Es ist: 13-04-2021, 20:08
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Epic Nick - Akt 2 (Teil 2 von x)
Beitrag #1 |

Epic Nick - Akt 2 (Teil 2 von x)
Sanyasala, etwas spät kommt nun Teil 2, auf Wunsch etwas länger als üblich - viel Spaß beim Lesen und ich freue mich natürlich immer über Kommentare!



Akt 2 (Teil 2 von x)

Urd erinnerte sich am schnellsten und ihre Mundwinkel zuckten.
„Das ist eine gute Wahl“, gab sie zu, „Es ist das Schicksal dieses jungen Mannes, eine bedeutende Rolle im Weltengeschick zu spielen ... ursprünglich sollte er mal ein Held werden, der Beschützer eines Reiches, aber letztendlich haben wir einen anderen gewählt.“
„Ach richtig“, lächelte Skuld. „Der Kerl müsste noch ein junger Spund sein, natürlich aus wenig bedeutendem Umfeld, sonst wäre er nicht für den Heldenposten in Frage gekommen.“
Tods Frau nickte.
„Dann nehmt diesen.“
„Ja, das passt, das passt gut“, murmelte Urd und Tods Frau schritt zufrieden durch den Schatten wieder zurück zur Unterwelt.
Die drei Schicksalsgöttinnen sahen ihr verstimmt nach.
„Tusse“, zischte Skuld und ließ sich auf ihre Wurzelbank plumpsen. „Was machen wir denn jetzt?“
„Sprich nicht so über die Dame!“, entgegnete Urd scharf. Verdandi warf ihr einen mahnenden Blick zu und seufzte tief.
„Uns bleibt wohl nichts anderes übrig, als ihren Wunsch zu erfüllen“, sagte sie. „Und unseren Gefallen zurückzuzahlen.“
„Nick“, grummelte Urd. „Nick ... Wenn er von seinem Schicksal wüsste, würde er es sich bestimmt nicht so vorstellen.“

