Es ist: 13-04-2021, 20:25
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In der Bucht der Krabbenfischerkönige (1/5)
Beitrag #1 |

In der Bucht der Krabbenfischerkönige (1/5)
Hallo zusammen.

Ich habe heute mal ein wenig korrigiert und bin deshalb (denke ich) bereit, endlich die Geschichte online zu stellen, die eines der Nebenprojekte des Motivationsprojekts Nr. 1 von Anfang des Jahres war.

Ist ein wenig weniger bodenständige Fantasy als mein "Herz", aber ich hatte Spaß es zu schreiben und beim Setting mal "was anderes" ™ zu machen^^

_______________________________________________________________

Buyar Noyan sah auf die Bucht des Krabbenfischerkönigs hinab, die die fahrenden Händler der Thishoi Nanda Uun Tule nannten, das Feuchte Grab des Hohen Turms, seit vor viertausend Jahren die Zweite Große Tide die alte Festung verschluckt hatte. Auf dem Strand unter ihm spielten die Stadtkinder mit den Schlüpflingen der Thishoi, deren Schuppen grau in der viel zu warmen Frühjahrssonne glänzten, während die Schiffe der fahrenden Händler in der sanften Strömung der Bucht schwebten. Ihre Segel und Takelage Ursprung einer knarzenden Hintergrundmelodie, die nur von einem Söldnerpriester irgendwo in der Nähe unterbrochen wurde, der sein Klagelied in die milde Brandung rief und damit vermutlich einen Großteil der Hafenarbeiter weckte, die noch zwischen den Tauen und Kisten schliefen. Möwen kreisten über dem Hafen.
All dies hatte einst Buyar Noyans Familie gehört, bevor der Usurpator seinen Vater erschlagen und den Thron an sich gerissen hatte, und bald würde es wieder so sein.
Einige Kinder quietschten vergnügt, als von der Spitze des Turms, die als einziger Teil der alten Festung noch aus dem Wasser ragte, ein Schwarm Roter Falter aufstieg und sich in einem bunten Wirbel nach Süden wandte.
„Ich hoffe Euer Blick ist Zeichen Eurer Konzentration, nicht Eurer Müdigkeit, Hoheit“, sagte der Feldscher. „Wenn es nämlich letzteres ist, sollten wir uns noch einmal überlegen, ob wir wirklich in Angriff nehmen wollen, was wir uns für diesen Tag vorgenommen haben.“
Buyar Noyan sah den untersetzten Mann aus dem Augenwinkel an. Er hatte sich ihm damals als Luyu Tedar vorgestellt, doch die Männer, die er um sich gescharrt hatte, nannten ihn Ilion Mera und es stand zu bezweifeln, dass irgendeiner dieser Namen sein tatsächlicher war. Das milderte Buyar Noyans Vertrauen nicht, doch er hatte beschlossen den Mann bei seinem Titel anzureden, den er in der Flotte seines Vaters inne gehabt hatte.
„Mach dir keine Sorgen, Feldscher. Ich bin hellwach. So wach es nur geht.“ Er schenkte ihm ein Lächeln, das sofort erwidert wurde. „Ich habe lediglich an die Vergangenheit gedacht“, erklärte er, bevor er hinzufügte: „Und an die Zukunft.“
„Das ist gut, Hoheit, das ist gut. Es zeugt von großer Umsicht, wenn ein Herrscher in all diesen Sphären weilt: Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart. Das ist es jedenfalls, was die Söldnerpriester predigen. Ich bin zwar kein eifriger Student der Religionen, aber was sie sagen klingt nicht undurchdacht, nicht wahr?“
Buyar Noyan nickte. Am Strand war Ruhe in das Spiel der Kinder und der Schlüpflinge eingekehrt. Jetzt bildeten sie zwei Gruppen, aufgeteilt nach ihren Völkern und an der Art, wie sie gegenüber voneinander Stellung bezogen, erkannte er, dass das kindliche Spiel an Ernsthaftigkeit gewonnen hatte. Zwei Mitglieder jeder Gruppe traten vor und riefen etwas in den Wind. Obwohl Buyar Noyan es nicht verstehen konnte, wusste er, worum es ging. Nun würden sie die legendäre Schlacht von Hohen Turm nachspielen, als die Thishoi vor siebentausend Jahren zum ersten Mal in den Osten gekommen waren und versucht hatten, die Krabbenfischerkönige zu unterwerfen. Immer noch lächelten die meisten Kinder, einige glucksten ausgelassen und auch in den fremdartigen Mienen der Schlüpflinge war Vorfreude zu sehen, doch es stand außer Frage, dass jeder dort unten den Tag mit frischen Blessuren beenden würde.
„Dieser Mann, den du kennst, Feldscher, dieser Tulug – wo werden wir ihn treffen?“
„Draußen, beim Korallentor“, erklärte der Feldscher und deutete in die Bucht, hindurch zwischen den Thishoi-Schiffen und den Seilbrücken, die sich zwischen ihnen spannten. „Er wartet auf einem Schlepperkahn auf uns.“
„Ist das nicht etwas … ungewöhnlich?“ Buyar Noyan runzelte die Stirn. Einen Schankraum, eine schwimmende Taverne, ja, sogar einen Hinterhof irgendwo im Hafen hatte er erwartete, aber einen Schlepperkahn …?
„Nicht wirklich, nein. Nicht, seit der Usurpator die Garnison verstärkt hat. Seit alle fünfzig Fuß schwerbewaffnete Wächter nach allem Ausschau halten, was irgendwie verdächtig erscheint, haben viele … nun, Leute, die etwas Ruhe und Ungestörtheit bei ihren Geschäften bevorzugen, sich auf Boote und Schiffe zurückgezogen.“
Also fürchtete der Usurpator um seine Macht. Gut. Buyar Noyan nickte zufrieden. Seit er sich mit dem Feldscher und seinen Männern zusammengeschlossen hatte, waren hier und da Gerüchte aufgeflammt, wie Irrlichter über der nächtlichen See. Irgendwann hatten sie begonnen, das Gerede der Leute für sich einzusetzen, hatten gezielt Mutmaßungen und Hörensagen gestreut, bis an jeder Ecke das Wort umging, der rechtmäßige Ahne der Krabbenfischerkönige bereite seine Rückkehr vor. Von Armeen war die Rede, von Flotten Königstreuer, die sich auf den Inseln jenseits des Grünen Horizonts gesammelt hatten und bloß auf das Signal ihres Anführers warteten, um den Archipelen Gerechtigkeit zurück zu bringen.
Noch gab es keine solche Armee, doch mit dem Treffen, dem Buyar Noyan mit beinahe kindlicher Erwartung entgegensah, würde dieses Ziel in die Reichweite seines Netzes rücken.
Was er über Tulug wusste, hatte er aus dem Munde des Feldschers vernommen, der sparsam mit Informationen umging, besonders wenn er ihren Gehalt nicht vollends einschätzen konnte. In dieser Hinsicht glich er Kalma-Kalma, der Seekuhmutter, die die giftigen Muscheln für sich behielt, um ihre Kinder zu schützen. Nur war Buyar Noyan nicht des Feldschers Schützling, sondern sein wichtigster Verbündeter.
„Tulug“, hatte der Feldscher damals gesagt, als der mysteriöse Mann zum ersten Mal mit ihnen Kontakt aufgenommen hatte, „ist ein vorsichtiger Mann, aber das ist nicht ungewöhnlich unter denen, die ihre Macht in Nebel und Schatten wirken. Die Leute reden viel über ihn, aber wenig davon ist fassbar. Nur soviel: er besitzt große Macht. Das Netz, das er in die Strömung wirft, hat er größtenteils eigenhändig geknüpft. Selbst einige Schiffe der Thishoi stehen in seinem Sold, ebenso wie viele gedungene Söldner und Meuchelmörder. Wenn es einen Mann gibt, der Euch hier, direkt unter der Nase des Usurpators schützen und für den Kampf rüsten kann, dann er.“ Also hatte Buyar Noyan einem Treffen zugestimmt.
„Wie gelangen wir dorthin? Du besitzt kein Boot, ebenso keiner deiner Männer. Komm mir nicht mit dieser Nussschale, die du nach deiner Mutter oder deiner Amme oder der Hure benannt hast, die dir die Jungfräulichkeit nahm, Feldscher.“ Den letzten Satz fügte er hinzu, als der untersetzte Mann den Mund öffnen wollte. Jetzt schüttelte er den Kopf. Trotz Buyar Noyans Worten lächelte er.
„Sorgt Euch nicht, Hoheit. Die Kedelke würde voll Wasser laufen, bevor das Korallentor auch nur in Bogenreichweite kommt. Nein, ich habe mich um alles gekümmert.“ Er schien einen Moment auf den Gesang des Söldnerpriesters zu horchen, der unvermittelt abbrach, als das Lamento sein Ende erreichte. Kreischend drehten Möwen ihre Kreise.
„Kommt, Hoheit. Es ist an der Zeit.“ Der Feldscher bedeutete Buyar Noyan, ihm zu folgen.
Er führte ihn die Strandmauer entlang, bis sie mit der Kaimauer verschmolz und der weiße Strand dem blauen Wogen der See wich. Regenbogenfische in allen Farben huschten unter der Wasseroberfläche umher.
Ein Dutzend-und-Mehr Thishoi-Kähne lagen hier vor Anker, bunt bemalte Schiffe mittlerer Größe, deren Rümpfe über und über mit farbenfrohen Muschelschalen, Glasscherben und Metallplaketten verziert waren, die das Sonnenlicht wie Kaleidoskope reflektierten. Die ebenfalls bemalten Segel waren gerefft, flatterten aber noch hörbar im Wind, doch davon abgesehen war die Luft von Rufen in Thish erfüllt, gutturalen Geblubber, das von überall her erschallte.
Thishoi waren unterwegs, die tätowierten Körper Kunstwerke einer Kultur, die sich den Menschen auch nach beinahe sieben Jahrtausenden mehr oder weniger friedlicher Koexistenz noch nicht vollends erschlossen hatte.
Je näher sie dem Ende des Stegs kamen, desto kleiner wurden die Schiffe, bis sie schließlich nur noch eine Handvoll winziger Boote vor sich sahen. Vor einem dieser schmucklosen Gefährte blieb der Feldscher stehen und formte die Hände zum Trichter.
„Eelue Uluu! Wir bitten darum an Bord gelassen zu werden“, rief er den traditionellen Gruß der Thishoi, in derart grauenhaftem Thish, dass Buyar Noyan die Augen verdrehte und sich nicht gewundert hätte, wenn der Kapitän des kleinen Bootes ihnen die Mitfahrt bloß aus diesem Grund verweigert hätte. Nichts dergleichen geschah – und auch nichts schlimmeres, wofür Buyar Noyan mehr als dankbar war, als sich die massige Gestalt des Kapitäns unter einem Haufen geflickter Netze entfaltete.
Selbst für einen Thishoi war Uluu eine gewaltige Erscheinung. Sein geschuppter Körper glänzte matt in der Sonne, als er aus dem Schatten des Sonnensegels hervortrat, die Tätowierungen waren blass, aber verschlungen und mit langen Narben verwoben. Eines seiner großen Augen war ein blindes weißes Ei, doch im anderen lag blau und klar die Quell gerissener Schläue. Mit einer erstaunlich feingliedrigen Hand strich er sich Talg aus den Barteln und legte den Kopf schief. Seine andere Hand ruhte auf seinem massigen Bauch.
„Mera, Mera“, blubberte der Thishoi. „Sind Eure Art zu sprechen angemessen, nicht?“ Sein Akzent war stark, die Stimme jedoch klar für einen Thishoi wie ihn, der nach Buyar Noyans Schätzung an die zweihundert Jahre alt sein musste. Die meisten verfielen in ein unverständliches, tropfendes Lautmischmasch, sobald ihr Alter erst einmal drei Stellen erreichte.
„Mag sein, mag sein. Aber wir haben für eine Überfahrt bezahlt, nicht wahr? Und deshalb sind wir jetzt hier“, antwortete der Feldscher, der gegenüber Uluu wieder einmal Ilion Mera zu sein schien. Irgendwann, nahm Buyar Noyan sich vor, würde er aus dem untersetzten Mann die Wahrheit herausholen, irgendwann, wenn er wieder auf jenem Thron saß, den einst die unterlegenen Thishoi nach dem Großen Krieg als Friedenspfand aus den Gräten der Alten Fische geschnitzt hatten.
Wenn der Usurpator ihn nicht länger mit seinem Gewicht besudelt, wenn ich wiedererlangt habe, was mir rechtmäßig zusteht, dachte er, werde ich mich dessen annehmen.
Der große Thishoi zuckte in einer Nachahmung menschlichen Verhaltens mit den Schultern, blubberte dann aber und nickte zustimmend. „An Bord dann. Kommt die Flut, kommt sie. Ja. Günstige Tide, Mera. Günstige Tide.“ Uluu drehte sich um, bückte sich wieder unter das Sonnensegel um nach einem Tau zu greifen und das Hauptsegel zu setzen.

