Es ist: 21-10-2020, 23:41
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5 Wörter Teil 18 (abgeschlossen)
Beitrag #1 |

5 Wörter Teil 18 (abgeschlossen)
Hallihallo,
ich freu mich immernoch über meinen überraschenden Sieg. Mrgreen Icon_jump

Hier also die neuen Wörter:

Wortlos - Sehnsucht - Blutbad - Schicksal - Zuflucht

Für diejenigen die es noch nicht kennen:
Es gilt aus den Wörtern einen kurzen Text, oder Gedicht zu basteln. Ihr habt dazu vier Wochen lang Zeit, danach wird ein Sieger gekürt, der die nächsten Wörter aussuchen darf.

Viel Spaß,
Lady



Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

RE: 5 Wörter Teil 18
Geile Wörter für ein tolles Spiel! Vielen Dank Lady!

Bis bald.

Porter


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Beitrag #3 |

RE: 5 Wörter Teil 18
Da sich hier nichts mehr getan hat, ich den Wörtern aber gerne noch eine Chance geben will, gibts eine Fristverlängerung bis zum 9. April.
Also rafft euch auf und verbaut die Wörter. (ob Text oder Gedicht ist vollkommen egal)

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #4 |

RE: 5 Wörter Teil 18
"Es ist dein Schicksal!"
"Schicksal? Was ist mit meinem Willen? Mit dem, was ich will?"
"Kind ..."
"Nenn mich nicht, Kind! Wenn du Todessehnsucht hast, bitte. Aber lass mich da raus!"
"Deine Herkunft ..."
"Lässt mir keine andere Wahl. Natürlich! Bist du es nicht Leid, wie eine kaputte Schallplatte zu klingen?"
Wortlos blickten sie einander an.
"Dein Vater ..."
"starb in einem verdammten Blutbad!"
"Das stimmt." Seufzen. "Aber es gibt keine Zuflucht, gibt kein Versteck. Nicht mehr."
...

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #5 |

RE: 5 Wörter Teil 18
(/me schreibt an einer Geschichte zum Thema ... aber irgendwie hat sich die Zeit auf und davon gemacht ... Icon_wink)

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

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Beitrag #6 |

RE: 5 Wörter Teil 18
Besser spät als nie ... ich hab Zeugen, dass die Geschichte rechtzeitig fertig geworden ist, ich wollte sie nur noch jemandem vorlesen. Icon_smile
@Addi
Deine Kurzgeschichte gefällt mir, sie drückt so viel aus *lacht*. Da begehrt wohl jemand auf gegen das Klischee des auserwählten Helden. Icon_wink


Wortlos - Sehnsucht - Blutbad - Schicksal - Zuflucht

Bez.: Macquatân-Fragment IIIc
Klassif.: vermutlich extraterrestrisch
Zust.: leicht beschädigt

