Es ist: 08-04-2020, 06:30
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Kopfsteingerüchte
Beitrag #1 |

Kopfsteingerüchte
(als zitat unten das original! Danke allen zuarbeiterInnen!)

In den Scheiben gähnt sich Hitze sanft,
durch Betonarkaden tänzeln Stimmen.
Das Kopfsteinpflaster scheint zu schwimmen,
ein Autokorso hupt um Glück
und der Wind verstreut ein Stück
Gelassenheit wie Samen.

Barfuß scheucht ein Kind die Tauben auf,
ein altes Paar beherbergt sich in Küssen.
Das Kopfsteinpflaster träumt von Flüssen,
die Turmspieluhr klingt frisch gestimmt
und ein fremder Streuner nimmt
gewärmt einen Schluck
Lambrusco.

Zitat:Gerüchte von Seligkeit

In den Scheiben gähnt sich Hitze sanft,
durch Betonarkaden tänzeln Stimmen.
Das Kopfsteinpflaster scheint zu schwimmen,
ein Autokorso hupt um Glück
und der Wind verstreut ein Stück
Gelassenheit wie Samen.

Barfuß jagt ein Kind die Tauben müd’,
ein altes Paar beherbergt sich in Küssen.
Das Kopfsteinpflaster träumt von Flüssen,
die Turmspieluhr klingt frisch gestimmt
und der fremde Streuner nimmt
gewärmten Schluck Lambrusco.


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Beitrag #2 |

RE: Gerüchte von Seligkeit
Hallo PoLet,

das ist ein sehr schönes Gedicht, das den Leser in jeder Zeile überrascht. Diese Überraschungseffekte lassen die Bilder unverbraucht erscheinen. Ich will versuchen, die Stellen hervorzuheben, die unerwartet wirken. So ist im Text das Spiel mit den Lese-Erwartungen eigentlich die geheime List des Autors. Vielleicht kann man sich an die großen Lyriker des Expressionismus erinnern, die mit ähnlichen Mitteln arbeiteten.

Zitat:In den Scheiben gähnt sich Hitze sanft,
durch Betonarkaden tänzeln Stimmen.
Das Kopfsteinpflaster scheint zu schwimmen,
ein Autokorso hupt um Glück
und der Wind verstreut ein Stück
Gelassenheit
wie Samen.

Barfuß jagt ein Kind die Tauben müd’,
ein altes Paar beherbergt sich in Küssen.
Das Kopfsteinpflaster träumt von Flüssen,
die Turmspieluhr klingt frisch gestimmt
und der fremde Streuner nimmt
gewärmten
Schluck Lambrusco.

Auch hat der Titel eine zunächst irritierende Wirkung: zunächst meinte ich: Gerüchte von Seligkeit , sei falsch geschrieben, und es müsse heißen: Gerüche. Aber das schon lässt aufhorchen. Gerüchte sind ja bekanntlich falsche oder nicht verlässliche Nachrichten. Vielleicht sprechen sie auch den Geruchssinn an.

Das Einzige, was mir an dem Text problematisch erscheint, ist der dauernde Wechsel im Metrum. Manche Verse sind Trochäen, andere wieder Jamben. Doch haben sie alle durchgehend fünf Hebungen.

Gern gelesen.

Hans Werner


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Beitrag #3 |

RE: Gerüchte von Seligkeit
Hallo polet,

ich bin ja bekanntlich ein ganz eigener Mensch, wenn es um Lyrik geht: selbst schreib ich fast nichts und wenn ich schreibe, dann kommt es von allein, wird meist auch gut aufgenommen. Dennoch ist für mich der Prozess nie erklärbar und Lyrik wie deine, bleibt mir meist zu sehr verschlossen, da ich mir schwer tue, sie richtig zu deuten. Ich weiß, ums richtig geht es den meisten Lyrikern nicht, trotzdem versuche ich immer diesen Begriff über meine Mutmaßungen zu stülpen. Dieses Werk allerdings, konnt ich genießen. Die Stimmung, die du schaffst, wieder mit deiner so besonderen Wortwahl, die hier wesentlich leichter zu deuten ist, nimmt mich sehr ein, für die Schönheit des Altbekannten, das hier wieder neue Farbe erhält. Und doch prangert das Wort "Gerüchte" darüber, lässt für mich nach Sinn und Echtheit fragen. - Find ich insgesamt toll, gelungen und ansprechend.

