Es ist: 13-04-2021, 20:02
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In der Bucht der Krabbenfischerkönige (2/5)
Beitrag #1 |

In der Bucht der Krabbenfischerkönige (2/5)
Teil 1

Buyar Noyan sah auf den Hafen zurück, der mit jedem Augenblick geschäftiger wurde. Kräne gerieten in Bewegung, Kisten wurden umher getragen, Seemänner – Menschen wie Thishoi – riefen sich Kommandos zu, fluchten und scherzten. Zwischen ihnen tollten die Kinder und Schlüpflinge umher, die in der Zeit, die Uluu benötigte hatte um seinen Kahn seetüchtig zu machen, von der Kleinen Tide vom Strand vertrieben worden waren. Noch immer kreisten Möwen über dem Hafen, zogen sich aber immer weiter ins Inselinnere zurück, als mehr und mehr Rote Falter von Süden heran glitten.
Beinahe konnte er es nicht fassen – aber eben nur beinahe. Heute, ja, womöglich schon in der nächsten Stunde, würde er den ersten großen Ruderschlag unternehmen, der ihn auf Kurs bringen würde, auf Kurs zum Thron der Krabbenfischerkönige.
„Es ist kein großes Schiff, ich weiß, aber seht es einfach als Trittleiter, wenn Ihr so wollt“, ließ der Feldscher von der Seite vernehmen, als hätte er Buyar Noyans Gedanken gelesen. „Von nun an erwarten Euch größere Dinge.“
„Es Schiff zu nennen, stellt schon eine Beleidigung für jede größere Nussschale dar“, erwiderte Buyar Noyan, doch sein Unmut war nur zum Teil echt. Stets hatte die See seinen Geist zu beruhigen gewusst. Dies war jetzt nicht anders. Die Brise, der leichte Wellengang, der Duft nach Algen und Salz – all das erinnerten ihn an eine Heimat, die er lange verloren geglaubt hatte, an bessere Zeiten. Würde er jetzt die Augen schließen, so wusste er, fände er sich womöglich in einer Vision der Vergangenheit wieder, einer Erinnerung, die der Spiegelung der Welt auf dem Kamm einer Welle glich. Womöglich würde er sich in die Tage zurück versetzt fühlen, in denen er durch die Hallen der Aquamarinfestung gejagt war, Ood, seinen Thishoi-Leibdiener auf den Fersen, vertieft in ein Spiel in dem sie abwechselnd Jägerund Gejagter waren. Tief in seinem Inneren verspürte er einen Stich. Am liebsten hätte er diesem Drang nachgegeben, nicht lange, nur gerade lang genug, doch er hielt sich im Zaum. Was würde der Feldscher denken, wenn er ihn mit geschlossenen Augen sah? Dass er kalte Füße bekam? Dass er seekrank wurde?
Also verbannte er die Spiegelbilder der Vergangenheit und atmete tief durch.
„Seht, dort hinten, da ist das Korallentor.“ Der Feldscher deutete an Buyar Noyan vorbei, wo sich unweit vor ihnen die obere Kante des alten Torbogens der großen Festung aus dem Wasser hob. Der Stein war grau und verwittert, doch knapp unter der Wasserlinie waren die Regenbogenfarben der Korallen zu erahnen, die sich dort festgesetzt hatten.
Nahe beim Tor wiegte der Wellengang ein mittelgroßes Schiff auf und ab, wie die Mutter das Kind. Es war ein Menschenschiff. Buyar Noyan konnte kein Banner erkennen, doch er zweifelte nicht einen Moment daran, dass es das Schiff Tulugs war, jenes mysteriösen Wohltäters, der dem Feldscher zufolge bereit war, das erste Segel zu reffen.
Der Rumpf war mit breiten Lederstreifen beschlagen, an denen sich in der Nähe der Wasserlinie Muscheln und Algen festgesaugt hatten. Als sie näher kamen, erkannte Buyar Noyan mehr und mehr Einzelheiten. Hinter der mit Rundschilden in allen Farben der Welt behangenen Reling patrouillierten grimmige Männer auf und ab, die Haare unter Lederhauben verborgen, Speere in den Händen. Ganz zuoberst des mittleren von drei Masten wedelte einer von ihnen im Möwennest mit den Armen und gab an die Männer an Deck weiter, dass sich Besuch näherte.
„Seht Ihr, Hoheit, man erwartet Euch bereits.“ Der Feldscher nickte in Richtung von Tulugs Schiff, auf dem die Mannschaft nun in leichte Hektik verfallen war. In der Mitte der Reling wurden einige Rundschilde beiseite genommen und eine Strickleiter ausgerollt, worüber Buyar Noyan nicht anders konnte, als die Stirn zu runzeln. Einem Mann von hoher Geburt, wie er es war, betrat ein Schiff nicht auf solche Weise und der Gastgeber, der dies forderte, beging eine beachtliche Kränkung. Uluus schwimmender Eimer ließ jedoch nicht zu, dass man ihm eine Planke auslegte, auf der er von Deck zu Deck schreiten konnte. Dafür war er zu niedrig, lag zu unruhig im Wasser … war nicht, was dem Erben und zukünftigen Herrn über die Archipele gebührte.
Schließlich schrammten die Rümpfe gegeneinander. Der riesenhafte Thishoi schien auf einem Mal von regem Desinteresse befallen zu sein. Mit einer beinahe lässigen Bewegung warf er den Anker aus, um sich dann, ohne auch nur einen Blick hinauf zu den wartenden Mienen von Tulugs Männern zu werfen, wieder zwischen die Seile und Netze verkroch, um vor der Sonne geschützt zu dösen.
„Wenn Ihr wünscht, Hoheit, will ich vorgehen …“, schlug der Feldscher vor, doch Buyar Noyan ließ ihn nicht ausreden. Dies war der Tag, den die Muschelschnitzer im Turm des Wissens einst den Beginn seiner Herrschaft nennen würden, das spürte er im Schwung der Wellen, er roch es in der salzigen Brise, die vom offenen Meer heran wehte, er hörte es im aufgeregten Zirpen der Roten Falter, die nahebei Möwen jagten.
Was immer er sich erträumt hatte, die Begrüßung, mit der man ihn empfing, wurde seinen Erwartungen nicht gerecht. Von den Bewaffneten ließ kein einziger eine Regung auf seiner Miene erkennen, sah man von einem dicklichen Jüngling ab, der schnaubte um eine Fliege zu verscheuchen. Die meisten sahen ihn an, doch ihr Interesse war allerhöchstens oberflächlich, einige andere blickten nur kurz in seiner Richtung, bevor sie sich wieder ihren Tätigkeiten zu wandten. Wieder andere drehten sich nicht einmal um, einer stand seelenruhig an der gegenüberliegenden Seite des Schiffes und pinkelte über die Reling.
Allerhand zornige Aufforderungen kämpften auf Buyar Noyans Zunge um seine Gunst. Wussten diese Männer nicht, wie sie ihn zu behandeln hatten? War ihnen nicht klar, dass sie ihren König vor sich sahen? Er ballte die Fäuste und sammelte seine Gedanken, doch der Feldscher kam ihm zuvor. Er war hinter ihm die Strickleiter hinauf gekraxelt, atmete heftig, doch seine Stimme war von jener freundlichen Ruhe, die er von ihm gewohnt war.
„Tulug erwartet uns“, wandte er sich an den Jüngling. „Bringt uns zu ihm.“
Der Dickliche spielte einen Moment lang mit einem Dolch, der aus einem einzigen Haifischzahn gefertigt war, ganz so, als interessiere ihn nicht im geringsten, was der Feldscher ihm sagte, geschweige denn, welchen Besuch der mitgebracht hatte. Dann aber nickte er, ohne den Blick länger als einen Moment zu heben und bedeutete ihnen, zu folgen.
Buyar Noyan hatte erwartet, zum Heck des Schiffes geführt zu werden, wo eine breite, mit Ornamenten verzierte Tür das Quartier des Kapitäns vermuten ließ. Stattdessen ging der Dickliche zu einer Bodenluke nahe beim Bug. Zwei Männer standen dort, mit Holz- und Lederrüstungen bewehrt, bewaffnet mit langen Likhs, mit mit Muschelschalen besetzten Holzknüppeln, die einem Mann den Arm vom Leib trennen konnten. Auf ein kaum merkliches Signal des Dicklichen packten sie die Seilgriffe der Luke und zogen sie auf.
„Geht hier hinab“, forderte der Dickliche sie mit fiepsiger Stimme auf, drehte sich ohne eine Verabschiedung um und gesellte sich zu den anderen Männern.
Aus dem Halbdunkel stiegen Buyar Noyan würzige Essenzen in die Nase, der Duft von Räucherhölzern und Weihrauch von den fernen Ausläufern der Archipele. Eine schmale Stiege führte hinab, von einer handvoll Kerzen in wabernde Schatten getaucht.
„Hoheit?“ Lag Misstrauen, in der Stimme des Feldschers? Sorge?
Er wusste es nicht. Der Anblick der Stiege erschreckte ihn, dennoch brauchte es lange Augenblicke, bis er erkannte weshalb. Mit einem Mal fühlte er sich in jene schicksalhafte Nacht zurück versetzt, in jenen Mahlstrom dunkler Stunden, als die Truppen des Usurpators den Palast gestürmt und abgeschlachtet hatten, wer sich ihnen in den Weg stellte. Er sah sie vor sich, jene Stiege, jenen sich windenden Treppenschacht, den Ood ihn hinab gezerrt hatte, während über ihnen der Lärm des Kampfes lauter und lauter tobte. Diese Flucht, diese ersten von vielen angsterfüllten Tagen, schienen unendlich nah, als warteten sie nur darauf, dass er seine Angel auswarf um sie endgültig in die Wirklichkeit zurück zu holen. Gleichzeitig waren sie fern und tot, vergangen wie die legendären Zeitalter, bevor die Erste Große Tide über die Welt geschwappt war.
„Hoheit?“, wiederholte der Feldscher.
Buyar Noyan biss sich auf die Lippen, schluckte schwer. Andere Bilder drohten nach vorne zu drängen, Erinnerungen wie Treibholz mit sich zu spülen, die jünger, aber nicht weniger schmerzhaft waren.
„Was ist, Feldscher? Willst du hier warten, wo dir die Seeluft die Lebensgeister einbläst?“ Mit einem letzten Anflug von Unsicherheit setzte er einen Fuß auf die oberste Stufe der Stiege. Unter ihm gerieten die Kerzenschatten erneut in Bewegung.
Der Feldscher folgte ihm ohne ein weiteres Wort.
Unter Deck errangen Rauchholz und Weihrauch schnell die Herrschaft über jenen letzten Hauch von Meer und Algen, den Buyar Noyan hinter sich her zog wie einen Umhang. Hörbar knarrtedas Skelett des Schiffes. Es klang wie die Geisterstimmen der Bäume, aus denen es erbaut worden war. Am Ende der Stiege erwarteten sie zwei weitere Wächter, im gleichen Aufzug wie ihre Kameraden an Deck, nur die Likhs waren gegen Haifischdolche ausgetauscht worden, von denen beide gleich mehrere in den Schlaufen und Gurten ihrer Rüstungen trugen.
Hier erfuhr Buyar Noyan die erste Verbeugung dieses Tages, sah man vom Feldscher ab – ihn mitzuzählen wäre in dieser Sache fast ein Schwächegeständnis sein, fand er. Beide Wächter senkten kurz ihre kahl rasierten Häupter, bevor einer die Tür aufzog.
Dahinter lag hellerer ein Raum als er erwartet hatte. Kerze standen überall verteilt, doch der Großteil des Lichts kam von zwei gegenüberliegenden Fenstern in den Bordwänden. Schwappend und huschend waren dahinter Wellen und Meeresgetiere zu erahnen.
Wenn ich erst auf dem Thron sitze, werde ich mir genau so ein Schiff bauen lassen, dachte er freudig. Bunte Szenen waren aus den unterschiedlichen, bunten Glassplittern geformt: sein Urahne Buyar Thelshy, der von Norden her in die blühenden Inselwelten des Archipels gekommen war, nachdem die Erste Große Tide die Welt verwandelt hatte; der Kampf der Krabbenfischerkönige gegen die Thishoi-Invasoren; Jul Curag, der Verräter, der auf der Spitze des Hohen Turms die Zweite Große Tide erwartete, die er über die Archipele gebracht hatte; andere, ihm unbekannte Szenen, die verborgene Erinnerungen an vergessene Geschichtsstunden in seinem Geist zu wecken versuchten.