Die kraftvollen Farben der Morgenröte hatte Nick schon immer am liebsten gemocht, doch nun waren sie schon dem bleichen Licht des hereinbrechenden Tages gewichen. Mit tiefem Bedauern ging Nick seinen Weg von der Mühle her und fühlte, wie auch in seinem Inneren wieder die Gegenwart mit ihrer schrecklichen Leere sein Bewusstsein erreichte.
Sie ist nicht mehr da, nicht mehr da, einfach weg!
Es lastete schwer auf seinem Herzen, dagegen war das Gewicht der Mehlsäcke, die er trug, unbedeutend. Schritt für Schritt voran in eine Zukunft ohne Jill, das hätte er sich niemals vorstellen können. Der Weg war staubig und zog seinen Blick an, er starrte darauf, in seine Gedanken.
Wie konntest du das tun, Jill?
Natürlich hörte sie seine Gedanken nicht – nicht mehr, er hatte ihr doch immer alles erzählt! – und das verschlimmerte alles nur noch. Die Götter schienen ein grausames Spiel zu spielen.
Schritt für Schritt.
„Hallo, mein Junge!“, rief ihm da eine Stimme zu.
Ausgeblichene Haarsträhnen rahmten Nicks Sichtfeld, als er hastig aufsah. Längst hätte er sie wieder kürzen müssen, aber er konnte sich nicht dazu aufraffen.
„Hallo Onkel“, antwortete er lahm. „Ich gehe zur Bäckerei.“
„Guter Junge, schön am Ackern.“ Sein Onkel nickte ihm betont fröhlich zu, wahrscheinlich hatte sein Vater ihn geschickt. „Sag mal, möchtest du nicht mal wieder zu mir kommen? Wieder ein bisschen üben?“ Lächelnd ahmte er die Bewegungen eines Schwertkämpfers nach, so wie in den Lektionen, die er seinem Neffen gegeben hatte.
„Ach, ich weiß nicht.“ Nick senkte den Blick. „Ich habe noch einiges zu tun, weißt du ...“
„Quatsch nicht rum.“ Ein Seufzer und die Stimme seines Onkels wurde ernst. „Wir wissen alle, dass es nicht leicht ist, seine beste Freundin zu verlieren. Auch wir haben jemanden verloren, selbst wenn wir ihr nicht so nahe standen wie du, Nick – aber das Leben läuft nun ohne sie weiter und du musst Schritt halten, sonst strauchelst du.“
Nick dachte über diese Worte einige Momente, in denen er bewegungslos verharrte, nach. Drehte die Weisheit in seinen Gedanken und versuchte, ihren tieferen Sinn zu erfassen. Dachte an Jill.
„Tut mir Leid, Onkel“, sagte er schließlich und setzte sich wieder in Bewegung. „Aber ich kann nicht.“
Er ließ den enttäuschten Mann hinter sich und erreichte bald den Dorfplatz, in dessen Mitte eine etwas unbeholfen gehauene Statue ihre steinernen Schwingen ausbreitete. Alle hatten ihren Teil zu dem Schmuckstück des Dorfes beigetragen, selbst die Kinder hatten an den Krallen gefeilt – und er, Nick, hatte bei den Schwanzfedern helfen dürfen, was ihm den Neid von Jill eingetragen hatte ... Ihr Platz in dieser Welt war nun leer, auf einen Schlag verloren. Und doch erwartete etwas in Nick immer noch, sie jeden Moment zu erblicken – als ob ihre Gestalt immer in seinen Augenwinkeln tanzte.
Der Platz war nicht verlassen. Neben dem Steinadler hatte jemand einen kleinen Schießstand aufgebaut, an dem sich einige Jugendliche mit dem Bogen übten. Nick, obwohl im selben Alter, hatte lieber zum Schwert gegriffen, doch nun schien ihm der Traum von der Ausbildung zum Wächter irrelevant. Und dort, aus dem Haufen der Dorfjugend herausragend, stand er.
Die Mehlsäcke plumpsten zu Boden, Nick sah gar nicht hin. Sein Blick hing starr gefesselt an der Gestalt des Jungen, dem jede von Jills letzten Tränen geweiht gewesen waren. Der jener glückliche Mann hätte werden können, mit dem Jill ihr Leben geteilt hätte, ihre Liebe.
„Marc“, flüsterte Nick. „Marc.“ Er begann zu rennen, vergaß das Mehl, achtete nicht auf die anderen – es gab nur noch ihn und diesen Kerl, der gerade den Bogen sinken ließ.
„Marc!“ Mit voller Wucht stießen die beiden zusammen. Marc hatte sie halb zu ihm umgedreht, als Nick ihn zu Boden warf. Der Bogen fiel, während sein Besitzer sich abzufangen versuchte, und gleichzeitig den Angreifer abwehren wollte. Nick sah nur noch einen Wasserschleier, der ihm die Augen verbrannte, und prügelte halb blind auf seinen Gegner ein.
„Du verdammter Mistkerl!“
„Nick! Bist du verrückt geworden? Nick!“, rief Marc gegen die Attacken an und griff verzweifelt nach Nicks Handgelenken. Ein Schlag traf seine Brust, der nächste verfehlte nur knapp seine Nase – Nick hockte halb über ihm, halb lag er im Staub. Die meisten Umstehenden waren gewichen, aber einige versuchten ebenfalls, den Angreifer aufzuhalten.
„Nein!“ Heiße Wut machte Nick das Atmen schwer und die vereinten Kräfte der anderen zerrten ihn von seinem Gegner. „Du bist schuld!“
„Hör mir doch zu, Nick!“
Der Junge wehrte sich gegen die vielen Hände, die ihn gepackt hielten. Staub verklebte seine Tränen und er schluchzte.
„Du verdammtes Arschloch! Wegen dir hat sie sich umgebracht, nur wegen dir!“
„Glaubst du, ich wollte das?“, schrie Marc ihn an und rappelte sich keuchend auf. Nick sog Luft ein, fand aber keine Antwort. Er sah zu Boden, seine Lippen bewegten sich, ohne dass er einen Ton abgab, und seine Wut löste sich in Verzweiflung auf. Marc stieß einen seiner Freunde weg, der ihn wegziehen wollte, und richtete sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf.