Für die Nachmittagsversüßung also: danke!

Liebe Grüße,
- Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #4 |

RE: Gerüchte von Seligkeit
Heja.
Zu Hans Werner:
Dankeschön Deinem sehr wohlwollenden kommentar!
Deiner anmerkung
Zitat:Das Einzige, was mir an dem Text problematisch erscheint, ist der dauernde Wechsel im Metrum.
möchte ich ein 'Verstehe ich, diese brüche der metrik sind für das gedicht aber wichtig.' entgegenhalten. Hm. Ich wollte/will keine weiteren leerzeilen einbauen...vielleicht füge ich
gedankenstriche ein.
Schön, dass Du in diesem gedicht eine schönheit entdecken kannst! "Irritation" liegt in der absicht des autors. Icon_wink

Zu Sternchen:
auch Dir ein großes Dankeschön!
Es ist selten, dass gedichte/texte von mir mit genuss zusammengebracht werden.
Ansonsten, nichts zu danken. Gern geschehen.

Grüße und schönes,
poLet


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Beitrag #5 |

RE: Gerüchte von Seligkeit
Sanyasala poLet,

du wirst ja wieder richtig aktiv, wie schön Icon_smile

Der Titel hat mich gleich angezogen und - ha! - tatsächlich von dir.
Und nicht nur der Titel, die ersten Verse schon zogen mich hinab in dein Gedicht, das mich mehr noch als vielleicht deine anderen in eine fremdvertraute Welt hinreißt.
Versteh mich nicht falsch, deine Lyrik lädt oft dazu ein, am Rande der Realität und doch genau in eben jener zu verweilen, doch dieses hier scheint mir noch ferner zu liegen, auf einer Meta-Ebene, die auf den ersten Blick zu viel mit dem kleinen Leben zu tun hat, als dass sie der drohendgrauen Wirklichkeit entsprechen könnte.

Die Bilder der ersten Strophe sind traumhaft, poLet, und das mein ich ganz im doppelten Sinne des Wortes: Irgendwo in mir finde ich die kleine Piazza, es erinnert mich ans Italienische, vielleicht, weil ich diese Leichtigkeit damit verbinde. Und zudem sind die Bilder an sich toll: gähnende Hitze, tänzelnde Stimmen ... Bilder in meinem Kopf, die ich nicht fassen kann, die ein Bild ergeben, das trotz dieser wunderlich erscheinenden Wortwahl so ... selbstverständlich erscheint. Als existiere dies neben unserem eigenen Alltag. Gerade die verspielt wirkenden Doppelreime machen es für mich noch leichter, noch intensiver. Großes Lob!

(20-08-2011, 14:06)poLet schrieb: Barfuß jagt ein Kind die Tauben müd’,
ein altes Paar beherbergt sich in Küssen.
Das Kopfsteinpflaster träumt von Flüssen,
die Turmspieluhr klingt frisch gestimmt
und der fremde Streuner nimmt
gewärmten Schluck Lambrusco.
Ach, ein einziges habe ich hier zu bemerken Icon_smile Das "müd" mag für mich nicht so recht passen, es wirkt zu ... ich kann es kaum sagen, nein, das recht Wort find ich nicht dafür. Tut mir Leid. Ein harmloseres "auf" wäre eine Alternative, aber etwas wirklich Passendes fällt mir momentan nicht ein :/
Hm, und du wiederholst hier das "Kopfsteinpflaster", das vorhin noch schwamm, nun von Flüssen träumt ... da kann man bestimmt etwas hineininterpretieren, aber das ist mir bei der trägen Sommerstimmung des Gedichtes echt zu müßig *lach* Ich weiß nicht wieso, aber anstatt des "Kopfsteinpflasters" täte es vielleicht ein "Kurbeltöne-Kasten" (=Leierorgel...artiges...dings)? Ein rein spontaner, im Bauchgefühl erschienener Gedanke Icon_smile

