Es ist: 13-04-2021, 20:50
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Feliane (Neufassung)
Beitrag #1 |

Feliane (Neufassung)
Um wieder ins Schreiben zukommen, habe ich mal eine Neufassung meiner ersten Geschichte angefertigt. Ich hoffe, sie ist auch wirklich bessser. Allerdings konnte ich leider nirgendwo trennen, wennmir jemand eine geeignete Stelle nennt, hole ich das aber nach. Wer das Original lesen will, findet es hier.

Ruhig, ja geradezu friedlich lag die Lichtung inmitten des verschneiten Waldes da. Das silberne Mondlicht spiegelte sich in den Eiskristallen des fallenden Schnees. Jedes Geräusch wurde von diesen weißen Flocken geschluckt. Noch war alles ruhig...

Feliane hetzte durch den Wald. Mit langen raumgreifenden Schritten preschte sie durch das Unterholz und nahm keine Rücksicht darauf, ob sie Kratzer oder Verletzungen davon trug. Die würden schon schnell genug heilen, zunächst musste sie weg und zwar schnell. Wieder schlug ihr ein tiefhängender Ast ins Gesicht und hinterließ eine weitere Strieme, die sich aber fast sofort wieder schloß. Weiter, sie musste weiter. Bloß weg von ihren Verfolgern. Von den Dorfbewohnern, die sie so gut kannte, bei denen sie gelebt hatte. Aber das war mittlerweile sieben Sommer her und vieles hatte sich geändert.
Sie hetzte weiter. Ein dichter Haselnussstrauch kam in ihren Blick, hoch und daneben mehrere Nadelbäume unter Schnee nahezu begraben. Feliane nahm noch einmal all ihre Kraft zusammen und dann sprang sie. Hätte sie jemand gesehen, hätte er sie endgültig als Kind des Teufels bezeichnet, denn sie flog praktisch über den Strauch hinweg und landete auf der anderen Seite auf einer Lichtung. Hastig ging sie auf alle Viere, krabbelte zum nächsten Baumstamm und lehnte sich erschöpft dagegen. Ausruhen nur ganz kurz. Mehr brauchte sie nicht.
Ihre Muskeln schmerzten und sie spürte wie sich langsam ein brennendes Gefühl in ihrem Magen breit machte. Nicht mehr lange und sie würde vor Durst noch den Verstand verlieren, nur war für die Jagd nicht genug Zeit.
Sie schaute sich um. Auf der Lichtung selbst war kein Tier zu sehen und das Rascheln im Unterholz zeigte ihr, dass auch das letzte dumme Kaninchen gerade die Flucht vor ihren Geruch ergriffen hatte.
Ein Seufzen entfloh ihrer Kehle.
Sie musste trinken, so viel stand fest, von daher blieb ihr wohl nichts anderes übrig als ein Tier herbeizurufen. Aber sie hasste es, das Vertrauen der Geschöpfe des Waldes auszunutzen. Es fühlte sich wie gemeiner Betrug an, auch wenn es ihr Überleben sichern würde. Eine Jagd würde sie dem nun Folgenden immer vorziehen.
Sie holte tief Luft und stieß dann einen unmenschlich klingenden Schrei aus, der dem eines Hirsches ähnelte. Jetzt hieß es nur noch warten, ob sie Erfolg gehabt hatte. Das und vor allem musste sie sich bewegen, ansonsten konnten ihre Gliedmaßen einfrieren und steif werden. Bewegungsunfähig auf einer Lichtung zu liegen, war keineswegs Felianes Vorstellung einer geglückten Flucht. Deswegen erhob sie sich und ging locker im Kreis. Immer wieder schritt sie die Lichtung ab und verfiel schließlich in Gedanken.
Wie hatte sie so dumm sein können?
Warum war sie nach all den Jahren in ihr Dorf zurückgekehrt?
In einen Ort, dessen Einwohner schon früher auf sie herabgesehen und ihre Anwesenheit nur aufgrund ihre Fähigkeiten bei der Jagd und der Heilkunst akzeptiert hatten.
Schon immer hatten ihr die Tiere des Waldes mehr gegolten als jeder Mensch. Sie waren ihre Familie, bei ihnen hatte sie Verständnis gefunden, wo bei Menschen nur blanker Haß vorhanden war.
Warum also?
Aber sie kannte die Antwort genau.
Matteo! Der Sohn des Schmiedes.
Für ihn war ihr Herz entflammt. Und wegen ihm hatte sie ihr Dorf verlassen, war einem wild aussehenden Fremden gefolgt, der ihr versprochen hatte, ihr eine völlig neue Welt zu zeigen. Sie Dinge zu lehren, von denen sie in ihren kühnsten Träumen noch nicht einmal gehört hatte. Wie die Welt wirklich funktionierte, was die Welt zusammen, sie am Leben erhielt.
Er hatte sein Versprechen gehalten.
Allerdings anders als erwartet.
Die Welt, in die er sie entführte war neu, war voller wunderbarer Rätsel, aber ebenso war sie eine Welt des Hasses, des Schmerzes und des Grauens. Einem Grauen, das weit über das hinausging, was ein Sterblicher zu ertragen imstande war.
Er hatte sie zu einem Vampir gemacht.
Und als ob sie das Schicksal ein weiteres Mal herausfordern wollte, war sie vor zwei Tagen in ihr Dorf zurückgekehrt. In der Nacht der Geburt des Herrn, einer der heiligsten Nächte. Sie schüttelte ihren Kopf wegen ihrem naiven Glauben, unbehelligt einen Blick auf Matteo werfen zu können.
Feliane spürte wie die Kälte in ihre Knochen kroch und ging etwas schneller. Als sie die Sinnlosigkeit einsah, beschloss sie sich unter einem Baum zu stellen, um wenigsten den Schneeflocken zu entgehen.
Sie lehnte sich an einen der Stämme und glitt abermals zurück in die Vergangenheit, dieses Mal zu noch frischen Erinnerungen. An das, was vor zwei Nächten geschehen war.
Zunächst hatte sie nur aus der Ferne die Tür der Kirche betrachtet, ohne zu versuchen näher zu kommen. Aber als Matteo mit seinem Vater an der Seite, der sie schon immer als den letzten Abschaum betrachtet hatte, aufgetaucht war, hatte sie sich nicht länger zurückhalten können. Mit entschlossenen Schritten war sie auf die Kirchenpforte zu gegangen. Ihre Bedenken wegen des Kreuzes über der Tür versuchte sie runterzuschlucken. Ein Kreuz allein, konnte einen Vampir nicht am Betreten hindern, auch nicht so genannter heiliger Boden. Beides musste von einem wahrhaft Gläubigen erschaffen werden und solche Menschen waren erstaunlicherweise sehr selten.
Also hatte Feliane ihren ganzen Mut zusammen genommen und hatte ihren Fuß über die Schwelle gesetzt.
Fast zeitgleich hatte sie ein Brennen tief in ihrem Inneren verspürt, ein Feuer schien in ihrem Magen explodiert zu sein, das sie von innen nach außen verzehrte. Panisch hatte sie nach Luft geschnappt, etwas dessen Notwendigkeit schon lange nicht mehr bestand. Sie hatte sich gekrümmt, geschrien und nicht mehr gewusst was sie tat, wer oder wo sie war. Die stechenden Schmerzen hatten sie fast zu Boden geschickt. Mit letzter Kraft hatte sie sich herumgeworfen und mehr stolpernd als gehend die Kirche verlassen.
Sobald sie in der Kälte der Nacht gewesen war, ging es ihr besser, doch um sich ganz zu erholen blieb ihr keine Zeit. Der junge Priester des Dorfes hatte sofort reagiert. Er hatte geschrien, sie des Teufels Hure geschimpft und war ihr praktisch sofort mit den Männern hinterher gestürzt.
Feliane hatte sich nur ein einziges Mal umgesehen, dabei hatten sich Matteos Blick und der ihre gekreuzt und sie hatte den Schmerz darin sehen können. Den Schmerz darüber, was aus ihr geworden war.
Danach war die Hetzjagd ausgebrochen, die sie auf diese Lichtung geführt hatte. Trotz allem war das einzig Gute in den letzten Jahren dieser eine Blick auf Matteo gewesen, für den sie Gott dankte, auch wenn er sie aus der Schar seiner Kinder verstoßen hatte.
Und nun lehnte sie hier an einem Baum und hoffte auf Rettung durch eines der Geschöpfe, die sie schon immer am Besten verstanden hatten.
Feliane lauschte.
In ihrer Umgebung war nichts zu hören, trotz ihrer übernatürlich scharfen Sinne, einem der wenigen wirklichen Geschenke ihres Erschaffers. Aber mit dem Schneefall wurden auch viele Geräusche fast unhörbar. Das Weiß schluckte sie und gab sie nicht mehr her.
So blieb ihr nichts anderes übrig als zu warten.
Der Mond wanderte immer weiter über das Himmelszelt. Feliane wurde ungeduldig. Wenn nicht bald ein Hirsch erschien, würde sie weiterlaufen müssen. Der junge wahrhaft gläubige Priester und die Menschen aus dem Dorf würden bald hier sein.
Als ob ihr innerliches Flehen erhört worden wäre, trat mit einem Mal ein prächtiger Rothirsch auf die Lichtung. Misstrauisch betrachtete er sie, der Geruch des Todes, der an ihr haftete, schien ihn zwar nicht zu verschrecken, aber zumindest vorsichtig zu machen.
