Es ist: 22-11-2019, 13:45
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Umfrage: Wie entscheidest du dich? (Bitte zuerst lesen, dann beantworten)
Heinrich soll sich bis zum Abend ins Dorf zurückziehen
Heinrich soll sofort angreifen
Heinrich soll sich im Wald verstecken und sofort zuschlagen, wenn die Brücke leer ist
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München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 2)
Beitrag #1 |

München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 2)
Teil 1
~
Teil 2
~
Teil 3.1 | Teil 3.2

Nach längerer Pause präsentiere ich nun den nächsten Teil der München-Geschichte. Ihr habt Euch entschieden, sofort anzugreifen und so entscheidet nun auch Heinrich...

„Keine Verzögerung!“ Heinrichs Entscheidung war endgültig, wie man es von ihm gewohnt war. „Ich werde die Brücke sofort niederbrennen lassen.“
Die Berater hatten keine Einwände; in solchen Angelegenheiten verließen sie sich auf Heinrichs Einschätzung. Auch wenn dieser nicht gerade vorsichtig war, so konnte er in solchen Fällen das Risiko doch recht gut abwägen. Etwas, das ihn Erfahrung gelehrt hatte und das ihm auch schon so manchen Vorteil eingebracht hatte. Er wusste genau, das Maß so zu nehmen, dass er niemanden so stark verärgerte, dass dieser ihn in seine Schranken wies, aber Heinrich dennoch einen guten Vorteil aus der Angelegenheit ziehen konnte. Und so hofften die Anwesenden, dass er auch diesmal die richtige Entscheidung getroffen hatte. Auch Markwart schien zufrieden mit der Entscheidung. Er kostete jedoch nicht aus, dass Heinrich seinen Vorschlag angenommen hatte. Er war viel zu erfahren, um sich auf diese Weise Befriedigung zu verschaffen.
Nur Adelman, der das Risiko ja schon zuvor für zu hoch eingeschätzt hatte, erhob Einspruch.
„Herr, mit Verlaub, seid Ihr Euch vollkommen sicher, das Risiko nicht für zu niedrig eingeschätzt zu haben? Zwei Tage hin oder her, in dieser Zeit wird nicht viel geschehen sein. Also ich bitte Euch, überdenkt Eure Entscheidung noch einmal.“
„Wozu denn?“, fragte der Welfe spöttisch. „Habe ich mich jemals als wankelmütig erwiesen?“
Das hatte er in der Tat nie getan.
„Aber ich bitte Euch -“
„Wie viele haben das nicht schon vor Euch getan?“, entgegnete Heinrich, diesmal mit eindeutig beißendem Spott. Einem Spott, der bei dem cholerischen Welfen, der ja nicht umsonst den Beinamen „der Löwe“ verpasst bekommen hatte, leicht in Wut umschlagen konnte. Das wusste auch Adelman und so nahm dieser seine Niederlage mit Fassung entgegen. Er lehnte sich lediglich zurück und verschränkte, offenkundig resigniert, die Arme.
Heinrich redete weiter, als wäre die kleine Unterbrechung gar nicht vorgekommen.
„Wenn Otto die Konzession nun fehlt, dann haben wir einen Grund dafür, die Brücke zu zerstören“, wiederholte der Welfe noch einmal
Markwart und die anderen Berater nickten.
„Also habe ich den Angriff nicht zu verbergen“ - wieder wartete Heinrich die Zustimmung der anderen Männer ab, dann redete er weiter - „und wir könnten die Brücke einfach niederbrennen.“
„Nun“, sagte Markwart, „grundsätzlich schon. Wenn Otto die Konzession wirklich -“
„Das hatten wir doch bereits geklärt“, unterbrach der Welfe ihn ungeduldig. Man sah ihm geradezu an, wie sehr ihn die Vorsicht seiner Berater nervte.
„Wenn man das so sieht, dann spricht nichts dagegen, die Brücke offen zu zerstören“, lenkte Markwart ein.
Der Berater mittleren Alters mit rotblonden Haaren und hellen, blauen Augen, der Eckart gerufen wurde, schaltete sich nun wieder ein. „Der naheliegendste Grund dafür wäre wohl, dass ihr einfach dafür sorgen wolltet, dass Otto den armen Händlern und Kaufleuten nicht weiter zu Unrecht ihres Geldes beraubt. Dagegen kann weder niemand etwas einwenden“, ergänzte er.
Heinrich nickte. „Dasselbe hatte ich auch bereits überlegt.“
Dann stand er auf und klatschte in die Hände. „Also worauf warten wir eigentlich noch?“
Stille herrschte auf einmal in dem Raum. Stille, die ganz offensichtlich von dem kleinen Wörtchen ´wir` stammte. Einen kurzen Moment streiften Gedanken durch den Raum, dann wagte Cuno es, nachzufragen.
„Verzeiht mir meine närrische Frage, Herr, aber mit ´wir` meint Ihr doch sicher Euch und Eure Soldaten, nicht wahr?“, fragte er hoffnungsvoll. „Nein“, antwortete Heinrich mit heimlicher Vorfreude. „Mit ´wir` meine ich mich, meine Soldaten und Euch, meine Berater.“
Er genoss es, die verschiedenen Reaktionen seiner Berater zu beobachten: Adelman blieb ruhig, war er doch jung und recht sportlich, sodass diese Mühen für ihn kein allzu großes Problem darstellten. Markwart war zwar alt, aber zäh und er hatte schon unter vielen Männer gedient, die möglicherweise ihren Beratern Ähnliches abverlangt hatten. Eckarts Miene war die eines Mannes, der alles tat, um seine Arbeit zu behalten – seine Frau war tot und er hatte drei Kinder über die Runden zu bringen.
Der magere Mann, Ciprianus, tat dies ganz offensichtlich ungern – sein Körper sah auch nicht so aus, als würde er das gänzlich unbeschadet überstehen. Am Lustigsten aber fand er augenscheinlich die Reaktion des Dicken.
„Aber...“, brachte Cuno nur heraus. Dabei hatte er eben bei der lebhaften Diskussion sehr gesprächig und laut werden können.
„Nein“, sagte der Welfe spöttisch. „Heute keine lustige Trinkgesellschaft mehr für Euch.“
Heinrich amüsierte sich augenscheinlich über den korpulenten Mann, der mit offenem Mund fassungslos dasaß. Man konnte förmlich in seinem Gesicht lesen, was er sich gerade vorstellte: Gefahr, Anstrengung, Bewegung, ungemütliche Dinge.
„Aber warum?“, fragte der Dicke, der nun doch einen sinnvollen Satz herausbrachte, um sich gleich darauf auch wieder auf seine Höflichkeit besinnen zu können und eilig hinzuzufügen: „Verzeiht diese vermessene Frage, aber macht es wirklich Sinn, uns auf eine solche Unternehmung mitzunehmen. Wir würden doch nur eine Behinderung und keine Hilfe für Euch darstellen.“
„Es reicht!“, rief Heinrich, dessen Stimmung abrupt umgeschlagen war, wütend aus. „Ihr werdet mitkommen.“
Heinrich hatte auch noch einen anderen Hintergedanken, bei dem er jedoch gut daran tat, ihn nicht zu verraten. Wenn er gegen Kaiser Friedrich ziehen würde, um die Kaiserkrone zu erobern, die ihm zustand, brauchte er würdige Berater. Dieser Anlass war die perfekte Möglichkeit, sie auf die Probe zu stellen.