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Beitrag #2 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (1/5)
Moin Saryn Wave

Dann lege ich gleich mal los Mrgreen

Zitat:Buyar Noyan sah auf die Bucht des Krabbenfischerkönigs hinab, die die fahrenden Händler der Thishoi Nanda Uun Tule nannten, das Feuchte Grab des Hohen Turms, seit vor viertausend Jahren die Zweite Große Tide die alte Festung verschluckt hatte.

Erster Satz und gleich diverse Eigennamen Icon_panik
Zwar verständlich, wenn man es sich nochmal in Ruhe durchliest, aber wenn möglich würde ich den Satz von den Eigennamen befreien und die später einbauen.

Zitat:Ihre Segel und Takelage waren der Ursprung einer knarzenden Hintergrundmelodie, die nur von einem Söldnerpriester irgendwo in der Nähe unterbrochen wurde, der sein Klagelied in die milde Brandung rief und damit vermutlich einen Großteil der Hafenarbeiter weckte, die noch zwischen den Tauen und Kisten schliefen.

Da hast du wohl zwei Wörter vergessen. Wenn das so gewollt ist, hört sich das mMn ein wenig komisch an, mal gucken was die anderen dazu sagen. Insgesamt gefällt mir die Stimmung, die du hier am Anfang beschreibst aber ziemlich gut Pro

Zitat:Noch gab es keine solche Armee, doch mit dem Treffen, dem Buyar Noyan mit beinahe kindlicher Erwartung entgegensah, würde dieses Ziel in die Reichweite seines Netzes rücken.

