Es ist: 17-04-2021, 21:40
Es ist: 17-04-2021, 21:40 Hallo, Gast! (Registrieren)


Die Geschichte von Blir - Kapitel 4
Beitrag #1 |

Die Geschichte von Blir - Kapitel 4
Die Geschichte von Blir – Kapitel 4: Eine stürmische Nacht
Prolog Kapitel 1 Kapitel 2 Kapitel 3 Kapitel 4

Wie ein Hagelschauer schlugen die Regentropfen gegen die Fenster des gräflichen Schlafgemachs und rissen Níso aus dem Schlaf. Erschrocken blickte er sich um und atmete erleichtert auf, als er die Regentropfen als Ursache des Lärms ausgemacht hatte. Er wollte sich gerade wieder hinlegen, als es mehrmals an der Tür klopfte. Sie öffnete sich einen Spalt breit und Insuljos Stimme erklang von der anderen Seite.
„Mein Graf, Ihr müsst schnell mitkommen. Es ist wichtig!“
Der Graf rappelte sich auf und schob das weiße Laken beiseite.
„Was ist los?“, fragte er seinen Hofmeister, der nun ungefragt eintrat. In seiner Rechten hielt er eine schmiedeeiserne Laterne und sein Kopf war mit einer durchnässten Kapuze bedeckt.
„Draußen vor dem Tor … da sind Reiter aus Kalnion mein Herr!“, erwiderte Insuljo verängstigt.
Der Graf wollte etwas sagen, doch das Wort blieb ihm im Hals stecken. Er schüttelte verwirrt den Kopf und erlangte schließlich seine Fassung wieder.
„Nein, das ist unmöglich. Woher … woher sollten sie davon wissen? Niemand weiß es“, sagte Níso ratlos. Von plötzlicher Panik ergriffen stolperte der Graf aus dem Bett und schlang sich seinen Leinenwams um den Körper, doch Insuljo kramte bereits einen grauen Wollmantel hervor und hielt ihn Níso entgegen. Dankbar nahm er ihn an und streifte ihn anstelle des Wamses über. Auf dem Weg zur Tür schlüpfte er noch in seine Stiefel und fand sich wenige Augenblicke später auf dem langen Gang wieder, der zum Burghof führte.
„Wann sind sie gekommen? Die Reiter?“, fragte Níso und brach das beklemmende Schweigen.
„Eben gerade, nachdem ich geweckt wurde und mich selbst von der Ankunft der Reiter überzeugt hatte, kam ich direkt zu Euch“, antwortete Insuljo und seine Stimme klang wieder so selbstbewusst wie immer.
„Sie warten jetzt schon zwanzig oder dreißig Minuten da draußen? Verdammt, wie konntet Ihr das zulassen?“, erwiderte der Graf verärgert und Insuljos Selbstbewusstsein erlosch so schnell wie es entflammt war. Níso beschleunigte seine Schritte und glaubte schon, das Klopfen der Reiter zu hören. Wenige Meter vor dem Tor überholte Insuljo den Grafen und hielt ihm die mannshohe Tür auf, die in das Eichenportal eingelassen war. Kommentarlos trat Níso nach draußen und zog sich die Kapuze über. Mit wenigen großen Schritten überquerte er den annähernd quadratischen Burghof und erreichte das Tor, vor dem mehrere Soldaten Stellung bezogen hatten. Einige wenige hielten ihre Speere gesenkt, doch die meisten standen lässig an die Innenwände des Torhauses gelehnt.
„Öffnet das Tor, zieht das Fallgitter hoch!“, befahl Níso grimmig und seine Soldaten erwachten urplötzlich aus ihrer Untätigkeit. Die meisten machten sich daran, die schweren Holzbalken anzuheben, während der Rest die schmale Wendeltreppe erklomm, um das Eisengitter empor zu ziehen.
Soeben hatten die Soldaten den ersten Holzbalken aus seiner Verankerung befreit, als ein metallisches Krächzen erklang und das Gitter hochgezogen wurde. Genau wie die Soldaten, die es emporzogen, war das Gitter aus einem tiefen Schlummer erwacht und meldete sich nun lautstark zurück, als das Metall über den rauen Stein schabte.
Lautlos schlurfte Insuljo heran und trat neben den Grafen.
„Was werdet Ihr ihm sagen? Dem Botschafter?“, fragte er kleinlaut.
„Na was wohl? Ich werde lügen. Ihm irgendwas erzählen. Etwas, das ihm sein neugieriges Maul stopft“, antwortete Níso aufgebracht und hielt seinen Blick auf das Tor gerichtet.
„Also werdet Ihr … sie nicht töten?“, erkundigte der Hofmeister sich, bemüht, die Aufmerksamkeit seines Herrn auf sich zu ziehen. Dieser drehte sich abrupt zu seinem Hofmeister um und zog ihn energisch zu sich heran.
„Nein! Denkt Ihr überhaupt nach, bevor Ihr etwas sagt?“, erwiderte Níso und verstärkte seinen Griff auf Insuljos Schultern, „Wenn diese Männer da draußen sterben sollten, gibt es Krieg! Wahrscheinlich wissen sie eh schon alles und sind nur gekommen, um sich zu vergewissern. Jetzt, jetzt ist es an uns, dieses Unheil abzuwehren! Verstehst Ihr?“
Auf Insuljos Gesicht spiegelten sich Angst und Panik wider, genau die Gefühle, die der Graf mit seiner Schelte zu verbergen versuchte.
„Lasst den Schlafsaal herrichten. Weckt die Küchenhilfen und tragt ihnen auf, Brot und Wein aufzutischen“, wies der Graf seinen Hofmeister an und schlug einen versöhnlichen, einsichtigen Ton an. Insuljo nickte schwach und machte sich eilig davon.
Es dauerte noch einige wenige Augenblicke, bis das Tor offen und das Fallgitter hochgezogen waren und die Reiter durch den Torbogen ritten.
Die Gruppe bestand aus etwa einem dutzend Reitern, die allesamt in gelbe Wollmäntel geschlungen waren und mit klammen Fingern die Zügel ihrer Pferde hielten. Langsam trieben die Reiter ihre Pferde in den Burghof und als alle den Torbogen hinter sich gelassen hatten, löste sich einer von ihnen aus ihrer Mitte und lenkte sein Pferd vor den Grafen. Sogleich eilten zwei von Nísos Soldaten herbei und nahmen dem Reiter die Zügel ab. Dieser saß elegant vom Rücken seines Pferdes ab und schlug die Kapuze zurück. Ein für einen Soldaten ungewöhnlich ebenmäßiges Gesicht kam zum Vorschein, die Miene aber war ausdruckslos und die mattschwarzen Augen durchbohrten den Herzog mit ihren Blicken.
Dieses Gesicht war Níso trotz seiner über die Jahre stetig gesteigerten Menschenkenntnis unerklärlich, einzig die unübersehbare Ausdruckslosigkeit konnte der Graf erkennen.
„Ich grüße Euch, Graf Níso“, sagte der Reiter plötzlich und deutete eine Verbeugung an.
Er erhob sich sogleich wieder und fuhr fort: „Ich bin Honír, fünfter Hauptmann Kalnions und bringe beunruhigende Neuigkeiten.“
Níso hob die Brauen und schüttelte leicht den Kopf.
„Fahrt fort!“, antwortete er bestimmt, ließ aber gleichzeitig einen Hauch von Besorgnis mitschwingen.
„Nun, mein Herr, Marius von Kalnion und sein Gefolge werden vermisst“, berichtete Honír ohne die Miene zu verziehen.
„Vermisst?“, erwiderte der Graf Verwunderung heuchelnd und ihm wurde noch im gleichen Moment bewusst wie gespielt sein Erstaunen wirken musste. Doch der Reiter bemerkte davon nichts oder überspielte die Gewissheit über Nísos Spiel geschickt, was dem Graf zu dessen Bestürzung wahrscheinlicher erschien.
„Sie wollten schon zurückgekehrt sein und es gab auch keine Nachricht, dass sich ihre Ankunft verzögern würde“, erläuterte der Soldat regungs- und ausdruckslos.
„Kommt, berichtet mir im Trockenen davon“, schlug Níso vor und wandte sich zum Gehen. Aus den Augenwinkeln nahm er war, dass der Hauptmann gar nicht daran zu denken schien und keine Anstalten machte, dem Grafen zu folgen.
„Das tat ich bereits, mein Herr. Was sagt Ihr zu dieser Nachricht? Habt Ihr eine Ahnung, was den Herzog und sein Gefolge an ihrer Rückkehr gehindert haben könnte?“, fragte Honír fordernd und widerwillig machte der Graf auf dem Absatz kehrt. Er setzte ein gezwungenes Lächeln auf, räusperte sich unmerklich und wandte sich dann nachdrucksvoll an seinen Gegenüber: „Ich teile Eure Sorge, aber das ändert nichts daran, dass wir gerade mitten im Regen stehen und ich nicht gewillt bin, mir diese klamme Nässe weiter anzutun. Kommt, ich habe Speis und Trank anrichten lassen.“
Angesichts des dicken Wollmantels, der ihn vor dem kalten Nass schützte, musste er ein Schmunzeln unterdrücken und auch die Wollmäntel der Gesandten ließen vermuten, dass ihnen der Regen mehr oder weniger gleichgültig war, jetzt wo sie ihre Hände unter dem schützenden Mantel verbergen konnten.
Der Reiter setzte kurz zu einer Erwiderung an, ließ es dann aber doch sein und bedeutete dem Grafen mit einer kurzen Handbewegung, voranzugehen. Auf einen weiteren Wink Honírs saßen seine Kameraden ab und folgten dem Grafen in die Burg.