Heinrich hatte in dem zusammengestellten Trupp zu den fünf Beratern zusätzlich noch zwei Dutzend Soldaten mitgenommen, die die Brücke niederbrennen sollten. Der Welfe hatte sich mit seinen Beratern in der Nähe von Freising getroffen. Von dort war der Trupp losgezogen, die Soldaten, die Heinrich als Leibgarde aus Braunschweig gefolgt waren, auf ihren Pferden, seine Berater in einer Kutsche. Dementsprechend schnell waren sie an ihrem Ziel angelangt. Sie ritten bereits die Anhöhe empor, hinter der Freising erscheinen würde. Sie hatten diesen Weg schon beinahe bewältigt, da stoppte Heinrich den Trupp, um selbst mit einem Berater von der Ferne auszukundschaften, ob etwas Außergewöhnliches die Angelegenheit stören konnte. Er wählte deshalb Markwart aus, weil er diesen für den Fähigsten hielt.
Sie schritten den Hügel hinauf. Bald zeigte sich, etwa anderthalb Bogenschüsse entfernt Freising in seiner vollen Pracht.
Über diese mittlere Entfernung konnte er nichts Genaueres erkennen, aber doch genug, das ihm Sorge bereitete.
„Die ganze Brücke ist voller Menschen“, murmelte Markwart und nahm Heinrich das Wort aus dem Mund.
„Das sehe ich auch selbst“, reagierte der Welfe ein wenig gereizt, mehr aus dem Grund, dass er seine Wut über diese Störung seines Plans an jemandem auslassen wollte.
„Was wollte Ihr nun tun?“, fragte Markwart. „Ich würde empfehlen, Ihr kehrt wieder zurück zu dem kleinen Dorf, um heute Abend, wenn die Brücke sicher leer ist, zuzuschlagen.“
„Oder ich greife trotzdem sofort an und jage das Gesindel von der Brücke.“
„Das würde ich nicht empfehlen, mein Herr. Ihr solltet es Euch mit den Händlern nicht gänzlich verderben.“
Wie sollte Heinrich nun vorgehen? Während er dastand und überlegte, fiel ihm eine dritte Lösung ein.
„Der Trupp könnte sich im Wald verstecken und darauf warten, dass die Brücke leer ist.“
„Was bietet das für Vorteile?“, fragte Markwart.
„Nun“, erwiderte Heinrich, „wir verlieren weniger Zeit bei gleichem Risiko.“ Außerdem hätte er die Berater im Blickfeld und in der Kürze der Zeit würden auch andere mögliche Lauscher, die das Gespräch in dem Dorf mitgehört hatten, keine Möglichkeit haben, Otto zu warnen.
„Das stimmt nicht“, antwortete Markwart.
„Was stimmt nicht?“
„Das Risiko ist auf diese Weise höher. Was ist, wenn eine der Brückenwachen uns entdeckt? Dann ist unser Vorhaben gefährdet.“
Heinrich überlegte. Er hatte drei Möglichkeiten, mit verschiedenen Vor- und Nachteilen: entweder er schlug sofort zu, trotz der vielen Menschen auf der Brücke, oder er wartete im Dorf bis zum Abend und kehrte dann nochmal zurück. Oder er versteckte sich mit seinem Trupp im Wald und wartete bis die Brücke leer war.
Nun bist du Heinrich. Wie entscheidest du dich? (s. Umfrage)

