Es ist: 29-03-2020, 01:25
Es ist: 29-03-2020, 01:25 Hallo, Gast! (Registrieren)

Aktuell befinden wir uns im Umbau. Sollte also etwas seltsam aussehen, sind wir gerade bei der Arbeit und strukturieren die Foren neu :)

Mondflut
Beitrag #1 |

Mondflut


Milchglaslichtung
Gräser lohen abstrakt
betäubt
weicht Humusfarn das Hügelland
und säumt
trunken seine Schenkel

zinnernes Gesprenkel
dumpf grinst Himmel bäuchlings
durch Gabelschatten
der Fichten

so richten
Gräser lohend sich auf
betaut
in Nebelscham gewandet
und entlaubt
seufzt das Antlitz
fortgeschwemmter Zeit.




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Beitrag #2 |

RE: Mondflut
Hab lange nichts mehr von mir hören lassen, lass wohl aber deine Gedichte nicht aus den Augen und schon mal gar nicht aus dem Sinn ;-)

Vorab, warum hast du dieses Gedichtlein nicht in der Natursparte sondern unter "Sonstiges" gepostet?

Deine Worte beschreiben auf die übliche, eigenwillige poLet-Art einen Moment von Zeit im Fluss.

Mondflut

Milchglaslichtung (tolles Triple-Kompositum, wodurch gleich ein Bild im Kopf entsteht)
Gräser lohen abstrakt (da ist das "lohen" wieder in einem unfeurigen Kontext, erweckt aber ein Bild von Bewegung, Geräusch und Unordnung, letzteres wird unterstützt durch das Adjektiv "abstrakt")
betäubt
weicht Humusfarn das Hügelland (Humusfarn als Neologismus gefällt mir)
und säumt
trunken seine Schenkel (das "seine" ließ lich stolpern, alldieweil mir nicht so recht klar war, ob es sich auf den Farn oder das Hügelland bezieht. Es wird wohl das Hügelland sein, das der Farn säumt, trunken, weil überflutet. "Schenkel" als Beschreibung des Hügelflanken gefällt mir in seiner Menschlichmachung, als säße er da, der Hügel.)

zinnernes Gesprenkel (hier stolper ich, da ich mit "Gesprenkel" eher die Sternenflut assoziiere, als den Himmel, zinnern, selbst)
dumpf grinst Himmel bäuchlings (bäuchlings gefällt, da es dem Himmel eine Schwere verleiht)
durch Gabelschatten
der Fichten

so richten
Gräser lohend sich auf (die Wiederaufnahme des "lohen(d)" mag mir nicht so recht gefallen. Hätte mir hier, wenn ich auch die Rückführung , den Zirkel hier durchaus nachvollziehen kann, ein anderes, unverbrauchteres Bild gewünscht.)
betaut
in Nebelscham gewandet (tolles Wort "Nebelscham")
und entlaubt
seufzt das Antlitz
fortgeschwemmter Zeit.

Es entstehen Bilder von Naturgewalten, von der menschlichen und kreatürlich-natürlichen Demut denselben gegenüber, der Unbeirrtheit von Zeit und deren Spiel mit der Welt.
Wir als Betrachter seufzen nur und staunen.

Gern gelesen, poLet,

the punk


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Beitrag #3 |

RE: Mondflut
Heyyeah Lady Punk!
(Ehrlich, laaange nix mehr von Dir hören lassen! Hoffe Dir ists wohl
und Du hast ein cooles 2011 vor Dir!!!)
*räusper* Icon_wink

Zitat:Vorab, warum hast du dieses Gedichtlein nicht in der Natursparte sondern unter "Sonstiges" gepostet?
Nun ja, a) bin ich hier unterbesetzt, und b) heißt es ja nicht 'Landschaft x'.
(*spässle*)

Zitat:...übliche, eigenwillige poLet-Art...
...schmeichlerin...Smiley_emoticons_blush

Zitat:trunken seine Schenkel (das "seine" ließ lich stolpern, alldieweil mir nicht so recht klar war, ob es sich auf den Farn oder das Hügelland bezieht. Es wird wohl das Hügelland sein, das der Farn säumt, trunken, weil überflutet.
- yeah. Ich wüsste nicht, wie ichs besser machen könnte; 'dessen'
gefällt mir überhaupt nicht an dieser stelle.

Zitat:zinnernes Gesprenkel (hier stolper ich, da ich mit "Gesprenkel" eher die Sternenflut assoziiere, als den Himmel, zinnern, selbst)
- pardon? Es ist die "Sternenflut" gemeint...gut, ansonsten ist sie meist gülden, aber 'üblicherweise ist meine art recht eigenwillig'. Mrgreen
Der himmel bekommt seinen vers erst direkt danach.

Zitat:Gräser lohend sich auf (die Wiederaufnahme des "lohen(d)" mag mir nicht so recht gefallen. Hätte mir hier, wenn ich auch die Rückführung , den Zirkel hier durchaus nachvollziehen kann, ein anderes, unverbrauchteres Bild gewünscht.)
- wenn schon, dann das ganze "Gräser lohen(d)"...aber, naja, ich persönlich meine, eben dadurch, dass beides wiederholt wird, ist es ok.

Herzlichen dank für Deinen wohlwollenden kommentar, gerade auch meinen
'schöpfungen' gegenüber.
Freut mich, dass es Dir gefallen hat.
Grüße über eine menge teiche,
poLet



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Beitrag #4 |

RE: Mondflut
ein "dessen" würde ähnlich verwirrend sein, wenn auch weniger als das "seine"

deine Version:
und säumt
trunken seine Schenkel

Wäre das eine Alternative?
säumt
trunken ihm die Schenkel

(das "und" wegzulassen, böte sich um des Leseflusses willen hier an)

photopunk (Lady Punk, pfffff, wonach klingt denn das? Nach ladybug oder tights, long hair and e-guitar? Ne Lady bin ich keinesfalls, eher ein fallen angel)


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Beitrag #5 |

RE: Mondflut
@photopunk:

Zitat:deine Version:
und säumt
trunken seine Schenkel

Wäre das eine Alternative?
säumt
trunken ihm die Schenkel

(das "und" wegzulassen, böte sich um des Leseflusses willen hier an)
...werde über Deine variante nachdenken, frage mich aber, ob an dieser stelle
wirklich etwas zu verändern ist...?! -
Hm? So wie ich es lese, ist nach dem "betäubt" das "und säumt"
mehr unterstützung vom lesefluss als behinderung.

Grüße,
poLet


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