Es ist: 22-11-2019, 14:21
Es ist: 22-11-2019, 14:21 Hallo, Gast! (Registrieren)


So weit das Leben trägt (2 von 4) (1878 S.D.)
Beitrag #1 |

So weit das Leben trägt (2 von 4) (1878 S.D.)
Es war so viel Arbeit und ich habe absolut keine Ahnung wie verständlich und gut das nun alles geworden ist. Tatsache aber ist, dass dieses Projekt immer mehr zu einem Werk (zumindest in meinem Kopf) heranreift, das vieles was ich jemals geschrieben habe, für mich persönlich, in den Schatten stellt. Ich bin also sehr gespannt auf Meinungen zu dieser Fortsetzung. Zwei Teile werden vermutlich noch folgen. Schon jetzt, herzlich Danke an alle die, die sich die Mühe machen möchten zu kommentieren.



~*~ ~*~ ~*~

Wenn ich nochmal von vorne anfangen könnte;
Millionen Meilen weit weg von hier ...
(Johnny Cash - Hurt)

~*~ ~*~ ~*~

So weit das Leben trägt (2)

Schreie ertönten. Eine ganze verdammte Menge davon und ehe John wirklich wusste, was geschehen war, richtete er sich wieder im Sattel auf. Vollkommen unverletzt. Verwirrt blickte er in Rehauges verzerrtes Gesicht. Der Narr begann erneut zu lachen, ließ sein Pferd wild hin und her tänzeln und schrie; den Colt nun in die Luft abfeuernd, während er mit seiner Linken einen zweiten zog. Und doch erreichte der Wahnsinn seine Augen nicht. Etwas war anders als früher. Beschwerter. Fast glaubte John die gleiche Müdigkeit in seinen Blicken zu erkennen, die ihn selbst nur schwer zur Ruhe kommen ließ. Ein weiteres Kreischen ertönte, doch dieses ging durch Mark und Bein. John blickte hinter sich und in das Antlitz einer fassungslosen Frau, die panisch zu Schluchzen begann. Weinend schlang sie ihre Arme um ein blutbesudeltes Kind; kaum älter als Acht. Das, was einmal seine rechte Hand gewesen war, schien zertrümmert und zerfetzt zu gleichen Teilen.
Aus Adams Pistolenlauf züngelten kleine Rauchfontänen gen Himmel, suchend nach Vergebung, doch der Atem des jungen Mannes wischte sie fort. Seine Augen strahlten vor Vergnügen, die Luft vibrierte. Im nächsten Moment trieb Rehauge sein Pferd herausfordernd nah an John heran und machte so für alle Bewohner dieses verfluchten Städtchens überdeutlich, dass sie zusammengehörten. Verbannte damit das letzte halbe, unerträgliche Jahr aus dem Fokus dieser scheußlichen Gegenwart, denn nur als Einheit würden sie nun noch überleben können. Verschmolzen für diese Flucht. Oder zum Sterben verdammt. Jede andere Möglichkeit, jeden anderen Gedanken, verbannte John.
Der Moment gefror zur Unendlichkeit.
Adam sah ihn erwartungsvoll an, während sich der lähmende Schock der Meute im Sekundentakt zu legen begann. Die Anzugjackenträger würden sogleich voller Heldenmut zu ihren blank polierten Waffen greifen. Und sie würden, wenn John es nicht verhinderte, ihn und Rehauge über den Haufen schießen. Einfach so, um sich dafür auf die Schultern klopfen zu lassen und dann, wohlfein, auf ihre Gräber zu pissen.
John zog zum zweiten Mal an diesem Tag seinen schwarzen US-Navy Colt. Er entsicherte im Ziehen und bemerkte, wie Adams Haltung sich veränderte, sein Blick durchdringender wurde, als versuchte er seine Gedanken zu lesen. Er wirkte rastloser als jemals zuvor. Und überaus bereit.
Für ihn schien es keinen Ausweg mehr zu geben. Außer einen.
Gale nickte kaum merklich, aber altvertraut. Und Adam ... verstand. Kurz schimmerte Verwirrung in seinen braunen Augen, dann purer, willfähriger Zorn. Doch John machte sich nicht die Mühe darüber nachzudenken, stattdessen gab er seinem Pferd die Sporen, suchend nach dem schnellsten Ausweg aus der Stadt. Und Rehauge folgte ihm, sicherte seinen Rücken. Wie früher. Nun noch wilder geworden feuerte er seine Waffen ab, doch dieses Mal nicht in die Luft. Dumpfe Schreie erklangen, dann ein weiteres peinvolles Kreischen.
John blickte nicht zurück, rammte seine Sporen noch tiefer in die Seiten des Pferdes und hetzte das gequälte Tier gnadenlos die letzten Meter der Holzfassaden entlang, gejagt von Blicken und Kugeln, die seinen Tod verlangten. Zwei ganz mutige Idioten versuchten ihm den Weg zu blockieren, gaben Schüsse ab und starben, ehe John sich überhaupt bewusst geworden war, was er tat. So wie immer. Töten ging ihm leicht von der Hand. Doch die Leichtigkeit schien, in manchen Momenten, mit ihm in die Jahre gekommen zu sein und war nun ein äußerst unverlässlicher Gefährte. Anders als sonst. Als früher. Vor seiner Frau. Vor Adam. Anders als noch vor vier Jahren.
Eine umher taumelnde Frau, scheinbar zu dumm, um Deckung zu suchen, wurde von den donnernden Hufen seines Pferdes überrannt, während die letzten Anbindepfosten, Häuser und Hütten an John vorbeirauschten. Rücksichtlos floh er weiter und preschte schon Minuten später durch das immer staubiger werdende Land. Gemeinsam, Seite an Seite mit Adam Chonnely, jagten sie über die Steppe, bis die Schüsse endgültig verstummten und der Himmel sich zu verdüstern begann. Niemand würde ihnen folgen, nicht in dieses von Gott vergessene Land. Nicht bei diesem heraufziehenden Sturm.
„Du verdammter Hurensohn“, brach es plötzlich aus John heraus. Er wollte nicht hier sein. Wollte endlich zu seiner verstaubten, vermutlich seit Jahren schon eingestürzten Farm. Um dort zu krepieren. Nicht hier. Selbst überrascht von seinem brodelnden Jähzorn riss er an den Zügeln seines Pferdes, nahm das unwillige Schnauben des Tieres hin und glich die aufbäumenden Bewegungen aus. Schäumender Schweiß klebte an den Flanken seiner Neuerwerbung.
„Ts ts ts ts. Nicht aufregen, alter Freund.“ Adam drosselte das Tempo wesentlich einfühlsamer. Er ließ die Zügel schleifen, lenkte das Tier allein durch Gewichtsverlagerung und ritt, einen Halbkreis beschreibend, näher an John heran; ganz nebenbei seine Waffen ladend. Rehauge lächelte, doch seine verschissene Überlegenheit schien im rasenden Galopp verloren gegangen zu sei. Der vorhin aufgeflammte Zorn verschwunden, an seine Stelle Müdigkeit getreten.
„Du hast den Verstand verloren!“
„Beruhige dich.“ Adams Stimme klang mahnend. In seinen Augen funkelten ernstzunehmende Schatten. Lichtspiele, die John auf eine äußerst verwirrende Art und Weise erkennen ließen, wen er vor sich hatte. Nicht Rehauge. Nicht den Jungen, der an seiner Seite gemordet hatte. Nein. So unmöglich es auch immer für ihn gewesen war, das vor Jahren längst verlorene Kind hinter dem ganzen abgrundtiefen Hass zu erkennen: jetzt sah es ihn aus erwachsenen Augen an. Reifer als er es für möglich gehalten hätte oder selbst je gewesen war.
„Einen verdammten Scheiß werde ich tun“, schnappte John. Dann senkte er den Blick. „Das mit dem Jungen hättest du nicht tun dürfen.“
„Gewissensbisse?“, spöttelte Adam seelenruhig. „Wir haben schon Schlimmeres getan.“
„Wir?“ Gale blickte fassungslos auf. „Niemals habe ich ein Kind verletzt.“
„Nein“, bestätigte Adam tonlos. „Das hast du anderen überlassen.“
Donner grollte über das Land. Ein Blitz zuckte.
Gale schwieg. Er dachte an die unzähligen, schlaflosen Nächte zurück, die er damit verbracht hatte alle Schuld von sich zu weisen, sich selbst zu überzeugen. Doch sein Herz, sofern es sich denn zu melden wagte, schrie leise flüsternd etwas anderes.
„Ich habe damals gedacht … .“
„Du hast gedacht! Was hast du gedacht? Was?“
Gale zuckte zusammen. Schluckte zu bitter für seinen Geschmack und erinnerte sich an Staub, Tod und einen unschuldigen Jungen mit rehbraunen Augen, der vor vier Jahren um eine Möglichkeit gebettelt hatte, sich als Mann zu beweisen. Die Mörder seiner Familie wollte er jagen und John hatte ihm ein Kind vorgesetzt, erwartet, Adam würde schreiend oder weinend davonlaufen, doch stattdessen hatte der Junge zwei Leben beendet. Das eigene eingeschlossen, das schlussendlich vor sechs Monaten den letzten Rest an Sinn verlor. Doch wer war er schon, über Sinn und Unsinn zu philosophieren? John runzelte grimmig die Stirn. Seine Augen brannten, als sich seine Gedanken zu verformen wagten und ihn wieder auferstehen ließen: den Tag der Tage. Die Stunde, als Rehauge den letzten Schuldigen gestellt hatte, ihn langsam ausblutend noch lauter schreien ließ. Es kam ihm vor wie gestern. Verstört und weltverloren hatten ihn diese braunen Augen danach angeblickt. Keine Erlösung, kein Glück, nur Fassungslosigkeit war in Adam zurück geblieben. Und danach nur noch mehr Hass. Zu nichts Besserem oder Anderem hatte ihm seine Rache verholfen.
Gale schüttelte den Kopf und spuckte geräuschvoll aus. Die ersten Regentropfen berührten seine Haut. Die Zeit, seine vielleicht größte Schuld zu bezahlen, war gekommen.
„Lassen wir das, Adam. Lassen wir es sein. Nimm deine Rache und dann scher dich zur Hölle. Ich bin es leid, das alles. War es schon lange.“ Müdigkeit, unendliche Müdigkeit pochte lähmend durch Johns Adern, als er den schwarzen Colt aus den Fingern gleiten ließ. Gras streckte sich dem Himmel entgegen, dem nach Leben stinkendem Regen. Das mit Staub geschmückte Grün verhöhnte ihn. Er würde also doch hier verrotten, fern seiner früher einmal geliebten Heimat. Fern von ihr.
Adam starrte ihn finster an. „Das ist mir nicht genug, Johnny-Boy“, feixte er und schob seine Waffe zurück in den Gurt. „Nicht annähernd genug.“ Er nahm die Zügel wieder auf und umkreiste Gale lauernd, während der gestohlene Braune nervös zu tänzeln begann. „Wenn ich dich einfach nur hätte übern Haufen schießen wollen, dann wäre das passiert. Drüben in Dead Wood oder in Millcounty, als du dachtest mich längst losgeworden zu sein.“

zurück ...
weiterlesen ...
Vorgeschichte: Totgelebt (1874 O.H)

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #2 |

RE: So weit das Leben trägt (2)
Da Teil 1 nichts ohne Teil 2 ist, nun also noch ein Kommi, ob du es nun willst oder nicht. Icon_wink

Zitat:Es war so viel Arbeit und ich habe absolut keine Ahnung wie verständlich und gut das nun alles geworden ist. Tatsache aber ist, dass dieses Projekt immer mehr zu einem Werk (zumindest in meinem Kopf) heranreift, das vieles was ich jemals geschrieben habe, für mich persönlich, in den Schatten stellt.

