Es ist: 26-10-2020, 05:33
Es ist: 26-10-2020, 05:33 Hallo, Gast! (Registrieren)


Anfang und Ende Teil 3 (abgeschlossen)
Beitrag #1 |

Anfang und Ende Teil 3 (abgeschlossen)
Hallo ihr,

da ich völlig überraschend die nächsten Anfänge und Enden spenden darf, mach ich das hier mal. Vorgegeben ist der erste und der letzte Satz, der Platz dazwischen ist aufzufüllen, so dass eine kleine Geschichte entsteht. Wie immer habt ihr einen Monat Zeit dazu. Neulinge, die gerne mitmachen wollen, können sich auch gerne hier den Beginn des Spiels anschauen.

1. Variante:
Die anderen Drachenkinder waren gemein zu ihm.

Doch die Freiheit würde Einsamkeit bedeuten.

2. Variante:
Mein geliebter Paul,

Aber Schweigen war soviel einfacher.

3. Variante:
Welche Lügen verstecken sich unter dem Mantel der Höflichkeit?

Es gibt auch gute Seelen auf der Welt.

Viel Spaß
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

Drachenkinder (Variante 1)
Die anderen Drachenkinder waren gemein zu ihm. Ihre ersten zaghaften Versuche, Feuer zu spucken, endeten oft genug an seinem Schweif, der jedes Mal mindestens eine Stunde lang hell glühte, was zu Lachanfällen bei den anderen Drachen der Herde führte. Wenn die Familie den Flammenteich aufsuchte, um neues Feuerwasser zu trinken, konnte er darauf wetten, dass sie ihn hinein schubsten, wenn die Eltern gerade nicht hersahen. Die schüttelten inzwischen nur noch den Kopf über ihren ach so ungeschickten Sprössling. Nie war Ruhe, immer musste er auf der Hut sein.

Nafir fragte sich manchmal, ob er einfach von hier verschwinden sollte, wusste aber nicht, wohin. Er überlegte, eine eigene Höhle zu suchen, verwarf aber den Gedanken gleich wieder. Schließlich wäre er einem Drachenjäger nicht gewachsen. Noch nicht. Ein Onkel väterlicherseits war diesem gefährlichen Wesen schon zum Opfer gefallen und auch der Körper seines Vaters war von einigen Kämpfen mit ihm gezeichnet. Stolz erzählte der immer wieder gerne von der "letzten Schlacht", in der er einen seiner Widersacher mit einem Feuerstrahl in die Hölle geschickt hatte. Regelmäßig ruhte danach sein Blick auf Nafir, seinem jüngsten und kleinsten Nachkommen. Sein Schnauzenausdruck sprach von Sorge und Enttäuschung, des öfteren auch von Hoffnungslosigkeit. Am schlimmsten für Nafir war es aber, wenn er danach Mutter ansah und die daraufhin traurig den Kopf sinken ließ.

Dann geschah etwas, was nur Nafir konnte, auch wenn es alles andere als gut war – er weinte. Tränen rollten ihm die Backen herab und tropften auf den schwarzen Boden. Woher die Feuchtigkeit kam, wusste er nicht und auch die Gelehrten der Herde hatten keine Erklärung dafür.

Eines Tages, er war gerade aufgestanden und hopste hinüber zum Flammenteich, um zu frühstücken. Dort angekommen beschlich ihn aber ein seltsames Gefühl, irgendwo tief in ihm drin.
"Trink nicht!", meinte er zu hören.
Im nächsten Moment wurde er zur Seite gestoßen.
"Was willst du schon hier? Du bist noch nicht dran!" Die Meute seiner Plagegeister wurde immer größer. Den, der ihn angerempelt hatte, kannte er nicht einmal. Er zog sich zurück, während die anderen Jungen und auch die erwachsenen Drachen ihren Hunger stillten. Sein Vater schritt vorbei, langsam und königlich, mit hoch erhobenem Haupt. Nafir musste ihm von seiner Ahnung erzählen.
"Vater?"
Der große Drache sah ihn durchdringend an.
"Nach dem Frühstück, mein Sohn."
Damit war die Sache erledigt. Niemand im ganzen Drachental widersprach Nosian. Sein Ansehen war über alle Zweifel erhaben.
"Vater, ich muss …" Nafirs Stimme zitterte.
"Schweig!" Nosians Nüstern entfuhren Feuerzungen.
Er war wütend … sehr wütend. Nafir fühlte, wie es in ihm brauste. Er kannte das. So war es immer, wenn er … weinte.
Und schon bildeten sich feuchte Tropfen an seinen Augen, die zuckend größer wurden. Schließlich flossen sie in kleinen Bächlein den Hals hinunter.
Der Vater begann vor Wut zu zittern und packte seinen missratenen Sohn am Genick und trug ihn zum Flammensee.
"Das wird die Flut deiner Tränen stillen!", rief er laut. Dann ließ er los. Inzwischen war aus den schmalen Rinnsalen an Nafirs Hals kleine Bäche geworden. Unkontrolliert schoss es geradezu aus ihm heraus. Als der erste Tropfen die Glut berührte, erstarrte diese in unmittelbarer Umgebung. Nafir landete darauf schmerzhaft auf seinem Hinterteil. Jetzt strömten die Wasser wie Flüsschen aus seinen Augen und nach einigen Momenten war der Teich vollständig erstarrt. Die vertraute Hitze schlug um in Kühle. Die Drachen traten erschreckt zurück. Alle, die bereits getrunken hatten, brachen plötzlich zusammen und blieben wie tot liegen.