Statt "Erwartung" vlt. lieber "Vorfreude"? Vorallem, da ja auch noch "kindlich" davor steht.

Zitat:Er schien einen Moment auf den Gesang des Söldnerpriesters zu horchen, der unvermittelt abbrach, als das Lamento sein Ende erreichte.

Auf den Gesang horchen ... hm hört sich finde ich etwas merkwürdig an. Kann man bestimmt so schreiben aber "Er schien einen Moment dem Gesang des Söldnerpriesters zu lauschen, der ..." gefällt mir persönlich besser.

Das war's auch schon zu Teil 1, gefällt mir ziemlich gut, muss ich sagen. Runde Sachen, einzig die ganzen Begriffe haben den Lesefluss ein wenig gehemmt aber das passt schon Pro
Dann mach ich mal weiter solange ich noch Ferien habe Wait

Schöne Grüße
Jonas





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Beitrag #3 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (1/5)
Hi Saryn!

Wie schon angekündigt, gibt es dieses Mal eine etwas andere Art des Kommentierens. Und zwar habe ich mir die Geschichte als Ganzes ausgedruckt und durchgelesen, ohne den Lesefluss durch ständige Anmerkungen und/oder Duden-Nachschlag-Aktionen zu stören. Nur Fehler hab ich direkt markiert, außerdem auch Wendungen / Dinge, die komisch klangen oder mir unklar waren; und Dinge, die mir besonders gut gefallen haben.
Es gibt also keine Liveübertragung von Lannas Reaktionen auf gute und schlechte Dinge, sondern eine wohldurchdachte Meinung. Oder so Icon_ugly

Um aber Lesern, die erst die Kommentare und dann die Geschichte lesen, nicht die Spannung zu nehmen, bekommst du das allgemeine Fazit erst unter dem letzten Teil.
Hier zunächst nur, was mir beim ersten Teil aufgefallen ist:

Schon im ersten Teil hab ich mir 5 Stellen mit Herzchen markiert (*hust* mir ist einfach kein besseres Symbol eingefallen), davon 3, an denen du das Meer, die Fischerei oder ähnliche Settingtypische Begebenheiten in Sprichwörtern und Redewendungen verankerst, oder Gefühle über solche Bilder ausdrückst. Das Setting bringst du also nicht nur sehr gut rüber, sondern es kommt auch glaubhaft, bildhaft und vor allem tief in den Charakteren verankert bei mir an. Noyan ist nicht einfach nur ein »Fantasy-Charakter A«, der zufällig statt im finsteren europäischen Mittelalter in einem wunderschönen Meeresarchipel-Gemälde gelandet ist – nein, er LEBT in dieser Umgebung, er denkt und handelt in ihr.
Das hat mir schon direkt am Anfang sehr, sehr gut gefallen und du hältst es auch konsequent und bis zum Ende durch!
Pro Pro Pro

Auch die Welt selbst – das Setting und die Historie, finde ich schön eingewoben. Das Spiel der Kinder, die Roten Falter (die ich zuerst für Schmetterlinge hielt und dementsprechend erschrocken war, als sie plötzlich MÖWEN jagten … *lach*), die Tishoi … spätestens seit den Sturmwelten steh ich ohnehin total auf Seefahrt-Fantasy und deine Welt wirkt sehr lebendig und einfach überzeugend.

Damit wären wir allerdings auch beim ersten Knackpunkt:
Der erste Satz. Ich sag mal so: Hättest du keine sprechenden Eigennamen gewählt, hätte ich dir einen typischen Anfängerfehler vorgeworfen. Viel zu viele Namen direkt im ersten Satz. Lustigerweise finde ich allerdings, dass es durch die Verwendung dieser klangvollen Bezeichnungen »Feuchtes Grab«, »Hoher Turm«, »Zweite Große Tide« irgendwie zur Atmosphäre beiträgt.
Oh, und was mir gerade auffällt: In der Überschrift sind es die »Könige«, im ersten Satz ist es nur noch die Bucht »des Krabbenfischerkönigs« …
Das echte Problem mit dem ersten Satz ist für mich allerdings:
Zitat: die fahrenden Händler der Thishoi Nanda Uun Tule nannten
Vier Wörter, bei denen man nicht zuordnen kann, welches wozu gehört. Inzwischen weiß ich natürlich, dass die »Thishoi« die Bucht »Nanda Uun Tule« nennen, aber als Erstleser an dieser Stele kann es genausogut sein, dass die »Thishoi Nanda« die Bucht »Uun Tule« nennen, oder gar dass die »Thishoi Nanda Uun« die Bucht »Tule« nennen. Du verstehst, worauf ich hinaus will? (Ich schreib übrigens Thishoi immer zuerst ohne das h hinter dem T, also nicht wundern, wenn es mal falsch ist *lach*)
Ich würde deshalb entweder das »Nanda Uun Tule« kursiv setzen oder in einfache Anführungszeichen, um ganz deutlich zu machen, was zu den fahrenden Händlern und was zu der Buchtbezeichnung gehört.

Weiterhin haben mich die »Söldnerpriester« begeistert (sie haben auch ein Herzchen bekommen), auch wenn sie keinerlei Rolle spielen. Aber allein das Wort … es scheint schon eine Geschichte für sich zu erzählen und ich mag es wirklich sehr gerne. Vielleicht klau ich es mir irgendwann, um eine eigene Geschichte darum zu spinnen Mrgreen

Ein weiteres Herzchen ging an die Kinder, die am Strand die Schlacht nachgespielt haben. Sehr schön, wie du hier Geschichte und Historie des Landes in den Alltag einwebst und es beinahe als Nebensache einführst. Das habe ich ja schon beim Herz des Dämons gemocht und auch hier gefällt mir deine Art, Hintergrundwissen einzubringen, wieder sehr, sehr gut.

Einen negativen Punkt hab ich allerdings noch (mein Kommentar ist doch nicht so gut geordnet, wie ich ihn haben wollte *lach*):
Die siebentausend Jahre, die seit dem Krieg vergangen sind … das ist … sooo lang. Ich weiß, Fantasy und so … aber da ich ja ohnehin ein Problem mit Stillstand habe, kommt mir ein Reich, eine Gesellschaft, eine Kultur, eine Ahnenlinie, die 7000 Jahre überdauert (!) ziemlich übertrieben vor. Und vor allem in Anbetracht des Endes: Warum wir auf einmal diese ewig scheinende Ahnenreihe (immerhin bestimmt an die tausend verschiedene Buyars) von wenigen hundert Soldaten vollständig ausgelöscht, ohne dass es zu Bürgerkriegen oder sonstigen schwerwiegenden Veränderungen kommt? Wobei ich zum Ende im Allgemeinen unter Teil 5 etwas sagen möchte, das hier nur so als vorläufigen Gedankengang.
Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht einmal weiß, welche Kultur vor 7000 bei uns auf der Erde so der Bringer war – geschweige denn, dass ich mir vorstellen kann, dass sie immer noch Bestand hätte. Aber wie gesagt, das ist in Fantasy ja durchaus üblich, Stagnation zu haben. Ich persönlich mag es nur nicht so gerne.

Jetzt aber zu konkreten Textsachen, guten wie schlechten.