-- Ui, noch ein Großwerk? Du kommst doch kaum mit Zurian voran.
Halt dich ran, dass wir das mit 50 zu lesen bekommen. ^^

Zitat:Schreie ertönten. Eine ganze verdammt Menge davon und ehe John wirklich wusste, was geschehen war, richtete er sich wieder im Sattel auf. Vollkommen unverletzt.

-- Das nenn ich mal eine Wendung. Ich dachte, der rutscht aus dem Sattel und hab mich gefragt, gut, was will sie dann jetzt noch erzählen. Icon_wink

Zitat:Verwirrt blickte er in Adams verzerrtes Gesicht. Der stupide Narr lachte immer noch, ließ sein Pferd absichtlich wild hin und her tänzeln und schrie; den Colt nun, nach dem ersten Schuss in seine Richtung, in die Luft abfeuernd, während er mit seiner Linken einen zweiten zog.
-- Wie hält sich der Mann im Sattel?

Zitat:Beschwerter und fast glaubte John die gleiche Müdigkeit in seinen Blicken zu erkennen, die ihn selbst nur schwer zur Ruhe kommen ließ.
-- Beschwerter? Was willst du damit sagen?

Zitat:Ein Schrei ertönte neben duzend anderen.

-- Dutzend. Icon_wink

Zitat:Doch dieser ging ihm durch Mark und Bein. Er blickte hinter sich und in das Antlitz einer fassungslosen Mutter, die panisch zu Schluchzen begann.

-- Weniger wäre hier mehr, glaube ich. Also: "in das Antlitz einer Frau, die (panisch) zu Schluchzen begann."
Dann kommt das mit dem Kind wie ein Faustschlag.

Zitat:Aus ihren Augen liefen Tränen, während sich ihr rechter Arm um den Leib eines kleinen Jungen schlang.

-- Auch hier sind die Adjektive eher störend. Ich denke, dass sie beide Arme nehmen würde, ihn umklammern würde, schreiend , es nicht wahr haben wollend. Das "klein" kann auch weg, denn kurz darauf sagst du, dass er 8 ist.

Zitat:Ein unschuldiges Kind. Blutbesudelt und zitternd; kaum älter als Acht.
-- Vielleicht könnte man auch das "unschuldig" streichen. Kinder sind ummer unschuldig, das wissen wir und haben wir schon unzählige Mal gehört. Lass lieber "blutbesudelt und "zitternd" wirken. Icon_wink

Zitat:Das, was einmal sein Händchen gewesen war, schien zertrümmert und zerfetzt zu gleichen Teilen.
-- Händchen? Nee. Etwas zu viel des Guten. Wir haben verstanden, dass er acht ist, klein und unschuldig. Hand reicht völlig.
Übrigens Absatz vor der Rede der Mutter.

Zitat:„Charlie, nein ... “, heulte die Frau, während ein schleimiger Faden über blassblaue Lippen rann.
-- Ist sie tot? Liest sich so.

Zitat:Rehauge lachte weiter. Aus dem Lauf seiner Waffe züngelten kleine Rauchföntennen gen Himmel; suchend nach Erlösung.
-- Hm, räusper. Ich mach mal, ja?
Aus dem Lauf seiner Waffe züngelten kleine Rauchfontänen gen Himmel, suchten nach Erlösund/ nach Erlösung suchend/ auf der Suche nach Erlösung.

Zitat:Doch der Atem des jungen Mannes wischte sie hinfort; durchdringende Augen strahlten vor Vergnügen.

-- Ich denke, er lacht? Hält er sich die Knarren dabei an die Lippen? Sieht sehr ulkig aus in meinem Kopf.

Zitat:Verbannte damit das letzte halbe, unerträgliche Jahr aus dem Fokus dieser scheußlichen Gegenwart, denn nur als Einheit würde sie nun noch überleben können.
-- Etwas umständlich und schwer zu fassen, obwohl schöne Idee. Musste etwas öfter lesen, um es zu begreifen. Ach, da fehlt ein "n"
Außerdem kann er ihn aber auch bedrohen. John, könnte ihn ja auch umhauen, vom Pferd boxen! Los John, zeigs ihm!

Zitat:Der Moment gefror zur Unendlichkeit.
-- Kenne ich irgendwoher. Icon_confused
Google sagt allerdings, dass du weltweit die einzige bist, die das so formuliert hat. ^^

Zitat:Einfach so; sich dafür auf die Schultern klopfen lassen, um dann, wohlfein, auf ihre Gräber zu pissen.
-- Mrgreen
Würd hier zu Schulter tendieren, deines ist aber nicht verkehrt.

Zitat:Gale zog zum zweiten Mal an diesem Tag seinen schwarzen US-Navy Colt. Er entsicherte im Ziehen und bemerkte wie Adams Haltung sich veränderte; sein Blick durchdringender wurde, als versuchte er Johns Gedanken zu lesen. Er wirkte rastloser. Und überaus bereit. Für ihn schien es keinen Ausweg mehr zu geben. Außer einen.
Gale nickte; kaum merklich aber altbekannt. Und Adam ... verstand. Verwirrung schimmerte in seinen braunen Augen; dann purer, willfähriger Zorn.
-- ?? Ich verstehe John nicht. Und Adam? Auch nicht. Er bekommt doch, was er wollte, oder nicht? *verwirrt ist*

Zitat:Doch John machte sich nicht die Mühe darüber nachzudenken, stattdessen gab er seinem Pferd die Sporen; suchend nach dem schnellsten Ausweg aus der Stadt.
-- Hier eine Stelle, zu der sag ich im Fazit was.

Zitat:Und Rehauge folgte ihm; sicherte seinen Rücken.
-- Hierzu auch.

Zitat:Wie früher. Nur schrie er lauter als gewöhnlich. Noch wilder geworden feuerte er zornig seine Waffen ab.
-- Zornig hattest du schon. Wilder reicht. Icon_wink

Zitat: Dieses Mal nicht in die Luft. Dumpfe Schreie erklangen. Dann ein unmenschlich peinvolles Kreischen.
-- Der schießt einfach auf alle? Why???

Zitat:John blickte nicht zurück, gab seinem Pferd die Sporen und hetzte das gequälte Tier gnadenlos die letzten Meter der Holzfassaden entlang; gejagt von Blicken und Kugeln, die seinen Tod verlangten.
-- das hast du oben bereits. Vielleicht: "rammte seine Sporen noch tiefer in die Seiten des Pferdes" oder so.
"gequält" würd ich streichen, ist überflüssig. Lass es lieber wiehern, oder so.

Zitat:Zwei ganz mutige Idioten versuchten ihm den Weg zu blockieren, gaben Schüsse ab und starben, ehe John sich überhaupt bewusst geworden war was er tat. So wie immer.
-- Das vielleicht durch Absatz trennen, um es hervorzuheben?

Zitat:Töten ging ihm leicht von der Hand. Doch die Leichtigkeit schien in die Jahre gekommen zu sein; war nun ein äußerst unverlässlicher Gefährte. Anders als sonst. Als früher. Vor seiner Frau. Vor Adam. Anders als vor sieben Monaten.
-- Wenn die Leichtigkeit in die Jahre gekommen ist, wäre ihm das Töten nicht so unbewusst gelungen. Ein kleiner Widerspruch.

Zitat:Eine kreischende Frau, scheinbar zu dumm um Deckung zu suchen, wurde von den donnernden Hufen seines Pferdes überrannt; es war zu spät gewesen, um noch auszuweichen. Die letzten Anbindepfosten und Hütten rauschten an John vorbei. Doch er hielt die Geschwindigkeit; floh rücksichtslos weiter und preschte bald darauf durch das immer staubiger werdende Land.

-- Das brauchst du nicht. Es ist verständlich, dass er nicht plötzlich stehen bleibt. Obwohl du darauf achten solltest, dass Pferde nicht ewig im gestreckten Galopp laufen können, also von Grün zu staubiger Landschaft.

Zitat:Gemeinsam, Seite an Seite mit Adam Chonnely, jagten sie über die Steppe bis die Schüsse entgültig verstummten und der Himmel sich weiter zu verdüstern begann. Niemand würde sie verfolgen; nicht in dieses von Gott vergessene Land.
-- Wurden sie verfolgt oder nicht? Das wird nicht ganz klar. So fehlen mir etwas die räumlichen/zeitlichen Abstände. Also wie weit sind die geritten?

Zitat:„Du verdammter Hurensohn“, brach es plötzlich aus Gale heraus. Er wollte nicht hier sein. Wollte endlich zu seiner verstaubten, vermutlich seit Jahren schon eingestürzten Farm.

-- Was hindert ihn, dorthin zu reiten?

Zitat:„Einen verdammten scheiß werde ich tun“, schnappte John. Dann senkte er den Blick. „Das mit dem … Jungen, das hättest du nicht tun dürfen.“
-- Scheiß groß. Icon_wink

Zitat:War es mein verdammter Fehler gewesen, nicht seiner? Kind das er und Narr der ich war?
-- Sehr seltsam formuliert! Müssten da nicht Kommata hin. *grübel*

Zitat:Müdigkeit; unendliche Müdigkeit pochte lähmend durch Johns Adern, als er den schwarzen Colt aus den Fingern gleitend zu Boden fallen ließ.

-- Doppelt gemoppelt.

Zitat:Gras streckte sich dem Himmel entgegen; dem nach Leben stinkendem Regen. Das mit Staub geschmückte Grün verhöhnte ihn. Er würde also doch hier verrotten; fern seiner früher einmal geliebten Heimat. Fern von [i]ihr.

-- Woher kommt eigentlich der Staub im Gras?

So,
was kann ich sagen.
Schriftlich: Wenige Fehler, recht flüssig, aber ...
1. Sind für meinen Geschmack zu viele Sätze drin, die mit "und" beginnen. Das liest sich unschön.
2. verwendest du zu häufig diese Kontruktionen - Name ist mir gerade entfallen - schlagend, suchend etc. Spärlich gesetzt wirkt das, doch zu häufig wirkt es nicht mehr. Im Gegenteil.
Ein Infinitiv mit zu oder das simple konjugierte Verb würden da besser passen. Selbes gilt für Kommata anstelle der Strichpunkte. Icon_wink

Inhaltlich finde ich es eigentlich spannend. Du verrätst vielleicht ein bissl viel und wie oben bereits erwähnt, finde ich es manchmal schwer dir zu folgen bzw. deine Charaktere nachzuvollziehen. Das mag an mir liegen oder aber am Werk, da solltest du abwarten, was andere sagen. Ansonsten gerne gelesen.

LG
Addi

PS: Du hast übrigens immer noch das Vier-Wochen-Projekt verlinkt.

