Es ist: 10-08-2022, 00:52
Es ist: 10-08-2022, 00:52 Hallo, Gast! (Registrieren)


Countdown (Diskussion)
Beitrag #91 |

RE: Countdown (Diskussion)
Ich finde es einfach großartig, dass Countdown tatsächlich Gestalt angenommen hat. Addi, Saryn, Lilly, ich freu mich so, eure Teile nun online zu sehen - Meine Bewunderung, was ihr alles auf die Beine gestellt habt, ich bin begeistert =) (Und ganz froh, dass mein Stückchen nicht so ins Gewicht fällt Icon_ugly Mrgreen )

Ich bin sehr froh, dass ich dabei sein durfte. Ich hab ziemlich viel gelernt, würde ich behaupten, und es war eine tolle Erfahrung.
(Außerdem: Wer weiß, wann man das Geschichtswissen so einsetzen kann, nicht? Mrgreen Danke für '68)

Und der liebe Puppetmaster.... (* Mrgreen und vor Icon_aufsmaul flücht*)
Danke, D. Einfach nur Danke.
Nicht nur für die tolle Recherchearbeit und deine Teile, durch die ich mich wirklich mit Genuss lese, sondern vor allem für die Geduld mit mir (und vermutlich auch den anderen Icon_wink ).
So ein Gemeinschaftsprojekt ist aus vielen Gründen nicht immer einfach - Hut ab für Countdown insgesamt, als großes Ganzes, von der Idee bis zur Umsetzung.
(Und hör' auf, deine Schreiberei immer kleinzureden! Man! Icon_aufsmaul ) =)

Frohe Weihnachten, D.

Geschreibselerinnerungshilfe
--- öffne die tür dem nein // sollen die vögel doch fliegen ---
--- Le Clézio ---


When I was 5 years old, my mother always told me that happiness was the key to life. When I went to school, they asked me what I wanted to be when I grew up. I wrote down ‘happy.’ They told me I didn’t understand the assignment, and I told them they didn’t understand life.
- John Lennon -

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Beitrag #92 |

RE: Countdown (Diskussion)
Guten Morgen.

Erstmal 'Danke' für die Rückmeldungen hierzu. Und nachdem wir heute den Weihnachtsbaum abgebaut und aus der Wohnung verbannt haben, schoss mir eine Frage durch den Kopf:

Habt ihr was dagegen, wenn ich die Geschichtchen, die nur via PN durch die 'Gegend' geschickt wurden, ebenfalls in den offiziellen 'Kanon' mit aufnehme? (Ich schau da aber vorher noch drüber, wegen Kontinuität und so.)

Kleine Anmerkung:
@Addi: Könntest Du noch den Titel nebst ->"(2005)" hinzufügen? (Und das 'h' aus 'Westfahlen...' rausnehmen? Smiley_emoticons_blush ) Danke.

LGD.


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Beitrag #93 |

RE: Countdown (Diskussion)
Hallo,

und meine Anmerkungen zu Federlehrlings 1923:

Hallo Federlehrling,

das war, glaube ich, das erste Mal, dass ich eine deiner Geschichten gelesen habe. Jetzt, mit mehr Überblick und vor allem der Vertrautheit der Protagonisten, hat es noch einmal so viel Vergnügen bereitet. Du hast einen klaren, anschaulichen Stil, der mir viele Bilder vermittelt hat. Hat echt Spaß gemacht zu lesen! Auch die Rechtschreibung ist top - die wenigen Kleinigkeiten, die ich gefunden habe, lohnen sich kaum, erwähnt zu werden.

Betrachte meine Anmerkungen also eher als Vorschläge, denn wirklich wesentliche Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich nicht. Die Geschichte ist durchdacht, schlüssig aufgebaut und interessant. Und den Titel finde ich auch sehr gut ausgesucht.

Sein Lebtag war er ein ordentlicher Mensch gewesen, aber seit er bis zu den Knien im Schlamm von Ypern gestanden hatte, wandelte sich die saubere Uniform zum Ritual.
Den Satz finde ich stilistisch nicht so gelungen.
Mir ist häufiger aufgefallen, dass du das Plusquamperfekt stiefmütterlich behandelst - es ist nicht die hübscheste Zeitform, aber sie hat ihre Berechtigung. Auch wenn es zu einer Wortwiederholung kommt.
Sein Lebtag war er ein ordentlicher Mensch gewesen, aber seit er bis zu den Knien im Schlamm von Ypern gestanden hatte, hatte sich die saubere Uniform zum Ritual gewandelt.
Vielleicht kannst du den letzten Teil des Satzes verändern, er ist es auch, an dem ich mich hauptsächlich stoße.
Vorschlag: "... war das Säubern der Uniform zum (unverzichtbaren) Ritual geworden."