Zitat: Ihre Segel und Takelage Ursprung einer knarzenden Hintergrundmelodie, die nur von einem Söldnerpriester irgendwo in der Nähe unterbrochen wurde, der sein Klagelied in die milde Brandung rief und damit vermutlich einen Großteil der Hafenarbeiter weckte, die noch zwischen den Tauen und Kisten schliefen. Möwen kreisten über dem Hafen.
»Takelagen«; und ich würde ein »waren« einfügen, vielleicht sogar: »Ihre Segel und Takelagen spielten eine knarzende Hintergrundmelodie« oder sowas.
Außerdem würde ich den Satz aufteilen, weil du drei Relativsätze drin hast, die sich jeweils tiefer verschachteln.
Der folgende Satz »Die Möwen kreisten über dem Hafen« sticht durch seine Schlichtkeit und Kürze da richtig gegen raus, was sich irgendwie merkwürdig liest, da er ja im Grunde zu dieser Beschreibung dazugehört.
Außerdem »unterbricht« der Söldnerpriester das Knarzen wohl kaum, er übertönt es vielleicht, aber es hört nicht auf Icon_wink
Letzter Punkt: Sollten Hafenarbeiter nicht schon VOR dem Sonnenaufgang auf den Beinen sein? Ich hab keine Ahnung von der Materie, aber in so einer Fischerstadt stell ich mir schon in den frühesten Morgenstunden reges Treiben vor – erste Fischer, die von ihrem ersten Fang zurückkommen, Händlerschiffe, die über Nacht keinen Hafeneinlass bekommen und so früh wie möglich dann doch andocken wollen, reges treiben im frühen Morgenzwielicht. Sogar die Kinners spielen schon! *lach* Damit will ich keine Änderung beantragen, sondern nur erklären, warum ich an dieser Stelle etwas gestutzt habe Icon_wink
Jetzt aber mein Vorschlag:
Ihre Segel und Takelagen spielten eine knarzende Melodie, zu der Möwen ihre Kreise über dem Hafen zogen. Das Geschrei der Vögel übertönte manchmal sogar das Klagelied, das ein Söldnerpriester in die milde Brandung rief und damit vermutlich einen Großteil der Hafenarbeiter weckte. Noch schliefen die meisten zwischen den Tauen und Kosten, doch schon bald würde rege Hektik auf den Piers herrschen.
oder sowas in der Art halt

Zitat: All dies hatte einst Buyar Noyans Familie gehört, bevor der Usurpator seinen Vater erschlagen und den Thron an sich gerissen hatte, und bald würde es wieder so sein.
den eingeschobenen Nebensatz würde ich – allein aus einem Gefühl heraus – mit Gedankenstrichen abgrenzen, also:
All dies hatte einst Buyar Noyans Familie gehört – bevor der Usurpator seinen Vater erschlagen und den Thron an sich gerissen hatte – und bald würde es wieder so sein.
beim Lesen stolperte ich nämlich über das »bald würde es wieder so sein«, weil meine erste Verknüpfung war: »bald würde es wieder so sein, dass der Usurpator den Thron an sich reißt«, was zu leichter Verwirrung meinerseits führte *lach*

Zitat: die er um sich gescharrt hatte, nannten ihn Ilion Mera und es stand zu bezweifeln, dass irgendeiner dieser Namen sein tatsächlicher war.
»geschart«, mit einem »r«, denn es kommt von der »Schar« und nicht von »im Boden scharren« Icon_wink
Und wieder ein Gefühl: Ich würde hinter »Ilion Mera« einen Punkt setzen. Frag mich nicht, warum. Liegt meinem Lesegefühl besser *lach

Zitat: doch er hatte beschlossen den Mann bei seinem Titel anzureden, den er in der Flotte seines Vaters inne gehabt hatte.
Komma zwischen »beschlossen, den«;
Zu Mera gibt es ebenfalls unter dem letzten Teil einige Gedanken, bei denen ich unter anderem Bezug auf diese Stelle nehme. Seine Rolle in diesem Spiel kann ich nämlich nicht so recht einordnen. Anhand dieser Formulierung hier nehme ich aber an, dass er ein treuer oder zumindest »normaler« Soldat der Buyars war / ist. Also keiner, der Grund hätte, die Familie absichtlich ins Unglück zu führen?

Zitat: aber was sie sagen klingt nicht undurchdacht, nicht wahr?“
Komma zwischen »sagen, klingt«;
Dass du hier nicht einfach sagst »klingt durchdacht«, sondern »nicht undurchdacht« finde ich interessant. Als würde der Feldscher den Söldnerpriestern nicht zugestehen wollen, dass sie eine gute Religion haben, aber er sieht ein, dass sie keine schlechte haben.

Zitat: Am Strand war Ruhe in das Spiel der Kinder und der Schlüpflinge eingekehrt.
Vom Lesegefühl her würde ich das zweite »der« weglassen, falsch ist es aber nicht

Zitat: aufgeteilt nach ihren Völkern und an der Art,
Zwischen »Völkern, und« würde ich ein Komma machen, weil man beim Lesen sonst schnell die Pause verpennt, die da eigentlich hinmuss, damit der Satz sich direkt richtig anhört

Zitat: Nun würden sie die legendäre Schlacht von Hohen Turm nachspielen,
Hier ist entweder ein Bezugsfehler: »Schlacht vom Hohen Turm«; oder die Gegend heißt »Hohen Turm«; dann würde ich es aber eher zusammenschreiben (also »Hohenturm«)
Oder zu bezweckst etwas ganz anderes, dann irritiert aber im ersten Satz »das Feuchte Grab des Hohen Turms«, da müsste es dann auch heißen »von Hohen Turm«
vielleicht auch »Schlacht um den Hohen Turm«?

Zitat: und deutete in die Bucht, hindurch zwischen den Thishoi-Schiffen und den Seilbrücken, die sich zwischen ihnen spannten.
das liest sich etwas überladen, erst »hindurch zwischen«, dann nochmal »zwischen« … hm... *überleg*
spontan fällt mir nur ein:
»deutete in die Bucht, durch die Thishoi-Schiffe und die Seilbrücken, die sich zwischen ihnen spannten, hindurch«; wobei ich es hasse, wenn diese kleinen Anhängsel noch hinter einem Nebensatz stehen …
vielleicht: »deutete in die Bucht, durch das Netz aus Seilbrüchen hindurch, die sich zwischen den Thishoi-Schiffen spannten« ?

Zitat: waren hier und da Gerüchte aufgeflammt, wie Irrlichter über der nächtlichen See.
Das ist eine der Herzchen-Stellen! Pro

Zitat: um den Archipelen Gerechtigkeit zurück zu bringen.
»zurückzubringen« (Kombinationen mit »zurück« werden in der Regel alle zusammengeschrieben)

Zitat: würde dieses Ziel in die Reichweite seines Netzes rücken.
Noch eine Herzchen-Stelle Pro

Zitat: In dieser Hinsicht glich er Kalma-Kalma, der Seekuhmutter, die die giftigen Muscheln für sich behielt, um ihre Kinder zu schützen.
Pro Allein der Name: »Kalma-Kalma« - toll!

