Es ist: 24-01-2021, 21:01
Es ist: 24-01-2021, 21:01 Hallo, Gast! (Registrieren)


Offener Lesezirkel: Heldenklingen
Beitrag #61 |

RE: Offener Lesezirkel: Heldenklingen
Hallo ihr lieben überlebenden Mitstreiter Icon_wink,

entschuldigt, dass ich bisher zu still war - immer dieses Studium, das einem dazwischen kommt. Icon_ugly

Also ich muss sagen, für mich ist dies das bisher beste Buch Abercrombies (ich glaube, dass habe ich bisher zu jedem Roman von ihm gesagt *lacht*). Mir gefällt die Konzentration auf ein bestimmtes Thema, die in der Form noch neu von Abercrombie ist. In Racheklingen hat er ja damit begonnen (Thema: Rache Icon_wink), aber hier konzentriert er sich wirklich auf "Krieg" und stellt ihn in sehr vielen unterschiedlichen Facetten dar (manchmal fast philosophisch, mal zynisch, mal einfach nur dreckig).

Mit den Charakteren und den Wechseln hatte ich ehrlichgesagt keine Probleme - ich hab es als normal empfunden - in der Trilogie gab's doch auch 6 Perspektiven (Logen, Jezal, Glokta, West, Hundsmann, Ferro) zwischen denen Abercrombie gewechselt ist. Vielleicht liegt es daran, dass er sich in der Trilogie mehr Zeit gelassen hat, was in einem Einzelband natürlich nicht mehr so funktioniert.
Vielleicht gehört es hier hin: wirklich gelungen fand ich den Kniff in der Kampfbeschreibungen. Der "Staffellauf" des Todes bis zu Gorst, der (aus seiner Sicht leider) überlebt. Irgendwie toll. Icon_smile Gehört für mich auch zu den vielen Facetten des Krieges, da jeder Tote seine eigenen Gründe zur Kriegsführung mit ins Grab nahm.

Lady schrieb:Jalenhorm ist mir nach der verlorenen Schlacht symphatischer geworden. Er ist von seinem hohen Ross abgestiegen und wirkt nun auch menschlicher.
Genau so ging es mir auch - ich finde ja, dass er eigentlich nichts dafür kann, dass Jezal in einem Anflug von Sentimentalität falsche Entscheidungen trifft.

Lady schrieb:Weiss eigentlich einer von euch, was da zwischen Golding und Eisenkopf für eine Fehde ist? Ich finds ja echt faszinierend wie Calder die beiden versucht gegeneinander auszuspielen und den ganz einfachen Sachverhalt beiden unterschiedlich verkauft.
Ich meine, das wird glaube ich gar nicht genau gesagt. Am Anfang wird nur klar, dass die beiden sich nicht riechen können. (Goldling und Eisenkopf = Glamma Golden und Ironhead ... hm - kommen nur mir die Originalnamen cooler vor? Mrgreen )

Lady schrieb:Ist euch schonmal aufgefallen: Die meistebenutzten Wörter sind: Drecksack und namhaft. Mrgreen
*lacht* Auch das ist im Original ein bisschen anders bzw. "named Men" ist schon häufig - Drecksack kommt gar nicht vor. Damit sollte wohl "Arsehole" abgemildert werden *g* (wenn ich mich richtig erinnere, kamen auch noch ein paar andere Beleidigungen - hatte meist was mit Genitalien zu tun ...)

Lady schrieb:Lustig find ich wie Mitterick und Felnigg dasselbe übereinader denken: Sie halten den anderen für einen Esel.
Die Szene fand ich auch super - irgendwie konnte man auch noch beide Sichtweisen irgendwo nachvollziehen, was es besonders gut machte.

Lady schrieb:Ich gönne Kropf seine Beförderung.
Apropos coolere Namen: Kropf = Curden Craw Mrgreen

Sternchen schrieb:Ohja, das mit Beck war aber auch eine verdammt tolle Entwicklung. Hier wie auch sonst zeit Abercrombie in ganzen starken Farben und Klängen wie Krieg ist. Wie Männer sein könnten, die hinter Legenden stehen, wie namhafte Männer vielleicht vorher erst mal an ihre Namen gekommen sind und überhaupt die Befehlsketten, die Nicht-Organistation.
*unterschreibt*

Zitat:ja, ein bisschen, wobei ich einfach nicht verstehe, warum ich ihn so viel zugänglicher im Kopf hab aus der Trilogie. Ich find, er ist in diesem Buch ein anderer Mensch.
Das Gefühl habe ich auch. Ich hab ihn im Kopf als tolpatschigen Freund Jezals, der sich sehr leicht übertölpeln ließ und daher immer ein bisschen dümmlich/naiv wirkte (oder verwechsel ich ihn mit jemand anderem?) - hier wirkt er absolut überfordert, aber doch irgendwo gereift. Ich mag ihn aktuell viel mehr, als ich ihn in der Trilogie mochte.

Sternchen schrieb:Ja, eine kluge, aber auch sehr inpulsive Frau, die sich damit - wie man ja auch gesehen hat - durchaus ebenso in Schwierigkeiten bringt. Aber ich mag sie. Sie und Herrlich sind wirklich tolle, starke Frauen. Ich fänds nur schöner, wenns mehr Zwischenstufen zwischen Stark und Schwach gäbe, was die Weiber in diesem Buch betrifft.
Ein sehr interessanter Gedanke ... war mir so gar nicht bewusst. Aber stimmt: gab es überhaupt bisher normale Frauen bei Abercrombie? Doch, doch Wests Schwester und Dan Eider dürften noch gerade in diese Kategorie fallen ... und diese von West gerettete, die mit dem Hundsmann schläft (ich habs einfach nicht mit Namen *lacht). Ich mag Finree aber auch und bin gespannt, wie sich das zwischen ihr und Bayaz weiter entwickelt.
(Und liebt sie ihren Kerl jetzt, oder nicht?)
Kehren wir zurück zu coolen Namen: Herrlich = Wonderful - hier find ich die deutsche Version besser.

