sieht sie ihn an, wenn du plötzlic hsowas sagst, reißt du einen aus der Vorstellung raus.
Ich finde "nicht in die augen sehen" als sehr aussagekräftig und wichtig am Anfang erwähnt zu werden

Jo, hast Recht, mal gucken, wie ich das gut eingebaut kriege.

Zitat:hä?
sie will doch dass er kommt
außerdem was hat sie das Recht ihm zu vergeben

Also sie macht ihm deutlich, dass sie den Luxus, den er genießt, nicht wohlheißt. Aber da er sich soviel mit ihr beschäftigt, entschädigt sie das für sein Verlangen nach Luxus, was sie verachtet.
Jo, welches Recht hat sie?
Sie hat schon ziemlich viel Einfluss auf ihn, sodass er sich Gedanken darum macht, was sie von ihm hält.

Zitat:hässliche dopplung
fragte der Graf und überging ihre Stichelei.

Mal wieder gnadenlos übernommen Icon_smile

Zitat:einen Absatz davor

Jo, habs glaube ich nur unglücklich kopiert, in der OpenOffice-Datei ist der Absatz da^^

Zitat:Nachdem der Graf seine Familie begrüßt, ein Bad und ein üppiges Abendmahl zu sich genommen hatte, holte er das Herz des richtigen Tieres aus der Küche und machte sich kurz vor Mitternacht in die Kerker auf.

Danke für den Hinweis, da hätte ich auch selbst drauf kommen können Smiley_emoticons_blush

Zitat:vorher hat sie gewusst, dass er kommt, weil wahrsagerin. jetzt frägt sie nachdem Herz. hätte eher geschrieben:
"Legt das Herz ... sonstwohin" also selbstverständlich, dass er es hat

Die Frage ist eher rhetorisch gemeint. Aber der Vorschlag mit dem "Legt das Herz" ist auch gut, mal schauen. Vlt mache ich es einfach so: "Ihr habt das Herz bei Euch?", fragte sie, schien jedoch keine Antwort zu erwarten, da sie...

Zitat:solche Nichtigkeiten prophezeit sie ihm??? ist ziemlich wertlos

Für den Anfang...vlt. muss ich den Soldaten einfach zu einem Offizier machen und um eine genaue Analyse der Todesursache erweitern Mrgreen

Zitat:so fertig.
ganz schön lang.
Also vorweg: ja, viel besser als kapitel 1. Was es noch wichtiger macht kapitel 1 zu verbessern, sonst ließt keiner weiter. Die Jagd hätte spannender sein können, aber die Tipps stehen oben, hat mir aber gefallen und ist sehr aussagekräftig. Die Heimreise hätte ich gekürzt und vor allem all das "Graf" dezimiert.
Mir gefällt die Seherin, hätte da noch etwas mehr Infos genutzt, um sie mystischer zu machen. Zb ist klar dass der Stern aus Blut besteht bzw gezeichnet wurde, dass sollte der Graf nach einem Jahr wissen. wo stehen die Kerzen? Strahlt sie ien Aura der Macht aus, ein Kälte oder Hitze usw?
Die Dialoge zwischen den beiden haben mir leider weniger gefallen. Sie klingen für mich nicht wirklich echt und entbehren einer gewissen Eigenheit. Jede Person sollte eine Gewisse Art zu sprechen haben. Keine dialekte aber ständige Ironie, langsames, bedächtiges reden, usw. besonders die Hexe verdient was. Sie muss nicht zischen, aber sie könnte bisl überheblicher sein ... also nur zB

Vielen Dank, den Dialog unterziehe ich nochmal einem Feintuning, der Rest wird ausgebessert, dann schaffe ich es hoffentlich auch endlich, den Dialog von Kapitel 1 über Bord zu werfen und neu zu machen, weiß auch schon wie, schaffs nur irgendwie nicht so Icon_slash

MfG
Jonas









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Beitrag #10 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 2
Hey Jonas!