Feliane konnte es ihm nicht verübeln, schließlich war ihr Vorhaben nicht zu seinem Vorteil. Einen Nutzen aus dieser Begegnung würde nur sie ziehen. Mit langsamen Schritten ging sie auf den prächtigen Hirsch zu, dabei redete sie unablässig beruhigend auf ihn ein, bis sie ihm ihren rechten Arm um den Hals legen konnte. Der Bock wurde unruhig, anscheinend hatte ihn doch etwas nervös gemacht oder er ahnte, was ihm bevorstand. Aber es war zu spät, mit eisernem Griff hielt Feliane ihn fest, so dass er sich nicht mehr fortbewegen konnte. Einen kurzen Moment zögerte sie noch, dann versenkte sie ihre Fangzähne in den Hals des Tieres, dort wo die Adern fast direkt unter der Haut lagen. Gleichzeitig wurde der Hirsch ruhiger. Warum auch immer, dies geschah, ihre Opfer wehrten sich nicht mehr nach dem Biss. Ein weiteres Rätsel, welches Feliane immer begleiten würde.
Gierig trank sie mit großen Schlucken, achtete aber darauf dem Hirsch nicht zuviel seiner Kraft zu nehmen, damit er die nächsten Tage überstehen konnte, ohne seine Feinde fürchten zu müssen. Sie leckte über seine Wunde und verschloß sie somit. Ein kurzes Klopfen mit der flachen Hand auf die Seite und ihr „Lebensretter“ verschwand im Unterholz. - Und gab die Sicht frei auf Matteo, der auf der gegenüberliegende Seite der Lichtung stand.
Wie versteinert stand sie da, konnte sich noch nicht einmal das Blut von ihren Lippen abwischen. Der einzige Gedanke der ihr durch den Kopf schoß, war die Verzweiflung darüber, das eben Geschehene nicht verbergen, nicht erklären zu können, damit Matteo nicht sofort wieder davon liefe. Warum musste er auch genau in diesem Moment auftauchen, warum nicht etwas später? Was machte er hier? Wie hatte er sie gefunden? Fragen über Fragen, die alle einer Erklärung bedurften, doch letztlich nicht mehr wichtig waren, denn er war hier. Vor allem aber lief er nicht weg. Verwundert sah Feliane, wie er langsam auf sie zu kam. Schritt für Schritt kam er immer näher, zögerlich, aber zugleich auch bestimmt. Unverwandt sah sie ihn an, betrachtete seine Spuren im Schnee und spürte, wie ihr eigentlich totes Herz wild in ihrer Brust schlug. Die Welt war unwichtig, nur Matteo war jetzt das Zentrum ihres Seins. Jäh, wurde sie aus ihren Gedanken gerissen.
Das Knacken von Ästen, war das Einzige, was die Gefahr ankündigte, dann sprang ohne Vorwarnung ein grauschwarzes Fellbündel aus dem Unterholz und fiel Matteo mit aller Macht an, verbiss sich in seine Schulter und zerrte ihn zu Boden. Immer wieder schnappte der Kiefer des Wolfes nach dem Gesicht des Mannes. Aber jedes Mal schaffte er es, einen seiner Arme zwischen sich und den Jäger zu bringen. Trotzdem blutete er stark aus mehreren tiefen Wunden, verursacht durch Bisse und Kratzer und der puren Kraft des Tieres.
Zunächst sah Feliane einfach nur zu. Wie konnte das Geschehen? Gerade eben hatte Matteo sie gefunden und er schien ihr neues Wesen zu akzeptieren und dann sollte es schon so schnell wieder vorbei sein? Sie stand einfach nur da. Doch dann durchlief ein Schauder sie. Die tief in ihr verborgene Wut und Leidenschaft übernahm die Kontrolle über ihren Körper. Sie atmete kurz aus und nahm Anlauf. Mit aller ihr gegebenen Kraft sprang sie ab. Noch im Flug verwandelten sich ihre Hände in Klauen und ihre Nägel in lange feste Krallen und dann prallte sie schwer dem Wolf in die Seite, riss ihn von Matteo herunter und kugelte mit ihm durch den Schnee. Ein einziges Knäuel voller Gliedmaßen bildete sich nun und sie schenkten sich nichts. Der Räuber schnappte nach ihrem Gesicht, versuchte es zu zerfetzen, während sie ein ums andre Mal auf ihn einschlug. Ohne Sinn und Verstand. Ihre tierischen Instinkte, seit Jahren treue Begleiter, hatten die Oberhand gewonnen und ließen sie jetzt handeln. Mit unglaublicher Kraft krallte sich Feliane in die rechte Seite des Angreifers und riß ihren Arm mit einem Ruck zur Seite. Dem Wolf blieb keine Zeit zum reagieren. Jaulend flog er durch die Luft und krachte gegen einen Baum. Das Knacken von Knochen war zu hören und doch war Felianes Blutdurst noch nicht gestillt. Sie sprang auf und noch bevor ihr Gegner den Erdboden erreichte, griff sie erneut an. Immer wieder schlug sie zu, zerrte an seinen Gliedmaßen und zerfetzte das verfilzte Fell des Raubtieres, bis sich nur noch schwer ausmachen ließ, welches Tier der rote Fleck aus Fleisch und Blut einmal gewesen sein musste. Nur langsam kam Feliane wieder zur Besinnung. Die Hände voller Blut schaute sie auf und sah sich um. Der rote Schleier vor ihren Augen verwehte. Matteo!
Auf allen Vieren überquerte sie schnell kriechend die Lichtung zurück zu dem Mann, den sie liebte und der schwer verletzt im Schnee lag. Immer noch quoll viel Blut aus seinen Wunden. Der süße angenehme, ja verführerische, Duft des Lebenssaftes kroch ihr in die Nase. Sie spürte, wie ihre Zunge über spröden Lippen fuhr – und schrak angewidert zurück. Ekel und Übelkeit stiegen in ihr auf. Sie würde nicht von ihm trinken. Nicht von Matteo! Nein!
Behutsam strichen ihre Finger über seine markanten Gesichtszüge, glitten über die Augen, die sie immer verständnis- und nie vorwurfsvoll angesehen hatten. Die Nase und seinen Mund, aus dem nie ein böses Wort gekommen war, wenn er mit ihr sprach. Feliane spürte wie sich etwas Feuchtes aus ihrem linken Auge löste und sich seinen Weg ihre Wange hinab suchte. Mit ihrer linken Hand wischte sie es ab, im Glauben es wäre eine verirrte Schneeflocke. Doch als sie ihren Handrücken betrachtete sah sie eine rötliche Flüssigkeit. Blut! Sie weinte Blut!
Seit ihrer Verwandlung hatte sie geglaubt, nie mehr weinen zu können. Aber anscheinend wurde das salzige Wasser der Tränen nur durch die bittere Süße ersetzt, die ihr nun das Leben schenkte.
Matteos Brust hob sich mit einen Mal stärker. Feliane zuckte zusammen und holte tief Luft, obwohl sie es nicht mehr brauchte. Endlich schlug Matteo seine Augen auf. Ein Lächeln erschien auf seinen Lippen als er sie betrachtete. Er hob seine Hand und strich über ihre Wange. Zum ersten Mal seit Jahren spürte Feliane wieder echte menschliche Wärme. Kein Verlangen, kein Handel lag in der Berührung, Matteo berührte sie um ihrer selbst willen. Es war ein gutes Gefühl und trotzdem musste sie schluchzen.
„Weine nicht! Ich bin dir nicht gefolgt, um dich weinen zu sehen. Ich wollte mit dir zusammen sein, nicht mehr.“
Er hatte hastig gesprochen, als ob er wusste, zu mehr würde er nicht die Gelegenheit haben. Feliane sah ihn einfach nur an und beugte sich vor, um ihn zu küssen. Da verließ ihn das letzte bisschen Stärke. Kraftlos kippte sein Kopf zur Seite.
Feliane wollte aufschreien. All das nur, weil sie nicht weiterhin allein in der Nacht sein wollte. Die Rückkehr in ihr Dorf, um Matteo wiederzusehen, war reine Selbstsucht gewesen. Ein viel größerer seelischer Schmerz, als sie ihn jemals gekannt hatte, brach sich in ihren Gefühlen Bahn, zermalmte jede Hoffnung, fraß, was von ihren Empfindungen übrig geblieben war und begrub die Asche ihrer Menschlichkeit unter sich. Tränen hatte sie keine mehr zu geben, deswegen schrie sie ihre Wut in die Nacht hinaus. Einen wilden Ruf, der von einem einsamen Wolf beantwortet wurde. Es war egal, ob die Dorfbewohner sie nun doch finden würden. Es war egal, wenn sie brennen würde. Ihre letzte Möglichkeit, menschlich zu bleiben, war ihr so eben genommen worden. Was blieb ihr denn noch?
Ein Gedanke schoß plötzlich durch ihren Kopf. Ihr Blut - es konnte Matteo vielleicht doch noch retten. Hatte sie nicht mal gesehen, wie ihr Erschaffer einst, einem schwerverletzten Menschen sein Blut zu trinken gegeben hatte und der sich anschließend erhob. So wie Felianes Lehrer ihr erzählt hatte, verlängerte sich dadurch, die Lebensspanne des Trinkenden, sofern er regelmäßig etwas Blut bekam. Verzweifelt krempelte sie sich ihren rechten Ärmel hoch und fuhr ihre Krallen aus. Sie stach gerade in ihre eigene Haut, als sie eine sanfte Stimme vernahm.
