Es ist: 13-04-2021, 21:48
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In der Bucht der Krabbenfischerkönige (4/5)
Beitrag #1 |

In der Bucht der Krabbenfischerkönige (4/5)
Teil 3


Ood war beunruhigt. In seinem Gesicht ließ sich nach wie vor schwer lesen, doch der kleine Noyan kannte seinen Leibdiener gut genug – den Großteil seiner sechs Lebensjahre – um zu erkennen, dass etwas nicht stimmte. Sicher hatte es was mit dem Lärm zu tun, der seit einer oder zwei Stunden vom Hafen und aus der Stadt zu hören war.
„Was geschieht, Ood? Findet draußen ein Fest statt?“ Das war, wonach es klang. Solche Geräusche hatte der Wind schon oft zum Palast hinauf geweht. Einmal hatte sein Vater ihm erklärt, dass sie von großen Feiern kämen, die die Menschen ihm zu Ehren in den Straßen abhielten. Selbst war der kleine Noyan nie in der Stadt gewesen, doch seine Phantasie kannte keine Grenzen, wenn er sich ausmalte, wie Menschen und Thishoi miteinander in den Straßen tanzten, königliche Banner schwenkend.
Aber nein, Ood war beunruhigt, unter den verschlungenen Tätowierungen des Thishoi zeichnete sich Sorge ab, ebenso in den großen Fischaugen, die nach wie vor auf das Buch gerichtet waren, aus dem er Noyan vorlas. Immer wieder wanderte sein Blick jedoch zu den verzierten Glasfenstern, häufiger, je später es wurde.
Jetzt sah er von der Geschichte von Yuta und den Meerhexen auf, hinab zu Noyan, der wie ein Kleinkind im Vergleich zur langgezogenen Gestalt des Thishoi wirkte.
„Ich denke“, begann er, verstummte aber dann. Für einen Angehörigen seines Volkes sprach er beinahe fehlerfrei, nur das dunkle Blubbern in seiner Stimme wollte und wollte nicht verschwinden. Mit einer nervösen Geste klappte er da Buch zu und nun wusste Noyan sicher, dass etwas nicht stimmte.
„Es ist kein Fest, oder? Diesmal nicht?“
Ood schüttelte den Kopf. Draußen wurde der Lärm lauter. „Nein, Schlüpfling-Buyar. Dies ist kein Fest.“ Er schlug das Buch wieder an der Stelle auf, an der er aufgehört hatte vorzulesen, doch Noyan hatte inzwischen das Interesse an dem Märchen verloren.
„Was ist es dann?“
„Ach, Noyan …“, antwortete Ood mit einem zischelnden Seufzer.
„Du musst es mir sagen, Ood!“ Oh, er war so neugierig! „Ich werde König sein! Du musst es mir sagen, wenn ich es will!“
Mit einer feuchten Hand fuhr sein Leibdiener ihm über den Schopf. „Manchmal gibt es Dinge, die du nicht wissen willst, Schlüpfling-Buyar. Selbst, wenn du glaubst, du willst es.“
„Aber ich
weiß, ich will es!“ Warum konnte Ood es ihm nicht einfach sagen? Noyan mochte keine Überraschungen. Er hasste Überraschungen. „Bitte sag es mir!“
Oods wässrige Augen fanden ihn. „Ein Buyar der bittet? Oh, die Welt ist eigenartig, ist sie es? Ich denke ja, ja.“ Wieder dieser fremdartige Seufzer. „Noyan, dort draußen -“
Draußen wurden Schreie laut, Rufe und Kommandos. Etwas schlug gegen die Außenmauern des Palastes.
„Was ist das?“ Nun bekam Noyan es mit der Angst zu tun. Er drückte sich an Ood, der wie ein schützender Wachturm über ihm aufragte.
Glas splitterte.
Noyan kreischte.
Wo eben noch Buyaer Hemda zu sehen gewesen war, der von einem knienden Thishoi die Friedensperle überreicht bekam, glimmte mit einem Mal nur noch der sternenbesetzte Nachthimmel. Noyan versteckte sein Gesicht an Oods Bauch um einen Schluchzer zu unterdrücken.
„Was war das? Ood, was war das?“
Der Leibdiener schlang seine Arme um ihn. „Jemand hat einen Stein geworfen, Noyan. Nur ein Stein. Hab keine Angst.“ Doch seine Stimme hatte nun die Sorge aufgesogen, die zuvor nur in seiner Miene gelauert hatte.
„Wer tut so etwas?“
Wieder wurde Oods Antwort von Lärm unterbrochen. Irgendwo im Palast gab es einen lauten Knall, gefolgt von einem Scheppern und Klirren. Laute Stimmen hallten durch die Korridore.
Ood sprang auf. Noyan konnte sagen, dass er überrascht war, denn er verfiel in seine Muttersprache, von der er nur wenig verstand. Diese Worte aber kannte er, doch er konnte sich keinen Reim auf sie machen.
„Das Tor“, sagte der Thishoi. Und wieder: „Das Tor!“
Er packte Noyan bei den Schulter. „Kleiner Noyan, ich muss nachsehen, was passiert. Du darfst nicht weggehen.“
Das Schluchzen kehrte zurück, diesmal völlig ungehemmt. „Geh nicht! Ich hab Angst, Ood! Geh nicht!“ Die Stimmen, die durch den Palast hallten wurden von Lärm überschallt, von hartem Krach. Ein Kampf fand statt, das wusste Noyan jetzt. Angst überrollte ihn.
Ood war bereits zur Tür gelaufen, jetzt drehte er sich noch einmal um und nahm Noyan in den Arm. Als er fertig und Noyans Nase vom Salzgeruch des Thishoi erfüllt und seine Seele zumindest ein kleines Bisschen weniger stürmisch war, hielt Ood ihn auf Armlänge von sich. „Ich muss nachsehen, Noyan, aber ich komme wieder. Verschließe die Tür. Lasse niemanden ein, bis sich zurückkehre, hast du gehört?“, blubberte er. Ein letztes Mal zerwühlte er ihm die Haare, dann war er fort, begleitet vom hörbaren Ruck, mit dem die Tür hinter ihm zu fiel.
Noyan kämpfte mit den Tränen. Er war kein Kind mehr! Er war schon sechs und der Sohn des Königs – ein Buyar weinte nicht! Also holte er tief Luft, unterdrückte die Schluchzer und ging zur Tür um den schweren Riegel vorzuschieben. Seine kurzen Arme mussten sich weit strecken um ihn zu erreichen, seine kleinen Muskel schwer arbeiten, doch dann rutschte das Eisenband in die Halterung. Niemand würde hier hereinkommen, nicht ohne einen Rammbock.

Und wenn sie einen Rammbock haben?, kam es ihm in den Sinn? Immerhin hatten sie etwas mit dem Palasttor gemacht, dass es so laut gekracht hatte.
Was war nur los mit der Welt? Eben noch hatten er und Ood gemeinsam mit Yuta die Rubinsee bereist, waren mit ihm auf den breiten Rücken der Meerhexen durch die Gischt geritten und jetzt fragte er sich, ob es möglich war, einen Rammbock die gewundene Treppe zu seinem Zimmer herauf zu tragen.
In der Ewigkeit, die Oods Verschwinden folgte, wurde der Kampflärm mal lauter, mal leiser, wogte umher wie die Kleine Tide im Laufe einer Woche, ohne je ganz zu verebben. In seinem Zimmer, das ihm immer groß erschienen war, nun jedoch erschreckend winzig wirkte, hockte Noyan auf dem Boden, den Rücken an die Truhe mit seinen Spielsachen gelehnt, die Beine an die Brust gezogen, und kämpfte gegen die Flut der Furcht in seiner kleinen Brust. Wenn er ihr nachgab, das wusste er einfach, dann würde sie alle Vernunft aus ihm fortspülen. Die Götter mochten ihm gnädig sein, wenn das passierte. Er wäre verloren, kein Zweifel. Verloren wie Yutas Bruder, als er in den Schwarzen Sturm geriet.