Sternchen schrieb:Genial! Wirklich genial! Passt zu den zweien. Überhaupt, der Klappsessel am Schlachtfeld, der Stock, die Wiese ... ach ich hab mich fast vom Sessel gelacht. Einfach cool. Da mag ich Bayaz sogar wieder richtig, weil er eifnach so ein Arschloch ist. Ein taubes oben drein. Super, wie Abercrombie seine und auch andere Charakterzüge präsentiert. So immer wiederkehrend und treffend!
Bayaz ist eben einfach cool. (Aber der allercoolste und heimlicher Star bisher jeden Buches ist: Sulfur! Pro ) Überhaupt cool, dass der Faden aus der Trilogie (Bayaz lernt Schießpulver kennen, als ein Teil des Palasts weggesprengt wird) wieder aufgenommen und fortgeführt wird.

Sternchen schrieb:Kauft ihr ihm so ein bisschen ab, sich einen Gefährten zu wünschen, oder glaubt ihr, es war echt nur reine Berechnung?
Ich kaufe es ihm ab - Abercrombie macht keine rein schwarzen Chars und dementsprechend auch keine rein harten. Icon_wink Außerdem hab ich im Hinterkopf, dass Dow auch in der Trilogie den ein oder anderen sentimentalen Moment hat - ich glaube außerdem, dass er auf seine Weise auch Dreibaum verehrt hat. Und Craw stammt einfach noch aus der Zeit, sozusagen. Was aber nicht heißt, dass der sentimentale Moment schnell wieder vorbei sein könnte ...

Sternchen schrieb:Wer ist denn jetzt wirklich noch dabei und wird weiter mitmachen, trotz unseren Startschwierigkeiten?
Wave

Sternchen schrieb:PS: Ich halte übrigens das Soll von 200 Seiten pro Woche nicht ganz geglückt. Wie seht ihr das? Eher gut oder schlecht? Zukünftig wieder machbar, oder gefällt euch langsamer besser?
Mir sind 200 ein bisschen zu schnell - schon im Praktikum hab ich das nicht geschafft (hatte dann allerdings ja verlängerte Zeit, sozusagen). Wäre für ein bisschen weniger das nächste Mal, aber das kann man ja auch von Buch zu Buch wieder neu ausmachen, je nach Bedürfnis.

Lady schrieb:Den dritten Abschnitt hab ich übrigens auch schon gelesen, den können wir also jederzeit bestsprechen.
Für Welti: Ich meine mich zu entsinnen, dass in dem Kapitel Gorst und Finree nach ihrem Mann suchen und ihn aus den Trümmern holen.
Bin auch schon soweit! Icon_smile

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Beitrag #62 |

RE: Offener Lesezirkel: Heldenklingen
Hallo zusammen,

dann auf zum nächsten Teil - ich freue mich und fasse kurz zusammen: die Tagen vergehen bei unseren Jungs und irgendwie, wird immer schlimmer. Vor allem Calder macht mich fertig, der doch tatsächlich glaubt Kropf dazu zu bringen, den lieben Dow abzustechen. Da hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht und - mein Gott - hab ich mich angeschissen, ob Kropf das jetzt tut oder nicht. Ich finde diese Zwiespalt an sich ja genial, weil es einen fragen lässt, was denn nun das Rechte ist? Wäre es nicht auch das Rechte, zu dem Kerl zu stehen, der einen ein Sohn geworden ist? Oder ist es nicht zumindest äußerst unrecht, ihn zu verpfeifen und somit abmurksen zu lassen? Soll man das Rechte überhaupt für einen Drecksack wie Dow tun? Und so weiter uns sofort. Gorst hingegen schreibt wieder gerne seine Briefchen (ist ja herrlich, was ihm da manchmal so einfällt, wenn er ehrlich wäre!). Er ist schon echt ein toller, verbitteter Arsch, der dann tatschlich zu Oberst Felnigg rennt, um auch das Rechte zu tun!

Icon_lachtot

Ist das nicht genial! Also "Der letzte Held des Königs" hätte mich vor Lachen beinahe in die Knie sinken lassen. Da watschelt er hin, um Felnigg die Fresse zu polieren und lässt sich dann über den Klee loben, um die Aufmkersamkeit zu genießen. Ja, Held sein ist auch viel besser, als zu seinen Freunden und Untergebenen zu stehen. Wunderbar, einfach wunderbar! Zurück bei Calder dürfen wir ihn dann beobachten wie er einerseits vor Selbstmitleid zerfließt, andererseits die Truppen seines Bruders übernimmt und dann plötzlich ziemlich gewandelt wird. Da scheinen sogar ein paar Charakterzüge des Vaters durch! Und fluggs: schon wird gegraben. Yeah, Calder hat Ideen und was für welche! Standarten-Klau und Löcher ausgeben - in der Schlacht wird man es ihn danken, möchte man meinen!

Kropf redet derweilen mit Dow und Ischri, die ja auf magische Art Bayaz Gegenspielerin ist und sich mit dem Wetter gut auszukennen scheint. Kurz danach kriegen wir Nachhilfe-Unterricht in Sachen Namen und ich fand es zum totlachen, was da so zu Tage gefördert wird. Der arme Beck unter ihnen, passt so in gar keiner Weise dazu. Trotzdem, auch das ein tolles Kapitel mit überraschenden Infos. Fin hats weniger gemütlich als die Nordmänner, weil sie sich mit ihrem Hal ganz schwer tut und sich nicht wirklich verabschieden kann. Ich muss sagen, manchmal mag ich sie so überhaupt und gar nicht. Ihr Gespräch mit Bayaz war trotzdem recht lesenswert und es sieht so aus, als könnten die beiden bald echt zusammen arbeiten. Na die wären ein Gespann ...