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #2 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 2)
Hey rex,

nach ebenfalls längerer Pause melde ich mich auch mal zurück. Das Kapitel war jetzt nicht so lang, dass ich was finden konnte, was mich von der Logik her wirklich stört. Außer vielleicht (aber das ist eher Atmosphäre) Das die Berater, allen voran der Dicke - die anderen aber auch - sich noch ein bisschen zieren können, bis sie zuschlagen. Mit: ,,[i]Gefahr, Anstrengung, Bewegung, ungemütliche Dinge.[i]'' Hast du dahingehend schon einen guten Satz gebracht, der die Stimmung von Faulen Adligen zu der Zeit, zumindest wie ich sie mir vorstelle, gut rüberbringt. Dahingehend könte eventuell noch die ein oder andere Ausrede warum sie denn nicht mitmachen könne, nicht schaden.


Zitat:„Aber ich bitte Euch -“
***
„grundsätzlich schon. Wenn Otto die Konzession wirklich -“
An diesen beiden Stellen fände ich statt ,,-'' ein ,,...'' besser, so wie du es auch einige Zeile später dann mal gemacht hast, als jemand unterbrochn wurde.

Zitat: „Der naheliegendste Grund dafür wäre wohl, dass ihr einfach dafür sorgen wolltet, dass Otto den armen Händlern und Kaufleuten nicht weiter zu Unrecht ihres Geldes beraubt. Dagegen kann weder niemand etwas einwenden“
Ihr <-- Ha jetzt hab ich bei dir auch mal einen Rechtschreibfehler gefunden. Icon_wink

Zitat:„Was wollte Ihr nun tun?“, fragte Markwart.

wollt

[quote]„Ich würde empfehlen, Ihr kehrt wieder zurück zu dem kleinen Dorf, um heute Abend, wenn die Brücke sicher leer ist, zuzuschlagen.“ [quote]

Das ,,sicher'' finde ich an dieser Stelle etwas unpassend, man kann sich ja denken, dass die Brücke am Abend leer(er) ist. Etweder würde ich es weg lassen oder durch ein ,,hoffentlich'' ersetzen.

LG Felix



Schaut doch mal auf meiner Website vorbei: http://felixhaenisch.wix.com/felix-haenisch

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Beitrag #3 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 2)
Hi Felix91,
danke für dein schnelles Feedback. Icon_smile

Zitat:Außer vielleicht (aber das ist eher Atmosphäre) Das die Berater, allen voran der Dicke - die anderen aber auch - sich noch ein bisschen zieren können, bis sie zuschlagen. Mit: ,,[i]Gefahr, Anstrengung, Bewegung, ungemütliche Dinge.[i]'' Hast du dahingehend schon einen guten Satz gebracht, der die Stimmung von Faulen Adligen zu der Zeit, zumindest wie ich sie mir vorstelle, gut rüberbringt. Dahingehend könte eventuell noch die ein oder andere Ausrede warum sie denn nicht mitmachen könne, nicht schaden.

ich denke, so reicht das schon, denn Heinrich ist ja ein cholerischer Despot. Nachdem er Cuno so angefahren hat, sind die anderen wahrscheinlich eingeschüchtert genug. Ich warte mal die Meinungen der andern ab.

Zitat:
Zitat:„Aber ich bitte Euch -“
***
„grundsätzlich schon. Wenn Otto die Konzession wirklich -“
An diesen beiden Stellen fände ich statt ,,-'' ein ,,...'' besser, so wie du es auch einige Zeile später dann mal gemacht hast, als jemand unterbrochn wurde.

Ein "-" kommt soweit weiß grundsätzlich immer, wenn jemand unterbrochen wurde. "..." jedoch wenn er selbst den Satz gewollt aufhören lässt.

Zitat:Ihr <-- Ha jetzt hab ich bei dir auch mal einen Rechtschreibfehler gefunden. Icon_wink

Icon_wink

Zitat:Das ,,sicher'' finde ich an dieser Stelle etwas unpassend, man kann sich ja denken, dass die Brücke am Abend leer(er) ist. Etweder würde ich es weg lassen oder durch ein ,,hoffentlich'' ersetzen.