Du bist ein Buyar, rief er sich immer wieder in Erinnerung. Du bist ein Buyar und ein Buyar fürchtet nichts und niemanden. Es waren die Worte seines Vaters, eine der ersten Erinnerungen, die Noyan besaß und eine der wertvollsten, die er in der kleinen Muscheln seines Kopfes hütete:
Sein Vater, auf dem großen Grätenthron, ein Riese von einem Mann, groß wie ein Sommersturm und ebenso gewaltig in seiner Erscheinung. Er sah auf Noyan hinab, seinen Noyan, der eben erst den Ammenturm verlassen hatte und auf wackeligen Beinen in der Endlosigkeit der Thronhalle stand, umringt von den Niederen Herren der Archipele. Eben hatte er sich in die Windeln gemacht. Deswegen schämte er sich, doch was vorherrschte, war die Ehrfurcht, die sein königlicher Vater in seinem all zu neuen Herzen auslöste.
„Du bist ein Buyar, Junge. Furcht kennst du nicht. Angst ist dir fremd und Zweifel ebenso. Eines Tages wirst du hier sitzen, wo ich nun sitze, das Archipel zu Füßen.“
Er hatte noch andere Dinge gesagt, weniger an ihn gerichtet, als an seine Vasallen, doch es waren diese Worte, die Noyan nie vergessen würde.
Du bist ein Buyar und du fürchtest nichts und niemanden, wiederholte er, immer und immer wieder.
So gefangen war er, in diesem sich stetig wiederholenden Schwappen dieses einen, kräftigen Gedanken, dass er zusammenzuckte, als vor seinem Zimmer Schritte erklangen. Erleichtert atmete er auf. Ood war zurück. Er sprang auf die Beine, flink wie eine Strandspinne, und eilte zur Tür. Jemand klopfte, als er nach dem Riegel griff und ihn zur Seite schob. Als er sich schließlich fragte, woher er wissen wollte, ob es wirklich Ood war, der vor der Tür stand, als er erkannte, dass er die Stimme seines Leibdieners nicht gehört hatte, als ihm klar wurde, dass
Irgendjemand dort draußen sein konnte – da war es bereits zu spät. Die Tür flog auf und Noyan, der kaum mehr wog als ein Beutel voll trockenem Sand, wurde zurück geschleudert. Auf dem glatten Steinboden schlug er hart auf und rutschte zurück. Sein Kopf zuckte zurück, wie von einer Schleuder abgeschossen, knallte auf den Stein. Sterne blühten vor seinen Augen auf, nicht unähnlich denen am Nachthimmel vor dem zerschlagenen Fenster, doch es waren mehr und sie zischten wild umher.
Schritte.
Jemand kam in den Raum. Mehr als eine Person. Er hörte ein raues Lachen, bevor er am Kragen gepackt und in die Höhe gezogen wurde. Dunkle Augen starrten ihn an, aus einem Gesicht voller schweißiger Bartstoppeln.
„Sieh an, sieh an. Wenn das kein Fang ist.“ Der Mann war in eine Uniform gekleidet, in gelbe Tücher und dunkles Leder. An seinem Kragen war eine Muschelbrosche befestigt, die eine Möwe im Flug zeigte. In einer Hand hielt er ein kurzes Likh und zusammen mit dem kalten Feuer in seinen Augen reichte dieser Anblick aus, dass Noyan sich in die Hose machte. Heiß lief es zwischen seinen Beinen hinab, ohne dass er etwas dagegen tun konnte. Nicht einmal das Sprechen wollte ihm noch gelingen.
„Worauf wartest du? Nimm ihn mit!“, ließ der andere Mann vernehmen, der in Noyans Zimmer gestürmt war. Er wirkte unruhiger als sein Kamerad, glich ihm ansonsten aber wie ein Sandkorn dem anderen. „Oroho hat den alten Buyar im Thronsaal eingekesselt, hab ich gehört. Seine Garde schützt ihn. Wollen doch mal sehen, was er tut, wenn wir seinem kleinen Knaben vor seinen Augen die Eingeweide aus dem Leib ziehen, wie einem frischen Fisch!“
„Bitte …“, brachte Noyan zustand. „Bitte …“
Oods Worte fielen ihm ein: „Ein Buyar der bittet? Oh, die Welt ist eigenartig, ist sie es? Ich denke ja, ja.“

Nein, sagte er sich. Ein Buyar fürchtet nichts und niemanden! Ein Buyar bittet nicht!
Es kostete ihn all seinen Mut, so zittrig und eingenässt wie er war, diese Worte heraus zu pressen: „Lasst mich los. Ich bin ein Buyar! Lasst mich los, wenn euch euer Leben lieb ist!“
Der Mann, der ihn hielt sah ihn verdutzt an, dann lachte er laut. „Wie der Vater, so der Sohn, eh?“ Beiläufig schüttelte er Noyan durch. „Unser Leben ist uns sogar sehr lieb, du Made! Aber was willst du schon tun? Was willst du tun, hm?“
„Ich werde Euch -“ Weiter kam er nicht. Mit der flachen Seite seines Likh verpasste der Mann ihm einen Schlag, dass die Sterne in Noyars Kopf zurück fluteten. Sein Mund füllte sich mit jenem seltsam angenehmen Kupfergeschmack, der ihn daran erinnerte, wie er vor nicht einmal einem Monat im Palastgarten auf den Steinboden gestürzt und sich einen Zahn ausgeschlagen hatte. Ood war damals bei ihm gewesen, hatte ihn aufgenommen und zu Vaters Heiler getragen. Oh, wie hatte Noyan geweint. Rotz und Wasser.

Vielleicht kennt ein Buyar keine Angst, erkannte er, aber er wusste sicher, wann er Schmerzen hatte.
Hinter dem Rücken des Mannes, der ihn geschlagen hatte, erklang ein kurzer Aufschrei, gefolgt von einem nassen Gurgeln. Etwas sackte zu Boden. Mit einem Mal war Noyan frei. Er fiel. Hart begrüßte der Boden ihn.
Etwas Gelbes wirbelte am Rande seines Sichtfelds vorbei, dann schrien zwei Stimmen aufeinander ein. Eine davon erkannte er als das kehlige Blubbern Oods.