„Das würde ich nicht tun, mein Kind!“ Feliane fuhr herum. Vor ihr stand ein Mann in einer Mönchsrobe. Sein Gesichtzüge waren durch die Schatten seiner weiten Kapuze verborgen, in der Hand hielt er einen mit einem breiten Lederband umwickelten Stab. Es schlang sich rautenförmig nach oben. Auch wenn er sich darauf stützte, konnte man an der Art wie er ihn hielt erkennen, eine Gehhilfe war dies nicht. Vielmehr eine Waffe. Feliane knurrte leise. Der Mönch lachte auf.
„Auch wenn du mich jetzt in Fetzen reißt. Dein Vorhaben ist keine gute Idee.“ Er trat näher und Feliane bildete sich ein, ihre Umgebung würde heller. Auch wurde mit jedem Schritt des Mönches ein kleiner Teil der Dukelheit in ihr vertrieben. Sie beruhigte sich etwas und ließ ihre Arme sinken, die sie schon als Vorbereitung eines Angriffs erhoben hatte.
„Hast du schon gesehen, welche Auswirkung das Geben des eigenen Blutes an einen Menschen haben kann?“ Feliane schüttelte zögernd den Kopf. „Dann lass mich dir davon erzählen mein Kind.“ Der Mönch hatte sich ihr mittlerweile bis auf einen Schritt genähert. „Ein Mensch, der einmal trinkt, wird meist stärker, kräftiger und lebt vielleicht eine kurze Zeitspanne länger, aber dann wird es zu einem starken inneren Verlangen. Er wird immer mehr und immer öfter brauchen. Ein Häuflein Elend ohne das Rot und euphorisch, geradezu wahnsinnig, wenn sein Begehren in Erfüllung geht. Willst du das für deinen Geliebten?“
Feliane schwieg. Wer war dieser Mann? Warum fürchtete er sich nicht oder versuchte sie zu töten? Er war doch ein Mann der Kirche, ein Mann Gottes. Diese Gedanken drifteten am Rande ihres Bewusstseins vorbei, aber sie konnte sie seltsamer Weise nicht fassen. Der Mönch strahlte eine solche Kraft und Ruhe aus, dass sie zu nichts anderem mehr in der Lage war, als einfach den Kopf zu schütteln, ohne auch nur eine ihrer Fragen über die Lippen zu bringen..
„Gut, meine Tochter. Ich freue mich über deine Entscheidung und jetzt – bitte ich dich mir zu vertrauen.“ Er legte seine freie Hand auf ihre Schulter und sofort floss Wärme durch sie hindurch, eine angenehme, wohltuende Wärme, die sie beruhigte. Trotz des Chaos ihrer Gefühle, verschwand ihre Panik, ihre Angst. Warum wusste sie nicht. Ohne Widerstand, weder innerlich noch äußerlich setzte sie sich mit ihm gemeinsam in den Schnee, ohne weiter auf Matteo zu achten.
„Anscheinend musstest du heute viel Kummer ertragen, da will ich ihn nicht noch mehr mehren. Erzähle mir einfach, was passiert ist, vielleicht kann ich dir ja helfen und etwas Frieden schenken.“
Es fühlte sich seltsam an, jemand Fremden alles zu berichten, aber irgendwann flossen die Worte aus Feliane heraus. Immer mehr, immer weiter griff sie in die Vergangenheit, bis sie schließlich mit den Geschehnissen auf der Lichtung endete. Selbst ihre Wiedergeburt als Kind der Nacht erzählte sie dem Mönch. Doch dieser zuckte nicht ein einziges Mal zusammen, egal wie schrecklich oder grausam auch ihr Bericht geriet. Es saß einfach da, hörte zu und legte ihr hin und wieder seine Hand auf die Schulter, um sie zu beruhigen, wenn sie innerlich zu aufgewühlt war. Am Ende saßen sie still nebeneinander, bis die angehm ruhige Stimme des Mönches die Stille durchbrach.
„Nun, mein Kind,“ er erhob sich mit einem tiefen Seufzer und klopfte den Schnee von seiner Kutte. „Wie es aussieht, besitzt du schon die Antworten auf all deine Fragen. Meinst du nicht?“
Verständnislos sah Feliane ihn an.
„Es ist doch ganz einfach. Warum machst du Matteo nicht einfach zu einem der deinigen? Er würde überleben und ein langes Leben wäre ihm sicher. Wohingegen jetzt …“
Er ließ den Satz unvollendet und sah stattdessen hinüber zu dem Schwerverletzten im rotgefärbten Schnee. Feliane folgte seinem Blick. Dieser seltsame Fremde hatte Recht. Warum nicht? Warum sollte sie Matteo nicht das gleiche Geschenk geben, das auch sie erhalten hatte. Dann erinnerte sie sich an den Ekel, den sie beim Geruch seines Blutes empfunden hatte. Der ihr zum ersten Mal in jenem Moment bewusst geworden war. Sie hatte schon immer gehasst, wie sie sich ernähren musste. Aber es war zweckmäßig gewesen, doch niemals ein gutes Gefühl, wenn die erste Euphorie vorbei war. Sie sah hoch, direkt in die Augen des Mannes.
„Nein!“
„Nein?“
„Nein, ich will nicht … ich ...“ Sie fand keine Worte.
„Was willst du nicht? Hast du etwa Angst, er könnte mächtiger werden als du?“
Abermals schüttelte Feliane ihren Kopf.
„Was dann, mein Kind? Wovor hast du Angst? Sag es mir. Vielleicht kann ich dir einen Rat geben?“
Er kniete sich hin und sah Feliane an. Sie blickte direkt in seine Augen - und doch wieder nicht. Durch sie hindurch meinte sie, das Universum selbst zu sehen. Schwarz, leer und doch mit hellen Flecken, die das Dunkel erleuchteten. Ihr Blick wanderte hoch zu seiner Stirn. Ein breites Kopftuch bedeckte sie völlig. Unwillkürlich musste Feliane schlucken. Zusammen mit seinem Kampfstab gaben Augen und Kopftuch ein neues Bild. Sie hatte schon einmal von einem einsamen Wanderer zwischen den Welten gehört. Sollte er es wirklich sein? Wollte er ihr wirklich helfen oder sie vernichten? Beides war möglich. Die Legenden berichteten davon. Trotzdem fasste sie neuen Mut.
„Er würde es nicht ertragen. Das Dasein als ein Kind des Brudermörders. Es wäre nichts, mit dem er zurecht käme.“
Die Züge des Mönches verhärteten sich. Suchend, einschätzend glitten seine Augen über Feliane hinweg. Obwohl es ihr unangenehm war, so betrachtet zu werden, sah sie ihn weiter an. Endlich sprach er.
„Wer würde es nicht aushalten? Er oder du selbst? Sei ehrlich!“
Feliane zögerte kurz, bevor sie antwortete. Letztendlich fiel ihr die Antwort leicht.
„Wir beide.“ Sie stockte. „Ich, weil ich ihn zu einer Existenz im Schatten verurteilen würde. Die Möglichkeit im Licht der Welt zu wandeln und ihre Schönheit im Tageslicht zu sehen, wäre ihm damit genommen. Er müsste mit seiner Familie brechen und vor allem zöge ich ihn dadurch in eine Welt der Verderbtheit und Grausamkeit.“ Sie schaute zu dem Mann, den sie liebte. „Aber vor allem wegen ihm könnte ich es nicht. Er ertrüge es nicht ein Unleben, wie das meinige zu führen. Alles was ihm wichtig ist, müsste er verraten, seinen Glauben, seine Überzeugungen. Es würde ihn innerlich brechen, sich von anderen zu nähren, nur um zu überleben. So etwas kann ich ihm nicht antun!“
Feliane endete und der Mönch lächelte. Sofort spürte sie eine Last von ihrem Herzen genommen Leicht, frei und – glücklich fühlte sie sich nun. Aber das konnte nicht sein. Matteo lag noch immer verblutend im Schnee, wieso konnte sie hier so ruhig sitzen? Eine Antwort blieb ihr verwehrt, stattdessen flohen ihre drängenden Gedanken und sie lauschte den bedächtigen Worten des Gottesdiener.
„Wenn du willst, kann ich deinem Freund helfen. Allerdings, fordert es einen hohen Preis von dir. Einen Preis, den nicht jeder bereit ist zu geben. Er erfordert wahre Liebe. Spürst du so etwas noch in dir? Wärst du bereit zu geben, was ich verlange?“
Feliane musste nur kurz nachdenken.
„Was es auch ist, ich gebe euch, was ihr wollt!“
Abermals betrachtete sie der Mönch genau, es hatte den Anschein, er versuche ihr direkt in die Seele und ihr Herz zu sehen.
„Also gut“ Er seufzte. „Mein Kind, was ich von dir verlange, ist nicht leicht. Nicht weniger als dein untotes Leben, ansonsten kann ich Matteo nicht helfen. Denn die Natur muss im Gleichgewicht bleiben. Stirbt etwas, wird woanders etwas geboren. Wird Leben geschaffen, muss etwas sterben. So will es der Kreislauf des Lebens. Bist du einverstanden?“
Er streckte Feliane seine Hand hin. Für einen kurzen Moment hatte Feliane den Eindruck, der Mönch habe bei seinen Worten gütig gelächelt. Aber wieso? Wahrscheinlich war nur ein wenig Mondlicht auf sein Gesicht gefallen und der Schatten hatte ihren Augen einen Streich gespielt. Ohne weiter zu Zögern schlug sie ein.
„Gut, dann haben wir jetzt eine Abmachung!“