Geht klar. Icon_smile

Danke für deinen Kommi, unter die Fortsetzung von "Das Biest in Dir" werde ich auch bald Feedback geben.
LG
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #4 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 2)
Hallo Rex,

ich zäume das Pferd heute einmal von hinten auf: An sich gefällt mir dieser Teil, zumindest der zweite Abschnitt, weil nun etwas Handlung ins Spiel kommt. Aber - der erste, lange Teil dieses Kapitels ist für mich beinahe eine einzige Wiederholung. Eine die ich nicht eingehend kommentieren möchte, da es mir sinnlos erscheint. Stattdessen gebe ich dir einen Tipp, bzw. eine Aufgabe wenn du so willst. Druck dir dieses Kapitel, wenn du kannst, genauso wie das erste aus. Und dann arbeitest du beide auf sinngleiche Aussagen durch. Wenn du das tust, wirst du feststellen, dass du hier eine ganze Menge sogar streichen kannst. Und genauso liest es sich auch: unnötig. Ja man wird sogar ungeduldig, weil du im Grunde das letzte Kapitel im ersten Teil kopierst; ist versucht, zu überspringen. Da gibt es nur eines: straffen, straffen, straffen. Die Details die jetzt neu sind könntest du im ersten Kapitel einarbeiten. Dieses hier sollte idealerweise - zumindest ist das meine Meinung - direkt mit der Handlung, bzw. dem Szenenwechsel beginnen. Und diesen, kommentiere ich gern. (Genauso wie eine eventuelle Überarbeitung, sollte sie einmal online sein und du Zeit haben.)

Heinrich hatte in dem zusammengestellten Trupp zu den fünf Beratern zusätzlich noch zwei Dutzend Soldaten mitgenommen, die die Brücke niederbrennen sollten. Der Welfe hatte sich mit seinen Beratern in der Nähe von Freising getroffen. Von dort war der Trupp losgezogen, die Soldaten, die Heinrich als Leibgarde aus Braunschweig gefolgt waren, auf ihren Pferden, seine Berater in einer Kutsche.
=> Würd ich vereinfachen, des Leseflusses wegen: "Heinrich hatte neben seinen fünf Beratern noch zusätzlich zwei Dutzend Soldaten um sich geschart. Gesammelt hat man sich Nähe Freising und war von dort losgezogen. Die Soldaten auf ihren Pferden, seine Berater in Kutschen." Ein Beispiel, wie immer.

Sie ritten bereits die Anhöhe empor, hinter der Freising erscheinen würde. Sie hatten diesen Weg schon beinahe bewältigt, da stoppte Heinrich den Trupp, um selbst mit einem Berater von der Ferne auszukundschaften, ob etwas Außergewöhnliches die Angelegenheit stören konnte.
=> Eine wichtige Regel beim Schreiben: Satzanfänge versuche nie zu doppeln. "Sie ritten bereits eine Anhöhe empor, hinter der Freising erscheinen würde, da stoppte Heinrich den Trupp, um mit einem seiner Berater von der Ferne auszukundschaften."
Eine weitere Regel: Schildere am Besten so selten wie möglich das offensichtliche. Dass sie den Weg fast bewältigt haben ergibt sich aus dem Hügel vor Freising. Und das nach Außergewöhnlichem Ausschau gehalten wird, ist auch völlig klar. Icon_smile

Er wählte deshalb Markwart aus, weil er diesen für den Fähigsten hielt.
=> Deshalb ist hier irgendwie ein unnötiges, den Satz verlängerndes Füllwort. Würd ich meiner Meinung nach streichen. Genauso wie "schritten den Hügel hinauf". Das ergibt sich aus dem was du vorhin geschrieben hast und wiederholt. Vielleicht einfach weiter mit "Bald zeigte sich, etwa anderthalb Bogenschüsse entfernt, Freising in seiner vollen Pracht."
~ in jedem Fall ein Komma nach "entfernt". Der Satz gefällt mir übrigens gut.

„Das sehe ich auch selbst“, reagierte der Welfe ein wenig gereizt, mehr aus dem Grund, dass er seine Wut über diese Störung seines Plans an jemandem auslassen wollte.
=> ein wenig umständlich. Auch hier würd ich dir "Vereinfachen" empfehlen. "... reagierte der Welfe gereizt. Er hasste es schon jetzt, dass sein Plan nicht auf Anhieb gelingen wollte." (Was irgendwo logisch waren, wenn sie am Tag da antanzen, aber bitte ...)

„Was wollte Ihr nun tun?“, fragte Markwart. „Ich würde empfehlen, Ihr kehrt wieder zurück zu dem kleinen Dorf, um heute Abend, wenn die Brücke sicher leer ist, zuzuschlagen.“
=> ähnsch ... das Dorf ist unwichtig. Interessiert niemanden, woher der kommt. Hier auch direkter, bzw. einfacher: "Ich würde empfehlen, wir warten ab bis heute Abend, wenn die Brücke verlassen ist, um dann zuzuschlagen." Natürlich nur, wenns dir gefällt.