Nun lass ich mich endlich auch nochmal unter der Geschichte von Blir blicken. Kapitel 1 hatte ich ja schon kommentiert, so dass ich – ein wenig Chaos muss ja sein – nach dem Prolog mit Kapitel 2 weitermache. Wie immer gilt: Nimm aus meinem Kommentar, was du für sinnvoll hältst, und lass den Rest links liegen Icon_wink

In Anbetracht des Titels möchte ich rein prophylaktisch schonmal eine Warnung aussprechen: Ich mag Prophezeiungen nicht sonderlich. Sie sind entweder alt und mythisch und geheimnisvoll und so verworren, dass sie keiner versteht, oder sie sind ein so simples Rätsel, dass jeder auf die Lösung kommt, nur der Prota nicht. Prophezeiungen haben oft mit Waisenkindern, unbegabten Bauern und dem EINZIGEN, der sie jemals erfüllen kann zu tun. Das mag ich auch nicht *lach*
Tu es also unter »Mir doch egal« ab, wenn Lanna anfängt, über Prophezeiungen herzuziehen Icon_wink

Zitat: Der Graf rammte seinem Pferd die Fersen in die Seite und trieb es zu Höchstleistungen an. Das Reh schlug einen weiteren Haken und verschwand hinter einem Baum.
Als jemand, der sich nur hin und wieder am sporadisch mit dem Vorgang der Jagd beschäftigt, bin ich mehr Laie als sonstwas, aber ein Reh mit einem Speer zu jagen, noch dazu zu Pferd … das kommt mir merkwürdig vor. Ein Reh würde ich eher zu Fuß und mit Pfeil und Bogen jagen. So ein Pferd macht ja doch recht viel Lärm im Wald und man kann sich nicht gut anpirschen. Außerdem kann das Reh ins Dickicht springen und man selbst kommt mit dem Pferd nicht durch. Pferde im Wald scheinen mir sehr unpraktisch, da der Platz doch eher begrenzt ist.
Praktisch gesehen hab ich aber keine Ahnung, wie man Rehe jagt(e).

Oh, und ich finde es sehr unpersönlich, wenn uns der Perspektiven-Träger mit »Der Graf« vorgestellt wird. Im Verlauf des Textes bekommt er ja einen Namen, da fände ich es netter, wenn er den von Anfang an schon hat. Muss man dann gucken, wo man sein Graf-sein gut eingebaut bekommt, oder ob es für diesen Abschnitt überhaupt nötig ist, dass der Leser das weiß.
(Meine erste Assoziation bei »Der Graf« war übrigens die Band »Unheilig«, deren Sänger sich ja auch »Der Graf« nennt Mrgreen )

Zitat: Der Wald lichtete sich allmählich und das Wild fand weniger Deckung. Nach wenigen Augenblicken gelangten sie auf eine Wiese und das Reh begann langsamer zu werden.
das erste »weniger« könnte man durch »kaum noch« ersetzen; oder das zweite durch »einigen«;
Da du hier ja eine (inhaltlich) sehr schnelle Stelle hast, bremsen Wörter wie »allmählich« und »begann langsamer zu werden« ziemlich stark ab. Damit beschreibst du Vorgänge als langsam, obwohl sie Szene selbst ja schnell ist.
das »allmählich« würde ich daher komplett streichen – dass das Reh langsamer wird, ist allerdings schon eine wichtige Information. Wenn du das »begann … zu werden« weglässt, klingt der Satz schon wesentlich knapper: »und das Reh wurde langsamer«
Oder du baust ein anderes Bild, das sich »schnellerer« Wörter bedient:
»und die Flucht des Rehs verlor an Kraft« oder sowas …

Zitat: und bohrte sich tief in den Oberschenkel des Rehs. Die Vorderläufe knickten ein, aber es fing sich ein letztes Mal.
Wieder kein Expertenwissen: Wenn der Speer das Tier an den Hinterläufen erwischt, würde die Wucht des Einschlags es da nicht eher hinten zur Seite reißen? Also ich persönlich würde eher die Hinterläufe einknicken lassen – hab aber keine Ahnung von sowas *lach*