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #3 |

RE: So weit das Leben trägt (2)
Hallo Sternchen,

ich fang einfach mal ohne großes Gelaber an zu lesen. Icon_smile

Zitat:Eine ganze verdammt Menge davon

verdammte

Zitat:Etwas war anders als früher. Beschwerter und fast glaubte John die gleiche Müdigkeit in seinen Blicken zu erkennen,

Hmm, ich bin ja seit neuestem ein Fan von „Ein-Wort-Sätzen“, weil man damit Worte so schön betonen kann, so hätte ich hier das mit „Beschwerter“ jedenfalls gemacht, oder halt dahinter einen Spiegelstrich gesetzt, einfach damit es noch betonter ist. Es gehört eher zum ersteren Satz, als in den zweiten. Aber so richtig gehört es ja in keinen von beiden. (versteht man mich?) Icon_panik

Zitat:Aus dem Lauf seiner Waffe züngelten kleine Rauchföntennen gen Himmel; suchend nach Erlösung.

Meinst du „Rauchfontänen“ ?

Zitat:Der Moment gefror zur Unendlichkeit.

Schöner Satz. Icon_cuinlove

Zitat:gejagt von Blicken und Kugeln, die seinen Tod verlangten.

Gefällt mir, wie du hier die Blicke und Kugeln gleichsetzt.

Zitat:Selbst überrascht von seinem brodelnden Jähzorn riss an den Zügeln seines Pferdes,

Hier fehlt ein „er“…

Zitat:nahm das unwillige Schauben des Tieres hin und glich die aufbäumenden Bewegungen aus.

… und hier ein „n“.

Zitat:Adam drosselte das Tempo wesendlich einfühlsamer.

wesentlich

Zitat:Er ließ die Zügel schleifen, lenkte das Tier allein durch die Bewegungen seiner schmalen Hüfte und ritt,

Also genau genommen, müsste er das Pferd, entweder mit dem Druck seiner Schenkel lenken, oder eben mit der Verlagerung seines Gewichtes. (Ich denke mal das du letzteres mit den Hüftbewegungen meinst) Icon_wink

Zitat:Verstört und weltverloren hatte ihn diese braunen Augen danach angeblickt.

hatten

Also das wird ja richtig spannend mit deinen beiden Cowboys. Besonders was da „zwischen“ ihnen abläuft. John scheint sehr müde zu sein, müde vom Leben, müde von seiner Vergangenheit. Während Adam, im krassen Gegensatz dazu voller Tatendrang zu sein scheint. Was auch immer er tun will … Das wissen wir noch nicht, deshalb bin ich umso gespannter auf die nächsten Teile.
Ich habs wahrscheinlich schon oft gesagt, aber ich mag deinen Schreibstil, ich hab sofort das Gefühl wieder „in“ der Geschichte zu sein, obwohl es leider schon so lange her ist, dass ich den ersten Teil gelesen habe.
Das Wilder-Westen-Szenario gefällt mir auch sehr gut, ich finde es lenkt den Blick auf die Menschen, da ist nichts, außer Gras und Staub, Revolver und schnaubende Pferde, sodass es für die Jungs eigentlich nur ums Überleben geht und gehen kann. Icon_smile
Sehr schön, ich bin wie immer begeistert und harre gespannt, der Dinge die da noch kommen mögen.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #4 |

RE: So weit das Leben trägt (2)
Hallo Sternchen Icon_smile,

du hast gesagt, für diese Geschichte braucht man vielleicht ein wenig Zeit, also gehe ich es langsam an - etwas bedächtig tun, das ist eh meine Stärke. Icon_wink

Zitat:Vollkommen unverletzt.
Wenn er tot wäre, wäre die Geschichte auch vorbei. Ich bin gespannt, was Adam vor hat.

Zitat:Der stupide Narr lachte immer noch
Ich meine mich zu erinnern, dass er sich am Ende des letzten Teiles "fasst - bevor er schoß". Heißt das nicht, dass er nicht mehr gelacht hat? Dann würde er wieder lachen. Icon_wink

Zitat:den Colt nun, nach dem ersten Schuss in seine Richtung, in die Luft abfeuernd, während er mit seiner Linken einen zweiten zog.
Der Satz ist mir zu konfus, bzw. ich muss ihn sehr langsam lesen, um nicht zu stolpern. Ich glaube ich würde das "nun" versetzen und zwar hinter den eingeschobenen Satz, weil man nach dem "nun" ein "nachdem" und kein "nach dem" erwartet. Ich glaube deshalb verlese ich mich. Also wäre mein Vorschlag: "den Colt, nach dem ersten Schuss in seine Richtung, nun in die Luft abfeuernd ..."
(Übrigens: verdammte Verschwendung von Patronen.)

Zitat:Und doch erreichte der Wahnsinn seine Augen nicht. Etwas war anders als früher. Beschwerter und fast glaubte John die gleiche Müdigkeit in seinen Blicken zu erkennen, die ihn selbst nur schwer zur Ruhe kommen ließ.
Weil Rache nur zu neuer Rache und Hass nur zu neuem Hass führt? Was ist wohl aus die geworden, Adam? Du warst 17, als ich dich das letzte mal las.

Zitat:Aus ihren Augen liefen Tränen
Ist recht lapidar beschrieben. Vielleicht "ihre Augen füllten sich mit Tränen, während ..."?

Zitat:Aus dem Lauf seiner Waffe züngelten kleine Rauchföntennen gen Himmel; suchend nach Erlösung.
Sehr schöner Satz. (Übrigens: Fontäne wird das geschrieben)

Zitat:Die Luft vibrierte.
Steht mir ein bisschen zu lose, zu abgehackt da. Möchtest du das als Stilmittel verwenden? Quasi blitzartige Eindrücke, die John treffen? Dann lass es so stehen - ansonsten würde ich es aber einbinden, vielleicht räumlich? Vorschlag: "zwischen alldem vibrierte die Luft." Transportiert in sofern auch etwas ruckartiges, weil auf einmal der Fokus auf die unbeachtete Leere zwischen den Dingen gelenkt wird, läse sich (für mich) aber gleichzeitig besser. Icon_smile

Zitat:Verbannte damit das letzte halbe, unerträgliche Jahr aus dem Fokus dieser scheußlichen Gegenwart, denn nur als Einheit würde sie nun noch überleben können.
Stimmt nicht ganz, wenn Gales jetzt Adam erschießen würde, wäre er dann nicht der Held bzw. vielleicht wäre die Verwirrung groß genug, dass er davon reiten könnte. Ich hätte es versucht. Icon_wink

Zitat:Und sie würden, wenn John es nicht verhinderte, ihn und Adam über den Haufen schießen. Einfach so; sich dafür auf die Schultern klopfen lassen, um dann, wohlfein, auf ihre Gräber zu pissen.
Aussage/Gedanke gefällt mir gut. Allerdings wären diese Männer dabei auch noch komplett im Recht gewesen (immerhin hat Adam gerade auch einfach so auf ein Kind geschossen) - also soll Gales sich nicht anpissen

Zitat:Er entsicherte im Ziehen und bemerkte wie Adams Haltung sich veränderte; sein Blick durchdringender wurde, als versuchte er Johns Gedanken zu lesen. Er wirkte rastloser. Und überaus bereit. Für ihn schien es keinen Ausweg mehr zu geben. Außer einen.
Ah, auch Adam denkt an einen Schußwechsel? Daran das Gales die Sache hier und jetzt beenden wollen würde?

Zitat:Und Adam ... verstand. Verwirrung schimmerte in seinen braunen Augen; dann purer, willfähriger Zorn.
Zorn, weil er nicht fliehen, sondern es beenden will?

Zitat:gejagt von Blicken und Kugeln, die seinen Tod verlangten.
Schöne Beschreibung.

Zitat:Anders als sonst. Als früher. Vor seiner Frau. Vor Adam. Anders als vor sieben Monaten.
Wie passt seine Frau da rein? Ich dachte die wäre noch früher, also überhaupt vor Gales' Outlaw-Dasein gewesen? Oder hat Gale versucht zu entkommen, sein altes Leben zu vergessen?

Zitat:Wollte endlich zu seiner verstaubten, vermutlich seit Jahren schon eingestürzten Farm. Um dort zu krepieren. Nicht hier. Nicht im Grün.
Ein besserer Ort zum Sterben, als andere. Irgendwie schon. Wo dein Bett, da nun dein Grab.

Zitat:Selbst überrascht von seinem brodelnden Jähzorn riss an den Zügeln seines Pferdes
er.

Zitat:Adam drosselte das Tempo wesendlich einfühlsamer. Er ließ die Zügel schleifen, lenkte das Tier allein durch die Bewegungen seiner schmalen Hüfte und ritt, einen Halbkreis beschreibend, näher an John heran;
Interessanter Gegensatz: Gales springt mit dem gekauften Pferd schlecht um, Adam mit den geklauten gut. Sagt uns das was?

Zitat:Nein. So unmöglich es auch immer für ihn gewesen war, das vor Jahren längst verlorene Kind hinter dem ganzen abgrundtiefen Hass zu erkennen: jetzt sah es ihn an. Erwachsener als er es für möglich gehalten hatte oder er selbst je gewesen war.
Das Kind war tot, Adam hat es erschossen ... ob er es so weit zurückgedrängt hatte, dass es zu einer abgespaltenen Persönlichkeit geworden ist? Aber so anders wirkt Adam nicht - und du hast vorhin geschrieben, dass der Wahnsinn seine Augen nicht erreicht hat. Also ist das Kind insgesamt zurück - bringt die Müdigkeit die Fassade des Hasses zum bröckeln?

Zitat:„Das mit dem … Jungen, das hättest du nicht tun dürfen.“
Welchen Jungen meint er wohl? Den von vorhin, oder den aus "Totgelebt"? Oder beide irgendwie?

Zitat:„Wir?“ Gale blickte auf; war fassungslos. „Niemals habe ich ein Kind verletzt.“
Nein. Wenn ich mich richtig erinnere hat er nur mit ihnen geschlafen.

Zitat:War es mein verdammter Fehler gewesen, nicht seiner? Kind das er und Narr der ich war?
Tragen nicht alle irgendwo Mitschuld?

Zitat:schrie leise flüsternd etwas anderes
Ein bewusster Gegensatz?

Zitat:dem nach Leben stinkendem Regen
Tolles Bild, das Gales Verfassung wunderbar darstellt.

Zitat:„Das ist mir nicht genug, Johnny-Boy“, feixte er und schob seine Waffe zurück in den Gurt. „Nicht annähernd genug.“
Wieder ein guter Cliffhanger. Was hat Adam vor? Mein erster Gedanke: ihn ein Kind erschießen lassen, so wie Adam es musste. Wäre interessant, was das aus dem harten Hund Gale macht.

Ich habe diesen Teil jetzt mehrmals gelesen - und ich muss sagen, sein Tempo hat er nicht eingebüßt. Einige kleine Mankos am Anfang sind mir aufgefallen, aber letztendlich zieht mich diese Geschichte in ihren Bann. Ich hab ein gutes Bild vor Augen von dem Schusswechsel, auch wenn du eigentlich wenig Details über die Beteiligten lieferst, so dass die Kamera sozusagen auf den beiden Outlaws zentriert blieb. Aber das ist völlig in Ordnung, denn die beiden sind ja die Hauptfiguren. Außerdem hast du die Stimmung der Stadt (zumindest aus Gales Sicht) schon im ersten Teil vermittelt.
(Im Nachhinein: du erwähnst wenig Geräusche - nur Schreie -, deshalb ist die ganze Szenerie für mich irgendwie in Stille gehüllt. Wie klingen die Colts? Die Pferde?)
Stark sind die Gedanken über Rache und Hass, die für mich das Rückgrat deiner Geschichte ausmachen - plastisch und in dreckiger (Gedanken-)Sprache dargestellt, so dass ich sie den Charakteren abnehme.
Inwiefern ich auch die Handlungen Adams abnehme, hängt ein stückweit damit zusammen, was nun seine weiteren Pläne sind. Gale kann ich gut nachvollziehen. Er ist müde, will es beenden - allerdings: warum hat er sich dann nicht einfach von den Städtern erschießen lassen? Weil er da noch gehofft hatte, in seiner Farm zu sterben?