***

Ein oranger Funke inmitten grün-grauer, raschelnder Düsternis. Kaum mehr als ein Flackern und doch viel zu scharf zu sehen vor der verwachsenen Kulisse des Urwalds - ein erleuchteter Schutzkreis, der die Dunkelheit aussperrte.
Zwei Schatten zeichneten sich ab vor der Flamme, der eine eher gedrungen, der andere schlank und hochgewachsen, mit einer seltsamen, kegelförmig zulaufenden Fortsetzung des Kopfes … die vermutlich einen Hut darstellte.
„Also für mich sieht das sehr nach Selbstverstümmelung aus ...“
Der Gedrungene musterte sein Gegenüber durch eine etwas zerkratzte Brille, sein rechter Mundwinkel war zu einem verhaltenen Grinsen nach oben gezogen.
Unbeirrt ritzte der andere mit einer langen, feinen Nadel Schriftzeichen in die obere Kante seines Daumens – das Schreibwerkzeug reflektierte das Licht des Lagerfeuers auch noch einen Tick unter dem für das menschliche Auge sichtbaren Ende.
„Haut kann man nicht verlieren, Regen zerstört sie nicht und sie nimmt keinen Platz weg – da nehme ich die geringen Schmerzen demütig in Kauf, Herr.“
Der Schreiber blickte nur kurz von seiner Arbeit auf und strich den hohen Kragen seiner Robe aus dem Gesicht, der dort mit seiner Kante recht vorwitzig die Wange malträtierte.
Wortlosigkeit deckte die Lichtung zu wie schwerer Dunst – gelegentlich durchsetzt von dem Knacken eines verbrennenden Zweiges, dem Rascheln des umliegenden Unterholzes oder dem Schrei eines Nachtvogels.
Der Brillenträger begann unruhig zu werden – immer wieder änderte er seine Sitzhaltung, strich sich mit einer Hand verwuschelte Haare aus dem Gesicht, räusperte sich. Schließlich rutschte er zum Schreiber hinüber und blickte ihm über die Schulter, die grauen Augen wurden klein, als er versuchte die winzigen Symbole zu entziffern.
„Du schreibst von dir selbst in der dritten Person, Chrem? Ist das nicht etwas seltsam?“
Zum ersten Mal unterbrach Chrem seine Tätigkeit – er schob die Schreibnadel in den Haarknoten, der hinten unter dem Hut hervorlugte, und leckte vorsichtig mit der Zungenspitze über sein Werk.
„Ihr solltet nicht mit mir sprechen, Herr. Ihr seid die Hauptperson, ich bin nur der Chronist. Dies ist Eure Geschichte.“
Der Angesprochene knurrte mit zusammengeschobenen Augenbrauen. Dann zögerte er einen knappen Moment.
„Und du solltest mich nicht Herr nennen!“
Der Schreiber hob die von spitz zulaufenden Polstern gezierte Schultern.
„Ihr seid ein Halbgott, Herr.“
Die Antwort war ein verhaltenes Schnauben.
„Da wo ich her komme, wäre es Gotteslästerung, sich für einen Gott zu halten.“
„Dann seid froh, dass ich Euch nur Herr nenne.“
Der Mund des Brillenträgers blieb in der Erwiderung gefroren, klappte lautlos wieder zu.
„Ach ...“, brummte er, während er zurück zu seiner Tasche krabbelte.
„Du solltest ein bisschen dankbarer sein, immerhin bin ich der Kerl, der das Feuer an bekommen hat – gut dass die Streichhölzer nicht nass geworden sind.“
Leben kam in Chrems schlaksigen Körper, der seine Chronik wieder aufgenommen hatte; mit gerunzelter Stirn blickte er sich um, dann schob er eine Hand unter seine Kopfbedeckung und kratzte sich an der Kante.
„Seid Ihr sicher, dass das eine so gute Idee war, Herr? Wer weiß, welche Raubtiere das Feuer anlockt ...“
Sein Gegenüber suchte nach einer bequemen Sitzhaltung, schlug zunächst die Beine untereinander, um sie dann ächzend auszustrecken, schließlich schüttelte er den Kopf.
„Quatsch. Feuer vertreibt wilde Tiere … hab ich gelesen.“
Er räusperte sich.
„Aber was kann schon passieren – abgesehen davon, von scharfen Klauen im Schlaf zerfetzt zu werden, und in einem Blutbad zu verenden?“
Verzogene Mundwinkel und ein etwas verkniffenes Auge zeugten davon, dass der Brillenträger sich den Spruch wohl witziger vorgestellt hatte, als er nun in den Ohren nachklang.