Er ist gekommen um mich zu retten, dachte Noyan inmitten der umnebelten Sphäre seines Ichs. Er wird mich zu Vaters Heiler bringen.
Jetzt schrie nur noch der fremde Mann. Etwas knackte, holzig und feucht zugleich, dann verstummte die Stimme. Mit einem Mal lastete ein großes Gewicht auf Noyans Beinen. So hart schlug es auf, dass ein stechender Schmerz durch seine Knochen bis in seinen Nacken zuckte. Wieder schrie er.
Es war seltsam, wirklich. Je öfter er es tat, desto weniger störte es ihn, wenn er wimmerte und heulte – und schrie – wie ein kleines Kind. Er war ein Buyar, aber er war auch erst sechs!
Ebenso groß und schwer wie sein Verursacher fiel ein Schatten auf ihn hinab. Zuerst zuckten seine Arme schützend in die Höhe, doch er ließ sie wieder sinken, als er den Schatten an seinem Meeresgeruch erkannte. Etwas anderes hatte sich darunter gemischt, zu säuerlich um angenehm zu sein, dennoch bestand kein Zweifel: Ood war gekommen um ihn zu retten.
„Ach, Buyar-Schlüpfling, ich hab dir doch gesagt, du sollst niemandem die Tür öffnen. Böse Männer sind unterwegs, Mörder und Verräter.“ Ood hustete. „Verräter und Mörder.“ Seine langen, kräftigen Arme griffen nach dem Mann, der über Noyan gefallen war und warfen ihn fort, wie Noyan ein Spielzeug fort schleuderte, das ihm nicht länger Freude bereitete. Als das Gewicht verschwand, ebbte der Schmerz ab zu einem heißen Pochen ab, löste sich jedoch nicht vollständig auf.
Blinzelnd blickte Noyan zu Ood hinauf. In den Fingern des Thishoi lag ein kurzes Korallenmesser, dessen poröse Klinge mit nassem Rot überzogen war. Also war der Mann tot, der ihn gepackt und geschlagen hatte – als hätte daran irgendein Zweifel bestanden. Trotzdem erfüllte ihn diese Erkenntnis mit Befriedigung und Furcht zugleich. Nie zuvor hatte er den Tod kennen gelernt, nicht solange er denken konnte. Sein Mutter war bei seiner Geburt gestorben, doch daran erinnerte er sich nicht und wollte es auch nicht recht. Nie hatte er ein Haustier besessen, nur einmal hatte er beim Spaziergang im Palastgarten einen toten Roten Falter hinter einer der kunstvollen Hecken entdeckt, doch diese Erfahrungen waren nicht vergleichbar. Sie waren fern und fremd, ganz anders als die überwältigende Nähe des Todes, die ihn nun erschauern ließ – ob wohlig oder vor Abscheu vermochte er nicht zu sagen.
„Kannst du gehen, kleiner Noyan?“
Die Wahrheit war, dass er die Antwort auf diese Frage nicht wirklich kannte. Seine Beine taten
weh! Trotzdem nickte er.
„Das ist gut. Das ist gut. Du wirst gehen müssen.“ Ood ergriff ihn beim Arm und zog ihn auf die Füße.
„Was sind das für Männer, Ood? Sie wollten mich töten! Mein Vater …“ Er spürte, wie heiße Tränen in seine Augen stiegen. „Was geschieht bloß?“
„Kleiner Noyan, wir haben keine Zeit für all die Antworten, die du hören möchtest. Wir müssen fort. Große Gefahr ist im Anmarsch und du musst mir vertrauen. Vertraust du mir, kleiner Noyan?“
Er nickte. Das tat er.
„Gut. Dann komm. Kannst du gehen? Du musst. Ich habe noch jemanden zu tragen.“ Erst jetzt bemerkte der kleine Noyan das Bündel, das vor der Tür seines Zimmers lag. Ganz, ganz langsam, beinahe unmerklich, bewegte es sich.
Sein Herz schlug noch ein wenig schneller.
Seine Schwester. Wie hatte er seine Schwester vergessen können?


Teil 5

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Beitrag #2 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (4/5)
Und weiter zu Teil 4 Icon_smile

Zitat:Doch seine Stimme hatte nun die Sorge aufgesogen, die zuvor nur in seiner Miene gelauert hatte.

Die Formulierung hört sich ein wenig komisch an, auch wenn ich weiß was du meinst. Das "aufgesogen" passt mMn nicht so richtig, aber mir fällt auch nix besseres ein Icon_slash

Zitat:Und wenn sie einen Rammbock haben?, kam es ihm in den Sinn? Immerhin hatten sie etwas mit dem Palasttor gemacht, dass es so laut gekracht hatte.

Das zweite Fragenzeichen hast du irgendwie zuviel gesetzt.

Zitat:In der Ewigkeit, die Oods Verschwinden folgte, wurde der Kampflärm mal lauter, mal leiser, wogte umher wie die Kleine Tide im Laufe einer Woche, ohne je ganz zu verebben.

Vlt. "In der Ewigkeit, die auf Oods Verschwinden folgte, ..." ?

Und das war auch schon Teil 4, gefällt mir auch wieder sehr gut wie die anderen Teile eigentlich auch Pro

Dann auf zum Finale.


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Beitrag #3 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (4/5)
Hey Saryn! (jetzt hätt ich fast »guten Morgen« geschrieben … muss mal was gegen meinen Schlafrhythmus tun Icon_ugly ) (Nachtrag: das schrieb ich heute um 12 Uhr, nicht dass jemand auf falsche Ideen kommt *lach*)

In Teil 4 erfahren wir dann, wie, warum und wovor Noyan nun eigentlich geflohen ist. Eine zeitlang (früher) hab ich mich immer gefragt, bei solchen Szenen, ob die Leute da wirklich alles so detailgetreu erzählen und warum sie nicht Pause machen … aber inzwischen bin ich ja klüger und finde es eine angenehme Art, Erinnerungen und Rückblenden einzubauen.

Mit dem ersten Satz dachte ich, du wechselst zu Ood als Erzähler, was ich sehr merkwürdig fand, stellte dann aber schnell fest, dass das ein Missverständnis war Icon_wink

An der Perspektive hab ich im Großen und Ganzen nichts auszusetzen, nur an zwei oder drei Stellen war es für meinen Geschmack kein 6-jähriger, verängstigter Bub, der da erzählt, sondern ein Autor, der tiefgründige Dinge sagen will. Da ich aber selbst keinen Plan habe, wie man Kinderperspektiven »richtig« schreibt, sind meine Anmerkungen zu diesen Stellen natürlich nur Laienanmerkungen, die alles Recht haben, falsch zu sein Icon_wink

Am Ende von Teil 4 habe ich mir noch die Frage notiert, warum Ood die Schwester holen geht. Hat sie keinen eigenen Leibdiener? bzw. jemanden, der für ihr Wohl zuständig war, eine Amme oder so?
Selbst wenn sie – wie du später schreibst – erst einen Tag alt war … die Schwangerschaft wird man doch auf jeden Fall bemerkt haben, oder nicht? War das Königshaus nicht stolz auf den Nachwuchs? Oder WUSSTE der Vater, dass es besser ist, sie geheim zu halten? Dann würde ich da in Noyans Erinnerung oder halt in Teil 5 noch einen Hinweis einfließen lassen, dass die Frau während der Schwangerschaft versteckt wurde oder so.
Mir stellt sich nämlich die Frage, warum niemand bei einem neugeborenen Kind ist. Wäre da jemand, hätte Ood diese Person ja auch mitgebracht, oder nicht? Natürlich kann die Person auch von den Eindringlingen ermordet worden sein und Ood kam im letzten Moment dazwischen, bevor sie auch das Kind umbrachten, was dann aber sehr konstruiert wirkt, weil es bei Noyan das Gleiche nochmal ist.
Vielleicht ist die Amme auch auf dem Weg zu Noyans Zimmer gestorben …
Allerdings knüpft da die Frage an, wie sie das Kind nach der Flucht am Leben gehalten haben.
Tulug ist ja einer von den Angreifern (zumindest soweit meine Ermittlungen das ergaben), er weiß also, dass sie nach einem Thishoi, einem Bub und einem Neugeborenen suchen. Da sollte es relativ schwierig werden, eine Leihamme zu finden, oder?
Ich weiß nicht … es sind halt alles nur Vermutungen und Spekulationen, aber ich stelle es mir, mit den Informationen, die ich mir zusammengesammelt habe, sehr schwer vor, ein gerade neugeborenes Kind ohne Fachfrau über die Runden zu bringen, noch dazu, wenn man eine Flucht vor sich hat. hm ….

Dann noch was nicht-Textstellen-Gebundenes: Du schreibst relativ oft vom »kleinen« Noyan, was ich persönlich sehr unschön finde. Immerhin wird direkt im ersten Satz erwähnt, dass Noyan erst sechs ist, und da du in seiner Perspektive bleibst, wirkt das »kleine« sehr gekünstelt (auf mich). Da kommt später auch noch eine Textstelle, wo mir die Adjektivwahl ebenfalls nicht gefällt. Ein bisschen kommt es auch so …. effekthascherisch rüber, so *dramadrama* seht das arme KLEINE Kind. Das braucht es meiner Meinung nach gar nicht, weil der Text Noyans Alter doch recht gut vermittelt.