Mit dem Schmutz versuchte er seither, sich die Gräuel des Großen Krieges von der Seele zu waschen.
Ich weiß natürlich, was du meinst, aber beim Lesen klingt es falsch - eher nach "mithilfe" denn nach "mit".
Vorschlag: "Parallel zum Schmutz versuchte er seither, ..." Mhm, auch nicht perfekt, oder?

Beim Wienern der Stiefel rückten die senfgasentstellten Gesichter toter Kameraden in den Hintergrund, ebenso das unaufhörliche Krachen der Artillerie, die Leichenberge vor dem Unterstand, der erstarrte Blick des jungen Briten, aus dessen Hals Konrads geschärfter Spaten ragte. Die gesplitterten Bäume, die kronenlos mahnend aus der Kraterlandschaft ragten. Stacheldraht und Gliedmaßen.
Anschaulich (fast ein bisschen zu sehr für meine sensible Seele) und kraftvoll, besonders zum Schluss hin. Gefällt mir "gut".

Sie kannten sich zwar schon seit Jahren, hatten nach dem Krieg in Berlin in einer Freicorps-Einheit gekämpft und waren sich einig in ihrer Ablehnung gegenüber den Linken,

Ich würde "Freikorps" schreiben, oder?

Hundertfünfzig Milliarden für ein Laib Brot!
einen Laib

Ihr Lumpenhunde seid doch kein Deut besser als die anderen Berliner Verbrecher!“
keinen Deut

„Diese Republik ist alles, was wir noch haben. Ich bin nicht glücklich mit den Verhältnissen, aber ich habe im Krieg meinen Schädel für dieses Land hingehalten. Diesen Rest lasse ich mir nicht nehmen. Und du? Wofür stehst du, wenn es knallt? Für Deutschland oder gegen Deutschland?“
„Für Deutschland. Und gegen die Republik.“

Sehr schön, wie beide hier ihren Standpunkt klarmachen. Auch wenn ich Gamm natürlich nicht leiden kann.

„Damit hat es dann auch ein Ende“, tönte Werner hinter ihm. „Ein Neger in Uniform!“
Lothar packte den bebenden Joseph fest am Arm und hielt ihn zurück.

Ich würde es umgekehrt reizvoller finden.
"Joseph packte den bebenden Lothar fest am Arm und hielt ihn zurück."
Denn: Joseph erscheint mir als ziemlich ruhiger, kühler Kopf. Lothar hingegen als der Hitzkopf, der es nicht zulässt, dass die Menschen, die er achtet, angegriffen werden.
Dann würde auch der Folgesatz sehr gut passen.

„Wo ... steckt ... Gamm?“, rief Lothar über seine Schulter. „Ausgang?
Kann mir das gesprochen nicht vorstellen, mit den Auslassungszeichen. Würde er das tatsächlich so sagen, während er im Laufschritt ist? Ich würde sie streichen.
Übrigens fehlen da die Anführungsstriche oben. Icon_wink

„Be-we-gung!“, bellte ein Leutnant weiter hinten. „Noch langsamer, und Sie reisen in der Zeit zurück!“
Hehe ... cooler Spruch.

„Da ist Ruhe drin!“, bellte der Hauptmann,
Ein komischer Satz, so spricht doch keiner.
"Ruhe da drin!" oder auch nur "Ruhe da!" fände ich besser.

'Halt! Wer weitergeht wird erschossen!'
Du weißt wahrscheinlich selbst, dass da ein Komma fehlt. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob für Hinweisschilder andere Gesetze gelten. Darf es da weggelassen werden?

Zwischen den Tischen standen dicht bei dicht Menschen.
Nur eine Winzigkeit: "Dicht an dicht" ist mir geläufiger.

Ein Mann in einer braunen Uniformjacke, an die eine Reihe Orden und Auszeichnungen geheftet; daneben der Schütze, die Pistole noch in die Luft gereckt.
"geheftet waren"?

„Die Mitglieder der Reichsregierung sind festzusetzen“, setzte Hitler wieder an und wandte sich dann an den Anzugträger. „Sehen Sie sich vor, Kahr. Sie waren Generalstaatskommissar, und ich war stets sehr zufrieden mit Ihrer Arbeit. Ich hatte große Pläne mit Ihnen, aber ich kann niemanden in meiner Nähe dulden, auf dessen unbedingte Loyalität ich nicht setzen kann.“
Also ich muss sagen, ich sehe ihn quasi vor mir. Du hast es wirklich gut geschafft, ihn zu porträtieren, auch in der Folge des Geschehens. Das Aufrührerische und Bestimmte hast du deutlich herausgestellt. Echt gut.