Seufzend langte er nach seiner Umhängetasche, deren Farbe sich recht gut dem Waldboden angepasst hatte.
„Seltsam ist allerdings, dass da überhaupt Streichhölzer drin waren. Ich frage mich sowieso, wer die eigentlich gepackt hat?“
Das Geräusch eines sich öffnenden Reißverschlusses erklang.
„Da ist überhaupt nichts von dem drin, was ich normalerweise mitnehme … an eine Wasserflasche zum Beispiel, denke ich nie.“
Er lachte trocken, während er einen Schluck nahm und das Gefäß zu Chrem hinüber warf. Der hektische Schein der Flammen brach sich in ihrer durchsichtigen Oberfläche und der Schreiber fragte sich unwillkürlich aus welchem Material sie wohl bestehen mochte.
„Oder die hier, die läuft doch noch nicht einmal.“
Eine goldglänzende Taschenuhr war in der Hand des Herrn erschienen, ein Druck auf die Krone und sie klappte auf.
Für Augenblicke blieb die einzige Bewegung in seinem Gesicht das tanzende Feuer, in Brillengläser gerahmt.
„Ähm, sie lief jedenfalls nicht, als ich sie das letzte Mal aufgemacht habe.“
Er schloss und öffnete die Uhr wieder, als könnte er so einen Traum verscheuchen – es folgte ein Kopfschütteln.
„Aber das ist überhaupt kein Sekundentakt … und regelmäßig ist es auch nicht.“
Chrem versuchte mit zusammengekniffenen Lidern einen Blick auf den Zeitmesser zu erhaschen, er konnte mit der Gravur auf der Hülle jedoch wenig anfangen - ein seltsames Gefährt, darüber eine Wolke.
„Was plant Ihr für morgen, Herr?“, fragte er schließlich, nachdem sein feines Utensil das letzte Wort mit einem sanften Bogen beendet hatte.
Der Angesprochene beschäftigte sich weiterhin intensiv mit seiner Uhr, tippte dagegen und hielt sie sich ans Ohr.
„Morgen?“
Sein konzentriert nach unten gebogener Mund klarte auf, während er anscheinend nur langsam in das Jetzt zurück fand.
„Ach so. Joa … wir müssen das Tor wiederfinden, oder zumindest eine Zuflucht für die nächsten Nächte. Hoffe nur, dass der blöde Fluss uns nicht zu weit fortgespült hat.“
Ein Rascheln im Unterholz ließ beide Reisende herumfahren. Einige Atemzüge verstrichen, ehe sie sich wieder entspannten.
„Karl May ...“, murmelte der Halbgott.
„Bei Karl May hab ich mal gelesen, dass man nach schimmernden Augen Ausschau halten muss, das Feuer spiegelt sich in ihnen.“
Das zischende Luftholen, das folgte, unterstrich allerdings nicht unbedingt Selbstsicherheit.
„Das Buch ist das Gedächtnis der Weisen!“, rezitierte Chrem daraufhin, auch um seinem Herren Mut zu machen.
Als Antwort ein schnaubendes Lachen.
„Na ja, es ist ein Abenteuerroman … und ein Freund von mir behauptet immer, dass May es nur abgeschrieben hat. In meiner Welt hat man es nicht nötig, sich ernsthaft mit dem Überleben in der Wildnis auseinanderzusetzen – zumindest nicht in dem Teil aus dem ich stamme.“
Der Brillenträger strich sich einige Haarsträhnen über die Stirn, von links nach rechts und seufzte leise.
Währenddessen griff Chrem nach einem der dreieckigen Blätter, die in großer Vielzahl den Boden bedeckten und zerrieb es zwischen seinen Fingern.
„Woher wollt Ihr dann wissen, dass wir uns nicht in eurer Welt befinden? Vielleicht eben in einem anderen Teil?“
Weiß-blaue Bilder aus seiner Heimat Celeste stiegen vor seinen Augen auf wie Seifenblasen – und zerplatzten ebenso schnell.
Sein Gegenüber lehnte sich zurück, mit den Armen hinterm Rücken abgestützt.
In seinen Augen schimmerte mehr als bloß das Licht des Sternenmeeres – Sehnsucht?
„Meine Welt hat nur einen Mond.“
Der Chronist neigte seinen Kopf zur Seite und musterte den Nachthimmel ebenfalls.
„Vielleicht ist es Euer Schicksal, so weit zu reisen, wie Euch die Füße tragen.“
„Das mag sein. Aber Zuhause wartet jemand auf mich.“

