Es ist: 03-12-2020, 05:39
Es ist: 03-12-2020, 05:39 Hallo, Gast! (Registrieren)


Verbotene Wörter - Teil 4 (abgeschlossen)
Beitrag #1 |

Verbotene Wörter - Teil 4 (abgeschlossen)
Hallo verehrte Literatopianer,

es ist noch früh am Tag, aber ihr müsst ja noch nicht gleich anfangenIcon_smile Es ist noch Zeit bis zum 4.11.2010, um eine Geschichte zu erfinden und uns damit zu erfreuen.

Hier das Thema: Aus dem Kälteschlaf erwacht

Verboten sind: Eis - Schnee - frieren - Erkältung - warm

Lasst euerer Fantasie freien Lauf. Viel Spaß!


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Beitrag #2 |

RE: Verbotene Wörter - Teil 4
Ich denke, ein Kälteschlaf kann auch ein Winterschlaf sein, oder? (Andernfalls ziehe ich die Geschichte ohne Probleme wieder zurück)
Es ist wieder ein bisschen länger, dafür eine richtige kleine Kindergeschichte geworden *schmunzel*



Sommergeistchen

Der Himmel verschleierte sich bittergrau und zog noch pralle Wolken vor. Die Luft klirrte, dass selbst der Flockenfrost zu zittern schien, wie er da auf all den Dächern und Böden, Baumkronen und Bürgersteigen lag. Matt und müde hustete der Wind trotzdem immer neue Flocken.
"Und noch mehr", krächzte der Rabe in Gedanken versunken. Seine farblosen Knopfaugen richteten sich hinauf, im nächsten Moment schon wieder zum Boden, in dem er mit dem Schnabel herumstocherte. Doch die Lichtung - der gesamte Wald! - war in tiefsten Winterträumen und gab nichts davon an die trostlose Außenwelt.
Und es war einsam hier draußen. Als ein Eichhörnchen sich regte, schrak der Rabe herum. Das Säugetier blinzelte und huschte die Fichte hinunter.
"Immer noch Flockenwinde", piepste es und schüttelte schon welche aus dem grauen Winterpelz. Trotzdem zitterte es bereits.
"Was bist du denn schon wieder hier draußen? Geh wieder in den Kobel!", befahl der Rabe erschrocken.
"Geht nicht", kam traurig die Antwort. "Unsere Nüsse sind alle." Es kratzte sich am Kopf. "Ach, wüsste ich bloß noch, wo ich den Rest vergraben habe!"
"Aber du warst doch eben schon einmal ..." Der Rabe verstummte und rieb den Schnabel nachdenklich an seinem Gefieder.
"Hier drüben liegen Eicheln unter dem Wintermantel", sagte da eine Stimme hinter den beiden.
Der Rabe krächzte auf und flatterte auf, das Eichhörnchen sprang vor Schreck in einem Satz herum und die beiden Winterfreunde sahen - zu ihrer größten Überraschung! - eine zierliche Gestalt, die sich keine drei Rabenhopser hinter ihnen aus der Frostschicht gegraben hatte. Sie sah, das ging beiden als erstes durch den Kopf, sehr merkwürdig aus: Ein leuchtend roter Haarschopf krönte das runde Gesichtchen, das weder an einen Vogel, noch an ein Eichkätzchen erinnerte. Die halb lächelnde Gestalt war von sehr geringem Wuchs - ging dem Raben kaum bis zum Schnabel -, aber trotzdem hatte der das Gefühl, das Wesen einigermaßen treffend benennen zu können.
"Ein Menschlein?", krächzte er verwirrt. "Aber wie sollte das unter den Flockenteppich kommen?"
Das Eichhörnchen zog unwissend die Schultern hoch und schnupperte vorsichtig.