„Wie hätte ich das ahnen können?“, fragte er leise. „Ich habe ihr doch nur gesagt, dass ich sie nicht ... dass ich nicht das empfinde, was sie empfindet.“
„Sie hat dich geliebt.“ Nicks Stimme war heiser und das Weinen schüttelte seinen Körper. „Und dann hat sie sich umgebracht!“ Eine kurze Pause entstand, bis Nick sich wieder in den Griff bekam. Seine Lippen zitterten noch, aber er sah wieder auf. Verquollene, rot geränderte Augen, die Marc anstarrten. „Es tut mir Leid.“
„Schon gut.“ Marc versuchte, seine schmerzende Lunge zu ignorieren, und klopfte Nick zögerlich auf die Schulter. Seine beiden Freunde, die Nick festgehalten hatten, lösten ihre Griffe und traten schließlich beiseite. Ein Häuflein Elend blieb von dem Jungen, der eben noch wie ein wildes Tier auf ihn losgegangen war.
„Ich weiß, dass Jill und du, na ja, wie Geschwister gewesen seid“, bemerkte Marc etwas hilflos und tastete nach seinem Taschentuch.
Nick wandte rasch den Blick ab, vielleicht etwas zu rasch. Sein Gesicht war knallrot und die Tränenspuren brannten auf seinen Wangen.
„Hmhm“, meinte er verlegen und schniefte. „Tut mir ... wirklich Leid, Marc. Ich weiß auch nicht ...“
„Ich versteh schon.“ Marc seufzte tief. „Ich bin ja auch fertig deswegen.“
Doch Nick hatte sich schon eilig umgedreht und schlurfte zu den Mehlsäcken zurück. Immer noch schniefend schulterte er sie, wankte aber. Die Rippen taten ihm weh und sein Herz hämmerte schmerzhaft dagegen.
Wie Geschwister ...
Nick dachte an die vielen gemeinsamen Stunden, bis seine Gedanken ganz wund waren von diesen glücklichen Erinnerungen. Immer war Jill da gewesen, solange er denken konnte. Und immer hatte er angenommen, dass sich das nie ändern würde – bis sie nur noch von Marc geredet hatte. Davon, mit ihm später zusammenzuziehen. Ihn zu heiraten.
Wann hatte er angefangen, diesen Platz für sich selbst vorzusehen?
„Entschuldige, junger Mann“, unterbrach eine Stimme seine wirbelnden Gedanken. Mechanisch einen Fuß vor den anderen setzend war er bis zum Dorfeingang gekommen, an dessen Nähe man die Bäckerei schon riechen konnte. Der verlockende Duft von Brot und Kuchen flocht sich zwischen den von Staub, dem begonnenen Dorfalltag – und dem muffigen von den schweren Reiseumhängen, die die drei fremden Frauen umgelegt hatten. Nun, eine Frau, eine Greisin und ein Mädchen, vielleicht vier, fünf Jahre jünger als er selbst. Letzterer schauten die Enden von Tüchern aus dem Kleid hervor, was Nicks Blick fesselte.
„Was?“, schnauzte die Kleine, aber die Greisin – ihre Großmutter wahrscheinlich, oder sogar noch älter – griff fest nach ihrer Schulter.
„Wir brauchen nur ein wenig Hilfe“, wandte sich die mittelalte Frau freundlich an ihn. „Wie heißt du?“
„Nick“, antwortete er mechanisch und schielte wieder zu den beiden anderen Fremden, die einander grimmig ansahen. „Hilfe?“
„Oh ja, wir sind mit dem Karren gekommen und stecken geblieben. Es wäre wunderbar, wenn du uns helfen könntest, den Karren wieder zu befreien.“ Sie klimperte ein wenig mit den Augen und lächelte. Nick sah in Richtung Bäckerei. Er kam sowieso schon viel zu spät, der Bäcker würde ihn tadeln, aber würde er es nach der Geschichte auch so meinen? Nein, entschied Nick. Er ließ die Mehlsäcke neben dem Palisadentor zu Boden gleiten und lehnte sie an die Baumstämme.
„Klar“, sagte er und versuchte unauffällig, sich die Tränenspuren abzuwischen. Jede Arbeit kam ihm gelegen, um sich wenigstens ein bisschen abzulenken – von Jill ...
„Gut“, raunte die Alte. „Dann können wir endlich los, ja.“
Es klang nicht wie eine Frage und Nick folgte den drei Fremden zum Dorf hinaus.
„Nick also“, sagte die Kleine im Plauderton. „Du siehst ja ganz ordentlich aus – bist sicher sehr begehrt.“ Sie grinste anzüglich, was Nick zur Seite weichen ließ. Irritiert sah er zu der freundlichen Frau, die die Kleine mahnend anstieß.
„Genau“, polterte die Alte von hinten los. „Der arme Junge hat gerade erst seine große Liebe verloren, also sei nicht so ein kleines Biest!“
Nick blieb ruckartig stehen.
„Woher wisst Ihr das?“, stieß er hervor und fühlte schon wieder die Tränen aufsteigen. „Das ist unmöglich! Wer seid Ihr und ...“
„Da hast du es!“ Die Alte schnaubte die jüngste Fremde an.
„Ja, er heult gleich los“, antwortete sie schnippisch. „Wie schlimm.“
„Jetzt wird das nichts mit der sanften Art.“ Die freundliche Frau klang bedauernd und trat einen Schritt auf den verharrten Nick zu. „Tut uns Leid, Nick – nun ja, zumindest mir ...“
So schnell, dass er nicht reagieren konnte, traten alle drei wie ein Wesen auf ihn zu. Die sich aufbauschenden Umhänge umhüllten ihn in muffige Schwärze, in die er einsank wie in einen Tümpel. Wie ein plötzlicher Nebel verhüllten sich seine Gedanken und verblassten, bis er das Bewusstsein vollständig verlor.

