Es ist: 19-02-2020, 01:22
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Umfrage: Was wählst du? (Erst lesen, dann abstimmen)
Du wartest ein paar Tage und lässt noch mal prüfen, ob Otto die Konzession wirklich nicht besitzt.
Du gehst das Risiko ein und zerstörst die Brücke sofort
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München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 1)
Beitrag #1 |

München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 1)
Teil 1
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Teil 2
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Teil 3.1 | Teil 3.2

„Ich werde eine Brücke bauen.“
Die Adleraugen, deren stechender Blick unter buschigen Augenbrauen hervorsah, musterten jeden der Berater aufmerksam, bemerkten jede Geste, jeden unwilligen Blick. Niemand sagte etwas.
Heinrich XII., Herzog von Bayern, warf noch einmal einen Blick in die Runde.
„Eine Brücke über die Isar. Mit der Salzstraße werde ich viel Geld durch die Zolleinnahmen einnehmen.“
Das Gesicht seiner fünf Berater zeigte weiterhin keine Regung, während sie offensichtlich über das Vorhaben Heinrichs nachdachten, denn genau das war es: Kein Vorschlag, keine Überlegung, einfach ein Vorhaben. Genau das, was sie von ihm zu erwarten hatten. Wie der Beiname „der Löwe“ schon verriet, war er kein Zögerling, keiner, der lang nachdachte, jemand, der alles, was er wollte, durchsetzte. Wenn er etwas wollte, dann wurde das auch gemacht.
Eine Brücke für die Salzstraße war da ein weniger außergewöhnlicher Einfall; schließlich wurde das Salz nicht umsonst als weißes Gold bezeichnet.
Nach einer kurzen Zeit des Schweigens setzte ein Mann zu sprechen an, dessen Augen von langer Erfahrung kündeten, obwohl er erst in einem Alter von dreißig oder vierzig Jahren zu sein schien. „Aber wie wollt Ihr die Salzstraße umlegen?“, fragte er. „Sie verläuft über die Brücke der Bischöfe von Freising, und das schon seit langer Zeit. Einfach umlegen könnt Ihr sie nicht, seid versichert, dass Otto da Einspruch erheben wird.“
„Natürlich ist die Möglichkeit da, eine alternative Route zu bauen“, fügte ein weiterer, beinahe dürrer Mann mit buschigen Augenbrauen hinzu, der trotz seiner langen Erfahrung stotterte, was ihn unsicher wirken ließ. „Wohin wollt Ihr die Brücke bauen? Ist der Platz weit entfernt, so weiß ich nicht, ob es sich lohnt, das Gold zu investieren. Ist sie zu nah an Ottos Brücke, werden sich die Händler für den altbewährten Weg entscheiden. Und wenn Ihr den Zoll senkt, um die Händler herzulocken, werdet Ihr irgendwann nicht einmal die Instandkosten für die Brücke verdienen und sie aufgeben müssen.“
Heinrich sah ein weiteres Mal in die Runde. Jeder seiner Berater stimmte dem Gesagten zu, einige mit Worten, andere lediglich mit ihrem Gesichtsausdruck, was jedoch gar nicht so einfach war: die Kirchturmuhr schlug gerade zwei Uhr und da das Fenster des Raums im Rücken Heinrichs gebaut war, wo die Sonne direkt hineinschien, mussten die Berater die Augen zusammenkneifen, wenn sie ihren Herrn ansahen. „Ich nehme an, Otto wird seine Kontrolle über die Salzstraße nicht freiwillig abgeben.“ Wieder schweifte der Blick in die Runde, bis die Männer durch ein Nicken zeigten, dass sie derselben Meinung waren.
„Und solange er die Brücke hat, wird das auch so bleiben.“
Einer seiner Berater fuhr auf, ein dicker Mann, dessen Alter man nur schwer einschätzen konnte, als er das hörte.
„Ihr meint, dass...“, fing er an und vor Aufregung schienen die roten Äderchen auf seiner Nase, die vom langen und häufigen Trinken zeugten, zu pulsieren. Dann jedoch fing er den eisigen Blick Heinrichs auf und brach ab. „Verzeiht, mein Herr!“, entschuldigte der Mann namens Cuno sich unterwürfig und senkte den Blick, was zudem den Vorteil hatte, dass er nicht mehr geblendet wurde.
Zufrieden bedeutete der Welfe ihm, weiterzureden. „Ihr wollt die Brücke des Bischofs von Feringa zerstören?“, fragte Cuno daraufhin, bemüht darum, sich unter Kontrolle zu halten. Er schien stark zu schwitzen, aber das konnte auch an der außerordentlichen Leibesfülle und dem heißen Tag liegen.
Die anderen Berater behielten indes weiterhin die Fassung, denn es war riskant, den cholerischen Heinrich mit zweifelnden Mienen zu provozieren. Dennoch flackerten ihre Blicke nervös hin und her.
„Haltet Ihr diese Idee etwa für eine schlechte?“, fragte Heinrich, dessen Stimme sich bereits verdächtig nach unterdrücktem Zorn anhörte. Eine sehr kühler, abschätzender Ton zeugte, wie die Berater aus Erfahrung wussten, von einem möglichen, baldigen Wutausbruch.
„Nein, nein, es ist nur eine ziemlich riskante Idee“, sagte Cuno in einem Versuch der Beschwichtigung.
„Und bin ich dafür bekannt, ein Feigling zu sein?“, fragte er spöttisch. Eine Antwort erwartete er gar nicht, denn sein Ruf war ihm durchaus bekannt.
„Dennoch, mein Herr“, setzte einer der Berater, der Älteste, der bereits ergraut war, an. „Selbst Ihr, der Ihr ja immer gewusst habt, wo Eure Grenzen liegen und wie viel Ihr für Euch rausholen könnt, selbst Ihr solltet vielleicht noch einmal überdenken, ob Ihr diesen Schritt wagt.“ Als Heinrich etwas einwenden wollte, redete er schnell weiter: „Bitte, lasst mich ausreden. Verzeiht, aber ich bin noch nicht fertig“, entschuldigte er sich . „Wie gesagt, ein solcher Schritt könnte unter Umständen große Schwierigkeiten beinhalten. Aber dies dürftet Ihr leicht umgehen können. Ich denke, Euch ist bewusst, dass Ihr Ottos Brücke auf keinen Fall offen vernichten könnt. Dazu hat Otto zu viel Macht, vor allem über das einfache Volk. Wenn Ihr ohne Berechtigung einem Diener Gottes Schaden zufügt, dann hat sieht das Volk in Euch einen Gegner. Und wenn nicht, dann wird Rahewin dafür sorgen.“
Heinrich zog die Augenbrauen hoch.
„Rahewin?“, fragte er.
„Der neue Gehilfe Ottos“, antwortete der Mann, der Markwart genannt wurde. „Einer, der den Bischof verehrt, der aber gleichzeitig seine Macht zu nutzen weiß. Ihm ist klar, dass Otto zu gutmütig ist, um einzusehen, dass so etwas von großer Wichtigkeit ist. Also tut er dies oft ohne das Wissen Ottos. Er würde das Volk in jedem Fall gegen Euch aufhetzen.“
„Ohnehin ist mir klar, dass es zu weit gehen würde, die Brücke unverhohlen niederzubrennen. Daher werde ich es wie einen tragischen Unfall aussehen lassen, sodass es nicht auf mich zurückzuverfolgen ist. Etwa mit einem Bewohner von Freising, möglichst mit Zugang zu der Brücke, oder dem Zöllner. Geld spricht die größten Worte.“
„Das war auch meine erste Idee“, erwiderte der Berater. „Allerdings ist die Gefahr zu groß. Sollte der Zöllner zum Beispiel doch nicht ganz so bestechlich sein, wie Ihr meint, dann sind wir aufgeflogen. Und selbst wenn alles glatt geht, so geht der erste Verdacht doch auf Euch, mein Herzog, als Erbauer einer konkurrierenden Brücke.“
„Aber wie sollen wir es dann machen?“, fragte Heinrich. „Wenn wir Ottos Brücke offen vernichten würden, würde weder das Volk das zulassen noch Friedrich, dies habt Ihr selbst gesagt.“
„Da habt ihr Recht“, sagte der Mann. „Jedoch habe ich mich an etwas erinnert, das mir aufgefallen ist, noch bevor Ihr mich zu Euch geholt habt, mein Herr. Damals, vor etwa zwanzig Jahren, stand ich in Diensten Konrads III. Als Otto damals zum Nachfolger von Heinrich I. als Bischof von Freising geweiht wurde, war ich dafür zuständig, dass dies rechtsmäßig ablief. Im Rahmen dieser Aufgabe sah ich alle Dokumente durch, die gehörig zu den Bischöfen von Freising und ihrer Brücke waren. Dabei fiel mir etwas auf. Ich konnte keine reichsrechtliche Konzession für Markt, Münze und Zoll finden.“
Die Berater tauschten einen aufgeregten Blick. Sie alle wussten genau, was das zu bedeuten hatte.
„Das heißt?“, fragte Heinrich, der sich nicht davon anstecken ließ. War er auch sonst leicht zu reizen, dass seine Berater sich besser auskannten als er, kümmerte ihn nicht. Sie hatten das Wissen, er die Macht. Zumindest an Letzterem würde sich nie etwas ändern.
„Ich bin nicht sicher, aber falls das so wäre, dann könntet Ihr vermutlich die Brücke und den Markt Ottos angreifen, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen werden zu können. Ein weiterer Vorteil ist, dass Kaiser Friedrich nur schwerlich ohne Euer Heer auskommt.“
„Tjaja, mein lieber Cousin.“, sagte Heinrich besonnen lächelnd offensichtlich zu sich selbst. Dann erst ging er auf die Idee seines Beraters, der Markwart hieß, ein. „Das ist eine gute Idee“, meinte der Welfe. „Aber warum habt Ihr, als Ihr dies entdeckt habt, das nicht Otto oder zumindest Konrad gemeldet?“
„Sich in die Angelegenheiten mächtiger Leute einzumischen ist gefährlich für jemanden wie mich, der nicht weiß wie Ihr, wie viel er wagen kann, ohne bestraft zu werden.“
Heinrich zischte bloß abfällig durch die Zähne.
„Dennoch“, meinte der Welfe schließlich. „Nun gereicht es sich als Vorteil. So seid Ihr ein guter, wenn auch ein feiger Berater.
„Ich gebe mein Bestes, Herr“, erwiderte Markwart und schlug die Augen nieder. Auf den zweiten Teil des Satzes ging er gar nicht ein.
Nun erhob der jüngste Berater, Adelman, seine Stimme. Er hatte sich die langen braunen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden und seine grünen Augen hatten etwas stechendes an sich, für viele Leute etwas unangenehmes, da man das Gefühl hatte, die Augen würden einen durchleuchten, einen schutzlos machen.
„Ich hielte es für keine gute Idee, mein Herzog, sofort die Brücke von Otto anzugreifen. Schließlich wäre es durchaus möglich, dass Selbiger die Konzession besäße, allerdings keine Kopie am kaiserlichen Hof bei Friedrich vorliegt.“ Cuno wollte ihn unterbrechen, doch Adelman redete schnell weiter. „Oder Otto hat sich die Konzession geholt, nachdem Ihr, Markwart, der Ihr durchaus beachtliche Arbeit geleistet habt, diese Lücke entdeckt habt. Solltet Ihr, mein Herzog, nun Otto angreifen und dieser könnte die Konzession vorweisen, so würde die Strafe eine hohe werden. Mir ist natürlich bewusst, dass ihr Keiner seid, der es vorzieht, vorsichtig zu handeln. Doch in diesem Falle wäre das riskant oder gar leichtsinnig, denn auch Eure Armee wird Euch nicht helfen können, wenn Ihr ohne irgendein Recht Ottos Brücke zerstört habt. Und außerdem müsst Ihr Euch davor die Konzession holen, sodass Ihr sicher sein könnt, dass Friedrich sie Euch auch gibt.“
Bevor Heinrich sich ein Bild machen konnte, sprach sich jedoch der ältere Berater dagegen aus:
„Sicherlich werden wir ein Risiko eingehen. Doch dies ist unvermeidlich. Denn je länger wir noch warten, desto wahrscheinlicher ist es, dass unser Plan zu Otto durchsickert. Uns die Konzession bei Barbarossa davor abzuholen, kommt auf keinen Fall in Frage. Als Neffe von Otto dürfte Friedrich sich durchaus für die Angelegenheit interessieren und verstehen wollen, warum Ihr eine Brücke in einer so aussichtslosen Position baut. Wenn Ihr ihm dies daraufhin erklärt, wird der Kaiser seinen Onkel natürlich benachrichtigen.“
„Und dann würde Otto natürlich bei uns nachfragen. Wenn Ihr darauf immer noch die Brücke angreift, werdet Ihr in große Schwierigkeiten kommen“, ergänzte Cuno. „Schließlich nähme Euch das sehr viel von Eurer Argumentation, dass Ihr Ottos Brücke nur deshalb zerstört habt, um dem Unrecht Einhalt zu gebieten.“
„Nicht viel genug“, widersprach Adelman daraufhin. „Nicht viel genug. Eure Vorteile sind weiterhin groß genug, dass Friedrich Euch nicht verurteilen wird: Ihr müsst bedenken, dass auch Eure Armee eine Rolle spielen wird.“
Wieder setzte Markwart zu einer Entgegnung an, aber Heinrich unterbrach sie mit einer Handbewegung. Er hatte genug gehört, nun musste er sich entscheiden und genau das tun, was seine große Stärke war: Einschätzen, wie weit er ohne weitreichende Folgen gehen konnte.