Mit einem Schritt war er bei Matteo Neben ihn kniend legte der Mönch seine Hände auf dessen grässliche Wunden. Ein Moment der Konzentration, ein leises Flüstern und die zunächst unheilbar aussehenden Verletzungen begannen sich zu schließen. Aber es war zu spät. Matteo atmete nicht mehr. Erneut legte sich ein roter Schleier des Zorns vor Felianes Geist. Gerade wollte sie sich auf den Mönch stürzen, da er sie mit seinem Gefasel abgelenkt hatte, während ihr Geliebter starb, da breitete sich ein heller Lichtschein auf der Lichtung aus, mit dem Mönch als Zentrum. Golden schimmerten die Bäume, der Schnee, die Luft, sogar die vereinzelten Schneeflocken, aber anstatt Feliane schmerzhaft in den Augen zu brennen, füllte es sie mit neuem Mut und mitten in diesem Licht vermeinte sie erkennen zu können, wie sich Matteos Seele wieder mit seinem Körper vereinte. Woher sie diese Gewissheit nahm, vermochte sie auch später nicht zu sagen, aber fest stand, mit dem Erlöschen des Leuchtens hob und senkte sich Matteos Brust wieder gleichmäßig. Sofort glitt sie zu ihm und schloss ihn in ihre Arme. Mit Tränen in den Augen sah sie zu dem Fremden auf. „Danke!“ Hauchte sie mit erstickter Stimme.
„Dank, mir noch nicht. Noch steht dein Teil unserer Abmachung aus. Nimm ihn und gehe dann zum Waldrand. Erfüllst du deinen Teil, opferst du dich der Sonne, wird er schon bald erwachen. Ansonsten – war alles, was ich tat, umsonst.“ Sein Gesicht war vollkommen ausdruckslos. „Beeile dich. Der Tag bricht schon bald an.“
Ohne auch nur einen Moment länger zu warten, hob Feliane Matteo an und eilte fort. Vorbei war die Vorsicht und die Angst auf die Dorfbewohner zu treffen. Jetzt galt es nur noch den Waldrand zu erreichen, damit er leben konnte. So stürmte sie durch den Wal, riss Zweige ab, stolperte über Wurzeln und wurde mehr als einmal beinahe von herunter stürzenden Schneemassen verschüttet, wenn wieder einmal ein Baum die weiße Pracht nicht mehr halten konnte. Letztlich erreichte sie die Grenze zwischen Wald und Feld, Leben und Tod. Und genau an der Grenze an einer alten, dicken Blutbuche gelehnt, wartete der Mönch schon auf sie. Feliane stutze nur kurz, dann lächelte sie. Warum sollte er nicht schon da sein? Schließlich hatte er Matteo auch schon das Leben geschenkt. Wer wusst schon, welche Kräfte er sonst noch besaß. Sie ging auf ihn zu, um noch ein letztes Mal mit ihm zu reden. Eine Armeslänge von ihm entfernt blieb sie stehen.
„Ich bin froh über eure Anwesenheit. Habt Dank für alles.“
„Nichts zu danken mein Kind. Ich bin schließlich für dich verantwortlich. Es ist meine Pflicht hier zu sein.“ Er strich ihr mit eine sanften Berührung übers Haar, als wenn er sie segnen wollte. „Außerdem hast du noch eine schwere Aufgabe vor dir. Niemand sollte eine solche Tat ohne Hilfe bestehen müssen.“
Feliane schluckte. „Würdet ihr mir euren Namen nennen? Ich würde gerne wissen, wer mir hilft.“
„Ist der Name denn so wichtig? - Aber gut, es sei. Man nennt mich Rafael, auch wenn er an sich nicht viel bedeutet. Aber du solltest dich jetzt vorbereiten. Die ersten Sonnenstrahlen sind schon zu sehen. Lege deinen Freund ab und dann gehe hinaus aufs Feld, damit ihm kein weiterer Schaden erwächst.“ Rafael wies hinaus auf das Feld. Nickend legte Feliane Matteo ab. Einen kurzen flüchtigen Kuss auf seine Stirn gestatte sie sich noch, bevor sie ihre letzte Reise antrat. Schnell setzte sie ihre Schritte hinaus auf die freie Fläche. Der Abstand zum Wald musste groß sein, damit sie nicht in Versuchung geriet, unter seinem Dach Schutz zu suchen. Schließlich blieb sie stehen und betrachtete den Himmel. Lange hatte sie auf diesen Genuss verzichtet, zu lange. Jetzt schob sich langsam die Sonnenscheibe über den Rand der Welt. Rotgolden flammte der Himmel auf. Lichtfäden sprangen von Wolke zu Wolke und entzündeten das Tiefblau der Nacht. Müdigkeit und Angst keimten in Feliane auf, zwangen ihr das Bedürfnis nach Schutz in der Erde oder im Schatten der Bäume auf, aber sie rang ihre Gefühle nieder. Sie musste standhaft bleiben, wenigstens einmal in ihrem Leben, musste sie etwas vollenden. Erneut wuchs das Verlangen nach Sicherheit, stärker, intensiver. Feliane holte tief Luft, versuchte sich so zu beruhigen, doch erst als sie sich nach Rafael umsah, verschwand das Gefühl wieder und gab ihr Herz frei. Ein Nicken von ihm, seine Bestätigung der Richtigkeit ihres Tuns, hatte ausgereicht, um ihr neue Kraft zu geben. Die Sonne stieg weiter empor und Feliane liefen Tränen über die Wange, Tränen der Trauer und der Wut. Warum war sie ihrem Schöpfer gefolgt? Warum hatte sie ihr Dorf verlassen? Warum Matteo?
Aber jetzt war es zu spät, jetzt zählte nur noch der Augenblick, in dem sie sich opferte. Einen letzten Blick warf sie auf Matteo, dann wandte sie sich den Sonnenstrahlen zu. Es begann langsam. Die ersten Vorboten des Himmelsgestirns berührten sie, fast sanft, glitten sie über sie hinweg. Aber schon bald spürte Feliane wie sich ihre Haut erwärmte, immer heißer wurde, bis sie schließlich brannte. Sie schloß die Augen und breitete ihre Arme aus, wenn dann sollte es schnell gehen. Die brutale Hitze eines Schmiedefeuers raste über ihren Körper. Das Blut in ihren Adern schien zu kochen, am deutlichsten spürte sie es an ihrem Gesicht. Von Blut konnte keine Rede sein, vielmehr schien rotglühendes Metall sich seine Bahn unter ihre Haut zu suchen und dabei sich durch alles zu fressen, das auf seinem Weg lag. Schmerz, nichts anderes als Schmerz spürte sie. Unvorstellbar groß und unbekannt, selbst bei ihrer Verwandlung in ein Kind des Brudermörders, hatte sie nicht so empfunden. Sie sehnte sich nur nach dem endgültigen Tod, damit er sie von ihrer Qual befreie. Endlich fand sie die Kraft zu schreien und so mächtig, wie noch nie zuvor löste sich ein lang gezogener Laut des Schmerzes von ihren Lippen, welcher einsam den neuen Tag begrüßte. Sie schrie ihre Wut, ihren Verlust in die Welt hinaus, den seelischen und den körperlichen, das Verlorene Leben mit Matteo.
Als sie glaubte, es nicht mehr länger ertragen zu können, hörte sie die Vögel singen. Ein fröhliches Lied stimmten sie an. Ein Lied vom Leben, nicht vom Tod. Welch Ironie, fuhr es Feliane durch den Kopf und auch wieder nicht, schließlich würde zumindest einer Leben. Sie hatte ihren Gedanken kaum zuende gebracht, da wurde ihr entsetzlich kalt. Jeder Zentimeter ihres Körpers schien aus Eis zu bestehen, ihr ganzer Körper schien zu zittern. Ihr Herz raste und stoßweise verließ ihr Atem im Form von Wölkchen ihre Lippen. Schnell umarmte Feliane sich und begann sich zu wärmen.
Dann setzte die Erkenntnis ein.
Ihr Herz raste! Ihr Atem bildete Wölkchen!
Ungläubig sah sie an sich herab. Kein Feuer, keine Flamme, keine Brandspuren. Vorsichtig glitt sie mit ihren fast tauben Fingern über ihr Gesicht und fühlte die weiche, zarte Haut eines Menschen, dessen Blut Wärme ausstrahlte.
Mit großen Augen wandte sie sich um. Rafael, der Mönch oder wer immer er auch war, stand an seinem Baum gelehnt und nickte ihr lächelnd zu. Es war unnötig die Frage auszusprechen, er verstand auch so.
„Der unglückselige Fluch kann dir vorerst nichts mehr anhaben mein Kind. Solange ihr zusammen seid, wird dir nichts mehr geschehen. Nutze also die dir gegebene Zeit weise und lebe.“
Salzige, klare Tränen rannen über Felianes Gesicht, sammelten sich an ihrem Kinn und fielen in einem funkelnden Kristall in den weißen Schnee. Erleichtert wischte sie sie weg.
„Danke.“ Hauchte sie. „Habt vielen Dank. Wie kann ich euch das je vergelten?“
„Das brauchst du nicht mein Kind. Wenn Matteo aufwacht, dann nimm ihn und gehe in den Süden. Lebt dort und genießt die euch gegebene Zeit. Das wird mir mein Lohn sein.“ Das letzte Wort war noch nicht verhallt, da war Rafael vor Felianes Augen verschwunden, einem Geist ähnlich. Im ersten Moment überkam sie Panik. Vielleicht war alles nur ein Traum. Aber dann sah sie den Atem vor ihrem Mund, spürte die Kälte ihre Beine hochkriechen und ihr Herz schlagen. Es war wahr, sie lebte. Und damit das so blieb, stand sie auf und begann Holz für ein Feuer zu sammeln. Sie brauchte mehrere Anläufe, um es zu entzünden, schließlich brannte es endlich mit hellroter Flamme. Groß genug um sie und Matteo zu wärmen. Glücklich sah sie auf ihn hinab und wartete auf sein Erwachen..