Teil 3

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Beitrag #2 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (2/5)
Und weiter geht's Mrgreen

Zitat:Womöglich würde er sich in die Tage zurück versetzt fühlen, in denen er durch die Hallen der Aquamarinfestung gejagt war, Ood, seinen Thishoi-Leibdiener auf den Fersen, vertieft in ein Spiel in dem sie abwechselnd Jägerund Gejagter waren.

Da fehlt ein Leerzeichen zwischen "Jäger" und "und" Icon_wink

Zitat:Dahinter lag hellerer ein Raum als er erwartet hatte.

"hellerer" muss noch ein weiter nach rechts Mrgreen

Jo, das war es schon mit Teil 2, hier habe ich praktisch nichts auszusetzen Mrgreen

Gefällt mir immer noch ziemlich gut, besonders dieses tropische Setting hat es mir echt angetan. Ich glaube ich ziehe mir auch noch die anderen Teile rein, macht richtig Spaß Pro


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Beitrag #3 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (2/5)
Hey Saryn!

Ich darf nicht immer so lange Kommentier-Pause machen … danach kommt mir das so anstrengend vor *lach* Vorm Essen schaff ich Kommentar zu Teil 2 aber auf jeden Fall!
Eindruck von meinem Ausdruck: Ziemlich viel gekritzelt und durchgestrichen. Ohoh. *lach*

Drei Herzchen für sehr schöne Metaphern, dafür allerdings auch das große Fragezeichen, ob es so schlau ist, »Kerzen« auf Schiffen brennen zu lassen. Die sind doch schnell umgekippt oder nicht? Werden aus Tran auch Kerzen hergestellt oder sind das irgendwelche Leuchten? Auf jeden Fall aber würde ich den Kerzen noch Glasgehäuse spendieren, um einen Schiffsbrand zu verhindern. Laternen, Sturmlaternen … oder festverankerte Öl-/Talglampen oder sowas. Kerzen kamen mir sehr merkwürdig vor.
Fachkenntnisse hab ich da aber keine.