Nun bist du Heinrich. Willst du auf Nummer sicher gehen und noch einmal prüfen lassen, ob Otto von Feringa die Konzession wirklich nicht besitzt oder die Brücke sofort zerstören (bitte an der Umfrage teilnehmen Icon_wink )?

So, die Überarbeitung ist jetzt ein wenig länger geworden und der strategische Teil auch etwas größer. Ich hoffe, ihr konntet alles nachvollziehen, denn so stelle ich mir das aufgrund meiner Recherchen vor. Zum Stilistischen kann ich noch sagen, dass ich leider nur sehr wenig Erfahrung im Genre Historik habe, weshalb es sprachlich noch etwas holpern könnte. Aber...Übung macht den Meister. Icon_smile Ok, über Feedback würde ich mich freuen und natürlich auch über eine Teilnahme an der Umfrage Icon_wink .

PS: Die...ja, Geschichte, von der diese die Verbesserung ist, habe ich jetzt rausgenommen, da das vielleicht zu sehr ablenkt und man annehmen könnte, dass das hier die Fortsetzung ist.

EDIT: @löschen der ursprünglichen Geschichte:
Wie auch weiter unten geschrieben, tut es mir wahnsinnig leid, dass ich vergessen habe, dass ich mit dem Vernichten des Threads auch die Arbeit der Kommentatoren Adsartha und Swaraj vernichte. Ihr habt mir sehr weitergeholfen! Hoffentlich vergebt ihr mir.

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #2 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Überarbeitung)
Hi rex noctis

Hab mir jetzt auch mal ne Geschichte von dir angesehen Icon_wink
Verstehe ich das Nachwort am Ende Richtig? Recherchen? Das heißt das ist wirklich alles passier? Gut, eigentlich könnte ich ja auch selbst mal bei Wikipedia nach sehen aber na ja. Worauf ich hinaus will, wenn das alles wirklich passiert ist wozu die Umfrage? Wird das möglicherweiße eine Paralell Geschichte im Sinne von: was wäre wenn... ?
In jedem Fall würde mich interesieren wie es weiter geht.
Die Geschichte an sich hat gut rüber gebracht das Heinrich nicht nur das sagen hat, sonderen seine Berater ihm zum größten Teil recht hörig sind und nach dem Mund reden. Ein bischen mehr action hätte der Handlung vielleicht gut getan, aber was will man von einem gesprächsrunde unter Herrscher und Beratern erwarten, hoffentlich dann aber im nächsten Teil.

Eine Sache die mich gestört hat:
Zitat:„Daher habe ich mir überlegt, dass das so machen könnten, dass es wie ein Unfall aussieht und nicht auf uns zurückzuverfolgen ist
Da fehlt ein ''wir''
Was die Umfrage angeht: ich bin natürlich für sofort angreifen und alles kaput machen. Icon_aufsmaul

LG Felix

Schaut doch mal auf meiner Website vorbei: http://felixhaenisch.wix.com/felix-haenisch

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Beitrag #3 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Überarbeitung)
Hi Felix91,
danke für's Anschauen Icon_smile
Tatsächlich, so in etwa wird vermutet, dass die Gründung von München abgelaufen ist, aber es gibt ja noch viele Dinge, die ungeklärt sind. Dein Einwand ist tatsächlich berechtigt, aber ich glaube auch kaum, dass sich jeder jetzt denkt "Haha, ich schaue auf Wikipedia nach, dann habe ich die richtige Lösung. Und selbst wenn: Viele Dinge stehen dann auch nich auf Wikipedia, wie ja schon gesagt. Also, vielen Dank fürs Anschauen und Abstimmen, die Action muss ich dann später noch irgendwie einbauen Icon_wink.
Gruß
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #4 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Überarbeitung)
Hallo Rex!

Kein Kommentar? *Tzztzz* - Dann will ich das mal ändern Icon_wink

Ich glaube, wir sind uns noch unter keiner deiner Geschichten begegnet, aber du kennst das ja: Kritik richtet sich immer nur gegen die Geschichte, nie gegen deine Person. Ich bin bei meiner Kritik ehrlich und deutlich, weil ich glaube, dass du nur so etwas davon hast. Das führt dazu, dass ich mir hier mittlerweile einen Ruf als recht scharfer Kritiker eingefangen habe - nicht abschrecken lassen!
Am Anfang kommentiere ich immer direkt am Text, am Ende kommt ein Fazit.

Jetzt aber ran Icon_smile

Zitat:„Ich werde eine Brücke bauen.“ Die Adleraugen, deren stechender Blick unter buschigen Augenbrauen hervorsah, musterten jeden seiner Berater aufmerksam, bemerkten jede Geste, jeden unwilligen Blick. Niemand sagte etwas.
Der Einstieg ist gut gelungen. Der Leser landet mitten im Geschehen, mit einem markigen Satz, mit einer Detailbeschreibung - gut so.
Aber: Die Form. Du solltest nach der wörtlichen Rede einen Absatz einfügen. Der Fließtext erschlägt die Rede.
Noch ein Aber: Bei "seiner" hast du einen Bezugsfehler. Es ist zwar klar, auf wen es sich bezieht, dennoch: Wir kennen den Sprecher noch nicht. Ich würde lieber "musterten jeden der Berater" schreiben, damit umgingest du das Problem.

Zitat:Nachdem Heinrich XII., Herzog von Bayern und Sachsen, noch einmal einen Blick in die Runde geworfen hatte, meinte er:
Dieser Satz ist umständlich. Ich bin so oder so kein Fan von Doppelpunkten zur Einleitung von direkter Rede, aber hier in der nachdem+Plusquamperfekt+Einschub-Konstruktion ist dieser Satz ein Stolperstein. Außerdem ist "meinen" ein furchtbar schwaches Verb.
Vorschlag:
Heinrich XII., Herzog von Bayern und Sachsen, warf noch einen Blick in die Runde.
"Eine Brücke ..."

Zum Namen noch eins: Heinrich XII. von Bayern und Sachsen ist so nicht ganz richtig, zumindest laut Wikipedia: Richtiger wäre Heinrich XII. von Bayern bzw. Heinrich III. von Sachsen. So oder so käme ich als gebürtigen Braunschweiger (wer ist eigentlich München? Mrgreen ) nie auf die Idee, den guten Heinrich zu beziffern ...

Zitat:Schließlich wird das Salz nicht umsonst auch „das weiße Gold“ genannt.“
Dieser Satz richtet sich offenkundig nur an den Leser. Seinen Beratern wird er diese Redewendung wohl kaum erklären müssen. Ich finde das etwas unstimmig.

Zitat:Die Miene seiner fünf Berater war weiterhin neutral, während sie offensichtlich über das Vorhaben Heinrichs nachdachten, denn genau das war es. Kein Vorschlag, keine Überlegung, einfach ein Vorhaben.
"Weiterhin" würde ich streichen. Noch wissen wir nichts über deren Mienen. "Neutral" finde ich auch nicht soo schön, das könntest du besser ausmalen: "... verrieten nichts von ihrem Ansinnen" oder "... verdeckten (was-auch-immer)", irgendwie so. "Neutral" ist irgendwie nichtssagend, und noch dazu so modern, will irgendwie nicht in die Geschichte passen, finde ich.
Außerdem würde ich den ersten Satz wahrscheinlich mit einem Doppelpunkt enden lassen.
Das "einfach" schließlich setzt einen falschen Aspekt: es ist nicht nur ein Vorschlag, eine Überlegung. Es ist ein Vorhaben!

Zitat:Wie der Beiname „der Löwe“ schon verriet, war er kein Zögerling, Keiner, der lang nachdachte, jemand, der alles, was er wollte, durchsetzte. Wenn er etwas vorhatte, dann wurde das auch gemacht.
Ich würde einen Punkt nach "Zögerling" (alternativ muss das "keiner" klein) und "nachdachte" setzen. Aber das musst du mit deinem Stil ausmachen, ich will dir ja nicht meine Eigentümlichkeiten aufoktroyieren ... Icon_wink

Zitat:Nach längerem Überlegen sagte schließlich einer seiner Berater:
Wieder: Ich mag keine Doppelpunkte für direkte Rede. Vorschlag:
"Nach längerem Überlegen brach einer der Berater das Schweigen. Absatz. Direkte Rede.
Du verwendest übrigens das Wort "Berater" recht inflationär in den ersten Absätzen. Du könntest dem Sprecher einen Namen verpassen, eine kurze Geschichte, ihn kurz darstellen. Das hübschte das "einer der" etwas auf. Oder du suchst ein nettes Synonym. "Rat" fiele mir spontan ein, aber da gibt es sicher noch mehr.

Zitat:„Aber wie wollt Ihr die Salzstraße umlegen? Sie verläuft durch die Brücke des Bischofs von Feringa und das schon seit langer Zeit.“
Ich würde ein Komma nach "Feringa" setzen.

Zitat:Ein weiterer Mann meinte:
...