Icon_ugly

Kurz darauf später lesen wir von Kropfs Art, Männer für sich zu gewinnen und niemand kann natürlich den Teil mit dem "Rechten" verstehen. Oder besser gesagt: niemand wills. Der Gegenpart zu dieser Szene soll wohl Jalemhorm sein. Kurz kommt er mir wiede bekannter vor und dann freunden er und Gorst sich auch kurz an. Ich finde, die zwei würden auf längere Zeit ein gutes Gespann abgeben. Nur so weit kommt es ja leider nie. Lieblingszitat in diesem Kapitel:

Zitat:"Whirrun strahlte und deutete mit dem Schwert zum Tal, wobei er Beck jetzt wirklich von den Füßen hob und ihn hin und her schwenkte: "Ich denke mal, es werden einige Lieder über den heutigen Tag gemacht werden!" "Würd ich auch sagen", brummte Herrlich durch die zusammengebissenen Zähne. "Manche Leute singen halt über jeden Scheiß."
=> Ich sag nur: HERRLICH! Icon_wink

Dann geht auch schon der Kampf los, den ich auch wieder gerne gelesen hab und der aus verschiedenen Sichten den Fortschritt erzählt. Ich finde ja, dass es erst für die Union ganz toll aussah, dann wird aber klar, auch die Nordmänner können wieder ganz gut zuschlagen und schlussendlich geht alle ganz böse aus. Whirrun wird wieder zu Schlamm, genauso wie Jalemhorm. Ech schade, um beide. Droft muss auch dran glauben und beinahe hätte es auch Kropf erwischt! Schlussendlich läuft alles auf Verhandlungen hinaus, was überhaupt ein Tritt in die Nüsse ist, denn: da warten wir doch schon! Aber ja, so läuft es wohl auch in der Realität ab, in der man sicherlich auch aufs Schlachtfeld zu spät kommen kann, wie es unser anderen Wald-Versteck-Partei ergeht. Letzendlich wird Calder doch noch verraten und fürs Ende stellt sich jetzt die große Frage: Wird Calder den Schwarzen Dow im Zweikampf besiegen?

Icon_shocked Vermutlich nicht ... Smiley_frown

Liebe Grüße,
Sternchen







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Beitrag #63 |

RE: Offener Lesezirkel: Heldenklingen
Hi ihr,

huch, irgendwie hab ich mich schon wieder vertrödelt, aber jetzt gehts los mit plaudern. Icon_smile

Zitat:Mir gefällt die Konzentration auf ein bestimmtes Thema, die in der Form noch neu von Abercrombie ist.

Jepp, ich find das auch toll. Gibt ja in vielen Fantasy-Büchern Schlachten, aber diese Konzentration darauf ist mir neu. Wobei, so an sich, ist das Thema ja nicht neu, aber Abercrombie ist halt der Beste Beweis dafür, dass man das Rad nicht immer neu erfinden muss, sondern das es auf die Umsetzung ankommt. Icon_smile

Zitat:Ich meine, das wird glaube ich gar nicht genau gesagt. Am Anfang wird nur klar, dass die beiden sich nicht riechen können. (Goldling und Eisenkopf = Glamma Golden und Ironhead ... hm - kommen nur mir die Originalnamen cooler vor? Mrgreen )

Gut, dann hab ich also nix verpasst. Nee, ich dachte die wären vielleicht schon in der Trilo erwähnt worden. Und ja: Die Originalnamen sind cooler. Deshalb find ichs ja toll, dass du das Original liest, damit ich sowas erfahre. Icon_smile

Zitat:Auch das ist im Original ein bisschen anders bzw. "named Men" ist schon häufig - Drecksack kommt gar nicht vor.

Irgendwie kommt mir das "named Men" treffender vor find ich, also im Sinne von "benannt" und trotzdem: "Drecksack" ist immernoch eines meiner Lieblingsworte. Mrgreen

Zitat:Aber stimmt: gab es überhaupt bisher normale Frauen bei Abercrombie?

Also ich kenne als Hauptpersonen ja nur Monza und Finree und ich find eigentlich nicht, dass die beiden sich ähneln (was hier mal irgendeiner behauptet hat. Achja und Herrlich gibts natürlich auch, aber die ist auch anders als Monza.

Zitat:Ich mag Finree aber auch und bin gespannt, wie sich das zwischen ihr und Bayaz weiter entwickelt.
(Und liebt sie ihren Kerl jetzt, oder nicht?)

Ich hab das Gefühl sie macht nicht allzuviel Entwicklung durch, aber das liegt vielleicht daran, dass für sie nicht so viel Raum ist. Tja und ihren Gefühlen gegenüber ihrem Mann bin ich mir auch nicht soo sicher, wie das nun ist.

Zitat:Vor allem Calder macht mich fertig, der doch tatsächlich glaubt Kropf dazu zu bringen, den lieben Dow abzustechen.

Ich glaub in dem Moment war Calder ein bisschen unüberlegt, aber ich hätte ehrlich gesagt auch erwartet das Kropf zu ihm steht, zumal ich auch das Gefühl hatte das Kropf vor Dow Angst hat. Aber ich finds toll wie hier die Frage nach Recht und Unrecht aufkommt.

Zitat:Gorst hingegen schreibt wieder gerne seine Briefchen (ist ja herrlich, was ihm da manchmal so einfällt, wenn er ehrlich wäre!). Er ist schon echt ein toller, verbitteter Arsch, der dann tatschlich zu Oberst Felnigg rennt, um auch das Rechte zu tun!

Jepp, Gorst ist toll. Seine Briefe sind teilweise echt toll zu lesen, am Besten sind die, die nie abgeschickt werden. Schade eigentlich. Erinnert sich jemand von euch, ob Gorst in den „Racheklingen“ aufgetaucht ist? Er denkt ja dauernd an Cardottis Haus in Sipani – irgendwie meine ich das Monza da ein Feuer gelegt hat um jemanden umzubringen, aber ob Gorst da schonmal erwähnt wurde weiss ich nicht.

Zitat:Da watschelt er hin, um Felnigg die Fresse zu polieren und lässt sich dann über den Klee loben, um die Aufmkersamkeit zu genießen. Ja, Held sein ist auch viel besser, als zu seinen Freunden und Untergebenen zu stehen. Wunderbar, einfach wunderbar!

So eine typische Aktion für ihn echt genial. Icon_lol

Zitat:Zurück bei Calder dürfen wir ihn dann beobachten wie er einerseits vor Selbstmitleid zerfließt, andererseits die Truppen seines Bruders übernimmt und dann plötzlich ziemlich gewandelt wird.