Allgemein ist mir die Jagdszene am Anfang zu lang. Das liegt unter anderem daran, dass ich Jagdszenen ansich nicht so spannend finde und hier auch nichts wirklich Handlungsrelevantes oder Charakterisierendes entdecken kann.
Anders wäre das, wenn man zum Beispiel das Pferd weglassen würde, eine normale Pirsch, die nicht so voller Hektik ist, sondern den Fokus stärker auf den Grafen lenkt. Während er dann im Unterholz lauert, könnte man einige Charakterzüge einbringen: Wartet er reglos darauf, dass er einen absolut perfekten Schuss setzen kann oder nutzt er die erste Gelegenheit, die sich bietet? Bewundert er seine Beute, weil sie so elegent und grazil ist oder verachtet er sie, weil sie so naiv und gutgläubig ist – gar feige, da sie wegrennt, sobald er ein Geräusch hört? Ist die Jagd für ihn Spaß, Ablenkung oder einfach nur Pflicht? Zieht er Parallelen zur Politik? Von wegen: Ein falscher Schritt, ein unachtsames Geräusch kann die ganze Vorbereitung zunichte machen und misstrauische Leute aufschrecken …
Dadurch würde die Jagdszene an Tiefe gewinnen und den Leser direkt in das Denken des Grafen einführen.
(Falls es dich nervt, dass ich ständig solche … »Änderungsvorschläge« mache, sag bitte, bitte Bescheid. Ich will dir nix aufdrängen oder deine Geschichte verändern oder gar lenken … Mir kommen die Idee beim Lesen der Geschichte und ich denke, diese Betrachtung aus einem anderen Blickwinkel könnte dir weiterhelfen. Aber wie gesagt – wenn es dir zuviel wird, sag einfach Bescheid, dann halte ich mich damit zurück)

Zitat: Er atmete die frische Waldluft ein und nahm den Geruch von Gras in sich auf. Ein leichter Windstoß fegte durch die Bäume und trug den Duft von Moos und Baumrinde heran. Gierig sog der Graf die Düfte seiner Kindheit auf und dachte an längst vergangene Tage.
Der erste und der letzte Satz sagen im Prinzip das gleiche aus; der letzte Satz ist allerdings viel näher an der Figur dran, daher würde ich den ersten einfach streichen.
Dann könntest du auch das »Duft« aus dem zweiten Satz durch »Geruch« ersetzen und hättest keine Wortwiederholung.
Hier zum Beispiel ist der Graf hervorragend in seine Umgebung eingebunden, eine für mich interessantere Szene als die Hetzjagd.

Zitat: Ich habe es besser gemacht. Habe all die Annehmlichkeiten, die der Titel mit sich bringt, in Anspruch genommen, dachte Níso und erinnerte sich schmunzelnd an all die Feste und Gelage, die er auf Burg Nor veranstaltet hatte.
Ah, interessant. Also einerseits sehnt er sich offenbar nach seiner Kindheit, nach Zeiten, in denen er keinerlei Verantwortung trug – aber andererseits scheint er das Grafendasein voll auszukosten; besonders viel Verantwortung trägt er also immer noch nicht. Vermutlich sind ihm die ganzen Pflichten lästig, die mit dem Titel einhergehen, der vollgestopfte Tagesablauf. Man bekommt recht schnell ein Bild von Niso, schön Icon_smile

Zitat: Lässig verschränkte der Graf die Arme und wartete auf den Rest der Jagdgemeinschaft.
Hm … klar, er ist der Graf und wird vermutlich keine niederen Arbeiten tun … aber er hat da ein ausblutendes Reh liegen und ein verschwitztes Pferd. Wie gesagt, ich bin kein Jäger, aber muss man da nicht noch irgendetwas … tun? Oder übernehmen seine Begleiter das dann gleich?
Ich stells mir irgendwie merkwürdig vor, dass er jetzt da auf ner Wiese neben einem toten Reh steht, die Arme verschränkt und nix tut als warten *lach*

Zitat: Sie waren alle eingeweiht, schließlich waren sie es gewesen, die ihn zur Ermordung des Herzogs von Ardoln gedrängt hatten.
Und er war ihr Scharfrichter gewesen, er, ihr Graf!

