Es ist: 26-10-2020, 05:24
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5 Wörter Teil 17 (abgeschlossen)
Beitrag #1 |

5 Wörter Teil 17 (abgeschlossen)
Sanyasala liebe Kreativlinge!

Hier kommen die neuen fünf Wörter:

Untergrund - Lebensgefühl - Vanilleextrakt - Baritongitarre - Chamälion


Und nun bin ich sehr gespannt auf die Geschichten!

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #2 |

RE: 5 Wörter Teil 17
Nebenschauplatz

Die Klänge eines Saxophons tropfen zu ihm herab. Von Zillionen Unebenheiten gebrochen, nahezu zur Unendlichkeit verzerrt. Trotzdem hebt er seinen Kopf, lauscht mit geschlossenen Augen. Hinter den Lidern flackern ferne Träume.
Seine Hände zucken, zupfen und gleiten über die dicken Saiten einer Barritongitarre. Fast ist ihm, als könne er ihr Gewicht spüren, als streifen die knotigen Finger wirklich über Rosshaar.
'The Chameleons' - wie viele Stunden haben sie in der Garage von Tommis Mutter gesessen, haben zwischen den Geräten gejamt und von wilden Groupies geträumt?
Das Lebensgefühl der 50er, Johnny Cash, Elvis. Später dann die Beatles.
Flower Power, Love and Peace.
Sie hatten alles geraucht, was Küche und Umgebung so hergaben, von Salbeiblüten mit Zimt bis Spargelblättern mit Vanilleextrakt. Gott, war das widerlich.
Ja, das waren noch Zeiten, erinnert er sich mit einem leisen Lachen.
Hinter den Gläsern seiner Brille wird alles verschwommen, so dass er sein kariertes Segeltuch aus der Hosentasche ziehen muss. Ein tiefer Schnäuzer.
Dann greift er wieder nach seinem Mopp, tränkt ihn in schaumstillem Wasser und zieht summend seine Bahnen durch den verzeigten Untergrund des Stadions.

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #3 |

RE: 5 Wörter Teil 17
Liebe Mama,

es ist schade, dass du so lang weg bist, weil ich Hunger hab, weil Papa und Celia immer nur Sushi bestellen und ich mag lieber Pizza. Kannst du nicht abends kommen und kochen? Wenn ich Hunger habe, bin ich traurig und wenn ich traurig bin, dann vermisse ich dich schon. Papa hat gesagt, ich soll dir heute etwas erzählen, das ich erlebt habe. Ich hab zwar gar keine Lust, aber Papa hat gesagt, es gibt sonst kein Abendessen. Das wär mir zwar egal, aber er hat auch noch gesagt, dass du sonst traurig wirst, wenn ich dir zu wenig schreibe. Ich will nicht, dass du traurig bist, deshalb erzähle ich dir, was passiert ist.

Heute nachmittag war ich beim Hausaufgaben machen beim Fritz. Wie ich dann nach Hause gegangen bin, ist da ein Gullideckel offen gewesen. Ich hab reingeschaut und da waren Stufen zum runterklettern. Das war ganz schwer zum Festhalten und beinah wäre ich runtergefallen, aber wie ich mich dann mit den Händen festhalten konnte, war es ganz einfach. Im Untergrund war es ganz nass, aber ich hab ja meine Gummistiefel angehabt. Und es hat viel gestunken und da hab ich an deine Plätzchen denken müssen, wo du früher immer gemacht hast. Du weißt schon, die, wo so stark nach dem Vanilleextrakt gerochen haben, das du immer in den kleinen Tüten gehabt hast. Wie ich ein bisschen gegangen bin, ist mir ein grünes Vieh entgegengekommen und hat gesagt, dass es ein Chamäleon ist. Ich hab nicht gewusst, wie man das Wort schreibt und ich hab es aus meinem Tierbuch abgeschrieben! Ich hab mich gewundert, dass es sprechen kann, aber es hat dann gesagt, dass das da unten ganz normal ist. Dann hat es freundlich mit dem Schwanz gewedelt und ich hab gelacht. Es hat gesagt, dass ich mitkommen soll, weil da eine Bänd oder sowas spielt. Ich hab gedacht, das wird lustig und bin hinterher. Wo wir eine Zeit lang gegangen sind, hab ich die Musik dann gehört und es hat geklungen wie die Baritongitarre von Celia, wenn sie mal drauf spielt. Es war grässlich und laut und wo wir dann dort waren, hat da ein Frosch auf der Gitarre gesessen und hat gezupft wie ein Wilder. Und da war eine große Musik-Anlage aufgebaut, wie sie Celia immer in ihren Heftchen anschaut und dann so laut jammert, dass sie da nie das richtige Lebensgefühl kriegen kann, wenn sie keine Anlage bekommt. Aber ich wünsch mir, dass Celia die Anlage nicht kriegt, weil es sonst genauso kracht und pfeift wie bei dem Frosch. Das Chamäleon hat sich die Ohren auch zugehalten und wir sind ganz schnell weiter gegangen. Da bin ich müde geworden und das Chamäleon hat gesagt, dass ich mich hinsetzen soll und ausruhen. Da bin ich eingeschlafen und die Lehrerin hat mich geweckt und gesagt, dass ich lieber zu Hause schlafen soll und nicht im Unterricht. Ich war auf einmal wieder im Klassenzimmer, dabei habe ich doch schon lang frei gehabt. Wie der Unterricht aus war, bin ich schnell nach Haus gelaufen, wo Papa gesagt hat, dass meine Hausaufgaben noch nicht gemacht sind. Ich war aber beim Fritz gewesen, aber im Heft ist gar nichts dringestanden. Ich hab dann alles noch mal machen müssen. Der Fritz hat mich am Handy angerufen und gefragt, warum ich nicht gekommen bin. Er hat Mathe nicht kapiert.