Zitat:„Ich stimme zu. Solange die Salzstraße durch Feringa verläuft, wird keiner Eure Brücke beachten. Das heißt, Ihr verdient kein Geld durch Zolleinnahmen und das ist, wenn ich Euch richtig verstanden habe, Eure Absicht.“
Hier könntest du dem vorigen Sprecher einen Namen verpassen, muss aber nicht.
Den Salzstraße-durch-Feringa-Satz kannst du aber streichen. Reine Wortwiederholung.
Vorschlag:
"Ich muss XY beipflichten: Nicht allzu viele Reisende werden die Brücke passieren und ihren Zoll entrichten."

Zitat:Für einige Momente blieben die Worte in dem kleinen Raum, der fast vollständig von dem einen Tisch ausgefüllt wurde, an dem Heinrich mit seinen Beratern saß, stehen.
Icon_panik Du solltest die Schachtelsätze hier etwas entrümpeln ...
Worte, die stehenbleiben? Merkwürdig ... Und mein Sprachgefühl drängt hier auf einen "Moment" im Singular.

Zitat:Die Berater behielten weiterhin die Fassung, denn es war riskant, den cholerischen Heinrich mit dem zweifelnden Blick zu provozieren, dennoch flackerten ihre Blicke nervös hin und her.
Ich würde einen Punkt setzen nach "provozieren".
Du doppelst hier "Blicke".

Zitat:„Das, was ihr vorhabt, geht eher in Richtung Leichtsinn.“
"Geht eher in Richtung ..." finde ich nicht sonderlich authentisch.
Außerdem: So kann ein Berater nicht mit seinem aufbrausenden Herrscher sprechen. Eher etwas vorsichtiger, unterwürfiger, auf die eigene Meinung verweisend - vielleicht so: "Mir scheint, mein Herr, ein solches Vorgehen grenzt an Leichtsinn."

Zitat:Wie gesagt, das, was ihr vorhabt, geht eher in Richtung Leichtsinn, aber das muss nichts Schlechtes sein.
Zu meinen Bedenken hinsichtlich dieses Satzes habe ich mich schon geäußert. Aber abgesehen davon solltest du ihn nicht (mehr oder minder) wortgleich wiederholen. Klingt nicht schön.
Etwas "Schlechtes" ist in meinen Augen etwas unbestimmt.
Vorschlag: "Nun, Herr, wie gesagt, ich halte ein solches Vorgehen für leichtsinnig, doch das schließt nicht aus dass es gelingt."

Zitat:Ich denke, Euch ist bewusst, dass Friedrich es nicht zulassen würde, wenn Ihr offen Ottos Brücke vernichtet.“
Otto hatten wir gerade schon, ich nehme an, das war der Bischof. Friedrich, nehme ich an, dürfte wohl der Herr Cousin sein. Das kriege ich mir aber nur so zusammengereimt, weil ich eben Braunschweiger und als solcher ein bisschen mit Heinrich dem Löwen und seiner Geschichte vertraut bin. Die Regel muss für dich aber ein durchschnittlich informierter, geschichtsinteressierter Leser sein. Einer, der vielleicht schon einmal von Heinrich dem Löwen gehört hat, einer, der vielleicht schon einmal von Barbarossa gehört hat (Friedriche gab's ja bekanntlich noch drei, vier mehr ... ). Pass einfach auf, dass du deinen (anrecherchierten oder schon so vorhandenen) Wissensstand nicht beim Leser voraussetzt. Der Leser bekommt nicht gern gezeigt, wie wenig er weiß Icon_wink

Zitat:„Wenn wir Ottos Brücke offen vernichten würden, würde Friedrich das auf keinen Fall zulassen, das habt Ihr vorhin selbst gesagt.“
Hier wiederholst du wieder einen Satz beinahe wortgleich.

Zitat:Damals, vor etwa zwanzig Jahren, arbeitete ich für den damaligen König Konrad III.
"Arbeitete ... für" klingt für mich arg bürgerlich. Vielleicht besser "Diente"? Oder "stand in Diensten (König) Konrads III."? - Aber vor allem: Brauchen wir diese Information überhaupt?

Zitat:Als Otto von Feringa damals zum Nachfolger von Heinrich I. Als Bischof von Feringa ernannt wurde
"zum Bischof von Feringa geweiht wurde"

Zitat:Nachdem ich alle Dokumente, die gehörig zu der Angelegenheit der Bischöfe von Feringa und ihre Brücke bei Feringa, die Euch, mein Herzog, im Weg steht, durchgesehen hatte, hatte ich keine reichsrechtliche Konzession für Markt, Münze und Zoll gefunden.
Lass dir diesen Satz einmal auf der Zunge zergehen. Icon_panik
Klingt zwar authentisch nach einem unterwürfigen Berater, aber bitte: Bei aller Authenzität den Leser nicht vergessen, ja? Ich glaube, du verlierst keine Information, wenn du ihn schlicht sagen lässt:
"In all den Dokumenten fand sich doch keine reichsrechtliche Konzession für Markt, Münze und Zoll."

Zitat:Ein weiterer Vorteil ist, dass König Friedrich Barbarossa nur schwerlich ohne Euer Heer auskommt.“
Eben noch bloß Friedrich, jetzt mit Titel und Beinamen - Friedrich fand ich wenig aussagekräftig, Titel und Beiname ist mir etwas viel. König Friedrich? Nur Barbarossa? Du solltest dich wohl für eine Version entscheiden, zumindest in der wörtlichen Rede. Im Erzähltext kannst du auch einmal die Langfassung nehmen.

Zitat:„Das ist eine gute Idee“, meinte der Welfe. „Aber warum habt ihr, als ihr dies entdeckt habt, das nicht Otto von Freising oder zumindest dem damaligen König Konrad gemeldet?“
Den "damaligen" König mag ich irgendwie immer noch nicht. Und wieder Namen, Namen ... Jetzt führst du (bislang ohne Not) Otto von Freising ein, und das, wo doch schon ein Otto aufgetaucht ist (der gleiche?) ...
Und schließlich: Wenn danach so eine, sagen wir mal bösartig, Binsenweisheit als Antwort kommt - weiß ein Heinrich das dann nicht selbst?

Zitat:„Pfff“
Lautmalerei ... Ich würde es lieber beschreiben. Etwas wie Heinrich zischte bloß abfällig durch die Zähne.

Zitat:„Dennoch“, meinte der Welfe schließlich. „Nun gereicht es sich als Vorteil. So seid ihr ein guter, wenn auch ein feiger Berater.
„Ich gebe mein Bestes, Herr“, erwiderte der Berater und schlug die Augen nieder. Auf den zweiten Teil des Satzes ging er gar nicht ein.
Nun erhob der jüngste Berater seine Stimme.
Wortwiederholungen.
"Euer Dienst ist von großem Wert für mich, wenngleich Ihr ein Feigling seid.", oder so.
"Erwiderte der Alte" - denk' dir etwas aus.

Zitat:Schließlich wäre es durchaus möglich, dass Selbiger die Konzession besäße, allerdings keine Kopie am kaiserlich Hof vorliegt oder sich die Konzession geholt hat, nachdem Ihr, Markwart, der Ihr durchaus beachtliche Arbeit geleistet habt, diese Lücke entdeckt habt.
Icon_panik
Noch so ein Satzungetüm. Bitte bändigen!

Zitat:Solltet Ihr, mein Herzog, nun Otto angreifen und dieser könnte die Konzession vorweisen, so würde die Strafe eine hohe werden. Mir ist natürlich bewusst, dass ihr Keiner seid, der es vorzieht, vorsichtig zu handeln, doch in diesem Falle wäre das riskant oder gar leichtsinnig, denn auch Eure Armee wird Euch nicht helfen können, wenn Ihr ohne irgendein Recht Ottos Brücke zerstört habt.“
"Hohe" groß, "Keiner" klein. Ansonsten: Auch diesen Satz könntest du weniger kompliziert fassen ...

Zitat:Nun bist du Heinrich.
Ich bin kein großer Fan von Mitmach-Geschichten, aber nun - hier im Forum ist das sicher ein Alleinstellungsmerkmal Icon_wink
Hmm. Viel Spaß beim Mordbrennen Icon_wink

So. Durch. Zeit für's Fazit.

Ich habe den Eindruck, du hast fleißig recherchiert. Was du schreibst, ist interessant. Historische Intrigen, cholerische Herrscher - was will man mehr? Viel passiert ist noch nicht, aber das kann ja noch kommen. Pass aber unbedingt auf, dass du den Leser nicht mit all deinem Wissen zuschüttest. Info-Dump macht keinen Spaß.

Sprachlich schien es mir an einigen Stellen noch nicht ganz rund. Pass aber auf, dass du nicht zu viel an einzelnen Stellen herumflickst, die dich nicht vollends überzeugen. Schreib' die entsprechenden Passagen lieber noch einmal neu. Flickschusterei fällt meistens sprachlich aus dem Rahmen. Insbesondere deine verschachtelten Satzungetüme solltest du noch einmal genau unter die Lupe nehmen.

Die Geschichte bestand fast ausschließlich aus wörtlicher Rede. Klar, eine Geschichte ohne wird fad, Dialoge können da beleben. Aber nur Dialog wirkt oft bemüht. Farbe und Stimmung kommen durch die Erzählung. Beschreib' uns doch, wie sich der Respekt - die Angst? - der Berater vor dem Herrscher in ihrer Mimik ausdrückt, wenn das Kerzenlicht flackernd Schatten auf ihr Gesicht wirft ...

Ganz allgemein: Versuche, auf aussagekräftige Verben zu setzen. "Meinte" taugt zum Beispiel in meinen Augen nichts.

Ganz wichtig: Wortwiederholungen vermeiden. Diese Wiederholungen ganzer Sätze waren unschön, und das Wort "Berater" wird mich wahrscheinlich noch ein bisschen verfolgen ... Icon_wink

Viel Erfolg beim Überarbeiten!
Herzliche Grüße,
Lehrling

PS:
Zitat:PS: Die...ja, Geschichte, von der diese die Verbesserung ist, habe ich jetzt rausgenommen, da das vielleicht zu sehr ablenkt und man annehmen könnte, dass das hier die Fortsetzung ist.
Sehr löblich von dir, dass du für Übersichtlichkeit sorgen möchtest. Wenn du aber Geschichten "rausnimmst" (sprich: löschst), dann vernichtest du den ganzen Thread. Und auch die Arbeit, die die anderen in ihre Kommentare gesteckt haben. Ich speichere die Geschichten, wenn ich radikale Änderungen vornehme, immer in verschiedenen Versionen auf meinem Rechner. Die aktuelle Fassung für das Forum editiere ich jeweils in den ursprünglichen Thread. Ohne verlorene Arbeitsstunden.

Zum Lehrling und zur Lehrwerkstatt

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Beitrag #5 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Überarbeitung)
Hallo Federlehrling,
Verzeih mir, dass ich dich habe warten lassen, aber ich war leider auf Orchesterfreizeit Icon_wink .