Auf das der Wind in eurem Rücken, nie euer eigener sei. (alter irischer Reisegruß Icon_wink)
drakir
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Beitrag #2 |

RE: Feliane (Neufassung)
Hallo drakir,

ich find Neufassungen immer spannend zu lesen. Manchmal kommt eine völlig andere Geschichte dabei heraus. Deshalb bin ich mal gespannt.

Zitat: Noch war alles ruhig...

Ich sags immerwieder gerne: Vor den drei Auslassungspunkten kommt immer Leerzeichen rein, es sei denn das Wort wird abgebrochen. Icon_wink

Zitat: ob sie Kratzer oder Verletzungen davon trug.

Dafür, dass die Situation gehetzt wirken soll, find ich den Satz relativ lang. Ich würd hier einfach die Kratzer weglassen, weil Verletzungen die ja auch beinhalten.

Zitat: Wieder schlug ihr ein tiefhängender Ast ins Gesicht und hinterließ eine weitere Strieme, die sich aber fast sofort wieder schloß.

Dopplung von „wieder“

Zitat: Ein dichter Haselnussstrauch kam in ihren Blick, hoch und daneben mehrere Nadelbäume unter Schnee nahezu begraben.

Irgendwie stört mich das „hoch“ in dem Satz.

Zitat: ihre Anwesenheit nur aufgrund ihre Fähigkeiten bei der Jagd und der Heilkunst akzeptiert hatten.

ihrer Fähigkeiten

Zitat: Wie die Welt wirklich funktionierte, was die Welt zusammen, sie am Leben erhielt.

Dopplung von „die Welt“

Zitat: aber ebenso war sie eine Welt des Hasses

Oben hast du noch „Haß“ geschrieben. Also ich würds mit zwei s schreiben, aber auf jeden Fall sollte das einheitlich sein.

Zitat: Ihre Bedenken wegen des Kreuzes über der Tür versuchte sie runterzuschlucken.

Hier bin ich über das „runterzuschlucken“ gestolpert. Ich weiss nicht warum, irgendwie „klingt“ es nicht richtig, klingt zu umgangssprachlich.

Zitat: Ein Kreuz allein, konnte einen Vampir nicht am Betreten hindern, auch nicht so genannter heiliger Boden. Beides musste von einem wahrhaft Gläubigen erschaffen werden und solche Menschen waren erstaunlicherweise sehr selten.

Diese neue Facette des Vampirismus find ich gut. Ich hab mich schon immer gerfragt, was die gegen Kreuze haben. Icon_smile

Zitat: Die stechenden Schmerzen hatten sie fast zu Boden geschickt.

„geschickt“ kann man hier wohl sagen, aber es klingt irgendwie seltsam, finde ich.

Zitat: Feliane hatte sich nur ein einziges Mal umgesehen, dabei hatten sich Matteos Blick und der ihre gekreuzt und sie hatte den Schmerz darin sehen können. Den Schmerz darüber, was aus ihr geworden war.

Mir ist gerade was eingefallen: Wenn Matteo sie zu einer Vampirin gemacht hat, ist er dann auch einer? Warum darf er dann noch im Dorf leben und sie nicht?

Zitat: Doch dann durchlief ein Schauder sie.

„durchlief sie ein Schauer“ liest sich mMn flüssiger.

Zitat: Die tief in ihr verborgene Wut und Leidenschaft übernahm die Kontrolle über ihren Körper.

Irgendwie find ich das ein bisschen knapp gehalten. Das ist doch eigentlich ein wichtiger Moment und diese Gefühle die in ihr toben, haben mehr als einen Satz verdient, finde ich. Wenigstens noch einen Satz, wie die Wut in ihr Aufsteigt, wie das Adrenalin wieder ihre eigentlich müden Muskeln anspannt, irgendwie sowas eben.

Zitat: Ein einziges Knäuel voller Gliedmaßen bildete sich nun und sie schenkten sich nichts.

Das „schenkten sich nichts“ ist wieder so umgangssprachlich. Ich denke du könntest das einfach weglassen, weil der Kampf ja eh noch genauer beschrieben wird und das so ein wenig vorweggenommen klingt.

Zitat: Matteos Brust hob sich mit einen Mal stärker. Feliane zuckte zusammen und holte tief Luft, obwohl sie es nicht mehr brauchte.

Das sie nicht mehr Luftholen brauch, hast du irgendwo oben schonmal erwähnt. Ich würds nett finden, wenn du irgendwie einstreust, dass sie die „Luftholbewegung“ nur aus Gewohnheit macht, denn ich denke deswegen tut sie es.

Zitat: All das nur, weil sie nicht weiterhin allein in der Nacht sein wollte.

„weiterhin“ klingt so amtlich. Ich hätte geschrieben „nicht mehr“, ich finde das liest sich flüssiger.

Zitat: Hatte sie nicht mal gesehen, wie ihr Erschaffer einst, einem schwerverletzten Menschen sein Blut zu trinken gegeben hatte und der sich anschließend erhob.

Achso, Matteo ist gar nicht ihr Erschaffer? Hmm, das hatte ich am Anfang so verstanden, weil bisher das bisher der einzige andere Name war der erwähnt wurde.

Zitat: Auch wenn er sich darauf stützte, konnte man an der Art wie er ihn hielt erkennen, eine Gehhilfe war dies nicht.

Irgendwas stimmt mit dem Satz nicht. Vorschlag: „erkennen, dass dies nicht seine Gehilfe war.“

Zitat: Auch wurde mit jedem Schritt des Mönches ein kleiner Teil der Dukelheit in ihr vertrieben.

Dunkelheit

Zitat: „Anscheinend musstest du heute viel Kummer ertragen, da will ich ihn nicht noch mehr mehren.

Dopplung von „mehren“. Liest sich ein bisschen wie die tote Leiche. Icon_smile

Zitat: Sie hatte schon einmal von einem einsamen Wanderer zwischen den Welten gehört.

Hey, was macht unser Supermod in deiner Geschichte? Icon_lol

Zitat: Mit einem Schritt war er bei Matteo Neben ihn kniend legte der Mönch seine Hände auf dessen grässliche Wunden.

Ich schätze mal, dass hinter „Matteo“ ein Punkt fehlt.

Zitat: Gerade wollte sie sich auf den Mönch stürzen, da er sie mit seinem Gefasel abgelenkt hatte, während ihr Geliebter starb, da breitete sich ein heller Lichtschein auf der Lichtung aus, mit dem Mönch als Zentrum.

Dopplung von „da“. Aber wirklich gestört hats mich beim Lesen nicht.

Zitat: So stürmte sie durch den Wal, riss Zweige ab,

Wald

Zitat:Und genau an der Grenze an einer alten, dicken Blutbuche gelehnt,

Cool eine Blutbuche. Icon_cool

Zitat:das Verlorene Leben mit Matteo.


verlorene

Hui, da hab ich einiges zum Anmerken gefunden. Ich vermute mal das liegt daran, dass du dich erst warmschreiben musstest, denn gerade zum Ende hin, hat es mir deutlich besser gefallen und lies sich flüssiger lesen. Besonders die Beschreibung während dem Sonnenaufgang hat mir sehr gut gefallen. Das war auch das Überraschende an der Geschichte, dass Feliane überlebt hat. Ansonsten war es vom Inhalt her nicht unbedingt die Neuererfindung des Rades. Icon_wink

Ja, inhaltlich mag ich jetzt nicht viel zu sagen. Ich kannte den Inhalt ja schon, nur ein bisschen überrascht hat mich das Ende, da hab ich mich jetzt nicht so dran erinnert. Insgesamt find ich es ein bisschen kitschig und frage mich, was wohl Matteo sagt, wenn er aufwacht. Außerdem frag ich mich, wer Felianes Erschafffer ist, der ist eigentlich nicht weiter wichtig, aber es hat sich am Anfang so gelesen, als wäre damit Matteo gemeint.

Insgesamt fand ich es aber sehr gut zu lesen, zwar mit ein paar kleinen Stolperstellen, aber ich denke die kommen durch deine Schreibpause. Aber ich finde die Neuauflage hat der Geschichte gut getan, Feliane ist für mich nachvollziehbarer geworden.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #3 |

RE: Feliane (Neufassung)
Hallo Drakir!
Ich habe Ladys Kommentar nur überflogen, es kann also zu Dopplungen kommen, verzeih. An sonsten: An die Arbeit Icon_wink

Zitat:Noch war alles ruhig...
Zu dem Leerzeichen hatte sich Lady glaube ich schon geäußert. Ich würde aber vielmehr überlegen, ob du die Auslassungspunkte überhaupt brauchst. Dieses implizierte "Woohoo, gleich nicht mehr" hast du, finde ich, nicht nötig.

Zitat:Mit langen raumgreifenden Schritten preschte sie durch das Unterholz
"Raumgreifend"? Ich dachte, du wärst Kampfsportler - das Wort ist mir eigentlich nur aus dem gesellschaftstänzerischen Sprachgebrauch geläufig ... mal googlen ... ok, auf der ersten Google-Seite zu "raumgreifende Schritte" finden sich mehrere Tanzsport-Einträge, etwas zu Badminton, Dressur und Handball. Mal abgesehen davon, dass klar ist, was du damit meinst, könnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere über das Wort stolpern könnte - so üblich ist es eben nicht.

Zitat:ob sie Kratzer oder Verletzungen davon trug
Ich stimme Lady zu, das hakt etwas. Ich würde auch auf die Verletzungen verzichten; die klingen mir auch allzu dramatisch.
Ich bin nicht ganz sicher, aber ich meine, "davontrug" müsste in einem Wort geschrieben werden, kommt ja von "davontragen".

Zitat:zunächst musste sie weg und zwar schnell.
Hier würde ich ein Komma nach "weg" setzen, für die Pause.

Zitat:die sich aber fast sofort wieder schloß
Ist das "ß" Absicht oder ein Ausrutscher in die alte Rechtschreibung (oder bist du Schweizer)? Ansonsten: Kurzer Vokal --> "ss".


Zitat:die Flucht vor ihren Geruch ergriffen hatte.
vor ihrem Geruch

Zitat:stieß dann einen unmenschlich klingenden Schrei aus, der dem eines Hirsches ähnelte.
Klar, Hirsche sind keine Menschen, aber unter "unmenschlich" verstehe ich etwas anderes. Vielleicht einfach nur "stieß dann einen Schrei aus, der dem eines Hirsches ähnelte"? Abgesehen davon habe ich gerade ein einigermaßen schräges Bild vor Augen - unsere gute Feliane im Kreis von Männern in bayrischen Trachten bei einem Hirschruf-Wettbewerb Icon_lachtot

Zitat:ansonsten konnten ihre Gliedmaßen einfrieren und steif werden.
Bei dem "einfrieren und steif werden" stolpere ich wieder, ähnlich wie oben schon bei "Kratzer und Verletzungen" - wenn Gelenke einfrieren, dann werden sie eben steif. Das ist nun einmal so. Ich finde das so etwas umständlich.