Alle anderen Anmerkungen zu Teil 2 lassen sich besser direkt an Textstellen erklären, also los Icon_wink

Zitat: Kisten wurden umher getragen
wie bei Kombinationen mit »zurück« gilt auch für »umher«: in der Regel zusammenschreiben, also »umhergetragen«

Zitat: von der Kleinen Tide vom Strand vertrieben worden waren.
Hier bin ich selbst etwas unschlüssig, ob ich es gut oder nicht so gut finde, dass »Klein« großgeschrieben ist. Damit ist die Flut gemeint, oder? ich würde eher zur Kleinschreibung tendieren, also »kleinen Tide«, weil es großgeschrieben nach etwas so Wichtigem aussieht, was es als alltägliches (?) Ereignis aber nicht ist. Meine Meinung Icon_wink

Zitat: Noch immer kreisten Möwen über dem Hafen, zogen sich aber immer weiter ins Inselinnere zurück, als mehr und mehr Rote Falter von Süden heran glitten.
Für »heran«, »heraus«; »herbei« usw. gilt ebenfalls in der Regel die Zusammenschreibung Icon_wink »heranglitten«
Hier an der Stelle war ich noch fest davon überzeugt, dass Rote Falter Schmetterlinge sind und von Süden aus über der Insel erscheinen, weshalb die Möwen zur Insel fliegen, um die Falter zu fressen Icon_lol

Zitat: Beinahe konnte er es nicht fassen – aber eben nur beinahe.
(Nein, keine Sorge, ich zitiere aus diesem Teil NICHT jeden Satz … *lach*)
Was ich an der ersten Stelle noch schön fand (»nicht undurchdacht«), gefällt mir hier gar nicht. Ich weiß nicht warum.
»Ich kanns nicht fassen!« ist ja eine extreme Aussage, bzw. eine Aussage, die über eine extreme Situation entsteht. »Ich kann nicht fassen, dass du deinen Vater getötet hast« zum Beispiel. Also etwas, über das der Sprecher selbst erschüttert ist. Da ist für mich nicht so viel Spielraum … entweder ich kann etwas fassen, oder eben nicht. Wie bei tot. Sagt ja auch niemand. »Er war beinahe nicht tot.« *lach*
Was ich besser fände, wäre »Er konnte es kaum fassen«, das ist eine geläufigere Wendung.
Vielleicht ist an deiner Version auch das Problem (für mich), dass das »Beinahe« am Satzanfang noch zusätzlich durch eine ungewohnte Satzstellung betont wird. »Er konnte es beinahe nicht fassen«, wäre die gängigere Version, wobei auch dort das »beinahe nicht« stört. Vielleicht einfach deshalb, weil es im Deutschen dafür den Ausdruck »kaum« gibt. So wie wir nicht »immer nicht« sagen, sondern »niemals«. *überleg*
Ich weiß nicht. Mich hat es auf jeden Fall gestört *lach*

Zitat: würde er den ersten großen Ruderschlag unternehmen, der ihn auf Kurs bringen würde
Herzchen-Stelle Pro

Zitat: Womöglich würde er sich in die Tage zurück versetzt fühlen,
»zurückversetzt«

Zitat: vertieft in ein Spiel in dem sie abwechselnd Jägerund Gejagter waren.
Komma zwischen »Spiel, in«; außerdem ein Leerzeichen zwischen »Jäger und« Icon_wink

Zitat: Ganz zuoberst des mittleren von drei Masten wedelte einer von ihnen im Möwennest mit den Armen
schön, wie sogar das »Krähennest« zum »Möwennest« wird *lach*
das »wedeln« finde ich dagegen weniger schön. Es klingt so unkontrolliert und unprofessionell. Der Mann wird ja schon gezielt Zeichen geben, oder nicht? Immerhin erwartet man die Ankunft ja und wenn Noyan sogar schon die grimmigen Männer erkennt, wird Uluus Schiff auch von Tulugs Schiff aus zu sehen sein. So viel Aufmerksammachen sollte es da also nicht geben müssen. Denke ich.

Zitat: auf dem die Mannschaft nun in leichte Hektik verfallen war.
»leichte Hektik« würde ich eher als Überraschung interpretieren. Wie kommt Mera darauf, dass sie erwartet werden? Würden sie erwartet, wäre doch schon alles soweit vorbereitet, dass es eben nicht zu Hektik kommt. Liegt vielleicht (wahrscheinlich) an mir und meinem manchmal recht kruden Wortverständnis, aber Hektik hat für mich immer was mit Unorganisiert zu tun, deshalb beißt es sich total mit dem Bild, das wir später von dem Schiff und auch von der Crew bekommen. Bei denen würde ich mir eher ein gemächliches Vorbereiten vorstellen, wie halbherzig ein paar Schilde zur Seite genommen werden, aber jetzt ohne große Hektik. Rechnen ja schließlich alle damit, wieder nur einen Hochstapler an Bord zu lassen.

Zitat: Der riesenhafte Thishoi schien auf einem Mal von regem Desinteresse befallen zu sein.
Entweder »auf einmal« oder »mit einem Mal« Icon_wink

Zitat: Mit einer beinahe lässigen Bewegung warf er den Anker aus, um sich dann, ohne auch nur einen Blick hinauf zu den wartenden Mienen von Tulugs Männern zu werfen, wieder zwischen die Seile und Netze verkroch, um vor der Sonne geschützt zu dösen.
verkroch = »zu verkriechen«
Allgemein gefällt mir das mit den zwei »um« allerdings gar nicht. Daher ein Vorschlag:
Mit einer beinahe [entweder die Bewegung ist lässig, oder eben nicht :P] lässigen Bewegung warf er den Anker aus, bevor er sich, ohne auch nur einen Blick hinauf zu den wartenden Mienen von Tulugs Männern zu werfen, wieder zwischen die Seile und Netze verkroch, um vor der Sonne geschützt zu dösen.
Wobei das hier schon sehr nah an einem ziemlich verschwurbelten Satz ist *lach

Zitat: Dies war der Tag, den die Muschelschnitzer im Turm des Wissens einst den Beginn seiner Herrschaft nennen würden
Schön! :pro

Zitat: der schnaubte um eine Fliege zu verscheuchen.
Komma zwischen »schnaubte, um«

Zitat: Die meisten sahen ihn an, doch ihr Interesse war allerhöchstens oberflächlich,
liegt vielleicht daran, dass ich mich vor kurzem mit Steigerungsformen beschäftigt habe, aber »allerhöchsten« ist mir mindestens eine Nummer zu dick Icon_wink »höchstens« würde da voll reichen, schon das wäre mir zuviel. Besser fände ich »ihr Interesse war oberflächlich«, schlicht und kurz

Zitat: einige andere blickten nur kurz in seiner Richtung, bevor sie sich wieder ihren Tätigkeiten zu wandten
»seine« (r zuviel);
»zuwandten« (zusammen)