Liebe Mama, ich hör jetzt auf. Ich hoffe, dass ich genug hingeschrieben habe, das wo dich freut, damit du nicht mehr traurig sein musst. Ich hab heute wieder einen Tag auf dem Kalender durchgestrichen und nachgezählt, wie weit es noch zu dem Tag ist, wo Papa ein Kreuz hingemacht hat, damit ich weiß, wann du wieder heim kommst. Es ist noch so lang. Ist es schlimm in dem Gefängnis?

Ich hab dich lieb.
Dein Sohn Markus


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Beitrag #4 |

RE: 5 Wörter Teil 17
Im Untergrund

Die Welt hatte aufgehört sich für uns zu drehen. Wir saßen im „Untergrund“ dem angesagtesten Lokal der Stadt. Zusammen. Und doch getrennt. Du warst da und doch irgendwie nicht. Für dich war es nur eine Art von Lebensgefühl, mit mir zusammen zu sein. Mit mir an diesem Ort zu sein. Aber für mich bedeutete es mehr. Alles.
Aus weiter Ferne drang die Musik der Band zu mir durch. Ich hörte sie kaum. Die Geräusche vereinzelten sich in meinen Ohren. Das Schlagzeug. Die Stimme des Sängers. Die Baritongitarre. Wahrscheinlich hast du sie nicht gehört. Nicht die Musik. Mich nicht. Ich habe dich angesehen und musste an ein Chamäleon denken. Du wolltest genauso unsichtbar sein. Den anderen nicht auffallen, von mir nicht gesehen werden. Doch es war zu spät, ich hatte dich entdeckt und beschlossen dich nicht mehr aus den Augen zu lassen. Noch während ich dem Gedanken an das Chamäleon nachhing, schlich sich der Geruch von Vanille in meine Nase. Dein Lieblingsduft. Als ob er dich aus deinen Tagträumen gerissen hätte, sahst du mich plötzlich an und dein Blick bannte mich, wie unsichtbare Fesseln. Noch bevor ich wusste, was geschah, lag ich plötzlich in deinem Arm und deine Worte waren wie Vanilleextrakt in meine Ohren, in mein Herz geflossen: „Ich liebe dich.“

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #5 |

RE: 5 Wörter Teil 17
Untergrund - Lebensgefühl - Vanilleextrakt - Baritongitarre – Chamäleon

Wie kommst du nur auf solche Wörter, Trin? Icon_confused

Okay, wie immer erst mal die Ein-Satz-Variante zum Aufwärmen:

Das einzig wahre Untergrund-Lebensgefühl erreicht man nur durch das einatmen von Chamäleon-Vanilleextrakt - begleitet von dem dunklen Sound einer Baritongitarre.