Hm … die Aussage ist missverständlich:
Ein Scharfrichter ist ja derjenige, der mit dem Schwert richtet, also auch das Urteil vollstreckt. Niso hat aber nur den Befehl zur Tötung gegeben, oder?
Außerdem stimmt der Bezug hier nicht (falls ich es richtig verstehe): Wenn Niso »ihr« Scharfrichter war (also der Scharfrichter seiner Gefolgsleute?), dann hat er seine Gefolgsleute hingerichtet? Und so viele Leute einzuweihen, die mich mit diesem Wissen gar stürzen könnten, scheint mir unklug. Niso dagegen ist noch stolz darauf, zu solchen Mitteln zu greifen. Dadurch wirkt er machthungrig, aber unvernünftig (worauf ja auch schon die Gelage hinweisen); er scheint sich in der Politik nicht wirklich auszukennen, sich nicht auf Heimlichtuerei und Ränkespiele zu verstehen. Wenn du willst, dass er so rüberkommt, ist es dir – zumindest bei mir – gelungen Icon_wink

Zitat: Doch er hatte sich selbst von der Ausführung seiner Befehle überzeugen müssen, andernfalls hätte er keine ruhige Nacht mehr gehabt.
Also ist Niso bei dem Überfall auf den Herzog dabeigewesen? Kann ich mir nicht so recht vorstellen, bei einem, der Gelage feiert, dass er sich mit dem einfachen Soldatenvolk im Wald auf die Lauer legt *lach*

Zitat: Es war bereits dunkel, doch die Bewohner wollten sich den Anblick der erlegten Tiere nicht entgehen lassen.
Öh … für eine solche Jagdgesellschaft ist es aber ziemlich peinlich, mit nur einem Reh und einem schwächlichen Fuchs zurückzukommen, wenn man den ganzen Tag unterwegs war *lach* Also das klingt hier so hochtrabend, als wären der Graf und seine Jäger mit großem RömmPömmPömm ausgezogen, unter wehenden Fahnen und einer ganzen Meute prächtiger Jagdhunde … und dann tobt die Menge, wenn sie ein Reh erwischen?
Gut, es steht ja nun nirgendwo, wie groß die Jagdgesellschaft ist, aber wenn die Menschen sogar bis in die Nacht aufbleiben, muss es doch schon ein eher ungewöhnliches Spektakel sein, oder?

Zitat: Wie Wölfe fielen die Burgbewohner über das Gefolge des Grafen her.
Das ist zwar für sich ein schönes Bild, aber in dieser Situation will es mir nicht passen. Der Graf selbst (er ist ja Perspektiventräger) denkt über das einfache Fußvolk, dass es wie Wölfe über ihn herfällt? Wölfe sind ja meist ein Symbol für Mut, Stärke, Respekt/Angst, Gier … das mag mir so zum Volk nicht passen. Ich fände etwas in die entgegengesetzte Richtung ansprechender / aussagekräftiger: »Wie eine Herde Schafe drängten sich die Burgbewohner um das Gefolge des Grafen« oder sowas … also eher den Vergleich mit einem Tier, das als folgsam, dumm, schwach gilt.

Zitat: wie Insuljo leicht die Knie einknickte, um nicht größer als sein Herr zu sein. Früher hatte Níso oft hochhackige Stiefel getragen,
hey, tolle Idee Pro Sagt einiges über Niso aus Icon_smile

Zitat: „Wie ich sehe war die Jagd erfolgreich, mein Graf“, sagte Insuljo und deutete auf die Beute des Grafen.
„Ja“, gab der Graf knapp zurück und lächelte. Der Hofmeister verabscheute die Jagd und hatte sich solche Höflichkeitsfloskeln schon vor Jahren abgewöhnt, sodass sie nur noch als Signale für den Grafen dienten.
Níso winkte den Hofmeister zu sich heran.
„Nhani wünscht, Euch zu sehen“, sagte der Hofmeister leise, damit es niemand anderes hören konnte.
„Ihr lügt. Nhani wünscht sich nichts“, erwiderte der Graf belustigt.