Insgesamt eine wundervolle Stimmung, mir kommt der Gedanke, Siesta zu machen, zumal gerade ein goldenes Strahlen durch meine Gardine wirkt, zwischen den Häusern wie durch Zufall herbeigeführt ... Echt klasse, poLet!

Staunenden Gruß von
Trinity

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #6 |

RE: Gerüchte von Seligkeit
(20-08-2011, 16:32)poLet schrieb: Es ist selten, dass gedichte/texte von mir mit genuss zusammengebracht werden.
Icon_shocked

Ok, poLet, da muss ich hier nun auch mal kommentieren. Selbst als böse Art von Ironie oder falscher Bescheidenheit mag ich dem Satz wiedersprechen.

Bei allen Gedichten, die du in der letzten Zeit eingestellt hast, hatte ich so einen "Schmunzel-Moment" und ein sehr angenehmes "so gefällt mir das"-Gefühl, allerdings nie wirklich Zeit und ehrlich gesagt auch keine Ideen, um ordentlich zu kommentieren. Denn ein stumpfes "Ich habe das wirklich gern' gelesen und freue mich auf alles Weitere von dir" wird dich zwar vermutlich freuen, ist aber nicht unbedingt konstruktiv, erst recht nicht, wenn es in Herden auftritt.

Meine Vorredner haben die Stimmung ja schon sehr schön geschrieben, ich persönlich finde auch, dass du diese warme, schöne und leicht matte Stimmung eines Sommertages (der sich vielleicht schon zum Abend neigt?) wunderbar einfängst.
Am allerschönsten finde ich diese Stellen:
Zitat:und der Wind verstreut ein Stück
Gelassenheit wie Samen.
Selten eine so gute Umschreibung für den Effekt eines lauen Sommerwindes gelesen - wunderbar (das Wort verwende ich in solchen Zusammenhängen nur äußerst selten Icon_wink )
Zitat:Das Kopfsteinpflaster träumt von Flüssen,
Ja, auch wenn Trin das lieber ersetzen würde, ich finde das Bild toll. Für mich hat es sofort das Bild der staubigen Steine, dazwischen der verdorrten Erde, einiger kleiner Pflanzen, die darauf welken, die Hitze, wenn man die Steine mit nackten Füßen berührt.... Solche Steine träumen von Flüssen. Flüssen von Regenwasser, Abkühlung und Leben. Zuindest würden sie meiner Meinung nach, wenn sie ein Bewusstsein hätten.

Das vorige Schwimmen des Kopfsteinpflasters hätte ich eher mit dem Flirren der heißen Luft über dem Boden assoziiert, was meinen ersten Eindruck angeht, allerdings könnte man das auch als Nachwirkung eines typischen Sommer-Gewitterschauers interpretieren.
Gerade fällt mir auch noch ein, dass das Pflaster auch von Flüssen träumen könnte, weil Wasser die einzige Möglichkeit ist, wie sich Steine große Strecken natürlich fortbewegen können, und das Wasser sie glatt und rund schleift (der absolute Gegensatz zur eckigen Kopfsteinpflaster-Form^^) - wahrscheinlich ein völlig abseitiger Gedanke und nicht unbedingt das, was du dir dabei gedacht hattest, aber für mich eine ganz nette Idee =)
Also, ich bin dafür, dass das Kopfsteinpflaster bleibt und keinem Leierkasten zum Opfer fällt Mrgreen (Nichts für ungut, Trin Icon_wink )