Der Cliffhanger hält die Spannung jedenfalls hoch ... wann kommt der nächste Teil? Mrgreen

Liebe Grüße vom Wanderer

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #5 |

RE: So weit das Leben trägt (2)
Guten Morgen.

Da die beiden Teile nicht sehr lang sind, habe ich mich entschlossen, einen Kommentar abzugeben.

Anmerkungen Teil 1:
Zitat:Es gab drei Dinge, die sich selbst der geächtetste Bürger in Rousalt verkniff: Einen Mann im Hinterzimmer eines Saloons feige in den Rücken zu schießen, ein Frau gegen ihren Willen in ein Bett zu zerren und dem alten, schnattrigen Bill ein Bein zu stellen, der die gepflasterten Straßen jeden Tag entlang schritt, als würden sie ihm gehören. Ihm allein.
Am Anfang ist meiner Meinung nach der erste Satz durch die Aufzählung etwas lang geworden. Ich würde dazu tendieren, die fraglichen Kommata durch Punkte zu ersetzen. Zudem müsste 'ein Frau' zu 'eine Frau' umgearbeitet werden.
->
Es gab drei Dinge, die sich selbst der geächtetste Bürger in Rousalt verkniff: Einen Mann im Hinterzimmer eines Saloons feige in den Rücken zu schießen. Eine Frau gegen ihren Willen in ein Bett zu zerren. Und dem alten, schnattrigen Bill ein Bein zu stellen, der die gepflasterten Straßen jeden Tag entlang schritt, als würden sie ihm gehören. Ihm allein.

Zitat:Rousalt war ein feiner Ort. Eine feine Stadt in einer verdammt feinen Gegend. Ihre feinen Bewohner trugen Anzüge, um ihre illusionäre Überlegenheit zu untermauern.
Ich persönlich finde eine dreimalige Wortwiederholung von der Anzahl her ausreichend. Das vierte 'fein' würde ich empfehlen, entweder ersatzlos zu streichen oder durch ein 'vornehm' zu ersetzen.
->
Rousalt war ein feiner Ort. Eine feine Stadt in einer verdammt feinen Gegend. Ihre (vornehmen) Bewohner trugen Anzüge, um ihre illusionäre Überlegenheit zu untermauern.

Zitat:Ein warmer, nackter, schlanker Körper; flach der Atem. John war damals (oder doch vor wenigen Stunden?) augenblicklich bewusst gewesen
Auch wenn ich weiß, dass Saryn das beispielsweise auch gerne gemacht hat (Post Mortem), kann ich mich für diese Art der Gedankenvermittlung nicht anfreunden. In mir bleibt dann immer die Frage, ob dies eine Regieanweisung ist, ein Gedankenzug des Darstellers oder des neutralen Erzählers. Ich finde, solche Einschübe braucht es nicht, wenn man die Botschaft (den Gedanken) in den Textkörper aktiv durch einen Satz integrieren kann.

Zitat:zu hart zugelangt zu haben, als ihr Widerstand ihn irrational reagieren ließ.
An dieser Stelle finde ich 'irrational' unpassend zur Zeit des Westerns. Vielleicht könnte man dort mit einem 'aufgebracht' oder schlicht 'zornig' arbeiten.

Zitat:Oder irgendjemand. Feilschen kann man auch gut mit sich selbst, dachte Gale. Eines der wenigen Dinge, ...
Und so leid es mir tut, aber ich bin auch ein Verfechter der 'Ich-stelle-gesprochene/gedachte-Sätze-in-eine-eigene-Zeile-Fraktion'. Damit die Botschaft nicht innerhalb des Textkörpers untergeht.
->
Oder irgendjemand.
Feilschen kann man auch gut mit sich selbst, dachte Gale. Eines der wenigen Dinge, ...


Zitat:Dort, im Nirgendwo. Weit weg von anderen Frauen, die seiner nie gleich gekommen wären.
Also, die seiner eigenen, verstorbenen Frau nicht gleich gekommen ... waren? Im Sinne von: Keine hat sich ebenbürtig gezeigt? Dann würde ich nicht von 'wären' sprechen, sondern 'waren'.

Zitat:Nah der essentiellen Vergangenheit.

Analog zu 'irrational'. Klingt nicht wirklich passend zu dieser Zeit. Vielleicht an der Stelle ein Vergleich mit einem Hinweis - eignet sich doch hervorragend dafür:
->
Nah der totgelebten Vergangenheit.

Zitat:Ausufernde Schritte. Schritte solcher Natur, die man nur dann tat, um sein Leben zu retten. Oder um zurück zu laufen in die angeblich so heile Welt des schützenden, nicht existierenden Alltags. John verfluchte sich im Stillen. Rehauge war nahe und vermutlich mehr als das. Ihm blieb nicht mehr viel Zeit und dieser Gedanke ließ ihn frösteln.
Bei solchen Passagen habe ich immer den Eindruck, es wurde geschrieben und geschrieben. Zwar ist alles an Gedankengut festgehalten worden, aber es entstand ein Block. Hier würde ich den Gedanken- und Beschreibungswechsel von 'Alltag' zu 'John flucht' besser abgrenzen, wenn man John in einer neuen Zeile bginnen lässt, da ja der 'Alltag' zu Ende ist.

->
Ausufernde Schritte. Schritte solcher Natur, die man nur dann tat, um sein Leben zu retten. Oder um zurück zu laufen in die angeblich so heile Welt des schützenden, nicht existierenden Alltags.
John verfluchte sich im Stillen. Rehauge war nahe und vermutlich mehr als das. Ihm blieb nicht mehr viel Zeit und dieser Gedanke ließ ihn frösteln.


Zitat:die sich bei der erst besten Gelegenheit
Ich meine, es müsste 'erstbesten' geschrieben werden.

Zwischenbemerkung an dieser Stelle:
Er dreht das Pferd und will die Stadt verlassen? Hat sich das Pferd schon in Bewegung gesetzt? Dort steht nur, dass er sich aufmachte, die Stadt zu verlassen. Da könnte man noch ein wenig mit dem Blick in die Ferne und der Stadt spielen. Dass Rousalt vielleicht die letzte Stadt ist, die er lebend sehen wird. Seine alte Ranch, wahrscheinlich nur noch ein anklagendes abgebranntes Gerippe inmitten brachen Landes. Im Gegensatz dazu die Stadt mit ihren Außenwänden, sauberen Pferdetränken etc. Nach dem Motto: Die wracke Vergangenheit lebt mehr für ihn, als die lebende Stadt aus Weiß. (Weiß im Sinne von 'fein'.)
Dadurch kann man auch die später entstehende Flucht bereits als Autor planen, dass beispielsweise die Personen/Umstände beschrieben werden, die nachher zu Schaden kommen.

Zitat:Stattdessen blickte er gebannt in rehbraune, von dichten Wimpern umgebene Augen. Da stand er. Lässig und verschmutzt ...
Und auch hier: Dafür, dass Rehauge so lange angekündigt wurde, geht sein Auftauchen im Textkörper unter. Vorschlag wie oben:
->
Stattdessen blickte er gebannt in rehbraune, von dichten Wimpern umgebene Augen.
Da stand er.
Lässig und verschmutzt ...


Zwischenbemerkung:
Es verwirrt, wenn dort erst von 'Rehauge' die Rede ist (und man dabei an einen Indianer denkt) und plötzlich kommt ein anderer Name ins Spiel. Dass Rehauge und Adam identisch sind, erschließt sich für mich nicht. Da könnte man vielleicht John etwas dazu denken lassen. Beispielsweise: 'Rehauge, Rehauge. Oder Adam?, dachte John. Egal. Egal welchen Namen er trägt ...'. (Sowas in der Art.)

Anmerkungen Teil 2:
Vorweg, dasselbe Vorwort zu nehmen finde ich unpassend. Waum nicht das Zitat aufteilen? Bietet sich doch an.

Für Teil 1 die Bedingung:
Wenn ich nochmal von vorne anfangen könnte;
Millionen Meilen weit weg von hier ...


Und für Teil 2 dann die Folge:
Ich würde mich selbst beschützen.
Den Weg finden.


(Bei mehreren Teilen, idealerweise vier, würde sich anbieten, einfach eine Zeile hinzuzufügen.
1)
Wenn ich nochmal von vorne anfangen könnte ...
2)
Wenn ich nochmal von vorne anfangen könnte;
Millionen Meilen weit weg von hier ...
3)
Wenn ich nochmal von vorne anfangen könnte;
Millionen Meilen weit weg von hier ...
Ich würde mich selbst beschützen.
4)
Wenn ich nochmal von vorne anfangen könnte;
Millionen Meilen weit weg von hier ...
Ich würde mich selbst beschützen.
Den Weg finden.
(Johnny Cash - Hurt)

(Ich merke dies an, da ich nicht weiß, ob diese Geschichte nur zwei Teile umfassen sollte.)

Zitat:Der stupide Narr lachte immer noch, ließ sein Pferd absichtlich wild hin und her tänzeln und schrie; den Colt nun, nach dem ersten Schuss in seine Richtung, in die Luft abfeuernd, während er mit seiner Linken einen zweiten zog.
Generelle Anmerkung: Welcher Colt ist es? Der mit fünf oder sechs Schuss in der Trommel? Mal zwei sind das dann 12 ohne nachlanden maximal. Und für die Flucht wäre es unschön, mit leergeschossenen Waffen zu starten. Selbst ein Verrückter müsste das mit einbeziehen. Wie gesagt, generell.
(Mich hatte die nachfolgende Passage 'Ein Schrei ertönte neben duzend anderen' irritiert. Das wären dann eventuell 13 Treffer. Aber vielleicht schreien die Leute aus Rousalt auch ohne Verletzung.)

Zitat:Aus dem Lauf seiner Waffe züngelten kleine Rauchföntennen gen Himmel
Eher so:
->
Aus dem Lauf seiner Waffe züngelten kleine Rauchfontänen gen Himmel

Zitat:Selbst überrascht von seinem brodelnden Jähzorn riss [...]an den Zügeln seines Pferdes, nahm das unwillige Schauben des Tieres hin und glich die aufbäumenden Bewegungen aus.
Ich meine, zwischen 'riss' und 'an' fehlt ein 'er'. Und müsste es nicht 'Schnauben' heißen?

Zitat:„Einen verdammten scheiß werde ich tun“, schnappte John.
'Scheiß'

Zitat:„Wenn ich dich einfach nur hätte übern Haufen schießen wollen, dann wäre das passiert. Drüben in Dead Wood oder in Millcounty, als du dachtest mich längst losgeworden zu sein.“
Ist das das Ende?