Nun aber zu konkreten Sachen Icon_smile

Zitat: um zu erkennen, dass etwas nicht stimmte. Sicher hatte es was mit dem Lärm zu tun,
ach … da wollte ich vorschlagen, aus dem »hatte es was« ein »hatte es etwas« zu machen, weil das »was« sich nicht soo schön liest, da fällt mir das »etwas« im Satz davor auf. hm …
Was mir da aber ebenfalls auffällt: Warum sieht Noyan den Lärm als Grund für Oods Nervosität? Für Noyan ist es doch bisher noch ganz normaler Festlärm … ist Ood dann immer nervös? Wenn ja, würde ich das auf jeden Fall einfügen (falls meine Theorie hinhaut, und das gar keine Feste sondern Kämpfe sind, die der Vater nur als »Feste« vor einem Sohn ausgibt (bin mir dieser Theorie aber alles andere als sicher)).
Also entweder das sind normale Fest, dann hat Noyan keinen Grund, sie als Grund für Oods Nervosität zu sehen.
Oder es sind keine normalen Feste (also alle, nicht nur dieses eine), dann würde ich Noyan erkennen lassen, dass Ood nervös ist, so wie er immer bei Festlärm nervös ist.
(ich schreib ihn übrigens dauernd »Odd« …)
Lies am besten erst meine Gesamttheorie unter Teil 5 *lach* (ich hätte sie doch an den Anfang setzen sollen *grml*)

Zitat: „Ich denke“, begann er, verstummte aber dann.
hinter das »denke« würde ich noch Auslassungspunkte setzen, da Ood ja vermutlich eigentlich mehr sagen wollte, als nur das.

Zitat: „Es ist kein Fest, oder? Diesmal nicht?“
Auch hier: Mir fehlt einfach Noyans Motivation, Oods Verhalten auf den Lärm zu beziehen. Vielleicht ist auch einfach was im Palast passiert, was dem Leibdiener Sorge macht? Gerade in Anbetracht der heute stattgefundenen Geburt der Schwester (!). Gut, ich weiß jetzt nicht, wie viel Noyan davon mitbekommen hat … aber dass er so auf diesen Festlärm fixiert ist, obwohl der noch ausdrücklich als »oft« vorkommend beschrieben wird. Welchen Grund hat Noyan, an genau diesem zu zweifeln?
Vielleicht solltest du direkt bei der ersten Erwähnung einbauen, dass er sich doch irgendwie anders anhört als sonstiger Lärm? (wenn es denn der Fall ist Icon_wink )

Ah, und was eigentlich noch an den Anfang gehört hätte:
Hast du ein spezielles System, nach dem du in Oods wörtlicher Rede »Schlüpfling-Buyar«, »kleiner Noyan«, nur »Noyan« und »Buyar Schlüpfling« schreibst? Eine einheitliche Anrede fände ich schöner, oder eine andere Anrede, wenn es wirklich ernst wird oder sowas.

Zitat: „Ein Buyar der bittet? Oh, die Welt ist eigenartig, ist sie es?
Komma zwischen »Buyar, der«
Der letzte Satz ist eine Herzchen-Stelle, weil mir diese Thish-Akzent-Rede-Sache wirklich gut gefällt

Zitat: Wo eben noch Buyaer Hemda zu sehen gewesen war, der von einem knienden Thishoi die Friedensperle überreicht bekam,
ist das ein Tippfehler oder eine gewollte Besonderheit?
Mein erster Gedanken beim Lesen war übrigens, wo denn plötzlich die neue Person herkommt … bis ich dann merkte, dass es ein Bildfenster ist … ich schieb es mal auf mich und meine Schlauchsteherei *lach*

Zitat: Ood sprang auf. Noyan konnte sagen, dass er überrascht war, denn er verfiel in seine Muttersprache, von der er nur wenig verstand. Diese Worte aber kannte er, doch er konnte sich keinen Reim auf sie machen.
hm, hm … an der Stelle hab ich arg gestockt. Wäre es zumindest wichtig, WAS Ood da sagt, wäre es nichtmal so schlimm, aber ich seh nichtmal den Sinn von dieser Information. Dass Ood erschrocken ist, wenn etwas knallt, kann ich auch so nachvollziehen.
Außerdem ist der Bezug etwas wackelig, durch die ganzen »er«s.
Er ist überrascht, denn er redet Muttersprache, von der er nur wenig versteht. Und am Anfang dieser Reihe steht »Noyan« als Bezug Icon_wink Statt da jetzt aber groß dran rumzudrehen, würde ich das ganze einfach ein bisschen einschrumpfen.
»Ood sprang auf. Vor Überraschung verfiel er in seine Muttersprache, doch auf die wenigen Worte, die Noyan erkannte, konnte er sich keinen Reim machen.« oder so. Wobei ich ja natürlich sehr gerne wüsste, was Ood da denn brabbelt Mrgreen
… *hust* ich glaube, ich verstehe grade … »Das Tor« SIND diese Worte, oder? ja, also … bei mir hat das etwas gedauert, wie du gerade merkst *lach*
Das Problem war, dass ich bei »wenige Worte« an so eine Handvoll (mindestens) denke, und »Das Tor« ja nun wirklich überschaubar genau 2 Worte sind. Deshalb würde ich dann nicht von wenigen Worten sprechen, sondern wirklich von »den beiden« oder so. In deiner Textstelle klingt es im Moment für mich so, als würde Ood ein oder zwei Sätze in seiner Muttersprache sagen, aber Noyan versteht von den vielen Worten nur ein paar und kann sich DESHALB keinen Reim darauf machen.
Neuer Vorschlag:
»Ood sprang auf und verfiel überrascht in seine Muttersprache. Zwar verstand Noyan die beiden Worte, doch einen Reim konnte er sich nicht darauf machen.«

Zitat: „Das Tor“, sagte der Thishoi. Und wieder: „Das Tor!“
Er packte Noyan bei den Schulter. „Kleiner Noyan,

Hier kommt kein Absatz nach der wörtlichen Rede, weil der Sprecher ja nicht wechselt.

Zitat: Die Stimmen, die durch den Palast hallten wurden von Lärm überschallt, von hartem Krach.
Komma zwischen »hallten, wurden«

Zitat: Als er fertig und Noyans Nase vom Salzgeruch des Thishoi erfüllt und seine Seele zumindest ein kleines Bisschen weniger stürmisch war, hielt Ood ihn auf Armlänge von sich.
»bisschen«; das davorstehende »kleines« finde ich persönlich zuviel des Guten, einfach nur »ein bisschen« würde für mich reichen.
Mir persönlich gefällt auch die Satzstruktur nicht. Also drei Sätze, mit »und« verbunden und das Hilfsverb »war« ganz am Ende. Da stockt der Lesefluss eher, finde ich.
Zumal ich mich auch frage, womit Ood »fertig« war? Mit »in den Arm nehmen«? Das ist ja nun aber kein Vorgang, der eine bestimmte Zeitspanne braucht, sondern eine Aktion. Also in den Arm genommen hat Ood Noyan ja innerhalb von einer Sekunde – aber er hält ihn doch auch noch oder so, oder? »Fertig sein« klingt einfach so lieblos – man ist mit den Hausaufgaben fertig, oder mit dem Reparieren des Radios.
Vielleicht:
»Noyans Nase füllte sich mit dem Salzgeruch des Thishois und die vertraute Nähe dämmte den Sturm in seiner Seele (ein bisschen) ein. Erst als er sich beruhigt hatte, hielt Ood ihn auf Armlänge von sich.«
oder sowas

Als Ood Noyan allein lässt, war ich sehr stark irritiert, warum der Leibdiener den ihm anvertrauten Thronerben alleine lässt, wenn der Palast angegriffen wird. Als er mit der Schwester zurückkommt, ergibt das natürlich Sinn.

Schön finde ich, wie Noyan mit seiner Angst kämpft und sich einredet, dass er als Königssohn keine Angst haben darf / kann, dass er mutig sein muss und dass er trotzdem nur ein Kind in Gefahr ist.