Nunja, allerdings habe ich nicht nur Lob zu verteilen. Ich finde deine Bilder (mal wieder Icon_wink ) sehr intensiv und schön, aber mit zwei Dingen kann ich mich nicht anfreunden:
Dem Titel und dem Ende.
Der Titel ist an sich gut, für mich passt er aber einfach nicht zur Stimmung des Gedichts. Er will noch eine Deutungsebene hinzufügen, wo für mich ohne diese Ebene des "Scheins" viel mehr erreicht und gewonnen wäre. Außerdem fehlt einfach der Bezug, das Band, das Gedicht und Titel untrennbar verbindet. (Aber das ist Kritik auf höchstem Niveau, außerdem schäme ich mich immer, an Titeln herumzukritteln Smiley_emoticons_blush )
Nun, das Ende ist sicherlich Geschmackssache, aber für mich sind die beiden letzten Zeilen die schwächsten des Gedichts. Es ist, als würdest du zuvor die ganze Zeit Stimmung zusammenraffen, immer mehr komprimieren, um sie in den letzten beiden Zeilen plötzlich loszulassen und ohne Druck ausklingen zu lassen. Das mag gewollt sein, ich persönlich finde diesen Intensitätsverlust etwas schade.
Ich suche gerade nach einer genauen Begründung, warum die letzten Zeilen mir nicht so ganz passen mögen, vielleicht liegt es einfach nur am Klang gerade der letzten Zeile, die sich in meinem Kopf sowie laut klanglich einfach nicht so schön liest (was meinen Geschmack angeht).

Aber das sind auch nur Nuancen, Fakt ist: Das richtige Gedicht zur richtigen Zeit. Durch das Fenster leuchtet mich die Sonne an und es war einfach nur schön, dein Gedicht dazu zu lesen.
Dankeschön. Wegen solcher Leseeindrücke habe ich damals begonnen, in Schreibforen herumzusuchen.

Ich freue mich darauf, weiteres von dir zu lesen,
Grüße,
Jade


Geschreibselerinnerungshilfe
--- öffne die tür dem nein // sollen die vögel doch fliegen ---
--- Le Clézio ---


When I was 5 years old, my mother always told me that happiness was the key to life. When I went to school, they asked me what I wanted to be when I grew up. I wrote down ‘happy.’ They told me I didn’t understand the assignment, and I told them they didn’t understand life.
- John Lennon -

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Beitrag #7 |

RE: Gerüchte von Seligkeit
Hoppla! Es freut mich sehr, dass dies 2strophige machwerk scheinbar zum kommentieren einlädt!

Zu Trin o'C:
erstmal, ja. Sagen wir eine schöpferische phase; die letzten beiden gedichte
sind beinahe mühelos 'herausgeflossen', und lesen sich -für meinen anspruch- auch fast wie aus einem guss. Ich glaube schon, dass ich das an dieser stelle mal sagen darf. Icon_wink Nun gut, also zu den "Gerüchten":
Du -verzeih!- träumst also...
Zitat:Irgendwo in mir finde ich die kleine Piazza, es erinnert mich ans Italienische, vielleicht, weil ich diese Leichtigkeit damit verbinde. Und zudem sind die Bilder an sich toll: gähnende Hitze, tänzelnde Stimmen ... Bilder in meinem Kopf, die ich nicht fassen kann, die ein Bild ergeben, das trotz dieser wunderlich erscheinenden Wortwahl so ... selbstverständlich erscheint. Als existiere dies neben unserem eigenen Alltag.
...und ich sitze jetzt wieder an meinem schreibtisch, habe vor meinem balkon die großen Birken und Ahornbäume stehen, und möchte behaupten:'Ja! Hier! Existiert in dieser stadt auf dem marktplatz, in dieser stadt namens 'Darmstadtia'.' Zugegeben, für italienische zungen klingt es etwas hart, vielleicht. Nichtsdestotrotz. "Gerüchte" besagen, es existiert, womöglich auch in der schönsten stadt des landes, sogar in der schönsten der welt. Wer weiß?! Und manche "Gerüchte" sollen ja wahr sein.
Weiter, Werteste, schreibst Du
Zitat: Barfuß jagt ein Kind die Tauben müd’,
ein altes Paar beherbergt sich in Küssen.
Das Kopfsteinpflaster träumt von Flüssen,
die Turmspieluhr klingt frisch gestimmt
und der fremde Streuner nimmt
gewärmten Schluck Lambrusco.