Fazit:
'Totgelebt' war also der Anfang von Adam als Gesetzloser. Hier sind wir einige Jahre weiter. Die Zeichung der beiden Hauptdarsteller ist soweit stimmig, inklusive der wertenden Erzählweise. Generell habe ich manchmal das Problem gehabt, dass zuviel zwischen (oder besser inmitten) des Dialogs an Umweltbschreibungen und Gedanken eingebaut wurde, die den Faden des (kurzen) Gesprächs zwischen Pferdeverkäufer und John verlieren lassen.

Aufgrund des Zitates von Jonny Cash und der Wandlung von John (in seinen Gedanken) kann dies gar nicht das Ende sein. Falls dem doch so ist, würde ich das Ende umbauen und John endlich seinen Seelenfrieden geben. Vielleicht in einem Duell, wo er beispielsweise nicht schießt. Mit dem Blick in den Himmel.

Sehr wenig Rechtschreibfehler und sehr flüssig zu lesen.

LGD.



Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #6 |

RE: So weit das Leben trägt (2)
Hallo zusammen,

erst einmal möchte ich mich ganz doll bei euch bedanken. Ich finds richtig toll, wenn man sich Zeit für so ein ungeliebtes Genre nimmt. Und ich freu mich, dass es so weit gefallen hat. John und Adams Geschichte wird bald weitererzählt. Allerdings bin ich momentan gedanklich gerade sehr verstrickt in etwas anderes. Etwas, das ich in den nächsten Tagen fertig stellen müsste und bis dahin würd ich nur ungern auf das hier eingehen. Weil das Einarbeiten eurer Anmerkungen mich wieder auf diesen Stil zurückbringt und momentan feil ich gerade an was ganz anderem, auch sprachlich und gerade deshalb traue ich mich nicht drüber, mich vom aktuellen damit abzulenken. Seid mir also bitte nicht böse: Meine Antworten hierzu folgen wohl erst im Lauf der Woche. Sobald das eine abgeschlossen ist und ich mich endlich wieder zu Gale stürzen kann.

Immer noch glücklich über eure Antworten!
- Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #7 |

RE: So weit das Leben trägt (2)
Hallo zusammen,

und erst einmal ganz herzlich Danke für eure Kommentare. Ich wollte ja schon viel früher ausführlich antworten, doch da hat mir Barug und Ylias einen großen Strich durch die Rechnung und mir es plötzlich unmöglich gemacht, meine Gedanken wieder zurück zu Adem und John wandern zu lassen. Und das obwohl das Ende gar nicht mehr weit entfernt ist. Ich schätze ein Teil, im schlimmsten Fall noch zwei, werden folgen. Ich hab mir beides heute wieder durchgelesen, mich einstimmen lassen von einem meiner Lieblingswestern in der Flimmerkiste und bin bereit mich wieder an die Arbeit zu machen, um dem ganzen vorerst ein Ende zu setzen. Richtig, vorerst. Vom Western und von diesen Charakteren werde ich mich nicht sehr schnell lösen können. - Danke für eure große Geduld mit mir. Ich würds ja hassen, wenn ich mitten in der Geschichte kein Ende krieg, obwohl eigentlich gefallen hat und das scheint ja durchaus zuzutreffen. Muss ich mir noch abgewöhnen. So und jetzt auf.

@ Adsartha

-- Ui, noch ein Großwerk? Du kommst doch kaum mit Zurian voran.
Halt dich ran, dass wir das mit 50 zu lesen bekommen. ^^

=> An dem arbeite ich immer weiter. Zumindest aber gedanklich und es ist noch längst nicht so ausgereift, wie ich möchte. Ich könnte also gar nicht nur das machen, weil ich glaub noch Zeit brauch, bis ich meinen Ego-Epos soweit zusammen getragen hab. Mrgreen

Zitat:Verwirrt blickte er in Adams verzerrtes Gesicht. Der stupide Narr lachte immer noch, ließ sein Pferd absichtlich wild hin und her tänzeln und schrie; den Colt nun, nach dem ersten Schuss in seine Richtung, in die Luft abfeuernd, während er mit seiner Linken einen zweiten zog.

-- Wie hält sich der Mann im Sattel?
=> Im Sattel hält man sich nicht mit den Händen. Allein Gleichgewicht und Verlagerung. Glaub mir, dass weiß ich gut. Bin Reitlehrerin und hab hektisches Hin und Her zwar nicht genau so hinter mir, aber doch fast in der Art.

-- Beschwerter? Was willst du damit sagen?
=> Nun schwermütig, aber ich habs an der Stelle erst einmal rausgenommen.

-- Weniger wäre hier mehr, glaube ich. Also: "in das Antlitz einer Frau, die (panisch) zu Schluchzen begann." Dann kommt das mit dem Kind wie ein Faustschlag.

=> Hast völlig Recht! Dankeschön!

-- Auch hier sind die Adjektive eher störend. Ich denke, dass sie beide Arme nehmen würde, ihn umklammern würde, schreiend , es nicht wahr haben wollend. Das "klein" kann auch weg, denn kurz darauf sagst du, dass er 8 ist.
=> Dito!

-- Ist sie tot? Liest sich so.
=> Weniger ist mehr, ne? Hab ich jetzt berücksichtigt. Icon_smile

-- Ich denke, er lacht? Hält er sich die Knarren dabei an die Lippen? Sieht sehr ulkig aus in meinem Kopf.
=> In dem Moment kurz schon, ja. Noch nie gesehen in nem Film, wenn der Böse den aufsteigenden Rauch wegbläst? Na, sowas wollte ich auch haben. *lach*

-- ?? Ich verstehe John nicht. Und Adam? Auch nicht. Er bekommt doch, was er wollte, oder nicht? *verwirrt ist*

=> Nun, ich machs nicht ganz, ganz deutlich, kann also verstehen, wenn du bisl verwirrt bist. Vielleicht klärt sich ja was mit dem letzten, bald folgendem Abschnitt, wenn man erfährt, was Adam wirklich, wirklich will.

-- das hast du oben bereits. Vielleicht: "rammte seine Sporen noch tiefer in die Seiten des Pferdes" oder so. "gequält" würd ich streichen, ist überflüssig. Lass es lieber wiehern, oder so.
=> schöner Vorschlag.

-- Wenn die Leichtigkeit in die Jahre gekommen ist, wäre ihm das Töten nicht so unbewusst gelungen. Ein kleiner Widerspruch.
=> Nun, jetzt "denkt" er zumindest drüber nach. Füher wär noch nicht mal das drin gewesen so richtig. Ich hab aber diesen Satz noch mal auf "Momente" gemünzt, damit ich meinen Hals vielleicht für andere Leser noch besser hier aus der Schlinge zieh. Mrgreen

-- Wurden sie verfolgt oder nicht? Das wird nicht ganz klar. So fehlen mir etwas die räumlichen/zeitlichen Abstände. Also wie weit sind die geritten?
=> Das ist ein Punkt, den ich noch nicht umgearbeitet hab, ansonst hab ich viele deiner Vorschläge übernommen. Hier schau ich, was mit ein bisschen Arbeit am Montag noch drin ist und ob ich das besser rausbringen kann. Nächste Woche sollte es dann hier auch weitergehen.

Schriftlich: Wenige Fehler, recht flüssig, aber ...
=> Oh, danke! Freut mich, dass es für dich flüssig war. Du hast ja meist ein bisschen Probleme mit meinem Stil. Wobei ich zugeben muss, in Western hab ich nochmals nen anderen Ton drauf. Das normalste derzeit aus meiner Feder is wohl "Theapollon". Ich bemerke beim Schreiben immer mehr Gesichter an mir. Hach, Zwilling halt. *G*

1. Sind für meinen Geschmack zu viele Sätze drin, die mit "und" beginnen. Das liest sich unschön.
=> Schau ich mir auch noch näher an am Montag! Versprochen!

2. verwendest du zu häufig diese Kontruktionen - Name ist mir gerade entfallen - schlagend, suchend etc. Spärlich gesetzt wirkt das, doch zu häufig wirkt es nicht mehr. Im Gegenteil.
Ein Infinitiv mit zu oder das simple konjugierte Verb würden da besser passen. Selbes gilt für Kommata anstelle der Strichpunkte.

=> Stimmt, zu viele Strichpunkte. Da hatte ich gerade diese Phase entwickelt, sie mir anzulernen und das mach ich im ersten Moment sehr extrem. Was den Satzaufbau angeht, werd ich auch gerne noch mal mein Augenmerk darauf richten. Danke für den Tipp!

Inhaltlich finde ich es eigentlich spannend. Du verrätst vielleicht ein bissl viel und wie oben bereits erwähnt, finde ich es manchmal schwer dir zu folgen bzw. deine Charaktere nachzuvollziehen. Das mag an mir liegen oder aber am Werk, da solltest du abwarten, was andere sagen. Ansonsten gerne gelesen.
=> Nun, ich glaube was die Charaktere betrifft, so sind sie einfach nicht unbedingt dein Typ. Die anderen tun sich zwar auch ned leicht, aber wohl bisl besser als du. Von daher lass ich meine Jungs mal so wie sie sind. Schließlich lieb ich sie genau dafür und ein bisschen scheinen sie schon rüber zu bringen. Hey, aber toll, dass du es sannend findest. Find ich ganz schön und das ist doch schon mal was! Icon_smile

@ LadydesBlauenMondes

Hmm, ich bin ja seit neuestem ein Fan von „Ein-Wort-Sätzen“, weil man damit Worte so schön betonen kann, so hätte ich hier das mit „Beschwerter“ jedenfalls gemacht, oder halt dahinter einen Spiegelstrich gesetzt, einfach damit es noch betonter ist. Es gehört eher zum ersteren Satz, als in den zweiten. Aber so richtig gehört es ja in keinen von beiden. (versteht man mich?)
=> *lach* Ja, die Ein-Wort-Sätze. Das Thema hatten wir ja bei deiner Athalem-Geschichte schon und ich find du hast Recht: Einwortsätze sind durchaus toll! Verstehen tue ich dich also vollkommen. In dem Fall hab ich mir nach Addis Anregung "Beschwerter" aber dann doch verkniffen und versuch derzeit ohne das Wort auszukommen. Mal sehen, was die Überarbeitung am Montag noch bringt.

Meinst du „Rauchfontänen“ ?
=> äh, ja. Smiley_emoticons_blush

Schöner Satz.
Gefällt mir, wie du hier die Blicke und Kugeln gleichsetzt.

=> dankeschön!

Also genau genommen, müsste er das Pferd, entweder mit dem Druck seiner Schenkel lenken, oder eben mit der Verlagerung seines Gewichtes. (Ich denke mal das du letzteres mit den Hüftbewegungen meinst)
=> jop, hab ich gemeint.

Also das wird ja richtig spannend mit deinen beiden Cowboys. Besonders was da „zwischen“ ihnen abläuft. John scheint sehr müde zu sein, müde vom Leben, müde von seiner Vergangenheit. Während Adam, im krassen Gegensatz dazu voller Tatendrang zu sein scheint. Was auch immer er tun will … Das wissen wir noch nicht, deshalb bin ich umso gespannter auf die nächsten Teile.
=> huii, ich freu mich so, dass es dir gefällt! Ich mag die zwei auch sehr gerne. Sie wirken zwar recht unterschiedlich, stimmt ja auch wo, aber im Grunde gar nicht so verschieden. Iwo sind beide müde. Adam hat auch die Schnauze voll, aber er geht halt ganz aders damit um. Schön, dass dus so spannend findest und du bekommst auch - hoffe ich doch - nen guten Show Down nächste Woche. Mal sehen, obs dir dann immer noch so gut gefällt!

