Es ist: 02-12-2020, 04:32
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Lesekreis: Die Wanderdüne
Beitrag #31 |

RE: Lesekreis: Die Wanderdüne
Also ich bin auch mit dem ersten Teil durch und mir ging es so wie den anderen. Am Anfang war es etwas schwierig hinein zu finden. Ich weiß eigentlich gar nicht warum. Vielleicht muss man sich an Stil gewöhnen. Irgendwie war diese Szene mit dem Rummel und dem Zelt verwirrend. Es ging alles so schnell, aber als Jonathan dann in der Stadt war, wurde es spannend.

Ich finde die Stadt fasziniered und bin neugierig darauf zu erfahren, was denn jetzt eigentlich mit Jonathan passiert ist und was mit diesen Menschen passiert. Als er im Zelt war, kam es so vor als wäre er die Erde, aber ich kann da noch keinen Zusammenhang finden.

Was die Personen angeht, mochte ich Justus am meisten. Schade, dass er jetzt weg ist. Jonatan ist nicht mein Geschmack, er ist so moralisch. (: Ach und den Duellanten mochte ich auch. Er war so schön verrückt. Aber da habe ich mich auch bis zum letzen Moment gefragt ob er nun wirklich sterben wird. Igendwie habe ich es schon erwartet, aber als sie dann den Spiegel aufbauten, dachte ich mir, dass er vielleicht doch überlebt und denkt, dass er den anderen erschossen hat (halt so wie Jonathan es auch erwartet hat). Aber in dieser Stadt funktioniert wohl alles etwas anders.

So jetzt bin ich neugierig, was ihr so zu dem Buch zu sagen habt. :D


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Beitrag #32 |

RE: Lesekreis: Die Wanderdüne
Ich finde den Sand ziemlich faszinierend und bin neugierig, zu erfahren, was es damit auf sich hat.
Aber auch mir ging der Anfang zu schnell, nach einer halben Seite sind wir schon im Zelt, nach fünf Seiten schon im Hauptteil. Ja, der verrückte Duellant war cool. Icon_smile Am Anfang bin ich auch schwer reingekommen, aber dann hat es mir richtig gut gefallen und ohne die Beschränkungen hier hätte ich wohl noch viel weiter weitergelesen.
Ich würde irgendwie gern etwas über Jonathan erfahren, denn ich war regelrecht überrascht, dass er in dieser Stadt lebt. Ich weiß nicht, er bleibt ein bisschen wie ein Protagonist aus einer Kurzgeschichte.
LG rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #33 |

RE: Lesekreis: Die Wanderdüne
Hallo zusammen,

nun also offiziell Ring frei auch für die inhaltliche Diskussion der ersten 62 Seiten. Icon_smile

Interessant, dass ihr (geht es allen so?) so Probleme hattet reinzukommen. Ich fand den Einstieg mit dem Rummel ein wenig seltsam (vielleicht weil ich nicht verstehen kann, wie man sich das ganze Jahr auf Rummel freuen kann Icon_ugly ), aber als es dann in die Naturgewaltenerfahrung ging, hat mich das Buch gepackt.
Ich konnte den Abschnitt dann sehr gut runterlesen.

@Meluse: er war nicht Erde, würde ich sagen, sondern eine Wanderdüne. Deshalb war der Wind so wichtig (treibt sie voran) und deshalb ist Sand jetzt so zentral in der Geschichte. (Außerdem steht ja am Zelt dran: "die Wanderdüne". Icon_wink)

Die Idee einer "Wanderdünenerfahrung" finde ich jedenfalls sehr gelungen. Scheint jedenfalls mehr als nur eine Art Simulation gewesen zu sein, wenn man die nachfolgenden Ereignisse bedenkt (und den ganzen Sand *lacht*).
Auch wenn man die Aussage des Frackträgers "eine solche Strecke in so kurzer Zeit?" bedenkt, spricht viel für ein tatsächliches Aufgehen in der Wanderdüne. Ich frage mich allerdings noch, ob jetzt die Wanderdüne in die (alte nun aber veränderte Stadt) oder der ganze Rummel auf/in der Düne in eine andere Stadt "gewandert" ist. Die Aussage umfasst eigentlich beides.

@rex: Ich denke auch nicht, dass Johnatan tatsächlich aus dieser Stadt stammt, er ist ja auch verwirrt wegen der Orte, die er nicht kennt und hält den Nachtwächter z. B. für einen Schausteller (solche gibt's z. B. in Münster).
Allerdings macht er sich kaum Gedanken dazu (ebenso wenig, wie an Freunde oder Verwandte, die ihn vielleicht vermissen könnten) - hinzu kommt, dass er seinen Namen und den Diebstahl seines Geldbeutels vergessen hat ... wirkt auf mich deshalb alles eher wie ein Traum. (Im Traum würde man sich ebenfalls nicht sehr wundern.) Hoffentlich wacht er nicht am Ende einfach auf, dass würde mich ein wenig enttäuschen denke ich. Icon_wink

Die Figuren, die bisher aufgetreten sind (zentral sind momentan ja eher drei: der Duellant, Justus und die Ladenbesitzerin - aber was ist eigentlich mit dem Rosenbettler vom Anfang? "Vertraue auf dich selbst") wirken recht frisch und skurril auf mich. Zusammen mit dem Traumeindruck hat das ein klein Wenig von Alice im Wunderland. Deshalb bin ich nicht abgeneigt zu glauben, dass das Spiegelbild tatsächlich zurückgeschossen hat. (Wobei Justus sich unter normalen Umständen natürlich schon sehr verdächtig gemacht hat.)