"Aber ... es könnte stimmen, was es sagt", bemerkte er und kratzte sich wieder hinter den Pinselohren. "Ich glaube, ich erinnere mich ..."
"Ja, hier sind welche", wiederholte das merkwürdige Wesen und schüttelte Flocken aus seinen Haaren und von der glatten, rosigen Haut. Schließlich winkte es das Eichhörnchen lächelnd heran und griff nach der Pfote des verdattert herantretenden Baumbewohners.
"Was ...?", fragte dieser noch, aber da hatte sich das Menschlein - so denn es eines war, mittlerweile war sich der Rabe nicht mehr so sicher -, also das Wesen schon aus seinem Loch gezogen.
Merkwürdig, dachte der Rabe. Es führen keine Fußspuren dahin - und auch kein Zeichen des Grabens. Ist es denn aus der Erde gewachsen?
"Wieso bist du in Stoff gewickelt?", fragte das Eichhörnchen und das Wesen sah an sich herunter.
"Keine Ahnung - vielleicht brauche ich das?" Es sah auf. "Wieso bist du grau? Ich kenne dich nur als fröhlich orangen Gesellen!"
"Du kennst mich?", wunderte sich der Angesprochene mit zuckender Nase. "Ich dich nicht ..."
"Doch, doch!", beharrte das Wesen. "Und den Raben sehe ich doch sonst nicht so häufig!"
Während der Rabe noch nachdachte, piepste das Eichhörnchen verwirrt los:
"Aber das ist doch ganz normal - das geht immer so ..."
"... jeden Winter", fügte der Rabe an. Das Wesen blinzelte und griff in den Wintermantel.
"Das ... das ist seltsam", flüstert es.
"Und wie!" Das Eichhörnchen setzte sich auf und fuhr sich über das Fell. Seine Nase zuckte ständig, sprach von der Verwirrung.
Das Wesen hörte nicht auf den Ausruf, sondern ließ die Kristalle durch die Fingerchen rieseln. Seine Kulleräuglein wanderten langsam zum Wald, der skelettiert dem Winter trotzte.
"Oje! Wie falsch!", jammerte es plötzlich los, dass das Eichhörnchen zurückzuckte. "Schlimm, schlimm! Ich bin ja glatt zu ..."
Den letzten Rest des Satzes hörten die beiden Winterfreunde nicht, denn das Wesen tauchte in sein Loch ein und war einen Lidschlag später verschwunden.
"... früh dran." Der Rabe lächelte wissend und schob mit dem Schnabel die Flocken über der Stelle zusammen, gerade als deckte er das Wesen zu. Verdattert blieb das Eichhörnchen sitzen.
"Was ...", stotterte es verwirrt.
"Grab nur deine Vorräte aus", lächelte der Rabe und breitete die Flügel aus. "Und verlier kein Wort hierüber! Es wäre kaum nett von uns, wenn sich das Sommergeistchen vor mehreren als uns zweien schämen müsste ..."
Und damit flog er davon. Das Eichhörnchen blinzelte noch einmal, dachte über die wenigen Worte des Raben nach - und begann zögerlich zu scharren. Das Bild des verfrühten kleinen Geistchens blieb beiden präsent und schien von ihrer Erinnerung aus sommerliche Hitze zu verbreiten.
Welch ein verwirrtes kleines Kerlchen, dachte der Rabe, der an jenem Nachmittag noch über den Wipfeln der schwarzen Tannenskelette flog. Und welch ein Geschenk an solch einem klirrenden, grauen Wintertag!

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #3 |

RE: Verbotene Wörter - Teil 4
Noch ein verspäteter Glückwunsch zum Sieg, Porter!