Bei dem Gespräch zwischen Noyan und Tulug ging mir der Gedanke durch den Kopf, dass Noyans Wut schon früher hatte gezeigt werden müssen. Jetzt beim Kommentarschreiben merke ich, dass es durchaus der Fall war:
Zitat: Allerhand zornige Aufforderungen kämpften auf Buyar Noyans Zunge um seine Gunst. Wussten diese Männer nicht, wie sie ihn zu behandeln hatten? War ihnen nicht klar, dass sie ihren König vor sich sahen? Er ballte die Fäuste und sammelte seine Gedanken, doch der Feldscher kam ihm zuvor. Er war hinter ihm die Strickleiter hinauf gekraxelt, atmete heftig, doch seine Stimme war von jener freundlichen Ruhe, die er von ihm gewohnt war.
Das ist mir allerdings zu … brav, zu hübsch verpackt und zu wenig konkret. Wut ist aber immer konrekt.
Noyan ist hier doch richtig angepisst, oder nicht? Stinkesauer?
Da passen die »allerhand zornigen Aufforderungen«, die »auf seiner Zunge um seine Gunst« kämpfen, nicht rein, finde ich. Das klingt alles so beherrscht, so zurückhaltend. Er »sammelte seine Gedanken«, da ist nix von wegen: »Wie behandelt ihr Idioten euren zukünftigen König?« sondern mehr in Richtung »Ich bin jetzt leicht angesäuert, weil ich keinen standesgemäßen Empfang bekomme« … verstehst du, auf was ich hinaus will?
Im Gespräch mit Tulug lässt Noyan ja Dampf ab, regt sich auf, brüllt rum, haut auf den Tisch. Das kam für mich so unvermittelt und unvorbereitet, weil es hier einfach noch so belanglos wirkt. Ja, Noyan ist halt verärgert, weil er ein König ist und keiner ihn so behandelt … aber er ist nicht stinksauer deswegen. Ich sehe ihn nicht, wie er am liebsten die Seeleute eigenhändig über Bord werfen würde, um ihnen Manieren beizubringen. Er schmollt halt, weil sie sich nicht so benehmen, wie er das will *fußstampf* Aber es ist nicht die Wut, die er unten bei Tulug rauslässt. Die sollte sich mMn aber schon hier auf dem Deck aufbauen, damit sie unter Deck dann eben nicht so unerwartet kommt. Sie muss die ganze Zeit da sein und brodeln und kochen.
Finde ich.
Der letzte Satz (der fette) hat ein bisschen Bezugsprobleme, weil da nicht klar ist, wer was von dem gewohnt ist. Das Subjekt hat auf den Feldscher gewechselt, im fetten Satz springt es aber zurück zu Noyan. Deshalb würde ich schreiben: »die Buyar Noyan von ihm gewohnt war.«

Zitat: interessiere ihn nicht im geringsten, was der Feldscher ihm sagte, geschweige denn, welchen Besuch der mitgebracht hatte.
»Geringsten« groß;
das »der« klingt nicht so schön – außerdem vermisse ich wieder Noyans Wut. Er ist der König und wird einfach ignoriert!
Natürlich soll er jetzt nicht Seitenlang toben und schreien und wüten, aber ein paar heftige Gedanken fände ich schon ganz passend.
Immerhin schreibst du im nächsten Teil »Wenn Tulugs Männer ihm nicht den gebührenden Respekt zollen wollten, so konnte er damit leben, hatte er beim Abstieg in den Bauch des Schiffes beschlossen,« … davon bekommt man hier aber nichts mit.
Hm … ich weiß auch nicht, ob ich grad total falsch liege, aber mir kam es einfach wie ein Bruch vor, dass es ihn hier an Bord doch recht wenig berührt, er unter Deck aber im Gespräch mit Tulug so austickt.
Wenn du ihn hier an Bord doch gelassen haben willst, würde ich vielleicht noch so einen Gedanken einstreuen in Richtung: »einfache Seemänner, was wussten sie schon von Macht und Verantwortung, von Respekt und Etikette. Mit ihnen würde er Nachsehen haben – aber von Tulug verlangte er eine angemessene Behandlung« … natürlich jetzt sehr grob formuliert.

Zitat: Buyar Noyan hatte erwartet, zum Heck des Schiffes geführt zu werden, wo eine breite, mit Ornamenten verzierte Tür das Quartier des Kapitäns vermuten ließ. Stattdessen ging der Dickliche zu einer Bodenluke nahe beim Bug. Zwei Männer standen dort, mit Holz- und Lederrüstungen bewehrt, bewaffnet mit langen Likhs, mit mit Muschelschalen besetzten Holzknüppeln,
Ha! Hier wurde Lanna schon misstrauisch, ja. Hätte Noyan und Mera auch mal gut getan, so ein untrüglicher Instinkt *lach*
Am Ende ist trotzdem ein »mit« zuviel

Zitat: „Geht hier hinab“, forderte der Dickliche sie mit fiepsiger Stimme auf, drehte sich ohne eine Verabschiedung um und gesellte sich zu den anderen Männern.
ich würde schreiben: »gesellte sich wieder zu den anderen Männern, Gefühl und so.
Außerdem find ich die »fiepsige« Stimme … merkwürdig. Ich kann mir schon eine Frau nicht mit sowas vorstellen, aber dann einen dicklichen Kerl? Find ich ganz schrecklich *lach*

Zitat: der Duft von Räucherhölzern und Weihrauch von den fernen Ausläufern der Archipele.
später in diesem Teil schreibst du »Rauchholz«, das würde ich auch hier nehmen »Rauchhölzer«; »Räucherhölzer« liest sich durch den doppelten Umlaut irgendwie komisch. Finde ich.

Zitat: dass er seine Angel auswarf um sie endgültig in die Wirklichkeit zurück zu holen.
Komma zwischen »auswarf, um«
»zurückzuholen« zusammen
außerdem eine Herzchen-Stelle Pro
zusätzlich habe ich mich hier zum ersten Mal gefragt, wie alt Noyan wohl ist, wie lange seine Flucht zurückliegt, und wie alt er wohl zu dem Zeitpunkt war.

Zitat: Andere Bilder drohten nach vorne zu drängen, Erinnerungen wie Treibholz mit sich zu spülen, die jünger, aber nicht weniger schmerzhaft waren.
Das finde ich persönlich etwas wirr.
Andere Bilder drohten, Erinnerungen mit sich zu spülen? SIND die Bilder nicht die Erinnerungen? und etwas »mit sich spülen« ist auch eine merkwürdige Wendung. Hm … ich würds ein bisschen reduzieren an der Stelle.

Zitat: „Hoheit?“ Lag Misstrauen, in der Stimme des Feldschers? Sorge?
[…]
„Hoheit?“, wiederholte der Feldscher.
[...]
„Was ist, Feldscher? Willst du hier warten, wo dir die Seeluft die Lebensgeister einbläst?“

Da habe ich mich gefragt, was der Feldscher denn will? Dadurch, dass er nur »Hoheit?« sagt, entsteht der Eindruck, er würde nachfragen, was denn mit Noyan los ist, warum der anhält. Noyans Antwort dagegen erweckt den Eindruck, dass er anhält, weil er auf eine Antwort des Feldschers wartet. Ein Teufelskreis.
Also entweder hat der Feldscher wirklich was auf dem Herzen, was er sagen möchte, dann sollte er das aber auch tun.
Oder Noyan versinkt in Erinnerung und deshalb fragt der Feldscher nach, dann ist es aber unlogisch, dass Noyan dem Feldscher »vorwirft«, der würde warten. Immerhin geht doch Noyan vor und bleibt plötzlich stehen. Da wird der Feldscher kaum an ihm vorbeistürmen.
Wenn es einfach Noyans eigene Unsicherheit ausdrücken soll, verwirren die wörtlichen Reden von ihm und dem Feldscher eher, als dass sie Atmosphäre schaffen. Mich zumindest *lach*

Zitat: den Buyar Noyan hinter sich her zog wie einen Umhang. Hörbar knarrtedas Skelett des Schiffes.
»herzog« zusammen
Leerzeichen zwischen »knarrte das«

Zitat: Es klang wie die Geisterstimmen der Bäume, aus denen es erbaut worden war.
Pro

Zitat: ihn mitzuzählen wäre in dieser Sache fast ein Schwächegeständnis sein, fand er.
»sein« ist irgendwie zuviel *lach*
»fand er« ist mMn überflüssig, weil wir ja die ganze Zeit in Noyans Kopf sitzen und uns deshalb klar ist, dass es seine Meinung ist, wenn er sowas denkt.
und »fast« finde ich auch überflüssig.