Du hast im Text einige Stellen, an denen ich finde, dass man als Leser auf der Stelle tritt. Hier als Beispiel eine davon:
Die häufige Wiederholung von »Graf« wirkt ein wenig so, als würdest du auf Nummer sicher gehen wollen, dass der Leser auch wirklich mitbekommt, dass Niso ein Graf ist. Vor allem, weil die Erwähnung des Grafen oft überflüssig ist.
So würde ich zum Beispiel die Anrede »mein Graf« bei »Untertanen« nicht benutzen, sondern da eher sowas wie »Durchlaucht« »Hochwohlgeboren« oder »Hoheit« … wenn der General zum Beispiel »mein Graf« benutzt, schwingt da tiefe Loyalität, Treue und Untergebenheit mit. Die würde ich dem Hofmeister jetzt nicht unbedingt anrechnen, der ist halt höflich und respektvoll, weil er sein Leben mag *lach* (alles natürlich nur Vorschläge)
bei der »Beute des Grafen« ist der Graf ebenfalls überflüssig, da 1. außer dem Fuchs keine andere Beute gemacht wurde und 2. dem Leser klar sein sollte, dass der Hofmeister nicht auf fremde Beute deutet. Man könnte auch einfach »auf das (erlegte) Reh« schreiben.
Das mit den Signalen für den Graf verstehe ich nicht – meinst du sowas wie eine Geheimsprache? Also wenn Insuljo sagt: »Die Jagd war gut« meint er damit was ganz anderes? Aber was meint er denn hier? Dass er mit dem Graf sprechen muss? Das tun sie aber doch schon die ganze Zeit.
Ich verstehe nicht, warum Niso Insuljo zu sich heranwinkt, sie stehen sich doch gegenüber? Da könnte Insuljo doch auch einfach so seine Stimme senken und das mit Nhani sagen. Wenn diese Botschaft streng geheim ist, würde ich einen anderen Zeitpunkt wählen, denn im Moment steht der Graf noch umringt von all seinen Untertanen rum und wird von allen bejubelt.

Wie das aussehen könnte:
»Wie ich sehe, war die Jagd erfolgreich, Durchlaucht«, sagte Insuljo und deutete mit einem gezwungenen Lächeln auf das erlegte Reh. Solche Floskeln verwendete der Hofmeister nur, wenn er etwas Wichtiges mitzuteilen hatte, was nicht für fremde Ohren bestimmt war.
Neugierig / Beunruhigt / Gelassen winkte Niso ihm, sich ein Stück von der Jagdgesellschaft zu entfernen.
»Nhani wünscht, Euch zu sehen«, ließ Insuljo in schließlich leise wissen und behielt dabei die Menge im Auge.
»Ihr lügt. Nhani wünscht sich nichts«, erwiderte der Graf belustigt.


Zitat: „Insuljo, sagt den Frauen, sie sollen die Innereien der Tiere aufbewahren“, rief der Graf seinem Hofmeister nach. Dieser drehte sich kurz um und nickte knapp.
Öh … wieso gibt der Graf diese Anweisung? Bei der Jagd sind doch die Innereien mit das tollste, was so abfällt, da wäre es ja doof, wenn die sonst immer weggeworfen werden. Dadurch, dass der Graf seinem Hofmeister so einen Auftrag gibt, klingt es aber so, als wäre es etwas Unübliches.

Zitat: und machte sich zu den Kerkern auf.

Níso betrat die Eingangshalle von Burg Nor

Hm … der Einwurf, dass er sich zu den Kerkern aufmacht, wirkt etwas fehlplatziert, weil er ja erstmal zur Burg geht und ein Bad verlangt – den Zusatz würde ich erstmal streichen (»und machte sich zu den Kerkern auf«), weil ja direkt im folgenden Absatz nochmal erwähnt wird, dass er in die Kerker geht.