Calder gefällt mir von Seite zu Seite besser. Erst prügelt er sich mit Zehnweg und dann überlegt er sich einen Plan um die Union aufzuhalten. So „in Action“ gefällt er mir beinah noch besser als beim Intrigen knüpfen. Icon_smile

Zitat:Kurz danach kriegen wir Nachhilfe-Unterricht in Sachen Namen und ich fand es zum totlachen, was da so zu Tage gefördert wird. Der arme Beck unter ihnen, passt so in gar keiner Weise dazu.

Das fand ich auch spannend mit den ganzen Namen. Vorallem war ich froh das Beck sogut "untergekommen" ist.

Zitat:Fin hats weniger gemütlich als die Nordmänner, weil sie sich mit ihrem Hal ganz schwer tut und sich nicht wirklich verabschieden kann. Ich muss sagen, manchmal mag ich sie so überhaupt und gar nicht. Ihr Gespräch mit Bayaz war trotzdem recht lesenswert und es sieht so aus, als könnten die beiden bald echt zusammen arbeiten. Na die wären ein Gespann ...

Ich weiss auch nicht so ganz was ich von Fin halten soll. Im einen Moment sieht es so aus, als ob sie Hal wirklich liebt -dann mag ich sie. Und im nächsten Moment wirkt sie wieder so berechnend, dass ich sie nicht mag. Andererseits scheint sie das alles ja für Hal zu machen, damit er befördert wird, aber auch dann wirkt es so, als ob sie das nur macht, damit auch sie was davon hat. Dabei tat sie mir eine Zeit lang mal Leid, weil sie anscheinend ein Trauma von ihrer Entführung davongetragen hat, diese „Schwäche“ hatte sie „menschlicher“, „realer“ wirken lassen.

Zitat:Dann geht auch schon der Kampf los, den ich auch wieder gerne gelesen hab und der aus verschiedenen Sichten den Fortschritt erzählt.

Was ich ja auch toll fand ist, wie der Hundsmann den Obsthain erobert. Sehr schlau, er benutzt das Gerücht das der Blutige Neuner noch lebt zu seinen Gunsten. Find ich gut gemacht. Sowas macht es spannend einen Krieg zu beschreiben. Und den Kampf zwischen Gorst und Whirrun fand ich auch sehr spannend. Witzig ist ja, dass ausgerecht der junge Beck ihn dann so unspektakulär beendet.

Zitat:Whirrun wird wieder zu Schlamm, genauso wie Jalemhorm. Ech schade, um beide.

Jo, besonders um Whirrun tuts mir leid. Smiley_frown

Zitat:Schlussendlich läuft alles auf Verhandlungen hinaus, was überhaupt ein Tritt in die Nüsse ist, denn: da warten wir doch schon!

Ich hab ja Dow lange Zeit nicht geglaubt, dass er überhaupt Verhandeln will, aber wie Welti schon sagte: Die Chars sind nie schwarz oder weiss.

Was meint ihr denn eigentlich zu unserem Freund Espe: Der „alte“ Espe (der, der ein guter Mensch werden wollte) schimmert doch noch ein wenig durch, als er mit Kropf rumphilosophiert. Aber insgesamt betrachtet find ich gut, dass Espe jetzt nur noch eine Nebenfigur ist, er hatte in „Racheklingen“ seinen großen Auftritt.

Und: Ist euch schonmal aufgefallen, dass wenn jemand sein Fernrohr rausholt, jedesmal gesagt wird, woher er das Fernrohr hat? Und ist euch aufgefallen, dass Kropf und Gorst genau das Gegenteil voneinander sind. Kropf hat einen Heldenstimme aber keinen Heldenmut, bei Gorst ist das genau umgekehrt.

Erwähnen möchte ich auch die niedlichen Nebenfiguren die manchmal auftrauchen, wie z.B. Retter, dieser Trompetenbläser Junge der Kroy begleitet. Oder auch Tunny und Dotter sind immer wieder lustig zu beobachten, z.B. als sie den Nordmann ausrauben.

Und zum Schluss meine Lieblingsstelle die diesmal von General Jalenhorm kommt, der leider inzwischen auch wieder zu Schlamm wird:
Zitat:„Die Wahrheit ist wie Salz. Eine kleine Prise schmeckt den meisten Menschen, aber in großer Menge macht es sie krank.“ S. 638

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #64 |

RE: Offener Lesezirkel: Heldenklingen
Hallo ihr Lieben,

Sternchen schrieb:Ich finde diese Zwiespalt an sich ja genial, weil es einen fragen lässt, was denn nun das Rechte ist? Wäre es nicht auch das Rechte, zu dem Kerl zu stehen, der einen ein Sohn geworden ist? Oder ist es nicht zumindest äußerst unrecht, ihn zu verpfeifen und somit abmurksen zu lassen? Soll man das Rechte überhaupt für einen Drecksack wie Dow tun? Und so weiter uns sofort.
Genau dieser Zwiespalt ist in Craw angelegt (zusätzlich zu dem "ich bin eigentlich zu alt zum kämpfen"-Zwiespalt Icon_wink) und das gefällt mir schon die ganze Zeit gut. Aber eigentlich war klar, wie Craw sich entscheidet - er ist halt eine "straight edge" und hat eine eigene Vorstellung davon "to do the things the right way" (ich muss sagen, "the right way" ist schon irgendwie anders, als "das Rechte" oder?).