Zitat:wo bei Menschen nur blanker Haß vorhanden war.
s.o., nach neuer dt. Rechtschreibung Doppel-S statt ß, es sei denn, du machst das bewusst.

Zitat:„Dann lass mich dir davon erzählen mein Kind.“
Komma vor "mein Kind".

Zitat:Aber vor allem wegen ihm könnte ich es nicht.
Wörtliche Rede hin oder her, "seinetwegen" ist schöner, oder?

Zitat:Er ertrüge es nicht ein Unleben, wie das meinige zu führen.
Das Komma gehört nicht vor "wie" sondern vor "ein".

Zitat:Feliane musste nur kurz nachdenken.
Nur kurz oder gar nicht?

Zitat:Dank, mir noch nicht.
Das Komma ist falsch.

Zitat:Wer wusst schon, welche Kräfte er sonst noch besaß.
"wusste"

Zitat:seine Bestätigung der Richtigkeit ihres Tuns
Ein bisschen umständlich für meinen Geschmack, die Substantivierungen. Vielleicht fällt dir noch etwas Eleganteres ein?

Ich hatte den Eindruck, dass du etwas gebraucht hast, um hineinzufinden. Die paar Erbsen, die ich gefunden habe, lagen eher am Anfang des Textes. Danach ist er besser geworden, so scheint es mir. Mag auch sein, dass mir aufgrund des bekannten Plots - ich habe die ursprüngliche Geschichte vor einiger Zeit gelesen, habe sie aber nicht sofort wiedererkannt, ist schon länger her - nicht mehr gar so aufmerksam war, aber mir schien es im Großen und Ganzen ganz vernünftig.

Die Geschichte gefällt mir immer noch, was für Vampirgeschichten nicht selbstverständlich ist. Eigentlich gar nicht mein Genre, aber dieser "menschliche" Vampir, der mit einem fanatischen Mob zu kämpfen hat und für seine Liebe mit der Hilfe eines Gottgesandten das Unleben abstreift - schön!

Liebe Grüße,
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Beitrag #4 |

RE: Feliane (Neufassung)
Hallo ihr Beiden,

entschuldigt, dass ich nicht so schnell geantwortet habe, irgendwie habe ich das einfach nicht sofort geschafft.

Deswegen fange ich auch sofort an. Icon_smile

@Lady

Zitat: Zitat: Ein Kreuz allein, konnte einen Vampir nicht am Betreten hindern, auch nicht so genannter heiliger Boden. Beides musste von einem wahrhaft Gläubigen erschaffen werden und solche Menschen waren erstaunlicherweise sehr selten.


Diese neue Facette des Vampirismus find ich gut. Ich hab mich schon immer gerfragt, was die gegen Kreuze haben. Icon_smile
Irgendwie loben mich hier immer alle dafür, dabei kenne ich das schon länger und habe es nur übernommen. Icon_confused

Zitat:Mir ist gerade was eingefallen: Wenn Matteo sie zu einer Vampirin gemacht hat, ist er dann auch einer? Warum darf er dann noch im Dorf leben und sie nicht?
Ist er nicht. Icon_wink Steht auch nirgendwo, aber ich schau mal, ob ich es irgendwo missverständlich ausgedrückt habe.

Zitat: Zitat: Matteos Brust hob sich mit einen Mal stärker. Feliane zuckte zusammen und holte tief Luft, obwohl sie es nicht mehr brauchte.


Das sie nicht mehr Luftholen brauch, hast du irgendwo oben schonmal erwähnt. Ich würds nett finden, wenn du irgendwie einstreust, dass sie die „Luftholbewegung“ nur aus Gewohnheit macht, denn ich denke deswegen tut sie es.
Ich schau mal, wie ich das mache. Hast Recht.

Zitat:Hui, da hab ich einiges zum Anmerken gefunden. Ich vermute mal das liegt daran, dass du dich erst warmschreiben musstest, denn gerade zum Ende hin, hat es mir deutlich besser gefallen und lies sich flüssiger lesen. Besonders die Beschreibung während dem Sonnenaufgang hat mir sehr gut gefallen. Das war auch das Überraschende an der Geschichte, dass Feliane überlebt hat. Ansonsten war es vom Inhalt her nicht unbedingt die Neuererfindung des Rades. Icon_wink
Kann gut sein, wobei du ja hauptsächlich Rechtschreibfehler gefunden hast. Icon_wink
Auf den Sonnenaufgang habe ich auch besonderne WErt gelegt, ist schließlich der entscheidene Moment, da freut es mich natürlich besonders, wenn er dir gefällt. Icon_smile

Zitat:Insgesamt find ich es ein bisschen kitschig und frage mich, was wohl Matteo sagt, wenn er aufwacht. Außerdem frag ich mich, wer Felianes Erschafffer ist, der ist eigentlich nicht weiter wichtig, aber es hat sich am Anfang so gelesen, als wäre damit Matteo gemeint.
JOa, kitschig ist es schon. Aber war halt für mich eine gute Schreibübung, um mal wieder was zu Papier zu bringen. Wer ihr ERschaffer ist? Gute Frage. Vielleicht enthülle ich ihn mal, Ideen für ihre Geschichtehabe ich, vielleicht setze ich sie mal um. Nach "Meffrid", nach "Der Schatz", nach ...
(drei Punkte und ein Leerzeichen, ich habe drangedacht. Icon_wink Icon_jump )

Zitat:Aber ich finde die Neuauflage hat der Geschichte gut getan, Feliane ist für mich nachvollziehbarer geworden.
Puh, dann bin ich noch nciht ganz eingerostet. Danke fürs Lob. Icon_smile

@Federlehrling

Zitat: Zitat:Mit langen raumgreifenden Schritten preschte sie durch das Unterholz

"Raumgreifend"? Ich dachte, du wärst Kampfsportler - das Wort ist mir eigentlich nur aus dem gesellschaftstänzerischen Sprachgebrauch geläufig ... mal googlen ... ok, auf der ersten Google-Seite zu "raumgreifende Schritte" finden sich mehrere Tanzsport-Einträge, etwas zu Badminton, Dressur und Handball. Mal abgesehen davon, dass klar ist, was du damit meinst, könnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere über das Wort stolpern könnte - so üblich ist es eben nicht.
Für mich ist "raumgreifend" ein ganz normales Wort. Bezeichnet halt große Schritte. Aber wieso wundert es dich, dass ich als Kampfsportler es benutze? Icon_confusedKenne es auch aus diesem Bereich, schließlich haben wir auch große Bewegungen.

Zitat: Zitat:die sich aber fast sofort wieder schloß

Ist das "ß" Absicht oder ein Ausrutscher in die alte Rechtschreibung (oder bist du Schweizer)? Ansonsten: Kurzer Vokal --> "ss".
Ich habe die alte Rechtschreibung gelernt, finde sie schöner und nutze sie eigetnlich. Abgesehen davon, weiß doch sowieso keiner, wie er jetzt mit "ß" umgehen soll, dass ändert sich von Jahr zu Jahr. Und ich mag mein "ß". Mrgreen Wobei ich es für eine Veröffentlichung durchaus ändern würde. Icon_wink

Zitat:Bei dem "einfrieren und steif werden" stolpere ich wieder, ähnlich wie oben schon bei "Kratzer und Verletzungen" - wenn Gelenke einfrieren, dann werden sie eben steif. Das ist nun einmal so. Ich finde das so etwas umständlich.
"Kratzer und Verletzungen sind für mcih schon was unterschiedliches. Ein Kratzer ist obverflächlich und nichts schlimmer, eine Verletzung geht tiefer und stört beim Bewegen.
Ebenso ist einfrieren und steif werden nicht zwingend das Gleiche. Das steif werden ist eher eine Folge des einfrierens, muss es aber nicht.

Zitat:dass mir aufgrund des bekannten Plots - ich habe die ursprüngliche Geschichte vor einiger Zeit gelesen, habe sie aber nicht sofort wiedererkannt, ist schon länger her - nicht mehr gar so aufmerksam war, aber mir schien es im Großen und Ganzen ganz vernünftig.
Das ist doch schon mal positiv. Wollte doch einen großen Unterschied in der Qualität der Fassungen und den scheint es zu geben.

Zitat:Die Geschichte gefällt mir immer noch, was für Vampirgeschichten nicht selbstverständlich ist. Eigentlich gar nicht mein Genre, aber dieser "menschliche" Vampir, der mit einem fanatischen Mob zu kämpfen hat und für seine Liebe mit der Hilfe eines Gottgesandten das Unleben abstreift - schön!
Wenn das so ist, dann freut es mich natürlich ganz besonders, dass dir die Geschichte gefällt. Icon_smile

Vielen Dank euch Beiden für euren Kommi, ich habe mich wirlich darüber gefreut. Die korrigerte Version stelle ich dann demnächst ein, über ein/ zwei Stellen muss ich noch nachdenken, aber im Prinnzip ist sie fertig, dank eurer Hilfe.

Lg,
Drakir

Auf das der Wind in eurem Rücken, nie euer eigener sei. (alter irischer Reisegruß Icon_wink)
drakir
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Beitrag #5 |

RE: Feliane (Neufassung)
Hey drakir,

ich habe deine Geschichte schon vor etwas längerer Zeit einmal gelesen und wollte dir jetzt beim zweiten Lesen ein kurzes Feedback hinterlassen. Wie immer sollte mein Kommentar und vor allem die Kritikpunkte nicht als persönlicher Angriff gesehen werden. Geschmäcker sind oftmals verschieden, von daher: Suche dir einfach die Sachen heraus, die dir weiterhelfen und ignorier den Rest einfach.