Zitat: Lasse niemanden ein, bis sich zurückkehre, hast du gehört?“,
»ich«

Zitat: und ging zur Tür um den schweren Riegel vorzuschieben. Seine kurzen Arme mussten sich weit strecken um ihn zu erreichen, seine kleinen Muskel schwer arbeiten,
Komma zwischen »Tür, um«;
Hier die angekündigte Stelle, an der die Adjektive mMn sehr stören. Ich denke, es liegt nichtmal an den Adjektiven selbst, sondern daran, dass sie überflüssig sind, weil sie etwas wiederholen, das du sehr schön im Textfluss – in der Handlung – darstellst.
Wenn Noyan die Arme weit strecken muss – natürlich sind sie dann kurz, er ist immerhin erst 6.
Wenn seine Muskeln schwer arbeiten müssen – natürlich sind sie dann noch schwach / klein, denn er ist erst 6 und so ein Riegel ist schwer.
Die Adjektive wirken da wie eine Versicherung, dass der Leser auch ja wirklich und ganz sicher versteht, dass der arme kleine Bub ein armer kleiner Bub ist und alles ganz dolle schwer für ihn *lach* ist nicht böse gemeint, das weißt du ja Icon_wink Ich würd »kurzen« und »kleinen« einfach weglassen.

Zitat: kam es ihm in den Sinn? Immerhin
Punkt statt Fragezeichen

Zitat: Was war nur los mit der Welt? Eben noch hatten er und Ood gemeinsam mit Yuta die Rubinsee bereist, waren mit ihm auf den breiten Rücken der Meerhexen durch die Gischt geritten und jetzt fragte er sich, ob es möglich war, einen Rammbock die gewundene Treppe zu seinem Zimmer herauf zu tragen.
Den Absatz würde ich streichen. Gnadenlos. Icon_ugly
Denn alles, was dort gesagt wird, wissen wir schon. Wir waren ja dabei, als er mit Ood die Geschichte gehört hat und wir waren auch dabei, als er sich die Rammbock-Sache gefragt hat. So halb zumindest.
Und das »Was war nur los mit der Welt?« klingt zu … alt. Ein sechsjähriger Bub – Königssohn hin oder her – der grad die Stürmung des Palastes erlebt … macht der sich Gedanken über die Welt? Wenn du diese (für meinen Geschmack zu philosophischen) Gedankengang drin haben willst, bezieh es doch eher auf etwas, das für Noyan greifbar ist. »Was geschah nur plötzlich in den Mauern, die ihm bis eben noch so sicher erschienen waren« oder sowas. Nimm nicht die ganze Welt, die merkwürdig ist, sondern das, was Noyan von seinem Alltag kennt.
Aber wie gesagt – für mich passt das Reflektieren an dieser Stelle überhaupt nicht, weil er noch voll in der Situation drin ist. Lieber würde ich sehen, wie er vielleicht aus dem Fenster guckt oder gespannt auf die Tür starrt, oder sogar eine Waffe sucht (ich weiß ja nicht, inwieweit er auf das »echte« Leben schon vorbereitet ist. Vielleicht versucht er sich auch selbst abzulenken, indem er die Geschichte weiterliest? Da du ja im nachfolgenden auf seine »Aktionen« eingehst, empfinde ich das hier aber einfach als überflüssig Icon_wink

Zitat: die Beine an die Brust gezogen, und kämpfte gegen die Flut der Furcht in seiner kleinen Brust.
das war so eine dieser *gnahgnahgnahichweißdasserkleinist*-Stellen Mrgreen Da sich die Brust sowieso doppelt, würde ich einfach »in seiner kleinen Brust« streichen. Die Furcht ist schließlich nicht nur da, sondern auch im Kopf und überall sonst

Zitat: eine der ersten Erinnerungen, die Noyan besaß und eine der wertvollsten, die er in der kleinen Muscheln seines Kopfes hütete:
»Muschel«;
einerseits mag ich das Bild. Andererseits find ich es schräg *lach* Ich stell mir eine echte Muscheln im Kopf vor, daher kommt es

Zitat: Eben hatte er sich in die Windeln gemacht.
Was genau soll uns das sagen? Mrgreen
Einerseits (ich weiß, ich wiederhole mich) ist es irgendwie … hm … naja, was Alltägliches, aber andererseits hat es mich wirklich rausgerissen. Es steht einfach so ohne jeden Zusammenhang da als Information im Text und ich denke mir: Aha … ja und?
Als nächstes kam die Frage, ob sich Kleinkinder wirklich schämen, wenn sie in die Windeln machen. Oder ob es dazu ein stärker entwickeltes Moral-/Ethik-/Gesellschafts-/Selbst-Empfinden braucht. Keine Ahnung, bin weder Pädagoge noch Kleinkindexperte *lach* Ich finds nur sehr irritierend, diese Info da ohne Zusammenhang und tieferen Sinn zu bekommen.
Vor allem in Anbetracht dessen, dass Noyan es ja gerade Tulug erzählt Icon_ugly

Zitat: „Du bist ein Buyar, Junge. Furcht kennst du nicht. Angst ist dir fremd und Zweifel ebenso.
Warum lässt du ihn da nicht genau das sagen, von dem Noyan ständig behauptet, er hätte es gesagt:
»Du bist ein Buyar und du fürchtest nichts und niemanden.«
Das ist der Satz, der mehrfach aus Noyans Sicht erwähnt wird, deshalb sollte das auch der Satz sein, den sein Vater ihm sagt.

Zitat: Sterne blühten vor seinen Augen auf, nicht unähnlich denen am Nachthimmel vor dem zerschlagenen Fenster
Ich mach das auch gerne, dass ich so schöne Bilder (Sterne blühten auf) benutze, auch wenn ich was für die Erzählperson eher Negatives beschreibe. Bin mir da selbst oft uneins, ob ich es lassen soll, oder ob es ein Perspektivenbruch ist. das »nicht unähnlich« finde ich für Noyans Denken allerdings zu verschwurbelt. Der hat grad nen harten Schlag gegen den Kopf bekommen, da passt »nicht unähnlich« für mich einfach nicht rein.

Zitat: glich ihm ansonsten aber wie ein Sandkorn dem anderen
Pro

Zitat: so zittrig und eingenässt wie er war, diese Worte heraus zu pressen:
»herauszupressen«

Zitat: Lasst mich los, wenn euch euer Leben lieb ist!“
Der Mann, der ihn hielt sah ihn verdutzt an,

»Euch Euer«; er spricht ja nur den an, der ihn festhält
Komma zwischen »hielt, sah«

Zitat: Sein Mund füllte sich mit jenem seltsam angenehmen Kupfergeschmack,
angenehm? Hm … selbst wenn er den Geschmack mag, verbunden mit der Erinnerung an ausgeschlagene Zähne finde ich die Wertung »angenehm« unpassend

Zitat: Vielleicht kennt ein Buyar keine Angst, erkannte er, aber er wusste sicher, wann er Schmerzen hatte.
»weiß« und »hat«, da es ja Gedanken Noyans sind.

Zitat: dann schrien zwei Stimmen aufeinander ein. Eine davon erkannte er als das kehlige Blubbern Oods.
Warum schreien die sich an? Irgendwie ist das für mich ein Hinweis, dass sie sich kennen … wobei »aufeinander einschreien« mich so an Weibergekeife erinnert – oder wenn ich mich mit meiner Schwester zicke: »Wohl!« - »Nein!« - »Doch!« - »Du hast ja keine Ahnung!« - »Liegt in der Familie!« - »Honk!« …

Zitat: Er ist gekommen um mich zu retten,
Komma zwischen »gekommen, um«

Zitat: Es war seltsam, wirklich. Je öfter er es tat, desto weniger störte es ihn, wenn er wimmerte und heulte – und schrie – wie ein kleines Kind. Er war ein Buyar, aber er war auch erst sechs!
Vor allem der erste und der letzte Satz machen diese Aussage für mich zu analytisch. Mag aber natürlich, wie so vieles andere, Geschmackssache sein Icon_wink

Zitat: Ebenso groß und schwer wie sein Verursacher fiel ein Schatten auf ihn hinab.
Der Schatten ist groß – okee, aber wie kann ein Schatten »schwer« sein? Icon_wink der Bezug von »sein« ist außerdem etwas unklar, da es eigentlich auf Noyan bezogen sein müsste.