Zitat: und bog an deren Ende in einen Korridor ein, der beständig abfiel. Dieser wand sich spiralförmig der Tiefe entgegen.
wieder eine Doppelung: »und bog an deren Ende in einen Korridor ein, der sich spiralförmig der Tiefe entgegenwand.«

Den Kerker direkt von der Eingangshalle aus erreichbar zu machen, scheint mir eine weniger gute Idee. Sollte es mal zu einem Ausbruch kommen, hätten die Gefangenen die Haustür ja direkt vor der Nase. Ich würde den eher tiefer in die Burg reinverlegen, zum Beispiel unterhalb der Soldatenquartiere, falls es sowas gibt. Wenn dann jemand ausbricht, stolpert er erstmal in die Kaserne Mrgreen
Nachtrag: Achso, es gibt gar keine Gefangenen mehr da? Aber es gab sie mal, also war die Lage früher trotzdem ungünstig Icon_wink

Zitat: die gegenüberliegende Steinwand.

„Lasst mich durch“, befahl der Graf

Die Leerzeile ist überflüssig. Es gibt ja weder einen Zeit-, einen Orts- oder einen Personenwechsel.

In der Szene mit Nhani fehlen mir persönlich ein paar Hinweise darauf, wie Niso das Ganze findet. Bewundert er Nhani und das, was sie tut, oder verabscheut er es, fürchtet er es? Ist er in sie verliebt oder hat er Angst, dass sie ihn verflucht, wenn er ihr nicht gehorcht?
Seine Aufregung bringst du deutlich rüber, aber warum genau er aufgeregt ist, bleibt mir verborgen.
Ich selbst finde es ja abstoßend und hätte Angst vor jemandem, der rohe Tierherzen isst (und nichts anderes) – aber wie tickt Niso? Am ehesten würde ich vermuten, dass er in Nhani verliebt ist, wobei ich dann vielleicht noch ein bisschen auf ihr Äußeres eingehen würde. Oder wenn es mehr Richtung Besessenheit gehen soll, könnte sein Unvermögen, irgendetwas gegen sie zu tun – ihr Widerworte zu geben – deutlicher hervorgehoben werden.

Zitat: Aber ich spüre, dass sich eine neue Prophezeiung anbahnt, doch um sie zu entziffern, brauche ich das Herz eines Tieres. Ein frisches Herz.“
Graf Níso war erleichtert, dass er die Innereien der beiden Tiere hatte aufbewahren lassen.

Ohoh, eine neue Prophezeiung … wird es um Blir gehen, der den Grafen töten wird? Mrgreen
Die »Erleichterung« beim Grafen finde ich etwas unglücklich gewählt, denn ich vermute mal, er wird die Innereien gerade aus diesem Grund aufgehoben haben. »erleichtert« klingt so nach: »Ach, Gott sei dank hab ich die Herzen aufbewahrt, was ich sonst nie mache« … Also mehr so ein Glückgehabt – aber es war ja so von Niso geplant

Zitat: „Sucht es Euch aus, ein Herz wird gegen Euch, eines für Euch sprechen“, sagte sie und wahrte ihr Lächeln.
Ein Rätsel!, dachte der Graf, sie will mich prüfen. Der Fuchs ist ein Jäger, das Reh ein Gejagter, sie möchte testen, ob ich die Prophezeiung eines Jägers oder eines Gejagten hören möchte.

Sag ich ja Icon_ugly Rätsel … wobei ja Niso bisher der unsympathische Antagonist ist, von daher wird er vermutlich falsch liegen, sich falsch entscheiden und die Prophezeiung zu hören bekommen, die er gar nicht hören will. Immerhin war der Fuchs schwächlich und das Reh prächtig.
Aber als »Rätsel« würde ich das nicht bezeichnen, eher als »Test« oder … hm, Test klingt so modern … »Prüfung«?