Ich halte mich diesmal kurz:


Eilmeldung +++ Eilmeldung +++ Eilmeldung +++ Eilmeldung +++ Eilmeldung +++ Eilmeldung +++ Eilmeldung +++ Eilmeldung +++

Achtung!
Wie wir soeben erfahren haben, ist der Frühling wieder im Anmarsch! Bitte bleiben Sie in Ihren Häusern, vernageln Sie Fenster und Türen!
So weit uns bekannt ist, soll der Frühling nach ein paar Wochen zu einem ausgewachsenen Sommer mutieren. Wenn es ganz hart kommt, danach sogar noch zu einem starken Herbst. Detaillierte Angaben darüber sind bislang nicht möglich.
Experten arbeiten derzeit an einer Schutzimpfung. Die Testphase wird vermutlich einige Jahre dauern. Wir können nichts dafür!
Wir hoffen, Ihre im Winter gesammelten Vorräte reichen für den langen Zeitraum, in dem Sie in ihren Buden festsitzen werden. Falls nicht – Pech gehabt!
Entwarnung gibt es nur, wenn es in unserer Behörde Überlebende gibt. Sollte dies nicht der Fall sein: Bitte testen Sie selbst den Jahreszeitengehalt vor Ihrer Tür, bevor Sie sich nach draußen wagen!
Wer vorhat, in kältere Regionen zu flüchten – viel Glück!
PS: Wir freuen uns schon auf Ihre Postkarten!

Ihre Jahreszeiten-Schutzbehörde

Schluss mit lustig

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Beitrag #4 |

RE: Verbotene Wörter - Teil 4
Knirschenden Schrittes bewegte er sich vorwärts. Schritt für Schritt. Wie in Zeitlupe. Doch für ihn spielte die Zeit keine Rolle. Seine Zeit würde mit dem Frühling vorbei sein. Diese Tatsache war unumstößlich – nicht zu ändern und deshalb die einzige Konstante in seinem kurzen Leben. Er genoss jeden Schritt, denn es waren die ersten in diesem Winter.

Die Kinder hätten mich auch ruhig schon früher bauen können. Auf die Kinder hatte er sich immer verlassen können. Sobald die ersten Flocken vom Himmel fielen machten sie sich, in dicke Mäntel und lange Schals gewickelt, an die Arbeit und formten aus drei großen Kugeln seinen Körper. Sie steckten ihm eine Möhre ins Gesicht und nannten sie „Nase“, dann erhielt er Augen aus Kohle und manchmal einen Besen. Die Kinder waren das Erste, was er sah, wenn er erwachte. Strahlende Kinderaugen, gerötete Wangen und freudiges Lachen. Doch in diesem Jahr hatte er sofort erkennen können, dass der Winter schon benah vorbei war und sie für ihn die letzten Flocken zusammengerollt hatten. „Möhrennase“ hatten sie ihn diesmal getauft und tanzten fröhlich um ihn herum. Und er? Er wartete. Er wartete darauf, dass die Nacht kam. Dass der Mond aufging und ihn in silbernes Licht tauchen würde. Erst dann würde er aus seiner Starre entkommen, würde sicht mit knirschenden Schritten bewegen und sich endlich setzen können.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #5 |

RE: Verbotene Wörter - Teil 4
Hallo liebe Teilnehmerinnen,

gerade habe ich mir eure Geschichten heruntergeladen und werde erst morgen zu einer Entscheidung kommen. Allerdings ist schon eine kleine Vorentscheidung gefallen, die ich morgen noch einmal überprüfen möchte.

Ich hoffe, ihr gebt mir die Zeit noch Icon_smile

Viele Grüße und bis morgen.


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Beitrag #6 |

RE: Verbotene Wörter - Teil 4
Hallo ihr Lieben, es tut mir sehr leid, dass es so lange gedauert hat.

Aber jetzt gilt's!

Gewonnen hat LADY, weil mir die kalte Herzlichkeit ihres "lebendigen" Schneemann das Herz gestreichelt hat.

APPLAUS, APPLAUS!!!

Vielen Dank für alle eure Geschichten, es war schön, sie zu lesen!

Viele Grüße


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Beitrag #7 |

RE: Verbotene Wörter - Teil 4
Ich hab was gewonnen? Icon_shocked

Is ja doll! Hey, ich freu mich. Icon_jump Mrgreen Dankeschön. Icon_smile

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