Sternchen schrieb:Ist das nicht genial! Also "Der letzte Held des Königs" hätte mich vor Lachen beinahe in die Knie sinken lassen. Da watschelt er hin, um Felnigg die Fresse zu polieren und lässt sich dann über den Klee loben, um die Aufmkersamkeit zu genießen. Ja, Held sein ist auch viel besser, als zu seinen Freunden und Untergebenen zu stehen. Wunderbar, einfach wunderbar!
Einfach eine geniale Stelle, die auch zeigt, dass Gorst eigentlich nur ein aufmerksamkeitsheischendes Würmchen ohne Selbstwertgefühl ist - und zufällig der beste Kämpfer der Union. *g*

Sternchen schrieb:Zurück bei Calder dürfen wir ihn dann beobachten wie er einerseits vor Selbstmitleid zerfließt, andererseits die Truppen seines Bruders übernimmt und dann plötzlich ziemlich gewandelt wird. Da scheinen sogar ein paar Charakterzüge des Vaters durch! Und fluggs: schon wird gegraben. Yeah, Calder hat Ideen und was für welche! Standarten-Klau und Löcher ausgeben - in der Schlacht wird man es ihn danken, möchte man meinen!
Ich fand die Wandlung einerseits gut und notwendig. Andererseits macht mit das Wörtchen "plötzlich" Sorgen. Denn genau so war es doch, oder? Ziemlich plötzlich die Wandlung. Wobei, ein wenig ist es natürlich angelegt in seiner Zwickmühle, als sein Bruder starb. Eigentlich hatte er sich da schon entschieden in den Kampf zu ziehen. Irgendwie war das der Auslöser - in seinem Zorn zieht er los und schlägt dem (seiner Meinung nach) Schuldigen erstmal eine rein. Trotzdem sei die Frage gestattet: ist das gute Charakterentwicklung?

Sternchen schrieb:Fin hats weniger gemütlich als die Nordmänner, weil sie sich mit ihrem Hal ganz schwer tut und sich nicht wirklich verabschieden kann. Ich muss sagen, manchmal mag ich sie so überhaupt und gar nicht. Ihr Gespräch mit Bayaz war trotzdem recht lesenswert und es sieht so aus, als könnten die beiden bald echt zusammen arbeiten. Na die wären ein Gespann ...
Warum mögt ihr sie nicht? Ich find's gerade gut, dass wir (bei Abercrombie) endlich mal eine Frau haben, die ihren Mann benutzt und nicht umgekehrt. Icon_wink

Sternchen schrieb:Ech schade, um beide. Droft muss auch dran glauben und beinahe hätte es auch Kropf erwischt! Schlussendlich läuft alles auf Verhandlungen hinaus, was überhaupt ein Tritt in die Nüsse ist, denn: da warten wir doch schon!
Mir hat die Schlacht auch sehr gut gefallen - besonders der Zweikampf Gorst-Whirrun und ich hab in dem Moment fest damit gerechnet, dass Whirrun Gorst das Schwert gibt und er zu einer neuen Legende der Nordmänner wird - irgendwie war das so naheliegend und hat sich so richtig angefühlt. Da finde ich den letzten Wunsch Whirruns fast ein bisschen weichgespühlt. Für die Damen unter uns: leider ist Wirrungs Streptease des Todes damit zu Ende. Mrgreen
Aber im Ernst: er war ein cooler Char mit dem ich mich als Leser schnell anfreunden konnte und deshalb schade, dass er sterben musste. Wobei Abercrombie damit zumindest einen wichtigen Nebenchar. hat sterben lassen. Insofern hät ich es sogar gut gefunden, wenn Craw gefallen wäre, denn dann würder Abercrombie sich endlich an einen Hauptchar rantrauen - ich glaube nämlich nicht, das Calder stribt. Es überleben immer alle (nagut, bis auf Logen - da sind wir uns aber nicht sicher - und west - aber auch bei ihm bleibt es offen -); ich meine, es müssen ja nicht immer alle Hauptchars sterben wie die Fliegen, aber gerade bei einem dreckigen Fantasyautoren wie Abercrombie erwarte ich, dass da mal was passiert. Sonst geht bei mir nämlich der Nervenkitzel ein bisschen verloren (wobei dann dennoch Charaktere und Schlachtbeschreibungen großartig bleiben. Icon_wink)
[Kill your darlings *g*]

Ich finde sehr gut, dass am Ende der ganze Kampf ziemlich sinnlos war, da doch verhandelt wurde - und ich frage mich, was Sulfur da eigentlich bewegt (und Bayaz dann berichtet) hat, so dass dieser einlenkt. Ishri tot? Oder geht es nur um die Information, dass Dow sich von ihr losgesagt hat?

Lady schrieb:Also ich kenne als Hauptpersonen ja nur Monza und Finree und ich find eigentlich nicht, dass die beiden sich ähneln (was hier mal irgendeiner behauptet hat. Achja und Herrlich gibts natürlich auch, aber die ist auch anders als Monza.
Also ich finde schon, dass eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Monza und Wonderful/Herrlich besteht, wobei du recht hast: Finree und Monza sind sich eher nicht ähnlich.

Lady schrieb:Erinnert sich jemand von euch, ob Gorst in den „Racheklingen“ aufgetaucht ist? Er denkt ja dauernd an Cardottis Haus in Sipani – irgendwie meine ich das Monza da ein Feuer gelegt hat um jemanden umzubringen, aber ob Gorst da schonmal erwähnt wurde weiss ich nicht.
Da ich ein perfektes Gedächtnis für Szenen und Details (aber nicht für Namen Icon_wink) habe, hier die Kurzzusammenfassung:
Monza schleicht sich mit ihrem Team in dieses Haus der Freuden ein, um auf ihrem Rachefeldzug weiter voranzuschreiten (sie nutzt dabei die Informationen, die sie von dan Eider erhält). Der König Jezal ist zu Gast und freut sich auf seine besondere - maskierte - Prostituierte (Monza), sie schläft nicht mit ihm sondern setzt ihn unter Drogen(?) - der Brand bricht aus, Chaos, Kampf - im Qualm rennt ein bulliger Kerl ohne Nacken(!) die Treppe hinauf und wird von Monza (oder einem anderen Mitglied des Teams, Espe?, wieder hinuntergeschupst) - König überlebt, Monza erreicht ihr Ziel. Alle glücklich (außer ein gewisser bulliger Leibwächter des Königs ohne Nacken, der in Racheklingen namenlos bleibt). Mrgreen

Lady schrieb:Was ich ja auch toll fand ist, wie der Hundsmann den Obsthain erobert. Sehr schlau, er benutzt das Gerücht das der Blutige Neuner noch lebt zu seinen Gunsten. Find ich gut gemacht. Sowas macht es spannend einen Krieg zu beschreiben.
Ja, eine tolle Szene - der Hundsmann ist eben ein viel besserer Anführer, als er selbst geglaubt hat.