Fortsetzung folgt...

Hm, etwas problematisch war natürlich die Abgrenzung der Nornen für Nick, aber ich glaube, ich habe das einigermaßen hinbekommen - vielleicht mal interessant, eine andere Sicht auf die drei Chaotikerinnen zu bekommen. Auf jeden Fall würde mich aber interessieren, ob ihr die Trauer von Nick als zu dick aufgetragen bewertet, besonders zu Beginn dieses Parts ...

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

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Beitrag #2 |

RE: Epic Nick - Akt 2 (Teil 2 von x)
Hi Trinity,
ich bin zur Zeit in Kommentierstimmung und daher schreibe ich zu der Fortsetzung von "Epic Nick" auch wieder was. Icon_smile

Zitat:„Tusse“, zischte Skuld

Tja, man weiß nie, was hinter dem Rücken über einen gesagt wird. Icon_wink

Zitat:Es lastete schwer auf seinem Herzen, dagegen war das Gewicht der Mehlsäcke, die er trug, unbedeutend.

Das "Es" ist irgendwie komisch an der Stelle. Vielleicht ersetzt du es durch ein passendes Nomen?
Sonst finde ich den Satz aber sehr gelungen. Pro

Zitat:eine etwas unbeholfen gehauene Statue ihre steinernen Schwingen ausbreitete.

Vielleicht schreibst du kurz, was die Statue darstellen soll, so bekommt man kein Bild in den Kopf.

Zitat:Und doch erwartete etwas in Nick immer noch, sie jeden Moment zu erblicken – als ob ihre Gestalt immer in seinen Augenwinkeln tanzte.

Sehr schöner Satz! Überhaupt kommt jetzt ein bisschen Melancholie rein, was du sehr gut umsetzt. Ich bin nur gespannt, wie und wann du den Humor dann wieder reinbringst, dass die Melancholie und der Humor sich nicht beißen.

Zitat:Neben dem Steinadler

Ein Steinadler also! Erwähn das doch einfach früher.

Zitat:der Bäcker würde ihn tadeln, aber würde er es nach der Geschichte auch so meinen?

"Das hatte ich nicht so gemeint!", ist ja eher eine Entschuldigung, daher will das hier nicht so recht passen, vielleicht eher "aber wäre er nach der Geschichte immer noch dieser Meinung?" Oder aber ungefähr so: "aber nach der Geschichte würde er seine Meinung sicher revidieren."

Zitat:„Nick also“, sagte die Kleine im Plauderton. „Du siehst ja ganz ordentlich aus – bist sicher sehr begehrt.“ Sie grinste anzüglich, was Nick zur Seite weichen ließ. Irritiert sah er zu der freundlichen Frau, die die Kleine mahnend anstieß.
„Genau“, polterte die Alte von hinten los. „Der arme Junge hat gerade erst seine große Liebe verloren, also sei nicht so ein kleines Biest!“
Nick blieb ruckartig stehen.
„Woher wisst Ihr das?“, stieß er hervor und fühlte schon wieder die Tränen aufsteigen. „Das ist unmöglich! Wer seid Ihr und ...“
„Da hast du es!“ Die Alte schnaubte die jüngste Fremde an.
„Ja, er heult gleich los“, antwortete sie schnippisch. „Wie schlimm.“
„Jetzt wird das nichts mit der sanften Art.“ Die freundliche Frau klang bedauernd und trat einen Schritt auf den verharrten Nick zu. „Tut uns Leid, Nick – nun ja, zumindest mir ...“

Toller Schluss! Icon_cool

@trauer von nick:

Was ich mir gut vorstellen könnte, wäre, dass du Nick praktisch abgegrenzt vom Humor machen würdest, dass du seine Gedanken praktisch in den weiteren Teilen nicht lustig machst und er ebenso so abgetrennt von dem Lustigen steht... Weißt du, was ich meine?
Auf jeden Fall beschreibst du schön die Gefühlsschwankungen, aber eben auch nicht zu ausführlich.

Fazit:
Ich habe wieder nur wenige Fehler gefunden und sonst war es wieder toll. Pro
Daher, gern gelesen,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #3 |

RE: Epic Nick - Akt 2 (Teil 2 von x)
Sanyasala, du treuer Leser Icon_smile

(20-05-2011, 22:47)rex noctis schrieb: ich bin zur Zeit in Kommentierstimmung und daher schreibe ich zu der Fortsetzung von "Epic Nick" auch wieder was. Icon_smile
Es freut mich immer wieder!

Zitat:
Zitat:„Tusse“, zischte Skuld

Tja, man weiß nie, was hinter dem Rücken über einen gesagt wird. Icon_wink
Mrgreen

Zitat:
Zitat:Es lastete schwer auf seinem Herzen, dagegen war das Gewicht der Mehlsäcke, die er trug, unbedeutend.

Das "Es" ist irgendwie komisch an der Stelle. Vielleicht ersetzt du es durch ein passendes Nomen?
Sonst finde ich den Satz aber sehr gelungen. Pro
"Dieses Bewusstsein" vielleicht? Hm, ich bin mir da nicht sicher. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich da bei Gelegenheit ein unpassendes Nomen herausgestrichen hatte ...
Zitat:
Zitat:eine etwas unbeholfen gehauene Statue ihre steinernen Schwingen ausbreitete.

Vielleicht schreibst du kurz, was die Statue darstellen soll, so bekommt man kein Bild in den Kopf.
Dann hätte ich eine Wiederholung drin ... hm, mal sehen ... Eigentlich hast du ja recht.
Zitat:
Zitat:Und doch erwartete etwas in Nick immer noch, sie jeden Moment zu erblicken – als ob ihre Gestalt immer in seinen Augenwinkeln tanzte.