„Von einem ... Gefreiten", zischte er, "nehme ich diesen Titel nicht an.“
Perfekt. Pro
Ich weiß nun gar nicht mehr, ob Ludendorff im Verlauf noch eine Rolle gespielt hat, also in der nächsten Geschichte. *gesteh* Wurde er ein Sympathisant oder hat er sich herausgehalten? Was geschah mit ihm? (Mhm, vielleicht mal dem Link folgen. Icon_wink)

Als Lothar Meldung bei Mayrhofer machte und von den tumultartigen Debatten berichtete, die losbrachen, bevor er den Saal verließ, stieß ein Melder zu ihnen.
... die losgebrochen waren, bevor er den Saal verlassen hatte, ...

Ab dem nächsten Absatz sind die Anführungsstriche übrigens alle oben, auch die unteren. Hast du da direkt hier im Beitragsfenster geschrieben?

Die erste Reihe der Aufständischen zuckte im Kugelhagel der Soldaten, dann feuerten die Putschisten zurück. Schuss um Schuss. Sie waren besser vorbereitet als es zunächst den Anschein gemacht hatte.
Komma vor "als"

Doch noch mehr Schüsse fielen, mehr Körper brachen leblos in sich zusammen.
Unschöne Wortwiederholung. Vorschlag: "... mehr Schüsse fielen, weitere Körper brachen leblos ..."

Sie erschrak, als sie die Tür öffnete. Davor stand ein erschöpfter Mann im abgetragenen Trenchcoat, auf dem Kopf ein grauer Schlapphut.
Gibt es keinen deutschen Begriff für "Trenchcoat"? Icon_wink

Sie selbst verließ den Salon und machte sich langsam auf den Weg ins Obergeschoss, um ihren Freund zu verstecken.
Hm, da würde ich als Polizist aber misstrauisch werden und ihr folgen.
Aber wer weiß - vielleicht haben sie es ja getan.
Spätestens nach dem Schuss.

Er drehte sich um, als er sie kommen hörte, lächelte unbeholfen.
Dann griff er mit der Linken nach etwas in seinem Hosenbund und hob die Pistole zur Schläfe.
Helene stürzte auf ihn zu, versuchte, ihm die Waffe zu entreißen, doch sie griff ins Leere.
Ein Schuss.
Adolf Hitler sackte auf die Knie.
Und fiel vornüber.

Super - nicht nur, dass es geschieht, sondern wie du es beschrieben hast. Kurz, knackig, präsent. Ein gelungener Abschluss für eine in meinen Augen sehr gelungene Geschichte.

Ich glaube, ich sollte mehr von dir lesen. Mrgreen
Besonders bewundere ich ja, wie gut du die Geschichte in das historische Setting eingebunden hast. Ich habe zwar Geschichte studiert, aber ich glaube, um es so gut hinbekommen zu können, muss man ein besonderes Faible dafür haben.
Aber auch die Charaktere sind gut gezeichnet.

Ich wünschte, ich hätte etwas zu meckern, so klingt es wie eine Aneinanderreihung von Lobhudeleien - aber was soll man machen. Ist eben so.

Liebe Grüße,
Lilly



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Beitrag #94 |

RE: Countdown (Diskussion)
Hallo,

und ein paar Anmerkungen zu 1932 (schön in Häppchen *g*):

Hallo Dread,

nun wird es ja wirklich langsam Zeit, dass ich ein bisschen kommentiere.

Mir ist als erstes der Titel aufgefallen - "Abgenähert" soll wohl das Gegenteil von "angenähert" bedeuten - oder? Die Frage ist jetzt - wer hat sich von wem oder was hat sich wem abgenähert. Das Land sich selbst? Einzelne Personen voneinander? Ich erwarte eine Erklärung in der/durch die Geschichte. Mrgreen

Ich glaube mich zu erinnern, dass sich einige Kommentatoren in der Luft hängen lassen gefühlt haben (super Grammatik, oder), was den Einstieg in die Geschichte betrifft. Ich muss zugeben, mir geht es genauso. Es ist ein Interview - aber wer wird dort interviewt und vor allem, was hat die erste Aussage zu bedeuten?

"Er hat uns allen einen geliebten Menschen genommen."