Zitat:wir sind uns noch unter keiner deiner Geschichten begegnet

gab ja auch noch keine Icon_wink

Erst mal vielen Dank für die Kritik, viele deiner Vorschläge habe ich ohne wenn und aber angenommen, da gab es nämlich gar nichts zu sagen, zu denen werde ich natürlich jetzt auch nichts sagen. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Nachdem Heinrich XII., Herzog von Bayern und Sachsen, noch einmal einen Blick in die Runde geworfen hatte, meinte er:

Dieser Satz ist umständlich. Ich bin so oder so kein Fan von Doppelpunkten zur Einleitung von direkter Rede, aber hier in der nachdem+Plusquamperfekt+Einschub-Konstruktion ist dieser Satz ein Stolperstein. Außerdem ist "meinen" ein furchtbar schwaches Verb.

Muss ich nochmal was anderes überlegen, wie bei einigen anderen Sätzen, die du angestrichen hast.
"meinen" verwende ich sehr oft, ich habe gerade mal gezählt, in meinem Buch kommt das Wort auf 90 Seiten sechzigmal vor... Icon_wink

Zitat:
Zitat:Die Miene seiner fünf Berater war weiterhin neutral, während sie offensichtlich über das Vorhaben Heinrichs nachdachten, denn genau das war es. Kein Vorschlag, keine Überlegung, einfach ein Vorhaben.
"Weiterhin" würde ich streichen. Noch wissen wir nichts über deren Mienen. "Neutral" finde ich auch nicht soo schön, das könntest du besser ausmalen: "... verrieten nichts von ihrem Ansinnen" oder "... verdeckten (was-auch-immer)", irgendwie so. "Neutral" ist irgendwie nichtssagend, und noch dazu so modern, will irgendwie nicht in die Geschichte passen, finde ich.
Außerdem würde ich den ersten Satz wahrscheinlich mit einem Doppelpunkt enden lassen.
Das "einfach" schließlich setzt einen falschen Aspekt: es ist nicht nur ein Vorschlag, eine Überlegung. Es ist ein Vorhaben!

Mit dem "neutral" hast du natürlich recht, im Original habe ich auch unbeteiligt drinnen, ob das besser ist, oder vielleicht: "Das Gesicht seiner fünf Berater zeigte weiterhin keine Regung,..."? Icon_confused
Das mit dem Vorhaben hast du ein bisschen falsch verstanden - glaube ich zumindest. Es ist gar kein Vorschlag oder nur ein Überlegung, es ist nur ein Vorhaben. Aber vielleicht ist das etwas missverständlich...hab´s mir mal angestrichen.

Zitat:
Zitat:Wie der Beiname „der Löwe“ schon verriet, war er kein Zögerling, Keiner, der lang nachdachte, jemand, der alles, was er wollte, durchsetzte. Wenn er etwas vorhatte, dann wurde das auch gemacht.
Ich würde einen Punkt nach "Zögerling" (alternativ muss das "keiner" klein) und "nachdachte" setzen. Aber das musst du mit deinem Stil ausmachen, ich will dir ja nicht meine Eigentümlichkeiten aufoktroyieren ... Icon_wink

Das "Keiner" muss natürlich ein "keiner" sein, aber den Rest lasse ich so Icon_wink

Zitat:
Zitat:Nach längerem Überlegen sagte schließlich einer seiner Berater:
Wieder: Ich mag keine Doppelpunkte für direkte Rede. Vorschlag:
"Nach längerem Überlegen brach einer der Berater das Schweigen. Absatz. Direkte Rede.
Du verwendest übrigens das Wort "Berater" recht inflationär in den ersten Absätzen. Du könntest dem Sprecher einen Namen verpassen, eine kurze Geschichte, ihn kurz darstellen. Das hübschte das "einer der" etwas auf. Oder du suchst ein nettes Synonym. "Rat" fiele mir spontan ein, aber da gibt es sicher noch mehr.

Dann werde ich der Invasion der "Berater" bei Gelegenheit mal ein Ende setzen... Icon_wink

Zitat:
Zitat:Für einige Momente blieben die Worte in dem kleinen Raum, der fast vollständig von dem einen Tisch ausgefüllt wurde, an dem Heinrich mit seinen Beratern saß, stehen.
Icon_panik Du solltest die Schachtelsätze hier etwas entrümpeln ...
Worte, die stehenbleiben? Merkwürdig ... Und mein Sprachgefühl drängt hier auf einen "Moment" im Singular.
Auch die Schachtelsätze werden bald bereuen, in meine Geschichte eingedrungen zu sein Icon_fies Icon_wink
Das mit den Worten, die im Raum stehen bleiben, damit meine ich, dass sie in der Luft hängen...

Zitat:
Zitat:"Ich denke, Euch ist bewusst, dass Friedrich es nicht zulassen würde, wenn Ihr offen Ottos Brücke vernichtet.“

Otto hatten wir gerade schon, ich nehme an, das war der Bischof. Friedrich, nehme ich an, dürfte wohl der Herr Cousin sein. Das kriege ich mir aber nur so zusammengereimt, weil ich eben Braunschweiger und als solcher ein bisschen mit Heinrich dem Löwen und seiner Geschichte vertraut bin. Die Regel muss für dich aber ein durchschnittlich informierter, geschichtsinteressierter Leser sein. Einer, der vielleicht schon einmal von Heinrich dem Löwen gehört hat, einer, der vielleicht schon einmal von Barbarossa gehört hat (Friedriche gab's ja bekanntlich noch drei, vier mehr ... ). Pass einfach auf, dass du deinen (anrecherchierten oder schon so vorhandenen) Wissensstand nicht beim Leser voraussetzt. Der Leser bekommt nicht gern gezeigt, wie wenig er weiß Icon_wink

Das ist eine gute Idee *nach dem peinlich-berührt-lächel-smiley such* Da werde ich wohl noch mal alles durchsehen müssen.

Zitat:
Zitat:Damals, vor etwa zwanzig Jahren, arbeitete ich für den damaligen König Konrad III.
"Arbeitete ... für" klingt für mich arg bürgerlich. Vielleicht besser "Diente"? Oder "stand in Diensten (König) Konrads III."? - Aber vor allem: Brauchen wir diese Information überhaupt?

Schon geändert. Ich finde das irgendwo authentischer, wenn klar wird, warum er dafür zuständig war.

Zitat:
Zitat:„Das ist eine gute Idee“, meinte der Welfe. „Aber warum habt ihr, als ihr dies entdeckt habt, das nicht Otto von Freising oder zumindest dem damaligen König Konrad gemeldet?“
Den "damaligen" König mag ich irgendwie immer noch nicht. Und wieder Namen, Namen ... Jetzt führst du (bislang ohne Not) Otto von Freising ein, und das, wo doch schon ein Otto aufgetaucht ist (der gleiche?) ...
Und schließlich: Wenn danach so eine, sagen wir mal bösartig, Binsenweisheit als Antwort kommt - weiß ein Heinrich das dann nicht selbst?

Ich bin mir nicht wirklich sicher, wie ich Otto/Otto von Freising (ein und dieselbe Person Icon_wink ) nennen soll... Ersteres passt vielleicht, weil die Herrscher sich ja irgendwo kennen und das Zweite auch ziemlich umständlich ist, aber eben auch formeller.
Außerdem: Heinrich muss von Natur aus misstrauisch sein. Jemand wie er vertraut seinen Beratern wohl kaum bedingungslos. Könnte ja sein, dass sie ein falsches Spiel spielen. Und außerdem ist das ja eher nicht der Grund, aus dem Heinrich so etwas verschwiegen hätte, hier ist der Grund ja eher Furcht sich in die Angelegenheiten von mächtigen Personen einzumischen, bei Heinrich wäre es die Hoffnung, mal noch daraus Nutzen ziehen zu können...

Zitat:Pass aber unbedingt auf, dass du den Leser nicht mit all deinem Wissen zuschüttest. Info-Dump macht keinen Spaß.
Wie recht du hast, da muss ich aufpassen...

Zitat:Sprachlich schien es mir an einigen Stellen noch nicht ganz rund. Pass aber auf, dass du nicht zu viel an einzelnen Stellen herumflickst, die dich nicht vollends überzeugen. Schreib' die entsprechenden Passagen lieber noch einmal neu. Flickschusterei fällt meistens sprachlich aus dem Rahmen. Insbesondere deine verschachtelten Satzungetüme solltest du noch einmal genau unter die Lupe nehmen.
Du hast mit allem recht, besonders mit der Flickschusterei.

Zitat:Die Geschichte bestand fast ausschließlich aus wörtlicher Rede. Klar, eine Geschichte ohne wird fad, Dialoge können da beleben. Aber nur Dialog wirkt oft bemüht. Farbe und Stimmung kommen durch die Erzählung. Beschreib' uns doch, wie sich der Respekt - die Angst? - der Berater vor dem Herrscher in ihrer Mimik ausdrückt, wenn das Kerzenlicht flackernd Schatten auf ihr Gesicht wirft ...

Ganz allgemein: Versuche, auf aussagekräftige Verben zu setzen. "Meinte" taugt zum Beispiel in meinen Augen nichts.

Ganz wichtig: Wortwiederholungen vermeiden. Diese Wiederholungen ganzer Sätze waren unschön, und das Wort "Berater" wird mich wahrscheinlich noch ein bisschen verfolgen ... Icon_wink

Viel Erfolg beim Überarbeiten!

Ich werde mich bemühen...
Vielen Dank für den so ausführlichen Kommentar, er hat mir sehr weitergeholfen. Ehrliche und deutliche Kritik finde ich besser, denn dann weiß ich auch, was du meinst. Heute geht leider nichts mehr, aber ich werde so bald wie nur möglich die überarbeitete Version online stellen.
Also noch einmal vielen Dank und noch einen schönen Abend,
rex

PS:
Zitat:PS:
Zitat:PS: Die...ja, Geschichte, von der diese die Verbesserung ist, habe ich jetzt rausgenommen, da das vielleicht zu sehr ablenkt und man annehmen könnte, dass das hier die Fortsetzung ist.
Sehr löblich von dir, dass du für Übersichtlichkeit sorgen möchtest. Wenn du aber Geschichten "rausnimmst" (sprich: löschst), dann vernichtest du den ganzen Thread. Und auch die Arbeit, die die anderen in ihre Kommentare gesteckt haben. Ich speichere die Geschichten, wenn ich radikale Änderungen vornehme, immer in verschiedenen Versionen auf meinem Rechner. Die aktuelle Fassung für das Forum editiere ich jeweils in den ursprünglichen Thread. Ohne verlorene Arbeitsstunden.
Doh Das habe ich überhaupt nicht bedacht und es tut mir wahnsinnig leid, ich hoffe, ihr vergebt mir, es war auf keinen Fall Absicht[/b].

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #6 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Überarbeitung)
Hallo zusammen.
Ich habe die verbesserte Geschichte nun zugegeben ziemlich spät eingestellt. Bald wird auch die Fortsetzung kommen und diesmal wirklich bald, falls jemand dennoch Lust hat, könnte er mir ein ganz kurzes Feedback geben. Ist der Info-Dump nun nicht mehr vorhanden und sind die Informationen übersichtlich und verständlich? (auch für Nicht-Braunschweiger? Icon_wink)
Und: Passt das Verhältnis zwischen Erzählung und Dialog?
Grüße,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #7 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 1)
Guten Morgen Rex,

bevor ich heute überhaupt irgendetwas anderes machen, hole ich nach, was ich mir seit Menschengedanken vornehmen. Okay, eigentlich erst seit ein paar Tagen: Kommentieren. Ich freu mich und stürz mich gleich ins Geschehen.