Sehr schöner Satz! Überhaupt kommt jetzt ein bisschen Melancholie rein, was du sehr gut umsetzt. Ich bin nur gespannt, wie und wann du den Humor dann wieder reinbringst, dass die Melancholie und der Humor sich nicht beißen.
Das zu lösen wird schon ein etwas schwierigeres Unterfangen sein. Mal sehen, wie du die Lösung dann siehst Icon_wink

Zitat:
Zitat:Neben dem Steinadler

Ein Steinadler also! Erwähn das doch einfach früher.
Okay, ich gebe auf.

Zitat:
Zitat:der Bäcker würde ihn tadeln, aber würde er es nach der Geschichte auch so meinen?

"Das hatte ich nicht so gemeint!", ist ja eher eine Entschuldigung, daher will das hier nicht so recht passen, vielleicht eher "aber wäre er nach der Geschichte immer noch dieser Meinung?" Oder aber ungefähr so: "aber nach der Geschichte würde er seine Meinung sicher revidieren."
"immer noch" oder "revidieren" würde nicht passen, weil es voraussetzen würde, dass der Bäcker schon etwas gesagt hätte. Ich meinte eher, dass er ihn vielleicht tadeln würde, aber eher nachlässig, weil er ja um seine tiefe Trauer weiß. Der Bäcker würde es also nicht wirklich so meinen.

Zitat:
Zitat:„Nick also“, sagte die Kleine im Plauderton. „Du siehst ja ganz ordentlich aus – bist sicher sehr begehrt.“ Sie grinste anzüglich, was Nick zur Seite weichen ließ. Irritiert sah er zu der freundlichen Frau, die die Kleine mahnend anstieß.
„Genau“, polterte die Alte von hinten los. „Der arme Junge hat gerade erst seine große Liebe verloren, also sei nicht so ein kleines Biest!“
Nick blieb ruckartig stehen.
„Woher wisst Ihr das?“, stieß er hervor und fühlte schon wieder die Tränen aufsteigen. „Das ist unmöglich! Wer seid Ihr und ...“
„Da hast du es!“ Die Alte schnaubte die jüngste Fremde an.
„Ja, er heult gleich los“, antwortete sie schnippisch. „Wie schlimm.“
„Jetzt wird das nichts mit der sanften Art.“ Die freundliche Frau klang bedauernd und trat einen Schritt auf den verharrten Nick zu. „Tut uns Leid, Nick – nun ja, zumindest mir ...“

Toller Schluss! Icon_cool
Zwei Welten prallen aufeinander ... Nick findet das sicher nicht so toll, könnte ich mir vorstellen Mrgreen

Zitat:Was ich mir gut vorstellen könnte, wäre, dass du Nick praktisch abgegrenzt vom Humor machen würdest, dass du seine Gedanken praktisch in den weiteren Teilen nicht lustig machst und er ebenso so abgetrennt von dem Lustigen steht... Weißt du, was ich meine?
Auf jeden Fall beschreibst du schön die Gefühlsschwankungen, aber eben auch nicht zu ausführlich.
Schön, dass ich es offensichtlich getroffen habe, das richtige Mischungsverhältnis Icon_smile Er steht wirklich in der Planung, etwas abgegrenzt und vor allem menschlicher zu sein als dieser doch eher klischeelastige Humorteil ... Was nicht heißt, dass er keine Sprüche bringen wird :D

Zitat:Ich habe wieder nur wenige Fehler gefunden und sonst war es wieder toll. Pro
Wow, wieder ein tolles Urteil - danke schön!

Alles Liebe,
Trin

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
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Beitrag #4 |

RE: Epic Nick - Akt 2 (Teil 2 von x)
Hallo Trin,

dieser Teil spielt aber schon nach dem Prolog und nach Nicks Auferstehung? Denn er selbst hat ja die Image-Kampagne vorgeschlagen und damit quasi dafür gesorgt, dass er in der Gesellschaft wieder anerkannt wird (?) Oder spielt dieser Teil vor dem Prolog? Nein, das würde ja keinen Sinn machen, rein von der Kausalität her. Trotzdem kann ich diesen Teil in der Richtung nicht so gut einordnen.

Edit: Oh Mann ... beim Lesen von Lannas Kommentar ist mir aufgefallen, dass ich die ganze Zeit Nick und Okonor verwechselt hab. Dann macht das natürlich auch Sinn, dass Nick noch nicht tot ist. Mist. Vllt kannst du trotzdem was mit dem Kommentar anfangen. Ohje, wie peinlich! Doh

Nick trauert um seine beste Freundin, die sich wegen eines anderen das Leben genommen hat (im Zug der Tod'schen Anteilserhöhung) und für ihn wohl etwas mehr gewesen ist. Und dann kommen auch noch die Nornen - die du für mich ganz gut darstellst. Es stockt da kaum.