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Beitrag #7 |

RE: 5 Wörter Teil 18
Hallo!

Hier ein kurzer Text von mir mit den fünf Worten:

Wortlos - Sehnsucht - Blutbad - Schicksal - Zuflucht

Wortlos dachte ich über die Sehnsucht nach, die ich immer noch empfand, wenn ich ihr Bild betrachtete. Und dann dachte ich an das Blutbad; von dem man mir erzählte, das ich aber selbst nicht gesehen hatte. Zum Glück nicht - den Schock hätte ich vermutlich nicht überlebt. Ich suchte Zuflucht, in dem ich mich abschottete. Hingehen und mir den Ort des Geschehens ansehen, konnte ich erst Wochen später. Und dann stand ich da, auf dem Bürgersteig und betrachtete diese riesigen, inzwischen eingetrockneten Blutlachen auf der Straße. Und die Kerben, die das Motorrad in den den Stein des hohen Bürgersteiges geschlagen hatte, beim Versuch der Fahrerin, die schleudernde Maschine unter Kontrolle zu bringen ...
Sie hatte kaum eine Chance, wie mir ein Polizist später erklärte. Ein Autofahrer soll beteiligt gewesen sein, der auf der Gegenfahrbahn fuhr und sie streifte. Mitten in der Kurve. Vielleicht ist sie über die Mittellinie hinaus geraten, das ist ungeklärt.
Mit einem flauen Gefühl im Magen, drehte ich mich zu der Hausmauer um, auf die sie schließlich geprallt ist. Soll sofort tot gewesen sein; Genickbruch. Unfassbar! Sie wurde zurück auf die Fahrbahn geschleudert und von einem Auto überfahren, deshalb all das Blut. Ich trocknete meine Tränen mit einem Taschentuch und verließ diesen Ort, an dem das Schicksal seine unbeugsame Hand über meine Freundin gehalten hat. Im Auto, als ich zurück nach Hause fuhr, weinte ich die ganze Zeit und schwor mir, in Zukunft einen großen Bogen um diesen Ort zu machen.


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Beitrag #8 |

RE: 5 Wörter Teil 18
@Addi
Wir haben Konkurrenz bekommen. Icon_jump
(/me hat heute morgen festgestellt, dass erst heute der 9. April ist - vergesst das mit dem Bezeugen und so *lacht*)

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Beitrag #9 |

RE: 5 Wörter Teil 18
Icon_aufsmaul der böse Konkurrent lauert schon ... Mrgreen


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Beitrag #10 |

RE: 5 Wörter Teil 18
Hallo ihr,

wie schön, dass ihr euch noch den Wörtern angenommen habt. Icon_smile

Zitat:(/me hat heute morgen festgestellt, dass erst heute der 9. April ist - vergesst das mit dem Bezeugen und so *lacht*)

Und ich hatte mich schon gewundert. Icon_rolleyes

Bevor ich den Sieger bestimmen muss, erstmal was zu den einzelnen Werken:

@Addi: Ganz kurz und trotzdem spürt man irgendwie den Konflikt zwischen den beiden. Schön. Icon_smile
@Welti: Uii, zwei Reisende, der Herr und sein Schreiber mitten im Urwald. Schade, dass es nicht weitergeht, mich würde interessieren, was aus ihnen wird. Die beiden sind mir symphatisch. ^^
@Sigurd: Kurz und dramatisch würd ich mal sagen. Icon_wink Gefällt mir auch gut, wenns noch länger gewesen wäre, wärs wohl zu schmalzig geworden.

Wie soll ich mich da jetzt entscheiden? Icon_confused Also gut, nach längerem hin und her überlegen (und weil ich mich ja entscheiden muss) überreiche ich den Pokal an: Sigurd. Einfach weil der Text genau die richtige Länge hat und genau die Stimmung rüberbringt, die ich mir bei den Wörtern gedacht hab.
(Welti, du bist mein persönlicher Sieger der Herzen, für die punktgenaue Abgabe. Icon_bussi )

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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