Wenn ich darüber nachdenke, glaube, ich, dass mit "er" der Erste Weltkrieg gemeint ist. Kann aber nicht sein, wenn man weiterliest.
Oder vielleicht doch ...?

Sein Mund formulierte bereits die nächste Frage, doch der Anstand des Kopfes stellte den Ton ab.
Ein toller Satz!

"Wir-stehen-hier", sagte Sie und eine Hand zeigte auf einen Punkt zwischen ihren Stühlen.
Weshalb die Striche?
Ich weiß, man wird es dir niemals austreiben können - aber "sie" wird klein geschrieben.

Die Lokomotive hupte und pfeifte, und ein Rucken deutete an, dass der Zug langsamer wurde.
Also Dread ... *g*
"pfiff"

Zu dem Teil im Zug muss ich ein paar grundlegende Sachen sagen: Einerseits gefällt es mir sehr gut, wie alles beschrieben wird. Die Details sind aufschlussreich und vermitteln mir ein deutliches Bild. Andererseits würde die Szene wahrscheinlich ebenso gut - oder womöglich sogar besser - wirken, wenn sie nicht so überladen wäre. Stephen King sagt "Streich alles Überflüssige" - und man sollte vielleicht überlegen, ob da in gerade in Bezug auf dieses detaillierte Geschehen so etwas angebracht wäre. Ist es tatsächlich wichtig für die Geschichte zu wissen, welche Farbe die Kleider der kleinen Mädchen haben oder dass die Jungs Matrosenanzüge tragen? Oder besser: Meinst du nicht, die Leser haben dieses (Vor)wissen auch ohne deine Schilderung?

'Außerdem ist die Geburt eine Frauensache - aber ich werde es Sie wissen lassen, sobald der kleine Krieger die Welt betreten hat.'
Ich würde "eine" vor "Frauensache" streichen.

Ab und zu knallte er mit der linken Schulter unsanft gegen die Holzwände und verzog schmerzhaft das Gesicht.
Nicht schmerzhaft - eher schmerzerfüllt oder schmerzvoll.

Die Landschaft hinter den Fenstern flog langsamer vorbei. Aus Punkten wurden Menschen, die links und rechts des Weges, an Bahnschranken oder zwischen Heuballen auf einem abgeernteten Feld standen. Sie unterbrachen kurz ihre Arbeit, senkten ihre Sichel und schauten müde dem Zug hinterher. Manche schwenkten ihre Hüte, andere verschnauften und schienen am Ende ihrer Kräfte zu sein.

Für mich - persönlich - ist dieser Abschnitt irrelevant für die Geschichte.

Sein Gang ähnelte noch immer einem Torkeln, während er die leeren Abteile passierte und vorsichtshalber an den Schiebetüren zog. Alle verschlossen.
Dass er wankt - oder torkelt - erzählst du jetzt zum dritten Mal, wenn ich das richtig gezählt habe. Finde ich überflüssig - der Zug fährt weiter, also ist es klar, dass es immer noch wacklig ist.

Hinter dem Glas der Tür nur eine Frau Anfang vierzig. Schwarze Lockenhaare im Bubikopfschnitt, die auch die Ohren bedeckten. Der Scheitel auf dem Kopf nicht genau in der Mitte, sondern weiter links gesetzt. Sie trug einen doppelreihigen braunen Mantel; nur lose an der Taille mit einem Knopf verbunden. Zurückgelehnt, die Beine überschlagen, saß Sie mit einem Buch in den Händen auf der gepolsterten Sitzbank. Ordentlich wieder zusammengefaltete Zeitungen, ausgelesen neben ihr.
Mit den Details erschlägst du mich ein bisschen. Vorschlag: Nimm nur zwei, drei Merkmale, die dir als besonders wichtig erscheinen. Das reicht. Lass dem Leser ein bisschen Raum für Phantasie übrig.

Den folgenden Dialog hingegen finde ich sehr gut gelungen. Sie spielen sich den Pingpongball toll zu, hin und her. Sowieso finde ich, hast du ein Talent dafür, gelungene Dialoge zu schrieben.

Und nebenbei das Kunststück vollbringen, alle Menschen anzusprechen, und mitzunehmen.

Das letzte Komma ist falsch - wenn du eine Zäsur möchtest, nimm doch einen Gedankenstrich.

"Sie wissen schon, dass ich lange Zeit meinen Mann vertreten hatte", sagte Sie.

habe

"Ja, ihr Wahlerfolg war beeindruckend", meinte Lothar und beugte sich vor. "Aber was wäre denn die Alternative gewesen? Ernst Thälmann?"
"Also war für Sie die Wahl nur ein Abwägen von Unsäglichem? Kommunist gegen eine Frau - dann lieber die Frau?"
"So gesehen - ja."

Mein Mann, dem ich von Countdown erzählt habe, hat mich gefragt, wie es gerechtfertigt wurde, dass eine Frau zur Reichspräsidentin gewählt wurde. Er meinte, die Leute wären damals noch nicht soweit/bereit für eine solche Neuerung gewesen.
Ich finde, du hast es schlüssig rübergebracht. Wenn ich ihm die Stelle zeige, wird er mir bestimmt zustimmen.

Der Blick wanderte weiter hinab über die graue Feldjacke. Gut gebürstet, kein Staubkorn, kein Häarchen - nichts.

Härchen ist korrekt.

"Wenn Ihnen was auf dem Herzen liegt - nur zu."

Ich würde "etwas" schreiben im Jahr 1932.

"Das verstehe ich genauso wenig, wie das hier"
Komma weg

"Dag!", rief er. "Wat scheelt er?"
Der Zollbeamte trat neben Lothar und schien erleichtert zu sein.
"Luister!", sagte er. "Ze moeten afstappen!"
"Waarom?" Joseph schüttelte den Kopf. "Wij hebben onze bevele."
"De tocht is niet zeker."

Warum spricht der Wachmann Afrikaans? Sie sind doch auf dem Weg nach Königsberg, wenn ich das richtig in Erinnerung habe?

"Wahrlich, ein vertraktes Rätsel", murmelte Sie und besah sich zum wiederholten Male das Daumenkino.
vertracktes

Soweit bis hierhin.
Ich habe zwar viele Anmerkungen gehabt, aber dennoch finde ich diesen ersten Teil gut - sieht man vom Einstieg ab, den man meiner Meinung nach etwas transparenter gestalten könnte. Doch die Zugfahrt und besonders das Gespräch zwischen Viktoria von (öhm, Hohenzollern?) und Lothar gefällt mir sehr gut. Stellenweise würde ich die Sprache noch etwas mehr an die Zeit angleichen, aber im Grunde waren es nur Kleinigkeiten, deshalb bin ich darauf kaum eingegangen.

Wir sehen uns beim nächsten Teil. Icon_wink

Liebe Grüße,
Lilly


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Beitrag #95 |

RE: Countdown (Diskussion)
Hi Lilly!

Vielen Dank für den Kommentar!
Ich fange mal vorne an: Plusquamperfekt mag ich nicht, das siehst du richtig. Ich fand deinen Alternativvorschlag am Ende nicht schlecht, so ähnlich habe ich es jetzt übernommen (mit "Sauberhalten der Uniform").

Der Schmutz von der Seele ... Ja, nicht optimal, der Satz, sehe ich auch. Aber ich fürchte, er funktioniert so oder gar nicht. Ich werde vorerst nicht dran basteln.

Und die Kriegsszenerie ist hart, ja. Ich habe beim Schreiben auch geschluckt; Szenen aus der "Im Westen nichts Neues"-Verfilmung von 1930 im Hinterkopf, Augen zu und durch. Ich war selbst logischerweise nicht im ersten Weltkrieg, aber ich glaube, die Sätze sind ... ehrlich. Das war zumindest mein Ziel. Ich fasse dein "gut" gefallen mal als Bestätigung auf.

Die folgenden Erbsen habe ich angepasst.

Zum "Rollentausch": Können wir machen. Dazu hätte ich aber gern ein Stimmungsbild von noch ein paar Mitwirkenden.

Die Auslassungspunkte sollten signalisieren, dass er gegen den Trubel anbrüllt. Liest sich aber in der Tat nicht gut. Ich streiche sie.

Die militärischen Sprüche gehen auf Dreads Konto. Einschließlich "Sie reisen in der Zeit zurück" und "Da ist Ruhe drin" (wohl auch aus eigener Erfahrung).

Ob für Hinweisschilder andere Regeln gelten, weiß ich nicht. Ich setze das Komma einfach.

Dicht bei dicht ist aber auch ok, oder? Das "waren" habe ich ergänzt.

Danke für das Lob bzgl. der Hitler-Charakterisierung. Ist der ordenbeheftete "Goldfasan" neben ihm als Göring erkennbar? Was aus Ludendorff wird, weiß ich auch nicht mehr. Er spielt aber jedenfalls keine Rolle mehr. Ich bin nicht mal sicher, ob er sich ggf. vor der Tür eine Kugel fängt Smiley_emoticons_blush Dass er tatsächlich Hitlers Compagnon war, traf zu, und dass er (wenngleich viel später erst) den Generalfeldmarschallstitel aus Hitlers Hand mit der Gefreiten-Begründung abgelehnt hat, auch. Aber das ist ja die tolle, große Freiheit in "Countdown" Icon_smile

Plusqumperfekt habe ich eingebessert, das Komma vor "als" fehlt hingegen nicht (es ist hier komparativ; ein Komma kommt nur beim temporalen "als", sprich bei "er ging, als die anderen eintraten", nicht aber bei "er war größer als sie").

Die Wortwiederholung war hier für die Verbindung der Schüsse zu den Körpern gewollt.

Als deutsches Wort für "Trenchcoat" fällt mir nur "Übergangsmantel" ein, aber das trifft es a) nicht hundertprozentig, b) kenne ich es nur aus einem vielleicht fünfzehn Jahre alten Kabarettprogramm von Hanns Dieter Hüsch, dessen voluminöse Tante Anna solche Dinger getragen hat und c) weiß wahrscheinlich niemand, was ich damit meine.

Ansonsten: Herzlichen Dank für all das Lob und die guten Ratschläge! Icon_smile

Liebe Grüße,
Lehrling

Zum Lehrling und zur Lehrwerkstatt

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Beitrag #96 |

RE: Countdown (Diskussion)
Hallo Federlehrling,

danke für deine Antwort auf meinen Kommentar, hab mich gefreut und stimme so gut wie allem zu, was du gesagt hast.

Bis auf dieser Kleinigkeit (*klugscheiß*):

(13-01-2012, 13:28)Federlehrling schrieb: Plusqumperfekt habe ich eingebessert, das Komma vor "als" fehlt hingegen nicht (es ist hier komparativ; ein Komma kommt nur beim temporalen "als", sprich bei "er ging, als die anderen eintraten", nicht aber bei "er war größer als sie").

Es ist ein Komparativ, aber das "es" - sei es nun da oder nur erahnt da - bei dir ist es ja sogar da - bedingt das Komma vor dem als.
Zu finden in den Dudenregeln oder frag Libbi, die weiß das auch und es geht vielleicht schneller, als sich durch den Wust im Duden zu wühlen. Mrgreen

Ansonsten ist mir zu dem Trenchcoat auch nichts Besseres als "Mantel" eingefallen, aber das trifft's ja auch nicht zu 100%. Ich wollte nur versuchen, ein deutsches Äquivalent - der Zeit geschuldet - zu finden. Was nicht geht, geht aber nicht.

Liebe Grüße,
Lilly



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Beitrag #97 |

RE: Countdown (Diskussion)
Hallo, dann will ich auch mal ein paar Anmerkungen zu den Anmerkungen beisteuern.

Zu Federlehrlings 1923:
Lilly:
Zitat:„Damit hat es dann auch ein Ende“, tönte Werner hinter ihm. „Ein Neger in Uniform!“
Lothar packte den bebenden Joseph fest am Arm und hielt ihn zurück.
Ich würde es umgekehrt reizvoller finden.
"Joseph packte den bebenden Lothar fest am Arm und hielt ihn zurück."
Denn: Joseph erscheint mir als ziemlich ruhiger, kühler Kopf. Lothar hingegen als der Hitzkopf, der es nicht zulässt, dass die Menschen, die er achtet, angegriffen werden.
Dann würde auch der Folgesatz sehr gut passen.
Federlehrling:
Zitat:Zum "Rollentausch": Können wir machen. Dazu hätte ich aber gern ein Stimmungsbild von noch ein paar Mitwirkenden.
Liest sich tatsächlich stimmiger, was Lilly dort vorschlägt.

Zitat:„Be-we-gung!“, bellte ein Leutnant weiter hinten. „Noch langsamer, und Sie reisen in der Zeit zurück!“
Hehe ... cooler Spruch
Das habe ich selbst noch ... von mir gelassen. *hust* Und abgesehen davon hat dieser Ausspruch seine Berechtigung im Gesamtkontext.

Zitat:„Da ist Ruhe drin!“, bellte der Hauptmann,
Ein komischer Satz, so spricht doch keiner.
"Ruhe da drin!" oder auch nur "Ruhe da!" fände ich besser.
Doch, wenn man vor der Formation steht.