„Ich werde eine Brücke bauen.“
Die Adleraugen, deren stechender Blick unter buschigen Augenbrauen hervorsah, musterten jeden der Berater aufmerksam, bemerkten jede Geste, jeden unwilligen Blick. Niemand sagte etwas.
Heinrich XII., Herzog von Bayern, warf noch einmal einen Blick in die Runde.

=> Einstieg mit Vorhaben. Okay. Erst einmal frage ich mich gerade ein bisschen wo wir sind. Stehen wir vor dem Ort, wo die Brücke gebaut ist? In einem herrschaftlichen Beratungszimmer? Du gehst später kurz darauf ein, dass es ein Raum ist, weil ein Fenster da ist. Mir persönlich vielleicht ein bisl zu wenig. Hier hättest du vielleicht mit dem Blick ein bisl den Hintergrund des Raumes beschreiben können; wäre schon genug gewesen. Dialogeinstieg find ich immer gut. Der erste Teil des nachfolgenden Satzes gefällt mir irgendwie nicht. Ich hätte an deiner Stelle eher mit der Farbe begonnen und dann den Adler genommen: "Die dunkelbraunen Augen, deren stechender Adlerblick unter buschigen Brauen die zusammengedrängten Berater musterte, sagten nichts. Heinrich XII., Herzog von Bayern, beobachtete jeder ihrer Gesten, jeden unwilligen Blick." - So viel mal zu meinem Impulsartigen Vorschlag. Ich muss allerdings auch sagen, dass mir der Satz ab hier "bemerkten jede Geste, jeden unwilligen Blick. Niemand sagte etwas." auch gut gefällt.
~ zusammengedrängt weils bisl Spannung erzeugt; Respekt.
~ Aderblick find ich einleuchtender als Adleraugen
~ Brauchen statt Augenbrauen
~ Blick hast du als WW drin.
~ letzten Satz würd ich streichen. Du beschreibst nichts mit seinem Blick (außer du fügst hier Hintergrund ein). Und so lang du nix beschreibst brauchst so ein Beiwerk auch nicht wirklich. Es ist ja klar, dass er sie ansieht, außer du stellst das Gegenteil ausdrücklich fest.

„Eine Brücke über die Isar. Mit der Salzstraße werde ich viel Geld durch die Zolleinnahmen einnehmen.“
=> Wortwiederholung. Ich würde hier übrigens vielleicht was einflechten, auf sein Leben bezogen. Braucht er denn so dringend das viele Geld, wenn ja, dann vielleicht so: "Eine Brücke über die Isar. Zolleinnahmen werden dringender gebraucht denn je."

Das Gesicht seiner fünf Berater zeigte weiterhin keine Regung, während sie offensichtlich über das Vorhaben Heinrichs nachdachten, denn genau das war es: Kein Vorschlag, keine Überlegung, einfach ein Vorhaben.
=> "Die Gesichter seiner Berater ..."

Genau das, was sie von ihm zu erwarten hatten. Wie der Beiname „der Löwe“ schon verriet, war er kein Zögerling, keiner, der lang nachdachte, jemand, der alles, was er wollte, durchsetzte. Wenn er etwas wollte, dann wurde das auch gemacht.
=> Eher "Zauderer". Ersten Satz würd ich weg lassen. Seine Logik wird so und so mehr als klar. Unnötiger Füllstoff, genauso wie der letzte Satz. "Kein Vorschlag, keine Überlegung, einfach ein Vorhaben. Wie sein Beiname "der Löwe" schon verriet, war er kein Zauderer, keiner, der lange nachdachte. Er wusste sich durchzusetzen, so war es immer schon gewesen."
~ mit immer schon hätten wir ein bisschen Vergangenheit
~ dein Satz oben hat mir eindeutig zu viele Kommas, auch
wenn ich kurz nachgedacht hab, obs doch noch in Ordnung geht.
Erste Hälfte gut, dann allerdings, nach "alles" wirds eindeutig zu lang.

Eine Brücke für die Salzstraße war da ein weniger außergewöhnlicher Einfall; schließlich wurde das Salz nicht umsonst als weißes Gold bezeichnet.
=> Jetzt hast du auch einen Grund, das Salzstraßen oben wirklich auszulassen. Du erwähnst es ja hier und mit Infos sollte man auch teilweise sparsam sein, bzw. sich nicht zu sehr wiederholen. Bei einem einprägsamen Namen wie Salzstraße ist das auch gar nicht notwendig.

Nach einer kurzen Zeit des Schweigens setzte ein Mann zu sprechen an, dessen Augen von langer Erfahrung kündeten, obwohl er erst in einem Alter von dreißig oder vierzig Jahren zu sein schien.
=> Klingt sehr hochgestochen. Absicht? Bisher hast du nicht so hochgestochen geklungen in deiner Geschichte. Außerdem setzt er ja nicht wirklich an, nein er spricht ja auch gleich. Ansetzen würd ich schreiben, wenn er es versucht, dann aber doch den Mund hält. "Erst"? In welchem Jahr sind wir denn? Mit 40 war man schon zu manchen Zeiten recht alt.

„Aber wie wollt Ihr die Salzstraße umlegen?“, fragte er. „Sie verläuft über die Brücke der Bischöfe von Freising, und das schon seit langer Zeit. Einfach umlegen könnt Ihr sie nicht, seid versichert, dass Otto da Einspruch erheben wird.“
=> Also die Straße hat schon eine Brücke. "Umlegen" klingt merkwürdig. Hat man dieses Wort früher benutzt für eine Art Umleitung? Ich würde überhaupt, da der Kerl recht weise ist, ihn deutlicher sprechen lassen: "Ihr könnt nicht einfach eine solche Brücke bauen. Die Salzstraße verläuft schon zu lange über die Brücken der Bischöfe von Freising, seid versichert, dass Otto Einspruche erheben wird."
~ "da" gehört weg. *grusel*

„Natürlich ist die Möglichkeit da, eine alternative Route zu bauen“, fügte ein weiterer, beinahe dürrer Mann mit buschigen Augenbrauen hinzu, der trotz seiner langen Erfahrung stotterte, was ihn unsicher wirken ließ.
=> Buschige Augenbrauen hattest du schon oben, hier also bitte ein anderes Detail. "Natürlich gäbe es die Möglichkeit, eine alternative Route zu bauen" - würde für mich flüssiger klingen.

„Wohin wollt Ihr die Brücke bauen? Ist der Platz weit entfernt, so weiß ich nicht, ob es sich lohnt, das Gold zu investieren. Ist sie zu nah an Ottos Brücke, werden sich die Händler für den altbewährten Weg entscheiden. Und wenn Ihr den Zoll senkt, um die Händler herzulocken, werdet Ihr irgendwann nicht einmal die Instandkosten für die Brücke verdienen und sie aufgeben müssen.“
=> Heinrich wird doch wissen was er tut. Gerade er, als "Löwe". Wenn ich sein Berater wäre, würd ich das nicht in Frage stellen, außer er wäre als Narr verschrien. "Wo wird diese Brücke gebaut? Bedenkt die Nähe zur ursprünglichen Route der Salzhändler. Zu nahe an Otto, müsstet Ihr den Zoll erst niedrig halten, dann aber verliert ihr den Gewinn."
~ "wird" weil ja klar ist das Heinrich tut was er will
~ Zweifel würd ich sie nicht so lang lassen, sondern eher aktiver "beraten"

Heinrich sah ein weiteres Mal in die Runde. Jeder seiner Berater stimmte dem Gesagten zu, einige mit Worten, andere lediglich mit ihrem Gesichtsausdruck, was jedoch gar nicht so einfach war:

=> Eine Anmerkung von mir: Du benutzt wieder "in die Runde" und wieder bloß die Gesichter der Berater, ohne wirklich auf etwas einzugehen. Das eingehen ist das eine, aber mir fällt auf, dass du deine benutzten "Werkzeuge" (Gesicht, in die Runde blicken) sehr gern verwendest und darüber hinaus dich irgendwo auch den anderen Möglichkeiten verschließt. Vielleicht sieht sie Heinrich eben auch nicht mehr an, hörte ihre Zweifel in seinem Rücken, fühlt wie sich unsicher werden, leicht auf der Stelle treten, nervös ihre Fingerkneten, etc. Da gibt es viele Möglichkeiten, die nochmals Farbe hineinbringen. Und wenn du Heinrich das eher im Rücken fühlen lässt, dann verleihst du ihm auch irgendwo Macht und Erfahrung. Verstehst du was ich mein? Das ist alles nur wie gesagt eine Anmerkung, kein aktiver Ratschlag. Sieh es als Anregung, was sich eventuell noch machen lassen würde und das in viele Richtungen.

die Kirchturmuhr schlug gerade zwei Uhr und da das Fenster des Raums im Rücken Heinrichs gebaut war, wo die Sonne direkt hineinschien, mussten die Berater die Augen zusammenkneifen, wenn sie ihren Herrn ansahen.
=> Das allerdings ist ein schönes Bild. Gefällt mir gut. Nur ein wenig umständlich, was das sprachliche betrifft: "... die Kirchturmuhr schlug zwei Uhr und beinahe zeitgleich öffnete sich die Wolkenfront, um die Sonne in Heinrichs Rücken scheinen zu lassen. Seine Berater mussten die Augen zusammenkneifen, um ihren Herrn im hellen Lichtstrahl (oder Kegel) zu erkennen."
~ Wolken weil du das Detail jetzt erst erwähnst, also muss das akut sein

„Ich nehme an, Otto wird seine Kontrolle über die Salzstraße nicht freiwillig abgeben.“ Wieder schweifte der Blick in die Runde, bis die Männer durch ein Nicken zeigten, dass sie derselben Meinung waren.
=> Eine einzige Wiederholung des Gesprächs weiter oben. Würd "ich" streichen. Stattdessen. "Solange Otto seine Brücken erhält, wird er mir Widerstand leisten."

„Ihr meint, dass...“, fing er an und vor Aufregung schienen die roten Äderchen auf seiner Nase, die vom langen und häufigen Trinken zeugten, zu pulsieren.
=> Toll gemacht! Icon_smile
~ Abstand nach "dass"

Dennoch flackerten ihre Blicke nervös hin und her.

=> Wieso sind die alle so verdammt nervös? Das ist Politik. Also mich schockt die Idee nicht so und ich fänds gut, wenn ein paar der weisen Berater da ebenso wie ich denken. Sie sind ja nicht umsonst unter selbigen und sollten ein wenig was gewöhnt sein unter dem Kommando eines "Löwen".

„Haltet Ihr diese Idee etwa für eine schlechte?“, fragte Heinrich, dessen Stimme sich bereits verdächtig nach unterdrücktem Zorn anhörte.
=> Nix da, da wird nicht gefragt rex. Er ist ein Löwe! *grins*: "Ihr stellt mein Vorhaben in Frage?" oder aber "Ihr wagt es mein Vorhaben in Frage zu stellen?"

„Und bin ich dafür bekannt, ein Feigling zu sein?“, fragte er spöttisch.
=> Hier "Heinrich" statt "er" weil vorher ein anderer dran war, sonst kommt man durcheinender. Aussagekräftig das hier. Wieder gut. Nur das "Und" würd ich streichen. Entschärft irgendwie und total unnötig.

