Es ist: 30-09-2020, 20:49
Es ist: 30-09-2020, 20:49 Hallo, Gast! (Registrieren)


Im Vertrauen
Beitrag #1 |

Im Vertrauen
Im Vertrauen

Nichts geht mehr
im
Herz-Verstand
alles zerfressen
alles
schlecht

Die Knöchel brennen
weichen nicht mehr
vom Gesicht
das steinern harrt

Hinter Mauern ringen Schreie Tränen
nieder
mit dem Gefühl
auf den Boden


Gnadenlose Ohnmacht
warum
gehst du
kommst du
nicht?

© 29.01.11

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #2 |

RE: Im Vertrauen
Hallo Addi,

es ist lange her, dass du dieses Gedicht eingestellt hast - und noch kein Kommentar. Wahrscheinlich weil es schwierig ist, es von neutraler Warte aus zu kommentieren.

Im Vertrauen. Der Titel klingt, als würde das Gedicht den Leser beiseite nehmen, einmal raus aus dem Trubel, für ein Gespräch unter vier Augen. Oder eher vier Ohren, zwei Anwesenden, denn fast scheint es wie ein Flüstern ins Ohr.

Da steckt viel Verzweiflung in den Zeilen, Ausweglosigkeit, eben die Ohnmacht der letzten - stärksten - Strophe, die sowohl da als auch nicht da scheint, in Erwartung eines tieferen Schlags, der vielleicht in einen Schlaf führt. Wieder hier mit fest geballten Fäusten. Der Herz-Verstand, vielleicht etwas wie Bauchgefühl, das versagt. Zerfressener Verstand, schlechtes Herz. Dieses Gefühl, sich selbst für den Moment nicht mehr ausstehen zu wollen, vielleicht auch ohnmächtig ergeben der eigenen Hilflosigkeit gegenüber der Situation. Die doch nach außen recht beherrscht wirkt, fast gar nicht vorhanden, die tiefen Furchen im Gesicht vielleicht auch nur Ausdruck einer durchwachten Nacht. Warum? Wer stellt schon diese Frage und hofft nicht auf das Beste.
Tränen mit dem Gefühl auf den Boden, ja. Gefühl zuerst und der Körper drückt es platt, dass es noch schwerer wirkt: schwerer wird, hier etwas anderes zu fühlen. Der ganze Körper liegt ja drauf.

Ich möchte dir hier keine Verbesserungsvorschläge machen, das ist auch nicht nötig. Eigentlich möchte ich dir nur zeigen, wie es auf mich wirkt. Und ich denke, ich könnte damit ganz gut liegen.

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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Beitrag #3 |

RE: Im Vertrauen
"Im Vertrauen",
ja, es war ein Gedicht für jemanden. Auch wenn dieser jemand es wohl weder sonderlich beachtet hat noch es verstanden weiß.
Ich kann nichts mehr über dieses Gedicht sagen. Nur soviel, dass Deine Interpretation stimmt. Aber daran lag auch nie ein Zweifel. Cowsleep

Grüße
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

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