„Oder ich greife trotzdem sofort an und jage das Gesindel von der Brücke.“
=> Das Füllwort "trotzdem" entschärft recht. Ich würd dir vorschlagen, den Satz ohne zu lesen und genau darauf zu achten, ob du einen Unterschied merkst. Wenn ja, dann bringt das dir mehr, als jeder nähere Erklärung.

Heinrich überlegte. Er hatte drei Möglichkeiten, mit verschiedenen Vor- und Nachteilen: entweder er schlug sofort zu, trotz der vielen Menschen auf der Brücke, oder er wartete im Dorf bis zum Abend und kehrte dann nochmal zurück. Oder er versteckte sich mit seinem Trupp im Wald und wartete bis die Brücke leer war.

=> So und jetzt die Mär vom Vertrauen an den Leser: Der hat schon gelesen welche Möglichkeiten es gibt. Sie zu wiederholen ist daher unklug. Vertrau einfach darauf, dass jeder der diese Geschichte verfolgt, auch was im Kästchen hat. Icon_smile

Das mag es auch schon gewesen sein. Ich weiß, es war leider viel Kritik dabei. Ich hab ned viel heil gelassen, aber ich hoffe, ich konnte dir durch die Tipps wenigstens ein bisschen helfen. Grundsätzlich seh ich bei dir kein Problem was das sprachliche betrifft. Auch nicht direkt das inhaltliche (wobei du in der Logik ein wenig schwächelst: Heinrich und seine Berater müssen doch behirnen, dass da während des Tages Leute drauf sind.) Vielmehr geht es mir um das was du wiederholst und ausweitest, obwohl es teilweise schon klar ist. Ich würde also sagen: lerne straffer zu schreiben. Ein wenig mehr zu sparen, um das wichtige besser hervorheben zu können.

Ganz liebe Grüße,
Sternchen






"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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Beitrag #5 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 2)
Hi Sternchen,

Zitat:An sich gefällt mir dieser Teil, zumindest der zweite Abschnitt, weil nun etwas Handlung ins Spiel kommt. Aber - der erste, lange Teil dieses Kapitels ist für mich beinahe eine einzige Wiederholung. Eine die ich nicht eingehend kommentieren möchte, da es mir sinnlos erscheint. Stattdessen gebe ich dir einen Tipp, bzw. eine Aufgabe wenn du so willst. Druck dir dieses Kapitel, wenn du kannst, genauso wie das erste aus. Und dann arbeitest du beide auf sinngleiche Aussagen durch. Wenn du das tust, wirst du feststellen, dass du hier eine ganze Menge sogar streichen kannst.

Werde ich tun, wie gesagt eben in Phase 2 vom Motivations-Projekt. Icon_smile
Danach werde ich wohl entweder hier oder Motivations-Projekt-Thread noch einmal verkünden, ob und wie gut es geklappt hat. Aber der Vorschlag leuchtet mir sehr ein.

Zu deinen Anmerkungen zum zweiten Teil:
Ich habe schon gemerkt, dass ich sehr gerne zu kompliziert schreibe, daher nehme ich deine diesbezüglichen Anmerkungen dankend an.

Zitat:=> Deshalb ist hier irgendwie ein unnötiges, den Satz verlängerndes Füllwort. Würd ich meiner Meinung nach streichen. Genauso wie "schritten den Hügel hinauf". Das ergibt sich aus dem was du vorhin geschrieben hast und wiederholt. Vielleicht einfach weiter mit "Bald zeigte sich, etwa anderthalb Bogenschüsse entfernt, Freising in seiner vollen Pracht."
~ in jedem Fall ein Komma nach "entfernt". Der Satz gefällt mir übrigens gut.

Das "deshalb" ist schon gestrichen. Den anderen Vorschlag muss ich nochmal sehr genau überdenken, weil ich mir gerade überhaupt nicht sicher bin, was auf mich besser klingt.
Achja, danke für das Lob. Icon_smile

Zitat:=> Das Füllwort "trotzdem" entschärft recht. Ich würd dir vorschlagen, den Satz ohne zu lesen und genau darauf zu achten, ob du einen Unterschied merkst. Wenn ja, dann bringt das dir mehr, als jeder nähere Erklärung.

Hat geklappt. Icon_smile

Zitat:=> So und jetzt die Mär vom Vertrauen an den Leser: Der hat schon gelesen welche Möglichkeiten es gibt. Sie zu wiederholen ist daher unklug. Vertrau einfach darauf, dass jeder der diese Geschichte verfolgt, auch was im Kästchen hat. Icon_smile

Stimmt. Icon_smile Werde ich abändern.

So, nun zu deinem Fazit:
Zitat:Auch nicht direkt das inhaltliche (wobei du in der Logik ein wenig schwächelst: Heinrich und seine Berater müssen doch behirnen, dass da während des Tages Leute drauf sind.)

Muss ich noch mal etwas umschreiben.

Zitat:Ich würde also sagen: lerne straffer zu schreiben.

Ich werd´s versuchen.