Ich habs wahrscheinlich schon oft gesagt, aber ich mag deinen Schreibstil, ich hab sofort das Gefühl wieder „in“ der Geschichte zu sein, obwohl es leider schon so lange her ist, dass ich den ersten Teil gelesen habe.
=> hmmm, ... nein ich glaub so direkt hast du es mir noch nicht gesagt. Du schreibst generell kommt mir vor auch lieber über den Inhalt, als den Stil zu analysieren, bzw. betonst ersteres mehr, deshalb ist mir gar nicht bewusst gewesen, in dir so nen "Fan" zu haben. Mich machts unheimlich glücklich, dass mein Stil - der mir ja so lang selbst nicht gefallen hat - endlich auch mal berzeugen kann UND mir inzwischen auch ein gutes Gefühl gibt. Das ist richtig ... schön. Icon_cuinlove

Sehr schön, ich bin wie immer begeistert und harre gespannt, der Dinge die da noch kommen mögen.

=> Wie gesagt, nächste Woche schließ ich hoffetlich diese Geschichte ab. Wir sind ja fast am Ende angelangt. Danke nochmals für deine Begeisterung, Lady. Ich bin auch jetzt noch, obwohl dein Kommentar schon ein bisschen her ist, sehr am strahlen! Icon_bussi

@ Weltenprediger

du hast gesagt, für diese Geschichte braucht man vielleicht ein wenig Zeit, also gehe ich es langsam an - etwas bedächtig tun, das ist eh meine Stärke.
=> Wie sich herausstellt, hab ich auch recht viel Zeit für mein eigenes Werk gebraucht. Aber gut, ich hab ne gute Ausrede! *zu Barug und Ylias deutet* Die beiden Jungs haben sich und mir plötzlich während des MP-Projektes die Hölle heiß gemacht. War ziemlich schön! Schade nur, dass das hier so untergegangen ist. Wie angekündigt schon weiter oben: nächste Woche solls hier weiter, bzw. zu Ende gehen. Hoffentlich kannst dich bis dahin überhaupt noch an meine zwei Lauser erinnern. *lach*

Ich meine mich zu erinnern, dass er sich am Ende des letzten Teiles "fasst - bevor er schoß". Heißt das nicht, dass er nicht mehr gelacht hat? Dann würde er wieder lachen.

=> oh, toll! Stimmt. Hast völlig Recht!

Der Satz ist mir zu konfus, bzw. ich muss ihn sehr langsam lesen, um nicht zu stolpern. Ich glaube ich würde das "nun" versetzen und zwar hinter den eingeschobenen Satz, weil man nach dem "nun" ein "nachdem" und kein "nach dem" erwartet. Ich glaube deshalb verlese ich mich. Also wäre mein Vorschlag: "den Colt, nach dem ersten Schuss in seine Richtung, nun in die Luft abfeuernd ..."
=> Vorschlag angenommen!

Weil Rache nur zu neuer Rache und Hass nur zu neuem Hass führt? Was ist wohl aus die geworden, Adam? Du warst 17, als ich dich das letzte mal las.

=> Hach, ich liebe deine Gedanken zu meiner Geschichte und lausche ihnen sehr sehr gern. Ja, der Junge ist da echt in einen Kreislauf geraten. Da gibts kein wirkliches Entkommen. Nicht so einfach jedenfalls.

Zitat:Aus ihren Augen liefen Tränen
Zitat:Die Luft vibrierte.

=> Schau ich mir beides nochmals näher bei der Überarbeitung am Montag an. Versprochen. Kann ich sicher ein bisschen besser einweben. Hast Recht..

Stimmt nicht ganz, wenn Gales jetzt Adam erschießen würde, wäre er dann nicht der Held bzw. vielleicht wäre die Verwirrung groß genug, dass er davon reiten könnte. Ich hätte es versucht.
=> Stimmt. Aber komischerweise ist für John es nie eine Option gewesen, Adam zu verletzten. Davon ist er also weit, weit entfernt. Zu viel Schuld würd ich sagen und so blöd es auch klingt: so viel merkwürdige Vatergefühle oder etwas in dieser Art.

Aussage/Gedanke gefällt mir gut. Allerdings wären diese Männer dabei auch noch komplett im Recht gewesen (immerhin hat Adam gerade auch einfach so auf ein Kind geschossen) - also soll Gales sich nicht anpissen
=> *lach* Ja, aber von Einsicht ist Gale ziemlich weit entfernt, bzw. von dieser Einstellung. Ich hab ja lange darüber nachgedacht, wie man als Gesetzloser so sein kann. Was es einem bedeutet und was einem das Leben der anderen bedeutet, sie man opfern muss. Meine Antwort: irgendwan wirst du taub. Irgendwann sind alle Arschlöcher, irgendwann siehst du nur dich, auch wenn du dich selbst dafür verachtest, aber selbst das kannst du wegspühlen. Mit ein paar Jahren, ein paar Kurzschlüssen im Kopf und viel Alk. Und irgendwann bist du dann so zerrissen wie Gale ...

Ah, auch Adam denkt an einen Schußwechsel? Daran das Gales die Sache hier und jetzt beenden wollen würde?
=> Ganz richtig erkannt. Genau das wäre seine Idealvorstellung. Genau das sollte eigentlich der ganze Zirkus werden: eine verdammt offene Herausforderung, dass Gale endlich mal von sich aus aufhört Adam wie ein Kind am Spielplatz zu betrachten. Das Arschloch Gale soll also endlich ... *hust* ich verrate ja fast alles. *lach*

Zorn, weil er nicht fliehen, sondern es beenden will?
=> Hach, du mein Bestern blickst auch alle durch! Icon_jump Icon_bussi

Ein besserer Ort zum Sterben, als andere. Irgendwie schon. Wo dein Bett, da nun dein Grab.

=> Ja und dort auch schönere Erinnerungen an das, was man mal gewesen war. Dort, wo man vielleicht auch daran denken kann, was man hätte sein können, wenn alles ein bisschen anders gekommen wäre. Das ist das Ziel. Das Dort.

Interessanter Gegensatz: Gales springt mit dem gekauften Pferd schlecht um, Adam mit den geklauten gut. Sagt uns das was?
=> *G*

Das Kind war tot, Adam hat es erschossen ... ob er es so weit zurückgedrängt hatte, dass es zu einer abgespaltenen Persönlichkeit geworden ist? Aber so anders wirkt Adam nicht - und du hast vorhin geschrieben, dass der Wahnsinn seine Augen nicht erreicht hat. Also ist das Kind insgesamt zurück - bringt die Müdigkeit die Fassade des Hasses zum bröckeln?
=> Auch das völlig richtig erkannt. Das Kind ist zurück, aber trotzdem auch ein bisschen gereift. Ich würd sagen der Adam, der nun da ist, ist eine Mischung aus beidem, wobei das Kind immer stärker wird und nach Vergeltung verlangt. Welche genau, gibts dann im dritten Teil zu lesen. Vermutlich auch der letzte.

Welchen Jungen meint er wohl? Den von vorhin, oder den aus "Totgelebt"? Oder beide irgendwie?

=> Icon_bussi Icon_bussi

Nein. Wenn ich mich richtig erinnere hat er nur mit ihnen geschlafen.
=> Icon_lachtot Pro

Ein bewusster Gegensatz?

=> Ja. Schon.

Wieder ein guter Cliffhanger. Was hat Adam vor? Mein erster Gedanke: ihn ein Kind erschießen lassen, so wie Adam es musste. Wäre interessant, was das aus dem harten Hund Gale macht.

=> Na, mal schauen. *lach* Icon_wink

Ich habe diesen Teil jetzt mehrmals gelesen - und ich muss sagen, sein Tempo hat er nicht eingebüßt. Einige kleine Mankos am Anfang sind mir aufgefallen, aber letztendlich zieht mich diese Geschichte in ihren Bann. Ich hab ein gutes Bild vor Augen von dem Schusswechsel, auch wenn du eigentlich wenig Details über die Beteiligten lieferst, so dass die Kamera sozusagen auf den beiden Outlaws zentriert blieb. Aber das ist völlig in Ordnung, denn die beiden sind ja die Hauptfiguren. Außerdem hast du die Stimmung der Stadt (zumindest aus Gales Sicht) schon im ersten Teil vermittelt.
=> Wie schön, dass auch du ein bisschen begeistert bist, find ich ganz, ganz toll. Das mit den Geräuschen schau ich mir übrigens - wie so vieles - am Montag näher an. Stimmt, da lässt sich mehr machen, ansonst einfach nur: Danke! Fürs mehrmals lesen, für das Lob, für deine vielen Gedanken, die mich spüren lassen, dass du die Geschichte magst.

Stark sind die Gedanken über Rache und Hass, die für mich das Rückgrat deiner Geschichte ausmachen - plastisch und in dreckiger (Gedanken-)Sprache dargestellt, so dass ich sie den Charakteren abnehme.
=> Stimmt, es geht um Rache und Hass. Aber ob du es glaubst oder nicht, da ist irgendwo auch noch mehr als das, wie ich finde. Verbundheit trotz allem. Gale, der einfach nur seine Ruhe will, der zurück möchte nach Hause. Der will sich das eine Mal in dem Leben vor einem Menschen nicht mit nem Schießeisen den Weg freischießen. Bevor er das tut, nimmt er lieber noch ein paar andere die er nicht kennt mit ins Grab, obwohl ihn auch das immer müder werden lässt. Adam ist und bleibt - auch wenn ers hasst - eine Figur der er zwar ernsthaft gewachsen wäre (glaubt er durchaus), die aber Macht über ihn hat. Eine, die er nicht ganz begreift, bzw. die ihn an seine Vor-Outlow-Vergangenheit erinnert: ne Art Bindung. N´Gefühl. So ne Art Verantwortung noch darüber hinaus so viel ungreifbares.

Inwiefern ich auch die Handlungen Adams abnehme, hängt ein stückweit damit zusammen, was nun seine weiteren Pläne sind. Gale kann ich gut nachvollziehen. Er ist müde, will es beenden - allerdings: warum hat er sich dann nicht einfach von den Städtern erschießen lassen? Weil er da noch gehofft hatte, in seiner Farm zu sterben?
=> Mal sehen, was du zu Adam noch sagen wirst und ob ich es schaffe dich zu überzeugen. Ich muss zugeben, die Geschichte war von Anfang an für mich schwere Kost. Ich schreibe zwar gerne solcher Art Charaktere, aber die beiden sind die zerstörtesten Seelen, die mir je in die Feder gelaufen sind. Da ist so viel Emotion, so viel greifbare und auch wieder nicht. So viel verschiedenes und ich empfindes es als nen Drahtseilakt, das zu bewältigen. Gut zu bewältigen. Was Gale betrifft: der lässt sich nicht von nem Anzugjackenidiot abknallen. Der verachtet die und lässt sich nicht aufs Grab pinkeln. Sicher nicht. Ja, abkacken will er, aber daheim, auf seiner Farm. Bei den Erinnerungen.