Insgesamt merkt man in diesem Teil, dass dir der Nornen-Part sehr leicht fällt, der Trauer-Part von Nick dir dagegen einige Schwierigkeiten bereitet hat. Es ist schwierig mit der Trauer und für meinen Geschmack hast du wirklich ein bisschen dick - oder vllt ein bisschen zu sehr in eine Richtung - aufgetragen. Der Trauer-Part zieht sich ein sehr langes Stück hin, ohne dass du darin Informationen zur Einordnung gibst oder sonst wirklich weiterkommst. Im Vergleich zum bisherigen Verlauf der Geschichte ist es da einfach zu viel. Am einfachsten ließe sich vllt das Gespräch mit dem Onkel kürzen (oder streichen?)
Ich finde, dass du insgesamt sehr klassische Bildersprache benutzt, du schreibst von "schrecklicher Leere", "tiefem Bedauern", "es lastete schwer auf seinem Herzen". Das ist nicht sehr originell und erreicht mich deswegen auch nicht so sehr. Es ist schwer, da Tipps für andere Bildersprache zu geben, aber ich weiß, dass du es hinkriegen kannst, das etwas Individueller zu gestalten. Und dann musst du vllt gar nichts kürzen. Nur im Moment wirkt es so ... uninspiriert.

Auch die Szene mit Marc ... für mich schaffst du es nicht, da die Lebendigkeit reinzubringen. Erst scheinen sie allein und Nick geht auf Marc los, dann sind da doch viele Leute, die Nick davon abhalten wollen. Dann ist es plötzlich vorbei und Nick wird von zwei Freunden festgehalten. Wo kommen denn die ganzen Leute her? Diese Rangelei habe ich deshalb nur schwer vor Augen.

Insgesamt ist es mir ziemlich schwer gefallen, Nick zu folgen. Nicht, weil es inhaltlich so komplex wäre, sondern weil es streckenweise aus oben genannten Gründen holprig zu lesen war und ich auch Nicks Rolle in der Gesellschaft nicht einordnen konnte. Letztlich war es zum Lesen auch ein unvorbereiteter Bruch, dass Nick in dieser bisher so fröhlich erzählten Geschichte so von der Trauerkeule erschlagen wurde.

Anmerkungen:
Zitat:murmelte Urd und Tods Frau schritt zufrieden durch den Schatten wieder zurück zur Unterwelt.
Das "wieder" kannst du eigentlich streichen. Du sagst ja dann "zurück", ...
Zitat:„Tusse“, zischte Skuld
Mrgreen Mein Lacher für diesen Teil.
Zitat:Es lastete schwer auf seinem Herzen, dagegen war das Gewicht der Mehlsäcke, die er trug, unbedeutend.
Hm, vllt wirkt das Bild stärker, wenn du vorher erwähnst, dass er die Mehlsäcke trägt und man sich hier nur auf den Vergleich konzentrieren kann, anstatt auch noch das Bild um getragene Mehlsäcke ergänzen zu müssen. Ich finde es immer schwierig, wenn Beschreibung und Emotion so gemischt werden, das eins nur ein Nebennebensatz des anderen ist, auch wenn beides wichtig ist.
Zitat:und das verschlimmerte alles nur noch.
"alles", was denn alles? Seine Situation vllt?
Zitat:Die Götter schienen ein grausames Spiel zu spielen.
Na, nicht ganz die Götter. Aber der Weg ist gut, junger Mann.
Zitat:„Hallo, mein Junge!“, rief ihm da eine Stimme zu.
Schreibst du mit Absicht ein märchenhaftes "Da"? Sonst wäre vllt eine Ortsangabe (von hinten, aus Richtung der Mühle, vom Feld, aus einem Fenster, ...) passender.
Zitat:Nick dachte über diese Worte einige Momente, in denen er bewegungslos verharrte, nach.
Auch hier verschachtelst du zwei Informationen, die nichts miteinander zu tun haben. Von der Reihenfolge her - und zur besseren Vorstellung - sollte er vllt erst verharren und dann nachdenken. Sonst bleibt er in meiner Vorstellung mittendrin stehen (oh nee, halt, der steht!)
Zitat:Der Platz war nicht verlassen.
So ein negativer Satz schreibt sich zwar schnell, aber im Grunde bläht er die Geschichte nur unnütz auf. Warum beschreibst du nicht direkt, was Nick sieht / was sich auf dem Platz befindet? Dadurch würde hier nichts verloren, sondern eher etwas Raum gewonnen werden Icon_smile
Zitat:Und dort, aus dem Haufen der Dorfjugend herausragend, stand er.