Zitat:Was aus Ludendorff wird, weiß ich auch nicht mehr. Er spielt aber jedenfalls keine Rolle mehr. Ich bin nicht mal sicher, ob er sich ggf. vor der Tür eine Kugel fängt
Abgesehen von seiner Aktivität nach dem Krieg (und seinem beleidigten-Leberwurst-Abgang 1918) bin ich (aus 'fachlicher' Sicht) von dem Mann beeindruckt, der immer und überall einen Plan aus der Tasche zog. Außerdem bin ich mir sicher, dass der Erste Weltkrieg ohne ihn viel früher für Deutschland verloren gegangen wäre.
(Ich hatte zwar mal mit dem Gedanken gespielt, ihn in '1941' zumindest 'passiv' auftauchen zu lassen, als Randbemerkung à la "Nehmen Sie sich ein Beispiel an Ludendorff - der hatte auch immer einen Plan zur Hand!", aber ich wollte nicht auch noch wegen diesem Mann Prügel beziehen.)

'Trenchcoat' -> kann so belassen werden.

Zu 1932:
Zitat:Mir ist als erstes der Titel aufgefallen - "Abgenähert" soll wohl das Gegenteil von "angenähert" bedeuten - oder? Die Frage ist jetzt - wer hat sich von wem oder was hat sich wem abgenähert. Das Land sich selbst? Einzelne Personen voneinander? Ich erwarte eine Erklärung in der/durch die Geschichte.
Wenn nicht, dann gebe ich die Erklärung am Ende.

Zitat:"Er hat uns allen einen geliebten Menschen genommen."
Wenn ich darüber nachdenke, glaube, ich, dass mit "er" der Erste Weltkrieg gemeint ist. Kann aber nicht sein, wenn man weiterliest.
Oder vielleicht doch ...?
Er - der Erste Weltkrieg. Das Interview ist aus dem Raum und der Zeit gerissen, von daher war es mir nicht möglich, einen weiteren Verweis einzubauen.

Zitat:"Wir-stehen-hier", sagte Sie und eine Hand zeigte auf einen Punkt zwischen ihren Stühlen.
Weshalb die Striche?
Ich weiß, man wird es dir niemals austreiben können - aber "sie" wird klein geschrieben.
Striche wegen der gebrochenen Stimme. Ich hatte erst überlegt Punkte zu nehmen.
(Und das 'Sie' ist ab 1941 klein, Ma'am. Icon_rolleyes )

Zitat:Ist es tatsächlich wichtig für die Geschichte zu wissen, welche Farbe die Kleider der kleinen Mädchen haben oder dass die Jungs Matrosenanzüge tragen? Oder besser: Meinst du nicht, die Leser haben dieses (Vor)wissen auch ohne deine Schilderung?
Ich sehe gerade, dass ich es verschlimmbessert habe. Die Szene sollte die Jungen in rosa, die Mädchen in blauen Kleidern zeigen. Hier die damals gängige Auffassung: ->http://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_(Farbe)
Bei der Korrektur habe ich mich wieder umentschieden und die klassischen Kleider genommen um diese Welt deutlich zu machen, also, dass da niemand mit Jeans etc. sitzt. (Jemand hatte sich 'beschwert', dass die Menschen zu kurz kamen. Aber ich hatte nur die im Zug, von daher nahm ich die als Anschauungsobjekt.)

Zitat:Die Landschaft hinter den Fenstern flog langsamer vorbei. Aus Punkten wurden Menschen, die links und rechts des Weges, an Bahnschranken oder zwischen Heuballen auf einem abgeernteten Feld standen. Sie unterbrachen kurz ihre Arbeit, senkten ihre Sichel und schauten müde dem Zug hinterher. Manche schwenkten ihre Hüte, andere verschnauften und schienen am Ende ihrer Kräfte zu sein.
Für mich - persönlich - ist dieser Abschnitt irrelevant für die Geschichte.
Sie arbeiten hart, Lilly. Und wir reden hier von einer Zeit (1932), in der in unserer Zeit Massenarbeitslosigkeit herrschte. Das sollte die kleine Szene etwas verdeutlichen.

Zitat:Mit den Details erschlägst du mich ein bisschen. Vorschlag: Nimm nur zwei, drei Merkmale, die dir als besonders wichtig erscheinen. Das reicht. Lass dem Leser ein bisschen Raum für Phantasie übrig.
* Dreadnoughts murmelt was von 'Ich fand Sie aber so verdammt imposant ...'

Zitat:Mein Mann, dem ich von Countdown erzählt habe, hat mich gefragt, wie es gerechtfertigt wurde, dass eine Frau zur Reichspräsidentin gewählt wurde. Er meinte, die Leute wären damals noch nicht soweit/bereit für eine solche Neuerung gewesen.
Heutzutage hört man (vorzugsweise von militanten Emanzen) ständig, dass Frauen nie eine Chance hatten, dass sie unterdrückt wurden undsoweiter undsofort.
Diese Aussagen sind (tut mir Leid) falsch.
Während des Ersten Weltkrieges mussten Frauen Männerarbeit übernehmen, da die Männer zum Kämpfen gebraucht wurden.
(Und wer sich fragt, wieso man nicht die Frauen zum Kämpfen geschickt hat, der erinnere sich bitte an den Ausspruch 'Frauen und Kinder zuerst', beispielsweise bei Unglücken etc. Das ist der Geist der Zeit.)
Also, es war aus der Not* heraus geboren, aber die Frauen arbeiteten in Männerberufen. Nach dem Krieg wurde die Stellung der Frau in der Verfassung als gleichberechtigt verankert - siehe die weiblichen Beamten der Zeit, siehe die 'neuen Frauen', die mit gleichgeschlechtlichen Partnern durch die Lande zogen und auf Titelblättern zu sehen waren. Oder die im Text erwähnte Marie Juchacz und ihre Rede vor dem Reichstag.
Natürlich waren das nicht die Verhältnisse von heute, nicht immer wurde es gerne gesehen - aber es war ein guter Anfang. (Der in den Jahren danach wieder zunichte gemacht wurde - aber das ist eine andere Geschichte.)
Kurz: nach allem Hin-und-her-Überlegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es bei der Wahl 1932 zu solch einem Ausgang hätte kommen können. Monarchistische Frau gegen kommunistischen Mann - also die Frau. (Okay, vielleicht sogar mit dem berühmten 'Zähne zusammenbeißen'.)

Zitat:"Dag!", rief er. "Wat scheelt er?"
Der Zollbeamte trat neben Lothar und schien erleichtert zu sein.
"Luister!", sagte er. "Ze moeten afstappen!"
"Waarom?" Joseph schüttelte den Kopf. "Wij hebben onze bevele."
"De tocht is niet zeker."
Warum spricht der Wachmann Afrikaans? Sie sind doch auf dem Weg nach Königsberg, wenn ich das richtig in Erinnerung habe?
Im Zug wird deutsch gesprochen, die Fahrgäste lassen auf Europa schließen, die Grenzschilder zeigen, dass sie sich in Deutschland befinden und auf eine Grenze zu rollen. Und Afrikaans ist aus dem Niederländischen entstanden. Wo sind sie also? Icon_wink

Zitat:sieht man vom Einstieg ab, den man meiner Meinung nach etwas transparenter gestalten könnte.
Wie? Ich hatte ihn zuerst kursiv, das wurde nicht gerne gesehen. Jetzt ist er normal - ich weiß nicht weiter. Rausnehmen werde ich ihn nicht, weil er die Frau unterstreichen soll.

Zitat:Wir sehen uns beim nächsten Teil.
Vielleicht klären sich ja einige Fragen beim Lesen. (Die restlichen Anmerkungen übernehme ich unkommentiert.)

LGD.

*Das geht an den Rest der Welt:
Und wer jetzt meint, dass er es nicht gut findet, dass Frauen nur aufgrund von Kriegsereignissen in ihrer Rolle emanzipierter wurden, der sollte auch kein Flugzeug mehr fliegen, kein Computer mehr besitzen, etc. - sind nämlich auch Errungenschaften des Krieges. Streng genommen auch die Implementierung der ersten Demokratie auf deutschem Boden. *hust*


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Beitrag #98 |

RE: Countdown (Diskussion)
Guten Tag zusammen.

Zur Information:
Wie einige sicherlich mitbekommen haben, habe ich leider eine nicht unerhebliche Anzahl Dateien des Countdown-Folge-Projekts verloren. Zur Zeit bin ich dabei, alles neu zu (er)schaffen.

(Und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich so dabei gefühlt habe: Smiley_frown -> wallbash -> Icon_aufsmaul -> Icon_igitt -> Icon_ugly )

@Sternchen: Ich melde mich, wenn es komplett fertig ist.
@lu: Wie besprochen.

LGD.


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Beitrag #99 |

RE: Countdown (Diskussion)
Oh Dread, das tut mir wahnsinnig leid. Icon_nosmile Scheiße!


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Beitrag #100 |

RE: Countdown (Diskussion)
Bin schon wieder fleißig, nachdem ich echt ... egal. Weltraumtechnik suche ich mir gerade wieder zusammen, desweiteren einige andere 'Sachen'. Wird schon. Dauert leider länger, als geplant. *seufz*

LGD.


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