Zitat:Ruhig, ja geradezu friedlich lag die Lichtung inmitten des verschneiten Waldes da. Das silberne Mondlicht spiegelte sich in den Eiskristallen des fallenden Schnees. Jedes Geräusch wurde von diesen weißen Flocken geschluckt. Noch war alles ruhig...

Feliane hetzte durch den Wald.
Ich erkenne zwar, dass du in den ersten beiden Absätzen die Gegensätzlichkeit (ruhiger, stiller Wald / jemand flieht) hervorheben möchtest (was dir auch sehr gut gelingt), allerdings wäre ich mit einem vermeintlich eher ruhigen Beginn immer etwas vorsichtig. Da er oftmals dafür sorgt, dass der Leser schon nach dem zweiten Satz das Buch bei Seite legt, weil es ihn nicht packt und zum Weiterlesen animiert. Als Kapitelbeginn in einer laufenden Geschichte fände ich diesen Kontrapunkt sehr schön gesetzt, als Einleitung bereitet er mir jedoch etwas Bauchschmerzen.

Zitat: Feliane hetzte durch den Wald. Mit langen raumgreifenden Schritten preschte sie durch das Unterholz und nahm keine Rücksicht darauf, ob sie Kratzer oder Verletzungen davon trug. Die würden schon schnell genug heilen, zunächst musste sie weg und zwar schnell. Wieder schlug ihr ein tiefhängender Ast ins Gesicht und hinterließ eine weitere Strieme, die sich aber fast sofort wieder schloß. Weiter, sie musste weiter. Bloß weg von ihren Verfolgern. Von den Dorfbewohnern, die sie so gut kannte, bei denen sie gelebt hatte. Aber das war mittlerweile sieben Sommer her und vieles hatte sich geändert.
Sie hetzte weiter.
In diesem Abschnitt fehlt mir an einigen Stellen die Atemlosigkeit und das „gehetzt sein“. Ich würde hier die Sätze generell kürzer fassen und vor Schritten das raumgreifend weglassen. Zudem würde ich anstelle der Wortwdh. „wieder“ einmal „erneut“ oder so schreiben und anstellen des zweiten „hetzte“ „eilte/hastete“.

Zitat: Ein dichter Haselnussstrauch kam in ihren Blick, hoch und daneben mehrere Nadelbäume unter Schnee nahezu begraben.
Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was du hier beschreiben willst. Der Satz ist einfach nur verwirrend.

Zitat: Feliane nahm noch einmal all ihre Kraft zusammen und dann sprang sie. Hätte sie jemand gesehen, hätte er sie endgültig als Kind des Teufels bezeichnet, denn sie flog praktisch über den Strauch hinweg und landete auf der anderen Seite auf einer Lichtung. Hastig ging sie auf alle Viere, krabbelte zum nächsten Baumstamm und lehnte sich erschöpft dagegen. Ausruhen nur ganz kurz. Mehr brauchte sie nicht.
Also irgendwie finde ich diesen Übergang von Flucht zu Atempause etwas überhastet. Eben flieht deine Heldin noch und dann bleibt sie Seelenruhig auf einer Lichtung (!) stehen, um sich auszuruhen? Icon_confused Wenn sie schon ausruhen und essen muss, dann fände ich es logischer, wenn sie sich zumindest kurz umhören, dabei feststellen würde, dass sie ihre Verfolger ein gutes Stückchen hinter sich gelassen hat und somit die Zeit hat sich kurz auszuruhen und etwas zu essen.

Zitat:Nicht mehr lange und sie würde vor Durst noch den Verstand verlieren, nur war für die Jagd nicht genug Zeit.
Wenn du das „noch“ weglässt, wirkt das „ den Verstand verlieren“ noch bedrohlicher.

Zitat:Sie holte tief Luft und stieß dann einen unmenschlich klingenden Schrei aus, der dem eines Hirsches ähnelte.
Röhrt sie gerade? Und kann man Röhren wirklich als „Schrei“ bezeichnen?

Zitat:Jetzt hieß es nur noch warten, ob sie Erfolg gehabt hatte.
An dieser Stelle frage ich mich unwillkürlich, wie weit ihre Verfolger denn nun von ihr entfernt sind? Ziemlich weit, meiner Meinung nach …

Zitat:In einen Ort, dessen Einwohner schon früher auf sie herabgesehen und ihre Anwesenheit nur aufgrund ihre Fähigkeiten bei der Jagd und der Heilkunst akzeptiert hatten.
Das folgende –ich sag es gleich – ist natürlich Geschmackssache, aber wenn ich solche Beschreibungen a la „niemand mochte sie und ihr schlug nur blanker Hass entgegen“ lese, sträuben sich mir die Nackenhaare. Ich mag das Klischee der einsamen, sensiblen Heldin -deren einzige Freunde die Tiere des Waldes sind- nicht, da ich mir irgendwie denke, dass wenn wirklich niemand sie mag, das zu 99,99 % daran liegen wird, dass sie einfach kein netter Mensch ist und somit auch ein unsympathischer Protagonist. Daher stelle ich jetzt einfach mal die vielleicht auch ketzerische Frage: „Würde deine Geschichte wirklich so viel verlieren, wenn deine Heldin einfach aufgrund ihrer jetzigen Anomalität von den Dorfbewohnern gefürchtet/abgelehnt werden würde?“ Ihre schlechte Beziehung zu Matteos Vater kann ja deswegen immer noch bestehen bleiben.

Zitat:Matteo! Der Sohn des Schmiedes. Für ihn war ihr Herz entflammt. Und wegen ihm hatte sie ihr Dorf verlassen, war einem wild aussehenden Fremden gefolgt, der ihr versprochen hatte, ihr eine völlig neue Welt zu zeigen. Sie Dinge zu lehren, von denen sie in ihren kühnsten Träumen noch nicht einmal gehört hatte. Wie die Welt wirklich funktionierte, was die Welt zusammen, sie am Leben erhielt.
Hier verstehe ich den Zusammenhang nicht ganz. Warum hat deine Heldin wegen Matteo das Dorf verlassen? Was hat sie geglaubt außerhalb des Dorfes zu finden, dass ihr ihren Matteo näher gebracht hätte?

Zitat:Feliane spürte wie die Kälte in ihre Knochen kroch und ging etwas schneller. Als sie die Sinnlosigkeit einsah, beschloss sie sich unter einem Baum zu stellen, um wenigsten den Schneeflocken zu entgehen.
Ein paar Zeilen zuvor schreibst du noch:
Zitat: Das und vor allem musste sie sich bewegen, ansonsten konnten ihre Gliedmaßen einfrieren und steif werden. Bewegungsunfähig auf einer Lichtung zu liegen, war keineswegs Felianes Vorstellung einer geglückten Flucht.
Das ist irgendwie widersprüchlich.

Zitat:An das, was vor zwei Nächten geschehen war …
Zitat:… Der junge Priester des Dorfes hatte sofort reagiert. Er hatte geschrien, sie des Teufels Hure geschimpft und war ihr praktisch sofort mit den Männern hinterher gestürzt…
Danach war die Hetzjagd ausgebrochen, die sie auf diese Lichtung geführt hatte.
Hmh… zu Anfang deiner Geschichte hat deine Heldin ziemlich gehetzt gewirkt, so als wären die Angreifer ihr dicht auf den Fersen. An dieser Stelle wird klar, dass diese Hetzjagd nun schon gut zwei Tage andauert...hmh…
Das würde bedeute: Deine Heldin ist in der ersten Nacht geflohen, wurde dabei von den Menschen verfolgt, hat sich dann tagsüber hingelegt (um der Sonne zu entgehen) und flieht jetzt in der zweiten Nacht weiter (wobei sie immer noch den Eindruck erweckt, dass ihr die Dorfbewohner direkt auf den Fersen wären, weil sie ja keine Zeit zum Jagen hat).
Ich halte das ganze Szenario für ziemlich unwahrscheinlich. Wenn deine Heldin es geschafft hat, in der ersten Nacht vor den Dorfbewohner so weit zu fliehen, dass diese ihre Spuren bzw. sie selbst im Licht des Tages (als sie sich irgendwo vor der Sonne verstecken musste) nicht finden konnten, ist es unwahrscheinlich, dass die Dorfis sie in der nächsten Nacht mehrere Kilometer von ihren Heimatort in einem Waldstück erneut aufspüren können. Zudem frage ich mich ohnehin, warum du eine zweitägige Flucht einplanst und das Ganze nicht in einer Nacht über die Bühne gehen lässt?

Zitat: „Ein Mensch, der einmal trinkt, wird meist stärker, kräftiger und lebt vielleicht eine kurze Zeitspanne länger, aber dann wird es zu einem starken inneren Verlangen. Er wird immer mehr und immer öfter brauchen. Ein Häuflein Elend ohne das Rot und euphorisch, geradezu wahnsinnig, wenn sein Begehren in Erfüllung geht. Willst du das für deinen Geliebten?“
Feliane schwieg. Wer war dieser Mann?
Warum fragt sie sich denn nicht, woher dieser Mann die Wirkung des Blutes kennt?

Zitat:Ohne Widerstand, weder innerlich noch äußerlich setzte sie sich mit ihm gemeinsam in den Schnee, ohne weiter auf Matteo zu achten.
Hier agiert deine Heldin doch arg herzlos. Ihr Geliebter liegt im Sterben und sie beachtet ihn nicht weiter, sondern hält ein kleines Schwätzchen mit dem Mönch. Das Gespräch der beiden ist natürlich wichtig, allerdings würde ich – um den Eindruck zu vermeiden, sie lässt Matteo einfach links liegen- sie während des Gespräches an Matteos Seite lassen. Sie kann ja seine Hand halten oder ihn abwesend über den Handrücken streicheln. Eben irgendeine Kleinigkeit, die zeigt, dass sie auch während des Gespräches Matteo nicht vergessen hat.