Die Mehlsäcke plumpsten zu Boden, Nick sah gar nicht hin.
Da du mit "stand er" geschlossen hast, habe ich erst gedacht, Nick würde nicht zu den Mehlsäcken schauen, aber das stimmt ja nicht. Da du direkt danach beschreibst, was Nick sieht, würde ich "Nick sah gar nicht hin" einfach streichen.
Zitat:Marc hatte sie halb zu ihm umgedreht
Tippfehler: sich
Zitat:Marc versuchte, seine schmerzende Lunge zu ignorieren
Perspektive: Du schreibst doch aus Nicks Sicht, was interessiert uns, ob Marcs Lunge schmerzt? Icon_wink
Zitat:Seine beiden Freunde, die Nick festgehalten hatten, lösten ihre Griffe
Hier sind die Freunde ... wo kommen die plötzlich her?
Zitat:bis zum Dorfeingang gekommen, an dessen Nähe man die Bäckerei schon riechen konnte
nicht eher: "in dessen Nähe"?
Zitat:Nun, eine Frau, eine Greisin und ein Mädchen, vielleicht vier, fünf Jahre jünger als er selbst.
Die Greisin und das Mädchen, sind gut. Aber Frau? Ist das nicht ein bisschen wenig? Wenn es passt, dann vllt: "Eine Greisin, ein Mädchen und eine Frau, die ihre Mutter sein könnte" oder etwas in der Art?
Denn Frauen sind ja alle drei, hm?

Kurze Pause und dann auf zum vorerst letzten Teil Icon_smile
Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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Beitrag #5 |

RE: Epic Nick - Akt 2 (Teil 2 von x)
Hiho Trin!

Direkt von der Optik fällt natürlich der sehr kurze erste Absatz und die Leerzeile auf. Wieso hast du das kleine Stückchen nicht noch unter Teil 1 gehangen? Leerzeilen sind doch immer eine verdammt gute Stelle, um einen Bruch zu machen.

Zitat: „Das ist eine gute Wahl“, gab sie zu, „Es ist das Schicksal
Punkt statt Komma hinter das »zu« oder »es« kleinschreiben.

Zitat: Wenn er von seinem Schicksal wüsste, würde er es sich bestimmt nicht so vorstellen.
Naja, wenn er von seinem Schicksal wüsste, müsste er es sich überhaupt nicht vorstellen … oder wie ist das gemeint?

Jetzt schwenken wir also zu Nick – dem Namensgeber und deshalb vermutlich der eigentlichen Hauptperson der Geschichte. Mir stellt sich hier die Frage, ob der Prolog mit den Untoten überhaupt nötig gewesen wäre … Kommen die nochmal vor? Vermutlich schon, aber irgendwie …
Also zum jetzigen Zeitpunkt (ohne das Wissen, wie es weitergeht) fände ich es sinnvoller ohne den Prolog. Ich mag es in Geschichten allerdings auch, direkt mit der Hauptperson anzufangen oder zumindest direkt nach dem Prolog. Dadurch, dass zuerst Okonor vorgestellt wird, dann Tod und seine Frau, Lilith, die Nornen und dann erst Nick … hm … man hat so halt ingesamt drei Ebenen, von denen nur eine eindeutig wichtig ist und das ist die von Nick (weil die Geschichte halt nach ihm benannt ist).
Mit meiner recht geringen Aufmerksamkeitsspanne hab einfach auch ein Problem, wenn Personen eingeführt werden, die dann erstmal eine Zeitlang gar keine Rolle mehr spielen (und bei ihrer Einführung auch keine erkennbar wichtige Rolle hatte), so dass sie in Vergessenheit geraten.
Ich vermute zwar, dass Nick recht schnell auf die Untoten stoßen wird, aber selbst dann könnte man sie ja dann einführen, wenn Nick sie kennenlernt.
Gut, ich hab den Untoten-Teil auch vom Lesen her nicht so toll gefunden, damit hat das natürlich auch zu tun.

Na, ich lass dich mal mit meinen Gedanken stehen und lese weiter Icon_wink

Zitat: hatte Nick schon immer am liebsten gemocht, doch nun waren sie schon dem bleichen Licht des hereinbrechenden Tages gewichen.
das zweite »schon« kann man getrost streichen

Zitat: Der Weg war staubig und zog seinen Blick an, er starrte darauf, in seine Gedanken.
fehlt am Ende noch ein »versunken«? Icon_wink

Zitat: Die Götter schienen ein grausames Spiel zu spielen.
Ah, neben Gott™ gibt es auch noch »Götter«

Zitat: „Hallo Onkel“, antwortete er lahm. „Ich gehe zur Bäckerei.“
Hehe, bäuerliche Umgebung: Check, aufgewachsen beim Onkel: Check – lass mich raten: Nick ist ein Waisenkind, aber tatsächlich lebt sein Vater noch irgendwo und ist der Bösewicht Mrgreen (oder seine Eltern haben sich geopfert, um Nick zu retten).