Geschickte Irreführungsstrategie sind glaube ich die Satzfetzen, die Justus von sich gibt, während er zu Sand zerfällt. Sie deuten etwas an (vielleicht eine Art Organisation? Nennen wir sie: die Sandleute) ohne wirklich etwas zu verraten, da die wichtigen Worte vom Sand verschluckt wurden. Gut gemacht finde ich.
Ich habe übrigens die ganze Zeit Jonatans Skepsis dem Sand gegenüber geteilt (scheint ja noch lebendig zu sein, so wie die Wanderdüne es war) und ich bin nicht davon überzeugt, dass es Jonatans richtige Entscheidung war, nun den Sand doch zu betreten (wird er jetzt auch zu einem Sandmann?). Ich bezweifel sogar, dass er wirklich Jonatan heißt, dieser Augustus Sturm verhält sich meiner Meinung nach verdächtig (ist bisher nur so ein Gefühl).
Vielleicht hat Jonatan ja eine berechtigte Hinrichtung (soweit Hinrichtungen überhaupt berechtigt sein können) aufgelöst, wer weiß?

Ein kleines Detail noch, das mir aufgefallen ist: Jonatan sieht doch auf dem Platz eine Skulptur die gegen eine Art Wand kämpft. Meine erste Vermutung: die Wand könnte die Wanderdüne sein, die die Stadt nun ja ziemlich überschwemmt hat (überall ist lebendiger Sand).

Bis hier hin, hat mir das Buch also schon einmal gefallen. Bin gespannt wie es weiter geht und was ihr noch zu sagen habt. Ist euch noch etwas anderes aufgefallen? Ich denke es dürfen auch Fragen direkt an Felix gestellt werden, allerdings besser keine Tiefeninterpretatorische, solange wir nicht am Ende angekommen sind (einiges wird sich sicher noch klären).

Viele Grüße vom Wanderer

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Beitrag #34 |

RE: Lesekreis: Die Wanderdüne
Ich lese natürlich mit und bin schon ganz gespannt, was ihr alles schreiben werdet.

(11-07-2011, 13:53)rex noctis schrieb: Ich würde irgendwie gern etwas über Jonathan erfahren, denn ich war regelrecht überrascht, dass er in dieser Stadt lebt. Ich weiß nicht, er bleibt ein bisschen wie ein Protagonist aus einer Kurzgeschichte.
Er ist tatsächlich die Hauptfigur einer Kurzgeschichte, denn der Anfang des Romans war ursprünglich nichts anderes. Ob man ihm das anmerkt, sei dahin gestellt.

(11-07-2011, 14:30)Der Weltenwanderer schrieb: (vielleicht weil ich nicht verstehen kann, wie man sich das ganze Jahr auf Rummel freuen kann Icon_ugly )
Oh, du hast ja keine Ahnung. Icon_wink

(11-07-2011, 14:30)Der Weltenwanderer schrieb: Ich denke es dürfen auch Fragen direkt an Felix gestellt werden,
Ja, dürft ihr. Aber nur auf eigene Gefahr.

Gruß, Felix



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Beitrag #35 |

RE: Lesekreis: Die Wanderdüne
Zitat:
(11-07-2011, 14:30)Der Weltenwanderer schrieb: Ich denke es dürfen auch Fragen direkt an Felix gestellt werden,
Ja, dürft ihr. Aber nur auf eigene Gefahr.
Aber nicht meinem Interview vorgreifen! Icon_aufsmaul Mrgreen

Meine Auswertung gibt's später, ich lese grad noch die letzten zwanzig Seiten des ersten Abschnittes.


... weil das Leben seltsame Wege geht ...

Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.
(unbekannt)

Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken


[Bild: 12.gif]

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Beitrag #36 |

RE: Lesekreis: Die Wanderdüne
Zitat:Allerdings macht er sich kaum Gedanken dazu (ebenso wenig, wie an Freunde oder Verwandte, die ihn vielleicht vermissen könnten)

Daran habe ich gar nicht gedacht. Da hast du Recht. Ich hatte irgendwie nie das Gefühl, dass das Leben außerhalb der Stadt überhaupt weitergeht. Es wurde ja auch kaum etwas darüber gesagt. Außer halt die erste Seite mit dem Rummel. Aber jetzt wo das so sagst, ist es alles tatsächlich wie ein Traum.