Gleich darauf begann es auf den Höhen um das Tal herum zu brodeln.
"Drachenjäger!", brüllte Nosian aus Leibeskräften.
Alle Drachen, die noch laufen konnten, verteidigten das Tal mit Feuer und Hitze. Schließlich war die Schlacht gewonnen. Die Drachenjäger waren tot oder vertrieben und die eigenen Opfer waren gering an Zahl.

Nafir hatte sich während des Kampfes mit den anderen Drachenkindern in der Wohnhöhle versteckt. Jetzt war es ruhig geworden und langsam streckten die Kleinen ihre Flügel und traten nach draußen, auch Nafir schloss sich ihnen an. Er war relativ sicher, dass die anderen ihn jetzt nicht ärgern würden.

Vor der Höhle stand hoch aufgerichtet sein Vater und blickte zu ihm hinunter.
"Nafir!", begann er und der Sohn fragte sich, was er wohl wieder angestellt hatte. "Du weißt, dass ich daran glaube, dass alles, was geschieht, einen Sinn hat. Und ich gebe zu, dass ich keine Ahnung hatte, worin er in deinem Fall besteht. Du hast Wasser in dir, den natürlichen Feind unserer Rasse. Du bist scheu, zurückhaltend und weich. Seit heute weiß ich, dass das Schicksal auch bei dir keine Ausnahme gemacht hat. Du bist, wer du bist und heute hast du das Drachental gerettet. Wenn du nicht geweint und das Feuer zum Erstarren gebracht hättest, wären wir möglicherweise alle eingeschlafen. Denn der Feind" und damit wendete er sich laut an alle "hatte unseren Feuerteich vergiftet und wollte uns im Schlaf meucheln. Mein Sohn!" Hier machte er eine Pause und blickte stolz auf seinen Filius. "Mein Sohn hat das verhindert und uns zu einem wichtigen Sieg verholfen."

Der Tag wurde lang und auch die Nacht. Alle waren dabei und alle feierten vor allem Nafir. Nun wurde er nicht mehr gehänselt oder verlacht. Nafir genoss die Aufmerksamkeiten und verschwendete keinen Gedanken mehr daran, das Drachental zu verlassen. Denn er wusste:

Die Freiheit würde Einsamkeit bedeuten.


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Beitrag #3 |

RE: Anfang und Ende Teil 3
Icon_nosmile Tja, schade, dass niemand sonst teilgenommen hat. Zuviele Freigeister, die sich nichts diktieren lassen wollen? Die falsche Zeit? Ich weiß es nicht. Zu schwierige bzw. unbrauchbare Vorgaben waren es mit Sicherheit nicht, denn mir wäre zu allen dreien etwas eingefallen. Da ich im Genre Fantasy (und dazu zähle ich Drachengeschichten) nicht so zuhause bin, würde mich trotzdem eure Meinung zu meiner "Oh nein! Was? Gott sei Dank!"-Geschichte interessieren.

Obwohl ich mir wohl ein Siegerlächeln mangels Konkurrenz verbeißen muss, versuche ich dennoch in einem neuen Thread dieses schöne Spiel am Leben zu erhalten.

Wir werden sehen, ob noch etwas geht.

Viele Grüße


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Beitrag #4 |

RE: Anfang und Ende Teil 3
Hallo Porter,

zunächst mal zu deiner Drachengeschichte: Ich mag sie und habe das Gefühl, dass sie auch ruhig noch etwas länger hätte sein können. Gerade gegen Ende geht mir doch alles etwas zu schnell und zu glatt durch. Icon_smile

Noch ein paar Worte von mir als Moderatorin:
Schön, dass du so fleißig bist und gleich schon den nächsten Spielteil eröffnet hast. Jedoch sollte die Preisvergabe, bzw. das Beenden des Spiel, bei demjenigen verbleiben, der das Spiel gestartet hat. Nur als Hinweis für die Zukunft. Icon_smile

Für alle: Ich lass den Thread erstmal noch offen, wer sich hier also noch austoben möchte, kann das gerne tun. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #5 |

RE: Anfang und Ende Teil 3
Hallo Lady,

es freut mich, dass meine Drachenstory dir Lust auf mehr Details bzw. eine längere Handlung macht. Wenn, dann muss ich noch daran arbeiten und sie im Fantasy-Forum veröffentlichen. Danke für den Kommentar.

Jetzt zu deiner "Mahnung" Icon_wink

Heute ist der erste Werktag seit der "offiziellen Beendigung". Mir lag daran, dieses Spiel fortzusetzen, auf keinen Fall wollte ich dir in die Parade fahren, was ich aber offensichtlich getan habe. Tut mir leid, dass ich so voreilig war. Icon_confused

Ich werde mich in Zukunft mehr zurücknehmen. Versprochen!

Bis bald. Alles Gute für das neue Jahr.
Porter


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