Zitat:Er müsste mit seiner Familie brechen und vor allem zöge ich ihn dadurch in eine Welt der Verderbtheit und Grausamkeit.“ Sie schaute zu dem Mann, den sie liebte. „Aber vor allem wegen ihm könnte ich es nicht.
Wortwdh. „vor allem“

Zitat: Lege deinen Freund ab und dann gehe hinaus aufs Feld, damit ihm kein weiterer Schaden erwächst.“ Rafael wies hinaus auf das Feld.
Wortwdh. „Feld“.

Zitat:Schnell setzte sie ihre Schritte hinaus auf die freie Fläche.
Das hört sich in meinen Ohren irgendwie komisch an.

So dass war’s von meiner Seite. Grundsätzlich hat mir die Geschichte und dein Schreibstil gefallen, wobei ich die zweite Hälfte als flüssiger geschrieben empfunden habe.

Viele liebe Grüße

Plumbum Icon_smile


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Beitrag #6 |

RE: Feliane (Neufassung)
Hallo Plumbum,

dann will ich dir endlich eine Antwort geben, habe das viel zu lange nicht getan. ENtschuldigung dafür.

Zitat:Ich erkenne zwar, dass du in den ersten beiden Absätzen die Gegensätzlichkeit (ruhiger, stiller Wald / jemand flieht) hervorheben möchtest (was dir auch sehr gut gelingt), allerdings wäre ich mit einem vermeintlich eher ruhigen Beginn immer etwas vorsichtig. Da er oftmals dafür sorgt, dass der Leser schon nach dem zweiten Satz das Buch bei Seite legt, weil es ihn nicht packt und zum Weiterlesen animiert. Als Kapitelbeginn in einer laufenden Geschichte fände ich diesen Kontrapunkt sehr schön gesetzt, als Einleitung bereitet er mir jedoch etwas Bauchschmerzen.
Hmm, ich würde sagen, dass ist wirklcih Geschmackssache. Ich mag es, wenn ein Buch ruhig beginnt und sich dann steigert. Es muss nicht immer sofort volle Action sein, wie ich finde. Abgesehen davon, will ich die Geschichte hier auch nicht verkaufen. Icon_wink

Zitat:Also irgendwie finde ich diesen Übergang von Flucht zu Atempause etwas überhastet. Eben flieht deine Heldin noch und dann bleibt sie Seelenruhig auf einer Lichtung (!) stehen, um sich auszuruhen? Icon_confused Wenn sie schon ausruhen und essen muss, dann fände ich es logischer, wenn sie sich zumindest kurz umhören, dabei feststellen würde, dass sie ihre Verfolger ein gutes Stückchen hinter sich gelassen hat und somit die Zeit hat sich kurz auszuruhen und etwas zu essen.
Da die Lichtung von Bäumen und Gestrüpp umgeben ist, hat sie dazu durchaus Zeit, da sie nicht so leicht gesehen werden kann. Essen braucht sie aber nicht. Icon_wink

Zitat: Zitat:In einen Ort, dessen Einwohner schon früher auf sie herabgesehen und ihre Anwesenheit nur aufgrund ihre Fähigkeiten bei der Jagd und der Heilkunst akzeptiert hatten.

Das folgende –ich sag es gleich – ist natürlich Geschmackssache, aber wenn ich solche Beschreibungen a la „niemand mochte sie und ihr schlug nur blanker Hass entgegen“ lese, sträuben sich mir die Nackenhaare. Ich mag das Klischee der einsamen, sensiblen Heldin -deren einzige Freunde die Tiere des Waldes sind- nicht, da ich mir irgendwie denke, dass wenn wirklich niemand sie mag, das zu 99,99 % daran liegen wird, dass sie einfach kein netter Mensch ist und somit auch ein unsympathischer Protagonist. Daher stelle ich jetzt einfach mal die vielleicht auch ketzerische Frage: „Würde deine Geschichte wirklich so viel verlieren, wenn deine Heldin einfach aufgrund ihrer jetzigen Anomalität von den Dorfbewohnern gefürchtet/abgelehnt werden würde?“ Ihre schlechte Beziehung zu Matteos Vater kann ja deswegen immer noch bestehen bleiben.
Da muss ich leider ganz ehrlich sagen, hast du ihren Charakter nicht ganz erfasst. Es ist nicht so, dass sie kein guter Mensch ist, sondern einfach ihr "Beruf" es mit sich gebracht hat, dass sie nicht so angesehen ist. Und ihre Abnomalität, wie du es nennst, ist leider der Gestalt, dass sie nicht schon vorher bestehen und somit als Grund herhalten kann.

Zitat: Zitat:Matteo! Der Sohn des Schmiedes. Für ihn war ihr Herz entflammt. Und wegen ihm hatte sie ihr Dorf verlassen, war einem wild aussehenden Fremden gefolgt, der ihr versprochen hatte, ihr eine völlig neue Welt zu zeigen. Sie Dinge zu lehren, von denen sie in ihren kühnsten Träumen noch nicht einmal gehört hatte. Wie die Welt wirklich funktionierte, was die Welt zusammen, sie am Leben erhielt.

Hier verstehe ich den Zusammenhang nicht ganz. Warum hat deine Heldin wegen Matteo das Dorf verlassen? Was hat sie geglaubt außerhalb des Dorfes zu finden, dass ihr ihren Matteo näher gebracht hätte?
Nichts.
Sie geht auch nicht, um ihn zu bekommen, sondern weil sie weiß, dass ihre Liebe hoffnungslos ist und sich ncht mehr länger quälen will.

Zitat: Zitat:An das, was vor zwei Nächten geschehen war …

Zitat:… Der junge Priester des Dorfes hatte sofort reagiert. Er hatte geschrien, sie des Teufels Hure geschimpft und war ihr praktisch sofort mit den Männern hinterher gestürzt…
Danach war die Hetzjagd ausgebrochen, die sie auf diese Lichtung geführt hatte.

Hmh… zu Anfang deiner Geschichte hat deine Heldin ziemlich gehetzt gewirkt, so als wären die Angreifer ihr dicht auf den Fersen. An dieser Stelle wird klar, dass diese Hetzjagd nun schon gut zwei Tage andauert...hmh…
Das würde bedeute: Deine Heldin ist in der ersten Nacht geflohen, wurde dabei von den Menschen verfolgt, hat sich dann tagsüber hingelegt (um der Sonne zu entgehen) und flieht jetzt in der zweiten Nacht weiter (wobei sie immer noch den Eindruck erweckt, dass ihr die Dorfbewohner direkt auf den Fersen wären, weil sie ja keine Zeit zum Jagen hat).
Ich halte das ganze Szenario für ziemlich unwahrscheinlich. Wenn deine Heldin es geschafft hat, in der ersten Nacht vor den Dorfbewohner so weit zu fliehen, dass diese ihre Spuren bzw. sie selbst im Licht des Tages (als sie sich irgendwo vor der Sonne verstecken musste) nicht finden konnten, ist es unwahrscheinlich, dass die Dorfis sie in der nächsten Nacht mehrere Kilometer von ihren Heimatort in einem Waldstück erneut aufspüren können. Zudem frage ich mich ohnehin, warum du eine zweitägige Flucht einplanst und das Ganze nicht in einer Nacht über die Bühne gehen lässt?
Nun, weil, ich klar haben wollte, wie fanatisch sie verfolgt wird. Was die zwei Tage und das nciht aufspüren angeht. Sie erläuft sich einen großen Vorsprung, groß genug, um bei ungeübten Fährtenlesern tagsüber nicht gefunden zu werden, zumal sie noch ein zwei Fähigkeiten besitzt, die ihr die Flucht erleichtern. Jemanden in einen Wald zu finden, ist schon, ohne das derjenige keine übernatürlcihen Kräfte hat, äußerst schwierig.

Zitat: Zitat: „Ein Mensch, der einmal trinkt, wird meist stärker, kräftiger und lebt vielleicht eine kurze Zeitspanne länger, aber dann wird es zu einem starken inneren Verlangen. Er wird immer mehr und immer öfter brauchen. Ein Häuflein Elend ohne das Rot und euphorisch, geradezu wahnsinnig, wenn sein Begehren in Erfüllung geht. Willst du das für deinen Geliebten?“
Feliane schwieg. Wer war dieser Mann?

Warum fragt sie sich denn nicht, woher dieser Mann die Wirkung des Blutes kennt?
Die Frage könnte sie sich auch stellen, ist aber aus meiner Sicht in der ihrigen schon enthalten.

Zitat: Zitat:Ohne Widerstand, weder innerlich noch äußerlich setzte sie sich mit ihm gemeinsam in den Schnee, ohne weiter auf Matteo zu achten.

Hier agiert deine Heldin doch arg herzlos. Ihr Geliebter liegt im Sterben und sie beachtet ihn nicht weiter, sondern hält ein kleines Schwätzchen mit dem Mönch. Das Gespräch der beiden ist natürlich wichtig, allerdings würde ich – um den Eindruck zu vermeiden, sie lässt Matteo einfach links liegen- sie während des Gespräches an Matteos Seite lassen. Sie kann ja seine Hand halten oder ihn abwesend über den Handrücken streicheln. Eben irgendeine Kleinigkeit, die zeigt, dass sie auch während des Gespräches Matteo nicht vergessen hat.
Die Antwort auf deine Frage steht direkt im Absatz davor. Es ist nicht so, dass sie herzlos ist, sondern, dass der Mönch sie in die Richtung beeinflusst.

Zitat:So dass war’s von meiner Seite. Grundsätzlich hat mir die Geschichte und dein Schreibstil gefallen, wobei ich die zweite Hälfte als flüssiger geschrieben empfunden habe.
Ja, bei der zweiten Hälfte, war ich wohl wieder besser im Schreibfluss drin. Ich habe zwar jetzt nicht alle Anmerkungen von dir kommentiert, aber gelesen und über ein paar Sachen werde ich nachdenken.
Freut mich, dass dir meine Geschichte gefallen hat.

Bis dann.
Drakir

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