Zitat: Dahinter lag hellerer ein Raum als er erwartet hatte.
Ich glaube zu wissen, was du meinst *lach* auf jeden Fall muss es »heller« heißen;
und der Vergleich sollte möglichst nah an dem »heller« stehen, sonst liest es sich komisch:
»Dahinter lag ein Raum, heller als er erwartet hatte.«
»Dahinter lag, heller als er erwartet hatte, ein Raum.«
»Dahinter lag ein Raum, der überraschend hell [erleuchtet] war.«?

Zitat: Wenn ich erst auf dem Thron sitze, werde ich mir genau so ein Schiff bauen lassen, dachte er freudig.
Das ist mMn ein absoluter Stimmungsbruch – er kommt auf ein fremdes Schiff, ist verärgert, nervös, wird von dunklen Erinnerungen übermannt – und bricht dann in helle Freude aus, wenn er ein Fenster sieht? Vor allem das »freudig« finde ich total fehlplatziert. Vielleicht eher in die Richtung:
»Bei dem Gedanken bemächtige sich neue Zuversicht seiner« oder »Das Farbenspiel trieb all die düsteren Erinnerungen zurück« oder »dachte er von neuer Zuversicht beseelt.« … keine Ahnung *lach* nur finde ich das »freudig« total unpassend zu seiner vorherigen Stimmung.

Zu dem Fenster hab ich mir außerdem noch dazu geschrieben, dass ich es merkwürdig finde, dass ein Fenster, das den Wasserdruck aushalten muss, aus einzelnen Splittern gemacht sein kann. Später erwähnst du dann die Glasmacher, so dass ich davon ausgehe, dass es kein »normales« Glas ist. Wollte nur erwähnt haben, dass ich an der Stelle bedenken hatte Icon_wink

Ja, das zu Teil 2.
Hauptkritikpunkt ist da – wie schon erklärt – die Reaktion von Noyan auf die Besatzung in Anbetracht seiner Wut unten bei Tulug. Da würde ich entweder seinen Zorn auf die ignoraten Seeleute etwas stärker hervorheben, oder ihn sich selbst beschwichtigen lassen, so von wegen: vielleicht erkennen sie ihn auch nicht (woher auch), vielleicht wissen sie gar nicht, wer er ist, weil Tulug es erstmal geheimhalten will oder so. Irgendwas, wodurch er vor sich selbst ihr Verhalten rechtfertigt, um nicht so wütend zu sein.
Denn unten bei Tulug ist er schon allein dadurch, dass Tulug von ihm in der dritten Person spricht, so erzürnt, dass er dem Mann, auf dessen Hilfe er angewiesen ist, eine Standpauke hält und Mera anfährt und sowieso und überhaupt und alle sind blöt! Mrgreen
Nein, ich fresse mich nicht daran fest … ich befürchte nur, mein Problem nicht verständlich rüberzubringen.

Jetzt gibt’s Essen bei mir. Dann schau ich weiter Icon_wink

Liebe Güße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #4 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (2/5)
Hallo Saryn,

Buyar Noyan erreicht also das Schiff von Tulug und wundert sich erst einmal, dass weiter nichts geschieht - dass er nicht wie ein König empfangen oder zumindest mit einer Verbeugung oder einem anerkennenden Blick empfangen wird.
Du zeigst deinen Prot als einen Charakter, der von seiner Vergangenheit gezeichnet ist - er möchte die Macht zurückerlangen, aber scheint sich doch nur nach der Macht an sich und der damit verbundenen Ehre zu sehnen. Danach, dass die Leute sich vor ihm verbeugen, dass er alle Informationen erhält, nach denen es ihn verlangt. Du zeigst, wie geprägt er von der Flucht in seiner Kindheit war, als ihn sein Erzieher (?) in den Keller geschleift hat.
Trotzdem habe ich das Gefühl, sehr weit weg von deinem Prot zu stehen - über seine Eigenheiten, ihn als Mensch, hast du bisher sehr wenig erzählt. Einziger wirklicher Charakterzug ist sein Herrschaftsanspruch, etwas Hass auf den Usurpator, ansonsten bleibt er für mich bisher noch schwer einzuschätzen und dadurch etwas blass.

Mir gefällt weiterhin das Setting dieser Geschichte unheimlich gut - das Meer, die Tshishoi, die roten Falter, die Möwen jagen. Das ist alles sehr lebendig und sehr stimmig.

Wohin die Geschichte läuft und wie sich dein Charakter weiterentwickeln wird, ist für mich allerdings im Moment überhaupt nicht absehbar. Da wüsste ich gern etwas mehr.

Sprachlich bleibt dieser Teil etwas hinter dem ersten zurück. Vor allem gegen Ende, wenn er dann das Schiff betritt, habe ich das Gefühl, dass du nicht mehr so sorgfältig geschrieben und auch nicht überarbeitet hast. Denn da häufen sich kleine Fehler und auch die Formulierungen sind etwas unsicher, besonders an Bord.
Dafür sind mir hier die langen Sätze nicht ganz so negativ aufgefallen, vllt sind es wirklich weniger geworden. Ganz am Ende in der Aufzählung könntest du aber darüber nachdenken, statt Semikola Punkte zu setzen.

Anmerkungen:
Zitat:Beinahe konnte er es nicht fassen – aber eben nur beinahe. Heute, ja, womöglich schon in der nächsten Stunde, würde er den ersten großen Ruderschlag unternehmen
"nicht fassen" klingt für mich nicht ganz richtig für das, was du beschreibst - denn etwas Unfassbares ist irgendwie schon geschehen und beschreibt nicht, was im Moment passiert. Vllt "nicht glauben", "sich nicht vorstellen", ...
Da sich die beiden Sätze direkt aufeinander beziehen, könntest du sie durch einen Doppelpunkt verbinden.
Zitat:„Es ist kein großes Schiff, ich weiß, aber seht es einfach als Trittleiter, wenn Ihr so wollt“, ließ der Feldscher von der Seite vernehmen, als hätte er Buyar Noyans Gedanken gelesen. „Von nun an erwarten Euch größere Dinge.“
Das klingt, als würde der Feldscher denken, Buyar Noyan würde über die Zwergenhaftigkeit des Schiffs nachdenken. Aber er denkt ja an sein kommendes Reich. Deswegen passt der markierte Satz - auch angesichts des weiteren Gesprächs - nicht so gut.
Zitat: Ganz zuoberst des mittleren von drei Masten wedelte einer von ihnen im Möwennest mit den Armen
Dieser Satz nur als Beispiel für die etwas ungelenken Beschreibungen, die du in diesem Teil hast: Du gibst drei verschachtelte Informationen:
- ganz oben (wovon kommt erst nach den anderen beiden)
- das Schiff hat drei Masten, und wir schauen auf den mittleren
Vllt trennst du das auf - erst die Schiffsbeschreibung und dann lässt du den Blick den Mast hinauf gleiten.
Zitat:und gab an die Männer an Deck weiter, dass sich Besuch näherte.