Faltenfrei

Händereibend trat die abgetakelte Chamäleondame Rosmarie den Heimweg an. Heute war ihr Glückstag! Sie hatte endlich den Jungbrunnen gefunden! Nie wieder würde sie sich erschrecken, wenn sie in den Spiegel sah. Als erstes würde sie sich einen blutjungen Lover suchen! Oder am besten gleich zwei.
Nie wieder Männer mit Viagra! Nie wieder Männer mit ...
„Hallo Rosmarie“, wurde sie von einer Stimme aus ihren Gedanken gerissen. Es war ihre alte Freundin Karla. Die hätte einen Jungbrunnen auch bitter nötig. Aber Rosmarie hatte nicht die Absicht, ihr etwas davon zu erzählen, geschweige denn ihr Wundermittel zu teilen. Niemals! Sie würde das Geheimnis der ewigen Jugend für sich behalten und war schon ganz gespannt auf die neidischen Blicke von ihren Freundinnen beim nächsten Kaffeeklatsch.
„Hallo“, sagte Rosmarie heimtückisch grinsend. „Dich habe ich ja eine ganze Weile nicht gesehen.“
„Hör bloß auf“, meinte Karla bedrückt. „Ich musste mich erst mal von dem Schock erholen.“
„Welchen Schock?“
„Stell dir vor, ich bin doch tatsächlich so einem Betrüger auf den Leim gegangen. Meine ganzen Ersparnisse sind futsch.“
Tja, dachte Rosmarie schadenfreudig, das kommt davon, wenn man sein Geld in die falschen Dinge investiert.
„Was ist denn passiert?“
„Ach, ich hatte mir vor ein paar Tagen auf der Straße eine Creme von einem gewissen Doktor Untergrund aufschwatzen lassen. Er meinte, sie sei Einzigartig und er hätte nur noch eine Dose davon. Er versprach mir, dass ihr spezieller Wirkstoff aus einer seltenen Paprika-Vanilleextrakt-Mischung alle meine Falten wegzaubern würde. Ich musste sie natürlich haben und ihm dafür dreitausend Euro bezahlt. Man, wie blöd ich war. Als ob Vanilleextrakt ein Mittel gegen Falten wäre.“
„Hilft die etwa nicht?“, fragte Rosmarie mit aufgerissenen Augen und hatte das Gefühl, gleich in Ohnmacht zu fallen.
„Sieh mich doch an. Es ist sogar noch schlimmer geworden. Meine Haut sieht aus, als ob mich jemand mit einer Baritongitarre malträtiert hätte. Von wegen „neues Lebensgefühl“! Pah! Ich habe eher das Bedürfnis, mit einem Mülleimer auf dem Kopf herumzulaufen.“
„Ich ... ich ... muss jetzt los“, stotterte Rosmarie.
„Warte doch ...“, hörte sie Karla noch hinterherrufen. Doch Rosmarie wollte nicht warten.
An der nächsten Straßenecke nahm sie den Cremetopf aus ihrer Handtasche, den sie soeben vor der U-Bahn-Station von einem Doktor Untergrund abgekauft hatte und für den sie ein Vermögen ausgegeben hatte. Wütend warf sie ihn in den Papierkorb und steuerte mit Tränen in den Augen die nächste Apotheke an, um von ihrem letzten Geld schon einmal vorsorglich eine Packung Viagra zu kaufen.

Schluss mit lustig

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Beitrag #6 |

RE: 5 Wörter Teil 17
(31-12-2010, 12:30)Lilith 13 schrieb: Wie kommst du nur auf solche Wörter, Trin? Icon_confused

Ist das positiv oder negativ gemeint? Icon_ugly
Aber zurückgeben kann ich ein entzücktes: Wie kommst du nur immer darauf, aus solchen Wörtern kleine Meisterwerke zu zaubern? Pro

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

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Beitrag #7 |

RE: 5 Wörter Teil 17
Zitat:Ist das positiv oder negativ gemeint?

Oh, ich wollte nicht meckern. Es hat mich nur ein wenig nachdenklich gestimmt, wie dir solche Wörter einfallen können. Mrgreen Ungewöhnliche Auswahl - aber interessant.

Zitat:Aber zurückgeben kann ich ein entzücktes: Wie kommst du nur immer darauf, aus solchen Wörtern kleine Meisterwerke zu zaubern?


Danke. Keine Ahnung. Smiley_emoticons_blush

Schluss mit lustig

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Beitrag #8 |

RE: 5 Wörter Teil 17
Es soll ja nicht zu einfach sein Mrgreen

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

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Beitrag #9 |

RE: 5 Wörter Teil 17
*Trin anstups*

Löst du auf?

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Beitrag #10 |

RE: 5 Wörter Teil 17
So, Auflösung hat auf sich warten lassen und dafür entschuldige ich mich, aber nun!

Adsartha hat eine Momentaufnahme mit sentimentalen Charakter geschrieben, die mir sehr gefallen hat.
Porter schrieb einen Brief an die Mutter des Erzählers in das Gefängnis, was ich sehr rührend fand.
Lady fing einen Moment der Liebe ein, in einer sehr atmosphärischen Aufnahme.
Lilith baute eine humorvolle Geschichte um Chamälions und Wundermittel.

Alle Geschichten haben die Wörter sehr gut verbaut, muss ich echt sagen: Pro
Aber am besten hat mir Ladys Moment gefallenen, der sehr sehr atmosphärisch dicht geschrieben ist und sich einfach wunderschön liest Icon_smile

*pokal überreich*

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

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