Zitat: Etwas anderes hatte sich darunter gemischt, zu säuerlich um angenehm zu sein,
Komma zwischen »säuerlich, um«
Aufgrund dieser Textstelle hab ich später bei Tulug Verdacht geschöpft, genaueres dazu dann bei Tulug in Teil 5. Allerdings frage ich mich noch immer, was der säuerliche Geruch sein soll. Kleiner Hinweis? Icon_smile

Zitat: ebbte der Schmerz ab zu einem heißen Pochen ab,
ein »ab« muss weg Icon_wink

Ich glaube, ich hab alles wichtige schon vorweg gesagt (hab heut mittag angefangen zu schreiben, aber eine Pause dazwischengeschoben, deshalb geht’s erst jetzt weiter). Unter Teil 5 wirst du dann all meinen konfusen Interpretationen gegenübertreten müssen. Ich bin gespannt, ob ich mit irgendeiner Vermutung auch nur halbwegs richtig liege *lach*

Ich versuch, es heute nach dem Essen noch hinzubekommen, kann aber für nichts garantieren.

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #4 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (4/5)
Hallo Saryn,

ein bisschen habe ich bei dieser Geschichte den Eindruck, dass du zwar en sehr klares Konzept der Story, der Charaktere und der Zusammenhänge in deinem Kopf hattest - dann aber etwas zu schnell geschrieben hast.
Du erzählst die Geschichte vom Sturz des Vaters (durch den Usurpator, nehme ich an) aus Noyans Sicht. Seine Ängste, Befürchtungen, sein Mut. Und du erzählst von Ood, der ihn nicht nur erzieht, sondern auch beschützt in dieser Situation - ihn rettet vor den Leuten, denen er in kindlichem Leichtsinn die Tür geöffnet hat.
Die Geschichte, die du erzählst - Noyans Vergangenheit - ist sehr tragisch und ich denke, der entscheidende Part kommt erst noch. Trotzdem bricht dieser Teil mit den vorherigen, denn es ist nie ganz klar, aus wessen Perspektive du schreibst:
Ist es der sechsjährige Noyan oder der heutige? Beschreibst du, was ist oder woran er sich erinnert? Mir kam es beim Lesen so vor, als würdest du zwischen den beiden schwanken - gleichzeitig versuchst du es mit einem neutralen Erzähler, der dann Formulierungen wie "der kleine Noyan" hervorbringt, die für mich in beiden Fällen unpassend wirken. Irgendwie schaffst du es nicht wirklich, mir das Kind rüberzubringen, das Noyan sein soll. Hier zum Beispiel:
Zitat:Was war nur los mit der Welt? Eben noch hatten er und Ood gemeinsam mit Yuta die Rubinsee bereist, waren mit ihm auf den breiten Rücken der Meerhexen durch die Gischt geritten und jetzt fragte er sich, ob es möglich war, einen Rammbock die gewundene Treppe zu seinem Zimmer herauf zu tragen.
Das sind nicht die Gedanken eines Kindes.
Fragt sich ein Sechsjähriger wirklich, ob es möglich ist, mit dem Rammbock bis zur Tür zu kommen? Fragt er sich, was bloß mit der Welt los ist? Er wird gerade mit einer Gefahr konfrontiert, die er nicht einschätzen kann. Da wirken diese Gedanken viel zu sachlich.
Du schreibst von seinem Spielzeug, von seinem aufgeschlagenen Zahn - aber denkt er daran wirklich in dem Moment? Dass er den Geschmack von Blut mag? Er muss so eine Angst haben! Er ist völlig überfordert von der Situation, weiß nicht, was passiert - vllt fällt ihm irgendeine Kleinigkeit an den Männern auf, irgendetwas, das er fixiert. Wie riechen sie denn zum Beispiel?
Mich wundert auch, dass Noyan zu keinem Zeitpunkt zum Fenster geht und versucht rauszuschauen. Ist das nicht das erste, was man tut, wenn von draußen ungewohnter Lärm reindringt?

Was mir gut gefällt, ist, wie er sich die Worte seines Vaters in den Kopf ruft, sich zwingt, nicht zu winseln oder zu bitten. Auch die Nähe zu Ood, das Eingeständnis, doch weinen zu dürfen, denn er ist doch erst sechs. Das triffst du gut. Das Kind als Ganzes nehme ich dir aber in diesem Teil nicht ab.

Ganz groß - und zwar schon in der gesamten Geschichte, aber in diesem Teil ist es mir besonders aufgefallen - ist, wie du jeden Vergleich mit Meerbezug aufbaust. Dadurch kann man wortwörtlich in deine Geschichte eintauchen, sehr schön.

Anmerkungen:
Zitat: In seinem Gesicht ließ sich nach wie vor schwer lesen
Entweder: In seinem Gesicht ließ sich nach wie vor schwer lesen, woran er dachte
Oder: Sein Gesicht ließ sich nach wie vor schwer lesen
Zitat:Sicher hatte es was mit dem Lärm zu tun, der seit einer oder zwei Stunden vom Hafen und aus der Stadt zu hören war.
"etwas", sagt Noyan schließlich später auch.
Zitat:Aber nein, Ood war beunruhigt
Hm, du beginnst ja schon damit, dass Ood beunruhigt war. Und hier nimmt Noyan das wieder wahr: Da wirkt es seltsam, dass er zwischendurch fragt, ob draußen ein Fest ist. Er spürt ja, dass etwas nicht stimmt. Da wirkt die Naivität unglaubwürdig.
Zitat:der wie ein Kleinkind im Vergleich zur langgezogenen Gestalt des Thishoi wirkte.
Hier zum Beispiel kommt der Erzähler dazu, der sich nicht zuordnen lässt. Und soweit weg ist ein Sechsjähriger auch nicht von einem Kleinkind ...
Zitat:„Aber ich weiß, ich will es!“ Warum konnte Ood es ihm nicht einfach sagen? Noyan mochte keine Überraschungen. Er hasste Überraschungen. „Bitte sag es mir!“
Hier habe ich mich sehr gewundert, dass es ihn nicht zum Fenster zieht.
Zitat:Wo eben noch Buyaer Hemda zu sehen gewesen war, der von einem knienden Thishoi die Friedensperle überreicht bekam, glimmte mit einem Mal nur noch der sternenbesetzte Nachthimmel.
Da du Hemda zuvor mit keinem Wort erwähnst, kommt hier eine ganze Szene ins Bild, die ich als Leser weder zuordnen noch verstehen kann. Hier sind wir dann ganz im Geiste Noyans, der sich in der Richtung noch nicht mitgeteilt hat.
Zitat:Ood sprang auf. Noyan konnte sagen, dass er überrascht war, denn er verfiel in seine Muttersprache, von der er nur wenig verstand.
Da du zwei männliche Prots hast, lässt sich das "er" nicht so leicht zuordnen, vllt "sein Erzieher" oder so etwas?
Oder etwas wie "Vor Überraschung verfiel er in seine Muttersprache, von der Noyan nur wenig verstand."
Zitat:In der Ewigkeit, die Oods Verschwinden folgte, wurde der Kampflärm mal lauter, mal leiser, wogte umher wie die Kleine Tide im Laufe einer Woche, ohne je ganz zu verebben.
Das Bild mit der Tide ist dann so schön, da kannst du markierten Teil auch rauslassen.
Zitat:Wenn er ihr nachgab, das wusste er einfach, dann würde sie alle Vernunft aus ihm fortspülen.
Und hier - mit der "das wusste er einfach"-Formulierung - sind wir dann plötzlich ganz im Kopf des kleinen Noyan ...
Entweder du ziehst es durch mit ihm oder du lässt das "einfach" raus, denn es liest sich hier fehlplatziert.
Zitat:So gefangen war er, in diesem sich stetig wiederholenden Schwappen dieses einen, kräftigen Gedanken
vllt "im sich stetig ..."
Zitat:Oh, wie hatte Noyan geweint. Rotz und Wasser.
Warum so theatralisch? Ohne "Oh" wäre es wahrscheinlich stärker ...
Zitat:Mit einem Mal lastete ein großes Gewicht auf Noyans Beinen. So hart schlug es auf, dass ein stechender Schmerz durch seine Knochen bis in seinen Nacken zuckte. Wieder schrie er.
Es war seltsam, wirklich. Je öfter er es tat, desto weniger störte es ihn, wenn er wimmerte und heulte – und schrie – wie ein kleines Kind. Er war ein Buyar, aber er war auch erst sechs!
Warum schreibst du nicht direkt, dass der Mann auf ihn stürzt? Er sieht ihn doch auch, fühlt nicht nur das Gewicht, sieht wie der Riese auf ihn zufliegt und schreit und dann liegt er auf ihm und er spürt das Gewicht. Oder?
Zitat:dessen poröse Klinge mit nassem Rot überzogen war. Also war der Mann tot, der ihn gepackt und geschlagen hatte
*g* Weil Ood ihn getroffen hat, ist er direkt tot. Da triffst du den kindlichen Gedanken ganz gut.