Lady schrieb:Und den Kampf zwischen Gorst und Whirrun fand ich auch sehr spannend. Witzig ist ja, dass ausgerecht der junge Beck ihn dann so unspektakulär beendet.
Man merke - er denkt dabei an Craw und tut es "the right way". *lacht*

Lady schrieb:Was meint ihr denn eigentlich zu unserem Freund Espe: Der „alte“ Espe (der, der ein guter Mensch werden wollte) schimmert doch noch ein wenig durch, als er mit Kropf rumphilosophiert. Aber insgesamt betrachtet find ich gut, dass Espe jetzt nur noch eine Nebenfigur ist, er hatte in „Racheklingen“ seinen großen Auftritt.
Ich erkenne ihn auch weiterhin nicht wirklich wieder, muss ich sagen. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass wir in Racheklingen noch in seinem Kopf waren und hier nicht mehr. Hättet ihr mir nicht gesagt das "Shivers" Espe ist, ich hätte ihn wohl von sich aus
nicht erkannt - was ich nicht so gut finde. Irgendwie scheint ihm eine echte unverwechselbare Marotte zu fehlen. Aber ich finde toll, dass Abercrombie seine alten Chars immer neu aufgreift, auch wenn sie nur am Rande vorkommen mögen.

Lady schrieb:Und: Ist euch schonmal aufgefallen, dass wenn jemand sein Fernrohr rausholt, jedesmal gesagt wird, woher er das Fernrohr hat? Und ist euch aufgefallen, dass Kropf und Gorst genau das Gegenteil voneinander sind. Kropf hat einen Heldenstimme aber keinen Heldenmut, bei Gorst ist das genau umgekehrt.
Das mit dem Fernrohr ist mir gar nicht aufgefallen - kam das so oft vor? Wegen Craw und Gorst: ich würde nicht sagen, dass Craw keinen Heldenmut hat ... obwohl, vielleicht hatte er mal Heldenmut. Eher: Craw will Leben, hat aber eine Stimme für den Tod - Gorst ist lebensmüde, hat aber eine Stimme für ein Kind. *g*

Insgesamt hat mir aber gerade die Beschreibung der Schlacht sehr gut gefallen. Ich weiß allerdings nicht warum, aber irgendwie steh ich so im Globalen auf der Seite der Union ... dabei gibt es in diesem Konflikt kein Richtig und kein Falsch. Geht euch das auch so? Könnte daran liegen, dass es ein bisschen Zivilisation gegen Barbaren, aber auch Logenfreunde gegen Logenmörder geht ... und Sulfur ist einfach der coole. Ich frage mich, ob er irgendwann Bayaz erledigt und seinen Platz einnimmt. *schwärm*

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Beitrag #65 |

RE: Offener Lesezirkel: Heldenklingen
Hi mein Wanderer,

Zitat:(ich muss sagen, "the right way" ist schon irgendwie anders, als "das Rechte" oder?).

Das sind so die Sachen, wo ich es echt genial finde, zu sehen, wie es im Original ist. Stimmt, der "rechte Weg" ist schon ein bisschen was anderes, aber ich finde der Sinn ist ja schon irgendwie dasselbe.

Zitat:Irgendwie war das der Auslöser - in seinem Zorn zieht er los und schlägt dem (seiner Meinung nach) Schuldigen erstmal eine rein. Trotzdem sei die Frage gestattet: ist das gute Charakterentwicklung?

Ich finde: ja. Es ist eine gute Charakterentwicklung. Calder ist ja schon immer keiner der nichts tut. Nein, er schmiedet seine Ränke ständig. Das er hier dann zu wirklichen Taten greift, lässt sich mMn durch den Tod des Bruders gut erklären, wie du gesagt hast, eben aus dem Zorn heraus.

Zitat:Warum mögt ihr (Fin) sie nicht? Ich find's gerade gut, dass wir (bei Abercrombie) endlich mal eine Frau haben, die ihren Mann benutzt und nicht umgekehrt. Icon_wink

Vielleicht ist das die romantische-Mädchen-Ader? Icon_lol Oder vielleicht liegts bei mir dran, dass ich Hal eigentlich niedlich finde und nicht verstehen kann, warum das bei Fin nicht so ist?

Zitat:Da finde ich den letzten Wunsch Whirruns fast ein bisschen weichgespühlt. Für die Damen unter uns: leider ist Wirrungs Streptease des Todes damit zu Ende. Mrgreen

Ja, schade nicht. Der war so cool ohne Oberbekleidung. Icon_cuinlove Ich hatte aber auch fest damit gerechnet, dass Gorst das Schwert griegt. Tja, da hat uns Abercrombie wieder aufs Eis geführt. Icon_smile

Zitat:(außer ein gewisser bulliger Leibwächter des Königs ohne Nacken, der in Racheklingen namenlos bleibt). Mrgreen

Erklär-Welti-in-Aktion. Mrgreen Danke, dass war mein entscheidender Hinweis, dass Gorst da noch namenlos bleibt. Das da ein Kerl im Rauch rumgelaufen ist, während Monza ihren Plan durchführt, war mir auch noch im Gedächtnis und ich wunderte mich, warum mir der Name nix sagt. Icon_smile

Zitat:Hättet ihr mir nicht gesagt das "Shivers" Espe ist, ich hätte ihn wohl von sich aus
nicht erkannt - was ich nicht so gut finde. Irgendwie scheint ihm eine echte unverwechselbare Marotte zu fehlen.

Hättest du ihn nicht an seinem Auge wiedererkannt? Bis auf diesen einen "philosophischen" Moment mit Kropf, kam er mir auch "fremd" vor. Aber nunja, ich denke die Zeit mit Monza hat ihn natürlich verändert und wer weiss was noch alles in der Zwischenzeit passiert ist? Außerdem muss er sich Dow gegenüber beweisen.

Zitat:dabei gibt es in diesem Konflikt kein Richtig und kein Falsch. Geht euch das auch so?