Der Cliffhanger hält die Spannung jedenfalls hoch ... wann kommt der nächste Teil?
=> Wie gesagt: nächste Woche hoffe ich sehr. Welti, danke nochmals für deinen Kommentar. Du gibst mir ne Menge mit deinen Interpretationen. Mit deiner Zeit und überhaupt: Icon_bussi

@ Dread / D.

Am Anfang ist meiner Meinung nach der erste Satz durch die Aufzählung etwas lang geworden. Ich würde dazu tendieren, die fraglichen Kommata durch Punkte zu ersetzen. Zudem müsste 'ein Frau' zu 'eine Frau' umgearbeitet werden.
=> Hast völlig Recht. Danke für deinen Vorschlag, den ich so angenommen hab.

Rousalt war ein feiner Ort. Eine feine Stadt in einer verdammt feinen Gegend. Ihre (vornehmen) Bewohner trugen Anzüge, um ihre illusionäre Überlegenheit zu untermauern.

=> Dito! Icon_smile

Auch wenn ich weiß, dass Saryn das beispielsweise auch gerne gemacht hat (Post Mortem), kann ich mich für diese Art der Gedankenvermittlung nicht anfreunden. In mir bleibt dann immer die Frage, ob dies eine Regieanweisung ist, ein Gedankenzug des Darstellers oder des neutralen Erzählers. Ich finde, solche Einschübe braucht es nicht, wenn man die Botschaft (den Gedanken) in den Textkörper aktiv durch einen Satz integrieren kann.
=> Okay, da geb ich mich geschlagen. War ein Versuch, der mir nicht wirklich missfallen hat aber ich schließ mich mittlerweile an: es muss nicht sein und schaut auch auf den ersten Blick nicht wirklich rund raus. Ich habs gestrichen.

An dieser Stelle finde ich 'irrational' unpassend zur Zeit des Westerns. Vielleicht könnte man dort mit einem 'aufgebracht' oder schlicht 'zornig' arbeiten.
=> Darüber muss ich noch sinieren.

Und so leid es mir tut, aber ich bin auch ein Verfechter der 'Ich-stelle-gesprochene/gedachte-Sätze-in-eine-eigene-Zeile-Fraktion'. Damit die Botschaft nicht innerhalb des Textkörpers untergeht.

=> Okay, hier muss ich glaub ich einmal was erklären, damit du verstehst, warum ich diese Anmerkung abschmettere, ohne es bös zu meinen, oder zu glauben alles besser zu wissen: ich hab beim Schreiben, bzw. bei meiner Entwicklung entdeckt richtige Phasen zu haben. Erst viel Adjektive, dann weniger, dann kaum Kommas, kurze Sätze, längere. Vor ner Weile waren es Stichpunkte im Übermaß - sieht man hier noch sehr gut - und seit Wochen hadere ich jetzt schon mit Absätzen. Ich weiß du bist ein Mensch, der ganz viele setzt und ich kann mich sehr gut erinnern, wie mich diese Methode - deine Betonungen - immer sehr beeindruckt haben. Eine Weile bin ich diesem Beispiel gefolgt, jetzt fällt mir jeder Absatz verdammt, verdammt schwer. Ich hab den Tick entwickelt, sie unschön zu finden und unnötig. Was sicher nicht der Fall ist, aber ebenso wie das mit den Strichpunkten wieder irgendwann ins Lod kommt (und dann hoffentlich ein gesunders Mittelmaß ist) hoffe ich auch hier auf die Zeit. Heute und jetzt kann ich an der Stelle noch gar nichts setzen.

Also, die seiner eigenen, verstorbenen Frau nicht gleich gekommen ... waren? Im Sinne von: Keine hat sich ebenbürtig gezeigt? Dann würde ich nicht von 'wären' sprechen, sondern 'waren'.
=> Guter Vorschlag, danke!

Analog zu 'irrational'. Klingt nicht wirklich passend zu dieser Zeit. Vielleicht an der Stelle ein Vergleich mit einem Hinweis - eignet sich doch hervorragend dafür:
-> Nah der totgelebten Vergangenheit.

=> Oh, das ist ganz wundervoll! Icon_jump Icon_bussi

Er dreht das Pferd und will die Stadt verlassen? Hat sich das Pferd schon in Bewegung gesetzt? Dort steht nur, dass er sich aufmachte, die Stadt zu verlassen. Da könnte man noch ein wenig mit dem Blick in die Ferne und der Stadt spielen. Dass Rousalt vielleicht die letzte Stadt ist, die er lebend sehen wird. Seine alte Ranch, wahrscheinlich nur noch ein anklagendes abgebranntes Gerippe inmitten brachen Landes. Im Gegensatz dazu die Stadt mit ihren Außenwänden, sauberen Pferdetränken etc. Nach dem Motto: Die wracke Vergangenheit lebt mehr für ihn, als die lebende Stadt aus Weiß. (Weiß im Sinne von 'fein'.)
Dadurch kann man auch die später entstehende Flucht bereits als Autor planen, dass beispielsweise die Personen/Umstände beschrieben werden, die nachher zu Schaden kommen.

=> Ganz, ganz starker Input! Ich möchte am Montag ja überarbeiten und schauen, was ich noch herauskitzeln kann, bevor es dann im Lauf der nächste Wochen mit der Geschichte zu Ende gehen kann. Das hier werd ich mal ausprobieren und schauen, was ich von diesem Ratschlag insgesamt lernen kann. Denn wie gesagt, einfach: stark! Dankeschön!

Es verwirrt, wenn dort erst von 'Rehauge' die Rede ist (und man dabei an einen Indianer denkt) und plötzlich kommt ein anderer Name ins Spiel. Dass Rehauge und Adam identisch sind, erschließt sich für mich nicht. Da könnte man vielleicht John etwas dazu denken lassen. Beispielsweise: 'Rehauge, Rehauge. Oder Adam?, dachte John. Egal. Egal welchen Namen er trägt ...'. (Sowas in der Art.)

=> schau ich mir auch noch näher an. Versprochen.

Vorweg, dasselbe Vorwort zu nehmen finde ich unpassend. Waum nicht das Zitat aufteilen? Bietet sich doch an.
=> Liebe ich, diesen Vorschlag! Werd ich gerne, gerne machen! Danke! Icon_cuinlove

Generelle Anmerkung: Welcher Colt ist es? Der mit fünf oder sechs Schuss in der Trommel? Mal zwei sind das dann 12 ohne nachlanden maximal. Und für die Flucht wäre es unschön, mit leergeschossenen Waffen zu starten. Selbst ein Verrückter müsste das mit einbeziehen. Wie gesagt, generell.
=> Hast du Recht irgendwo. Schau ich mir auch noch näher an. Ich konnte ja ingesamt schon viel heute übernehmen, aber über ein paar Dinge mag ich nochmal schlafen und mich dann ganz in Ruhe hinsetzen. Das ist eins davon. Das möcht ich textlich besser transportieren. Die Schreie hingegen find ich logisch.

Ist das das Ende?
=> Nicht doch! *lach* Ein Teilchen müsst es noch sein!

'Totgelebt' war also der Anfang von Adam als Gesetzloser. Hier sind wir einige Jahre weiter. Die Zeichung der beiden Hauptdarsteller ist soweit stimmig, inklusive der wertenden Erzählweise. Generell habe ich manchmal das Problem gehabt, dass zuviel zwischen (oder besser inmitten) des Dialogs an Umweltbschreibungen und Gedanken eingebaut wurde, die den Faden des (kurzen) Gesprächs zwischen Pferdeverkäufer und John verlieren lassen.
=> Erst einmal danke für dein Lob. Ich finde, dass du viel vom Schreiben und Erzählen verstehst und deshalb ehrt mich, dass du die Geschichte an sich stimmig findest und die Erzählweise passend. Das ist schon einmal viel, viel Wert. Das mit dem Dialog, ja dazu schein ich zu sehr zu neigen. Ich bin inzwischen sehr davon abgekommen, (auch durch meinen Absatz-Tick) nur Aussagesätze reihen zu können, wie du das manchmal machst. Momentan gefällt mir das für mich überhaupt nicht, aber es ist hilfreich zu sehen, in welche Probleme mich das führ, was das Verständnis angeht. Am Montag schau ich auch auf diese Stelle und hoffe, noch nicht zu sehr in Stein gemeißelt zu haben. Ich tue mir nachträglich mit Änderungen solcher Größenordnungen immer sehr schwer und versuch solche Ratschläge eher meist für die Zukunft zu beherzigen. Trotzdem danke! Bei Theapollon hab ich ja im zweiten Teil genau das schon versucht, was du mir hier geraten hast: weniger Beschreibung und mehr flüssigen Dialog. Deine Anmkerung hat also schon was gebracht, wie ich finde!

Aufgrund des Zitates von Jonny Cash und der Wandlung von John (in seinen Gedanken) kann dies gar nicht das Ende sein. Falls dem doch so ist, würde ich das Ende umbauen und John endlich seinen Seelenfrieden geben. Vielleicht in einem Duell, wo er beispielsweise nicht schießt. Mit dem Blick in den Himmel.
=> Keine Sorge. Da kommt noch was. Obs dann wirklich Frieden ist, werden wir sehen. Ich merk ja, du hast schon Mitleid mit ihm. *lach* Ich erwarte mir selbst viel vom Ende, es wird aber schwer hinzukriegen sein, so wie ich mir das vorstellen, also im Bezug auf Glaubwürdigkeit, die ich beiden hier noch verleihen möchte. Es soll für den Leser nachvollziehbar sein, was ich zwischen den Zeilen sagen will. Das wird meine Herausforderung und ich freu mich schon drauf. Sehr sogar. Mal schauen was daraus wird. Icon_smile

Sehr wenig Rechtschreibfehler und sehr flüssig zu lesen.
=> Danke! Icon_jump

Ganz herzlich!
- Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #8 |

RE: So weit das Leben trägt (2)
Hallo Sternchen,

und das war's? Ende? Zurückspulen auf Anfang und dann steht er wieder da, kauft sein letztes Pferd, stellt sich seinem letzten Feind und flieht mit ihm? Oder die Geschichte entwickelt sich dieses Mal anders, Adam frisst den Wahnsinn noch etwas mehr, vllt erreicht er seine Augen, zersetzt ihn ganz allmählich. Und John?
Ja, was wird passieren - oder was ist passiert? Die beiden treffen aufeinander und plötzlich zwingt sie Adams Tat wieder dazu, gemeinsam fortzureiten. Nur ... warum schweißt sie Adams Schuss auf den Jungen wieder zusammen? John hätte sich genauso gut gegen ihn stellen können. Es wäre zum Duell gekommen und dann? Aber vllt braucht John die Gewissheit, das noch jemand auf der Welt ist, der ihm etwas bedeutet, oder eher: Jemand, mit dem er einen Teil seiner Vergangenheit teilt. Jemand, dem er nicht erzählen muss, was passiert ist, weil er so oder so nicht darüber nachdenken kann, was ihm tiefe Falten in die Stirn treibt.
Mir gefällt sehr, wie du schreibst, auch hier. Du hast so viel Tempo drin. Aber ich frage mich, ob die Geschichte hier vorbei ist, von vorn anfängt oder es vllt doch noch ein kurzes Stück weitergeht. So recht zu Ende zu sein scheint es mir hier nicht.

Mir gefällt der Wahnsinn zwischen den beiden. Den stellst du unheimlich gut dar.