Zitat: Nur soviel: er besitzt große Macht. Das Netz, das er in die Strömung wirft, hat er größtenteils eigenhändig geknüpft.
»Er« groß, der folgende Satz aber wieder eine Herzchen-Stelle Pro

Zitat: „Wie gelangen wir dorthin? Du besitzt kein Boot, ebenso keiner deiner Männer. [*] Komm mir nicht mit dieser Nussschale, die du nach deiner Mutter oder deiner Amme oder der Hure benannt hast, die dir die Jungfräulichkeit nahm, Feldscher.“ [*]Den letzten Satz fügte er hinzu, als der untersetzte Mann den Mund öffnen wollte. Jetzt schüttelte er den Kopf. Trotz Buyar Noyans Worten lächelte er.
Ich persönlich mag es ja nicht, wenn ich Informationen nachgeschoben bekomme über Dinge, die schon vorbei sind. Wenn Noyan etwas sagt, weil Mera etwas tut, will ich das entweder wissen, sobald es passiert, oder gar nicht *lach*
Ich würde also da, wo in der wörtlichen Rede das Sternchen ist, direkt einfügen, dass Mera den Mund öffnet und Buyar deshalb etwas sagt. Also:
„Wie gelangen wir dorthin? Du besitzt kein Boot, ebenso keiner deiner Männer.“ Der untersetzte Mann öffnete den Mund / wollte etwas erwidern, doch Buyar Noyan kam ihm zuvor.
„Komm mir nicht mit dieser Nussschale, die du nach deiner Mutter oder deiner Amme oder der Hure benannt hast, die dir die Jungfräulichkeit nahm.“
Jetzt schüttelte der Feldscher den Kopf. Trotz dieser Worten lächelte er.

Persönliche Vorliebe meinerseits Icon_wink

Zitat: Ein Dutzend-und-Mehr Thishoi-Kähne lagen hier vor Anker, bunt bemalte Schiffe mittlerer Größe,
schreibt man das so? Mein erster Gedanke war, dass es ein Eigenname ist, das hat mich total verwirrt. Warum nicht einfach: »Ein Dutzend und mehr Thishoi-Krähne« ?


Zitat: doch davon abgesehen war die Luft von Rufen in Thish erfüllt, gutturalen Geblubber, das von überall her erschallte.
»gutturalem/s Geblubber«

Zitat: Je näher sie dem Ende des Stegs kamen, desto kleiner wurden die Schiffe, bis sie schließlich nur noch eine Handvoll winziger Boote vor sich sahen.
Ist vermutlich ein Verständnisfehler, aber bei »Ende des Steges« hab ich immer das Stück im Kopf, was ein gutes Stück ins Meer ragt, also nicht parallel zum Strand verläuft sondern senkrecht davon weg.
Nun finde ich es relativ ungünstig, gerade die kleinen Schiffe (die ohne Tiefgang) dort zu vertäuen, wo doch die großen Schiffe (mit viel Tiefgang) in der Nähe des Strandes Gefahr laufen, aufzulaufen. Ich bin aber nicht sicher, ob es überhaupt so gemeint ist, oder ob du einfach meinst, dass sie den Steg da parallel zum Strand entlang spazieren und schließlich da ankommen, wo im Prinzip nix mehr los ist, weil es so abseits liegt.
Falls noch mehr damit Probleme haben (ich vermute mal nicht *lach*), könnte man vielleicht wirklich die Betriebsamkeit zur Umschreibung nutzen, sowas wie: »Je weiter sie sich vom belebten Teil des Hafens entfernten« oder sowas.
Die »winzigen Boote« sind in meiner Vorstellung übrigens einen Tacken zuu winzig geraten. Als du den Thishoi als so massig beschreibst, hat er das winzige Boot, das sich in meiner Vorstellung gebaut hatte, vollkommen ausgefüllt und ich wusste nicht, wohin mit Mera und Noyan *lach*
Vor allem scheint Uluu ja Fischer zu sein, er hat einen »Haufen Netze«, UNTER denen erliegt, das Boot hat ein Sonnensegel, das genug Schatten wirft, um ihn zu überspannen … das ist für mich kein »winziges Boot« mehr. Und er hat ein Hauptsegel. In meiner Vorstellung haben Boote überhaupt keine Segel *lach* (Boot ist für mich sowas da, zumindest, wenn es mit »winzig« umschrieben wird Icon_wink Ich würde da einfach ein schlichtes Fischerboot oder sowas draus machen. Boot allein impliziert ja schon, dass es eben kein tolles »Schiff«, sondern ein schlichtes, kleines Boot.
Im zweiten Teil schreibst du dann von einem »Kahn«, was viel besser in meine Vorstellung passt. Vielleicht hier einfach auch schon einen »kleinen« Kahn, einen heruntergekommenen, morschen, was auch immer Kahn beschreiben und nicht das winzige Boot?

Zitat: Wir bitten darum an Bord gelassen zu werden
Komma zwischen »darum, an«

Zitat: Nichts dergleichen geschah – und auch nichts schlimmeres,
»Schlimmeres« groß

Zitat: „Sind Eure Art zu sprechen angemessen, nicht?“
Vorweg: Ich finde den Akzent der Thishoi total lustig und will auch überhaupt nicht, dass da was dran geändert wird. Aber hier komm ich bei allem Kopfzerbrechen einfach nicht drauf, was Uluu da sagen will *lach* Magst duʼs mir erklären? *liebschau*

Zitat: „An Bord dann. Kommt die Flut, kommt sie. Ja. Günstige Tide, Mera. Günstige Tide.“ Uluu drehte sich um, bückte sich wieder unter das Sonnensegel um nach einem Tau zu greifen und das Hauptsegel zu setzen.
Die wörtliche Rede der Thishoi finde ich – wie schon erwähnt, echt super, liest sich nicht gekünstelt oder bemüht sondern so, als würden die wirklich so reden Pro
der folgende Satz holpert allerdings ein bisschen, weil er so unvollständig klingt. Dadurch, dass »Uluu drehte sich um« und »bückte sich« nur mit einem Komma verbunden sind, erwartet man (ich) automatisch noch einen dritten Teil der Aufzählung. Wie bei:
»Leg bitte Messer, Gabeln und Löffel auf den Tisch«; dagegen klingt »Leg bitte Messer, Gabeln auf den Tisch« unvollständig.
Ich weiß, ich mach das auch manchmal, um ein »und« zu sparen, aber es liest sich dann oft stockend. Außerdem klingt das doppelte »um« ebenfalls nicht so schön. Vorschlag:
»Uluu wandte sich ab und bückte sich wieder unter das Sonnensegel, um [nach einem Tau zu greifen und] das Hauptsegel zu setzen.«

Was ich oben noch vergessen habe und nun zu faul bin, noch irgendwo einzubauen: Deine Namenswahl gefällt mir ausgesprochen gut. »Buyar Noyan« hat so was … Schwingendes, durch das y jeweils in der Mitte des Namens/Titels. Da stört es nichtmal, dass immer beide Teile des Namens gebraucht werden. Aber auch die anderen Namen passen zum Setting, zum Stil und zur Erzählung im Allgemeinen. Gefällt mir Pro

Liebe Grüße
Lanna

PS: Bin nicht sicher, ob ich alle Kommentare heute fertigbekomme, morgen dann aber bestimmt Icon_wink

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Beitrag #4 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (1/5)
Hallo Saryn,

der Titel deiner Geschichte erzählt gleich ein paar Abenteuer, bevor man mit dem Lesen überhaupt begonnen hat. In der Bucht der Krabbenfischerkönige - das könnte sowohl Kinderspiel als auch bitterer Ernst sein.
Und so ziehst du deine Geschichte auch auf: Da ist Buyar Noyan, ein Nachfahre des Herrschers über diese Bucht und sein Verbündeter / Wegbegleiter, der die dunklen Fäden in seinen Händen zusammenzieht. Sie wollen die Macht vom Usurpator zurückerlangen und streuen subtil die ersten Gerüchte. Gleichzeitig zeigst du den Alltag in der Bucht, die spielenden Kinder, die Thishoi, die Menschen. Es liegt ein salziger Atem über dieser Geschichte - die Stimmung, den Strand, die See vermittelst du sehr gut.