Stimmt. Jetzt wo du es sagst, fällt mir auch auf: Ich bin auf diemandes Seite. Ich hoffe immer nur das Kropf, Gorst und Calder überleben und sonst nix. Mir isses wurscht gewesen, wer diesen Krieg gewinnt. Vielleicht liegts daran, dass niemand so richtig als "Antiheld" dargestellt wird sondern jeder mal symphatisch, mal weniger symphatisch ist. Sogar Dow ...

So und da ich hier langsam mal zum Ende kommen möchte, weil ja der Mädels-Lesekreis beginnt, werf ich noch schnell meine Gedanken zum letzten Leseabschnitt in die Runde:

Es passiert wieder einiges. Zunächst erzählt Beck Kropf (immerhin) zur Hälfte seine Geschichte.

Und es werden noch mehr Geheimnisse gelüftet, z.B. das Herrlich doch keine Familie mehr hat. Sie hat tatsächlich ein kleines bisschen was von Monza, aber Herrlich ist ja „nur“ eine Nebenfigur, da find ich das okay. Jedenfalls wird sie noch schnell zur Vertreterin Dows (was beweist, dass er zwar Unterstützung haben will, ihm aber egal ist von wem) trotzdem hat dieser nicht mehr allzuviel dasvon.

Calder stellt sich einem Duell mit Dow. Mein erster Gedanke (und Hoffnungen) war schon, dass er vielleicht gewinnt, aber wie und auf welche Weise – darauf wär ich nie gekommen. Espe bringt ihn einfach so um. Interessant find ich in dem Zusammenhang, wie schnell doch die Männer ihre Fähnchen in den nun anders wehenden Wind hängen.

Hal wird befördert, Finree scheint ihr Ziel erreicht zu haben. Aber für mich hat das ganze eine falen Beigeschmack. Bayaz hat sicher noch Pläne mit Hal – er eignet sich aber auch sehr gut dazu beeinflusst zu werden, das macht ja schon Finree. Ich würds mal spannend finden seine Geschichte weiterzuverfolgen. Zumal Finree ihm nicht die ganze Wahrheit erzählt hat. (Was die Unsymphatie gegen sie bestätigt)

Schön gemacht find ich immernoch die Liebe zwischen Seff und Calder, die ist eben richtig gut zwischen den Zeilen zu spüren. Leider scheint Reichel nicht der Super-Schwiegervater zu sein, wie es am Anfang aussah. Auch er hängt sein Fähnchen in den Wind, wie es gerade passend ist, selbst wenn er seinen Schwiegersohn opfern muss.

Für Tunny hingegen schließt sich der Kreis sehr schön. Eine neue Feindin ist schnell gefunden: Monza! Vielleicht wird diese Schlacht im nächsten Roman ausgefochten? Genug Ansatzpunkte für eine Fortsetzung sind auf jeden Fall da. Icon_smile

Beck kommt überglücklich zu Hause an. Ich bin sehr froh, dass Abercrombie aus ihm nicht die übliche Vom-Bauernjungen-zum-Held-Geschichte gemacht hat. Da ist dieses Gescheiterte-Träume-Ding interessanter.

Tja. Bayaz. Der hat wohl überall seine Stummelfinger im Spiel, nicht nur das er Hal und Finree „in der Tasche“ hat, sondern auch Calder. Ich bin ja froh, dass der immerhin überlebt hat und wirklich schlecht ist er aus der Geschichte ja nicht rausgekommen. Er hat seinen Bruder zum König gemacht und wie es aussieht, hat er auch großen Einfluss auf Scale (der überraschender Weise doch nicht tot ist). Aber für Calder ist die Situation doch perfekt: Er hat zwar den Einfluss, aber doch nicht die Verantworung – die Position passt irgendwie zu ihm. Icon_smile

Und der gute Gorst? Der ist in seine Position zurückgekehrt. Und zwar eigentlich schon vor dem Nordlandkrieg, aber die Post hat ihn zuspät erreicht. Was mal wieder zeigt, wie sinnlos der Krieg -und langsam die Post- doch ist.

Unser Kropf hingegen, mag seinen Ruhestand nicht, er stürzt sich mit Freude an die Seite seines Kumpels Hartbrot um Scale und Calder zu unterstützen.

Und zum Schluss, ein wirklich wahrer Satz von Reichel:

Zitat:„Die Welt ist ein verdammt komplizierter Ort“ S.837

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #66 |

RE: Offener Lesezirkel: Heldenklingen
Hey, Mylady! Icon_smile

Dann will ich auch mal was zum letzten Teil sagen - sogar noch vor Sternchen, trotz meiner ewigen Trödelei. *lacht*

Zitat:Vielleicht ist das die romantische-Mädchen-Ader? Icon_lol Oder vielleicht liegts bei mir dran, dass ich Hal eigentlich niedlich finde und nicht verstehen kann, warum das bei Fin nicht so ist?
Ich habe eigentlich nicht das Gefühl, dass das bei Fin nicht so ist - es ist vielleicht ein bisschen anders, aber z.B. Gorst sieht immer die Liebe in ihrem Blick (und hasst es) und einige Male reagiert sie schon so, wie sich das gehört (z.B. als sie in den Trümern nach Hal sucht).