Nach wenigen Minuten hatten sie den fensterlosen Schlafsaal erreicht und der Graf fand Insuljo wild gestikulierend am Kopf des großen Holztisches vor, der das gesamte Zentrum des Raumes einnahm. Hektisch, beinah panisch fuhr er einen besonders schlaftrunkenen Diener an, der soeben einen halben Krug Wein verschüttet hatte, als er seinen Herrn wahrnahm. Doch anstatt der offensichtlich erwarteten Zurechtweisung schenkte dieser Insuljo ein wohlwollendes Lächeln und bedeutete den Reitern, Platz zu nehmen. Er selbst beanspruchte den Platz am Tischende für sich und bot Honír den Gegenüberliegenden an. Mit einem flüchtigen, fast schon hastigen Nicken nahm dieser das Angebot an und setzte sich. Als er sich gesetzt hatte, folgten die restlichen Reiter seinem Beispiel und nahmen an den Längsseiten Platz.
„Bevor ich´s vergesse – das Ganze nochmal schriftlich und vom Stadtrat unterschrieben“, sagte Honír unvermittelt und kramte einen Briefumschlag aus dem Inneren seines Mantels hervor. Er hielt ihn kurz mit abgespreizten Fingern in der Luft bevor er ihn an den Soldaten zu seiner Rechten gab, der den Brief wiederum weiterreichte bis er schließlich in der Hand des Grafen angelangt war. Erwartungsvoll brach Níso das Siegel des Stadtrates und öffnete den Umschlag. Ungeduldig zog er das sorgfältig gefaltete Stück Papier heraus und begann zu lesen. Nach wenigen Augenblicken legte er den Brief ernüchtert beiseite – er hatte keine neuen Informationen preisgegeben, sondern die Bekannten lediglich diplomatischer und freundlicher dargelegt. Sein Gegenüber schien die Enttäuschung erkannt zu haben und setzte ein kurzes Lächeln auf.
„Wie ich gesagt habe, das Gleiche was Ihr von mir erfahren habt, nur eben nicht von mir. Ich schätze mal, um einige unnötige und bedeutungslose Sätze gestreckt und mit Höflichkeitsfloskeln durchsetzt? Hätte der Rat sich sparen können, wenn Ihr mich fragt. Tut Ihr aber wahrscheinlich nicht“, erläuterte der Hauptmann und es überraschte Níso, wie unverhohlen Honír seine Abneigung gegenüber seinem Stadtrat zeigte und wie plötzlich er seine vorherige Ausdrucks- und Emotionslosigkeit aufgegebene hatte.
„Und wenn ich Euch fragen würde?“, erwiderte Níso in der Hoffnung, dem Hauptmann weitere Informationen entlocken zu können. Doch dieser begegnete der Frage mit einem kurzen Grinsen und warf einen amüsierten Blick in die Runde seiner Soldaten.
„Dann würde ich Euch sagen, dass der Rat überflüssig lange Briefe schreibt und sich in Zukunft mit einer kurzen Erklärung begnügen sollte, dass ihr Gesandter die Sachlage korrekt und unverfälscht dargestellt hat“, antwortete er und nahm sichtlich zufrieden einen tiefen Schluck aus seinem Weinkrug.
„Aber ich glaube wir schweifen ab“, fuhr er fort bevor der Graf auf seine Antwort eingehen konnte, „Hat der Herzog irgendeine mögliche Verlängerung seiner Rückreise erwähnt? Irgendeine längere Rast, die nicht vorher abgesprochen war?“
Niemand sollte es wagen, ihn in seiner Burg derart zu befragen, als sei er ein Gefangener, der eines Verbrechens verdächtigt wurde. Doch um diese prekäre Situation zu überstehen, musste er sich auf eben jene anklagenden und respektlosen Fragen einlassen, um im besten Falle sogar einen Vorteil aus dem Ganzen zu ziehen. Er durfte dem Hauptmann keinen Grund geben, weitere, ausführlichere Nachforschungen anzustellen und stattdessen so antworten, wie es sein Gegenüber von einem ahnungslosen Unschuldigen erwartete.
„Nein, nichts dergleichen. Sie reisten wie vereinbart ab und seitdem habe ich nichts mehr von ihnen gehört oder gesehen und bin davon ausgegangen, dass es keine Zwischenfälle gab“, antwortete Níso nüchtern.
„Wisst Ihr von der geplanten Strecke?“
„Nein, aber ich bin mir sicher, dass sie die große Nord-Süd-Straße genommen haben. Sie sollten von irgendeiner Patrouille gesehen worden sein, ich lasse umgehend Boten an die jeweiligen Truppenführer schicken und hier herbeordern“, erwiderte der Graf.
Die plötzliche Stille wurde von einem dumpfen Grollen unterbrochen und nur wenige Augenblicke später wurde die Tür des Schlafsaales aufgerissen. Im Türrahmen stand ein Soldat, der sich panisch im Raum umblickte, bis er Níso ausgemacht und fixiert hatte.
„Mein Graf, ein Blitz! Ist in die Ställe eingeschlagen. Feuer, überall!“
Noch bevor Níso etwas sagen konnte, erhoben sich Honír und seine Männer von ihren Plätzen und waren im Begriff, den Raum zu verlassen.
„Die Pferde! Wir müssen die Pferde da raus holen und das Feuer löschen! Graf Níso, wir dürfen keine Zeit verlieren! Das Feuer könnte sich ausbreiten und andere Gebäude in Brand stecken. Reden können wir morgen, aber wir müssen dafür sorgen, dass es noch ein Morgen auf dieser Burg geben wird“, sagte Honír sichtlich geschockt und verließ den Raum mit großen Schritten. Seine Männer folgten ihm und rauschten an dem Soldaten vorbei, der sich seit seiner Ankunft nicht von der Stelle gerührt hatte.
„Insuljo, weckt all jene, die noch nicht wach sind und schickt sie in den Hof. Wir brauchen jede Hand, die einen Eimer Wasser halten kann.“
Der Hofmeister nickte eifrig und folgte den Männern aus Kalnion. Schließlich verließen Níso und die Küchenhilfen den Raum und machten sich zusammen mit dem geschockten Soldaten auf den Weg nach draußen.

Als sie nach draußen traten und sich nach rechts wandten, wurde ihnen das ganze Ausmaß der Katastrophe bewusst. Die zwei hölzernen Ställe wurden von zügelnden Flammen umspielt, die strohgedeckten Dächer brannten lichterloh und dichte Rauchfahnen stiegen gen Himmel. Aus dem Inneren erklang verängstigtes Schnauben und unruhiges Hufgetrippel. Honír und seine Männer waren bereits voraus gelaufen und hatten damit begonnen, die Wände des Gebäudes einzutreten. Nur zögerlich gaben die ersten Holzbalken den Tritten der Reiter nach. Laut fluchend schickte Honír zwei seiner Männer zum Brunnen, der auf der anderen Seite des Burghofes lag. Als der Hauptmann in die Richtung des Brunnen wies, traf sein Blick den des Grafen. Und mit einem Mal schien die Maskerade des Hauptmanns endgültig gefallen zu sein. Panik lag in seinen Zügen und das verkrampfte Gesicht ließ nicht erahnen, dass es jemals ausdruckslos gewesen war. Níso genoss diesen Augenblick, so zweischneidig er auch sein mochte. Es waren nicht nur die Pferde der fremden Reiter, sondern auch sein eigenes und die seiner Getreuen, die in den beiden Ställen untergebracht waren. Seine Pferde hatten Priorität vor triumphalen Momenten, so schön diese auch sein mochten. Der Graf trat vor die Menge und befahl dieser, eine Menschenkette von den brennenden Ställen zu dem Brunnen zu bilden. Noch bevor sein letztes Wort verklungen war machten die Männer und Frauen sich auf um der Anweisung des Grafen Folge zu leisten.

---------------------------------------------------------------------
Tada - mehr als ein halbes Jahr nach dem letzten Teil geht es hier jetzt auch mal weiter. Habe eigentlich gar nicht so lange für diesen Teil gebraucht, die lange Pause lag hauptsächlich daran, dass ich mich in letzter Zeit generell wenig mit dem Schreiben beschäftigt habe Con
Mit Prolog und Kapitel 1 bin ich immer noch genauso weit wie Ende letzten Jahres - also noch am Anfang Con
Bin aber demnächst zwei Wochen im sonnigen Italien, vlt. komme ich da beim in der Sonne liegen zum Schreiben Mrgreen

Schon mal vielen Dank für Eure Kommentare und eure Kritik, werde mich die Tage dann auch mal wieder ans Kommentieren machen Icon_wink

MfG
Jonas


Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #2 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 4
So, und dann komm ich heute auch noch zu Teil 4 – auch hier huhu Jonas Icon_wink

Es geht also mit dem Grafen weiter; schauen wir mal, ob er mir dieses Mal etwas näher kommt oder ob es tatsächlich an ihm liegt.

Zitat: Wie ein Hagelschauer schlugen die Regentropfen gegen die Fenster des gräflichen Schlafgemachs und rissen Níso aus dem Schlaf. Erschrocken blickte er sich um und atmete erleichtert auf, als er die Regentropfen als Ursache des Lärms ausgemacht hatte.
(Ja, ich nerve, wenn ich immer direkt beim ersten Satz anfange *lach*):
Du erzählst uns hier, dass Regentropfen Niso wecken und im nächsten Satz sollen wir Nisos Erschrecken mitfühlen? WIR wissen doch, dass es nur Regentropfen sind. Schöner wäre, wenn wir das nicht wüssten:
Wie ein Hagelschauer schlug Lärm gegen das Glas [wenn er denn Fenster aus Glas hat], der Niso aus dem Schlaf riss. Erschrocken blickte er sich um und atmete erleichtert auf, als er erkannte, dass lediglich ein heftiges Unwetter / Regenschauer die Fenster des gräflichen Schlafgemachs malträtierte.
Das ist allerdings Geschmacks- und Ansichtssache. Ich als Leser mag es einfach, das zu erleben, was der Protagonist erlebt, und nicht vorab schon Informationen zu erhalten Icon_wink

Zitat: „Nein, das ist unmöglich. Woher … woher sollten sie davon wissen? Niemand weiß es“, sagte Níso ratlos.
*hust*
»Niemand« also … ? abgesehen von seiner gesamten Jagdgesellschaft, seiner Herzfresserin im Keller, offenbar weiß der Hofmeister auch davon, sonst würde Niso ja nicht hier so rumstammeln … also da wissen schon einige Bescheid *lach*

Zitat: stolperte der Graf aus dem Bett und schlang sich seinen Leinenwams um den Körper, doch Insuljo kramte bereits einen grauen Wollmantel hervor und hielt ihn Níso entgegen. Dankbar nahm er ihn an und streifte ihn anstelle des Wamses über.
Ein Wams würde ich nicht um den Körper schlingen, sondern überwerfen. Geht ja eher in Richtung Jacke, von der Art her. Allerdings stolpere ich hier vor allem, weil Niso das Wams anzieht, dann den Mantel bekommt, das Wams offenbar wieder auszieht und den Mantel anzieht. Und warum weiß Insuljo, wo der Mantel liegt? Als Hofmeister ist das Ankleiden des Grafen sicher nicht sein Zuständigkeitsbereich.
Ich würde den Graf einfach nach dem Morgenmantel neben dem Bett greifen lassen und ihn sich überstreifen. Wenn er sich von seinem Hofmeister umkleiden lässt, wirkt er nicht besonders herrschaftlich *lach*
Wenn du deine Sätze so behalten willst, würde ich trotzdem eine kleine Änderung vorschlagen:
stolperte der Graf aus seinem Bett und sah sich nach seinem Leinenwams um, doch Insuljo ...

Zitat: „Sie warten jetzt schon zwanzig oder dreißig Minuten da draußen? Verdammt, wie konntet Ihr das zulassen?“, erwiderte der Graf verärgert und Insuljos Selbstbewusstsein erlosch so schnell wie es entflammt war.
Äh, ja wie? Die haben die Reiter nicht mal in die Eingangshalle gebeten?? … Warum nicht? An so nem Hof muss es doch bestimmte Regeln der Diplomatie und Höflichkeit geben, oder nicht?
Andererseits sind die Reiter natürlich auch selbst Schuld, wenn sie da so mitten in der Nacht auftauchen *lach*

Zitat: und erreichte das Tor, vor dem mehrere Soldaten Stellung bezogen hatten. Einige wenige hielten ihre Speere gesenkt, doch die meisten standen lässig an die Innenwände des Torhauses gelehnt.
Ich dachte, zwischen dem Graf und dem Herzog herrscht sowas wie Friede? Und die einfachen Soldaten wissen ja bestimmt nichts von dem Überfall, wieso sind die dann alle in dieser Hab-Acht-Stellung? Wieso diese Aufregung wegen ein paar Reiter? Und warum werden die Männer vor verschlossenen Tor warten gelassen … das ist doch nicht nett

Zitat: „Was werdet Ihr ihm sagen? Dem Botschafter?“, fragte er kleinlaut.
Naja, vielleicht sollte man sich erstmal anhören, warum der Botschafter überhaupt da ist. Und ob er überhaupt ein Botschafter ist. Vielleicht bringt er auch nur die Einladung zur Trauerfeier vorbei *lach*

Zitat: „Lasst den Schlafsaal herrichten. Weckt die Küchenhilfen und tragt ihnen auf, Brot und Wein aufzutischen“, wies der Graf seinen Hofmeister an
Solche Dinge sollte ein Hofmeister von ganz alleine tun. Dafür ist er ja Hofmeister, damit sich der Graf gerade nicht um solche Dinge kümmern muss.

Steht der Graf da mitten auf dem Hof jetzt eigentlich im Regen rum?

Also ich hab mir ja vorgenommen, mich nicht zuviel aufzudrängen, aber ich möchte trotzdem mal einen alternativen Ablauf bisher schildern:
Der Graf wacht auf, weil er Stimmen hört – von mir aus auch den Regen – sein Hofmeister (oder ein niederer Diener) kommt ins Zimmer und teilt ihm mit, dass Abgesandte aus Kalnion eingetroffen sind. Daraufhin hilft ein Diener dem Graf beim (standesgemäßen) Einkleiden, während der Hofmeister versichert, er würde für das Wohlergehen der Gäste sorgen. Auf dem Weg in die Empfangshalle wird Niso dann nochmal vom Hofmeister abgefangen, der nachfragt, wie mit den Gästen zu verfahren sei, ob man sie vielleicht mit ein bisschen Gift im Wein beseitigen solle oder so. Niso winkt ab, man müsse erstmal hören, was sie denn wollen und dann Schadensbegrenzung betreiben. Dann trifft er auf die – zwar nassen, aber zumindest nicht ewig vor verschlossenen Toren stehenden – Abgesandten, die sich an Wein und Brot laben, was ihnen von müden Dienern serviert wird.

Denn so, wie das da im Moment abläuft, ist das alles eine große Beleidigung und noch dazu unverantwortlich. So würde doch keiner handeln, der da irgendwie beteiligt ist. Immerhin will man doch keinen Krieg provozieren?

Wenn es natürlich wichtig für die Geschichte ist, dass die Leute im Regen stehen … dann muss es wohl bleiben, aber besonders adlig oder so verhält sich da keiner. Da müssen doch Leute sein, die wissen, was in so einer Situation zu tun ist? Wenn der Graf mal nicht da ist – zum Beispiel auf der Jagd – und es kommen Botschafter … werden die dann auch vorm Tor stehen gelassen, bis der Graf zurück ist? Unter Niso können ja nicht NUR schleimige Untergebene sein, die keinen eigenen Gedanken fassen können. Dann würde die Grafschaft nicht funktionieren.

Zitat: Er erhob sich sogleich wieder und fuhr fort: „Ich bin Honír, fünfter Hauptmann Kalnions und bringe beunruhigende Neuigkeiten.“
Níso hob die Brauen und schüttelte leicht den Kopf.
„Fahrt fort!“, antwortete er bestimmt, ließ aber gleichzeitig einen Hauch von Besorgnis mitschwingen.

Da der Herzog ja nun schon tot ist, können die Nachrichten SO dringend nicht sein, dass man den Gast nicht einmal ins Trockene bittet. Und auch für Niso selbst muss der Regen doch kalt und eklig sein, immerhin kommt er grad aus dem warmen Bett. Und da er selbst sagt, er genießt die »Annehmlichkeiten« des Grafentitel, kann ich mir nicht vorstellen, dass er gerne im Hagelschauerregen steht und plaudert Icon_ugly
Ärgere Niso ruhig ein bisschen, lass ihn zappeln: Er will wissen, was die Botschafter zu sagen haben, muss sie aber natürlich erst nach drinnen bitten und ihnen etwas zur Stärkung anbieten – so verlangt es die Höflichkeit. Währenddessen kann er unruhiger werden, grübeln, ob sie gekommen sind, um den Herzog zu rächen, oder ob sie was ganz anderes vorhaben.

Zitat: Das tat ich bereits, mein Herr. Was sagt Ihr zu dieser Nachricht? Habt Ihr eine Ahnung, was den Herzog und sein Gefolge an ihrer Rückkehr gehindert haben könnte?“,
Nee, tat er nicht *lach* Er hat Niso im Nassen davon berichtet, nicht im Trockenen. Überhaupt, kannst du den ersten Satz streichen. Und Niso ist sicher nicht der Herr von Honir, deshalb würde ich die Anrede »mein Herr« hier auf jeden Fall weglassen.

Zitat: Angesichts des dicken Wollmantels, der ihn vor dem kalten Nass schützte, musste er ein Schmunzeln unterdrücken und auch die Wollmäntel der Gesandten ließen vermuten, dass ihnen der Regen mehr oder weniger gleichgültig war,
Bitte was? Mrgreen Ein Wollmantel ist glaub ich nichtmal heutzutage Wasserdicht. Immerhin ist das nur gesponnener und gestrickter / gewebter Stoff, da sind zigtausend Lücken, wo Nässe durch kann.
Da würde ich eher Öl- oder Wachsmäntel nehmen; Wolle klingt mir echt zu abstrus, dass die Nässe abhalten soll. Und selbst bei wasserdichten Mänteln regnet es ja immernoch von oben rein, je nachdem wie der Wind steht sind die Gesichter klatschnass. Also gemütlich ist so ein Ritt sicher nicht.

Zitat: „Hat der Herzog irgendeine mögliche Verlängerung seiner Rückreise erwähnt? Irgendeine längere Rast, die nicht vorher abgesprochen war?“
Niemand sollte es wagen, ihn in seiner Burg derart zu befragen, als sei er ein Gefangener, der eines Verbrechens verdächtigt wurde.

Öh … das sind doch normale Fragen? Da geht es ja nichtmal drum, ob der Herzog vielleicht noch – gegen seinen Willen – in der Burg ist, sondern einfach nur, ob er gesagt hat, dass er auf der Rückreise noch bei Tante Frieda vorbeischaut, weil die immer so lecker Kuchen backt.
Hier würde ich entweder Nisos Reaktion entschärfen, oder tatsächlich die Frage vorwurfsvoller stellen, provokanter, sowas wie:
»Hat der Herzog seinen Aufenthalt womöglich verlängert [also so von wegen: wird er hier festgehalten]« … »Könnte er in der Grafschaft auf Schwierigkeiten gestoßen sein«; »könnte es in Eurem Land Menschen geben, denen daran läge, die Rückreise des Herzogs zu behindern« … sowas halt, damit die Aufregung von Niso auch gerechtfertigt ist.

Zitat: „Mein Graf, ein Blitz! Ist in die Ställe eingeschlagen. Feuer, überall!“
Ja meine Güte! Fragen die ihren Grafen auch, wenn sie mal aufs Klo müssen?
Also natürlich sollte der Graf bei einem Feuer benachrichtigt werden, aber das hier klingt so, als wäre der arme Soldat total überfordert und wüsste ohne seinen Grafen nicht, was er zu tun hat. Und noch dazu in eine diplomatische Verhandlung reinplatzen …
Da wäre doch ein Diener viel angebrachter, der dem Grafen diskret ins Ohr flüstert, dass die Ställe in Flammen stehen.

Zitat: „Die Pferde! Wir müssen die Pferde da raus holen und das Feuer löschen! Graf Níso, wir dürfen keine Zeit verlieren! Das Feuer könnte sich ausbreiten und andere Gebäude in Brand stecken. Reden können wir morgen, aber wir müssen dafür sorgen, dass es noch ein Morgen auf dieser Burg geben wird“, sagte Honír sichtlich geschockt
Ich weiß grad nicht, wie ichʼs erklären soll, aber diese Rede wirkt so … überflüssig. Es werden ja nicht nur die Pferde der Botschafter dort stehen, sondern auch Nisos eigene. Von daher sollte man davon ausgehen, dass die Pferde sowieso da rausgeholt werden. Auch das mit dem Löschen. Natürlich werden da Löscharbeiten durchgeführt, auch ohne dass Honir und Gefolge das extra sagen bzw. sogar mitmachen. Da wuseln doch zig Soldaten auf dem Hof rum UND es regnet. Wie wahrscheinlich ist es da, dass das Feuer sich ausbreitet?
Im Prinzip erklärt Honir da Niso, wie der mit der Sache umzugehen hat. Das kommt merkwürdig rüber.