Ach, ein einziges habe ich hier zu bemerken Icon_smile Das "müd" mag für mich nicht so recht passen, es wirkt zu ...
...zu negativ? Gewalttätig? Destruktiv? - Wobei ich jetzt nach dem lesen vermute, dass es vielleicht nicht das wort "müd'" ist, das Dir nicht passt, sondern vielleicht schon "jagt" im zusammenhang. - Hm. Das war freilich auch die stelle, über die ich etwas sinnieren musste. Dein vorschlag "auf" passt jedenfalls sehr gut, dann würde ich aber von "jagt" zu "scheucht" wechseln...vielleicht ist "scheucht" sowieso angenehmer?...oder ganz anders: "Barfuß winkt ein Kind die Tauben bei"?...oder "...heim"??? - Es geht schon sehr darum, die stimmung nicht zu zerstören, jedenfalls nicht an dieser stelle des gedichts. Icon_wink

Trin, Du merkst noch an
Zitat:Ich weiß nicht wieso, aber anstatt des "Kopfsteinpflasters" täte es vielleicht
wobei ich auf Deine alternative gar nicht erst eingehen will, da es für mich hier weder eine gibt, noch eine überlegung in dieser richtung. Das "Kopfsteinpflaster" bleibt, auch doppelt, und gäbe es eine 3.strophe, dann bliebe es sogar 3fach!!! Icon_cool
(Das gedicht hat es irgendwie verpasst, sich "Das Kopfsteinpflaster" nennen zu lassen.) Mrgreen

Vielen dank für Deine schönen worte!

Zu Jadeaugen:
erstmal, na gut. Schieben wir es auf meine bescheidenheit. Icon_smile
Du bemängelst
Zitat:mit zwei Dingen kann ich mich nicht anfreunden:
Dem Titel und dem Ende.
- "dem Titel und dem Ende"? Na, das ist ja ganz schön...äh...das ist einen widerspruch wert. Also der titel. (Ich hätts "Das Kopfsteinpflaster" nennen sollen!) Mich wundert fast, dass niemand sich an "Seligkeit" reibt, gerade wenn jemand wie ich diesen begriff gebraucht...ähem...also die "Gerüchte". Ja, was? Ich habe das gefühl, dass dieses wort durchweg nur negativ aufgenommen wird...sehen wir ihn doch einmal neutral, wertungsfrei. Dann geht er doch auch in richtung 'vom hörensagen', 'hat mir jemand erzählt, dem es jemand erzählte, der es von jemandem gehört' usw. Daran ist für mich nichts verwerfliches, nicht negatives. Es gibt verdammt viele "Gerüchte", die sehr genau zutreffen! (Bitte, nein, ich habe keine statistik vor mir liegen...) - Für mich hat es etwas von 'ich hab's zwar nicht gesehen, aber warum sollte es das nicht geben?'
Und darum gehts. Und wenn Du jetzt noch etwas weitergehen willst,
dann streue ich hier gerüchte in die welt, und es liegt an jedem leser und jeder leserin, sie zu glauben oder nicht.
Zum schluss...hmja, ganz so die letzten worte scheinen noch nicht geschrieben...
Zitat:und der fremde Streuner nimmt
gewärmten Schluck Lambrusco.
...vor allem der letzte vers ist zur artikellosigkeit 'gezwungen' und wirkt irgendwie auch so! Ich könnte mit dem ende auch das ganze schema etwas ausbrechen/auflockern/ausufern, indem ich statt dem jetzigen
"und der fremde Streuner nimmt
einen tiefen Schluck
Lambrusco.
" schreiben würde...vielleicht stößt Du Dich ja auch schon am fremden streuner...hm, ich bin mir noch nicht sicher.