Eine Antwort erwartete er gar nicht, denn sein Ruf war ihm durchaus bekannt.
=> Muss er ja auch sein, sonst wär er ein Narr. Füllwort "gar" darf übrigens weichen, wenn es der Autor will. Icon_wink

„Bitte, lasst mich ausreden. Verzeiht, aber ich bin noch nicht fertig“, entschuldigte er sich .
=> Kein Abstand nach "sich". (Ja, ich bin pingelig.)

„Ohnehin ist mir klar, dass es zu weit gehen würde, die Brücke unverhohlen niederzubrennen. Daher werde ich es wie einen tragischen Unfall aussehen lassen, sodass es nicht auf mich zurückzuverfolgen ist. Etwa mit einem Bewohner von Freising, möglichst mit Zugang zu der Brücke, oder dem Zöllner. Geld spricht die größten Worte.“
=> Schöner letzter Satz.

„Aber wie sollen wir es dann machen?“, fragte Heinrich. „Wenn wir Ottos Brücke offen vernichten würden, würde weder das Volk das zulassen noch Friedrich, dies habt Ihr selbst gesagt.“
=> Letzter Teil des letzten Satzes ist wieder nur Füllstoff. Irgendwie ...

Sie hatten das Wissen, er die Macht. Zumindest an Letzterem würde sich nie etwas ändern.
=> Sehr schön.

„Ich bin nicht sicher, aber falls das so wäre, dann könntet Ihr vermutlich die Brücke und den Markt Ottos angreifen, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen werden zu können. Ein weiterer Vorteil ist, dass Kaiser Friedrich nur schwerlich ohne Euer Heer auskommt.“
=> ist = wäre, oder?
~ vor Rechenschaft ist ein Abstand zu viel.

„Tjaja, mein lieber Cousin.“, sagte Heinrich besonnen lächelnd offensichtlich zu sich selbst.

=> Kein Punkt nach "Cousin"

„Nun gereicht es sich als Vorteil. So seid Ihr ein guter, wenn auch ein feiger Berater.
=> Da fehlen Anführungszeichen.

Er hatte sich die langen braunen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden und seine grünen Augen hatten etwas stechendes an sich, für viele Leute etwas unangenehmes, da man das Gefühl hatte, die Augen würden einen durchleuchten, einen schutzlos machen.
=> "etwas" Unangenehmes (wird groß geschrieben)

„Ich hielte es für keine gute Idee, mein Herzog, sofort die Brücke von Otto anzugreifen. Schließlich wäre es durchaus möglich, dass Selbiger die Konzession besäße, allerdings keine Kopie am kaiserlichen Hof bei Friedrich vorliegt.“
=> Wieso "hielte" statt "halte"?
~ nach Kopie ein Abstand zu viel

Mir ist natürlich bewusst, dass ihr Keiner seid, der es vorzieht, vorsichtig zu handeln. Doch in diesem Falle wäre das riskant oder gar leichtsinnig, denn auch Eure Armee wird Euch nicht helfen können, wenn Ihr ohne irgendein Recht Ottos Brücke zerstört habt.
=> *seufz* Langsam macht das lange Gefasel müde. "Keiner"? Besser wäre wohl "niemand". Auch bin ich mir bei deinen Zeiten nie sicher. Mein Impuls hätte gesagt: "... wenn Ihr ohne Recht Ottos Brücke zerstört hättet."

Und außerdem müsst Ihr Euch davor die Konzession holen, sodass Ihr sicher sein könnt, dass Friedrich sie Euch auch gibt.“
=> Was jetzt, geben oder holen? Da komm ich nicht mit.

„Sicherlich werden wir ein Risiko eingehen. Doch dies ist unvermeidlich.
=> Wieso "doch"? "Sicherlich werden wir ein Risiko eingehen. Diese Tatsache ist unvermeidlich, denn ... "

Denn je länger wir noch warten, desto wahrscheinlicher ist es, dass unser Plan zu Otto durchsickert.
=> Wieso soll das durchsickern? Ist ein Verräter unter den Beratern?

„Schließlich nähme Euch das sehr viel von Eurer Argumentation, dass Ihr Ottos Brücke nur deshalb zerstört habt, um dem Unrecht Einhalt zu gebieten.“
=> Ergibt sich inhaltlich doch auch schon von oben und ist an sich nur eine Wiederholung. Ich finde du solltest besser zustammenstuzen lernen. Der Dialog kommt mir zu sehr in die Länge gezogen vor.

Ihr müsst bedenken, dass auch Eure Armee eine Rolle spielen wird.“
=> Weiß man auch schon ...

So, fertig. Ich muss sagen, am Ende habe ist mir die Freude an deiner Geschichte vergangen. Für mich das größte Manko: Du faselst recht viel, bzw. lässt viel faseln, wiederholen. Heinrich ist ein vielbeschäftigter Mann und ich hab auch noch viel vor mir (warten ja noch zwei Teile). Vielbeschäftigte möchten gerne, dass sich was bewegt und nicht sinnlosen Wiederholungen lauschen. Mein Vorschlag: Schau dir genau an, welcher Sinn wo vertreten ist und weite das ganze nicht zu sehr aus. Vieles was du zum Ende hin erwähnst, kannst sich der Leser durch den durchaus unterhaltsamen Beginn schon denken. Deshalb empfehle ich dir einen Rotstift. Sprachlich war es in Ordnung. Du schachtelst ein wenig zu viel. Drückst dich mal gehoben, mal eher super schlicht aus. Irgendwie ist das zu wenig konsequent und das gehobene mag nicht unbedingt immer passen. Möchtest du das denn so sehr in der Geschichte haben? Alles genau so hochgestochen wiederzugeben, wie es früher war, ist keine Bedienung für Schreiben in Historik. Die Anforderungen heute ans sprachliche unterscheiden sich da schon, was den Unterhaltungswert betrifft. Musst du aber für dich klären.

Inhaltlich ists okay. Spannender Charakter (könntest du noch mehr rausarbeiten; Heinrich auch herrischer machen, bzw. ihn prägnanter darstellen), spannende Frage und zu viele Berater. Wie kommst du auf fünf? Von Berater zu Berater zu wechseln empfinde ich nicht als ideal. Ich hätte eher den ein oder anderen gestrichen und die Eigenschaften zusammengelegt um vielleicht zwei oder drei merkenswertere zu erschaffen.

Soviel erst einmal bis hierhin. War etwas viel Kritik, ich hoffe nicht zu hart und irgendwo auch hilfreich für dich. Wie du schon sagst, Übung macht den meister. Zu Umfrage: Heinrich wäre wohl, im Zusammenhang mit dem ersten Teil deiner Geschichte, glaubhafter, wenn er die Brücke zerstört, sich aber freilich gut absichert. Er ist ein Löwe, start und entschlossen, aber sicher nicht dumm. Zumidnest sind das meine Erwartungen an ihn. Icon_smile

Liebe Grüße,
Sternchen


"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
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Beitrag #8 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 1)
Hi Sternchen!
Freut mich, dass du zu meiner Geschichte gefunden hast. Hab mir deinen Kommentar schon gestern vormittag durchgelesen, nun bekomme ich endlich Gelegenheit, ihn zu beantworten. Icon_smile

Zitat:=> Einstieg mit Vorhaben. Okay. Erst einmal frage ich mich gerade ein bisschen wo wir sind. Stehen wir vor dem Ort, wo die Brücke gebaut ist? In einem herrschaftlichen Beratungszimmer? Du gehst später kurz darauf ein, dass es ein Raum ist, weil ein Fenster da ist. Mir persönlich vielleicht ein bisl zu wenig. Hier hättest du vielleicht mit dem Blick ein bisl den Hintergrund des Raumes beschreiben können; wäre schon genug gewesen.

Hast du recht, werde ich ändern müssen.

Zitat:Ich hätte an deiner Stelle eher mit der Farbe begonnen und dann den Adler genommen: "Die dunkelbraunen Augen, deren stechender Adlerblick unter buschigen Brauen die zusammengedrängten Berater musterte, sagten nichts. Heinrich XII., Herzog von Bayern, beobachtete jeder ihrer Gesten, jeden unwilligen Blick." - So viel mal zu meinem Impulsartigen Vorschlag. Ich muss allerdings auch sagen, dass mir der Satz ab hier "bemerkten jede Geste, jeden unwilligen Blick. Niemand sagte etwas." auch gut gefällt.

Ich finde, der Relativsatz wirkt dann etwas zu gefüllt. Was hältst du davon, wenn ich das "unter buschigen Brauen" weglasse, dann hätte ich auch später in der Geschichte nicht das Problem mit der Wiederholung. Nach meinem Vorschlag würde der Satz also folgendermaßen lauten: "Die dunkelbraunen Augen, der stechender Adlerblick die zusammengedrängten Berater musterte, bemerkten jede Geste, jeden unwilligen Blick." Dann hätte ich auch den schönen Teil des Satzes (für das Lob schönen Dank. Icon_smile) weiter drinnen.

Zitat:~ Brauchen statt Augenbrauen

"Brauchen"? Du meintest "Brauen", oder?

Zitat:~ letzten Satz würd ich streichen. Du beschreibst nichts mit seinem Blick (außer du fügst hier Hintergrund ein). Und so lang du nix beschreibst brauchst so ein Beiwerk auch nicht wirklich. Es ist ja klar, dass er sie ansieht, außer du stellst das Gegenteil ausdrücklich fest.

Der letzte Satz soll praktisch verdeutlichen, dass Heinrich jeden von ihnen danch noch einmal anschaut. Außerdem stellt er Heinrich vor. Ich werd´s mir überlegen, vielleicht baue ich den Satz einfach ein wenig um (nach dem Thema: "Heinrich[...] führte weiter aus.").

Zitat:Ich würde hier übrigens vielleicht was einflechten, auf sein Leben bezogen. Braucht er denn so dringend das viele Geld, wenn ja, dann vielleicht so: "Eine Brücke über die Isar. Zolleinnahmen werden dringender gebraucht denn je."

Nein, der will einfach nur noch mehr Geld haben. Icon_smile Vielleicht so ähnlich wie: "Wegen der Salzstraße wird mir der Zoll viel Geld einbringen"?

Zitat:Das Gesicht seiner fünf Berater zeigte weiterhin keine Regung, während sie offensichtlich über das Vorhaben Heinrichs nachdachten, denn genau das war es: Kein Vorschlag, keine Überlegung, einfach ein Vorhaben.
=> "Die Gesichter seiner Berater ..."

Ups. Smiley_emoticons_blush

Zitat:Eine Brücke für die Salzstraße war da ein weniger außergewöhnlicher Einfall; schließlich wurde das Salz nicht umsonst als weißes Gold bezeichnet.
=> Jetzt hast du auch einen Grund, das Salzstraßen oben wirklich auszulassen. Du erwähnst es ja hier und mit Infos sollte man auch
teilweise sparsam sein, bzw. sich nicht zu sehr wiederholen. Bei einem einprägsamen Namen wie Salzstraße ist das auch gar nicht notwendig.

Ich denke, es muss halt erstmal die Idee eingebracht werden, die Salzstraße über diesen Weg verlaufen zu lassen und sonst kommt die Idee so abrupt. Hmm... Icon_slash Muss ich noch mal überlegen.