Zitat: . Nhani wollte kein Geld. Sie wollte auch keine Diamanten oder Ringe, wie sie die meisten Frauen sofort annehmen würden. Nhani wollte nur seine Besuche, alle zwei Tage etwas Wasser und ihr Zimmer.
Wieder so eine Stelle, wo es Informationen doppelt gibt. Was Nhani will wurde vorhin schonmal gesagt.

Zitat: Die erste Prophezeiung handelte von einem Unfall, dessen Verletzungen ein Soldat des Grafen erliegen würde. Doch der Graf hörte nicht auf sie und einen Tag später berichtete ihm ein Bote, wie einer seiner Soldaten während einer Patrouille in eine Schlucht gestürzt und dort verblutet war, ohne dass seine Kameraden die Chance hatten, zu ihm herabzuklettern.
Interessiert sich Niso – also Graf, der gewiss andere Dinge um die Ohren hat und sowieso gerne mal feiert – tatsächlich für jeden einzelnen Soldaten? Ich weiß nicht, für mich klingt das merkwürdig, dass er von jedem Tod berichtet bekommt. Soldaten sterben halt ab und zu, da kann man doch nicht immer zum Grafen persönlich rennen und das erzählen.

Zitat: „Ja, Ihr seid ein Jäger, Ihr habt das Richtige gewählt.
Oh, okay Icon_smile

Zitat: sagte die Seherin und erhob sich. Der Graf tat es ihr gleich. Nhani verbeugte sich tief vor dem Grafen und dieser verbeugte sich vor ihr. Der Graf sah etwas, dass er zuvor noch nicht gesehen hatte: Ein kleiner Dolch baumelte an ihrem Rock und dem Grafen wurde klar, dass der Stern mit Blut gemalt worden sein musste.
Ah watt, sag bloß? Icon_ugly Die Frau bekommt nichts außer Wasser und Herzen – womit denn, außer mit Blut, hätte der Stern gemalt sein sollen? Ein Blitzmerker is er nicht, unserer Herr Graf Icon_wink
Gegen die häufige Erwähnung seines Titels könnte man folgendes tun:
»Niso tat es ihr gleich und sie verbeugten sich voreinander. Dabei fiel dem Grafen ein kleiner Dolch auf, der an ihrem Rock baumelte. Damit schien seine Vermutung bestätigt: Der Stern musste mit Blut gemalt worden sein.«

Zitat: „Bis morgen, meine … Nhani“, sagte der Graf und merkte, dass es ihm nicht mehr schwer fiel, Nhani nicht mehr als Untertanin, sondern als Freundin anzusehen.
Zitat:
»meine ...« ? Was hat er denn da sagen wollen? (Interessiert mich nur, sollte allerdings auch aus der Geschichte irgendwie klar werden)
die zweimal »nicht mehr« sind nicht nur unschön, sondern machen den Satz auch schwer zu lesen.
»und merkte, dass er Nhani nicht mehr als Untertanin sondern als Freundin sah.«
wobei es merkwürdig ist, dass das von jetzt auf gleich zu gehen scheint. Normalerweise ist das ja ein langsamer Prozess (den ich aufgrund dieses einen Treffens aber nicht nachvollziehen kann). Wieso sieht er sie als Freundin? Was verbindet die beiden, haben sie Gemeinsamkeiten, sprechen sie auch über private Dinge?
Bisher wurde Nhani charakterisiert als die Frau, die im Kerker lebt, Tierherzen isst und daraus Prophezeiungen hört. Da ist nichts privates oder persönliches, das Niso über sie denkt, was er von ihr weiß – und auch das Gespräch zwischen den beiden ist sehr kalt und unpersönlich.

Dieser Teil hat mich leider bisher am wenigsten überzeugt. Zum Teil wirkt es sehr lieblos runtergeschrieben, als wolltest du erstmal die Handlung durchbekommen – abhaken, was so alles passieren muss – und hast dabei die Atmosphäre und das Drumherum vergessen.
Trotzdem zeichnest du Niso als Charakter schon recht klar, für ihn ist die Grafenposition Last aber auch Macht. Seine Beziehung zu Nhani dagegen bleibt verschwommen. Allgemein neigst du dazu, Personen entweder sehr genau vorzustellen (Der Hofmeister, Nhani) oder sie bleiben total gesichtslose Statisten (die Jagdgesellschaft, die Dienerschaft / Wachen). Dabei wirkt der Hofmeister bisher nur wie eine Randfigur – dafür wäre sein Auftritt mMn zu umfangreich beschrieben, mit zu vielen Worten.