Zitat:Deshalb bin ich nicht abgeneigt zu glauben, dass das Spiegelbild tatsächlich zurückgeschossen hat.

Daran glaube ich auch. Welchen Grund hätte Justus auch den Duellanten zu erschießen? Wie ein Killer kam er mir auch nicht vor. Er war ja eigentlich ein ganz gewöhnlicher Kerl, der alle krummen Dinge in der Stadt ganz selbstverständlich hinnimmt.

Zitat:aber was ist eigentlich mit dem Rosenbettler vom Anfang? "Vertraue auf dich selbst"

Den habe ich ja schon ganz vergessen. Da habe ich mich aber gewundert, ob er jetzt daran schuld ist, dass Jonathans Brieftasche gestohlen wurde. Irgendwie dachte ich zuerst er hätte ihn extra abgelenkt, aber dann war ich mir doch nicht sicher.

Zitat:nd ich bin nicht davon überzeugt, dass es Jonatans richtige Entscheidung war, nun den Sand doch zu betreten (wird er jetzt auch zu einem Sandmann?)

Ich glaube nicht, dass Jonathan zum Sandmann wird. Er muss ja sicherlich noch irgendwie das Buch lesen, das ihm die Prostituierte gegeben hat. Aber dieser Augustus ist mir auch nicht geheuer. Warum sie ihn wohl hinrichten wollten? Wie hat er wohl den Frieden gestört?

So und jetzt an Felix:

Wen hast du denn im Buch am liebsten? (Das greift ja sicher nicht auf Angels Interview vor (: )





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Beitrag #37 |

RE: Lesekreis: Die Wanderdüne
(11-07-2011, 20:50)Meluse schrieb: Wen hast du denn im Buch am liebsten? (Das greift ja sicher nicht auf Angels Interview vor (: )
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Am liebsten ist mir, glaube ich, eine Figur aus dem zweiten Teil. Von dem, das ihr bisher gelesen am habt, mag ich Justus und Arthur Gotthelf Kain am liebsten. Zwischen den beiden kann ich mich aber nicht entscheiden. Der erste hat immer etwas Undurchsichtiges und Piratenhaftes für mich, der andere ist ein sympathischer Kleinbürger und Träumer. Ach, ich weiß es nicht.


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Beitrag #38 |

RE: Lesekreis: Die Wanderdüne
Was ist mit Jonathan?
Hast du die Figuren einfach vollkommen ausgedacht, oder hast du dich beim Schreiben an Personen gerichtet, die du kennst (und magst oder nicht magst)?


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Beitrag #39 |

RE: Lesekreis: Die Wanderdüne
Jonathan mag ich natürlich auch. Allerdings ist er nicht mein Liebling. Das mag damit zusammen hängen, dass ich diesen ersten Teil ja aus seiner Perspektive geschrieben und damit auch erfahrne und erlebt habe. Obwohl er natürlich nicht ich selbst ist, habe ich durch ihn wie durch meine Augen auf alles geschaut. Würde ich sagen, er sei meine Lieblingsfigur, hätte das etwas davon, als ob ich sagen würde: Natürlich mag ich meine Band am liebsten!
Das käme mir sehr komisch vor. Icon_wink

Die Figuren sind alle entweder ausgedacht oder beim Schreiben erfunden. Einzige Ausnahme ist der Bettler mit den Rosen. Den habe ich tatsächlich einmal an einer Straße sitzen sehen. Aber ich mache in der "Wanderdüne" dann etwas ganz anderes aus ihm.
Natürlich stecken viele Erlebnisse, Eindrücke, Erfahrungen aus meinem Leben in allen Figuren und ohne Frage auch eine ganze Menge von mir.


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Beitrag #40 |

RE: Lesekreis: Die Wanderdüne
Hallo zusammen,

@Meluse:
Zitat:Welchen Grund hätte Justus auch den Duellanten zu erschießen? Wie ein Killer kam er mir auch nicht vor. Er war ja eigentlich ein ganz gewöhnlicher Kerl, der alle krummen Dinge in der Stadt ganz selbstverständlich hinnimmt.
Na ja, mit seiner Augenklappe wirkte er doch schon sehr piratenhaft (und damit blutigen Lösungen nicht abgeneigt?). Icon_wink
Ich frage mich, ob er vielleicht doch nicht der Sekundant von Kain war, sondern selbst der zweite Duellant oder eben ein Vertreter eines anderen, der hier ein ziemlich krummes Ding gedreht hat. Aber vermutlich ist das gar nicht so wichtig ... wichtig ist, dass seltsame Dinge geschehen. *lacht*
Und die Lösung, das Spiegelbild selbst schoß zurück, erscheint mir immer noch am saubersten.
Ob wir überhaupt erfahren, werden, was dahinter steckt?

Zitat:r muss ja sicherlich noch irgendwie das Buch lesen, das ihm die Prostituierte gegeben hat.
Na ja, laut Geschichte hat er es schon gelesen - nur leider hat er uns nicht verraten, was darin stand.

Liebe Grüße

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