„Seht Ihr, Hoheit, man erwartet Euch bereits.“ Der Feldscher nickte in Richtung von Tulugs Schiff, auf dem die Mannschaft nun in leichte Hektik verfallen war.
Der Übergang ist von der Perspektive her verwackelt: Wir schauen aufs Schiff, du beschreibst, was da ist und dass der Mann oben den anderen Bescheid gibt. Die fangen ja wahrscheinlich direkt an, in leichte Hektik zu verfallen (oder vllt eher ein geschäftiges Treiben oder so etwas?) - Deswegen würde es sich besser lesen, wenn du erst das Bild zu Ende beschreibst (er gibt Auskunft und sie bereiten sich auf die Ankunft vor) und dann bringst der Feldscher seinen Satz. Ansonsten ist es nicht ganz strigent.
Zitat:Mit einem Mal fühlte er sich in jene schicksalhafte Nacht zurück versetzt, in jenen Mahlstrom dunkler Stunden, als die Truppen des Usurpators den Palast gestürmt und abgeschlachtet hatten, wer sich ihnen in den Weg stellte. Er sah sie vor sich, jene Stiege, jenen sich windenden Treppenschacht, den Ood ihn hinab gezerrt hatte, während über ihnen der Lärm des Kampfes lauter und lauter tobte.
Gefällt mir gut, wie er hier an früher erinnert wird.
Zitat:Unter Deck errangen Rauchholz und Weihrauch schnell die Herrschaft über jenen letzten Hauch von Meer und Algen
Da der Geruch ja schon zuvor in der Luft hing, vllt "errangen Rauchholz und Weihrauch schnell vollständig" oder etwas in der Art?
Zitat:Kerze standen überall verteilt, doch der Großteil des Lichts kam von zwei gegenüberliegenden Fenstern in den Bordwänden.
Zitat:sein Urahne Buyar Thelshy, der von Norden her in die blühenden Inselwelten des Archipels gekommen war
Diese Formulierungen kannst du doch schöner als mit "kommen" gestalten Icon_smile
Zitat:die er über die Archipele gebracht hatte; andere, ihm unbekannte Szenen
Hier würde sich eine "und"-Verbindung einmal anbieten.

So, auf zum Treffen mit Tulug!

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #5 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (2/5)
Hallo alle zusammen,

heute habe ich Zeit bis zum Geht-nicht-mehr und die werde ich unter anderem mal für einen Kommentarmarathon nutzen, in der Hoffnung, die Versäumnisse der letzten Wochen (und mehr) nachzuholen.

Alas … lasst uns beginnen.

Zuerst Joromir:

Da fehlt ein Leerzeichen zwischen "Jäger" und "und"

und

"hellerer" muss noch ein weiter nach rechts
Danke, ich sehe, ich hab trotz Überarbeitung die eine oder andere Stelle übersehen.

Jo, das war es schon mit Teil 2, hier habe ich praktisch nichts auszusetzen

Gefällt mir immer noch ziemlich gut, besonders dieses tropische Setting hat es mir echt angetan. Ich glaube ich ziehe mir auch noch die anderen Teile rein, macht richtig Spaß
Na, das sind doch Kommentare, die hört jeder Schreiberling gerne Icon_smile Danke

Weiter mit Lanna:

Drei Herzchen für sehr schöne Metaphern, dafür allerdings auch das große Fragezeichen, ob es so schlau ist, »Kerzen« auf Schiffen brennen zu lassen. Die sind doch schnell umgekippt oder nicht? Werden aus Tran auch Kerzen hergestellt oder sind das irgendwelche Leuchten? Auf jeden Fall aber würde ich den Kerzen noch Glasgehäuse spendieren, um einen Schiffsbrand zu verhindern. Laternen, Sturmlaternen … oder festverankerte Öl-/Talglampen oder sowas. Kerzen kamen mir sehr merkwürdig vor.
Fachkenntnisse hab ich da aber keine.
Ich hatte auch drüber nachgedacht, aber die Sätze wurden ein wenig umständlich. Dachte mir, das fällt schon keinem auf. Verzeih mir, dass ich dich unterschätzt habe Icon_wink

Ach so:
Rechtschreibungstipps werden wie immer unkommentiert übernommen^^

Hier bin ich selbst etwas unschlüssig, ob ich es gut oder nicht so gut finde, dass »Klein« großgeschrieben ist. Damit ist die Flut gemeint, oder? ich würde eher zur Kleinschreibung tendieren, also »kleinen Tide«, weil es großgeschrieben nach etwas so Wichtigem aussieht, was es als alltägliches (?) Ereignis aber nicht ist.
Mir ging es vor allen Dingen um die Abgrenzung zwischen der Großen Tide (die mehr oder weniger die Welt geschaffen hat) und dem alltäglichen Wechsel zwischen Ebbe und Flut. Mein Gedanke war, dass ein Volk, dessen Schöpfungsmythos sich zu großen Teilen auf eine große Flut konzentriert, in Abgrenzung dazu die kleine Flut ebenso fest benennen würde.
Kann man das irgendwie nachvollziehen?^^

Hier an der Stelle war ich noch fest davon überzeugt, dass Rote Falter Schmetterlinge sind und von Süden aus über der Insel erscheinen, weshalb die Möwen zur Insel fliegen, um die Falter zu fressen
^^
Ich würde lügen, würde ich sagen, dass er Effekt nicht wenigstens im geringen Maße beabsichtigt ist Icon_wink

Was ich an der ersten Stelle noch schön fand (»nicht undurchdacht«), gefällt mir hier gar nicht. Ich weiß nicht warum.
»Ich kanns nicht fassen!« ist ja eine extreme Aussage, bzw. eine Aussage, die über eine extreme Situation entsteht. [...] »Er konnte es beinahe nicht fassen«, wäre die gängigere Version, wobei auch dort das »beinahe nicht« stört. Vielleicht einfach deshalb, weil es im Deutschen dafür den Ausdruck »kaum« gibt. So wie wir nicht »immer nicht« sagen, sondern »niemals«. *überleg*
Ich weiß nicht. Mich hat es auf jeden Fall gestört *lach*
Hm, ich weiß natürlich, was du mir sagen willst. Da werde ich nochmal ein Auge drauf werfen, weil es mir bisher ehrlich gesagt nie unangenehm aufgefallen ist^^

Zitat: würde er den ersten großen Ruderschlag unternehmen, der ihn auf Kurs bringen würde
Herzchen-Stelle
Danke Icon_smile

schön, wie sogar das »Krähennest« zum »Möwennest« wird *lach*
das »wedeln« finde ich dagegen weniger schön. Es klingt so unkontrolliert und unprofessionell. Der Mann wird ja schon gezielt Zeichen geben, oder nicht? Immerhin erwartet man die Ankunft ja und wenn Noyan sogar schon die grimmigen Männer erkennt, wird Uluus Schiff auch von Tulugs Schiff aus zu sehen sein. So viel Aufmerksammachen sollte es da also nicht geben müssen. Denke ich.
„wedeln“ ist wirklich nicht sonderlich passend. Gab bestimmt einen Grund, warum ich nicht „winken“ o.ä. Genommen habe, aber bitte frag mich nicht, was er war^^

»leichte Hektik« würde ich eher als Überraschung interpretieren. Wie kommt Mera darauf, dass sie erwartet werden? Würden sie erwartet, wäre doch schon alles soweit vorbereitet, dass es eben nicht zu Hektik kommt. Liegt vielleicht (wahrscheinlich) an mir und meinem manchmal recht kruden Wortverständnis, aber Hektik hat für mich immer was mit Unorganisiert zu tun, deshalb beißt es sich total mit dem Bild, das wir später von dem Schiff und auch von der Crew bekommen. Bei denen würde ich mir eher ein gemächliches Vorbereiten vorstellen, wie halbherzig ein paar Schilde zur Seite genommen werden, aber jetzt ohne große Hektik. Rechnen ja schließlich alle damit, wieder nur einen Hochstapler an Bord zu lassen.
„Geschäftigkeit“ würde mehr Sinn machen und war – denke ich jetzt gerade – auch das Wort, dass mir nicht einfiel^^