Zitat:=> Klingt sehr hochgestochen. Absicht? Bisher hast du nicht so hochgestochen geklungen in deiner Geschichte. Außerdem setzt er ja nicht wirklich an, nein er spricht ja auch gleich. Ansetzen würd ich schreiben, wenn er es versucht, dann aber doch den Mund hält. "Erst"? In welchem Jahr sind wir denn? Mit 40 war man schon zu manchen Zeiten recht alt.

Ehrlich gesagt ist das nicht wirklich Absicht, sondern mehr deshalb, weil ich die Geschichte etwa drei Monate später nochmal überarbeitet habe und da anscheinend der Meinung war, hochgestochen klingen zu müssen. Smiley_emoticons_blush
Werde ich überarbeiten.
Was das Alter angeht, bin ich mir nicht ganz sicher, aber ich denke auch , dass 40 Jahre nicht mehr wirklich "erst" sind, ich werde wohl einfach schreiben, dass er etwa dreißig ist.

Zitat:"Umlegen" klingt merkwürdig.

Da habe ich sowieso ein kleines Problem. Ich glaube, wenn ich in der nächste Zeit mal wieder in die Stadt fahre, werde ich einen kurzen Abstecher ins Historicum machen und mich über die Salzstraße informieren.

Zitat:=> Buschige Augenbrauen hattest du schon oben, hier also bitte ein anderes Detail. "Natürlich gäbe es die Möglichkeit, eine alternative Route zu bauen" - würde für mich flüssiger klingen.

Die Wiederholung ist ja mit der neuen Version schon gelöst, der Vorschlag ist allerdings genau so angenommen.

Zitat:
„Wohin wollt Ihr die Brücke bauen? Ist der Platz weit entfernt, so weiß ich nicht, ob es sich lohnt, das Gold zu investieren. Ist sie zu nah an Ottos Brücke, werden sich die Händler für den altbewährten Weg entscheiden. Und wenn Ihr den Zoll senkt, um die Händler herzulocken, werdet Ihr irgendwann nicht einmal die Instandkosten für die Brücke verdienen und sie aufgeben müssen.“

=> Heinrich wird doch wissen was er tut. Gerade er, als "Löwe". Wenn ich sein Berater wäre, würd ich das nicht in Frage stellen, außer er wäre als Narr verschrien. "Wo wird diese Brücke gebaut? Bedenkt die Nähe zur ursprünglichen Route der Salzhändler. Zu nahe an Otto, müsstet Ihr den Zoll erst niedrig halten, dann aber verliert ihr den Gewinn."

Ich muss mal sehen, wie ich´s mache. Deinen Vorschlag finde ich gut, allerdings würde ich noch gerne den Punkt einbringen, dass es einfach zu viel Geld kostet, wenn man die Brücke weiter entfernt baut.

Zitat:~ Zweifel würd ich sie nicht so lang lassen, sondern eher aktiver "beraten"

Meinst du ab dem Zeitpunkt, wo er andeutet, die Brücke zerstören zu wollen? Da werde ich es nämlich auf jeden Fall abändern.
Was das davor angeht, werde ich wohl einfach den zweifelnden Unterton aus dem Gesagten der Berater "herausschneiden".

Zitat:=> Eine Anmerkung von mir: Du benutzt wieder "in die Runde" und wieder bloß die Gesichter der Berater, ohne wirklich auf etwas einzugehen. Das eingehen ist das eine, aber mir fällt auf, dass du deine benutzten "Werkzeuge" (Gesicht, in die Runde blicken) sehr gern verwendest und darüber hinaus dich irgendwo auch den anderen Möglichkeiten verschließt. Vielleicht sieht sie Heinrich eben auch nicht mehr an, hörte ihre Zweifel in seinem Rücken, fühlt wie sich unsicher werden, leicht auf der Stelle treten, nervös ihre Fingerkneten, etc. Da gibt es viele Möglichkeiten, die nochmals Farbe hineinbringen. Und wenn du Heinrich das eher im Rücken fühlen lässt, dann verleihst du ihm auch irgendwo Macht und Erfahrung. Verstehst du was ich mein? Das ist alles nur wie gesagt eine Anmerkung, kein aktiver Ratschlag. Sieh es als Anregung, was sich eventuell noch machen lassen würde und das in viele Richtungen.

Anregung angenommen, da werde ich nochmal drübergehen. Icon_smile

Zitat:=> Das allerdings ist ein schönes Bild. Gefällt mir gut. Nur ein wenig umständlich, was das sprachliche betrifft: "... die Kirchturmuhr schlug zwei Uhr und beinahe zeitgleich öffnete sich die Wolkenfront, um die Sonne in Heinrichs Rücken scheinen zu lassen. Seine Berater mussten die Augen zusammenkneifen, um ihren Herrn im hellen Lichtstrahl (oder Kegel) zu erkennen."
~ Wolken weil du das Detail jetzt erst erwähnst, also muss das akut sein

Dein Vorschlag gefällt mir gut, so ähnlich werde ich das wohl auch machen. Besonders die Wolken sind eine gute Idee, damit habe ich nämlich einen Grund, dass ich das erst jetzt erzähle.

Zitat:=> Toll gemacht! Icon_smile

Danke! Icon_smile

Zitat:=> Wieso sind die alle so verdammt nervös? Das ist Politik. Also mich schockt die Idee nicht so und ich fänds gut, wenn ein paar der weisen Berater da ebenso wie ich denken. Sie sind ja nicht umsonst unter selbigen und sollten ein wenig was gewöhnt sein unter dem Kommando eines "Löwen".

Stimmt auch (s. o.)!

Zitat:„Und bin ich dafür bekannt, ein Feigling zu sein?“, fragte er spöttisch.
=> Hier "Heinrich" statt "er" weil vorher ein anderer dran war, sonst kommt man durcheinender. Aussagekräftig das hier. Wieder gut. Nur das "Und" würd ich streichen. Entschärft irgendwie und total unnötig.

Danke für das Lob und dein Vorschlag ist angenommen.

Zitat:„Tjaja, mein lieber Cousin.“, sagte Heinrich besonnen lächelnd offensichtlich zu sich selbst.
=> Kein Punkt nach "Cousin"

„Nun gereicht es sich als Vorteil. So seid Ihr ein guter, wenn auch ein feiger Berater.
=> Da fehlen Anführungszeichen.

Er hatte sich die langen braunen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden und seine grünen Augen hatten etwas stechendes an sich, für viele Leute etwas unangenehmes, da man das Gefühl hatte, die Augen würden einen durchleuchten, einen schutzlos machen.
=> "etwas" Unangenehmes (wird groß geschrieben)

Das wird langsam peinlich. Icon_wink

Zitat:„Sicherlich werden wir ein Risiko eingehen. Doch dies ist unvermeidlich.
=> Wieso "doch"? "Sicherlich werden wir ein Risiko eingehen. Diese Tatsache ist unvermeidlich, denn ... "

Ich glaube, ich behalte den Gegensatz da schon drin, allerdings werde ich den Satz nochmal ein wenig umformulieren.

Zitat:=> Wieso soll das durchsickern? Ist ein Verräter unter den Beratern?

Es könnten Lauscher an der Tür sein und Markwart hat besonders bei einem Berater ein sehr schlechtes Gefühl...

Zitat:So, fertig. Ich muss sagen, am Ende habe ist mir die Freude an deiner Geschichte vergangen. Für mich das größte Manko: Du faselst recht viel, bzw. lässt viel faseln, wiederholen. Heinrich ist ein vielbeschäftigter Mann und ich hab auch noch viel vor mir (warten ja noch zwei Teile). Vielbeschäftigte möchten gerne, dass sich was bewegt und nicht sinnlosen Wiederholungen lauschen. Mein Vorschlag: Schau dir genau an, welcher Sinn wo vertreten ist und weite das ganze nicht zu sehr aus. Vieles was du zum Ende hin erwähnst, kannst sich der Leser durch den durchaus unterhaltsamen Beginn schon denken. Deshalb empfehle ich dir einen Rotstift.

Ich hab schon bemerkt, dass ich sehr ausführlich schreibe. Stimmt, besonders bei einem eher trockenem Thema sollte ich das Ganze weiter kürzen. Ich denke, ich werd´s wirklich so machen, wie du sagst, immer wieder zusammenschreiben, was die Botschaft eines gewissen Teils und dann Wiederholungen rausstreichen.

Zitat:Drückst dich mal gehoben, mal eher super schlicht aus. Irgendwie ist das zu wenig konsequent und das gehobene mag nicht unbedingt immer passen. Möchtest du das denn so sehr in der Geschichte haben? Alles genau so hochgestochen wiederzugeben, wie es früher war, ist keine Bedienung für Schreiben in Historik. Die Anforderungen heute ans sprachliche unterscheiden sich da schon, was den Unterhaltungswert betrifft. Musst du aber für dich klären.

Hatte ich ja oben schon weiter ausgeführt. Icon_smile

Zitat:zu viele Berater. Wie kommst du auf fünf? Von Berater zu Berater zu wechseln empfinde ich nicht als ideal. Ich hätte eher den ein oder anderen gestrichen und die Eigenschaften zusammengelegt um vielleicht zwei oder drei merkenswertere zu erschaffen.

Ich werde mich wohl wirklich auf drei Berater beschränken, habe nur die Sorge, dass ihr Leser dann noch einmal von vorne lesen müsstet, um die Charaktere zu verstehen.

Zitat:Soviel erst einmal bis hierhin.

Vielen Dank für den ausführlichen und hilfreichen Kommentar. Icon_smile
Hoffe, meine Antwort ist dir nicht zu lang geworden. Icon_wink

Zitat:War etwas viel Kritik, ich hoffe nicht zu hart und irgendwo auch hilfreich für dich. Wie du schon sagst, Übung macht den meister.

Mit Kritik kann ich - glaube ich - ganz gut umgehen. Und hilfreich war er sowieso. Nochmal vielen Dank!

LG,
rex

EDIT: Ich werde die Geschichte wohl erst verbessern, wenn das Motivationsprojekt wieder zu Ende ist...

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #9 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 1)
Hallo rex,

ich möchte gar nicht wissen, wie lang mein letzter Kommentar zurückliegt. Dich habe ich - soweit ich es grad im Kopf habe - auf jeden Fall noch nicht kommentiert, oder?

Also mal direkt an deine Geschichte:
Du schreibst über eine Brücke, die Heinrich XII. über die Isar bauen will, obwohl schon eine parallele Brücke besteht. Damit will er die Salzstraße umlegen und von den Einnahmen profitieren. Hm, wie kommt er auf die Idee, eine Brücke bauen zu müssen, obwohl schon eine andere in der Nähe vorhanden ist?
Ich muss zugeben, den historischen Hintergrund dieser Geschichte nicht zu kennen und auch in der Zeit, über die du schreibst, nicht sehr bewandert zu sein. Deshalb kann ich dir keine Rückmeldung zur Sprache dieser Zeit und zur Darstellung des Umfelds geben. Da sind andere sicher gut drin Icon_wink.