Zitat:Hättest du ihn nicht an seinem Auge wiedererkannt? Bis auf diesen einen "philosophischen" Moment mit Kropf, kam er mir auch "fremd" vor. Aber nunja, ich denke die Zeit mit Monza hat ihn natürlich verändert und wer weiss was noch alles in der Zwischenzeit passiert ist? Außerdem muss er sich Dow gegenüber beweisen.
Nein, irgendwie hatte ich das Auge gar nicht mehr im Kopf. Hätte wahrscheinlich klingeln müssen. *g*

Zitat:Und es werden noch mehr Geheimnisse gelüftet, z.B. das Herrlich doch keine Familie mehr hat. Sie hat tatsächlich ein kleines bisschen was von Monza, aber Herrlich ist ja „nur“ eine Nebenfigur, da find ich das okay. Jedenfalls wird sie noch schnell zur Vertreterin Dows (was beweist, dass er zwar Unterstützung haben will, ihm aber egal ist von wem) trotzdem hat dieser nicht mehr allzuviel dasvon.
Ich finde ja, dass Herrlich überraschend stark ins Düstere abgerutscht ist. Irgendwie hat das begonnen, nachdem Craw ihr eröffnet, dass er Dows rechte Hand wird und so hat es sich fortgesetzt. Irgendwie glaube ich, dass sie noch eine finstere Rolle zu spielen hat. (Abercombie neigt ja dazu, Charaktere immerwieder aufzugreifen - und Nebencharaktere zu Hauptcharaktere zu machen)

Zitat:Calder stellt sich einem Duell mit Dow. Mein erster Gedanke (und Hoffnungen) war schon, dass er vielleicht gewinnt, aber wie und auf welche Weise – darauf wär ich nie gekommen. Espe bringt ihn einfach so um. Interessant find ich in dem Zusammenhang, wie schnell doch die Männer ihre Fähnchen in den nun anders wehenden Wind hängen.
Ich war ein bisschen enttäuscht - damit hat Abercombie sich nicht getraut, Hand an seine Hauptchars zu legen. Icon_slash Andererseits, das beschauliche Abendessen mit Bayaz hätte ich auch nicht missen wollen Icon_fies da hat Abercrombie es absolut wieder rausgerissen. Dennoch: ich war nicht überrascht, dass Calder überlebt.

Zitat:Schön gemacht find ich immernoch die Liebe zwischen Seff und Calder, die ist eben richtig gut zwischen den Zeilen zu spüren.
Geht mir genauso. Icon_smile Irgendwie war das die wärmste Geschichte, die das Buch zu bieten hatte - die einzige intakte Beziehung (egal jetzt, auf welcher Ebene). Irgendwie schön.

Zitat:Für Tunny hingegen schließt sich der Kreis sehr schön. Eine neue Feindin ist schnell gefunden: Monza! Vielleicht wird diese Schlacht im nächsten Roman ausgefochten? Genug Ansatzpunkte für eine Fortsetzung sind auf jeden Fall da.
Das finde ich so genial an Abercrombie: seine Welt lebt, ist verflochten, die Auswirkungen der Handlungen sind spürbar, abgeschlossene Geschichten sind nicht auf einmal wie aus den Geschichtsbüchern getilgt. Toll. Pro
(Das begeistert mich richtig - das habe ich so noch nirgendwo gelesen.)

Zitat:Er hat seinen Bruder zum König gemacht und wie es aussieht, hat er auch großen Einfluss auf Scale (der überraschender Weise doch nicht tot ist).
Ja ... das wirkte auf mich sehr aus dem Hut gezaubert irgendwie. Wieso taucht der denn aufeinmal wieder auf? Icon_slash Am Ende gab es ein paar Kleinigkeiten die sich für mich unsauber lasen. Das war eine davon.
Aber ich fand gut, dass Cader ihn schließlich nicht töten lässt - ich war nicht sicher, wie er sich entscheiden würde. Icon_smile

Zitat:Und der gute Gorst? Der ist in seine Position zurückgekehrt. Und zwar eigentlich schon vor dem Nordlandkrieg, aber die Post hat ihn zuspät erreicht. Was mal wieder zeigt, wie sinnlos der Krieg -und langsam die Post- doch ist.
Gorsts Ende finde ich richtig gut gemacht (und ziemlich unerfreulich für ihn leider). Erst der absolute Hochpunkt, dann der absolute Tiefpunkt mit Fin. Irgendwie reagieren beide falsch, finde ich - er steigert sich zusehr in seine Geltungssucht hinein (nichts anderes ist doch dieses "ich bin Held"!), sie nimmt ihm das aber zu übel und sollte vielleicht bemerken, wie schwach Gorst innerlich ist. (Witzig, dass er sein "ich werde dich nie bekommen" sofort relativiert *lacht* - es wäre auch etwas direkt gewesen) Wie gesagt, dieses Gespräch als Abschluss hat mir nochmal richtig gut gefallen - nix Friede, Freude.

Zitat:Unser Kropf hingegen, mag seinen Ruhestand nicht, er stürzt sich mit Freude an die Seite seines Kumpels Hartbrot um Scale und Calder zu unterstützen.
Da war ich unentschlossen, ob ich das Ende jetzt vorhersehbar und langweilig oder dorch irgendwie richtig finden soll - ich tendiere mittlerweile sehr zu: es ist einfach richtig, einmal blutig, immer blutig.

Interessant übrigens, dass beide Nationen sofort wieder in den Krieg ziehen. Und: wäre doch gut möglich, dass Calder Reachy (Reichel?) hat vergiften lassen, um es dann Unsympath Glamma Golden in die Schuhe zu schieben. Irgendwie würde das zu ihm passen. Mrgreen
Wie du schon sagtest: das Ende bietet viele neue Anfänge, aber so muss das in einer lebendigen Welt auch sein.

Fazit:
Mir hat das Buch insgesamt wieder sehr gut gefallen, auch wenn ich finde, dass die Geschichte gegen Ende ein wenig nachgelassen hat. Als Bayaz (und Sulfur!) Fan hat der letzte Twist um die Stummelfinger (Mrgreen ) des Magiers dann für mich aber wieder einiges rausgerissen. Ich kann nicht genau sagen, was mir eigentlich nicht so passt - denke mal es dürfte mit Scales plötzlicher Reanimation zu tun haben, den allzu offensichtlichen Ausgang des Duells Dow Calder (wobei das Eingeständnis Bayaz, dass das nur Zufall war, doch wieder einiges besser macht).
Insbesondere die Beschreibungen des Krieges an sich, gerade auch seiner vielen Sinnlosigkeiten, aber auch die vielen Intrigen und Netze die letztendlich dahinterstehen (nicht zu letzt Bayaz gegen die Gurkhisen!) und die unfassbar lebendige Welt machen die Geschichte lesenswert. Nicht zu vergessen Abercombies so schön dreckiger Stil.
Was sagt ihr?

Liebe Grüße! Icon_smile



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