Zitat:Ganz liebe Grüße,
Sternchen

Grüße zurück und dankeschön für den hilfreichen Kommentar. Wave
LG,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #6 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 2)
Hallo rex,

mir gefällt es sehr, dass du Umfragen einbaust. So denkt man ein bisschen über die Geschichte nach und nimmt sie nicht einfach hin. Erst dachte ich, bei unterschiedlicher Wahl würde die Geschichte auch unterschiedlich weitergehen. Sowas finde ich sehr faszinierend - wennauch schwierig in der Umsetzung.

Genug der Vorrede, kommen wir zur Geschichte:
Heinrich entschließt sich also, die Brücke sofort einzureißen (wie du ihn darstellst: natürlich, er ist schließlich Heinrich!) und seine Berater bei der Umsetzung mit uns Boot zu ziehen. Aber auf der Brücke sind Menschen (oh Wunder! Es ist die einzige Brücke über die Isar an der Stelle) und sie müssen warten.
Du versuchst in diesem Kapitel die Charaktere der unterschiedlichen Berater näher herauszustellen, aber ich habe nachwievor das Gefühl, es sind zu viele. Vllt ist das wirklich historisch gegeben (deine Geschichte liest sich, als hättest du viel recherchiert über die Vorgänge), trotzdem finde ich, dass das ziemlich aufhält. Besonders die Stelle, als Heinrich seinen Beratern offenbart, dass sie mitkommen werden. Das ist ein Schock, da muss es schnell gehen, man muss alle gleichzeitig sehen. Vllt liegt es wirklich daran, dass du sie nicht direkt mit Namen vorstellst. Sie haben ja alle einen - gib ihnen den doch direkt bei ihrem ersten Auftritt und dann kannst du an anderen Stellen viel zusammenstreichen.

Was mir sehr gefällt, ist die Geschichte an sich: Ich finde es interessant und will wissen, wie es weitergeht, was wohl als nächstes passiert. Und ich finde es wie gesagt sehr clever, immer mit einer Entscheidung aus den Kapiteln zu gehen, das lässt einen das Kapitel noch einmal reflektieren, etwas abwägen. Das finde ich wirklich gut.

Allerdings finde ich - wie oben beschrieben - die Umsetzung zum Teil sehr holprig. Das liegt v.a. daran, dass deine Geschichte kaum lebendig wirkt. Du hast das Wissen, was die Leute tun, was in welcher Reihenfolge geschieht. Aber deine Sätze lesen sich zum Teil wie aus dem Geschichtsbuch, da ist kein Wind über dem Hügel, kein Geruch, der aus den Kleidern steigt, keine Schlammpfütze, in die sie hineintreten. Ich will damit nicht sagen, dass deine Geschichte genau das braucht. Aber was ich an historischen Geschichten so bemerkenswert (und schwierig!) finde, ist das Leben und die Lebensumstände darin darzustellen. Und das fehlt mir in deiner Geschichte noch ziemlich.

Nichtsdestotrotz bin ich gespannt, wie Heinrich sich entscheidet und ob wir vllt noch einen Berater am Ende des Kampfes bluten sehen ... Icon_wink