Eine gelungene Einleitung, die du auch sprachlich gut verpackst.

Mir ist aber nicht ganz klar, zu welcher Seite Buyar Noyan nun gehört. Ist er ein Thishoi? Oder einfach Angehöriger einer anderen Familie? Und wer oder was ist der Usurpator?
Mir gefällt gut, wie du Informationen streust, du erklärst nicht - die Begriffe (wie z.B. die Sprache "Thish") fallen ganz nebenbei, an den genannten Stellen ist bei mir deswegen aber etwas nicht angekommen.
Da Buyar Noyan seinem Gefährten anscheinend nicht zu hundert Prozent vertraut, wäre vllt auch interessant zu wissen, woher die beiden sich kennen.

Eine andere Sache, die mir aufgefallen ist, sind deine langen Sätze. Du schreibst oft über zwei, drei Zeilen - dadurch verlangsamt sich zumindest bei mir das Lesetempo um einiges. Dabei ist das hier keine Geschichte, die man unbedingt langsam lesen sollte. Auch wenn inhaltlich noch nichts passiert, könnte es da etwas schneller gehen. Du verbindest manchmal Sätze miteinander, die inhaltlich nicht zusammenhängen oder zumindest nicht zusammenhängen müssen. Mir ist das vor allem bei den ersten drei Sätzen aufgefallen, die sehr lang sind und so das Lesetempo sehr strecken. An folgenden Stellen ist es mir noch besonders aufgefallen:
Zitat:All dies hatte einst Buyar Noyans Familie gehört, bevor der Usurpator seinen Vater erschlagen und den Thron an sich gerissen hatte, und bald würde es wieder so sein.
Hier liegt es weniger an der Länge, aber der markierte Teil würde alleinstehend eine viel größere Wirkung erzielen.
Zitat:Jetzt bildeten sie zwei Gruppen, aufgeteilt nach ihren Völkern und an der Art, wie sie gegenüber voneinander Stellung bezogen, erkannte er, dass das kindliche Spiel an Ernsthaftigkeit gewonnen hatte.
Wegen der und-Verbindung liest man erst "aufgeteilt (zum einen) nach ihren Völkern und (zum anderen) an der Art"
Da könntest du auf jeden Fall trennen.

Bei Rechtschreibung/Grammatik/Zeichensetzung hoffe ich einfach mal, dass Lanna ein prüfendes Auge drauf geworfen hat.
Abgesehen davon sind mir noch folgende Sachen aufgefallen:
Zitat:Buyar Noyan sah auf die Bucht des Krabbenfischerkönigs hinab, die die fahrenden Händler der Thishoi Nanda Uun Tule nannten, das Feuchte Grab des Hohen Turms, seit vor viertausend Jahren die Zweite Große Tide die alte Festung verschluckt hatte.
Diesen Satz habe ich mehrmals lesen müssen, bis ich verstanden habe, dass die Thishoi "Nanda Uun Tule" sagen. Vllt hebst du es irgendwie hervor - Anführungsstriche, Kursivschreibung.
Vllt würde auch nur die Übersetzung ins "Menschliche" reichen, also nur "das Feuchte Grab des Hohen Turms"?
Zitat:Komm mir nicht mit dieser Nussschale, die du nach deiner Mutter oder deiner Amme oder der Hure benannt hast, die dir die Jungfräulichkeit nahm, Feldscher.“ Den letzten Satz fügte er hinzu, als der untersetzte Mann den Mund öffnen wollte.
Durch die nachgeschobene Erklärung beschreibst du eine Reakton, die schon längst vorüber ist. Warum trennst du nicht das Gesagte auf und lässt Feldscher direkt an der richtigen Stelle den Mund öffnen?
Zitat:Ein Dutzend-und-Mehr Thishoi-Kähne lagen hier vor Anker
"Ein Dutzend und mehr" oder vllt "Mehr als ein Dutzend"?
Zitat:doch davon abgesehen war die Luft von Rufen in Thish erfüllt, gutturalen Geblubber, das von überall her erschallte.
Mit diesem Satz sagst du: Die Rufe sind überall und kommen von überall her. Das ist ein wenig doppelt, vllt etwas wie "dessen Quellen nicht auszumachen waren"? Oder es schallt von irgendwelchen Wänden wider? Echos zwischen den Schiffen?
Sonst liest es sich etwas doppelt.

So, mal sehen, was das Treffen bringt.
Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #5 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (1/5)
So, nach all den Tagen (um nicht Wochen sagen zu müssen), fange ich endlich mal an, meine Kommentare aufzuarbeiten. Bitte entschuldigt, dass es so lange gedauert hat, aber bisher ist mir immer was dazwischen gekommen.

Gehen wir der Reihe nach und fangen bei Lanna an:

Wie schon angekündigt, gibt es dieses Mal eine etwas andere Art des Kommentierens. Und zwar habe ich mir die Geschichte als Ganzes ausgedruckt und durchgelesen, ohne den Lesefluss durch ständige Anmerkungen und/oder Duden-Nachschlag-Aktionen zu stören. Nur Fehler hab ich direkt markiert, außerdem auch Wendungen / Dinge, die komisch klangen oder mir unklar waren; und Dinge, die mir besonders gut gefallen haben.
Es gibt also keine Liveübertragung von Lannas Reaktionen auf gute und schlechte Dinge, sondern eine wohldurchdachte Meinung. Oder so
Dann bin ich ja mal aufs Äußerste gespannt Icon_wink

Schon im ersten Teil hab ich mir 5 Stellen mit Herzchen markiert (*hust* mir ist einfach kein besseres Symbol eingefallen), davon 3, an denen du das Meer, die Fischerei oder ähnliche Settingtypische Begebenheiten in Sprichwörtern und Redewendungen verankerst, oder Gefühle über solche Bilder ausdrückst.
Bei dieser Geschichte habe ich besonders darauf geachtet, gerade weil das Setting eben keine „gewöhnliche Mittelalterfantasy“ ist. Vielleicht erinnerst du dich daran, dass es im Herz eine Stelle gab, als Serde von irgendetwas als eine Art „Anker“ denkt, obwohl er vermutlich seinen Lebtag noch kein Boot betreten hat. Die Stelle hatte ich praktisch während des gesamten Schreibens der „Krabbenfischerkönige“ im Hinterkopf, weil ich es besser machen wollte.

Noyan ist nicht einfach nur ein »Fantasy-Charakter A«, der zufällig statt im finsteren europäischen Mittelalter in einem wunderschönen Meeresarchipel-Gemälde gelandet ist – nein, er LEBT in dieser Umgebung, er denkt und handelt in ihr.
S.o. … und Danke Icon_wink
Das war mir wirklich wichtig^^

die Roten Falter (die ich zuerst für Schmetterlinge hielt und dementsprechend erschrocken war, als sie plötzlich MÖWEN jagten … *lach*
Ich hab ehrlich gesagt noch keine Vorstellung was die Dinger genau sind, aber der Name war einfach da und das Rot hatte so etwas aggressives … das ergab sich irgendwie.
Inzwischen finde ich die Vorstellung, dass es sich um eine Art Schmetterling handelt übrigens ganz nett^^

Damit wären wir allerdings auch beim ersten Knackpunkt:
Der erste Satz.
Ich fasse hier mal alle möglichen Antworten zu deinen Anmerkungen zusammen:
du hast völlig Recht und bist damit auch nicht alleine. Libertine ging es ja ähnlich. Also wird die Stelle auf jeden Fall umgemodelt und deine Vorschläge finden womöglich auch Verwendung Icon_wink

Weiterhin haben mich die »Söldnerpriester« begeistert (sie haben auch ein Herzchen bekommen), auch wenn sie keinerlei Rolle spielen. Aber allein das Wort … es scheint schon eine Geschichte für sich zu erzählen und ich mag es wirklich sehr gerne. Vielleicht klau ich es mir irgendwann, um eine eigene Geschichte darum zu spinnen
So ging es mir mit den Söldnerpriestern auch. Die waren da, aber der Name hat so viel und so wenig gleichzeitig ausgesagt, als wäre da eine ganze Historie, die nicht erzählt wird.
Und was heißt hier ausleihen, hä? Ideendiebstahl?! Legt sie in Eisen! Icon_wink

Ein weiteres Herzchen ging an die Kinder, die am Strand die Schlacht nachgespielt haben. Sehr schön, wie du hier Geschichte und Historie des Landes in den Alltag einwebst und es beinahe als Nebensache einführst. Das habe ich ja schon beim Herz des Dämons gemocht und auch hier gefällt mir deine Art, Hintergrundwissen einzubringen, wieder sehr, sehr gut.
Danke Icon_smile
(Ich hab schon ganz, ganz, ganz viele Ideen, was das Herz angeht, vielleicht muss ich die irgendwann mal mit dir diskutieren, bevor ich mich ans Schreiben mache^^ Bei all dem positiven Feedback von deiner Seite, für die aktuelle Fassung, bin ich fast ein wenig eingeschüchtert, neu anzufangen – und das „fast“ darfst du ruhig streichen^^)

Einen negativen Punkt hab ich allerdings noch (mein Kommentar ist doch nicht so gut geordnet, wie ich ihn haben wollte *lach*):
Die siebentausend Jahre, die seit dem Krieg vergangen sind … das ist … sooo lang.
Irgendwie habe ich für diese Geschichte ja sowieso mit einigem gebrochen, was für mich bisher eine Art unausgesprochener Regeln war:
[*]völlig anderes Setting
[*]in der Welt leben nicht nur Menschen
[*]lange Zeitspannen (oder auch Stagnation)
Aber diese 7000 Jahre haben irgendwie gepasst, als ich es geschrieben habe. Das ist eine total blöde Antwort, ich weiß, aber bei dieser Geschichte ist so viel aus dem Bauch entstanden (was man ja auch merkt), dass ich wirklich Hemmungen habe, gerade an den kleinen Details zu schreiben.
Ich könnte ja immer noch behaupten, die 7000 Jahre wären bloß Folklore Icon_wink

Der folgende Satz »Die Möwen kreisten über dem Hafen« sticht durch seine Schlichtkeit und Kürze da richtig gegen raus, was sich irgendwie merkwürdig liest, da er ja im Grunde zu dieser Beschreibung dazugehört.
Das Verhältnis in der Satzlänge im ersten Abschnitt haben auch schon andere angemerkt, da muss ich auf jeden Fall nochmal drüber.
Ich seh schon, in den geplanten Wochen zwischen Fertigstellung und Korrektur der „Stadt“ werde ich wohl nichts Neues anfangen, sondern auch alte Sachen korrigieren :D
Warum hat mir nie jemand gesagt, dass das auch dazu gehört? (Sag jetzt nichts Icon_wink )

Außerdem »unterbricht« der Söldnerpriester das Knarzen wohl kaum, er übertönt es vielleicht, aber es hört nicht auf
Stimmt.

Letzter Punkt: Sollten Hafenarbeiter nicht schon VOR dem Sonnenaufgang auf den Beinen sein?
Ich schiebe das jetzt mal ganz uninformiert auf südländische Gelassenheit …
Nein, ehrlich, da habe ich nicht drüber nachgedacht. Uff, du Detailkrittelerin Icon_wink
Ach was, da bin ich dir ja dankbar für^^
Ich seh es mir nochmal an.

den eingeschobenen Nebensatz würde ich – allein aus einem Gefühl heraus – mit Gedankenstrichen abgrenzen, also:
All dies hatte einst Buyar Noyans Familie gehört – bevor der Usurpator seinen Vater erschlagen und den Thron an sich gerissen hatte – und bald würde es wieder so sein.
Liest sich besser, stimmt.

»geschart«, mit einem »r«, denn es kommt von der »Schar« und nicht von »im Boden scharren«
Und wieder ein Gefühl: Ich würde hinter »Ilion Mera« einen Punkt setzen. Frag mich nicht, warum. Liegt meinem Lesegefühl besser *lach
Übernehme ich einfach so.

Zu Mera gibt es ebenfalls unter dem letzten Teil einige Gedanken, bei denen ich unter anderem Bezug auf diese Stelle nehme.
Dann werde ich da darauf antworten^^

Als würde der Feldscher den Söldnerpriestern nicht zugestehen wollen, dass sie eine gute Religion haben, aber er sieht ein, dass sie keine schlechte haben.
Das ist ziemlich genau, was er denkt – denke ich^^

Hier ist entweder ein Bezugsfehler: »Schlacht vom Hohen Turm«
Ist nur ein Vertipper, müsste „vom“ heißen.

Zitat: waren hier und da Gerüchte aufgeflammt, wie Irrlichter über der nächtlichen See.
Das ist eine der Herzchen-Stellen!
Danke Icon_smile
Es hat echt Spaß gemacht, sich sowas auszudenken^^

Zitat: würde dieses Ziel in die Reichweite seines Netzes rücken.
Noch eine Herzchen-Stelle
Siehe oben Icon_wink Danke Icon_smile

Allein der Name: »Kalma-Kalma« - toll!
Ich warne dich, ich werde jetzt mal ein wenig eingebildet klingen:
ich hatte unglaublich viel Spaß mit der Welt, die ich hier beschreibe und fühle mich beinahe so wohl, wie in Aredh. Inzwischen bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nochmal dahin zurückkehren möchte. Es gibt auch schon eine ganz grundlegende Idee^^

Er« groß, der folgende Satz aber wieder eine Herzchen-Stelle
Und nochmal (artig) danke Icon_smile

Ich persönlich mag es ja nicht, wenn ich Informationen nachgeschoben bekomme über Dinge, die schon vorbei sind. Wenn Noyan etwas sagt, weil Mera etwas tut, will ich das entweder wissen, sobald es passiert, oder gar nicht *lach*
An die Stelle muss ich in jedem Fall nochmal ran, auch Libertine hat sich daran gestört (wenn auch aus leicht anderen Gründen).

schreibt man das so? Mein erster Gedanke war, dass es ein Eigenname ist, das hat mich total verwirrt. Warum nicht einfach: »Ein Dutzend und mehr Thishoi-Krähne« ?
Hatte das eigentlich als Eigenheit der Sprache des Archipels gemeint, aber da das schon bei zwei Kommentatoren so gar nicht angekommen ist … hach ja, mal schauen^^

Nun finde ich es relativ ungünstig, gerade die kleinen Schiffe (die ohne Tiefgang) dort zu vertäuen, wo doch die großen Schiffe (mit viel Tiefgang) in der Nähe des Strandes Gefahr laufen, aufzulaufen. Ich bin aber nicht sicher, ob es überhaupt so gemeint ist, oder ob du einfach meinst, dass sie den Steg da parallel zum Strand entlang spazieren und schließlich da ankommen, wo im Prinzip nix mehr los ist, weil es so abseits liegt.
[…] »Je weiter sie sich vom belebten Teil des Hafens entfernten« oder sowas.
Deine Bedenken sind absolut logisch, aber es ist eigentlich als aufgezweigter, paralleler Steg gemeint. Muss ich wohl hervorheben.
Mal sehen, vielleicht arbeite ich mit deinem Vorschlag, der gefällt mir eigentlich gut.