Zitat: wahrscheinlich hatte sein Vater ihn geschickt.
Oh, schade

Zitat: „Wir wissen alle, dass es nicht leicht ist, seine beste Freundin zu verlieren.
Ah, okee – direkt am Anfang dachte ich schon, dass sie tot ist, aber bei »Wie konntest du mir das antun« ging der Gedanke doch Richtung »Trennung« … hier wird aber klar, dass Jill dann wohl eine der Selbstmörderinnen ist

Zitat: Der jener glückliche Mann hätte werden können, mit dem Jill ihr Leben geteilt hätte, ihre Liebe.
Aso, Jill ist die Schwester? Bis hierhin dachte ich, sie wäre die Freundin. Oder war sie »nur« eine Freundin und nicht DIE Freundin? *ratlos*

Zitat: Marc hatte sie halb zu ihm umgedreht, als Nick ihn zu Boden warf.
»sich«

Zitat: seine Lippen bewegten sich, ohne dass er einen Ton abgab,
»einen Ton abgeben« klingt merkwürdig (finde ich). Vielleicht eher »ohne dass er einen Ton von sich gab« oder »ohne dass ein Ton über sie hinweghuschte« oder sowas?

Zitat: Marc stieß einen seiner Freunde weg, der ihn wegziehen wollte,
das erste könnte man durch »zur Seite / von sich« ersetzen, oder das zweite durch »der ihm aufhelfen wollte«, »der ihn fortziehen wollte«

Zitat: Ein Häuflein Elend blieb von dem Jungen,
Ich bin mir unschlüssig mit der Alterseinschätzung von Nick. Am Anfang hätte ich ihn auf 16-20 geschätzt (einfach weil es DAS typische Alter für angehende Helden ist, und wegen der Freundin / Trennung); inzwischen sinkt die Grenze nach unten allerdings, vor allem die Bezeichnung »Junge« … hm … hier wirkt er jünger, 14-16 eher.

Zitat: „Ich weiß, dass Jill und du, na ja, wie Geschwister gewesen seid“,
Ah, also sehr gute Freunde. Gut.

Zitat: bis seine Gedanken ganz wund waren von diesen glücklichen Erinnerungen.
gefällt mir Pro

Zitat: und ein Mädchen, vielleicht vier, fünf Jahre jünger als er selbst.
Hm, dann lag ich mit meiner 16 wohl relativ richtig?

Zitat: Letzterer schauten die Enden von Tüchern aus dem Kleid hervor, was Nicks Blick fesselte.
Hier würd ich noch konkreter werden: »von Tüchern aus dem Dekolleté hervor«; nirgendwo sonst gucken die Tücher ja raus, oder? Icon_wink

Öhm … also mich hat dieser Teil total rausgerissen. Die Sache mit den Zombies ist skurril und überzeichnet, Tod + Frau und die Geschäfte mit Lilith sind abstrus.
Bei den Nornen hab ich ja schon angemerkt, dass ich da keine Lacher mehr fand – und als es mit Nick losgeht, dachte ich noch, jetzt kommt hier die Parodie eines Helden aber stattdessen bin ich plötzlich bei einem depressiven Teenager, der seiner toten Freundin nachtrauert … Für mich – und das ist halt einfach Geschmackssache – ist dieser Sprung viel zu krass.
Ich hasse es auch in Komödien, wenn irgendwann und unweigerlich der dramatische Moment kommt, wenn irgendwer stirbt oder lebe wohl sagt oder sonst was. Hat für mich in einer Komödie nix verloren. Zumindest nicht in dem Ausmaß, in dem es oft breitgewalzt wird.
Deshalb fand ich die ganze Einführung von Nick irgendwie unpassend.

Mir fällt spontan natürlich nichts ein, wie man einen trauernden Teenager lustig verpacken könnte – aber über Parodie und Satire lässt sich bestimmt was machen. Falls du das überhaupt willst.

Ich persönlich mag es halt, wenn die Atmosphäre konsequent durchgehalten wird oder sich eben in einem nachvollziehbaren Bogen verändert. Hier ist es mir einfach zu abrupt, der Bruch zu hart.
In den ersten Zeilen dachte ich wirklich noch, das läuft auf eine Parodie raus, so der arme, kleine Bauernjunge, der so gerne die Welt sehen will und daheim in Depressionen verfällt, weil er nicht darf oder so.
Zu einer richtig dramatischen Darstellung passt der viel zu lockere Schreibstil allerdings nicht. Meiner Meinung nach.

Bei mir ist das aber auch ganz schlimm, wenn ich ins Kino gehe / einen Film gucke, wo der Trailer weiß Gott was verspricht, zum Beispiel eine Komödie; und der eigentliche Film ist dann ganz anders, zum Beispiel keine Komödie Mrgreen - da kann der Film so gut sein, wie er will, normalerweise werde ich nicht mehr mit ihm warm.
Will heißen, wenn meine Erwartungshaltung nicht erfüllt wird, sackt meine Laune ab, das mag ich einfach nicht *schulterzuck*
Mir ist eine einheitliche Linie einfach sehr wichtig.

Ich hoffe, ich konnte mich erklären
Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

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What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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