Anmerkungen zum Text:
Zitat:Die Berater hatten keine Einwände; in solchen Angelegenheiten verließen sie sich auf Heinrichs Einschätzung. Auch wenn dieser nicht gerade vorsichtig war, so konnte er in solchen Fällen das Risiko doch recht gut abwägen. Etwas, das ihn Erfahrung gelehrt hatte und das ihm auch schon so manchen Vorteil eingebracht hatte. Er wusste genau, das Maß so zu nehmen, dass er niemanden so stark verärgerte, dass dieser ihn in seine Schranken wies, aber Heinrich dennoch einen guten Vorteil aus der Angelegenheit ziehen konnte.
Hier habe ich das Gefühl, dass du sehr lang auf der Stelle tanzt: Heinrich kann die Situation einschätzen, er kann sie einschätzen, kann sie einschätzen ... im Grunde kannst du dich für die ein oder zwei schönsten Sätze hieraus entscheiden und den Rest streichen Icon_wink
"sie hatten keine Einwände" stimmt ja so nicht, denn zuvor hatten sie Einwände - und wie du selbst schreibst, wendet Adelman nachwievor etwas ein.
"Etwas, das ihn die Erfahrung gelehrt hatte"?
Zitat:Und so hofften die Anwesenden, dass er auch diesmal die richtige Entscheidung getroffen hatte.
Dadurch, dass du so distanziert vom Leser schreibst, haben deine Sätze manchmal etwas sehr Märchenhaftes: Und so zogen sie von dannen ... das mag wie gesagt an der Perspektive liegen, aber auch daran, dass du uns selten an die Figuren heranlässt.
"dieses Mal" - du neigst dazu, Umgangssprache einzubringen. Schau auch einmal, wie es generell mit Füllwörtern wie "auch" und "wieder" aussieht. Mir kamen sie beim Lesen etwas häufig vor.
Zitat:Er kostete jedoch nicht aus, dass Heinrich seinen Vorschlag angenommen hatte. Er war viel zu erfahren, um sich auf diese Weise Befriedigung zu verschaffen.
Hm, warum sollte er es auch auskosten? Er ist ein Berater und ja: Er ist erfahren. Der zweite Satz ist genau das, was der Leser denken soll. Aber es reicht ja, dass ich es beim Lesen denke und hier schreiben würde: "Ja, dafür ist er zu erfahren" - deshalb kannst du es in meinen Augen aus der eigentlichen Geschichte herauslassen.
Zitat:Nur Adelman, der das Risiko ja schon zuvor für zu hoch eingeschätzt hatte, erhob Einspruch.
„Herr, mit Verlaub, seid Ihr Euch vollkommen sicher, das Risiko nicht für zu niedrig eingeschätzt zu haben?
Hier hast du zweimal die gleiche Formulierung. Reicht nicht "Nur Adelman erhob Einspruch"?
Zitat:Einem Spott, der bei dem cholerischen Welfen, der ja nicht umsonst den Beinamen „der Löwe“ verpasst bekommen hatte
"verpasst" ist sehr umgangssprachlich
Zumal du eine sehr ähnliche Formulierung auch schon im ersten Teil hast. Vllt hebst du einfach heraus, dass er als "der Löwe" bezeichnet wird, indem du also irgendwo in der Ecke schreibst "Heinrich, der Löwe, ..."
Zitat:„Wenn Otto die Konzession nun fehlt, dann haben wir einen Grund dafür, die Brücke zu zerstören“, wiederholte der Welfe noch einmal
Da ist ein Punkt verloren gegangen Icon_wink
Zitat:Der Berater mittleren Alters mit rotblonden Haaren und hellen, blauen Augen, der Eckart gerufen wurde, schaltete sich nun wieder ein.
Gönn uns den Namen schon vorher Icon_smile
Zitat:Dagegen kann weder niemand etwas einwenden“, ergänzte er.
Wo kommt denn das "weder" her? Icon_wink
Zitat:Eckarts Miene war die eines Mannes, der alles tat, um seine Arbeit zu behalten – seine Frau war tot und er hatte drei Kinder über die Runden zu bringen.
Diese Miene kann ganz verschieden aussehen ... vllt beschreibst du lieber, was du dir vorstellst ... verzieht er das Gesicht, wie? Kneift er die Augen eng zusammen? Stützt er den Kopf auf? Schenk ihm etwas mehr Mimik ...
Berater ist in meiner Vorstellung kein Job, den man macht, um die Kinder über die Runden zu bringen. Aber da kannst du mich gern eines Besseren belehren. Mein Gedanke nach diesem Satz war nur: "Darum will er also nicht gehen ..." und weniger "darum muss er also gehen", wie du es hier andeutest ...
*lacht* Kannst du mir noch folgen? Icon_wink
Zitat:„Aber...“, brachte Cuno nur heraus. Dabei hatte er eben bei der lebhaften Diskussion sehr gesprächig und laut werden können.
Sagt Cuno das direkt, nachdem Heinrich ihnen vorgeschlagen hat, mitzukommen? Wenn, dann würde ich es auch an den Anfang stellen. Wie oben schon gesagt, finde ich, dass du hier sehr langsam wirst und mit dem Erzählen gar nicht hinterherkommst. Denn ich denke schon, dass Cuno direkt "Aber ..." sagt.
Zitat:Man konnte förmlich in seinem Gesicht lesen, was er sich gerade vorstellte: Gefahr, Anstrengung, Bewegung, ungemütliche Dinge.
Nur ein Vorschlag: Wirkungsvoller ist so eine Aufzählung, wenn du sie von schwach nach stark aufziehst. Und dann sind vier Glieder auch etwas viel ... zB "Bewegung, Anstrengung, Gefahr", wobei ich das ziemlich klischeehaft für einen Dicken finde, dass er keine Lust auf Bewegung hat. Vllt geht es eher Richtung Anstrengung, Dreck, Gefahr, Blut, vllt sogar Tod?
Zitat:Heinrich hatte auch noch einen anderen Hintergedanken, bei dem er jedoch gut daran tat, ihn nicht zu verraten. Wenn er gegen Kaiser Friedrich ziehen würde, um die Kaiserkrone zu erobern, die ihm zustand, brauchte er würdige Berater. Dieser Anlass war die perfekte Möglichkeit, sie auf die Probe zu stellen.
Diese Stelle zB liest sich geschichtsbuchlastig. Ich kenne die Geschichte von Heinrich nicht, aber mir kommt es hier als zu viel vor, dass du den Bogen soweit in die Zukunft spannst. Zumal wir ja nicht durch Heinrichs Augen sehen und nicht wissen, was er wirklich denkt. Zumindest im bisherigen Verlauf der Geschichte nicht ...
Zitat:Heinrich hatte in dem zusammengestellten Trupp zu den fünf Beratern zusätzlich noch zwei Dutzend Soldaten mitgenommen, die die Brücke niederbrennen sollten.
Der Satz liest sich sehr holprig. Vllt etwas wie:
- Heinrich beorderte neben seinen fünf Beratern noch ein Dutzend Soldaten, die die Brücke ...
- Mit einem Dutzend Soldaten zogen sie in Richtung Brücke.
Zitat:Sie ritten bereits die Anhöhe empor, hinter der Freising erscheinen würde. Sie hatten diesen Weg schon beinahe bewältigt, da stoppte Heinrich den Trupp
Die beiden Sätze beginnen identisch, da geht doch etwas mehr Abwechslung Icon_smile
Zitat:ob etwas Außergewöhnliches die Angelegenheit stören konnte. Er wählte deshalb Markwart aus, weil er diesen für den Fähigsten hielt.
Das "deshalb" ist zB so ein Füllwort, das du auch weglassen kannst.
Zitat:„Die ganze Brücke ist voller Menschen“, murmelte Markwart und nahm Heinrich das Wort aus dem Mund.
*lacht* Ja ... so haben das Brücken an sich Icon_smile
Sehr gute Stelle!
Zitat:Außerdem hätte er die Berater im Blickfeld und in der Kürze der Zeit würden auch andere mögliche Lauscher, die das Gespräch in dem Dorf mitgehört hatten, keine Möglichkeit haben, Otto zu warnen.
Hm, warum sollte jemand das Gespräch belauscht haben? Waren sie so unvorsichtig?
Zitat:Oder er versteckte sich mit seinem Trupp im Wald und wartete bis die Brücke leer war.
... wartete, bis ...
Ist es Absicht, dass du am Ende die drei Varianten noch einmal zusammenfasst? Eigentlich hast du sie direkt davor ja schon erörtert ...

Ich hoffe, dir mit meinen Kommentaren helfen zu können - denn ich weiß, dass ich sehr kritisch mit deiner Geschichte zu Gericht gehe. Ich bin etwas aus der Übung, deshalb verzeih mir, wenn es manchmal zu strikt klingt. Du weißt ja: Letztlich e ntscheidest du, was du für deine Geschichte übernehmen willst und wie du ihren Aufbau gestaltest Icon_smile

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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Beitrag #7 |

RE: München - Eine historische Kurzgeschichte (Teil 2)
Hey Libertine,
Tut mir echt leid, ich dachte, ich hätte dir schon geantwortet! Naja, dann halt jetzt.
Zitat:mir gefällt es sehr, dass du Umfragen einbaust. So denkt man ein bisschen über die Geschichte nach und nimmt sie nicht einfach hin. Erst dachte ich, bei unterschiedlicher Wahl würde die Geschichte auch unterschiedlich weitergehen. Sowas finde ich sehr faszinierend - wennauch schwierig in der Umsetzung.

Jap, es ist deutlich schwieriger. Ich habe zwischendurch wieder eine Version ohne "Entscheidungsbaum" geschrieben, aber irgendwie geht damit ein Teil des Unterhaltungsfaktors verloren. Ich bin mir immer noch nicht so ganz sicher, wie ich das jetzt machen will.

Zitat:Du versuchst in diesem Kapitel die Charaktere der unterschiedlichen Berater näher herauszustellen, aber ich habe nachwievor das Gefühl, es sind zu viele.

In der Neufassung habe ich mich auf drei Berater beschränkt/werde mich beschränken. Icon_smile

Zitat:Was mir sehr gefällt, ist die Geschichte an sich: Ich finde es interessant und will wissen, wie es weitergeht, was wohl als nächstes passiert. Und ich finde es wie gesagt sehr clever, immer mit einer Entscheidung aus den Kapiteln zu gehen, das lässt einen das Kapitel noch einmal reflektieren, etwas abwägen. Das finde ich wirklich gut.

Das ist es, was ich oben meinte mit Unterhaltungsfaktor.

Zitat:Allerdings finde ich - wie oben beschrieben - die Umsetzung zum Teil sehr holprig. Das liegt v.a. daran, dass deine Geschichte kaum lebendig wirkt. Du hast das Wissen, was die Leute tun, was in welcher Reihenfolge geschieht. Aber deine Sätze lesen sich zum Teil wie aus dem Geschichtsbuch, da ist kein Wind über dem Hügel, kein Geruch, der aus den Kleidern steigt, keine Schlammpfütze, in die sie hineintreten. Ich will damit nicht sagen, dass deine Geschichte genau das braucht. Aber was ich an historischen Geschichten so bemerkenswert (und schwierig!) finde, ist das Leben und die Lebensumstände darin darzustellen. Und das fehlt mir in deiner Geschichte noch ziemlich.

Tja, was gibt es anderes zu sagen als: Du hast recht! Versuche ich zu verbessern.

Da ich die Geschichte ohnehin ein letztes Mal neu schreibe, antworte ich mal nicht auf textliche Anmerkungen, aber sie haben mir dennoch sehr dabei geholfen, auch dafür nochmal vielen Dank!

Zitat:Ich hoffe, dir mit meinen Kommentaren helfen zu können - denn ich weiß, dass ich sehr kritisch mit deiner Geschichte zu Gericht gehe.

Und wie du mir hilfst! Nochmal ganz lieben Dank und eine herzliche Entschuldigung meinerseits für die...nun ja... Verspätung!

LG,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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