Vorweg: Ich finde den Akzent der Thishoi total lustig und will auch überhaupt nicht, dass da was dran geändert wird. Aber hier komm ich bei allem Kopfzerbrechen einfach nicht drauf, was Uluu da sagen will *lach* Magst duʼs mir erklären? *liebschau*
Äh … Moment. Ach ja …
Er fragt ihn, ob er glaub, seine Ausdrucksweise sei angemessen oder eher nicht.
Ich streich mir das mal mit einem fetten „Hä?“ an.^^

Die wörtliche Rede der Thishoi finde ich – wie schon erwähnt, echt super, liest sich nicht gekünstelt oder bemüht sondern so, als würden die wirklich so reden
Schön, das freut mich Icon_smile
Deine Einwände sind auf jeden Fall berechtigt. Ich versuche nur, das „und“ ab und an zu vermeiden, weil mir vor Ewigkeiten mal gesagt wurde, ich würde es zu oft verwenden. Vielleicht war das die falsche Stelle für Einsparungen :D

Was ich oben noch vergessen habe und nun zu faul bin, noch irgendwo einzubauen: Deine Namenswahl gefällt mir ausgesprochen gut. »Buyar Noyan« hat so was … Schwingendes, durch das y jeweils in der Mitte des Namens/Titels. Da stört es nichtmal, dass immer beide Teile des Namens gebraucht werden. Aber auch die anderen Namen passen zum Setting, zum Stil und zur Erzählung im Allgemeinen. Gefällt mir
Danke, das ist immer schön zu hören. Ich fand es allerdings geradezu wichtig, beide Namen zu verwenden, weil die Geschichte ja aus seiner Perspektive erzählt ist und er von sich nunmal nicht nur als Noyan Irgendwer denkt, sondern als Noyan, aus der Linie der Buyar.

Danke für deinen (wie immer) ausführlichen Kommentar. Ob du jetzt in Zukunft auf diese Weise kommentierst oder so wie früher, musst du selbst wissen, ich kann jedenfalls mit beiden Variaten leben Icon_wink

Und hallo, Libertine:

der Titel deiner Geschichte erzählt gleich ein paar Abenteuer, bevor man mit dem Lesen überhaupt begonnen hat. In der Bucht der Krabbenfischerkönige - das könnte sowohl Kinderspiel als auch bitterer Ernst sein.
Was einem am holländischen Strand so alles einfällt, nicht wahr? Icon_wink
Bin sehr zufrieden mit dem Titel gewesen, schon, weil er (wie einiges) einfach da war, als ich die erste Idee zu der Geschichte hatte.

Es liegt ein salziger Atem über dieser Geschichte - die Stimmung, den Strand, die See vermittelst du sehr gut.
Eine gelungene Einleitung, die du auch sprachlich gut verpackst.
Danke Icon_smile

Mir ist aber nicht ganz klar, zu welcher Seite Buyar Noyan nun gehört. Ist er ein Thishoi? Oder einfach Angehöriger einer anderen Familie? Und wer oder was ist der Usurpator?
Mir gefällt gut, wie du Informationen streust, du erklärst nicht - die Begriffe (wie z.B. die Sprache "Thish") fallen ganz nebenbei, an den genannten Stellen ist bei mir deswegen aber etwas nicht angekommen.
Da Buyar Noyan seinem Gefährten anscheinend nicht zu hundert Prozent vertraut, wäre vllt auch interessant zu wissen, woher die beiden sich kennen.
Hm, für einen Thishoi hat ihn bisher noch niemand gehalten. Der Gedanke ist mir selbst noch nicht gekommen, um ehrlich zu sein. Ich mach mir eine Notiz, aber aktuell denke ich nicht, dass da Nachbearbeitungsbedarf besteht.
Was die ausgelassenen Erklärungen angeht, fand ich es schwer (und eigentlich überflüssig) sie noch irgendwo einzubringen. Ich finde nicht, dass sie groß zur Geschichte beitragen und fand gerade den Einstieg in medias res sehr ansprechend während des Schreibens.

Eine andere Sache, die mir aufgefallen ist, sind deine langen Sätze. Du schreibst oft über zwei, drei Zeilen - dadurch verlangsamt sich zumindest bei mir das Lesetempo um einiges. Dabei ist das hier keine Geschichte, die man unbedingt langsam lesen sollte. Auch wenn inhaltlich noch nichts passiert, könnte es da etwas schneller gehen. Du verbindest manchmal Sätze miteinander, die inhaltlich nicht zusammenhängen oder zumindest nicht zusammenhängen müssen. Mir ist das vor allem bei den ersten drei Sätzen aufgefallen, die sehr lang sind und so das Lesetempo sehr strecken. An folgenden Stellen ist es mir noch besonders aufgefallen:
Die Stellen habe ich teilweise auch schon selbst angestrichen. Da besteht auf jeden Fall noch Grund, sich alles nochmal genau anzusehen, auch und gerade auf die Länge bezogen.

Diesen Satz habe ich mehrmals lesen müssen, bis ich verstanden habe, dass die Thishoi "Nanda Uun Tule" sagen. Vllt hebst du es irgendwie hervor - Anführungsstriche, Kursivschreibung.
Lanna hat die Stelle auch schon angemerkt. Gott sei Dank, denn ohne eure Anmerkunge hätte ich das wahrscheinlich selbst gar nicht gesehen. Ich weiß ja schließlich, wo ein Begriff aufhört und der andere anfängt^^

Durch die nachgeschobene Erklärung beschreibst du eine Reakton, die schon längst vorüber ist. Warum trennst du nicht das Gesagte auf und lässt Feldscher direkt an der richtigen Stelle den Mund öffnen?
Weil … äh …
Nein, du hast Recht, das hakt gewaltig.

Mit diesem Satz sagst du: Die Rufe sind überall und kommen von überall her. Das ist ein wenig doppelt, vllt etwas wie "dessen Quellen nicht auszumachen waren"? Oder es schallt von irgendwelchen Wänden wider? Echos zwischen den Schiffen?
Sonst liest es sich etwas doppelt.
Ich markiere es mir mal.
Muss mal schauen, was sich da machen lässt, nachdem ich mir den Satz jetzt zehn Minuten lang angesehen habe, bin ich kein bisschen schlauer^^

Danke für deinen ausführlichen Kommentar und schön, dass es dir scheinbar auch ein wenig Spaß gemacht hat, bei mir reinzulesen Icon_smile
Bis zum nächsten Teil (folgt in den nächsten Tagen).

Beste Grüße,
Saryn

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