Mal schauen, wie du die Geschichte zu Ende führst - und was Noyan, Ood und seiner Schwester weiter passiert. Vllt kennt Tulug ja die Schwester.

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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Beitrag #5 |

RE: In der Bucht der Krabbenfischerkönige (4/5)
Edit: Ich glaub irgendwie ist mir der Kommentar zu 3/5 abhanden gekommen .... aaargh!

Hallo alle zusammen!

Hallo Joromir:

Die Formulierung hört sich ein wenig komisch an, auch wenn ich weiß was du meinst. Das "aufgesogen" passt mMn nicht so richtig, aber mir fällt auch nix besseres ein
Ist notiert. Wobei ich den zweiten Teil des Satzes inzwischen holpriger finde als den ersten^^

Schön, dass es dir gefällt Icon_smile

Hallo Lanna:

aber inzwischen bin ich ja klüger und finde es eine angenehme Art, Erinnerungen und Rückblenden einzubauen.
Darf man fragen, was dich klüger gemacht hat? Oder war es die Erkenntnis, dass es schwer ist, so etwas einzubauen ohne zu tricksen? ^^

An der Perspektive hab ich im Großen und Ganzen nichts auszusetzen, nur an zwei oder drei Stellen war es für meinen Geschmack kein 6-jähriger, verängstigter Bub, der da erzählt, sondern ein Autor, der tiefgründige Dinge sagen will. Da ich aber selbst keinen Plan habe, wie man Kinderperspektiven »richtig« schreibt, sind meine Anmerkungen zu diesen Stellen natürlich nur Laienanmerkungen, die alles Recht haben, falsch zu sein
Ich dachte eigentlich, dass ich mit dem jungen B.N. da auf dem richtigen Weg bin, aber Libertine sieht es ähnlich wie du, deshalb muss ich auf jeden Fall nochmal zur Nachhilfe, was das angeht^^

Am Ende von Teil 4 habe ich mir noch die Frage notiert, warum Ood die Schwester holen geht. Hat sie keinen eigenen Leibdiener? bzw. jemanden, der für ihr Wohl zuständig war, eine Amme oder so?
Selbst wenn sie – wie du später schreibst – erst einen Tag alt war … die Schwangerschaft wird man doch auf jeden Fall bemerkt haben, oder nicht? War das Königshaus nicht stolz auf den Nachwuchs? Oder WUSSTE der Vater, dass es besser ist, sie geheim zu halten? Dann würde ich da in Noyans Erinnerung oder halt in Teil 5 noch einen Hinweis einfließen lassen, dass die Frau während der Schwangerschaft versteckt wurde oder so.
Ood musst davon ausgehen, das diejenigen, die bei der Schwester sind, eventuell tot sind.
Was das Geheimnis um die Schwester angeht … da muss ich noch etwas einfließen lassen, stimmt.

Dann noch was nicht-Textstellen-Gebundenes: Du schreibst relativ oft vom »kleinen« Noyan, was ich persönlich sehr unschön finde. Immerhin wird direkt im ersten Satz erwähnt, dass Noyan erst sechs ist, und da du in seiner Perspektive bleibst, wirkt das »kleine« sehr gekünstelt (auf mich). Da kommt später auch noch eine Textstelle, wo mir die Adjektivwahl ebenfalls nicht gefällt. Ein bisschen kommt es auch so …. effekthascherisch rüber, so *dramadrama* seht das arme KLEINE Kind. Das braucht es meiner Meinung nach gar nicht, weil der Text Noyans Alter doch recht gut vermittelt.
Es würde mehr Sinn machen, wenn es der „kleine Buyar“ wäre, nicht der kleine Noyan.
Mich hat aber in erster Linie der Klang dazu bewogen, es so zu schreiben, auch wenn ich es gerne besser erklären können würde^^
Werde auf jeden Fall auf deine Kritik eingehen, wenn die Korrektur auf mich zukommt^^

Vielleicht solltest du direkt bei der ersten Erwähnung einbauen, dass er sich doch irgendwie anders anhört als sonstiger Lärm? (wenn es denn der Fall ist )
Ich hatte das ursprünglich mal drin, aber bei der ersten Korrektur wieder gestrichen, weil ich es eigentlich für selbsterklärend gehalten habe. Jetzt überlege ich, ob ich es wieder reinnehmen soll^^

Hast du ein spezielles System, nach dem du in Oods wörtlicher Rede »Schlüpfling-Buyar«, »kleiner Noyan«, nur »Noyan« und »Buyar Schlüpfling« schreibst? Eine einheitliche Anrede fände ich schöner, oder eine andere Anrede, wenn es wirklich ernst wird oder sowas.
Ein System gibt es nicht, sollte es aber wohl geben^^

Der letzte Satz ist eine Herzchen-Stelle, weil mir diese Thish-Akzent-Rede-Sache wirklich gut gefällt
Danke Icon_smile

Mein erster Gedanken beim Lesen war übrigens, wo denn plötzlich die neue Person herkommt … bis ich dann merkte, dass es ein Bildfenster ist … ich schieb es mal auf mich und meine Schlauchsteherei *lach*
Das werde ich auch tun^^
Oder würde es, aber Libertine stößt sich auch daran und zwei gegen einen … tja^^

hm, hm … an der Stelle hab ich arg gestockt. Wäre es zumindest wichtig, WAS Ood da sagt, wäre es nichtmal so schlimm, aber ich seh nichtmal den Sinn von dieser Information. Dass Ood erschrocken ist, wenn etwas knallt, kann ich auch so nachvollziehen. […]
Neuer Vorschlag:
»Ood sprang auf und verfiel überrascht in seine Muttersprache. Zwar verstand Noyan die beiden Worte, doch einen Reim konnte er sich nicht darauf machen.«
Ich kürze das mal ein wenig zusammen^^
Ja, Ood sagt „das Tor“. Zumindest in der Übersetzung. Mein Gedanke war aber, dass die Sprachen sich unterscheiden und diese zwei Worte in Thish mehreren entsprechen können.
Ich erstelle jetzt aber nicht extra eine Grammatik und ein Wörterbuch für die Sprache Icon_wink

Noyans Nase füllte sich mit dem Salzgeruch des Thishois und die vertraute Nähe dämmte den Sturm in seiner Seele (ein bisschen) ein. Erst als er sich beruhigt hatte, hielt Ood ihn auf Armlänge von sich.«
Deine Variante ist direkter und schöner. Darf ich? Icon_wink