Anmerkungen:
Zitat:Der stupide Narr lachte immer noch, ließ sein Pferd absichtlich wild hin und her tänzeln und schrie; den Colt nun, nach dem ersten Schuss in seine Richtung, in die Luft abfeuernd, während er mit seiner Linken einen zweiten zog.
Was für ein langer Satz. Ich würde den markierten Teil rausnehmen. Wir wissen ja, dass er Richtung John geschossen hat.
Zitat:Etwas war anders als früher. Beschwerter und fast glaubte John die gleiche Müdigkeit in seinen Blicken zu erkennen
Das liest sich durch das direkt anschließende "und" seltsam, ich habe lange gebraucht, um den Satz zu verstehen. Vorschlag:
Etwas war anders als früher. Beschwerter. Und fast glaubte John, die gleiche Müdigkeit ...
ODER: Etwas war anders als früher, beschwerter. Und ...
Zitat:Ein Schrei ertönte neben duzend anderen.
dutzend
Zitat:Rehauge lachte weiter. Aus dem Lauf seiner Waffe züngelten kleine Rauchföntennen gen Himmel; suchend nach Erlösung.
*g* Meinst du "Rauchfontänen"?
Vom Satzbau her liest sich für mich "nach Erlösung suchend" besser
Zitat:Verbannte damit das letzte halbe, unerträgliche Jahr aus dem Fokus dieser scheußlichen Gegenwart, denn nur als Einheit würde sie nun noch überleben können. Verschmolzen für diese Flucht. Oder zum Sterben verdammt.
Auch wenn ich nicht verstehe, warum sie für die Flucht verschmelzen: sprachlich eine sehr schöne Stelle!
Zitat:Ziehen und bemerkte wie Adams Haltung sich veränderte
... bemerkte, wie ...
Zitat:Er wirkte rastloser.
als wann?
Zitat:Gale nickte; kaum merklich aber altbekannt. Und Adam ... verstand. Verwirrung schimmerte in seinen braunen Augen; dann purer, willfähriger Zorn. Doch John machte sich nicht die Mühe darüber nachzudenken
... merklich, aber ...
altbekannt? Oder eher etwas wie "vertraut"?
Du schreibst, dass Adam versteht und dann von Verwirrung. Widerspricht sich das nicht ein bisschen?
Vorschlag: Kurz schimmerte Verwirrung in seinen braunen Augen, dann purer, ...
... Mühe, darüber ...
Zitat:ehe John sich überhaupt bewusst geworden war was er tat.
... war, was ...
Zitat:Doch die Leichtigkeit schien in die Jahre gekommen zu sein; war nun ein äußerst unverlässlicher Gefährte.
Megageiler Satz!
Zitat:Eine kreischende Frau, scheinbar zu dumm um Deckung zu suchen, wurde von den donnernden Hufen seines Pferdes überrannt
Auch das ... zu dumm! Mrgreen
... dumm, um ...
Zitat:jagten sie über die Steppe bis die Schüsse entgültig verstummten
... Steppe, bis ...
endgültig
Zitat:Selbst überrascht von seinem brodelnden Jähzorn riss an den Zügeln seines Pferdes
riss er an
Zitat:Adam drosselte das Tempo wesendlich einfühlsamer.
wesentlich
Zitat:Galopp verloren gegangen zu sei
zu sein
Zitat:wen er vor sich hatte. Nicht Rehauge. Nicht der Junge, der an seiner Seite gemordet hatte
"Nicht den Jungen, der ...", denn es geht ja noch um "wen er vor sich hatte"
Zitat:„Einen verdammten scheiß werde ich tun“, schnappte John.
"Scheiß" groß
Zitat:Kind das er und Narr der ich war?
Hm, das wird ganz hässlich:
Kind, das er, und Narr, der ich war?
Zitat:die er damit verbracht hatte sich nichts anderes zu fragen. Seine Vernunft versuchte jede Schuld von sich zu weisen
... hatte, sich ...
... versuchte, jede ...
Zitat:erstört und weltverloren hatte ihn diese braunen Augen danach angeblickt.
hatten ihn

Wann geht es denn weiter mit John, Adam und Co.? Icon_smile

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #9 |

RE: So weit das Leben trägt (2)
Hallo Sternchen!

Der erste Teil hat mich weitgehend überzeugt, deshalb vergeude ich keine Zeit und begebe mich höchst erwartungsvoll in den nachfolgenden Text.

Zitat:Und doch erreichte der Wahnsinn seine Augen nicht.


Das sieht er auf die Entfernung? Icon_shocked

Zitat:Aus Adams Pistolenlauf züngelten kleine Rauchfontänen gen Himmel, suchend nach Vergebung, doch der Atem des jungen Mannes wischte sie fort.

Toll!

Zitat:dass sie zusammengehörten.

zusammen gehörten...glaub ich.

Zitat:im Sonnenlicht schimmernden Waffen greifen.

Im Prinzip nicht falsch, aber war nicht von dunklen Gewitterwolken die Rede?
So klingt es wie ein Verkaufsargument ^^

Zitat:Und sie würden, wenn John es nicht verhinderte, ihn und Adam über den Haufen schießen.

Bin neugierig, wie er das jetzt verhindern will.

Zitat:und dann, wohlfein, auf ihre Gräber zu pissen.

Du bist sprachlich absolut am Puls dieser Zeit.

Zitat:als versuchte er Johns Gedanken zu lesen.

Ich bin kein Grammatik-Crack, aber "versuche" passt eher - is so ein Gefühl.

Zitat:Doch John machte sich nicht die Mühe darüber nachzudenken, stattdessen gab er seinem Pferd die Sporen, suchend nach dem schnellsten Ausweg aus der Stadt.

"...nicht die Mühe, darüber...." - Komma
"suchend nach dem schnellsten Ausweg aus der Stadt" - Seltsame Formulierung. Ich würde sogar ein "während er nach....suchte" lieber lesen. Davon abgesehen...wie viele Möglichkeiten kann es in einer alten Wildwest-Stadt schon geben. Und "Suchen" bedingt Zeit.

Zitat:So wie immer. Töten ging ihm leicht von der Hand. Doch die Leichtigkeit schien, in manchen Momenten, mit ihm in die Jahre gekommen zu sein und war nun ein äußerst unverlässlicher Gefährte. Anders als sonst. Als früher. Vor seiner Frau. Vor Adam. Anders als vor sieben Monaten.

Er war also vor sieben Monaten noch Farmer? Dennoch hat er schon "in die Jahre gekommene" Fähigkeiten im Töten von Menschen? Ganz blick ich hier nicht durch. Ich habe einen längeren Zeitraum erwartet, "so wie immer" klingt irgendwie nicht nach wenigen Monaten.

Zitat:„Z z z z z. Nicht aufregen, alter Freund.“

Kenn ich nur als "Ts ts ts..."
Erinnert ein wenig an die Comicsymbolik für schlafen.

Zitat:Adam drosselte das Tempo wesentlich einfühlsamer.

Kann man Pferde drosseln? Icon_confused

Zitat: Es kam ihn vor wie gestern.

Es kam ihm vor wie gestern.

Zitat:Drüben in Dead Wood oder in Millcounty, als du dachtest mich längst losgeworden zu sein.“

Da gibt es einiges an gemeinsamer Vergangenheit...uiuiui

Das Niveau des ersten Teils wird hier fortgesetzt. Der Cliffhanger am Ende hat eine interessante Auflösung gefunden und ich bin echt neugierig auf den nächsten Teil.
Schließen wir hier mal ab....

Das Setting: Wieder Staub, wieder Cowboys, wieder raue Sitten....gefällt mir, ist solide in Szene gesetzt.
Der Stil: Ungehobelt, wie es sein soll. Dieser Teil liest sich noch flüssiger, eine Spur schneller als Teil 1. Was auch zum Geschehen passt.
Die Chars: Gewisse Zusammenhänge und Reaktionen lassen mich nachdenken.
Warum schießt John den jungen Adam nicht einfach übern Haufen, nach der Sache mit dem Kind? Kein Mensch hätte ihm das übel genommen. Hält ihn sein Gewissen auf, die Schuld vergangener Tage? Er hat Adam zu dem gemacht, was er heute ist, also ist es nur Recht, von ihm ins Grab geschickt zu werden. Deshalb die Resignation, dieser absolute Lebensunwille?

Was mir nicht ganz einleuchtet, ist der kurze Zeitrahmen. Ein schüchterner Junge, der John ahnungslos anstarrt - ein paar Monate später ein harter Hund, der einfach mal mit "Johnny-Boy" daherkommt. Geht das so schnell?

Gefällt mir, weiter so!

Grüße
Nameless


Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #10 |

RE: So weit das Leben trägt (2) (1878 S.D.)
Hey Sternchen,

wie versprochen, nun Teil 2:

Zitat:Weinend schlang sie ihre Arme um ein blutbesudeltes Kind; kaum älter als Acht. Das, was einmal seine rechte Hand gewesen war, schien zertrümmert und zerfetzt zu gleichen Teilen.

Krass! Aber schreibt man "Acht" da nicht klein?

Zitat:Verbannte damit das letzte halbe, unerträgliche Jahr aus dem Fokus dieser scheußlichen Gegenwart, denn nur als Einheit würden sie nun noch überleben können.

=> Sowohl das letzte halbe Jahr als auch die Gegenwart sind scheiße Warum Letzteres, ist klar, den Grund für Ersteres werden wir hoffentlich noch geliefert bekommen. Icon_smile Oder ist der in "Totgelebt"? Ach, du hast mich rumgekriegt, ich werde die Vorgeschichte auf jeden Fall lesen. Icon_wink

Zitat:Jede andere Möglichkeit, jeden anderen Gedanken, verbannte John.

Ich glaube, das zweite Komma gehört weg!

Zitat:Selbst überrascht von seinem brodelnden Jähzorn riss er an den Zügeln seines Pferdes

Ich glaube, da gehört ein Komma nach "Jähzorn" hin.

Zitat:„Z z z z z. Nicht aufregen, alter Freund.“

Ich würde eher sagen: "Tz Tz Tz" oder "Ts Ts Ts". Alternativ könntest du es natürlich auch wörtlich machen, fällt mir aber gerade nix Gutes ein.

Zitat:Doch die Leichtigkeit schien, in manchen Momenten, mit ihm in die Jahre gekommen zu sein und war nun ein äußerst unverlässlicher Gefährte

Ich würde das "in manchen Momenten" als "- in manchen Momenten -" schreiben.

Zitat:Rehauge lächelte, doch seine verschissene Überlegenheit schien im rasenden Galopp verloren gegangen zu sei. Der vorhin aufgeflammte Zorn verschwunden.

Ich stelle mir dieses Lächeln eher müde vor. Vielleicht noch ein Nachsatz: "An seine Stelle war Müdigkeit getreten"?

Zitat:Er dachte an die unzähligen, schlaflosen Nächte zurück, die er damit verbracht hatte alle Schuld von sich zu weisen, sich selbst zu überzeugen.

Komma hinter "hatte"

Zitat:Es kam ihn vor wie gestern.

"ihm"

So, das war´s.
Pro
Für mich Laien kein typischer Western mit gut und böse, sondern ein richtig guter: Gale, der seine schlimmen Fehler bereut und Adam, Gales schlimmster Fehler... hat mir wieder sehr gut gefallen. Icon_smile

LG,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2019 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme