Es ist: 27-10-2021, 05:44
Es ist: 27-10-2021, 05:44 Hallo, Gast! (Registrieren)


Schön und Hässlich.
Beitrag #1 |

Schön und Hässlich.
Hallo,

mir geht es hier um das Aussehen der Charaktere. Wenn ich ein Buch lese, möchte immer recht schnell erfahren wie die Charaktere aussehen, denn sonst reime ich mir selbst ein Bild zusammen und das passt dann irgendwann nicht mehr zu der Beschreibung, von der der Autor mir aber erst auf Seite 10 erzählt. Ihr wisst sicher was ich meine.

Beim Schreiben weiß ich aber nie, wie und wann ich die Beschreibung des Äußeren einbauen kann. Dabei geht es mir hauptsächlich um den Hauptcharakter. Wenn man z.B. aus der Ich-Perspektive schreibt, kann man sich ja schlecht selbst beschreiben und den Charakter ganz "zufällig" an einem Spiegel vorbei laufen zu lassen, ist auch irgendwie unecht. Aber auch wenn man aus der Sicht einer Person erzählt, weiß ich selbst nie wann ich die äußeren Merkmale anbringen kann, ohne dass es gezwungen klingt.

Jetzt würde mich interessieren wie ihr das löst. Da habe ich mehrere Fragen.
1) Wann und wie beschreibt ihr das Äußere eurer Figuren?
2) Wie detailreich sind eure Beschreibungen? (Hier bezieht sich die Frage nur auf menschliche Figuren. Bei außergewöhnlichen Fantasygestalten, ist es ja was anderes.)
3) Ist es euch überhaupt wichtig, dass der Leser ein ähnliches Bild im Kopf hat wie ihr?

Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Meluse


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Beitrag #2 |

RE: Schön und Hässlich.
Hallo Meluse!

Ich habe tiefes Vertrauen in den Leser. Lesen und Literatur sollen doch auch die Phantasie stärken, das Vorstellungsvermögen. Insofern finde ich eine zu starke Gängelung mit detailverliebtester Beschreibung nicht so toll. Mir kommt es mehr auf Atmosphäre und Charakter an beim Lesen. Die soll der Autor gut herausarbeiten. Sprich: Beschreibungen - gerne, aber nur, wenn sie mich voranbringen.
Ich muss nicht wissen, dass Paul blonde Haare hat und Claudia lackierte Nägel, sondern ich möchte aus Pauls fettsträhnigem Haar darauf schließen, dass er ein kleines Hygieneproblem hat, während Claudia, die eigentlich mit nichts anderem beschäftigt ist außer mit dem Nägellackieren (und Überlackieren und mit Glitzersteinchen besetzen), also, vorausgesetzt, sie bricht sich mit ihren langen Nägeln nicht gerade einen beim Umblättern der letzten Mode- und Klatschblätter einen ab (keinen Nagel! Um Gottes Willen!) - also, während Claudia offenbar einen etwas anderen Spleen hat, was ihr Äußeres angeht. So etwas hilft mir als Leser.
Bloße Äußerlichkeiten finde ich häufig sogar störend. Wenn ich eine Geschichte lese, und der Autor haut mir erst einmal eine Ladung unverdauten Infodump um die Ohren, dann verliere ich sehr schnell die Lust.

Liebe Grüße!
Lehrling

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Beitrag #3 |

RE: Schön und Hässlich.
Hey Meluse,

also ich mag sowohl mehr Details beim Aussehen als auch wenige. Das muss eben konsequent umgesetzt sein. Entweder hält man sich von Anfang an zurück und belässt es dann dabei. Oder man klärt recht früh auf, wie der Charakter aussieht. Wenn man damit wartet und man entwickelt sein eigenes Bild und der Mann ist zum Beispiel braunhaarig für einen und auf Seite 30 steht dann was von blonden Haaren, neee ... wenn man sich zurückhält beim Aussehen, muss man sich die ganze Story über zurückhalten! Icon_wink

Ich baue gerne Beschreibungen ein, konzentriere mich aber auch wenige Merkmale. Zum Beispiel die Frisur oder die Augen. Wenn du aus Ich-Perspektive schreibst, brauchst du nicht immer den Spiegel ... du kannst auch schreiben "meine Freundin findet meine kurzen, roten Haare furchtbar" oder sowas wie "ich finde, ich habe zu dicke Backen, obwohl mein Freund das immer abstreitet" - eben über die Meinung anderer Personen gehen oder die eigene á la "ich finde mich viel zu dick / dünn". Ist zwar sehr subjektiv, gibt aber eine Richtung an Icon_wink ...

Mir ist es bei Protagonisten relativ wichtig, dass der Leser zumindest ein ähnliches Bild im Kopf hat. Das Detail muss nicht passen, aber wenn mein Chara kurze schwarze Haare hat und der Leser stellt sich einen Blondschopf vor, neeeee! Mrgreen

Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #4 |

RE: Schön und Hässlich.
Hiho!

Ein Thema, mit dem ich mich auch regelmäßig rumquäle, obwohl ich schon vor einer Weile für mich beschlossen habe, dass mir in diesem Fall die Lesermeinung egal sein kann.

Wenn ich eine gute Stelle finde, um meine Hauptperson zu beschreiben, tue ich es. Wenn nicht, dann nicht. Bei mir sehr aktuell ist das Thema in einer Geschichte, in der ein Elf die Hauptrolle spielt. Seine elfischen Begleiter beschreibe ich zwar, aber über sein Aussehen verliere ich kein Wort, weil es nirgendwo passt und er auch überhaupt nicht der Typ ist, der sich irgendwie Gedanken darum macht.

Als Leser ist es mir ehrlich gesagt egal, wie, wann oder ob überhaupt beschrieben wird. Das einzige, was ich wirklich hasse, sind Personeneinführungen a la:
Plötzlich tauchte Paul auf. Er war 1,70m groß und hatte blondes Haar, das hervorragend zu seinen blauen Augen passt. Wie immer trug er Markenjeans und eine lässige Lederjacke, die seinem sonnengebräunten Körper genau den richtigen Schliff gab. Seine 20 Jahre sah man ihm nicht an, nicht einmal, wenn er eine Zigarette in der einen und eine Flasche Bier in der anderen Hand hielt.
*hust* abgesehen vom Inhalt, wird hoffentlich klar, was ich meine ... Solche Rundumbeschreibungen von jeder neu auftauchenden Person, da krieg ich die Krise.

Ich merke mir meistens sowieso nicht, wie ein Autor seine Personen beschreibt, sondern mache mir mein eigenes Bild. Wenn ich mir Person A nicht blond vorstelle, bringt es nichts, wenn der Autor alle 2 Seiten erwähnt, dass Person A blond ist. Für mich halt nicht. Basta. Mrgreen
Nur bei sehr genial beschriebenen Personen merk ich es mir, wenn mir der Auftritt und die Art einfach gut gefällt.
Vielleicht vernachlässige ich deshalb auch selbst meine Personenbeschreibungen immer.

zu den Fragen:
1) Wenn es sich anbietet auf den ersten Seiten (je nachdem, wie lang die Geschichte ist), manchmal sogar durch eine Spiegelszene, aber wenn sich einfach keine Gelegenheit ergibt, dann gar nicht. Wichtige / auffällige Dinge wie Narben, Tätowierungen, Verkrüppelungen beschreibe ich entweder sofort (fehlende Finger) oder wenn es relevant wird (alte Narbe, an die die Person selbst nicht mehr denkt, aber auf die andere Menschen aufmerksam werden)
Nicht-Perspektiventräger werden bei ihrem ersten Erscheinen grob angerissen, die wichtigsten Merkmale werden vorgestellt - das können Waffen bei einem Krieger sein, die Hautfarbe bei Nicht-Menschlichen-Fantasy-Völkern, die Größe, das allgemeine Erscheinungsbild oder auch Haar- und Augenfarbe (wobei Augenfarben meistens erst in Gesprächen erwähnt werden, in denen auch enger Blickkontakt besteht)
2) siehe zum Teil 1) ... es kommt aber ganz auf die Geschichte und die Perspektive an. Ich habe eine Geschichte, da beobachtet eine Bardin einen Barden und da wird das Gesicht auch detaillierter beschrieben, in einer anderen Geschichte sieht ein Elf seine Begleiterin an und wundert sich, dass sie trotz ihrer hellen Haut so gut im Schatten des Waldes verschwinden kann ... Ich beschreibe ganz einfach das, was meiner Perspektivenperson auffällt. Das vermutlich einzige, das ich noch nie hatte, war eine Größenangabe in Metern und Zentimetern oder eine Gewichtsschätzung.
3) Teilweise. Lustigerweise beschreibe ich normalerweise nicht, weil ich es für nötig halte, sondern weil ich weiß, dass ich sonst hier im Forum wieder Schelte bekomme *lach* Ich weiß, dass im Kopf meiner Leser IMMER ein anderes Bild entsteht, und das kann keine Beschreibung der Welt verhindern. Klar ist es manchmal wichtig, dass der Leser bestimmte Details über Äußerlichkeiten weiß - ich hab einen Prot, der sollte gehängt werden, aber das Seil ist gerissen und er trägt die Narbe noch am Hals. Würde ich dem Leser beim Auftritt dieser Person die Narbe verschweigen, wäre es im Prinzip Betrug, weil die beiden Personen nicht in Verbindung gebracht werden können.
Erkläre ich dem Leser allerdings auf Seite 1, dass Berta blond, Romana dagegen schwarzhaarig ist und spreche im nächsten Kapitel plötzlich von der Blondine, dann kann ich nicht erwarten, dass der Leser weiß, dass es sich dabei um Berta handelt.
Wird eine Person auf den ersten Seiten allerdings NICHT beschrieben, finde ich nachträglich eingebrachte Beschreibungen auch eher störend. Aber wie gesagt, mir sind Beschreibungen eh wurscht Mrgreen

Liebe Grüße
Lanna

EDIT: Wegen Frisuren: Ich schreib ja nun meist Fantasy und da gibt es bei mir maximal "lange offene Haare", "schulter- / kinnlange Haare", "kurze Haare", "Pferdeschwanz", "Zopf", "kunstvoller Zopf", "viele Zöpfe", "fransig und zerzaust" ... wo jetzt welche Haarsträhne des Prots hängt, interessiert ja keinen, außer es wird mit einem Tick in Verbindung gebracht, dass sich zum Beispiel jemand ständig die Strähne hinters Ohr streicht, die dann wieder zurückfällt.
Ähnliches mit Gesichtszügen: "flache Nase", "Knick/Höcker in/auf der Nase", "hohe Wangenknochen", "tiefliegende Augen", "markante Gesichtszüge" "schmales Gesicht" ... und das eben auch nicht bei allem und jedem immer beschrieben, sondern nur bei manchen als Wiedererkennungsmerkmal

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #5 |

RE: Schön und Hässlich.
Hallo an alle,

Zitat:Federlehrling:Mir kommt es mehr auf Atmosphäre und Charakter an beim Lesen. Die soll der Autor gut herausarbeiten. Sprich: Beschreibungen - gerne, aber nur, wenn sie mich voranbringen.

Ja, da hast du Recht. Ich weiß was du meinst. Ich erinnere mich an Bücher, in denen eine Person irgendwie nur eine kurze Einsatzbeschreibung hat mit einem Tiervergleich oder ähnlichem und schon ist da alles klar und man ist glücklich, obwohl man nicht weiß ob die Person jetzt blond und schwarzhaarig ist.

Zitat:Wenn ich eine Geschichte lese, und der Autor haut mir erst einmal eine Ladung unverdauten Infodump um die Ohren, dann verliere ich sehr schnell die Lust.

Haha, ja. Infodump schreiben macht aber Spaß, finde ich. (; Ich schreibe es immer und lösche es später oder schiebe es in das „Aussortiert“ Dokument.

Zitat:Zack: Das muss eben konsequent umgesetzt sein. Entweder hält man sich von Anfang an zurück und belässt es dann dabei.

Stimmt. Daran habe ich eigentlich so noch nie gedacht. Ich mische da immer durcheinander. Mal beschreibe ich, mal nicht.

Zitat:Plötzlich tauchte Paul auf. Er war 1,70m groß und hatte blondes Haar, das hervorragend zu seinen blauen Augen passt. Wie immer trug er Markenjeans und eine lässige Lederjacke, die seinem sonnengebräunten Körper genau den richtigen Schliff gab. Seine 20 Jahre sah man ihm nicht an, nicht einmal, wenn er eine Zigarette in der einen und eine Flasche Bier in der anderen Hand hielt.

Also wirklich, klingt doch super! Ich hoffe genauso schreibst du es in dein Motivationsprojekt. :D
Aber ja ich weiß. Das ist dieses „Künstliche“, was ich meinte.

Zitat:Ich merke mir meistens sowieso nicht, wie ein Autor seine Personen beschreibt, sondern mache mir mein eigenes Bild.

Das passiert mir auch immer. Ich habe mit einer Freundin das gleiche Buch gelesen und da gab es einen Bösewicht und ich habe ihn mir immer blond vorgestellt, weil es einfach gepasst hat zu ihm (fand ich zumindest). Und dann habe ich mich mit Freundin unterhalten und sie hat mir erst mal erzählt, dass er schwarzhaarig ist. Ich wollte das nicht glauben, aber es sie hat es mir im Buch gezeigt. Ich habe die Beschreibung anscheinend total ignoriert.

Zitat:Das vermutlich einzige, das ich noch nie hatte, war eine Größenangabe in Metern und Zentimetern oder eine Gewichtsschätzung.

Ja, und es macht sich bei Fantasy auch so blöd, weil Meter und Zentimeter so unvereinbar mit Fantasywelten sind. Ich hasse es auch Monatsnamen zu verwenden, aber ich habe auch nie Lust mir eigene auszudenken, weil das so langweilig ist.

Ich habe übrigens noch etwas recherchiert und bei Schreibwerkstatt.de die gleiche Frage gefunden.






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Beitrag #6 |

RE: Schön und Hässlich.
Dank dieses Thread hab ich jetzt seit 5 Geschichtenseiten im Hinterkopf, dass ich meine Hauptpersonen endlich beschreiben muss. Aber stattdessen kommen immer mehr Personen dazu und für Beschreibungen ist einfach kein Platz.

Ist jetzt etwas spezieller an Fantasyleser gerichtet: Findet ihr es schlimm, wenn verschiedene (Standard-)Völker ohne Beschreibung eingeführt werden? Also nur als "der Zwerg" oder "der Ork"?
Bei meinen Elfen muss ich ja aufpassen, weil die von der Norm abweichen, und meine Zwerge haben auch keine verfilzten Bärte und stinken nicht. Außerdem ist meine Zwergin blond, das stellt sich vermutlich auch niemand ohne Hinweis so vor. Aber ich find es blöd zu schreiben: "Die blonde Zwergin" ...

Außerdem kann ich doch nicht in Action-Szenen Personen einführen und die erstmal beschreiben - noch dazu genau die Details, die vom Standardbild abweichen, weil es sich dann so enorm an den Leser gerichtet liest.

Wie seht ihr es da? Tempo aus der Geschichte nehmen und (unnatürliche) Beschreibungen einbauen, oder den Leser im Dunkeln lassen und auf das Beste hoffen?

Wie gesagt, für mich geht Atmosphäre / Handlung / Authentizität immer vor Beschreibung, es sei denn, die Beschreibung ist absolut wichtig für den Verlauf oder das Verstehen der Geschichte.

Als Autor bin ich aber leider oft unsicher, weil es da von Lesern so unterschiedliche Meinungen gibt und viele sich einfach wünschen, etwas über das Aussehen des/der Prots zu erfahren. Und eine ganze Szene umschreiben, nur um Beschreibungen unterzubringen ... na, vielleicht probier ich das bei der aktuellen MP-Geschichte tatsächlich aus. Aber ich selbst würde halt - hätte ich die Wahl - eher eine untote Spinne genau betrachten als meine Gefährten, mit denen ich schon wochenlang unterwegs bin Icon_rolleyes


@Meluse
Zitat:Also wirklich, klingt doch super! Ich hoffe genauso schreibst du es in dein Motivationsprojekt. :D
Ja klar! Sobald Paul auftaucht (direkt nach dem Kampf gegen die untote Spinne!), wird natürlich sein Erscheinen genau so und nicht anders beschrieben (er tut sich bestimmt gut in einer High-Fantasy/Rollenspiel-Geschichte Icon_lol )

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Beitrag #7 |

RE: Schön und Hässlich.
Zitat:Findet ihr es schlimm, wenn verschiedene (Standard-)Völker ohne Beschreibung eingeführt werden? Also nur als "der Zwerg" oder "der Ork"?

Also das finde ich auf jeden Fall nicht schlimm. Ich stelle mir die Völker immer so Standard-Herr-der-Ringe-mäßig vor. Aber ich stelle mir Zwerge eigentlich auch nicht gleich stinkend vor (es sei denn es wird darauf hingewiesen) Icon_lol und wenn's eine Frau ist, dann auch ohne Bart. Aber Haarfarben unterzubringen finde ich auch richtig schwer. Augenfarben oder Gesichtsformen sind irgendwie okay, da kann man so was schreiben wie "Sie schaute mich mit ihrem runden Gesicht an" oder so was in der Art, aber welcher normale Mensch/Elf/Zwerg/Ork denkt schon beim Erzählen einer Geschichte an die Haarfarbe.

Du kannst es mit den Beschreibungen probieren und dann später reinstellen und gucken ob es uns beim Kommentieren negativ auffällt. Ich versuche mich gerade zu erinnern ... in der Aschensterngeschichte hast du eigentlich nur die Kleidung richtig beschrieben oder und den Bösewicht.

Boa, ich werde heute einfach mal in Büchern, die ich mag nachschlagen wie die das machen ...


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Beitrag #8 |

RE: Schön und Hässlich.
Zitat:Findet ihr es schlimm, wenn verschiedene (Standard-)Völker ohne Beschreibung eingeführt werden? Also nur als "der Zwerg" oder "der Ork"?
Kannst du grundsätzlich so machen, aber Vorsicht bei den Zwergen, da gibt es ja kaum einen Standard (ZwergIN? Am Ende auch noch ohne Bart und solche Späße, wa? Frollein ... Icon_aufsmaul Mrgreen )

Und @Tempo raus: Wenn du eine hitzige Actionszene hast, dann würde ich mich an deiner Stelle nicht mit Beschreibungsdetails aufhalten. Dafür haben deine Charaktere in dem Moment auch keinen Blick. Es sei denn, du willst der arroganten Wachoffizierin einmal ihr hübsches Grinsen ... verbreitern, oder so. Oder das beschriebene Detail offenbart irgendeine Schwachstelle. Sonst würd ich warten, bis die blöde Stadtwache Futter für die Ratten ist ... Icon_wink

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Beitrag #9 |

RE: Schön und Hässlich.
Diese Diskussion gab es ja schon ...
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Beitrag #10 |

RE: Schön und Hässlich.
Hallo Meluse und alle anderen,

auch wenn es die Diskussion schonmal gab, möchte ich trotzdem nochmal was dazu sagen, weil ja so ja immer andere Blickwinkel entstehen. Besonders Lanna hat ein paar interessante Fragen aufgeworfen.

Zitat:mir geht es hier um das Aussehen der Charaktere. Wenn ich ein Buch lese, möchte immer recht schnell erfahren wie die Charaktere aussehen, denn sonst reime ich mir selbst ein Bild zusammen und das passt dann irgendwann nicht mehr zu der Beschreibung, von der der Autor mir aber erst auf Seite 10 erzählt.

Hmm, ich muss sagen, dass ich die Problematik noch gar nicht so als so stark empfunden habe. Klar mache auch ich mir ein Bild vom Prot, aber irgendwie lese ich dann immer wieder über die weiteren Beschreibung drüber weg. Das menschliche Gehirn soll ja dazu neigen unangenehmes auszublenden. Icon_lol Mich stören da die Filmumsetzungen viel mehr, wenn der Schauspieler nicht zu meiner Vorstellung passt.

Meluse schrieb:1) Wann und wie beschreibt ihr das Äußere eurer Figuren?

Das ist echt ein gute Frage. Also das "wann" lässt sich gut beantworten: So früh wie möglich - denke ich jedenfalls. Eben weil sich der Leser nicht zu schnelle in falsches Bild macht. Das "wie" ist schon schwieriger. Wobei es für mich da schon Unterscheidungen zwischen einer Kurzgeschichte und einem Roman gibt. Ich hab auch schon KG geschrieben in denen ich nicht näher auf das Aussehen meines Hauptprots eingegangen bin, was keinen gestört hat. Da zählt für mich: Weniger ist mehr. Icon_wink Bei Romanen begegnen sich Figuren ja meistens irgendwann mal und da lassen sich Beschreibungen ganz gut einbauen. Zum Beispiel kann man sie miteinander vergleichen lassen, was ich auch immer gerne mit Familienmitgliedern mache. Für mich ist das Wichtigste die Beschreibung in die Handlung miteinfließen zu lassen, eine Stelle die ich gerne mag ist z.b. wo der Prot durch Regen gelaufen ist und die Tropfen von seinen langen, blonden Haaren runtertropfen. Wovon ich auch schon gelesen habe, ist das ein Mädel nach ihrer Brille greift und man dadruch erfährt das sie eine trägt. Es kommt halt immer ein bisschen auf die Situation drauf an. Icon_wink

Meluse schrieb:2) Wie detailreich sind eure Beschreibungen? (Hier bezieht sich die Frage nur auf menschliche Figuren. Bei außergewöhnlichen Fantasygestalten, ist es ja was anderes.)

Ich denke das ist Geschmackssache. Ich z.b. mag Details sehr, aber ich hab auch schon in meiner eigenen schreibe Infodump entdeckt. Zuviel ist nicht gut und stört den Leser. Details find ich gut, aber sie müssen zur Geschichte und auch zum Schreibstil passen, denke ich. Ansonsten denke ich sollte man dem Leser vertrauen, dass er sich sein eigenes Bild schon machen kann.

Meluse schrieb:3) Ist es euch überhaupt wichtig, dass der Leser ein ähnliches Bild im Kopf hat wie ihr?

Also wenn ich schreibe, dann ist mir wichtig Stimmung und Inhalt rüberzubringen, oder einen ganz bestimmten Charakterzug. Ob der Leser dasselbe Bild vom Prot hat ist mir dabei nicht so wichtig, hauptsache er hat Spaß am Lesen. Icon_wink

Lehrling schrieb:Mir kommt es mehr auf Atmosphäre und Charakter an beim Lesen. Die soll der Autor gut herausarbeiten. Sprich: Beschreibungen - gerne, aber nur, wenn sie mich voranbringen.

Ganz genau das wollte ich eben auch ausdrücken. Icon_wink

Lanna schrieb:Wenn ich eine gute Stelle finde, um meine Hauptperson zu beschreiben, tue ich es. Wenn nicht, dann nicht.

Genau. Ich denke, die Beschreibung muss sich in den Text einpassen, zum Stil passen und eben ungezwungen wirken.

Lanna schrieb:Solche Rundumbeschreibungen von jeder neu auftauchenden Person, da krieg ich die Krise.

Irgendwo hab ich mal ein Zitat von Voltaire gelesen: "Jede Art von Schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige" und Rundumbeschreibungen sind absolust todlangweilig.

Lanna schrieb:Nur bei sehr genial beschriebenen Personen merk ich es mir, wenn mir der Auftritt und die Art einfach gut gefällt.

Mir gehts auch so. Irgendwie merk ich mir meistens eh nur herausragende Details.

Lanna schrieb:Findet ihr es schlimm, wenn verschiedene (Standard-)Völker ohne Beschreibung eingeführt werden? Also nur als "der Zwerg" oder "der Ork"?

Nö, ich glaub ich find das nicht schlimm. (mal abgesehen davon, dass ich "Standard-Dinge" schon anssich langweilig finde. Man sollte immer dran denken, dass der Leser ja nicht dumm ist, das ein Zwerg klein ist, ist ja wohl logisch. Bei anderen Völkern kann das aber schon schwieriger werden, weil die ja immer unterschiedlich dargestellt werden, gerade von Orks gibts ja verschiedene Varianten. Aber bei Elfen, z.B. wird wohl jeder sofort das "Spitzohren-Bild" im Kopf haben. Icon_wink

Lanna schrieb:Wie seht ihr es da? Tempo aus der Geschichte nehmen und (unnatürliche) Beschreibungen einbauen, oder den Leser im Dunkeln lassen und auf das Beste hoffen?

Also mit Action-Schlachtszenen bin ich nicht unbedingt so vertraut, aber ich als Leser interessiert mich in dem Moment eher wer wem den Arm abschlägt, als wer welche Haarfarbe hat. Da würde ich bis zum Action-Ende warten und dann die Beschreibung mit Wunden/Verletzungen kombinieren, z.b. "seine wohl einstmals hübsche Nase war mehrmals gebrochen worden" oder so. Icon_wink

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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