Es ist: 10-04-2020, 06:31
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VI 08: Rostklopfen
Beitrag #1 |

VI 08: Rostklopfen
Sanyasala - Inspiration ist doch etwas Feines. Ich habe mich davon auch anstecken lassen und es mit meinem momentanen Deutschthema "Großstadtlyrik" verknüpft - passend auch zu den bisherigen Versipuls-Gedichten ... Dabei konnte ich es mir nicht verkneifen, mit dem abgehackten Stil und der Sinnüberreizung einer Stadtatmosphäre zu experimentieren. Jedes Wort dazu ist mir natürlich allzu recht.


Rostklopfen

Linse bricht
halbkalt im Dunkeln
des toten Waldes / auf Stahlhöhe
- zu Berge stehen,
taubsam nicht sehen,
nicht gedacht anhalten,
festgerostet
Punkt
und leergehastet,
zwischengefressen im
Stahlschlotkamin verheizt

Würgereiz durchdringt kühlenden Frieden
im Feuer geborgen
Maschine / stapft Leerlauf hinauf
Rost
zerbröselt, verliert
die Welt.
Eisig zerrieben im Treiben,
Bröselblut
vergangen - verronnen
im windverzerrten Qualm ...


... ja, sehr eindeutig Experimentalcharakter. Eine Dystopie einer Stadt ... - mal sehen, was ihr so darin seht. Jetzt bin ich gespannt.

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #2 |

RE: VI 08: Rostklopfen
Hallo Trinity,

na, das wäre ja fast was für unseren "Rost"-Schreibwettbewerb gewesen, wenn denn Lyrik zugelassen wäre. Kam mir jedenfalls sofort in den Sinn. Irgendwie scheint auch das Thema "Stadt" bei diesem Versipuls gut anzukommen Icon_wink ...

Ich weiß nicht, ob du das wie eine aktuelle Stadtbetrachtung meinst, sprich 21. Jahrhundert. Durch die Wortwahl und Atmosphäre musste ich eher an Ende 19. Jahrhundert denken. Industrialisierung im vollen Gang, Null Rücksicht auf die Natur, alles voller Rauch, Rost und hohen Kaminen. "Rost" passt irgendwie gar nicht mehr so in unsere Glas-und-Plastik-Zeit. Bei deinem Gedicht kamen mir auch riesige Dampfmaschinen in den Kopf, Kolbenschlagen, schwerste Arbeit. Auch der Stahl passt dazu. Und dazwischen vielleicht ein "normaler" Bürger, in einer verrußten Stadt, vielleicht ein erster Gedanke an Umweltschutz beziehungsweise erst einmal der Schmerz darüber, was mit der Welt passiert.

Ein bisschen was Modernes schwingt auch mit, die Hektik, das Hasten, das "verheizt werden" unserer Zeit. Die Maschine läuft wie geschmiert, aber das Leben bleibt auf der Strecke. Zeilen wie "taubsam nicht sehen" und das "Bröselblut" zeugen von den eher schmerzlichen Gedanken hinter dem Gedicht. Sie bringen Emotionen ins Gedicht, wirken aber irgendwie einfach nur resigniert und hoffnungslos. Es wird noch erkannt, was falsch läuft, aber die Kraft etwas zu ändern scheint versiegt.

Einzige Kritik: Ich finde, du benutzt die Querstriche nicht so gut:

Würgereiz durchdringt / kühlenden Frieden
im Feuer geborgen
Maschine / stapft Leerlauf hinauf


Im Prinzip hast du mitten im Satz / ... wozu hier der Slash? Das benutzt man eher, wenn man (scheinbar) einen Bildwechsel hat, Kontraste darstellen will, Gedanken einschieben. Aber du unterbrichst einfach nur Zusammenhängendes und ich sehe irgendwie keinen tieferen Sinn darin, außer, dass es dadurch etwas zerfledderter aussieht. Aber ich find sie so einfach nicht gut eingesetzt.

Ist aber nur eine kleine Kritik Icon_wink - das Gedicht hat mir sehr gut gefallen, es ist in sich stimmig und erzeugt eine herrlich düstere Rostatmosphäre zwischen dem Schlagen der Maschinen und der Vergänglichkeit, die jeder Zeile anzuhaften scheint.

Liebe Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #3 |

RE: VI 08: Rostklopfen
Sanyasala Zack,

(20-10-2010, 09:23)Zack schrieb: na, das wäre ja fast was für unseren "Rost"-Schreibwettbewerb gewesen, wenn denn Lyrik zugelassen wäre. Kam mir jedenfalls sofort in den Sinn. Irgendwie scheint auch das Thema "Stadt" bei diesem Versipuls gut anzukommen Icon_wink ...
An den Schreibwettbewerb musste ich auch denken - aber bis mir da etwas Prosaisches zu einfällt, vergeht sicherlich die Anmeldefrist Icon_wink

Zitat:Ich weiß nicht, ob du das wie eine aktuelle Stadtbetrachtung meinst, sprich 21. Jahrhundert. Durch die Wortwahl und Atmosphäre musste ich eher an Ende 19. Jahrhundert denken. Industrialisierung im vollen Gang, Null Rücksicht auf die Natur, alles voller Rauch, Rost und hohen Kaminen. "Rost" passt irgendwie gar nicht mehr so in unsere Glas-und-Plastik-Zeit. Bei deinem Gedicht kamen mir auch riesige Dampfmaschinen in den Kopf, Kolbenschlagen, schwerste Arbeit. Auch der Stahl passt dazu. Und dazwischen vielleicht ein "normaler" Bürger, in einer verrußten Stadt, vielleicht ein erster Gedanke an Umweltschutz beziehungsweise erst einmal der Schmerz darüber, was mit der Welt passiert.
Industrialisierung ... jedes Wort von mir wäre zu viel darüber verloren, denn ich kann nicht objektiv über dieses sicherlich spannende und wichtige Thema urteilen, nachdem sie es uns in der Schule gründlichst und immer wieder vergällt haben. Aber die Atmosphäre bleibt natürlich einzigartig und erhalten für die Lyrik - mit Worten etwas so Festes, Greifbares zu formen war eine hübsche Herausforderung.

Zitat:Einzige Kritik: Ich finde, du benutzt die Querstriche nicht so gut:

Würgereiz durchdringt / kühlenden Frieden
im Feuer geborgen
Maschine / stapft Leerlauf hinauf


Im Prinzip hast du mitten im Satz / ... wozu hier der Slash? Das benutzt man eher, wenn man (scheinbar) einen Bildwechsel hat, Kontraste darstellen will, Gedanken einschieben. Aber du unterbrichst einfach nur Zusammenhängendes und ich sehe irgendwie keinen tieferen Sinn darin, außer, dass es dadurch etwas zerfledderter aussieht. Aber ich find sie so einfach nicht gut eingesetzt.
Ich benutzte sie als Stilmittel, um die Hast auszudrücken. Mitten im Satz waren sie vielleicht nicht optimal gesetzt *tipp* *lösch*, aber ich wusste mir kaum anders zu helfen *seufz* Ohne erschien es mir einfach zu lang - und die Maschine als getrennten Gedanken wollte ich erhalten haben Icon_smile

Zitat:Ist aber nur eine kleine Kritik Icon_wink - das Gedicht hat mir sehr gut gefallen, es ist in sich stimmig und erzeugt eine herrlich düstere Rostatmosphäre zwischen dem Schlagen der Maschinen und der Vergänglichkeit, die jeder Zeile anzuhaften scheint.
Oh, das freut mich sehr, dass mein Ziel erreicht wurde - und den Leser erreicht hat Icon_smile Danke sehr für das Lob und die Kritik!

Alles Liebe
Trinity

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
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Beitrag #4 |

RE: VI 08: Rostklopfen
Hallo Trin,
ein seltsames Gedicht, das du hier präsentierst. Ganz ehrlich - es erschließt sich mir nicht.
Ich habe es nun drei Mal gelesen, zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Stimmungen. Bleiben tut wenig. In gewisser Weise erinnert mich das Gedicht an ein Werk von Zack. Es liest sich wie Bilder zusammengeworfen, mal hier was probiert, da etwas Neues kombiniert, ein paar Adjektive zwischen. Das mach ich kursiv. Hier setz ich einen Schrägstrich - warum auch immer. Fertig.
Lese ich es tauchen auch mehrere Brüche auf. Ganz klar im Übergang zur zweiten Strophe, aber auch zwischen "halbkalt im Dunkeln" und "des toten Waldes" und zwischen diesem und "auf Stahlhöhe", dann kommen irgendwelche Reime, ohne Sinn. Naja, ich höre hier jetzt auf, denn offensichtlich ist dieses Werk komplett an mir vorübergegangen. Schade, denn die Versipulszeilen sind eigentlich zu schön, um sie soo zu verunstalten.

Bitte entschuldige, dass ich nichts Positives finden konnte.

LG
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #5 |

RE: VI 08: Rostklopfen
Wow, danke - "erinnert mich an ein Gedicht von Zack" und dann gefällt dir das hier nicht Icon_igitt ...

Ich finde, da kommt sehr viel rüber - auch wenn es "nur" Bilder sind. Das Bild an für sich zeigt die emotionale Leere dieser Stadt, ein Wegrosten des Menschlichen - es ist wie eine große Metapher Icon_smile ...

Zitat:Schade, denn die Versipulszeilen sind eigentlich zu schön, um sie soo zu verunstalten.

Hast du heute irgendwie nen schlechten Tag? Sorry, ich find das echt etwas hart. Dass es total an dir vorrübergegangen ist, sagst du ja selbst - wie kannst du dann so etwas sagen? Denn dieses Gedicht ist offensichtlich gut geschrieben, es trifft nur gar nicht deinen Geschmack. Aber von "verunstalten" kann gar keine Rede sein. Jeder kann ja Kritik äußern, wie er will, aber das finde ich irgendwie ungerecht, vor allem, da du vorher betonst, dass es einfach nicht dein Ding ist.

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #6 |

RE: VI 08: Rostklopfen
Hi Zack,
dass ich mit deinen Gedichten wenig anfangen kann, dürfte mittlerweile hinreichend bekannt sein. Wie dieses Werk sind sie mir einfach zu überladen. Das geht nicht gegen dich, auch nicht gegen Trin, und ich hatte auch keinen schlechten Tag. Vielleicht habe ich mich etwas unglücklich ausgedrückt, aber ich finde durch die vielen Bilder, Aneinanderreihungen von Eindrücken, seltsamen Wortverbindungen geht die Wirkung der Versipulszeilen komplett verloren. Das meinte ich mit verunstalten.
Wenn ich schöne Zeilen/Bilder in einen Wortsalat werfe, verliert man nicht nur den Überblick, sondern halt auch die Stimmung. Sorry, aber in meinen Augen und nicht mehr als meine Meinung gebe ich wieder, sind die Zeilen verunstaltet. Was ich sehr schade finde, denn ich finde, Trin kann es besser.

LG
Addi

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Beitrag #7 |

RE: VI 08: Rostklopfen
Sanyasala,

es tut mir leid, dass ich nicht früher antworten konnte, aber ich unterlag dem Kampf gegen Viren - und kämpfe eigentlich immer noch *huströchel*

Ich kann dazu ja nicht viel sagen, außer dass vielleicht schon angedeutet wurde, dass ich mit Zacks Gedichten eventuell mehr anfangen kann als du, Addi. Es ist natürlich schade, dass dich das nicht anspricht, aber andere Werke von mir gefallen dir ja besser Icon_smile
Als Schreiber und dementsprechend in Kenntnis der hintergründigen Gedanken und Emotionen ist es für mich selbstverständlich schwer, darüber zu "streiten", daher will ich das gar nicht so in die Länge ziehen.
Ich danke dir für deinen Kommentar, Addi - und Zack erneut Icon_wink - und schau mal, ob es mich zu einem anderen (oder vielleicht demselben?) Impuls erneut überkommt, in einer Weise, die du den Zeilen angemessener empfindest Icon_smile

Gruß
Trin

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #8 |

RE: VI 08: Rostklopfen
Heja Trin o'C -

da erscheine ich Dir nochmal in einer phase, als Du noch gedichte gepostet hast.
Ein Vorwurf? Neinnein..., ein bedauern. Icon_slash

Dein gedicht ist ein wort/satz/bedeutungsstakkato, das mir als leser vielerlei tut: es reißt mich mit, bremst mich aus, lässt mich entgleisen, fängt mich auf, um mich loszuwerden; es beweist, das "klopfen" im titel kommt aus mir.
Du nennst es experimentell, ich nenne es expressionistisch.
In der tradition der "Großstadtlyrik". (Ich habe das 'reclam-bändchen!)
Nur greift bei Deinem gedicht die moderne, das zeitgenössische...-
spärliche reime -(nicht wie Paul Zech seine ambosslyrik in sonette hämmerte)-,
wortschöpfungen -("halbkalt", "taubsam", "zwischengefressen" u.a.)-,
und die verslänge insgesamt.
Es wäre interessant, dieses gedicht gelesen zu hören.

2 dinge sind für mich fraglich:
a) die '/', die Du gesetzt hast...(warum diese? Warum nicht mehr? Warum dort?);
b) die kursiven begriffe "Punkt", "Rost", "Bröselblut".

Vielleicht komme ich auch noch dahinter.
Nuja, soviel für jetzt.
Lese gern von Dir,
poLet


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Beitrag #9 |

RE: VI 08: Rostklopfen
Sanyasala lieber poLet!

(16-07-2012, 20:07)poLet schrieb: da erscheine ich Dir nochmal in einer phase, als Du noch gedichte gepostet hast.
Ein Vorwurf? Neinnein..., ein bedauern. Icon_slash
Bedauer nicht zu viel, immerhin habe ich keineswegs aufgehört. Ein, zwei Entwürfe sind mir auch immer wieder präsent, doch nicht zuletzt du hast deinen Teil dazu beigetragen, dass die Messlatte für die Qualität auch in meinem persönlichen Ermessen ziemlich hoch liegt. Also, kommt Zeit, kommt Lyrik Icon_smile
Zitat:Dein gedicht ist ein wort/satz/bedeutungsstakkato, das mir als leser vielerlei tut: es reißt mich mit, bremst mich aus, lässt mich entgleisen, fängt mich auf, um mich loszuwerden; es beweist, das "klopfen" im titel kommt aus mir.
Ich bin immer wieder hingerissen davon, wie sehr du auf den Punkt bringst, was ich zwischen den Versen auf den Punkt gebracht wissen will, meist besser als ich selbst es könnte.
Zitat:Du nennst es experimentell, ich nenne es expressionistisch.
In der tradition der "Großstadtlyrik". (Ich habe das 'reclam-bändchen!)
Ich besitze das Reclam auch ... Zwiespalt eingeschlossen, da die Schule tatsächlich versuchte, es mir zu verleiden.

Zitat:Nur greift bei Deinem gedicht die moderne, das zeitgenössische...-
spärliche reime -(nicht wie Paul Zech seine ambosslyrik in sonette hämmerte)-,
wortschöpfungen -("halbkalt", "taubsam", "zwischengefressen" u.a.)-,
und die verslänge insgesamt.
Es wäre interessant, dieses gedicht gelesen zu hören.
Du wirst lachen, ich habe es immer wieder vor mich hingemurmelt, weil es eher zum Vortragen als Lesen geeignet ist.

Zitat:2 dinge sind für mich fraglich:
a) die '/', die Du gesetzt hast...(warum diese? Warum nicht mehr? Warum dort?);
b) die kursiven begriffe "Punkt", "Rost", "Bröselblut".
Hm ... Zu a): Du kennst doch diesen Knopf, der die Paragraphenzeichen in einem Textdokument sichtbar macht, nicht wahr? Ich hasse dieses Ding, denn es verunstaltet die so sauber geschriebene Seite, und beim Schreiben lenkt es meinen Blick andauernd ab, kurz: es nervt. Doch es ist ab und zu nützlich, die einzelnen Leerzeichen zu sehen, darum gibt es ihn. Und auch wenn man die Zeichen nicht in dieser Urform sieht, sind sie da. Die Absätze und Leerzeichen. Sie sind immer da, nur stehen sie dezent im Hintergrund. Rostklopfen sagt allerdings schon, dass die Fassade unter dem Zahn der Zeit und der Gedanken bröckelt und einen Blick freigibt. Auf Sachen, die wir sonst nicht sehen, wie die Absatzzeichen. Oder die, die wir manchmal in unsere Gedichtentwürfe kritzeln, wenn wir meinen, dass vielleicht ein Zeilenumbruch sinnvoll sein könnte, weil der Gedanke getrennt wird. Aber es gibt kein klares BIld in Rost, nein. Der Witz ist ja, das ein kurzer Einblick möglich ist, aber alles trotzdem verunstaltet bleibt. Manche Stellen sind verletztlich, werden angenagt, manche bleiben unversehrt.
Das ist wissenschaftlich sicherlich Stuss, aber mit lyrischem Trin-Rost verhält es sich so Icon_ugly
Zu b) Ähm ... Frag mich was Leichteres. Ich fand es richtig.
Die präziseste Kurzantwort auf beide Fragen wäre vermutlich: Weil ich es kann.

Danke für das Kompliment, deine Gedanken und überhaupt deinen Kommentar! Sobald ich etwas Lyrikreifes habe, lasse ich es dich wissen - unter "Neue Beiträge ansehen" Icon_wink

Alles Liebe,
Trin

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

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