Allgemein gefällt mir das mit den zwei »um« allerdings gar nicht. Daher ein Vorschlag:
Mit einer beinahe [entweder die Bewegung ist lässig, oder eben nicht :P] lässigen Bewegung warf er den Anker aus, bevor er sich, ohne auch nur einen Blick hinauf zu den wartenden Mienen von Tulugs Männern zu werfen, wieder zwischen die Seile und Netze verkroch, um vor der Sonne geschützt zu dösen.
Wobei das hier schon sehr nah an einem ziemlich verschwurbelten Satz ist *lach
Irgendwann ganz zu Beginn sah der Satz mal so aus wie dein Vorschlag^^ Ich weiß, meine Variante ist nicht optimal, aber ich habe bisher noch keine Möglichkeit gefunden, den Text hier irgendwie zu entschwurbeln.

Zitat: Dies war der Tag, den die Muschelschnitzer im Turm des Wissens einst den Beginn seiner Herrschaft nennen würden
Schön! :pro
Danke Icon_smile

liegt vielleicht daran, dass ich mich vor kurzem mit Steigerungsformen beschäftigt habe, aber »allerhöchsten« ist mir mindestens eine Nummer zu dick »höchstens« würde da voll reichen, schon das wäre mir zuviel. Besser fände ich »ihr Interesse war oberflächlich«, schlicht und kurz
Ich neige gelegentlich zu Superlativen Icon_wink Ist unheilbar, fürchte ich, da kann man nur die Symptome behandeln^^
In welchem Zusammenhang hast du dich mit Superlativen beschäftigt?

Bei dem Gespräch zwischen Noyan und Tulug ging mir der Gedanke durch den Kopf, dass Noyans Wut schon früher hatte gezeigt werden müssen. Jetzt beim Kommentarschreiben merke ich, dass es durchaus der Fall war […] Sie muss die ganze Zeit da sein und brodeln und kochen.
Finde ich.
Der letzte Satz (der fette) hat ein bisschen Bezugsprobleme, weil da nicht klar ist, wer was von dem gewohnt ist. Das Subjekt hat auf den Feldscher gewechselt, im fetten Satz springt es aber zurück zu Noyan. Deshalb würde ich schreiben: »die Buyar Noyan von ihm gewohnt war.«
Also erstmal finde ich, dass Wut nicht immer konkret sein muss. Kann sie nicht auf diffus sein, wenn sie Teil dessen ist, was für jemanden wie Buyar Noyan der Normalzustand ist?
Ich weiß allerdings nicht, ob ich das dann richtig rüberbringe.
Vielleicht wäre der Schlüssel zu der Szene, in der er an Bord kommt, nicht seine Wut offener zu zeigen, sondern intern aus der Erzählperspektive klarer zu machen, wie er sich fühlt.
Die Idee wäre hier z.B., eine abschätzige Bewertung der Person(en) der/denen er begegnet, o.ä.

Ha! Hier wurde Lanna schon misstrauisch, ja. Hätte Noyan und Mera auch mal gut getan, so ein untrüglicher Instinkt *lach*
Als Leser vielleicht, ja, aber als Charakter in der Geschichte? B.N. trifft hier schließlich auf eine Person, von der er weiß, dass sie über Macht verfügt, die eher in den dunkleren Schattierungen des Lebens im Atoll gewonnen wurde. Ist es so ungewöhnlich, dass dieser Mann sich a schützen würde?
Ich frage ernsthaft, weil mir manchmal recht schwer fällt, einzuschätzen, inwieweit der Leser Erklärungen u.ä. benötigt und inwiefern so etwas unterschwellig klar wird.

Außerdem find ich die »fiepsige« Stimme … merkwürdig. Ich kann mir schon eine Frau nicht mit sowas vorstellen, aber dann einen dicklichen Kerl? Find ich ganz schrecklich *lach*
Gut, „fiepsig“ ist vielleicht zu viel des Guten. Ich hatte die Idee, der Dicke könnte ein Eunuch sein. Eine „hohe“ Stimme würde aber besser passen.

später in diesem Teil schreibst du »Rauchholz«, das würde ich auch hier nehmen »Rauchhölzer«; »Räucherhölzer« liest sich durch den doppelten Umlaut irgendwie komisch. Finde ich.
Stimmt.

außerdem eine Herzchen-Stelle
zusätzlich habe ich mich hier zum ersten Mal gefragt, wie alt Noyan wohl ist, wie lange seine Flucht zurückliegt, und wie alt er wohl zu dem Zeitpunkt war.
Danke Icon_smile
B.N. ist zum Zeitpunkt der Geschichte etwa 20. Habe ich das nicht erwähnt? Dann muss ich das irgendwie mal einbringen.

Das finde ich persönlich etwas wirr.
Andere Bilder drohten, Erinnerungen mit sich zu spülen? SIND die Bilder nicht die Erinnerungen? und etwas »mit sich spülen« ist auch eine merkwürdige Wendung. Hm … ich würds ein bisschen reduzieren an der Stelle.
Aber … aber … ich maaag diese Stelle!
Ach ja … „töte deine Lieblinge“ ist zwar mit der beste Tipp, was das Schreiben angeht, aber auch der am schwersten umzusetzende Icon_wink

Da habe ich mich gefragt, was der Feldscher denn will? Dadurch, dass er nur »Hoheit?« sagt, entsteht der Eindruck, er würde nachfragen, was denn mit Noyan los ist, warum der anhält. Noyans Antwort dagegen erweckt den Eindruck, dass er anhält, weil er auf eine Antwort des Feldschers wartet. Ein Teufelskreis.
Also entweder hat der Feldscher wirklich was auf dem Herzen, was er sagen möchte, dann sollte er das aber auch tun.
Oder Noyan versinkt in Erinnerung und deshalb fragt der Feldscher nach, dann ist es aber unlogisch, dass Noyan dem Feldscher »vorwirft«, der würde warten. Immerhin geht doch Noyan vor und bleibt plötzlich stehen. Da wird der Feldscher kaum an ihm vorbeistürmen.
Wenn es einfach Noyans eigene Unsicherheit ausdrücken soll, verwirren die wörtlichen Reden von ihm und dem Feldscher eher, als dass sie Atmosphäre schaffen. Mich zumindest *lach*
Na, das ist doch klar, diese Stelle soll ausdrücken, dass .. äh …
Ich streiche mir das GANZ FETT an, denn gerade sitze ich hier und hab keine Ahnung mehr, was diese Stelle sollte.
Uff, kommt davon, wenn man zuviel Zeit zwischen Kommentaren und Antworten vergehen lässt …
Böser Saryn, böser!

Ich glaube zu wissen, was du meinst *lach* auf jeden Fall muss es »heller« heißen;
und der Vergleich sollte möglichst nah an dem »heller« stehen, sonst liest es sich komisch:
»Dahinter lag ein Raum, heller als er erwartet hatte.«
»Dahinter lag, heller als er erwartet hatte, ein Raum.«
»Dahinter lag ein Raum, der überraschend hell [erleuchtet] war.«?
Ich nehme Tor 2. Meine Variante ist echt nicht schön, aber momentan funkt mir beim Schreiben sowieso die englische Satzstellung dazwischen.
Ich bin echt ein großer Fan der deutschen Sprache, gerade in der Fantasy, weil sie einfach den richtigen Klang hat. Aber Englisch hat mitunter eine so herrlich einfache, unverschwurbelte Art, komplizierte Sachverhalte in bestimmten Konstruktionen einfacher auszudrücken.
Hach ja … ^^

Das ist mMn ein absoluter Stimmungsbruch – er kommt auf ein fremdes Schiff, ist verärgert, nervös, wird von dunklen Erinnerungen übermannt – und bricht dann in helle Freude aus, wenn er ein Fenster sieht? Vor allem das »freudig« finde ich total fehlplatziert. Vielleicht eher in die Richtung:
»Bei dem Gedanken bemächtige sich neue Zuversicht seiner« oder »Das Farbenspiel trieb all die düsteren Erinnerungen zurück« oder »dachte er von neuer Zuversicht beseelt.« … keine Ahnung *lach* nur finde ich das »freudig« total unpassend zu seiner vorherigen Stimmung.
Gerade habe ich „freudig“ gelesen und vor Augen gehabt, wie er einen kleinen Tanz aufführt. Es ist wirklich unpassend …
War auch mal wieder nicht das Wort, das ich gesucht habe, wenn ich mich nicht täusche^^

Zu dem Fenster hab ich mir außerdem noch dazu geschrieben, dass ich es merkwürdig finde, dass ein Fenster, das den Wasserdruck aushalten muss, aus einzelnen Splittern gemacht sein kann. Später erwähnst du dann die Glasmacher, so dass ich davon ausgehe, dass es kein »normales« Glas ist. Wollte nur erwähnt haben, dass ich an der Stelle bedenken hatte
Ja, ich hab mich in dieser Geschichte des öfteren mal aus dem Fenster gelehnt, was solche Dinge angeht Icon_wink
Manchmal brauche ich solche „Befreiungsschläge“ schon, weil ich mir so etwas im „Herz“ immer verboten habe und generell auch auf solche Dinge achte.
Keine Rechtfertigung, einfach eine Feststellung^^
Das Fenster bleibt wie es ist Icon_wink

Hauptkritikpunkt ist da – wie schon erklärt – die Reaktion von Noyan auf die Besatzung in Anbetracht seiner Wut unten bei Tulug. Da würde ich entweder seinen Zorn auf die ignoraten Seeleute etwas stärker hervorheben, oder ihn sich selbst beschwichtigen lassen, so von wegen: vielleicht erkennen sie ihn auch nicht (woher auch), vielleicht wissen sie gar nicht, wer er ist, weil Tulug es erstmal geheimhalten will oder so. Irgendwas, wodurch er vor sich selbst ihr Verhalten rechtfertigt, um nicht so wütend zu sein.
Zu der Stelle habe ich ja schon etwas gesagt, bei einer Korrektur (Ende des Jahres oder Anfang des nächsten – was wahrscheinlicher ist) werde ich darauf achten, versprochen^^
Es gefällt mir selbst nicht so 100pro, weil es tatsächlich ein wenig („ein wenig“) inkonsistent ist.

Danke für deinen – wie immer – hilfreichen, ausführlich Kommentar Icon_smile

Und weiter zu Libertine:

Trotzdem habe ich das Gefühl, sehr weit weg von deinem Prot zu stehen - über seine Eigenheiten, ihn als Mensch, hast du bisher sehr wenig erzählt. Einziger wirklicher Charakterzug ist sein Herrschaftsanspruch, etwas Hass auf den Usurpator, ansonsten bleibt er für mich bisher noch schwer einzuschätzen und dadurch etwas blass.
Ich hoffe einfach mal, dass sich das in den folgenden Teilen gebessert hat.^^

Mir gefällt weiterhin das Setting dieser Geschichte unheimlich gut - das Meer, die Tshishoi, die roten Falter, die Möwen jagen. Das ist alles sehr lebendig und sehr stimmig.
Danke Icon_smile

Wohin die Geschichte läuft und wie sich dein Charakter weiterentwickeln wird, ist für mich allerdings im Moment überhaupt nicht absehbar. Da wüsste ich gern etwas mehr.
Hier weiß ich nicht, ob ich dich verstehe. Weiterentwicklung ist ja etwas, was innerhalb der Story passiert. Würden dir mehr Andeutungen besser gefallen, oder was meinst du?

Sprachlich bleibt dieser Teil etwas hinter dem ersten zurück. Vor allem gegen Ende, wenn er dann das Schiff betritt, habe ich das Gefühl, dass du nicht mehr so sorgfältig geschrieben und auch nicht überarbeitet hast. Denn da häufen sich kleine Fehler und auch die Formulierungen sind etwas unsicher, besonders an Bord.
In der Regel ist bei mir am Anfang der Spaß am Formulieren deutlich größer, je weiter ich komme, desto stärker überwiegt der Teil in mir, der das ganze als „Arbeit“ sieht. Daran muss ich arbeiten, soviel ist klar. Genau so wie am Überarbeiten, da ich auch bei diesem Arbeitsschritt noch in den Kinderschuhen stecke.
Deshalb bin ich ja so dankbar für all die ausführlichen Kommentar Icon_smile

Das klingt, als würde der Feldscher denken, Buyar Noyan würde über die Zwergenhaftigkeit des Schiffs nachdenken. Aber er denkt ja an sein kommendes Reich. Deswegen passt der markierte Satz - auch angesichts des weiteren Gesprächs - nicht so gut.
Stimmt. Gedankenlesen kann man das wirklich kaum nennen^^

Dieser Satz nur als Beispiel für die etwas ungelenken Beschreibungen, die du in diesem Teil hast: Du gibst drei verschachtelte Informationen:
- ganz oben (wovon kommt erst nach den anderen beiden)
- das Schiff hat drei Masten, und wir schauen auf den mittleren
Vllt trennst du das auf - erst die Schiffsbeschreibung und dann lässt du den Blick den Mast hinauf gleiten.
Hier holpert es gewaltig. Muss mir auch mal überlegen, welche Informationen an dieser Stelle wichtig sind und welche weniger. Und dein Vorschlag, es mit der Schiffsbeschreibung zu verbinden, ist auf jeden Fall gut.

Der Übergang ist von der Perspektive her verwackelt: Wir schauen aufs Schiff, du beschreibst, was da ist und dass der Mann oben den anderen Bescheid gibt. Die fangen ja wahrscheinlich direkt an, in leichte Hektik zu verfallen (oder vllt eher ein geschäftiges Treiben oder so etwas?) - Deswegen würde es sich besser lesen, wenn du erst das Bild zu Ende beschreibst (er gibt Auskunft und sie bereiten sich auf die Ankunft vor) und dann bringst der Feldscher seinen Satz. Ansonsten ist es nicht ganz strigent.
Tut mir Leid, aber hier sehe ich das Problem ehrlich gesagt nicht wirklich^^
Der Absatz sollte eigentlich als klarer Trenner funktionieren, weshalb hier sowieso nur am Rande eine Kontinuität besteht … besser kann ich es gerade einfach nicht sagen.
Ich merke mir die Stelle aber auf jeden Fall mal.

Gefällt mir gut, wie er hier an früher erinnert wird.
Danke Icon_smile

Diese Formulierungen kannst du doch schöner als mit "kommen" gestalten
Das stimmt wohl :D

So, auf zum Treffen mit Tulug!
Dann mal bis gleich, danke für den Kommentar Icon_smile

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