Was du schaffst, ist das Für und Wider dieser Entscheidung darzustellen: Die andere Brücke muss weg, aber wie - und dann zählst du die Alternativen auf, samt Risiken und Nebenwirkungen. Allerdings tue ich mich schwer mit deinen Figuren, denn ich musste mich die ganze Zeit darauf konzentrieren und ihre Einführung wirkte auf mich nicht sehr natürlich.
Das mag daran liegen, dass du mit einem allwissenden Erzähler schreibst, der mich aber unglaublich weit weg von der Geschichte bringt. Warum nicht aus der Sicht Heinrichs oder eines Beraters schreiben? Zwischendurch hast du nämlich recht häufig Einschübe drin, die andeuten, dass du aus der Sicht all seiner Berater gleichzeitig schreibst. Aber das macht es sehr unübersichtlich, wer nun wer ist. Da spielt hinein, dass du die Figuren nicht direkt mit Namen einführst, es dann aber plötzlich sehr direkt tust. So muss ich immer etwas darüber nachdenken, wer nun wer ist. Du charakterisierst die Figuren für mich zu offensichtlich - und lässt dabei Heinrich weitestgehend aus.
Hatte Heinrich denn wirklich fünf Berater? Oder täten es vielleicht auch zwei oder drei? Im Grunde spielt es ja keine Rolle, wie viele es sind - und je weniger, desto Zeit hast du für die einzelnen Figuren. Abgesehen vom Alter hast du nämlich kaum wirklich Charakterzüge gesetzt, kleine Macken oder Ticks. Zumindest bei Heinrich - als Hauptfigur dieser Geschichte - wäre sowas vielleicht ganz gut.

Was mir ein bisschen gefehlt hat, war die Bewegung. Sie reden und reden und reden, aber dabei tun sie relativ wenig. Trinken sie vielleicht etwas? Klopft jemand an der Tür? Haben sie vielleicht eine Karte der Umgebung, über die sich beugen können? Wie gestikulieren sie? Ich würde mir die Szene gern etwas deutlicher vorstellen können, denn so habe ich den Inhalt, das Wissen, und die Figuren aus Frontalansicht, aber sonst nicht sehr viele Bilder bekommen.

Nichtsdestotrotz lässt sich deine Geschichte gut und flüssig lesen und ich will mal sehen, wie es dann weitergeht. Icon_smile

Anmerkungen direkt am Text:
Zitat:Das Gesicht seiner fünf Berater zeigte weiterhin keine Regung
Die Gesichter seiner Berater ... zeigten ...
Zitat:Nach einer kurzen Zeit des Schweigens setzte ein Mann zu sprechen an, dessen Augen von langer Erfahrung kündeten, obwohl er erst in einem Alter von dreißig oder vierzig Jahren zu sein schien.
Wenn du den Erzähler so lässt, dann schreib doch "in einem Alter (...) war"?
Zitat:fügte ein weiterer, beinahe dürrer Mann mit buschigen Augenbrauen hinzu, der trotz seiner langen Erfahrung stotterte, was ihn unsicher wirken ließ.
"beinahe dürr"? Ist er nun dürr oder ist er zierlich, nicht wohl ernährt, ...?
Auch hier hast du ein "wirken ließ" - aber das bringt für das Bild nicht so viel: Wirkung ist ja das, was ich als Leser davon wahrnehme, also: Ich lese deine Geschichte und denke "Mensch, der Dürre wirkt aber unsicher ..." Icon_wink
Wenn er stottert, vllt baust du ein paar Stotterer in seine Sätze ein?
Zitat:was jedoch gar nicht so einfach war: die Kirchturmuhr schlug gerade zwei Uhr und da das Fenster des Raums im Rücken Heinrichs gebaut war, wo die Sonne direkt hineinschien, mussten die Berater die Augen zusammenkneifen, wenn sie ihren Herrn ansahen.
"Die Kirchturmuhr", da nach dem Doppelpunkt ein neuer Satz beginnt.
Die Beschreibung mit dem Licht und den Augen finde ich schön lebendig, aber es liest sich etwas holprig. Das liegt zum einen daran, dass das Fenster nicht in Heinrichs Rücken gebaut wurde, sondern er mit dem Rücken zum Fenster steht. Zum anderen ist der Satz sehr verschachtelt.
Vorschlag: Die Kirchturmuhr schlug gerade zwei und die Sonne blendete direkt durch das Fenster in Heinrichs Rücken.
So in etwa ... dass sie ihn ansehen, ergibt sich zB schon aus dem Text zuvor.
Zitat:Otto wird seine Kontrolle über die Salzstraße
nicht eher: "die Kontrolle über die Salzstraße", denn man übernimmt ja die Kontrolle über etwas.
Zitat:Einer seiner Berater fuhr auf, ein dicker Mann, dessen Alter man nur schwer einschätzen konnte, als er das hörte.
Hier ist es mir sehr aufgefallen mit der Beschreibung: Du sagst nichts als seine Dicke zu beschreiben. Außerdem neigst du dazu, zu beschreiben, was "man" sieht, hört, denkt, annimmt, ... das ist das Problem mit dem fehlenden Erzähler. "Man" liest sich immer sehr neutral und fern. Hier in diesem Satz würde ich generell auf die Alterseinschätzung verzichten und entweder seine Fülligkeit noch etwas beschreiben oder einen anderen Aspekt hervorheben (hält er vllt irgend etwas in der Hand, mit dem er herumspielt? Hat er eine Geste, die er wiederholt, wenn er nervös wird? ...)
Zitat:„Ihr meint, dass...“, fing er an
vor den drei Auslassungspunkten immer ein Leerzeichen, es sei denn, sie ersetzen das Ende eines Wortes.
Zitat:Eine sehr kühler, abschätzender Ton zeugte, wie die Berater aus Erfahrung wussten, von einem möglichen, baldigen Wutausbruch.
"Ein sehr kühler ..."
Und auch wieder: Sind die Berater dein Erzähler? Wenn nicht, dann ist es für mich als Leser egal, ob sie das wissen oder nicht ... Icon_wink
Zitat:setzte einer der Berater, der Älteste, der bereits ergraut war, an.
Verschachtelst du hier mit Absicht so? Du gibst dem Berater ja weiter unten noch einen Namen - warum nicht direkt hier?
Und vllt machst du etwas wie "setzte der älteste Berater an, der bereits ergraut war" (oder etwas wie: "dessen graues Haar noch leicht schwarz schimmerten ..." ... mal ein paar Variationen Icon_smile )
Zitat:„Bitte, lasst mich ausreden. Verzeiht, aber ich bin noch nicht fertig“, entschuldigte er sich .
*g* Er entschuldigt sich echt lange ... Einer der beiden Sätze würde vllt auch reichen?
Zitat:dann hat sieht das Volk in Euch einen Gegner
Da ist beim Überarbeiten was verrutscht Icon_wink
Zitat:Als Otto damals zum Nachfolger von Heinrich I. als Bischof von Freising geweiht wurde, war ich dafür zuständig, dass dies rechtsmäßig ablief.
rechtmäßig
Zitat:War er auch sonst leicht zu reizen, dass seine Berater sich besser auskannten als er, kümmerte ihn nicht.
Den Satz habe ich doppelt lesen müssen. Damit die Pausen so sitzen, wie sie sollen, vllt etwas wie:
"Was er auch sonst leicht zu reizen: Dass seine Berater ..."?
Zitat:Dann erst ging er auf die Idee seines Beraters, der Markwart hieß, ein.
Den Namen hast du oben schon erwähnt, dann reicht doch hier: "auf Markwarts Idee ein"
Zitat:seine grünen Augen hatten etwas stechendes an sich, für viele Leute etwas unangenehmes, da man das Gefühl hatte, die Augen würden einen durchleuchten, einen schutzlos machen.
etwas Stechendes
etwas Unangenehmes
solche Konstruktionen werden immer groß geschrieben.
Auch hier hast du wieder einen "man"-Satz. Das kannst du doch weniger distanziert ausdrücken, hm? Icon_smile
Zitat:ist natürlich bewusst, dass ihr Keiner seid, der es vorzieht,
"Ihr" groß
"keiner" klein

So, dann will ich später mal sehen, wie Heinrich sich entscheidet Icon_smile

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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Beitrag #10 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 1)
Hi Libertine,
freut mich, dass du zu meiner kleinen Geschichte gefunden hast. Icon_smile
Zu Allererst sollte ich vielleicht sagen, dass besagte Geschichte nun wirklich eine Rundumüberarbeitung braucht, bei der ich mich wohl einfach mal über längere Zeit hinsetzen werden muss und das durchziehen muss. Diese Zeit könnte ich am Wochenende finden, davor aber auf keinen Fall.
Hier antworte ich dir jetzt schon mal, die anderen Antworten kommen dann wohl direkt beim Überarbeiten - ist wohl das Sinnvollste. Icon_wink

Zitat:Dich habe ich - soweit ich es grad im Kopf habe - auf jeden Fall noch nicht kommentiert, oder?

Nee, hast du nicht. Icon_smile

Zitat:Allerdings tue ich mich schwer mit deinen Figuren, denn ich musste mich die ganze Zeit darauf konzentrieren und ihre Einführung wirkte auf mich nicht sehr natürlich.
Das mag daran liegen, dass du mit einem allwissenden Erzähler schreibst, der mich aber unglaublich weit weg von der Geschichte bringt. Warum nicht aus der Sicht Heinrichs oder eines Beraters schreiben?

Der auktoriale Erzähler, tjaja... Ich weiß auch nicht mehr wirklich, warum ich den überhaupt verwendet. Vielleicht deshalb, weil ich das Projekt nicht so wirklich ernstgenommen habe. Auf jeden Fall muss ich jetzt die Quittung dafür zahlen. Ich werde wohl alles in einen personalen Erzähler umschreiben... Dabei dachte ich mir, ich schreibe das meiste aus der Sicht von Heinrichs Pagen, das ist ein wenig unbeteiligter und vielleicht bringe ich ihn ja noch in irgendeiner besonderen Weise in die Geschichte rein, mal sehen. Icon_smile
Was hältst du davon?

Zitat:Hatte Heinrich denn wirklich fünf Berater? Oder täten es vielleicht auch zwei oder drei?

Das werde ich bei der Überarbeitung gleich mit einbauen. Icon_smile

Zitat:Abgesehen vom Alter hast du nämlich kaum wirklich Charakterzüge gesetzt, kleine Macken oder Ticks. Zumindest bei Heinrich - als Hauptfigur dieser Geschichte - wäre sowas vielleicht ganz gut.

So etwas lässt sich aus der Sicht eines Pagen vielleicht auch gut beschreiben. Icon_smile

Zitat:Hier ist es mir sehr aufgefallen mit der Beschreibung: Du sagst nichts als seine Dicke zu beschreiben. Außerdem neigst du dazu, zu beschreiben, was "man" sieht, hört, denkt, annimmt, ... das ist das Problem mit dem fehlenden Erzähler. "Man" liest sich immer sehr neutral und fern. Hier in diesem Satz würde ich generell auf die Alterseinschätzung verzichten und entweder seine Fülligkeit noch etwas beschreiben oder einen anderen Aspekt hervorheben (hält er vllt irgend etwas in der Hand, mit dem er herumspielt? Hat er eine Geste, die er wiederholt, wenn er nervös wird? ...)

Auch diesen Aspekt werde ich beachten müssen... Icon_smile

Noch mal herzlichen Dank für deine vier Kommis hintereinander. Jetzt liegt es an mir, die Tipps zu Herzen zu nehmen. Icon_smile

MfG,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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