Außerdem wiederholst du dich gerne mal, bleibst quasi an einer Stelle kurz hängen. Da hilft vermutlich nur aufmerksames Durchlesen und umschreiben solcher Stellen. Statt etwas zweimal mit ähnlichen Worten zu sagen, sag es entweder nur einmal, oder ergänze beim zweiten Mal noch weiteres Details. Das gilt auch für Gespräche, wie zum Beispiel hier:

Zitat: „Ich werde mit dem kommen, was für mich spricht“.
„Dann kommt um Mitternacht“, sagte Nhani und bedeutete ihm zu gehen.
„Ich werde kommen“, sagte der Graf und öffnete die Tür.
„Ich weiß“, sagte sie und lächelte.


Vermutlich willst du hier dieses »Ich weiß« drin haben, so von wegen: Ich bin Hellseherin, klar weiß ich, dass du kommst.
Aber als Leser liest man zuerst mal:
»Ich komme« - »Ja, dann und dann« - »Ich komme« - »Ja.«

»Ich werde mit dem kommen, was für mich spricht.«
»Um Schlag Mitternacht erwarte ich Euch«, sagte Nhani und bedeutete ihm zu gehen.

wenn die Hellseherei noch drin sein soll vielleicht noch zusätzlich:
Er trat auf den Gang zurück, da klang die raue Stimme wie ein Flüstern noch einmal an sein Ohr. »Ihr werdet pünktlich sein.«
oder sowas. Bissl geheimnisvoller, schauriger.

Allgemein könnte die Stimmung für meinen Geschmack viel düsterer und beklemmender sein. Da wohnt eine Frau im Kerker, die Tierherzen isst und daraus die Zukunft vorhersagt! Aber das schwingt nicht mit, die Bedrohung oder die Abscheu oder was immer Niso bei diesem Besuch verspürt, ist überhaupt nicht da. Alles wird sehr nüchtern und knapp beschrieben.

Oh und da frag ich mich grad: Wofür sind die Wachen? Für Nhanis Sicherheit oder wird sie dort bewacht? Würde es nicht reichen, die Tür einfach abzusperren?

Und verhungert die gute Frau nicht, wenn bei einer Jagdgesellschaft nur zwei Herzen abfallen? Da müssten sie ja jeden Tag jagen. Die Ausbeute ist jetzt natürlich verständlich – du willst die Entscheidung zwischen Reh und Fuchs – aber dann würde ich vielleicht einfach Niso und Korn auf die Pirsch gehen lassen, ohne großen Jagdaufmarsch, sondern zum Spaß oder warum auch immer. Vielleicht hat Niso auch eine düstere Vorahnung, dass Nhani bald neue Herzen brauchen wird. Sowas kannst du andeutungsweise ruhig schon mitklingen lassen, bevor es dann wirklich zur Sprache kommt. Andeutungen im Sinne von »Er hasste die Jagd, aber bald würde der Ruf nach frischen Tierherzen wieder laut werden« oder sowas (natürlich nur sinngemäß), steigert die Spannung und weckt die Neugier.

Obwohl es mich jetzt erzähltechnisch nicht überzeugt hat, ist es inhaltlich interessant: Ein Graf, der sich die Zukunft von einer herzenfressenden Hexe erzählen lässt, ihr offenbar verfallen ist und von diesen Prophezeiungen mehr oder weniger viel hält. Sie scheint ihn gut unter Kontrolle zu haben – er selbst wirkt mehr wie eine Marionette. Gute Konstellation und auf den ersten Blick bisher ein interessanter Antagonist. Mach was draus! Icon_smile

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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