Die Adjektive wirken da wie eine Versicherung, dass der Leser auch ja wirklich und ganz sicher versteht, dass der arme kleine Bub ein armer kleiner Bub ist und alles ganz dolle schwer für ihn *lach* ist nicht böse gemeint, das weißt du ja Ich würd »kurzen« und »kleinen« einfach weglassen.
Ich finde es immer interessant zu sehen, wenn Assoziationen in ganz unterschiedliche Richtungen feuern. Bezieht sich vor allem auf „Muskeln“, die sind bei mir nämlich in Gedanken automatisch eher ausgewachsen und eventuell etwas kräftiger, deshalb die Betonung, dass sie hier eben „klein“ sind^^

Den Absatz würde ich streichen. Gnadenlos.
Denn alles, was dort gesagt wird, wissen wir schon. Wir waren ja dabei, als er mit Ood die Geschichte gehört hat und wir waren auch dabei, als er sich die Rammbock-Sache gefragt hat. So halb zumindest.
Ach ja … töte deine Lieblinge.
Ich fürchte, du hast recht^^

das war so eine dieser *gnahgnahgnahichweißdasserkleinist*-Stellen Da sich die Brust sowieso doppelt, würde ich einfach »in seiner kleinen Brust« streichen. Die Furcht ist schließlich nicht nur da, sondern auch im Kopf und überall sonst
Könnte jetzt ähnlich argumentieren wie weiter oben, aber hier fällt es wirklich unangenehm auf.
(Kann mir übrigens vorstellen, wie du beim „gnahgnah“ auf den Knöcheln rumkaust Icon_wink )

einerseits mag ich das Bild. Andererseits find ich es schräg *lach* Ich stell mir eine echte Muscheln im Kopf vor, daher kommt es
Manchmal muss man die Lieblinge verteidigen Icon_wink
Der Satz bleibt Icon_wink

Zur Windel:
Oder ob es dazu ein stärker entwickeltes Moral-/Ethik-/Gesellschafts-/Selbst-Empfinden braucht. Keine Ahnung, bin weder Pädagoge noch Kleinkindexperte *lach* Ich finds nur sehr irritierend, diese Info da ohne Zusammenhang und tieferen Sinn zu bekommen.
Ich denke schon, dass sie sich schämen. Vielleicht schmeoß ich die Stelle aber trotzdem raus^^
Vor allem in Anbetracht dessen, dass Noyan es ja gerade Tulug erzählt
Ich gehe einfach mal davon aus, dass er es ausgelassen haben wird Icon_wink

Warum lässt du ihn da nicht genau das sagen, von dem Noyan ständig behauptet, er hätte es gesagt:
»Du bist ein Buyar und du fürchtest nichts und niemanden.«
Das ist der Satz, der mehrfach aus Noyans Sicht erwähnt wird, deshalb sollte das auch der Satz sein, den sein Vater ihm sagt.
Kontinuität und ich, wir verstehen uns manchmal nicht so.
Du hast natürlich absolut recht.

Ich mach das auch gerne, dass ich so schöne Bilder (Sterne blühten auf) benutze, auch wenn ich was für die Erzählperson eher Negatives beschreibe. Bin mir da selbst oft uneins, ob ich es lassen soll, oder ob es ein Perspektivenbruch ist. das »nicht unähnlich« finde ich für Noyans Denken allerdings zu verschwurbelt. Der hat grad nen harten Schlag gegen den Kopf bekommen, da passt »nicht unähnlich« für mich einfach nicht rein.
Hm, hast recht, mit so ziemlich allem.
Ich mag das Sterne-vor-den-Augen-Bild … da hätte mir eine Warnung sein sollen Icon_wink

Warum schreien die sich an? Irgendwie ist das für mich ein Hinweis, dass sie sich kennen … wobei »aufeinander einschreien« mich so an Weibergekeife erinnert – oder wenn ich mich mit meiner Schwester zicke: »Wohl!« - »Nein!« - »Doch!« - »Du hast ja keine Ahnung!« - »Liegt in der Familie!« - »Honk!« …
Die Szene ist eher wie folgt:
Ood schleuder einen der Angreifer fort, ist aber unbewaffnet. Der andere ist bewaffnet, brüllt ihn an, er solle aufgeben/sich ergeben, hat aber Angst vor dem Thishoi, der ihn um einiges überragt. Dann schließlich Eskalation.

Aufgrund dieser Textstelle hab ich später bei Tulug Verdacht geschöpft, genaueres dazu dann bei Tulug in Teil 5. Allerdings frage ich mich noch immer, was der säuerliche Geruch sein soll. Kleiner Hinweis?
Okay, ich weiß nicht, wie du das mit Tulug verbindest, aber der Geruch ist der nach Blut und (vor allen Dingen) Schweiß.

Hallo Libertine:

ein bisschen habe ich bei dieser Geschichte den Eindruck, dass du zwar en sehr klares Konzept der Story, der Charaktere und der Zusammenhänge in deinem Kopf hattest - dann aber etwas zu schnell geschrieben hast.
Wie gesagt, ich werde zum Ende hin gerne ungeduldig. Da brauche ich noch viel Übung. Bin ja schon froh, dass ich mich auf meine vier Buchstaben gesetzt und die Geschichte trotzdem beendet habe^^

Trotzdem bricht dieser Teil mit den vorherigen, denn es ist nie ganz klar, aus wessen Perspektive du schreibst:
Ist es der sechsjährige Noyan oder der heutige? Beschreibst du, was ist oder woran er sich erinnert? Mir kam es beim Lesen so vor, als würdest du zwischen den beiden schwanken
Lanna hatte auch ein Problem damit, jedenfalls ein ähnliches. Ich werde darauf achten, bei der Überarbeitung die Perspektive dahingehend umzumodeln, dass sie stärker wie die des kleinen Noyan wirkt – und dass dieser Noyan wiederum kindlicher wird.

Ganz groß - und zwar schon in der gesamten Geschichte, aber in diesem Teil ist es mir besonders aufgefallen - ist, wie du jeden Vergleich mit Meerbezug aufbaust. Dadurch kann man wortwörtlich in deine Geschichte eintauchen, sehr schön.
Super, genau das wollte ich. Plus, es hat Spaß gemacht, sich Redewendungen auszudenken :D

Entweder: In seinem Gesicht ließ sich nach wie vor schwer lesen, woran er dachte
Oder: Sein Gesicht ließ sich nach wie vor schwer lesen
Ist meine Formulierung denn wirklich falsch? Oder denke ich da nur falsch?^^ Wo der Fehler liegen soll, erschließt sich mir nämlich nicht ganz^^

Hier zum Beispiel kommt der Erzähler dazu, der sich nicht zuordnen lässt. Und soweit weg ist ein Sechsjähriger auch nicht von einem Kleinkind …
Der Vergleich hinkt ziemlich, stimmt. Hätte mir auffallen müssen.

Hier habe ich mich sehr gewundert, dass es ihn nicht zum Fenster zieht.
Der Fehler – auch auf deine nächste Anmerkung bezogen – liegt darin, dass ich nicht deutlich gemacht habe, dass das Fenster ein Bleiglasfenster ist und man nur schwer durchsehen kann.

Das Bild mit der Tide ist dann so schön, da kannst du markierten Teil auch rauslassen.
Was genau kann ich auslassen?

Und hier - mit der "das wusste er einfach"-Formulierung - sind wir dann plötzlich ganz im Kopf des kleinen Noyan ...
Entweder du ziehst es durch mit ihm oder du lässt das "einfach" raus, denn es liest sich hier fehlplatziert.
Ich lass es besser raus.

Warum schreibst du nicht direkt, dass der Mann auf ihn stürzt? Er sieht ihn doch auch, fühlt nicht nur das Gewicht, sieht wie der Riese auf ihn zufliegt und schreit und dann liegt er auf ihm und er spürt das Gewicht. Oder?
Noyan ist aber zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich benommen. Aber vermutlich müsste ich das stärker rausstellen.

*g* Weil Ood ihn getroffen hat, ist er direkt tot. Da triffst du den kindlichen Gedanken ganz gut.
Ich kann dir gerade leider nicht ganz folgen ^^

So, bis unter dem nächsten Teil Icon_wink

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