Auch Dir danke ich für den schönen kommentar!

Euch eine schöne zeit,
poLet


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Beitrag #8 |

RE: Gerüchte von Seligkeit
Sanyasala,

kurze Rückmeldung meinerseits Icon_smile

(22-08-2011, 10:01)poLet schrieb: ...und ich sitze jetzt wieder an meinem schreibtisch, habe vor meinem balkon die großen Birken und Ahornbäume stehen, und möchte behaupten:'Ja! Hier! Existiert in dieser stadt auf dem marktplatz, in dieser stadt namens 'Darmstadtia'.' Zugegeben, für italienische zungen klingt es etwas hart, vielleicht. Nichtsdestotrotz. "Gerüchte" besagen, es existiert, womöglich auch in der schönsten stadt des landes, sogar in der schönsten der welt.
Bei diesem musste ich schmunzeln - sicherlich gibt es das auch hier, in unserer Heimat, für dich muss es seltsam erscheinen, dass ich so weit in die Ferne schweife, doch bedenke: Ich wohne nicht direkt an solchem Ort und komme höchstens zu Besuch an jene. Die Plätze gibt es in der schönsten Stadt sicherlich, wie ich mich zu erinnern wage, und doch sind sie mir präsenter in meiner Vorstellung des Landes des Ciabatta und der Cantuccini, vielen Büchern sei Dank.
Eine Wunderwelt, die hier und da Wirklichkeit erreicht - vielleicht wohn ich ja auch einmal an so einem Platz Icon_smile

Zitat:...zu negativ? Gewalttätig? Destruktiv? - Wobei ich jetzt nach dem lesen vermute, dass es vielleicht nicht das wort "müd'" ist, das Dir nicht passt, sondern vielleicht schon "jagt" im zusammenhang. - Hm. Das war freilich auch die stelle, über die ich etwas sinnieren musste. Dein vorschlag "auf" passt jedenfalls sehr gut, dann würde ich aber von "jagt" zu "scheucht" wechseln...vielleicht ist "scheucht" sowieso angenehmer?...oder ganz anders: "Barfuß winkt ein Kind die Tauben bei"?...oder "...heim"??? - Es geht schon sehr darum, die stimmung nicht zu zerstören, jedenfalls nicht an dieser stelle des gedichts. Icon_wink
Genauso sehe ich es, werter poLet, obwohl mir das "winkt" etwas zu ... passiv, möcht ich sagen, erscheint. Die Variante mit dem "scheucht" gefällt mir trotz sehr "verständlicher" und naheliegender Wortwahl, die andernorts wenig typisch für dich wäre Icon_wink sehr gut.

Zitat:wobei ich auf Deine alternative gar nicht erst eingehen will, da es für mich hier weder eine gibt, noch eine überlegung in dieser richtung. Das "Kopfsteinpflaster" bleibt, auch doppelt, und gäbe es eine 3.strophe, dann bliebe es sogar 3fach!!! Icon_cool
(Das gedicht hat es irgendwie verpasst, sich "Das Kopfsteinpflaster" nennen zu lassen.) Mrgreen
Bei dreien wäre es mir als Stilmittel wohl aufgefallen *lach* Nun gut, hinter diesem Gedanken stört es wirklich kaum. Aber die Titelvariante scheint doch pfiffiger als der jetzige ... "Gerüchte auf dem Kopfsteinpflaster" vielleicht *abschweif*

Nun denn,
es sei dir als letztes noch für dein schönes Gedicht gedankt Icon_smile

Liebe Grüße von
Trinity

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #9 |

RE: Gerüchte von Seligkeit
Trin, nu ist gut.
Ich werde die angekündigten arbeiten durchführen.
Und mit dem "danke!bitte!danke!" ist's dann auch mal gut.
Es ist ja alles gerne geschehen, denke ich.

Schöne grüße,
poLet


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