Zitat: „Insuljo, weckt all jene, die noch nicht wach sind und schickt sie in den Hof. Wir brauchen jede Hand, die einen Eimer Wasser halten kann.“
Da auch wieder: Kommt der Hofmeister nicht von alleine auf so eine Idee? Warum braucht es immer den Befehl des Grafen? Oder gar die Erlaubnis?
Hab ruhig Mut, neben der Hauptperson auch andere Personen eigenständig und eigenmächtig – und intelligent – handeln zu lassen. Schreib doch ruhig, dass Insuljo bereits loseilt, um die Löscharbeiten zu koordinieren, dass von draußen die Rufe der Bewohner erklingen, die schon Eimerketten bilden, dass die Pferde wiehern und sowas. Zeig, dass es auch außerhalb des Blickfelds deines Grafen Leben gibt. Dass die Welt auch dort weiterläuft, wo er gerade nicht ist Icon_wink

Zitat: Als sie nach draußen traten und sich nach rechts wandten, wurde ihnen das ganze Ausmaß der Katastrophe bewusst. Die zwei hölzernen Ställe wurden von zügelnden Flammen umspielt, die strohgedeckten Dächer brannten lichterloh und dichte Rauchfahnen stiegen gen Himmel.
Eben war es noch am Schütten wie aus Eimern … die Ställe – Holz und Stroh – müssten total nass sein. Da kann ein Blitz doch keine zwei Gebäude in Brand stecken … zumindest nicht innerhalb von 2 Minuten. Länger dürfte es ja kaum gedauert haben, zum Graf zu rennen und die Botschaft zu überbringen.

Zitat: Aus dem Inneren erklang verängstigtes Schnauben und unruhiges Hufgetrippel. Honír und seine Männer waren bereits voraus gelaufen und hatten damit begonnen, die Wände des Gebäudes einzutreten.
Ist da sonst keiner auf dem Hof? Vorhin waren noch Soldaten da, außerdem dürfte es Stallburschen geben, die auf die Idee kommen könnten, die Pferde zu retten.
Und warum treten die die Wände ein? Hat der Stall keine Türen?

Zitat: Panik lag in seinen Zügen und das verkrampfte Gesicht ließ nicht erahnen, dass es jemals ausdruckslos gewesen war.
Warum diese Panik? Kann ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht nachvollziehen. Selbst wenn er sein Pferd abgöttisch liebt … »Panik« scheint mir einfach so überdimensioniert. Und warum ist da sonst noch niemand auf die Idee gekommen, zu löschen?

Zitat: Der Graf trat vor die Menge und befahl dieser, eine Menschenkette von den brennenden Ställen zu dem Brunnen zu bilden. Noch bevor sein letztes Wort verklungen war machten die Männer und Frauen sich auf um der Anweisung des Grafen Folge zu leisten.
Jonas, Jonas … da steht also eine gaffende Menge – vermutlich schon, seit der Blitz da eingeschlagen hat – und wartet mit dumpfen Blicken darauf, dass endlich der Graf kommt und ihnen Befehle gibt, weil sie sonst ja keine Ahnung haben, was zu tun ist?
Hätten sie die ganze Burg abbrennen lassen, wenn der Graf grad außer Haus gewesen wäre?

Das klingt jetzt vermutlich fies, ist aber so gar nicht gedacht.
Du legst deinen Fokus auf den Graf – ohne ihn darf in der Geschichte offenbar nichts passieren. Erst wenn der Graf da ist, darf die Handlung weitergehen.
Aber überleg mal: Die Burg ist bewohnt von Leuten, die da tagtäglich arbeiten, ihre Routine haben, bestimmte Dinge sowieso schon tagein, tagaus tun, ohne dass der Graf daneben steht.
Auch wenn ein Feuer etwas schlimmes ist, war es im Mittelalter doch nicht ungewöhnlich, dass mal wo der Blitz einschlug. Ich denke schon, dass die Leute da von ganz alleine auf die Idee kamen, eine Eimerkette zu bilden und das Feuer zu löschen. Auch ohne, dass ein Graf daherkam und es befahl Icon_wink

Wobei ich auch sagen muss, dass dieses »Adligen«-Setting – also ein Herrscher auf einer Burg mit vielen Untertanen und politischen Wirrungen – dieses Setting empfinde ich selbst als relativ schwer zu schreiben, weil es meistens nicht nach dem Prinzip: »Ich sage was, ich tue was, und gut ist« funktioniert wie möglicherweise das Leben eines einfachen Soldaten. Ein Graf muss immer darauf achten, wen er womit verärgert, ob er zu nett zu seinen Untertanen ist und die ihm auf der Nase tanzen, oder ob er zu hart ist und als Tyrann gilt, gegen den es Hundert Verschwörungen gibt. Er hat Neider in den eigenen Reihen und muss seine Nachbarn bei Laune halten. Und weil ein Mann allein keinen ganzen Hof regeln kann, hat er (kompetente) Untergebene, wie etwa Hofmeister, Generäle und Berater, die ihm zur Seite stehen oder Aufgaben abnehmen. Das heißt, er muss eben nicht immer überall zugegen sein, damit das Leben funktioniert.

Das klappt hier noch nicht so wirklich. Neben dem Grafen wirken alle anderen sehr unselbstständig und der Graf selbst kommt auch nicht besonders kompetent rüber, wenn er seine Gäste im Regen stehen lässt.

Wie du vermutlich schon ahnst, gefallen mir de Blir-Kapitel bisher viel besser, einfach weil die Atmosphäre, die Umgebung und auch die handelnden Personen viel glaubwürdiger und stimmiger rüberkommen.
Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Je mehr du schreibst und liest, umso mehr Dinge werden dir selbst auffallen, die vielleicht unpassend für den ein oder anderen Protagonisten sind, die sich falsch anhören oder nicht zum Setting passen.


Wie immer hoffe ich natürlich, dass auch diese Kritik dir weiterhilft – und ich finds toll, wie du damit umgehst, wie du sie annimmst, um an dir zu arbeiten und besser zu werden Pro

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #3 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 4
Moin Lanna Mrgreen
sorry dass ich mich erst jetzt melde, muss gestehen, dass ich in letzter Zeit einfach wenig hier unterwegs war und bei uns parallel dazu die Klausurenphase begonnen hat Icon_slash
Erstmal vielen, vielen Dank für deine ausführlichen und, soweit ich das bisher sagen kann, hilfreichen Kommentare, am Wochenende sollte ich dann auch hoffentlich dazu kommen, angemessen auf deine Tipps und Anmerkungen einzugehen, über die Woche krieg ich das momentan einfach nicht zustande Icon_wink

Schöne Grüße,
Jonas


Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #4 |

RE: Die Geschichte von Blir - Kapitel 4
Moin Lanna,
besser spät, als nie ... oder so :P

(20-09-2011, 20:25)Lanna schrieb: Zitat: Wie ein Hagelschauer schlugen die Regentropfen gegen die Fenster des gräflichen Schlafgemachs und rissen Níso aus dem Schlaf. Erschrocken blickte er sich um und atmete erleichtert auf, als er die Regentropfen als Ursache des Lärms ausgemacht hatte.
(Ja, ich nerve, wenn ich immer direkt beim ersten Satz anfange *lach*):
Du erzählst uns hier, dass Regentropfen Niso wecken und im nächsten Satz sollen wir Nisos Erschrecken mitfühlen? WIR wissen doch, dass es nur Regentropfen sind. Schöner wäre, wenn wir das nicht wüssten:
Wie ein Hagelschauer schlug Lärm gegen das Glas [wenn er denn Fenster aus Glas hat], der Niso aus dem Schlaf riss. Erschrocken blickte er sich um und atmete erleichtert auf, als er erkannte, dass lediglich ein heftiges Unwetter / Regenschauer die Fenster des gräflichen Schlafgemachs malträtierte.
Das ist allerdings Geschmacks- und Ansichtssache. Ich als Leser mag es einfach, das zu erleben, was der Protagonist erlebt, und nicht vorab schon Informationen zu erhalten Icon_wink

Das werde ich wohl so ähnlich machen, danke für den Hinweis in die Richtung, das wäre mir wohl gar nicht so direkt aufgefallen, dass da einiges an Spannung bzw. Nähe zum Charakter verloren geht, ohne dass es nötig ist.

Zitat:Zitat: „Nein, das ist unmöglich. Woher … woher sollten sie davon wissen? Niemand weiß es“, sagte Níso ratlos.
*hust*
»Niemand« also … ? abgesehen von seiner gesamten Jagdgesellschaft, seiner Herzfresserin im Keller, offenbar weiß der Hofmeister auch davon, sonst würde Niso ja nicht hier so rumstammeln … also da wissen schon einige Bescheid *lach*

Ganz klarer Fall von doofer Formulierung meinerseits oO Meine natürlich, dass es niemand weiß, von dem Níso einen Verrat erwarten würde. Wobei das bei seiner Jagdgesellschaft ja auch zweifelhaft ist, inwiefern die es nicht wagen würden, ihn zu verraten, solange da genug bei für sie rausspringt. Wird überarbeitet.

Zitat:Zitat: stolperte der Graf aus dem Bett und schlang sich seinen Leinenwams um den Körper, doch Insuljo kramte bereits einen grauen Wollmantel hervor und hielt ihn Níso entgegen. Dankbar nahm er ihn an und streifte ihn anstelle des Wamses über.
Ein Wams würde ich nicht um den Körper schlingen, sondern überwerfen. Geht ja eher in Richtung Jacke, von der Art her. Allerdings stolpere ich hier vor allem, weil Niso das Wams anzieht, dann den Mantel bekommt, das Wams offenbar wieder auszieht und den Mantel anzieht. Und warum weiß Insuljo, wo der Mantel liegt? Als Hofmeister ist das Ankleiden des Grafen sicher nicht sein Zuständigkeitsbereich.
Ich würde den Graf einfach nach dem Morgenmantel neben dem Bett greifen lassen und ihn sich überstreifen. Wenn er sich von seinem Hofmeister umkleiden lässt, wirkt er nicht besonders herrschaftlich *lach*
Wenn du deine Sätze so behalten willst, würde ich trotzdem eine kleine Änderung vorschlagen:
stolperte der Graf aus seinem Bett und sah sich nach seinem Leinenwams um, doch Insuljo ...

Weiß nicht, ob das hier an der Formulierung liegt, meinte aber, dass er den Wams überstreifen will, in dem Moment aber den Mantel gereicht bekommt. Woher der Hofmeister den hat - hab ich mir ehrlich gesagt nicht so Gedanken zu gemacht, notfalls ist das sein eigener oder so :P Aber die Formulierung klingt tatsächlich eher nach dem, was du beschrieben hast, wird verbessert.

Zitat:Zitat: „Sie warten jetzt schon zwanzig oder dreißig Minuten da draußen? Verdammt, wie konntet Ihr das zulassen?“, erwiderte der Graf verärgert und Insuljos Selbstbewusstsein erlosch so schnell wie es entflammt war.
Äh, ja wie? Die haben die Reiter nicht mal in die Eingangshalle gebeten?? … Warum nicht? An so nem Hof muss es doch bestimmte Regeln der Diplomatie und Höflichkeit geben, oder nicht?
Andererseits sind die Reiter natürlich auch selbst Schuld, wenn sie da so mitten in der Nacht auftauchen *lach*

Ich werde, was das angeht, deinem Vorschlag mit dem alternativen Ablauf verwenden, da dem jetzigen Status dahingehend einiges an Logik fehlt. Den Aspekt, dass die mitten in der Nacht ankommen, werde ich drin behalten, indem dann irgendwie erwähnt wird, dass die Reiter nicht sofort reingelassen sondern erst überprüft wurden.

Zitat:Zitat: und erreichte das Tor, vor dem mehrere Soldaten Stellung bezogen hatten. Einige wenige hielten ihre Speere gesenkt, doch die meisten standen lässig an die Innenwände des Torhauses gelehnt.
Ich dachte, zwischen dem Graf und dem Herzog herrscht sowas wie Friede? Und die einfachen Soldaten wissen ja bestimmt nichts von dem Überfall, wieso sind die dann alle in dieser Hab-Acht-Stellung? Wieso diese Aufregung wegen ein paar Reiter? Und warum werden die Männer vor verschlossenen Tor warten gelassen … das ist doch nicht nett

Wird überarbeitet, der Teil mit den teils nervösen Soldaten soll zeigen, dass sie eben noch nicht sicher sind, wer da tatsächlich mitten in der Nacht vor ihrem Tor steht. Kann sich ja schließlich fast jeder als Botschafter ausgeben, da sind die lieber einmal zu vorsichtig, als dass sie dann nachher von dem vermeintlichen Botschafter und Gefolge niedergeritten werden :P

Zitat:Zitat: „Was werdet Ihr ihm sagen? Dem Botschafter?“, fragte er kleinlaut.
Naja, vielleicht sollte man sich erstmal anhören, warum der Botschafter überhaupt da ist. Und ob er überhaupt ein Botschafter ist. Vielleicht bringt er auch nur die Einladung zur Trauerfeier vorbei *lach*

Selbst in dem Falle müsste er sich ja überlegen, wie er auf den ach so unerwarteten Tod des Herzogs reagiert, zudem geht er einfach mal davon aus, dass es nur einen Grund gibt, warum ein Botschafter aus Kalnion anreiten sollte :D

Zitat:Zitat: „Lasst den Schlafsaal herrichten. Weckt die Küchenhilfen und tragt ihnen auf, Brot und Wein aufzutischen“, wies der Graf seinen Hofmeister an
Solche Dinge sollte ein Hofmeister von ganz alleine tun. Dafür ist er ja Hofmeister, damit sich der Graf gerade nicht um solche Dinge kümmern muss.

Hier hast du völlig Recht, irgendwie erlaube ich den Nicht-Hauptcharaktären nur minimale bis gar keine Selbstständigkeit :/

Zitat:Steht der Graf da mitten auf dem Hof jetzt eigentlich im Regen rum?

Also ich hab mir ja vorgenommen, mich nicht zuviel aufzudrängen, aber ich möchte trotzdem mal einen alternativen Ablauf bisher schildern:
Der Graf wacht auf, weil er Stimmen hört – von mir aus auch den Regen – sein Hofmeister (oder ein niederer Diener) kommt ins Zimmer und teilt ihm mit, dass Abgesandte aus Kalnion eingetroffen sind. Daraufhin hilft ein Diener dem Graf beim (standesgemäßen) Einkleiden, während der Hofmeister versichert, er würde für das Wohlergehen der Gäste sorgen. Auf dem Weg in die Empfangshalle wird Niso dann nochmal vom Hofmeister abgefangen, der nachfragt, wie mit den Gästen zu verfahren sei, ob man sie vielleicht mit ein bisschen Gift im Wein beseitigen solle oder so. Niso winkt ab, man müsse erstmal hören, was sie denn wollen und dann Schadensbegrenzung betreiben. Dann trifft er auf die – zwar nassen, aber zumindest nicht ewig vor verschlossenen Toren stehenden – Abgesandten, die sich an Wein und Brot laben, was ihnen von müden Dienern serviert wird.

Denn so, wie das da im Moment abläuft, ist das alles eine große Beleidigung und noch dazu unverantwortlich. So würde doch keiner handeln, der da irgendwie beteiligt ist. Immerhin will man doch keinen Krieg provozieren?

Wenn es natürlich wichtig für die Geschichte ist, dass die Leute im Regen stehen … dann muss es wohl bleiben, aber besonders adlig oder so verhält sich da keiner. Da müssen doch Leute sein, die wissen, was in so einer Situation zu tun ist? Wenn der Graf mal nicht da ist – zum Beispiel auf der Jagd – und es kommen Botschafter … werden die dann auch vorm Tor stehen gelassen, bis der Graf zurück ist? Unter Niso können ja nicht NUR schleimige Untergebene sein, die keinen eigenen Gedanken fassen können. Dann würde die Grafschaft nicht funktionieren.

Ich stimme dir vollkommen zu, das ist nicht so wirklich durchdacht, dein Vorschlag ist echt gut, ich übernehme den wohl einfach mal so oder so ähnlich Icon_smile

Zitat:Zitat: Er erhob sich sogleich wieder und fuhr fort: „Ich bin Honír, fünfter Hauptmann Kalnions und bringe beunruhigende Neuigkeiten.“
Níso hob die Brauen und schüttelte leicht den Kopf.
„Fahrt fort!“, antwortete er bestimmt, ließ aber gleichzeitig einen Hauch von Besorgnis mitschwingen.

Da der Herzog ja nun schon tot ist, können die Nachrichten SO dringend nicht sein, dass man den Gast nicht einmal ins Trockene bittet. Und auch für Niso selbst muss der Regen doch kalt und eklig sein, immerhin kommt er grad aus dem warmen Bett. Und da er selbst sagt, er genießt die »Annehmlichkeiten« des Grafentitel, kann ich mir nicht vorstellen, dass er gerne im Hagelschauerregen steht und plaudert Icon_ugly
Ärgere Niso ruhig ein bisschen, lass ihn zappeln: Er will wissen, was die Botschafter zu sagen haben, muss sie aber natürlich erst nach drinnen bitten und ihnen etwas zur Stärkung anbieten – so verlangt es die Höflichkeit. Währenddessen kann er unruhiger werden, grübeln, ob sie gekommen sind, um den Herzog zu rächen, oder ob sie was ganz anderes vorhaben.

Jo, die Gedanken des Grafen in die Richtung hab ich ziemlich außen vor gelassen, da hätte ich wohl viel mehr drauß machen können. Mal schauen, ob mir das im zweiten Anlauf besser gelingt :D

Zitat:Zitat: Das tat ich bereits, mein Herr. Was sagt Ihr zu dieser Nachricht? Habt Ihr eine Ahnung, was den Herzog und sein Gefolge an ihrer Rückkehr gehindert haben könnte?“,
Nee, tat er nicht *lach* Er hat Niso im Nassen davon berichtet, nicht im Trockenen. Überhaupt, kannst du den ersten Satz streichen. Und Niso ist sicher nicht der Herr von Honir, deshalb würde ich die Anrede »mein Herr« hier auf jeden Fall weglassen.

Joa, das stimmt schon, aber wo er davon berichtet, ist ihm wohl relativ egal. Aber an sich kann ich mir den Satz tatsächlich streichen^^ "Herr" sehe ich hier nicht immer als direkten Vorgesetzten/Lehnsherrn/etc., sondern einfach als respektvolle Anrede eines Mannes. Ich weiß nicht, inwiefern das so von der gängigen Praxis abweicht, falls das so irritiert, ändere ich das aber ab Icon_wink

Zitat:Zitat: Angesichts des dicken Wollmantels, der ihn vor dem kalten Nass schützte, musste er ein Schmunzeln unterdrücken und auch die Wollmäntel der Gesandten ließen vermuten, dass ihnen der Regen mehr oder weniger gleichgültig war,
Bitte was? Mrgreen Ein Wollmantel ist glaub ich nichtmal heutzutage Wasserdicht. Immerhin ist das nur gesponnener und gestrickter / gewebter Stoff, da sind zigtausend Lücken, wo Nässe durch kann.
Da würde ich eher Öl- oder Wachsmäntel nehmen; Wolle klingt mir echt zu abstrus, dass die Nässe abhalten soll. Und selbst bei wasserdichten Mänteln regnet es ja immernoch von oben rein, je nachdem wie der Wind steht sind die Gesichter klatschnass. Also gemütlich ist so ein Ritt sicher nicht.

Mh, da hab ich extra eine aufwendige google-Recherche betrieben und dann erzählen die mir da was vom Wollmantel :P Obwohl, auf nem Mittelaltermarkt letztes Jahr meinte einer mit nem Wollmantel, dass ihm warm und trocken ist, während alle anderen in den günstigeren, Baumwoll-Versionen komplett durchnässt waren^^

Zitat:Zitat: „Hat der Herzog irgendeine mögliche Verlängerung seiner Rückreise erwähnt? Irgendeine längere Rast, die nicht vorher abgesprochen war?“
Niemand sollte es wagen, ihn in seiner Burg derart zu befragen, als sei er ein Gefangener, der eines Verbrechens verdächtigt wurde.

Öh … das sind doch normale Fragen? Da geht es ja nichtmal drum, ob der Herzog vielleicht noch – gegen seinen Willen – in der Burg ist, sondern einfach nur, ob er gesagt hat, dass er auf der Rückreise noch bei Tante Frieda vorbeischaut, weil die immer so lecker Kuchen backt.
Hier würde ich entweder Nisos Reaktion entschärfen, oder tatsächlich die Frage vorwurfsvoller stellen, provokanter, sowas wie:
»Hat der Herzog seinen Aufenthalt womöglich verlängert [also so von wegen: wird er hier festgehalten]« … »Könnte er in der Grafschaft auf Schwierigkeiten gestoßen sein«; »könnte es in Eurem Land Menschen geben, denen daran läge, die Rückreise des Herzogs zu behindern« … sowas halt, damit die Aufregung von Niso auch gerechtfertigt ist.

Stimmt soweit, allerdings kommt die überspitzte Reaktion Nísos auch daher, dass er sich in der Regel eben vor niemandem rechtfertigen muss, so freundlich er auch gefragt wird. Aber hier sollte ich bei den Fragen wohl noch einen drauf setzen.

Zitat:Zitat: „Mein Graf, ein Blitz! Ist in die Ställe eingeschlagen. Feuer, überall!“
Ja meine Güte! Fragen die ihren Grafen auch, wenn sie mal aufs Klo müssen?
Also natürlich sollte der Graf bei einem Feuer benachrichtigt werden, aber das hier klingt so, als wäre der arme Soldat total überfordert und wüsste ohne seinen Grafen nicht, was er zu tun hat. Und noch dazu in eine diplomatische Verhandlung reinplatzen …
Da wäre doch ein Diener viel angebrachter, der dem Grafen diskret ins Ohr flüstert, dass die Ställe in Flammen stehen.

Mh, hier muss ich mir nochmal Gedanken zu machen.

Zitat:Zitat: „Die Pferde! Wir müssen die Pferde da raus holen und das Feuer löschen! Graf Níso, wir dürfen keine Zeit verlieren! Das Feuer könnte sich ausbreiten und andere Gebäude in Brand stecken. Reden können wir morgen, aber wir müssen dafür sorgen, dass es noch ein Morgen auf dieser Burg geben wird“, sagte Honír sichtlich geschockt
Ich weiß grad nicht, wie ichʼs erklären soll, aber diese Rede wirkt so … überflüssig. Es werden ja nicht nur die Pferde der Botschafter dort stehen, sondern auch Nisos eigene. Von daher sollte man davon ausgehen, dass die Pferde sowieso da rausgeholt werden. Auch das mit dem Löschen. Natürlich werden da Löscharbeiten durchgeführt, auch ohne dass Honir und Gefolge das extra sagen bzw. sogar mitmachen. Da wuseln doch zig Soldaten auf dem Hof rum UND es regnet. Wie wahrscheinlich ist es da, dass das Feuer sich ausbreitet?
Im Prinzip erklärt Honir da Niso, wie der mit der Sache umzugehen hat. Das kommt merkwürdig rüber.

Jop, Recht hast du. Zu dieser ganzen Feuer-Geschichte muss ich mir noch einmal gründlich Gedanken machen, gerade auch auf die Auswirkungen, die es auf die weitere Geschichte hat. Vlt. sollte ich auch einfach mehr als nur die Ställe in Flammen aufgehen lassen :D

Zitat:Zitat: „Insuljo, weckt all jene, die noch nicht wach sind und schickt sie in den Hof. Wir brauchen jede Hand, die einen Eimer Wasser halten kann.“
Da auch wieder: Kommt der Hofmeister nicht von alleine auf so eine Idee? Warum braucht es immer den Befehl des Grafen? Oder gar die Erlaubnis?
Hab ruhig Mut, neben der Hauptperson auch andere Personen eigenständig und eigenmächtig – und intelligent – handeln zu lassen. Schreib doch ruhig, dass Insuljo bereits loseilt, um die Löscharbeiten zu koordinieren, dass von draußen die Rufe der Bewohner erklingen, die schon Eimerketten bilden, dass die Pferde wiehern und sowas. Zeig, dass es auch außerhalb des Blickfelds deines Grafen Leben gibt. Dass die Welt auch dort weiterläuft, wo er gerade nicht ist Icon_wink

Das stimmt. Ich fokussiere mich noch zu stark auf die Hauptperson und lasse zu wenig außenrum geschehen, und das obwohl der Welt damit so viel Leben einzuhauchen ist.

Zitat:Zitat: Als sie nach draußen traten und sich nach rechts wandten, wurde ihnen das ganze Ausmaß der Katastrophe bewusst. Die zwei hölzernen Ställe wurden von zügelnden Flammen umspielt, die strohgedeckten Dächer brannten lichterloh und dichte Rauchfahnen stiegen gen Himmel.
Eben war es noch am Schütten wie aus Eimern … die Ställe – Holz und Stroh – müssten total nass sein. Da kann ein Blitz doch keine zwei Gebäude in Brand stecken … zumindest nicht innerhalb von 2 Minuten. Länger dürfte es ja kaum gedauert haben, zum Graf zu rennen und die Botschaft zu überbringen.

Hier fehlt wieder einiges an Logik/Realismus, muss ich nochmal durchdenken.

Zitat:Zitat: Aus dem Inneren erklang verängstigtes Schnauben und unruhiges Hufgetrippel. Honír und seine Männer waren bereits voraus gelaufen und hatten damit begonnen, die Wände des Gebäudes einzutreten.
Ist da sonst keiner auf dem Hof? Vorhin waren noch Soldaten da, außerdem dürfte es Stallburschen geben, die auf die Idee kommen könnten, die Pferde zu retten.
Und warum treten die die Wände ein? Hat der Stall keine Türen?

Jop die Soldaten gibt es, aber die sind noch nicht auf die Idee gekommen, die Pferde daraus zu holen. Warum weiß ich allerdings auch nicht oO Stallburschen schlafen um die Uhrzeit, auch wenn sie wie alle anderen dann geweckt werden. Was die Türen angeht, weiß ich nicht, was da mit mir durchgegangen ist, die sollte der Stall eigentlich haben, sodass das Eintreten der Türen dann auch nicht mehr so sinnvoll ist^^

Zitat:Zitat: Panik lag in seinen Zügen und das verkrampfte Gesicht ließ nicht erahnen, dass es jemals ausdruckslos gewesen war.
Warum diese Panik? Kann ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht nachvollziehen. Selbst wenn er sein Pferd abgöttisch liebt … »Panik« scheint mir einfach so überdimensioniert. Und warum ist da sonst noch niemand auf die Idee gekommen, zu löschen?

Das ist wieder der Apparat meiner untätigen Soldaten und Burgbewohner^^ Wird überarbeitet, die Panik rührt daher, da er als Reiter eben eine sehr enge Verbindung zu seinem Pferd hat und um dessen Leben fürchtet.

Zitat:Zitat: Der Graf trat vor die Menge und befahl dieser, eine Menschenkette von den brennenden Ställen zu dem Brunnen zu bilden. Noch bevor sein letztes Wort verklungen war machten die Männer und Frauen sich auf um der Anweisung des Grafen Folge zu leisten.
Jonas, Jonas … da steht also eine gaffende Menge – vermutlich schon, seit der Blitz da eingeschlagen hat – und wartet mit dumpfen Blicken darauf, dass endlich der Graf kommt und ihnen Befehle gibt, weil sie sonst ja keine Ahnung haben, was zu tun ist?
Hätten sie die ganze Burg abbrennen lassen, wenn der Graf grad außer Haus gewesen wäre?

Das klingt jetzt vermutlich fies, ist aber so gar nicht gedacht.
Du legst deinen Fokus auf den Graf – ohne ihn darf in der Geschichte offenbar nichts passieren. Erst wenn der Graf da ist, darf die Handlung weitergehen.
Aber überleg mal: Die Burg ist bewohnt von Leuten, die da tagtäglich arbeiten, ihre Routine haben, bestimmte Dinge sowieso schon tagein, tagaus tun, ohne dass der Graf daneben steht.
Auch wenn ein Feuer etwas schlimmes ist, war es im Mittelalter doch nicht ungewöhnlich, dass mal wo der Blitz einschlug. Ich denke schon, dass die Leute da von ganz alleine auf die Idee kamen, eine Eimerkette zu bilden und das Feuer zu löschen. Auch ohne, dass ein Graf daherkam und es befahl Icon_wink

Wobei ich auch sagen muss, dass dieses »Adligen«-Setting – also ein Herrscher auf einer Burg mit vielen Untertanen und politischen Wirrungen – dieses Setting empfinde ich selbst als relativ schwer zu schreiben, weil es meistens nicht nach dem Prinzip: »Ich sage was, ich tue was, und gut ist« funktioniert wie möglicherweise das Leben eines einfachen Soldaten. Ein Graf muss immer darauf achten, wen er womit verärgert, ob er zu nett zu seinen Untertanen ist und die ihm auf der Nase tanzen, oder ob er zu hart ist und als Tyrann gilt, gegen den es Hundert Verschwörungen gibt. Er hat Neider in den eigenen Reihen und muss seine Nachbarn bei Laune halten. Und weil ein Mann allein keinen ganzen Hof regeln kann, hat er (kompetente) Untergebene, wie etwa Hofmeister, Generäle und Berater, die ihm zur Seite stehen oder Aufgaben abnehmen. Das heißt, er muss eben nicht immer überall zugegen sein, damit das Leben funktioniert.

Das klappt hier noch nicht so wirklich. Neben dem Grafen wirken alle anderen sehr unselbstständig und der Graf selbst kommt auch nicht besonders kompetent rüber, wenn er seine Gäste im Regen stehen lässt.

Jo, das stimmt und damit fasst du meine größten Probleme zur Zeit ganz gut zusammen. Zum einen, sollte ich mir VORM schreiben genauere Gedanken der Geschehnisse machen und gleichzeitig beachten, wer wie darauf reagieren könnte, abgesehen vom werten Grafen.

Zitat:Wie du vermutlich schon ahnst, gefallen mir de Blir-Kapitel bisher viel besser, einfach weil die Atmosphäre, die Umgebung und auch die handelnden Personen viel glaubwürdiger und stimmiger rüberkommen.
Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Je mehr du schreibst und liest, umso mehr Dinge werden dir selbst auffallen, die vielleicht unpassend für den ein oder anderen Protagonisten sind, die sich falsch anhören oder nicht zum Setting passen.


Wie immer hoffe ich natürlich, dass auch diese Kritik dir weiterhilft – und ich finds toll, wie du damit umgehst, wie du sie annimmst, um an dir zu arbeiten und besser zu werden Pro

Liebe Grüße
Lanna

Danke für deine Hilfe, hat mir mal wieder die Augen geöffnet :D Werde das Ganze nochmal überarbeiten (und bitte kein schlechtes Gewissen wegen zuviel umändern wollen - das ist gut so. besser ich merke jetzt schon, was für einen Unfug ich da teilweise verzapfe, als viel später im Storyverlauf, wenn mir ein Teil wegbrechen könnte, weil er eigentlich total unlogisch ist) und dann reinstellen. Keine Ahnung, wie lange ich dafür brauche, aufgrund vieler verfehlter selbstgesetzter Deadlines, verzichte ich diesmal einfach drauf und schaue was die Zeit bringt Icon_wink

Schöne Grüße,
Jonas


Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2021 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme